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Dokumentenidentifikation DE3642325C2 11.05.1989
Titel Vorrichtung zum Heben und Auskippen von Erntebehältern, insbesondere von Traubenbehältern
Anmelder Koenen, Josef, 5561 Minheim, DE
Erfinder Koenen, Josef, 5561 Minheim, DE
Vertreter Schönherr, W., Dipl.-Forstwirt; Serwe, K., Dipl.-Ing., Pat.-Anwälte, 5500 Trier
DE-Anmeldedatum 11.12.1986
DE-Aktenzeichen 3642325
Offenlegungstag 23.06.1988
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 11.05.1989
Veröffentlichungstag im Patentblatt 11.05.1989
IPC-Hauptklasse A01D 46/28
IPC-Nebenklasse A01D 46/00   A01B 59/043   B65G 65/23   
Zusammenfassung Vorrichtung zum Heben und Auskippen von Behältern, insbesondere von Traubenbehältern. Bei der Traubenlese werden die gelesenen Trauben zunächst in einen Sammelbehälter gegeben, der zu einem auf einem Fahrzeug abgestellten Transportbehälter getragen werden muß. Die neue Vorrichtung soll das Einsammeln und das Transportieren der gelesenen Trauben zum Transportbehälter vereinfachen. Die Vorrichtung weist eine Führung auf, die gelenkig mit dem Hubgestänge bzw. der Dreipunktaufhängung eines landwirtschaftlichen Fahrzeuges und durch im Abstand und etwa parallel zum Hubgestänge angeordnete Schwenkhebel auf- und abschwenkbar mit dem Fahrzeug verbindbar ist, wobei in der Führung ein Schlitten im wesentlichen in vertikaler Richtung verschiebbar geführt ist, der über eine Seilführung mit der Anhängerkupplung des Fahrzeuges verbunden ist und der eine Kippvorrichtung mit einem schwenkbaren Behälter trägt. Die Vorrichtung ermöglicht das Einsammeln von Trauben und den Transport der eingesammelten Trauben zu einem bereitstehenden Transportbehälter, in den sie auf einfache Weise auszukippen sind.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Heben und Auskippen von Erntebehältern, insbesondere von Traubenbehältern, die mit der Hubeinrichtung bzw. der Dreipunktaufhängung eines landwirtschaftlichen Fahrzeuges verbindbar ist, mit einer gelenkig mit dem Hubgestänge des landwirtschaftlichen Fahrzeuges und durch im Abstand und etwa parallel zum Hubgestänge angeordnete Schwenkhebel auf- und abschwenkbar mit dem Fahrzeug verbindbaren Führung, in der ein Schlitten im wesentlichen in vertikaler Richtung verschiebbar geführt ist, wobei die Führung nahe ihrem oberen Ende Umlenkrollen od. dgl. aufweist, über die ein mit dem Schlitten und der Anhängerkupplung od. dgl. des Fahrzeuges verbindbarer Seilzug geführt ist, und mit einer mit dem Schlitten lösbar verbundenen Kippvorrichtung, in der ein Erntebehälter schwenkbar angeordnet ist.

Eine derartige Vorrichtung ist aus dem deutschen Gebrauchsmuster 69 07 501 bekannt. Nachteilig ist jedoch bei dieser bekannten Vorrichtung, daß die gelesenen Trauben entweder zum Erntebehälter gebracht werden müssen oder aber das Transportfahrzeug mit der Vorrichtung jeweils zum Ernteort fahren muß, was jedoch beispielsweise in Steilhängen nicht möglich ist.

Aus dem deutschen Gebrauchsmuster 86 30 893.9 ist ein Traubenbehälter bekannt, der auf einer Vorrichtung sitzt, die auf ihrer Unterseite Gleitkufen aufweist. Bei dieser Vorrichtung ist eine Seilwinde mit einem steuerbaren Antrieb vorgesehen, mit deren Hilfe die den Traubenbehälter tragende Vorrichtung zur Hebevorrichtung gezogen wird. Bei der Vorrichtung nach dem deutschen Gebrauchsmuster 86 30 803.9 ist jedoch das Kippen des Erntebehälters in unbefriedigender Weise gelöst.

Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, die Vorrichtung der eingangs genannten Art derart weiterzubilden, daß beim Transport des Traubenbehälters zur Hubeinrichtung und beim Einsetzen des Traubenbehälters in den Hubschlitten die tätigen Personen von körperlicher Kraftanstrengung befreit werden.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Kippvorrichtung an ihrer Unterseite Gleitkufen aufweist und daß eine Seilwinde zum Heranziehen der Kippvorrichtung vorgesehen ist.

Die Kippvorrichtung, die den Erntebehälter enthält, kann so auf einfache Weise beispielsweise durch die Rebzeilen gezogen werden und in die Hubvorrichtung eingebracht werden, in der auf einfache Weise ein Heben und Auskippen des Erntebehälters erfolgen kann.

Vorteilhaft sind die Gleitkufen in einem Winkel von ca. 45° zur Schwenkachse angeordnet.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform hat der Schlitten Aufnahmekufen zum Aufschieben der Gleitkufen der Kippvorrichtung. Vorzugsweise ist die Neigung der Gleitkufen und der Aufnahmekufen verstellbar.

Der Schlitten weist vorteilhaft eine Verriegelungsvorrichtung zum Arretieren der auf die Aufnahmekufen aufgeschobenen Kippvorrichtung auf.

Vorzugsweise ist die Seilwinde mit einem steuerbaren Antrieb in der Kippvorrichtung angeordnet.

Bei einer vorteilhaften Ausführungsform ist im Schlitten ein hydraulisch betätigbarer Hubzylinder angeordnet, dessen Kolbenstange mit der Kippvorrichtung im Abstand von der Schwenkachse wirksam verbindbar ist.

Vorzugsweise weist die Kolbenstange an ihrem aus dem Hubzylinder ragenden Ende eine im Winkel zur Kolbenstange verlaufende Nase mit zwei parallel zueinander und parallel zur Kolbenlängsrichtung verlaufenden Seitenflächen auf, wobei die Höhe der Seitenflächen größer als ihr Abstand ist, und ist an der Kippvorrichtung ein Gegenlager mit einer kreisförmigen Ausnehmung mit einem Durchmesser gleich der Diagonalen der Fläche aus der Höhe der Seitenflächen und dem Abstand der Seitenflächen der Nase angeordnet, in die die Nase durch einen offenen Schlitz mit der Breite des Abstandes der Seitenflächen der Nase in Bewegungsrichtung der Kolbenstange einschiebbar ist.

Die Erfindung ist in den Zeichnungen beispielhaft dargestellt. Es zeigt

Fig. 1 die Vorrichtung in angehobenem Zustand in Seitenansicht,

Fig. 2 die Vorrichtung in abgesenktem Zustand ohne Kippvorrichtung in Seitenansicht,

Fig. 3 die Vorrichtung nach Fig. 2 in Rückansicht,

Fig. 4 die Vorrichtung in angehobenem Zustand ohne Kippvorrichtung in Seitenansicht,

Fig. 5 die Kippvorrichtung in Seitenansicht,

Fig. 6 die Kippvorrichtung im Detail in Vorderansicht,

Fig. 7 die Kippvorrichtung nach Fig. 6 mit teilweise ausgeschobener Kolbenstange eines Hubzylinders in Ruhestellung und

Fig. 8 die Kippvorrichtung nach Fig. 6 in teilweise geschwenkter Stellung.

Nach den Fig. 1 bis 4 ist mit einem landwirtschaftlichen Fahrzeug (1) eine im wesentlichen vertikal verlaufende Führung (2) verbunden, in der ein Schlitten (3) über Kugellager (4) (Fig. 3) in vertikaler Richtung auf und ab bewegbar geführt ist.

Die Führung (2) ist nahe ihrem unteren Ende mit dem Hubgestänge (5) des landwirtschaftlichen Fahrzeuges (1) gelenkig verbunden. Weiterhin ist die Führung (2) durch im Abstand und etwa parallel zum Hubgestänge (5) verlaufende Schwenkhebel (6) gelenkig mit dem landwirtschaftlichen Fahrzeug verbunden.

Mit Hilfe des in der Regel hydraulisch betätigten Hubgestänges (5) des landwirtschaftlichen Fahrzeuges (1) kann die Führung (2) zwischen der in Fig. 2 gezeichneten unteren Stellung und der in Fig. 4 gezeigten oberen Stellung auf- und abgeschwenkt werden.

Die Führung (2) weist nahe ihrem oberen Ende drehbar gelagerte Umlenkrollen (7) auf, über die ein Seilzug (8) geführt ist. Der Seilzug (8) ist mit seinem einen Ende an der Anhängerkupplung (9) des landwirtschaftlichen Fahrzeuges (1) und mit seinem anderen Ende am kugelgelagert geführten Schlitten (3) befestigt. Wie die Fig. 2 und 3 zeigen, ist in der unteren Stellung der Führung (2) der Schlitten (3) gleichfalls in seiner unteren Stellung. Wird die Führung (2) über das Hubgestänge (5) angehoben, so wird über den Seilzug (8) der Schlitten (3) in der Führung (2) nach oben, in seine in den Fig. 1 und 4 gezeigte obere Stellung gezogen. Dadurch ergibt sich eine Verdoppelung der Hubhöhe.

Wie insbesondere die Fig. 2 und 3 zeigen, sind mit dem Schlitten (3) schräg geneigte Aufnahmekufen (10) verbunden.

Weiterhin weist der Schlitten (23) eine Verriegelungsvorrichtung (11) mit einem federbelasteten Haken auf. Zudem ist im Schlitten (3) ein hydraulisch betätigbarer Hubzylinder (12) mit einer Kolbenstange (13) angeordnet, die an ihrem aus dem Zylinder ragenden Ende eine im Winkel zu ihr angeordneten Nase (14) trägt. Die Nase (14) hat zwei parallel zueinander und parallel zur Kolbenlängsrichtung verlaufende Seitenflächen (26), deren Höhe (H) größer als ihr Abstand (B) ist.

Nach den Fig. 5 bis 8 weist eine Kippvorrichtung (15) ein Traggestell auf, in dem ein Traubenbehälter (16) um eine horizontal verlaufende Schwenkachse (17) in Richtung des mit (18) bezeichneten Pfeiles (Fig. 6 und 7) kippbar angeordnet ist. Nach Fig. 5 hat die Kippvorrichtung (15) an ihrer Unterseite im Winkel zur Schwenkachse (17) verlaufende Gleitkufen (19). Ferner ist in der Kippvorrichtung (15) eine Seilwinde (20) mit einem steuerbaren Antrieb (21) angeordnet. Die Kippvorrichtung (15) weist ferner einen Handgriff (23) zur Führung auf.

Wie die Fig. 6 bis 8 zeigen, ist an der Kippvorrichtung (15) ein Gegenlager (24) für die Nase (14) der Kolbenstange (13) des Hubzylinders angeordnet. Das Gegenlager (24) hat eine kreisförmige Ausnehmung (25), deren Durchmesser gleich der Diagonalen der Fläche aus der Höhe (H) der Seitenflächen (26) der Nase (14) und dem Abstand (B) der Seitenflächen der Nase ist (Fig. 8). Weiterhin weist das Gegenlager (24) einen nach unten offenen Schlitz (27) auf, der in die Ausnehmung (25) übergeht (Fig. 6). Der Schlitz (27) hat eine Breite (B) (Fig. 8), die gleich dem Abstand der Seitenflächen (26) der Nase (14) ist.

Bei Verwendung der erfindungsgemäßen Vorrichtung kann die Kippvorrichtung (15) auf ihren Gleitkufen (19) durch die Rebzeilen von Hand bergab gezogen werden. Dabei ist das Ende des mit (22) bezeichneten Seiles der Seilwinde (20) am entsprechend aufgestellten landwirtschaftlichen Fahrzeug (1) befestigt. Ist der Traubenbehälter (16) gefüllt, so wird mit Hilfe der Seilwinde (20) und des steuerbaren Antriebes die Kippvorrichtung (15) bergauf zum Fahrzeug (1) gezogen. Über den Handgriff (23) wird die Kippvorrichtung (15) so geführt, daß sie mit ihren Gleitkufen (19) auf die Aufnahmekufen (10) des Schlittens (3) gezogen wird, bis der federbelastete Haken der Verriegelungsvorrichtung (11) in die Kippvorrichtung eingreift und sie auf dem Schlitten arretiert. Nunmehr kann mit dem landwirtschaftlichen Fahrzeug (1) zu dem bereitgestellten Transportbehälter gefahren werden, durch Anheben der Führung (2) die Kippvorrichtung (15) angehoben werden, wie dies in Fig. 1 gezeigt ist, und durch Betätigung des Hubzylinders (12) der Behälter (16) um die Schwenkachse (17) geschwenkt werden, wie dies in Fig. 8 gezeigt ist, bis der Inhalt des Traubenbehälters (16) in den bereitgestellten Transportbehälter gekippt ist.

Durch die Ausbildung der Nase (14) mit ihren parallelen Seitenflächen (26) und die entsprechende Ausbildung des Gegenlagers (24) gelangt die Nase (14) durch den Schlitz (27) selbsttätig in die kreisförmige Ausnehmung (25) des Gegenlagers (24). Nach einer kleinen Schwenkung des Traubenbehälters (16) ist die Nase (14) im Gegenlager (24) gesichert, so daß die Kippbewegung in beiden Kipprichtungen über den Hubzylinder (12) sicher steuerbar ist.


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zum Heben und Auskippen von Erntebehältern, insbesondere von Traubenbehältern, die mit der Hubeinrichtung bzw. der Dreipunktaufhängung eines landwirtschaftlichen Fahrzeuges verbindbar ist, mit einer gelenkig mit dem Hubgestänge des landwirtschaftlichen Fahrzeuges und durch im Abstand und etwa parallel zum Hubgestänge angeordnete Schwenkhebel auf- und abschwenkbar mit dem Fahrzeug verbindbaren Führung, in der ein Schlitten im wesentlichen in vertikaler Richtung verschiebbar geführt ist, wobei die Führung nahe ihrem oberen Ende Umlenkrollen od. dgl. aufweist, über die ein mit dem Schlitten und der Anhängerkupplung od. dgl. des Fahrzeuges verbindbarer Seilzug geführt ist, und mit einer mit dem Schlitten lösbar verbundenen Kippvorrichtung, in der ein Erntebehälter schwenkbar angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Kippvorrichtung (15) an ihrer Unterseite Gleitkufen aufweist und daß eine Seilwinde (20) zum Heranziehen der Kippvorrichtung vorgesehen ist.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Gleitkufen (19) in einem Winkel von ca. 45° zur Schwenkachse (17) angeordnet sind.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlitten (2) Aufnahmekufen (10) zum Aufschieben der Gleitkufen (19) der Kippvorrichtung (15) hat.
  4. 4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Neigung der Gleitkufen (19) und der Aufnahmekufen (10) verstellbar ist.
  5. 5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlitten (3) eine Verriegelungsvorrichtung (11) zum Arretieren der auf die Aufnahmekufen (10) aufgeschobenen Kippvorrichtung (15) aufweist.
  6. 6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Seilwinde (20) mit einem steuerbaren Antrieb (21) in der Kippvorrichtung (15) angeordnet ist.
  7. 7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß im Schlitten (3) ein hydraulisch betätigbarer Hubzylinder (12) angeordnet ist, dessen Kolbenstange (13) mit der Kippvorrichtung (15) im Abstand von der Schwenkachse (17) wirksam verbindbar ist.
  8. 8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Kolbenstange (13) an ihrem aus dem Hubzylinder (12) ragenden Ende eine im Winkel zur Kolbenstange verlaufende Nase (14) mit zwei parallel zueinander und parallel zur Kolbenlängsrichtung verlaufenden Seitenflächen (26) aufweist, wobei die Höhe (H) der Seitenflächen größer als ihr Abstand (B) ist, und daß an der Kippvorrichtung (15) ein Gegenlager (24) mit einer kreisförmigen Ausnehmung (25) mit einem Durchmesser gleich der Diagonalen der Fläche aus der Höhe (H) der Seitenflächen und dem Abstand (B) der Seitenflächen der Nase angeordnet ist, in die die Nase durch einen offenen Schlitz (27) mit der Breite des Abstandes der Seitenflächen der Nase in Bewegungsrichtung der Kolbenstange einschiebbar ist.






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