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Dokumentenidentifikation DE2707709C2 24.05.1989
Titel Fungizid
Anmelder BASF AG, 6700 Ludwigshafen, DE
Erfinder Loecher, Friedrich, Dipl.-Landw. Dr.;
Pommer, Ernst-Heinrich, Dr., 6703 Limburgerhof, DE;
Polster, Rudolf, Dipl.-Chem. Dr., 6710 Frankenthal, DE
DE-Anmeldedatum 23.02.1977
DE-Aktenzeichen 2707709
Offenlegungstag 31.08.1978
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 24.05.1989
Veröffentlichungstag im Patentblatt 24.05.1989
IPC-Hauptklasse A01N 43/84

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Fungizid, das eine Mischung verschiedener Wirkstoffe enthält.

Es ist bekannt, den 5-Nitroisophthalsäure-diisopropylester (DE-PS 12 18 792) oder das N-Cyclododecyl-2,6-dimethylmorpholin (DE-PS 11 98 125) als Fungizide zu verwenden. Es ist ferner bekannt, eine Mischung aus N-Tridecyl-2,6-dimethylmorpholin und 5-Nitroisophthalsäure-diisopropylester als Fungizid zu verwenden (DE-OS 23 65 177) oder Tensidsalze von N-Tridecyl- oder N-Cyclododecyl- 2,6-dimethylmorpholin gegebenenfalls in Mischung mit anderen Wirkstoffen als Fungizide zu verwenden (DE-OS 24 61 513).

Es wurde gefunden, daß ein Fungizid, das eine Mischung aus 5- Nitroisophthalsäure-diisopropylester und N-Cyclododecyl-2,6-dimethylmorpholin außer dessen Tensid-Salzen enthält, eine wesentlich bessere fungizide Wirksamkeit als die Einzelkomponenten besitzt.

Unter der Bezeichnung "N-Cyclododecyl-2,6-dimethylmorpholin" sind in diesem Zusammenhang auch die Salze dieser Verbindung außer den Tensid-Salzen, beispielsweise das N-Cyclododecyl-2,6-dimethylmorpholin- acetat, zu verstehen.

Das erfindungsgemäße Fungizid ist insbesondere geeignet für den Pflanzenschutz zur Bekämpfung von Pflanzenkrankheiten, die durch echte Mehltaupilze hervorgerufen werden, z. B. Sphaerotheca pannosa an Rosen, Erysiphe cichoracearum an Kürbisgewächsen, Podosphaera leucotricha an Äpfeln.

Das Mischungsverhältnis der Wirkstoffe kann in einem großen Bereich schwanken. Bevorzugt wird das Gewichtsverhältnis der Wirkstoffe 5-Nitroisophthalsäure-diisopropylester und N-Cyclododecyl- 2,6-dimethylmorpholin von 1 : 1 bis 4 : 1.

Bei der Anwendung der erfindungsgemäßen Fungizide bei der Behandlung von Pflanzen liegen die Aufwandmengen zwischen 0,5 und 5 kg/ha Fläche.

Die Anwendung erfolgt z. B. in Form von Pulvern, Suspensionen oder Dispersionen, Emulsionen, Öldispersionen, Pasten, Stäubemitteln, Streumitteln durch Versprühen, Vernebeln, Verstäuben, Verstreuen oder Gießen. Die Anwendungsformen richten sich ganz nach den Verwendungszwecken; sie sollen in jedem Fall möglichst die feinste Verteilung der erfindungsgemäßen Wirkstoffe gewährleisten.

Zur Herstellung von Emulsionen, Pasten und Öldispersionen kommen Mineralölfraktionen von mittlerem bis hohem Siedepunkt, wie Kerosin oder Dieselöl, ferner Kohlenteeröle usw., sowie Öle pflanzlichen oder tierischen Ursprungs, aliphatische, cyclische und aromatische Kohlenwasserstoffe, z. B. Benzol, Toluol, Xylol, Paraffin, Tetrahydronaphthalin, alkylierte Naphthaline oder deren Derivate, z. B. Methanol, Äthanol, Propanol, Butanol, Chloroform, Tetrachlorkohlenstoff, Cyclohexanol, Cyclohexanon, Chlorbenzol, Isophoron usw., stark polare Lösungsmittel, z. B. Dimethylformamid, Dimethylsulfoxid, N-Methylpyrrolidon, Wasser usw. in Betracht.

Wäßrige Anwendungsformen können aus Emulsionskonzentraten, Pasten oder netzbaren Pulvern (Spritzpulvern), Öldispersionen durch Zusatz von Wasser bereitet werden. Zur Herstellung von Emulsionen, Pasten oder Öldispersionen können die Substanzen als solche oder in einem Öl oder Lösungsmittel gelöst, mittels Netz-, Haft-, Dispergier- oder Emulgiermittel in Wasser homogenisiert werden. Es können aber auch aus wirksamer Substanz, Netz-, Haft-, Dispergier- oder Emulgiermittel und eventuell Lösungsmittel oder Öl bestehende Konzentrate hergestellt werden, die zur Verdünnung mit Wasser geeignet sind.

An oberflächenaktiven Stoffen sind zu nennen: Polyoxyäthylenoctylphenoläther, äthoxyliertes Isooctylphenol-, Octylphenol-, Nonylphenol, Alkylphenolpolyglykoläther, Tributylphenolpolyglykoläther, Alkylarylpolyätheralkohole, Isotridecylalkohol, Fettalkoholäthylenoxid- Kondensate, äthoxyliertes Rizinusöl, Polyoxyäthylenalkyläther, äthoxyliertes Polyoxypropylen, Laurylalkoholpolyglykolätheracetal, Sorbitester, Lignin und Methylcellulose.

Pulver, Streu- und Stäubemittel können durch Mischen oder gemeinsames Vermahlen der wirksamen Substanzen mit einem festen Trägerstoff hergestellt werden.

Die Formulierungen enthalten zwischen 0,1 und 95 Gew.-% der Wirkstoffe, vorzugsweise zwischen 0,5 und 90 Gew.-%.

Zu den Mischungen können Öle verschiedenen Typs, Herbizide, Fungizide, Nematozide, Insektizide, Bakterizide, Spurenelemente, Düngemittel, Antischaummittel (z. B. Silikone) oder Wachstumsregulatoren zugesetzt werden.

Das folgende Beispiel zeigt die überlegene fungizide Wirksamkeit der Mischungen gegenüber den Einzelkomponenten.

Beispiel

Freilandrosen der Sorte "Superstar" wurden im Verlauf einer Vegetationsperiode viermal mit wäßrigen Suspensionen der Wirkstoffmischungen in den Mischungs- und Gewichtsverhältnissen, die in der Tabelle angeführt werden, tropfnaß gespritzt; als Vergleichsmittel wurden die Einzelkomponenten verwendet. Da ein natürlicher Befall der Rosen durch den Pilz Sphaerotheca pannosa auftrat, war eine künstliche Infektion der Pflanzen nicht erforderlich. Nach Abschluß des Versuches wurden die auf den Blättern vorhandenen Mehltaukolonien ausgezählt.


Anspruch[de]
  1. 1. Fungizid, enthaltend eine Mischung aus 5-Nitroisophthalsäurediisopropylester und N-Cyclododecyl-2,6-dimethylmorpholin außer dessen Tensid-Salzen.
  2. 2. Fungizid gemäß Anspruch 1, enthaltend den 5-Nitroisophthalsäurediisopropylester und das N-Cyclododecyl-2,6-dimethylmorpholin außer dessen Tensid-Salzen in einem Gewichtsverhältnis von 1 : 1 bis 4 : 1.
  3. 3. Verwendung eines Fungizids gemäß Anspruch 1 oder 2 zur Bekämpfung von Pilzen.






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