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Dokumentenidentifikation DE3904762A1 31.08.1989
Titel Drucktremulant für Schleifladen-Orgeln
Anmelder Tarnai, Endre, Budapest, HU
Erfinder Tarnai, Endre, Budapest, HU
Vertreter Zeitler, G., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 8000 München
DE-Anmeldedatum 16.02.1989
DE-Aktenzeichen 3904762
Offenlegungstag 31.08.1989
Veröffentlichungstag im Patentblatt 31.08.1989
IPC-Hauptklasse G10B 3/18
Zusammenfassung Ein Drucktremulant, insbesondere für Schleifladen-Orgeln, enthält eine Betätigungsstange (9), welcher gegen eine Steifplatte (2) eines in einem zwischen zwei definierten Endlagen liegenden Hubbereich geradlinig in einer Hubrichtung stoßartig bewegten, am Unterteil der Windlade (1) der Orgel angebrachten sog. Schwimmbalges von unten abgestützt oder mit dieser Steifplatte (2) mechanisch gekoppelt ist. Erfindungsgemäß ist die Betätigungsstange (9) mindestens in einer Hubrichtung unmittelbar mit einem pneumatischen Membranmotor (8), dessen mindestens eine Druckkammer (111, 121) von einer Steuereinheit (15) aus mit pulsierendem Speisedruck beaufschlagt sein kann, antriebsverbunden. Die Steuereinheit (15) kann entweder als elektropneumatische Einheit mit einem stellmagnetbetätigten Ventil oder als ein pneumatischer Oszillator ausgebildet sein.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Drucktremulanten, insbesondere für Schleifladen-Orgeln, welcher eine Betätigungsstange enthält, die gegen eine Steifplatte einer in einem zwischen zwei Endlagen liegenden Hubbereich geradlinig in einer Hubrichtung stoßartig bewegten, am Unterteil der Windlade der Orgel angebrachten sog. Schwimmbalges von unten abgestützt oder mit dieser Steifplatte mechanisch gekoppelt ist.

Bei zeitgenössischen bekannten Schleifladen-Orgeln ist am Unterteil der Windlade ein sog. Schwimmbalg angeordnet, der aus einer in vertikaler Richtung mit einem Hub von etwa 30 bis 40 mm Länge bewegbaren Steifplatte, die rings herum mit einem als Membrane dienenden Schwimmbalgleder versehen ist, besteht. Der durch ein Gebläse erzeugte Blaswind ungeregelten Druckes wird durch eine am Unterteil des sog. Windkastens vorhandene Öffnung hindurch in den Innenraum des Windkastens eingeleitet. Innenseitig ist dieser Öffnung ein mit der Steifplatte des Schwimmbalges verbundenes Scheibenventil zugeordnet, durch dessen Stellung die Menge des Blaswindes geregelt wird. Die Steifplatte ist von außen gegen den Innendruck durch Federn von eingestellter Vorspannkraft nach oben gedrückt. Durch die eingestellte Federkraft wird der im Windkasten herrschende geregelte Blaswinddruck bestimmt, dessen Sollwert allgemein zwischen 50-80 mmWS liegt. Vor dem Einschalten, d. h. vor Inbetriebsetzung des Gebläses ist die Steifplatte durch die Federn bis zu ihrer oberen Anschlagstellung hochgedrückt gehalten. Wird nun das Gebläse eingeschaltet, so baut sich allmählich im Windkasten ein Blaswinddruck auf, der die Steifplatte gegen die Federkraft nach unten bewegt. Mit der Bewegung der Steifplatte nähert sich auch der Schließkörper des Scheibenventils der Einströmöffnung, und es stellt sich noch vor Erreichung der vollständigen Sperrstellung ein Druckgleichgewicht ein. Falls z. B. durch entsprechende Vorspannung der Federn ein Sollwert für den Blaswinddruck von 60 mmWS eingestellt wurde, so ertönt ein Teil der Orgelpfeifen, welcher der jeweiligen Register- und Tonventilaussteuerung entspricht, mit gleichmäßiger Tonstärke und Tonhöhe. Um jedoch eine Schwebung der Tonhöhe und -stärke im Sinne eines sog. Tremoloeffektes zu erzielen bzw. verwirklichen zu können, muß für eine rhythmische Pulsierung des Blaswinddruckes gesorgt werden.

Bei bekannten früheren Tremulantausführungen dient hierfür ein an einem gesonderten Sammelwindkasten angeordneter Drucktremulant und ein sog. Keilbalg, dessen bewegliches Teil mit der Steifplatte des Windladen-Schwimmerbalges verbunden ist. Ein den Drucktremulanten betätigender Stellmagnet wird mit einer entsprechenden Frequenz ein- und ausgeschaltet, wobei der Stellmagnet ein Durchlaßventil im entsprechenden Takt steuert. Das letzere bewirkt, daß über ein flexibles Rohr der Keilbalg mit pulsierendem Luftdruck beaufschlagt ist. Das rhythmische Ein- und Ausschalten des Stellmagneten (was auch durch einen elektronischen Unterbrecher einstellbarer Frequenz erfolgen kann) führt dazu, daß der Keilbalg als Stellglied einen pulsierenden Zusatzdruck auf die sonst nur durch die annähernd gleichmäßige Federkraft nach oben gedrückte Steifplatte ausübt. Im Augenblick der Erregung des Stellmagneten wird daher das bewegliche Oberteil des Keilbalges und somit die mechanisch gekoppelte Steifplatte durch den aus dem Tremulanten ausströmenden Luftdruck nach oben bewegt, es wird ein zusätzlicher Druckimpuls in der Windlage erzeugt. Dies bewirkt, daß der eingestellte Sollwert von etwa 60 mmWS vorübergehend sogar auf Werte von 80-90 mmWS ansteigen kann. Im Ergebnis des somit erzeugten pulsierenden Blaswinddruckes ertönen die Orgelpfeifen rhythmisch schwebend, d. h. mit veränderlicher Höhe und Tonstärke entsprechend dem bekannten Tremoloeffekt.

Die oben beschriebenen bekannten, mit Keilbalg und Sammelwindkasten ausgestatteten Tremulantausführungen sind wegen ihrem komplizierten Aufbau ziemlich kostspielig, und sie haben einen großen Raumbedarf. Ebenfalls auf ihre Kompliziertheit sind ihre Fehler- und Betriebsstörung-Anfälligkeit zurückführbar.

Die Zielsetzung der vorliegenden Erfindung liegt darin, einen den bekannten Lösungen gegenüber einfacheren, somit weniger kostspieligen Drucktremulanten von erhöhter Zuverlässigkeit zu schaffen. Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, wonach der bekannte Tremulant zusammen mit seinem Keilbalg durch Verwendung eines Membranmotors im Prinzip integriert und somit wesentlich einfacher und platzsparender ausgeführt werden kann.

Das gestellte Ziel wurde dementsprechend durch Schaffung eines Drucktremulanten für Schleifladen-Orgeln gemäß Oberbegriff des Hauptanspruchs erreicht, bei welchem die Betätigungsstange erfindungsgemäß mindestens in einer Hubrichtung unmittelbar mit einem pneumatischen Membranmotor, dessen mindestens eine Druckkammer von einer Steuereinheit aus mit pulsierendem Speisedruck beaufschlagt sein kann, antriebsverbunden ist. In bevorzugten Ausführungen des erfindungsgemäßen Drucktremulanten enthält der Membranmotor mindestens zwei zueinander pneumatisch parallel geschaltete, derselben Betätigungsstange zugeordnete Druckkammern.

Bei einer vorteilhaften Ausführungsvariante ist die Steuereinheit als eine elektropneumatische Einheit ausgebildet, welche ein zwischen einem Eingang für Druckluft konstanten Speisedruckes und einem zur/zu den Druckkammer/n des Membranmotors führenden Luftkanal angeordnetes, durch einen Stellmagneten bewegtes Dreiwegventil, sowie einen den Stellmagneten speisenden, an sich bekannten Spannungsunterbrecher enthält. Der an sich bekannte Spannungsunterbrecher kann elektromechanisch, elektronisch oder auch ein Bimetallelement enthaltend ausgeführt sein. Das Dreiwegventil kann vorteilhaft ein Doppelscheiben-Hubventil mit an einem gemeinsamen Ventilstößel angeordneten zwei Ventilscheiben sein.

Bei einer alternativen Ausführungsvariante wird zur Erzeugung des pulsierenden Speisedruckes für den Membranmotor eine Steuereinheit, die als ein pneumatischer Oszillator ausgebildet ist, verwendet. Er enthält als Anlaßglied ein pneumatisch gesteuertes Kegelventil, ferner in druckgesteuertes Membran-Durchgangsventil, ein weiteres pneumatisch gesteuertes Dreiwegventil und einen Druckraum mit einem Eingang für Druckluft konstanten Speisedrucks und mit einem zu einem die Luftkammer/n des Membranmotors speisenden Luftkanal führenden Ausgang pulsierenden Druckes. Das Kegelventil ist dabei als ein in seiner Ruhestellung geschlossenes Ventil zwischen dem Druckraum und einer übermembranseitigen Durchströmkammer des Membran-Durchgangsventils angeordnet. Die Durchströmkammer des letzteren ist mittelbar oder unmittelbar mit dem Steuereingang des weiteren Dreiwegventils verbunden, und ein Schließkörper dieses Dreiwegventils ist als ein in Ruhestellung schließendes Glied in einem Strömungsweg vom Druckraum zu einer untermembranseitigen Steuerdruckkammer des Membran-Durchgangsventils eingefügt.

In der Praxis hat sich für vorteilhaft erwiesen, falls der als Steuereinheit dienende pneumatische Oszillator mindestens zwei weitere, als Verzögerungsglieder dienende pneumatisch gesteuerte Kegelventile enthält, wobei der Steuereingang des ersten Kegelventils mit der Durchströmkammer des Membran-Durchgangsventils verbunden, das Ventil selbst zwischen dem Druckraum und dem Steuereingang des nächstfolgenden Kegelventils in Ruhestellung schließend angeordnet, und dieses Kegelventil schließlich als ein in Ruhestellung geschlossenes Ventil in einem Strömungsweg vom Druckraum zum Steuereingang des Dreiwegventils eingeschaltet ist. Eine einfache Lösung zur Veränderung der Impulsfrequenz des pneumatischen Oszillators, und somit zur Erzeugung einer Schwebung der Pfeifentöne, deren Frequenz zwischen bestimmten Grenzen eingestellt oder zumindest vorgewählt werden kann, ist beispielsweise dadurch gegeben, falls die Steuereingänge der als Verzögerungsglieder dienenden Kegelventile, sowie der Steuereingang des Dreiwegventils über gedrosselte Entlüftungskanäle einstellbaren Strömungswiderstandes mit der Umgebungsatmosphäre verbunden sind.

Ein Vorteil des erfindungsgemäßen Drucktremulanten liegt darin, daß er infolge der Möglichkeit der Verwendung eines kompakten Membranmotors ggf. mit mehreren Druckkammern auch bei einem relativ niedrigen Blaswinddruck (im Bereich zwischen 80 bis 150 mmWS) eine beachtliche Druckkraft zu erzeugen in der Lage ist, wobei die Einbaumaße sehr gering gehalten werden können.

Der erfindungsgemäße Drucktremulant ist in jeder Orgelbauwerkstatt mit Hilfe von gebräuchlichen Werkzeugen, Technologien und unter Verwendung der im Orgelbau traditionell benutzten Werkstoffe, Materialien herstellbar. Die Frequenz und die Intensität des zu erzeugenden Tremoloeffektes können entweder durch Aussteuerung veränderlicher Frequenz des Stellmagneten sowie durch Drosselung der Ein- und Ausströmquerschnitte der stets entspannten Leerkammer des Membranmotors, oder durch die bereits erwähnte Drosselung der Steuereingänge der im pneumatischen Oszillator vorhandenen pneumatisch gesteuerten Ventile, zusammen mit der Drosselung der Leerkammerentlüftung im Membranmotor in weiten Grenzen geändert bzw. eingestellt werden. Der Hauptvorteil des erfindungsgemäßen Drucktremulanten ist jedoch in erster Linie darin zu sehen, daß durch ihn der bisher gebräuchliche, sperrige Tremulant samt seinem Sammelwindkasten und Keilbalg auf äußerst kompakte, raumsparende Weise und mit einer zumindest gleichen Funktionsgüte ersetzt werden kann.

Die Erfindung wird nachstehend an vorteilhaften Ausführungsbeispielen mit Bezugnahme auf die Zeichnung näher erläutert. In der Zeichnung ist

Fig. 1 eine stark vereinfachte Darstellung eines erfindungsgemäßen Drucktremulanten, welche auch die funktionell zugeordneten Orgelpartien wie Windlade bzw. deren Windkasten, sowie Schwimmerbalg mit seiner Steifplatte teilweise im Schnitt zeigt,

Fig. 2 eine Darstellung einer beispielsweisen Ausführung des Drucktremulanten mit einem Membranmotor und einer daran integrierten elektropneumatischen Steuereinheit, und

Fig. 3 ein Prinzipschaltbild einer als pneumatischer Oszillator ausgebildeten Steuereinheit, welche beispielsweise zur Speisung des Membranmotors anstelle der in Fig. 2 gezeigten elektropneumatischen Steuereinheit dienen kann.

Aus Fig. 1 der Zeichnung ist ersichtlich, daß am Unterteil eines Windkastens einer Windlade 1 ein die Einströmung des ungeregelten Blaswindes regelndes Scheibenventil 3 vorhanden ist, welches über ein Gestänge 4 mit einer Steifplatte 2 eines am Windkasten der Windlade 1 unten angebrachten, ringsherum durch ein Schwimmerbalgleder 7 elastisch abgedichteten Schwimmerbalges in Wirkverbindung steht. Die Steifplatte 2 des Schwimmerbalges ist durch vorgespannte Federn 5, die andererseits gegen ortsfeste, vorzugsweise am Windkasten befestigte Federanschläge 6 abgestützt sind, ständig nach oben gedrückt. Am Anfang, d. h. beim Einsetzen der Einströmung des Speiseblaswindes in den Windkasten der Windlade 1 befindet sich die Steifplatte 2 in ihrer oberen Stellung, das Scheibenventil 3 ist weit geöffnet, und der Speisewind kann ungehindert einströmen. Hiernach baut sich allmählich ein Druck auf, durch welchen die Steifplatte 2 zusammen mit dem Scheibenventil 3 gegen die zunehmende Federkraft der Federn 5 nach unten bewegt wird. Allgemein noch vor Erreichung der vollen Schließstellung des Scheibenventils 3 stellt sich ein Druckgleichgewicht ein, und die Steifplatte 2 kommt zum Stillstand. Die Orgelpfeifen werden mit einem gleichmäßigen geregelten Blaswinddruck gespeist ertönt. Will man einen bekannten sog. Tremoloeffekt erzielen, d. h. eine rhythmische Schwebung der Stärke und der Höhe der Pfeifentöne verwirklichen, so muß dafür Sorge getragen werden, daß diese mit einem Blaswinddruck rhythmisch pulsierenden Druckes beaufschlagt werden. Hierzu dient der (im gewünschten Fall einschaltbare) Drucktremulant, der in der gezeigten erfindungsgemäßen Ausführung eine Betätigungsstange 9, welche mit einem an seinem Ende durch eine Filzeinlage gedämpften Druckkopf 10 versehen ist, der an der Steifplatte 2 ständig nach unten angreift, aufweist. Bei Inbetriebsetzung eines an sich bekannten Spannungsunterbrechers 22, was vom Spielstand aus erfolgen kann, werden über einen Stellmagneten 19 an einem gemeinsamen Ventilstößel 18 fest sitzende Ventilscheiben 16, 17 eines Dreiwegventils einer Steuereinheit 15 mit einer (vorzugsweise voreinstellbaren) konstanten Impulsfrequenz auf- und abbewegt. Ein Membranmotor 8 wird dementsprechend pulsierend ausgesteuert, und über die Betätigungsstange 9 wird die Steifplatte 2 des Schwimmerbalges nach oben stoßartig bewegt. Diese Bewegung resultiert darin, daß auf den im Windkasten der Windlade 1 herrschenden konstanten Druck eine pulsierende Druckkomponente überlagert wird, wodurch die gewünschte rhythmische Schwebung der Pfeifentöne, d. h. der bekannte Tremoloeffekt erzielt wird.

Fig. 2 der Zeichnung zeigt deutlich, daß der Membranmotor 8 jeweils durch eine Membrane 11 und 12 in eine Druckkammer 111, 121 und eine stets entlüftete Leerkammer 112, 122 unterteilte zwei Kammern, die voneinander durch eine Wand 14 getrennt sind, enthält. Der Membranmotor 8 ist unten am Windkasten der Windlade 1 ortsfest angebracht, und seine Betätigungsstange 9 greift mit ihrem filzgedämpften Druckkopf 10 von unten an der beweglichen Steifplatte 2 des Schwimmerbalges an. Der Druckkopf kann mit der Steifplatte 2 auch in beiden Richtungen bewegungsübertragend gekoppelt sein. Die Betätigungsstange 9 ist vorzugsweise mit Hilfe von Splinten mit versteiften Mittenbereichen der vorzugsweise aus Leder gefertigten Membranen 11, 12 in beiden Hubrichtungen zwangsverbunden, und sie ist durch die Wand 14 bzw. durch eine schwimmerbalgseitige Stirnwand des Membranmotors 8 in druckbeständigen Dichtungen 13 hindurch- bzw. ausgeführt.

Die entlüfteten Leerkammern 112, 122 sind mit der freien Umgebungsatmosphäre unter Zwischenschaltung eines in die Strömungswege eingefügten Drosselschiebers 20 verbunden, welcher verstellbar ist, und mit dessen Verschiebung der Drosselwiderstand im Strömungsweg der ein- und ausströmenden Luft vorgewählt bzw. nachgestellt werden kann. Durch entsprechende Einstellung des Drosselwiderstandes mittels diesen Drosselschiebers 20 können überintensive Druckpulsierungen verringert bzw. vermieden werden, da durch die Drosselung die Membranen 11, 12 in ihrer Bewegungsfreiheit gehindert, und somit Stöße gedämpft sein können. Wird der Stellmagnet 19 erregt, so werden die Ventilscheiben 16, 17 angehoben, und die Druckkammern 111, 121 des Membranmotors 8 werden druckbeaufschlagt. Durch die Mittenbereiche der sich nach oben bewegenden Membranen 11, 12 wird die Betätigungsstange 9 und durch Vermittlung des Druckkopfes 10 die Steifplatte 2 des Schwimmerbalges stoßartig nach oben bewegt. Gleichzeitig strömt (gedrosselte) Luft aus den Leerkammern 112, 122 in die Umgebung aus. Beim Abschalten, d. h. bei Unterbrechung der Erregerspannung des Stellmagneten kehren die Ventilscheiben 16, 17 in ihre Ausgangsstellung zurück, die Druckluftzufuhr wird unterbrochen, und die Druckkammern 111, 121 werden entspannt (d. h. mit der Umgebungsatmosphäre verbunden). Damit hört die nach oben gerichtete Hubbewegung der Steifplatte 2 zunächst auf, woraufhin eine Rückhubbewegung, ausgeübt durch den im Windkasten (und somit im Inneren des Schwimmerbalges) herrschenden Druck einsetzt. Es ist leicht einzusehen, daß durch den Membranmotor 8 auf die Steifplatte 2 in jeder Zwischenstellung innerhalb ihres maximalen Hubbereiches (der Länge von etwa 30 bis 40 mm) stoßartige Druckimpulse, resultierend in ihrer Folgbewegung bzw. in zeitweilig erhöhtem Innendruck im Windkasten der Windlade 1, ausgeübt werden können. Falls höhere Stoßkräfte erforderlich sein sollten, so kann der Membranmotor 8 auch mit mehr als zwei pneumatisch parallel geschalteten Druckkammern ausgestattet sein.

Wie bereits erwähnt, kann anstelle einer elektropneumatischen Steuereinheit 15 mit Spannungsunterbrecher 22, Stellmagneten 19 und Doppelscheiben-Ventil, auch eine vollpneumatische, als pneumatischer Oszillator ausgeführte Steuereinheit 15 zur Versorgung des Membranmotors 8 mit pulsierender Druckluft ausgebildet und gewählt werden. In Fig. 3 der Zeichnung ist eine mögliche, lediglich als Beispiel dienende vollpneumatische Steuereinheit 15 an einem Prinzipschaltbild gezeigt.

Die als pneumatischer Oszillator ausgeführte Steuereinheit 15 nach Fig. 3 enthält als Anlaßglied ein pneumatisch gesteuertes Kegelventil KV1, ferner ein druckgesteuertes Membran-Durchgangsventil 24, als Verzögerungsglieder in der Schaltung dienende zwei pneumatisch gesteuerte Kegelventile KV2 und KV3, ein weiteres pneumatisch gesteuertes Dreiwegventil TV und einen Druckraum 23 mit einem Eingang E für Druckluft konstanten (jedoch ungeregelten) Speisedrucks und mit einem Ausgang A pulsierenden Druckes. Das Kegelventil KV1 ist als in seiner Ruhestellung geschlossenes Ventil zwischen dem Druckraum 23 und einer übermembranseitigen Durchströmkammer des Membran-Durchgangsventils 24 angeordnet. Der Steuereingang des Kegelventils KV2 ist mit der Durchströmkammer des Membran-Durchgangsventils 24 verbunden, wobei das Ventil selbst zwischen dem Druckraum 23 und dem Steuereingang des nächstfolgenden Kegelventils KV3 in seiner Ruhestellung schließend angeordnet ist. Dieses Kegelventil KV3 ist schließlich als ein in Ruhestellung geschlossenes Ventil in den Strömungsweg vom Druckraum 23 zum Steuereingang des Dreiwegventils TV eingefügt, und ein Schließkörper des weiteren Dreiwegventils TV befindet sich als ein in Ruhestellung des Ventils schließendes Glied in einem Strömungsweg vom Druckraum 23 zu einer untermembranseitigen Steuerdruckkammer des Membran-Durchgangsventils 24.

Die Funktionsweise der vollpneumatischen Steuereinrichtung 15 nach Fig. 3 kann wie folgt beschrieben werden:

Mit Hilfe eines vom Spielstand der Orgel ansteuerbaren Schalters wird auf die durch einen Pfeil Tr in Fig. 3 angedeutete Weise ein konstanter Luftdruck auf den Steuereingang des als Anlaßglied dienenden Kegelventils KV1 gegeben. Somit wird der Kegelventil KV1 geöffnet. Aus dem Druckraum 23 kann über die jetzt noch frei durchströmbare Durchströmkammer des Membran-Durchgangsventils 24 Druckluft zum Steuereingang des als Verzögerungsglied dienenden ersten Kegelventils KV2 strömen, wodurch das letztere öffnet. Gleichzeitig setzt eine Abnahme des im Druckraum 23 herrschenden (und über Ausgang A den Membranmotor 8 beaufschlagenden) Luftdrucks ein, welcher verstärkt abnimmt dadurch, daß der Druckraum 23 in Verbindung mit dem Steuereingang des Kegelventils KV3 gelangt, und auch dieses Ventil öffnet. Infolgedessen wird durch den nunmehr vom Druckraum 23 aus beaufschlagten Steuereingang auch das Dreiwegventil TV erregt und geöffnet, wodurch die untermembranartige Steuerkammer des Membran-Durchgangsventils 24 vom Druckraum 23 aus unter Druck gelangt, und die freie Luftströmung durch seine übermembranseitige Durchströmkammer hindurch verhindert, d. h. der Strömungsweg unterbrochen wird. Mangels Druckluftnachschub kehrt zuerst das Kegelventil KV2 in seine Ruhestellung zurück, da sein Steuereingang über einen Luftkanal, dessen Drosselwiderstand einstellbar ist, allmählich entspannt wird. Als Folge hört aber der Steuerdruck am Steuereingang des Kegelventils KV3 auf, und auch dieses Ventil wird geschlossen, da auch sein Steuereingang gedrosselt mit der Umgebung in Verbindung steht. Inzwischen wird jedoch der Luftdruck im Druckraum 23 wieder allmählich ansteigen, da die "Leckstellen" nacheinander beseitigt, d. h. abgedichtet werden, und auch keine andere Luftentnahme erfolgt. Im erneut geschlossenen Zustand des Kegelventils KV3 wird schließlich auch der Steuereingang des Dreiwegventils TV über seinen gedrosselten Entlüftungskanal zur freien Umgebung hin entspannt, und es gelangt auch dieses Dreiwegventil TV in seine geschlossene Ruhestellung zurück. Damit wird jedoch die Druckluftverbindung zur untermembranseitigen Steuerkammer des Membran-Durchgangsventils 24 unterbrochen, und mit dem Ansteigen des Druckes im Druckraum 23 wird die obermembranseitige Durchströmkammer erneut luftdurchführend. Es setzt die obenbeschriebene Steuerungsfolge der beteiligten Ventile von neuem ein, und dieser Vorgang wiederholt sich zyklisch, solange der Steuereingang des Kegelventils KV1 druckbeaufschlagt gehalten ist.

Als Ergebnis gelangt ein pulsierender Luftdruck über den Ausgang A auf den mit ihm verbundenen Membranmotor 8, welcher rhythmisch pulsierend betätigt wird, und die Orgelpfeifen mit entsprechend schwebender Tonstärke und Tonhöhe gemäß dem erwünschten Tremoloeffekt ertönt werden.


Anspruch[de]
  1. 1. Drucktremulant, insbesondere für Schleifladen- Orgeln, welcher eine Betätigungsstange enthält, die gegen eine Steifplatte eines in einem zwischen zwei Endlagen liegenden Hubbereich geradlinig in einer Hubrichtung stoßartig bewegten, am Unterteil der Windlade der Orgel angebrachten sog. Schwimmbalges von unten abgestützt oder mit dieser Steifplatte mechanisch gekoppelt ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Betätigungsstange (9) mindestens in einer Hubrichtung unmittelbar mit einem pneumatischen Membranmotor (8), dessen mindestens eine Druckkammer (111, 121) von einer Steuereinheit (15) aus mit pulsierendem Speisedruck beaufschlagt sein kann, antriebsverbunden ist.
  2. 2. Drucktremulant nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Membranmotor (8) mindestens zwei zueinander pneumatisch parallel geschaltete, derselben Betätigungsstange (9) zugeordnete Druckkammern (111, 121) enthält.
  3. 3. Drucktremulant nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuereinheit (15) als eine elektropneumatische Einheit ausgebildet ist, welche ein zwischen einem Eingang (E) für Druckluft konstanten Speisedruckes und einem zur/zu den Druckkammer/n (111, 121) des Membranmotors (8) führenden Luftkanal angeordnetes, durch einen Stellmagneten (19) bewegtes Dreiwegventil, sowie einen den Stellmagneten (19) speisenden, an sich bekannten Spannungsunterbrecher (22) enthält.
  4. 4. Drucktremulant nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Dreiwegventil als Doppelscheiben-Hubventil mit an einem gemeinsamen Ventilstößel (18) angeordneten zwei Ventilscheiben (16, 17) ausgeführt ist, welches mit einem elektromechanischen, elektronischen oder ein Bimetallglied enthaltenden Spannungsunterbrecher (22) zumindest in einer Richtung antriebsverbunden ist.
  5. 5. Drucktremulant nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuereinheit (15) als ein pneumatischer Oszillator ausgebildet ist.
  6. 6. Drucktremulant nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der pneumatische Oszillator als Anlaßglied ein pneumatisch gesteuertes Kegelventil (KV1), ferner ein druckgesteuertes Membran-Durchgangsventil (24), ein weiteres pneumatich gesteuertes Dreiwegventil (TV), und einen Druckraum (23) mit einem Eingang (E) für Druckluft konstanten Speisedrucks und mit einem zu einem die Luftkammer/n (111, 121) des Membranmotors (8) speisenden Luftkanal führenden Ausgang (A) pulsierenden Druckes enthält, wobei das Kegelventil (KV1) als in seiner Ruhestellung geschlossenes Ventil zwischen dem Druckraum (23) und einer übermembranseitigen Durchströmkammer des Membran-Durchgangsventils (24) angeordnet, die Durchströmkammer des Membran-Durchgangsventils (24) mittelbar oder unmittelbar mit dem Steuereingang des weiteren Dreiwegventils (TV) verbunden, und ein Schließkörper dieses Dreiwegventils (TV) als in Ruhestellung schließendes Glied in einem Strömungsweg vom Druckraum (23) zu einer untermembranseitigen Steuerdruckkammer des Membran- Durchgangsventils (24) eingefügt ist.
  7. 7. Drucktremulant nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der als Steuereinheit (15) dienende pneumatische Oszillator mindestens zwei weitere, als Verzögerungsglieder dienende pneumatisch gesteuerte Kegelventile (KV2, KV3) enthält, wobei der Steuereingang des ersten Kegelventils (KV2) mit der Durchströmkammer des Membran-Durchgangsventils (24) verbunden, das Ventil selbst zwischen dem Druckraum und dem Steuereingang des nächstfolgenden Kegelventils (KV3) in Ruhestellung schließend angeordnet, und dieses Kegelventil (KV3) schließlich als ein in Ruhestellung geschlossenes Ventil in einen Strömungsweg vom Druckraum (23) zum Steuereingang des Dreiwegventils (TV) eingeschaltet ist.
  8. 8. Drucktremulant nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuereingänge der als Verzögerungsglieder dienenden Kegelventile (KV2 und KV3), sowie der Steuereingang des Dreiwegventils (TV) über gedrosselte Entlüftungskanäle einstellbaren Strömungswiderstandes mit der Umgebungsatmosphäre verbunden sind.






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