PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE3442544C2 08.06.1989
Titel Verfahren zur Ermittlung von Rissen in Betonen und verwandten Materialien
Anmelder VEB Wohnungsbaukombinat Cottbus, DDR 7700 Hoyerswerda, DD
Erfinder Herrmann, Andreas, Dipl.-Phys., DDR 7010 Leipzig, DD;
Langrock, Ernst-Jürgen, Dr.rer.nat., DDR 7031 Leipzig, DD;
Pursche, Klaus-Dieter, Dr.-Ing., DDR 7500 Cottbus, DD;
Schrenk, Arno, DDR 4500 Dessau, DD;
Baumbach, Hartmut, Prof. Dr.sc.nat., DDR 7022 Leipzig, DD;
Häußler, Frank, Dipl.-Phys., DDR 7282 Bad Düben, DD
DE-Anmeldedatum 22.11.1984
DE-Aktenzeichen 3442544
Offenlegungstag 25.07.1985
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 08.06.1989
Veröffentlichungstag im Patentblatt 08.06.1989
IPC-Hauptklasse G01N 23/00
IPC-Nebenklasse G01N 33/38   G01N 21/91   
Zusammenfassung Verfahren zur Ermittlung von Rissen in Beton und verwandten Materialien wie z. B. Fertigteilen Verbund- und sonstigen Konstruktionen im Bauwesen. Ziel ist das frühzeitige Ermitteln von Rissen und ihren Verlauf. Die Aufgabe besteht in der Entwicklung eines Verfahrens zur Ermittlung von Rissen auch im Einbauzustand sowie bei Prüfobjekten, die nur einseitig zugänglich sind. Erfindungsgemäß wird eine Flüssigkeit mit oder ohne Markierungssubstanz durch direktes Einbringen in den Riß oder durch zweckmäßig angeordnete Bohrungen eingebracht, wobei diese mit dem Auslauf eines Gefäßes verbunden sind, welches mit der Flüssigkeit gefüllt ist. Bei Erfassen eines Risses füllt sich dieser mit Flüssigkeit und ist in geeigneter Weise von außen erkennbar.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Ermittlung von Rissen in Betonen und verwandten Materialien.

Es ist bekannt, daß Risse im Beton sich mit dem Ultraschallverfahren nachweisen lassen. Dazu wird die Laufzeit eines Ultraschallimpulses durch den Prüfkörper gemessen. Risse unterbinden die Schallausbreitung und werden durch das Ausbleiben des Empfangsignals oder verlängerte Laufzeit nachgewiesen. Der Nachteil dieser Methode besteht darin, daß Sende- und Empfangsteil der Meßvorrichtung an entgegengesetzten Seiten des Prüfkörpers angebracht werden müssen, was sich bei Bauwerken mitunter nicht realisieren läßt. Auch versagt die Ultraschallmethode, wenn Fertigteile aus verschiedenen Materialschichten bestehen.

In der US-Patentschrift 36 21 252 wird ein Verfahren und ein Gerät zum Fehlernachweis mit Hilfe eines radioaktiven Isotops dargestellt. Das Hauptziel dieser Erfindung besteht darin, eine Methode für die Bestimmung von Oberflächenfehlern mit Hilfe eines radioaktiven Schutzgases zu schaffen, bei der das zu prüfende Teil über einen längeren Zeitraum nicht radioaktiviert wird.

Gemäß dieser Erfindung wird die Oberfläche des zu prüfenden Teils einer gasförmigen Atmosphäre die ein Teil radioaktives Schutzgas enthält, ausgesetzt. Die Einwirkung dieser Atmosphäre geschieht bei einer bestimmten Temperatur und einem Druck, der nur die Adsorption des besagten Gases und Schutzgases an der Oberfläche gestattet, wohingegen die signifikante Absorption des Gases und Schutzgases in das genannte Teil nicht möglich gemacht wird. Die Oberfläche des Teiles hat nach dem Aussetzen ein Radioaktivitätsniveau, das in einer relativ kurzen Zeit auf Grund der Diffusion stark abfällt. Letzteres bildet ein Radioaktivitätsmuster an der Oberfläche, wo mit Hilfe eines entsprechenden Gerätes die Existenz und die Lage der Fehler ermittelt wird. Daraus ableitend ist festzustellen, daß dieses Verfahren nur die Detektion von Oberflächenrissen bzw. Oberflächenfehlern zuläßt, der Riß an der Oberfläche sichtbar und erreichbar sein muß und damit eine Darstellung des Rißverlaufes im Inneren eines zu prüfenden Bauteiles nicht zuläßt.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Ermittlung von Rissen in Betonen, auch im Einbauzustand, zu entwickeln, welches die Ermittlung von Rissen zum frühestmöglichen Zeitpunkt und die Beobachtung der Tendenz ihrer Verbreitung zuläßt. Das Verfahren soll auch dann anwendbar sein, wenn das Prüfobjekt nur von einer Seite aus zugänglich ist. Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß eine Flüssigkeit mit oder ohne Markierungssubstanz mit einem bestimmten Bereich des Bauteiles in Verbindung gebracht wird. Dies kann durch direktes Einbringen der Flüssigkeit in den Riß geschehen, wenn der Rißbeginn sichtbar und zugänglich ist. Die Flüssigkeit kann auch durch zweckmäßig angebrachte Bohrungen eingegeben werden, die mit dem Auslauf eines Gefäßes verbunden sind, welches mit dieser Flüssigkeit angefüllt ist.

Bei Erfassen eines Risses füllt sich dieser mit Flüssigkeit und kann in geeigneter Weise von außen erfaßt werden. Wenn es notwendig erscheint, kann die Flüssigkeit auch mit Druck eingebracht werden.

Die Erfindung soll an zwei Ausführungsbeispielen näher erläutert werden.

  • 1. In einem mehrschichtigen Wandelement werden Flächenrisse vermutet. Das Wandelement ist nur von einer Seite zugänglich. Die Lage der Risse wird folgendermaßen ermittelt:
  • Ist das Wandelement nur von innen zugänglich, werden Bohrungen bis zum Außenputz eingebracht. Die Bohrlöcher werden mit einem Gefäß verbunden, das die Markierungsflüssigkeit enthält. In diesem Spezialfall wird ein radioaktives Nuklid gewählt, von dem bekannt ist, daß es vom Beton und Dämmstoff absorbiert wird.
  • Die Substanz wird in der Flüssigkeit gelöst. Die meßbare Verteilung des radioaktiven Nuklids gibt den Weg an, den die Markierungsflüssigkeit durch die Risse genommen hat.
  • 2. Bei gleicher Problemstellung wird als Markierungsflüssigkeit die wäßrige Lösung zweier radioaktiver Nuklide verwendet, von denen das eine vom Beton absorbiert wird, das andere nicht. Die Verteilung des ersten Nuklides zeigt, ob Risse vorhanden sind, die des zweiten Nuklides gibt zusätzlich an, in welche Bereiche das Wasser in das Baumaterial diffundiert ist. Aus der Differenz der Aktivitätsprofile werden Schlußfolgerungen über Form und Größe der Risse gezogen.



Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zur Ermittlung von Rissen in Betonen und verwandten Materialien, gekennzeichnet dadurch, daß in zweckmäßig erscheinender Weise eine Flüssigkeit mit oder ohne verfolgbare Markierungssubstanz in bestimmte Bereiche der Baukonstruktion eingebracht wird und sich der Riß durch die Verteilung der Flüssigkeit abbilden läßt.
  2. 2. Verfahren nach Punkt 1, gekennzeichnet dadurch, daß die Markierungssubstanz ein radioaktives Nuklid ist, welches sich von außen mittels Strahlendetektoren oder Film gut erkennen läßt.
  3. 3. Verfaren nach Punkt 1, gekennzeichnet dadurch, daß die radioaktive Substanz für eine Serie von Eichmessungen verwendet und bei gleichen Materialien auf den radioaktiven Tracer verzichtet wird.
  4. 4. Verfahren nach Punkt 1, gekennzeichnet dadurch, daß die Markierungssubstanz aus zwei verschiedenen Radionukliden besteht, deren eine Komponente von Baumaterialien absorbiert wird, wogegen das zweite Nuklid nicht absorbiert wird.
  5. 5. Verfahren nach Punkt 1, gekennzeichnet dadurch, daß der Abstand zwischen Oberfläche und Riß aus der Änderung des Energiepeak der radioaktiven Tracer in Abhängigkeit von der durchstrahlten Materialdicke ermittelt wird.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com