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Meßzirkel - Dokument DE3807035A1
 
PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE3807035A1 14.09.1989
Titel Meßzirkel
Anmelder Kiefer, Klaus Jürgen, 2000 Hamburg, DE;
Straten, Günter, 2071 Siek, DE
Erfinder Kiefer, Klaus Jürgen, 2000 Hamburg, DE;
Straten, Günter, 2071 Siek, DE
Vertreter Richter, J., Dipl.-Ing.; Gerbaulet, H., Dipl.-Ing., Pat.-Anwälte, 2000 Hamburg
DE-Anmeldedatum 04.03.1988
DE-Aktenzeichen 3807035
Offenlegungstag 14.09.1989
Veröffentlichungstag im Patentblatt 14.09.1989
IPC-Hauptklasse B43L 9/02
IPC-Nebenklasse B43L 9/12   B43L 9/22   G01B 5/14   G01B 7/14   G01B 11/14   G01B 17/00   G01B 3/16   G01S 13/88   
Zusammenfassung Um einen Zirkel so weiterzubilden, daß der Abgleich zwischen einer Meßspitze und einem Meßlineal und somit das sozusagen analoge Einstellen eines Maßes entfallen kann und über eine elektronische Einrichtung durchführbar ist, ist vorgesehen, daß einer der Schenkel (10, 20) oder der Tragteile (11, 21) des Zirkels eine Entfernungsmeßeinrichtung (22; 122; 222) zur Erfassung der Entfernung zu einer an dem jeweils gegenüberliegenden Schenkel (10, 20) oder Tragteil (11, 21) angeordneten Bezugsmeßfläche (23; 123; 223) aufweist. Eine derartige Entfernungsmeßeinrichtung erfaßt automatisch den Abstand zwischen den beiden Tragteilen. Dabei entspricht der zwischen der Entfernungsmeßeinrichtung und der Bezugsmeßfläche festgestellte Abstand 1 unter Berücksichtigung einer sich ergebenden Grunddifferenz dem Abstand L zwischen den entsprechenden Stech- bzw. Zeichenspitzen des Zirkels. Für eine industrielle Anwendung kann beispielsweise vorgesehen sein, daß die Entfernungsmeßeinrichtung mit einem entsprechenden Speicherwerk versehen wird, in das bestimmte Einstellwerte eingebbar sind. Wenn ein bestimmter Wert einzustellen ist, kann weiterhin vorgesehen werden, daß durch ein optisches oder akustisches Signal angezeigt wird, daß der eingespeicherte Wert optimal eingestellt ist (Fig. 1).

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Zirkel, bestehend aus zwei durch ein Scharnier schwenkbar verbundenen Schenkeln, von denen erste Schenkel ein eine Stahlspitze oder Zentriernadel als Stecheinrichtung tragendes Tragteil und der zweite Schenkel eine weitere Stecheinrichtung oder eine Zeicheneinrichtung tragenden Tragteil aufweist und einen Zirkel, bestehend aus zwei Schenkeln, von denen der erste Schenkel einen auswechselbaren Zeicheneinsatz und der zweite Schenkel eine Stahlspitze oder Zentriernadel als Stecheinrichtung aufweist, wobei der erste Schenkel und der zweite Schenkel über einen aus dünnen, ineinanderschiebbaren Rohrstücken gebildeten Verbindungssteg verbunden sind, wobei die Rohrstücke jeweils über in auf der Außenoberfläche der Rohrstücke ausgebildete Rasterrillen eingreifbare, federbelastete Dorne in Verbindungsrichtung gegeneinander arretierbar sind.

Bei Zirkeln handelt es sich um Geräte zum Zeichnen von Kreisen oder Kurven, zum Abgreifen von Maßen und zum Übertragen von Strecken. Der gewöhnliche Zirkel besteht aus zwei durch ein Scharnier verbundenen Schenkeln, von denen der eine eine Stahlspitze, der andere meist mit einem zusätzlichen Gelenk versehen, einen auswechselbaren Zeicheneinsatz, wie eine Mine, eine Reißfeder od. dgl. trägt, der oftmals auch durch eine zweite Stahlspitze ersetzt werden kann.

Beim Arbeiten mit derartigen Zirkeln besteht das Problem, daß Kreise mit bestimmten Radien zu zeichnen sind, wobei die Einhaltung des genauen Radius von großer Wichtigkeit ist.

Um hier eine entsprechende Genauigkeit einzuhalten, sind die bekannten Zirkel beim Meßlineal mit entsprechender Längenunterteilung anzulegen und hier die entsprechende Teilung abzugreifen.

Sodann ist der Zirkel, sofern er keine Arretierungseinrichtung besitzt, entsprechend vorsichtig auf die Zeichenplatte od. dgl. aufzusetzen, um dort den entsprechenden Radius zu zeichnen oder zu stechen. Unberücksichtigt bleiben dabei jedoch die Elastizitäten der Schenkel, die beispielsweise beim Aufdrücken des Schenkels zu einer unbeabsichtigten Vergrößerung des Radius führen können. Außerdem ist das Abgreifen von vorgegebenen Radienmaßen eine zusätzliche Belastung beim Zeichnen.

Daher ist bereits ein Zirkel der eingangs genannten Art vorgeschlagen worden, bei dem der erste Schenkel mit einer Meß- und Halterungseinrichtung versehen ist, die einendseitig an den ersten Schenkel angelenkt ist und an ihrem anderen Ende eine Stecheinrichtung aufweist, wobei die Meß- und Halterungseinrichtung eine Durchbrechung aufweist, durch die ein mit Längenteilungen versehenes Lineal hindurchführbar ist, das mit seinem einen Ende an dem Tragteil des zweiten Schenkels lösbar befestigt ist und mit seinem anderen, freien, durch die Durchbrechung hindurchführbaren Ende auskragend ist. Bei diesem Schenkel ist eine ganz spezielle Ausbildung der Stecheinrichtung vorgesehen, die es ermöglicht, den Stichdorn in zwei verschiedene Positionen einzurasten, wobei zwei mit den Längenteilungen zusammenwirkende Meßspitzen an der Meß- und Halterungseinrichtung den Positionen zugeordnet sind.

Mit dieser Ausbildung ist ein Zirkel geschaffen, mit dem das bisher notwendige Abgreifen von Maßen von Meßlinealen entfällt und bei dem Maße gezeichnet oder gestochen werden können, ohne daß die dem Zirkel innewohnenden Elastizitätseigenschaften eine Verfälschung des Meßergebnisses hervorrufen.

Die Gesamtausführung dieses Meßzirkels ist jedoch immer noch mit der Möglichkeit einer Fehlbedienung behaftet. Wenn nämlich der Benutzer eines derartigen Zirkels bei dem Abgleich zwischen Meßspitze und der Längenteilung auf dem Meßlineal einen Ablesefehler macht, wird in bezug auf die Stech- oder Zeichenspitzen ein fehlerhaftes Maß eingestellt. Die Einstellgenauigkeit des Zirkels hängt daher im wesentlichen von der Ablesegenauigkeit bei der Einstellung ab.

Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Zirkel so weiterzubilden, daß der Abgleich zwischen einer Meßspitze und einem Meßlineal und somit das sozusagen analoge Einstellen eines Maßes entfallen kann und über eine elektronische Einrichtung durchführbar ist.

Zur Lösung dieser Aufgabe wird ein Zirkel, bestehend aus zwei durch ein Scharnier schwenkbar verbundenen Schenkeln, von denen der erste Schenkel ein eine Stahlspitze oder Zentriernadel als Stecheinrichtung tragendes Tragteil und der zweite Schenkel eine weitere Stecheinrichtung oder eine Zeicheneinrichtung tragenden Tragteil aufweist, vorgeschlagen, bei dem vorgesehen ist, daß einer der Schenkel oder der Tragteile eine Entfernungsmeßeinrichtung zur Erfassung der Entfernung zu einer an dem jeweils gegenüberliegenden Schenkel oder Tragteil angeordneten Bezugsmeßflächen aufweist.

Nach einer weiteren Lösung dieser Aufgabe wird ein Zirkel, bestehend aus zwei Schenkeln von denen der erste Schenkel einen auswechselbaren Zeicheneinsatz und der zweite Schenkel eine Stahlspitze oder Zentriernadel als Stecheinrichtung aufweist, wobei der erste Schenkel und der zweite Schenkel über einen aus dünnen, ineinanderschiebbaren Rohrstücken gebildeten Verbindungssteg verbunden sind, wobei die Rohrstücke jeweils über in auf der Außenoberfläche der Rohrstücke ausgebildete Rasterrillen eingreifbare, federbelastete Dorne in Verbindungsrichtung gegeneinander arretierbar sind, vorgeschlagen, bei dem erfindungsgemäß vorgesehen ist, daß einer der Schenkel eine Entfernungsmeßeinrichtung zur Erfassung der Entfernung zu einer an dem jeweils gegenüberliegenden Schenkel angeordneten Bezugsfläche aufweist.

Eine derartige Entfernungsmeßeinrichtung erfaßt automatisch den Abstand zwischen den beiden Tragteilen. Dabei entspricht der zwischen der Entfernungsmeßeinrichtung und der Bezugsmeßfläche festgestellte Abstand 1 unter Berücksichtigung einer sich ergebenden Grunddifferenz dem Abstand L zwischen den entsprechenden Stech- bzw. Zeichenspitzen des Zirkels. Für eine industrielle Anwendung kann beispielsweise vorgesehen sein, daß die Entfernungsmeßeinrichtung mit einem entsprechenden Speicherwerk versehen wird, in das bestimmte Einstellwerte eingebbar sind. Wenn ein bestimmter Wert einzustellen ist, kann weiterhin vorgesehen werden, daß durch ein optisches oder akustisches Signal angezeigt wird, daß der eingespeicherte Wert optimal eingestellt ist.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, daß die Entfernungsmeßeinrichtung als kombiniertes Sende- Empfangsgerät zur Abstrahlung und Aufnahme von Schallwellen und die Bezugsmeßfläche als Schallreflektor ausgebildet ist. Hierbei kann entweder die Wellenlänge sich ausbildender stehender Schallwellen, insbesondere Ultraschallwellen oder die Laufzeit von reflektierten Schallwellen, insbesondere Ultraschallwellen als Maß für die Entfernung zwischen dem kombinierten Sende- und Empfangsgerät und dem Schallreflektor genutzt werden.

Gemäß einer anderen bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, daß die Entfernungsmeßeinrichtung als kombiniertes Sende-Empfangsgerät zur Abstrahlung und zur Aufnahme von Lichtwellen bzw. elektromagnetischen Wellen und die Bezugsmeßfläche als Reflektor für Lichtwellen oder elektromagnetische Wellen ausgebildet ist. Bei der Verwendung von Lichtwellen können beispielsweise elektronische Messungen unter Ablesung von Maßstäben bzw. Winkeln unter Zuhilfenahme optischer Mittel erfolgen, wobei genaueste Längenmessungen mit Hilfe von Lichtinterferenzen ausgeführt werden können, wozu die verschiedenen Interferenzkomparatoren verwendet werden. Hiermit können Längen von Bruchteilen eines Millimeters auf wenige µ-Meter genau gemessen werden.

Gemäß einer anderen bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, daß die Entfernungsmeßeinrichtung als Laserinterferometer ausgebildet ist, wobei das eine Tragteil in einem Gehäuse eine Laserstrahlerzeugungseinrichtung, einen auf einer zur Laserstrahlaustrittsrichtung vertikal angeordneten Achse angeordneten ortsfesten Spiegel, einen auf der Achse gegenüberliegend angeordneten Fotodetektor und einen im Schnittpunktsbereich der Laserstrahlaustrittsrichtung und der Achse angeordneten halbdurchlässigen Spiegel aufweist und an dem gegenüberliegenden Tragteil als Bezugsmeßfläche ein Spiegel angeordnet ist. Hierbei wird als monopromatische Lichtquelle ein Laser benutzt. Wenn sich das Meßobjekt bewegt, ergeben sich durch die sich überlagernden Strahlen Interferenzen, die abwechselnd Lichtverstärkungen oder -auslöschungen bewirken, die der Fotodetektor registriert. Ein voller Zyklus der Lichthelligkeit entsteht, wenn sich der als Bezugsmeßfläche vorgesehene Spiegel lediglich um eine halbe Lichtwellenlänge bewegt hat. Es kann daher auch anstelle des Fotodetektors eine Beobachtungseinrichtung für den Benutzer des Zirkels vorgesehen sein. Bei einer elektronischen Messung erfolgt die Messung des zurückgelegten Weges respektive der Verstellung des Zirkels durch Abzählen der vom Fotodetektor gelieferten Impulse. Auflösungen bis in kleinste Bereiche sind möglich, so daß der Genauigkeit des Zirkels lediglich noch durch die Feinheit der Meß- und Zeichenspitzen Grenzen gesetzt werden. Eine noch genauere Messung wird möglich, wenn ein Zwei-Frequenz- Laser vorgesehen ist und automatisch die von Luftdruck, -temperatur und -feuchte versursachten Veränderungen der tatsächlichen Lichtwellenlänge berücksichtigt werden.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, daß an einem der Schenkel oder Tragteile eine Meßwertanzeigeeinrichtung mit einer Meßwertanzeige, wie beispielsweise Ziffernanzeigeröhren, Leuchtdioden oder Flüssigkristalle angeordnet ist. Dabei wird die Einstellung des Zirkels, die innerhalb der Entfernungsmeßeinrichtung elektronisch gespeichert ist, also in Form bestehender elektrischer Spannungen oder Ströme vorliegt, als Zahlenwert angezeigt. Da die Ziffernröhrenanzeigen und auch die Leuchtdiodenanzeigen einen relativ hohen Strombedarf haben, und so die Lebensdauer der in der Entfernungsmeßeinrichtung als Energiequelle vorzusehenden Batterie begrenzen, ist bevorzugterweise vorgesehen, daß die Anzeige nur bei Bedarf per Knopfdruck eingeschaltet wird. Für Zirkel mit einem zu erwartenden Dauereinsatz ist daher eine Flüssigkeitskristallanzeige vorzusehen, bei der eine dünne Schicht eines sogenannten Flüssigkeitskristalls je nach angelegter Spannung durchsichtig oder undurchsichtig wird, d. h., es wird also kein Licht erzeugt, sondern nur das vorhandene Licht auf kontrollierte Weise reflektiert oder absorbiert, so daß die angelegte Spannung nur zu Steuerung der Vorgänge dient. Die Meßwertanzeigeeinrichtung ist bei einer zu bevorzugenden Weiterbildung mit einem Tastenfeld als Eingabe für den gewünschten Einstellwert des Zirkels vorzusehen. Sie kann dann ein optisches oder akustisches Signal angezeigen, ob und wenn der vorgegebene Sollwert dem eingestellten Istwert entspricht.

Da derartige Zirkel im Bereich von Entwicklung und Konstruktion ihren Anwendungsbereich finden werden, kann auch vorgesehen sein, daß das Tastenfeld und die Meßwertanzeigeeinrichtung mit einem entsprechenden Rechner verbunden werden, so daß mit dem Zirkel auch alle notwendigen Berechnungsvorgänge durchführbar sind, so daß ein optimaler Einsatzbereich des Zirkels vorgesehen werden kann.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, daß an dem einen Tragteil in einem rechten Winkel zur Tragteillängsachse ein etwa stabförmiges, auskragendes Richtelement lösbar befestigt ist, das als mit Längenteilungen versehenes Meßlineal ausgebildet ist und daß das andere Tragteil eine entsprechend ausgebildete, zur gleitbaren Durchführung des Richtelementes vorgesehene Durchgangsdurchbrechung aufweist. Hierdurch wird sichergestellt, daß die sich gegenüberliegenden Tragteile immer eine zueinander paralle Stellung einnehmen, um Fehler aufgrund ungenügender Parallelität der Tragteile zueinander zu vermeiden. Die Durchgangsdurchbrechung ist dabei in bezug auf das Richtelement mit einer entsprechenden Passung versehen, so daß eine sichere Parallelführung gegeben ist. Dabei wird zumindest der Bereich der Durchgangsdurchbrechung und das Richtelement aus hochfesten Materialien hergestellt, so daß auch bei einem langen Gebrauch des Zirkels keine Meßfehler aufgrund eines in diesem Bereich auftretenden Verschleißes in Kauf genommen werden müssen.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, daß die Entfernungsmeßeinrichtung ein Rechenwerk zur Auswertung und Umrechnung der erhaltenen Meßwerte aufweist. Das Rechenwerk, das bevorzugterweise als per Eprom programmierbarer Rechner ausgebildet ist, ermöglicht es dabei, daß die erhaltenen Meßwerte in beliebiger Weise erfaßbar und anzeigbar sind. Es kann dabei vorgesehen sein, daß sensorisch die Art der verwendeten Stech- bzw. Zeicheneinrichtung erfaßt und die sich daraus ergebenden Meß- und Differenzwerte in das erfaßte Meßergebnis eingerechnet werden, so daß immer eine richtige Anzeige erfolgt. Gleichzeitig kann z. B. bei Vor- oder Eingabe einer von den üblichen DIN-Angaben abweichenden Längeneinheit eine automatische Umrechnung erfolgen.

In der Zeichnung ist der Gegenstand der Erfindung beispielsweise dargestellt, und zwar zeigt

Fig. 1 den Zirkel in einer Seitenansicht,

Fig. 2 eine Entfernungsmeßeinrichtung in einer vergrößerten Ausschnittsdarstellung,

Fig. 3 eine weitere Ausführungsform einer Entfernungsmeßeinrichtung in einer vergrößerten Ausschnittsdarstellung,

Fig. 4 eine weitere Ausführungsform einer Entfernungsmeßeinrichtung in einer vergrößerten Auschnittsdarstellung, und

Fig. 5 eine weitere Ausführungsform eines Zirkels in einer Seitenansicht.

Der in Fig. 1 mit 100 bezeichnete Zirkel besteht aus zwei Schenkeln 10, 20, die über ein Scharnier 15 verbunden sind. Dabei ist an dem vom Scharnier 15 abgewandten Ende des Schenkels 20 das Tragteil 21 angelenkt, dessen Längsachse mit 21a bezeichnet ist und das die Entfernungsmeßeinrichtung trägt, die als akustisches Sende-Empfangsgerät 22, als optisches bzw. elektromagnetisches Sende-Empfangsgerät 122 oder als Laserinterferometer 222 ausgebildet sein kann.

An dem anderen Tragteil 11 ist dann die entsprechende Bezugsmeßfläche 23, 123 als Schallreflektor oder als Reflektor für Lichtwellen oder elektromagnetische Wellen oder als Bezugsmeßfläche 223 angeordnet, die durch einen Spiegel 29 gebildet wird. An einer beliebigen Stelle des Zirkels, in der Zeichnung am Schenkel 20 ist dann eine Anzeigeeinrichtung 31 angeordnet, die über das Rechenwerk 24 mit der Entfernungsmeßeinrichtung 22; 122; 222 verbunden ist und den jeweils gemessenen Meßwert über Ziffernanzeigeröhren, Leuchtdioden oder Flüssigkristalle anzeigt.

Die Wirkungsweise der Entfernungsmeßeinrichtung 22; 122; 222 ist dabei wie folgt: Über das kombinierte Sende- und Empfangsgerät wird ein Meßsignal ausgesandt und nach Reflektion ausgewertet, wodurch ein Meßsignal erhalten wird, das in bezug auf den Abstand 1 zwischen der Entfernungsmeßeinrichtung 22; 122; 222 und der Bezugsmeßfläche 23; 123; 223 steht. Im Rechenwerk 30 ist dann bereits die durch geometrische Gegebenheiten vorgegebene Differenz zwischen der Meßdistanz 1 und dem tatsächlichen Abstand L der Meß- oder Zeichenspitzen vorgegeben, so daß die Umrechnung des erhaltenenen Meßwertes und eine Anzeige des tatsächlichen Istwertes in der Anzeigeeinrichtung 31 erfolgt, so daß ein problemloses Einstellen des Zirkels möglich ist.

An dem Tragteil 21 ist dabei im rechten Winkel auskragend ein etwa stabförmiges Richtelement 12 angeordnet, das durch eine Durchgangsdurchbrechung 13 im Tragteil 21 hindurchgeführt ist. Die Durchgangsdurchbrechung 13 ist dabei mit einer Feststelleinrichtung 14 versehen, so daß ein einmal eingestellter Meßwert auch für eine Dauereinstellung fixierbar ist. Auf diese Weise ist der mit den Stech- bzw. Zeicheneinrichtungen 16, 17 abgreifbare oder aufzubringende Abstand L immer sicher einstellbar, feststellbar und fixierbar.

In Fig. 2 ist eine bevorzugte Ausführungsform der Entfernungsmeßeinrichtung 22 schematisch dargestellt. Das an dem Tragteil 21 oder dem Schenkel 120 befestigte Gehäuse 24weist eine Schallwellenerzeugungseinrichtung zur Erzeugung von Schallwellen, bevorzugterweise von Ultraschall auf, deren Abstrahlungsrichtung auf die als Schallreflektor ausgebildete Bezugsmeßfläche 23 gerichtet ist, die an dem Tragteil 11 bzw. dem Schenkel 110 festigt ist. Im Rückstrahlungsbereich des Schallreflektors ist dann eine Schallempfangseinrichtung 26 angeordnet. Mit der als Ultraschallsender ausgebildeten Schallerzeugungseinrichtung 25 und der Schallempfangseinrichtung 26 ist eine Zeitmeßeinrichtung 27 verbunden, die als supergenau arbeitende Stoppuhr ausgebildet sein sollte. Beim Empfang des ersten vom Volumen her wichtigen Echos des von der Schallerzeugungseinrichtung 25 ausgesandten und von der Bezugsmeßfläche 23 reflektierten Schalls stoppt die Zeitmeßeinrichtung 27 und der Abstand 1 wird errechnet. Die Zeitmeßeinrichtung 27 kann dabei mit einem in der Zeichnung nicht dargestellten Temperaturfühler versehen sein und das Meßergebnis in Abhängigkeit von der Umgebungstemperatur korrigieren, da die Schallgeschwindigkeit durch die Umgebungstemperatur im wesentlichen beeinflußt wird. Weiterhin kann vorgesehen sein, für sehr genaue Messungen Korrektureinrichtungen für Differenzen, die sich durch Luftdruckschwankungen und unterschiedliche Luftfeuchtigkeit ergeben, vorzusehen.

Die Benutzung dieser Meßeinrichtung geschieht durch Auslösung des im oder am Gerätegehäuse 24 angeordneten Schalters 29, nach dessen Auslösung mit einer kurzen Verzögerung in deren Verlauf sich die Elektronik stabilisiert, ein Ultraschallsignal ausgesandt wird. Gleichzeitig läuft die Zeitmeßeinrichtung 27 an, die in der voranstehend beschriebenen Weise stoppt und nach Errechnung der Distanz 1 ein Signal an das Rechenwerk 30 abgibt, das die entsprechende Umrechnung vornimmt und den Abstand L der Anzeigeeinrichtung 31 (Fig. 1) zur Anzeige bringt. Bei einer Bewegung des Tragteils 11 oder des Schenkels 110 in der mit X bezeichneten Pfeilrichtung kann dann immer die sich ergebende Distanz 1 festgestellt werden. Es kann auch vorgesehen sein, zwischen die Schallempfangseinrichtung 26 und die Zeitmeßeinrichtung 27 eine Filtereinrichtung 28 zu schalten, die durch entsprechende Vorfilterung das erhaltene Signal von Fehlereinflüssen befreit.

In Fig. 3 ist eine weitere bevorzugte Ausführungsform der Entfernungsmeßeinrichtung 122 schematisch dargestellt. Das an dem Tragteil 21 oder dem Schenkel 120 befestigte Gehäuse 124 weist eine Erzeugungseinrichtung zur Erzeugung von Lichtwellen oder elektromagnetischen Wellen auf, deren Abstrahlungseinrichtung auf die als Reflektor für Lichtwellen oder elektromagnetische Wellen ausgebildete Bezugsmeßfläche 123 gerichtet ist, die an dem Tragteil 11 bzw. dem Schenkel 110 befestigt ist. Im Rückstrahlungsbereich des Reflektors ist dann eine Empfangseinrichtung 126 angeordnet. Mit der Erzeugungseinrichtung 125 und der Empfangseinrichtung 126 ist eine Zeitmeßeinrichtung 127 verbunden, die als supergenau arbeitende Stoppuhr ausgebildet sein sollte. Beim Empfang des ersten vom Volumen her wichtigen Echos des von der Erzeugungseinrichtung 125 ausgesandten und von der Bezugsmeßfläche 123 reflektierten Signals stoppt die Zeitmeßeinrichtung 127 und der Abstand 1 wird errechnet. Es kann vorgesehen sein, für sehr genaue Messungen Korrektureinrichtungen für Differenzen, die sich durch Luftdruckschwankungen und unterschiedliche Luftfeuchtigkeit oder elektrische Störfelder ergeben, vorzusehen.

Die Benutzung dieser Meßeinrichtung geschieht durch Auslösung des im oder am Gerätegehäuse 124 angeordneten Schalters 129, nach dessen Auslösung mit einer kurzen Verzögerung in deren Verlauf sich die Elektronik stabilisiert, ein Signal ausgesandt wird. Gleichzeitig läuft die Zeitmeßeinrichtung 127 an, die in der voranstehend beschriebenen Weise stoppt und nach Errechnung der Distanz 1 ein Signal an das Rechenwerk 30 abgibt, das die entsprechende Umrechnung vornimmt und den Abstand L der Anzeigeeinrichtung 31 (Fig. 1) zur Anzeige bringt. Bei einer Bewegung des Tragteils 11 oder des Schenkels 110 in der mit X bezeichneten Pfeilrichtung kann dann immer die sich ergebende Distanz 1 festgestellt werden. Es kann auch vorgesehen sein, zwischen die Schallempfangseinrichtung 126 und die Zeitmeßeinrichtung 127 eine Filtereinrichtung 128 zu schalten, die durch entsprechende Vorfilterung das erhaltene Signal von Fehlereinflüssen befreit.

In Fig. 4 ist eine weitere bevorzugte Ausführungsform der Entfernungsmeßeinrichtung 222 schematisch dargestellt. Hierbei ist in dem Gehäuse 224, das an dem Tragteil 21 oder dem Schenkel 120 befestigt ist, eine über einen Schalter 229 betätigbare Laserstrahlerzeugungseinrichtung 225 so angeordnet, daß die Laserstrahlaustrittsrichtung M senkrecht auf den als Bezugsmeßfläche 223 wirkenden Spiegel 229 auftrifft. Auf einer zur Laserstrahlaustrittsrichtung M vertikal angeordneten Achse A sind sich gegenüberliegend ein ortsfester Spiegel 227 und ein Fotodetektor 228 angeordnet, während im Schnittpunkt der Achse A und der Laserstrahlaustrittsrichtung M der halbdurchlässige Spiegel 226 angeordnet ist. Der als Bezugsfläche 223 angeordnete Spiegel ist dabei an dem Tragteil 11 oder dem Schenkel 110 befestigt und wird bei einer Bewegung des Zirkels in der mit X bezeichneten Pfeilrichtung bewegt.

In Fig. 5 ist eine weitere Ausführungsform des Zirkels 200 dargestellt, bei der der Zirkel aus zwei parallelen Schenkeln 110, 120 besteht, die über einen aus dünnen, ineinanderschiebbaren Rohrstücken 41, 42, 43 gebildeten Verbindungssteg 40 verbunden sind, wobei die Rohrstücke 41, 42, 43 jeweils über in auf der Außenoberfläche 42a, 43a der Rohrstücke 42, 43 ausgebildete Rasterrillen 45 eingreifbare, federbelastete Dorne 46, 47 in Verschieberichtung gegeneinander arretierbar sind. Wenn nun der Abstand zwischen der Stecheinrichtung 116 und dem Zeicheneinsatz 117 verändert werden soll, wird der Verbindungssteg 40 gelenkt oder verkürzt. Anstelle der in der Zeichnung beispielhaft dargestellten Stecheinrichtung 116 oder des Zeicheneinsatzes 117 können auch andere für Zirkel übliche Ausrüstungen, wie zwei Zentriernadeln oder wie Tuschfüller angeordnet werden.

Der Schenkel 120 ist mit der voranstehend beschriebenen Entfernungsmeßeinrichtung 22; 122; 222 versehen, während der Schenkel mit der ebenfalls voranstehend beschriebenen Bezugsmeßfläche 23; 123; 223 versehen ist.

Die Erfindung ist nicht auf die voranstehend dargestellten und beschriebenen Ausführungsformen beschränkt. Da der wesentliche Erfindungsgedanke in der elektronischen bzw. berührungslosen Erfassung des einzustellenden oder abzugreifenden Abstandes der Stech- und/oder Zeichenspitzen des Zirkels besteht, liegt eine andere Anordnung der Entfernungsmeßeinrichtung und eine andere, die gleiche Wirkung erzielende Art einer Entfernungsmeßeinrichtung ebenso im Rahmen der Erfindung wie eine andere Zirkelausbildung.


Anspruch[de]
  1. 1. Zirkel, bestehend aus zwei durch ein Scharnier schwenkbar verbundenen Schenkeln, von denen der erste Schenkel ein eine Stahlspitze oder Zentriernadel als Stecheinrichtung tragendes Tragteil und der zweite Schenkel eine weitere Stecheinrichtung oder eine Zeicheneinrichtung tragenden Tragteil aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß einer der Schenkel (10, 20) oder der Tragteile (11, 21) eine Entfernungsmeßeinrichtung (22; 122; 222) zur Erfassung der Entfernung zu einer an dem jeweils gegenüberliegenden Schenkel (10, 20) oder Tragteil (11, 21) angeordneten Bezugsmeßfläche (23; 123; 223) aufweist.
  2. 2. Zirkel, bestehend aus zwei Schenkeln, von denen der erste Schenkel einen auswechselbaren Zeicheneinsatz und der zweite Schenkel eine Stahlspitze oder Zentriernadel als Stecheinrichtung aufweist, wobei der erste Schenkel und der zweite Schenkel über einen aus dünnen, ineinanderschiebbaren Rohrstücken gebildeten Verbindungssteg verbunden sind, wobei die Rohrstücke jeweils über in auf der Außenoberfläche der Rohrstücke ausgebildete Rasterrillen eingreifbare, federbelastete Dorne in Verbindungsrichtung gegeneinander arretierbar sind, dadurch gekennzeichnet, daß einer der Schenkel (110, 120) eine Entfernungsmeßeinrichtung (22; 122; 222)) zur Erfassung der Entfernung zu einer an dem jeweils gegenüberliegenden Schenkel (110, 120) angeordneten Bezugsfläche (23; 123; 223) aufweist.
  3. 3. Zirkel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Entfernungsmeßeinrichtung (22) als kombiniertes Sende-Empfangsgerät zur Abstahlung und Aufnahme von Schallwellen und die Bezugsmeßfläche (23) als Schallreflektor ausgebildet ist.
  4. 4. Zirkel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Entfernungsmeßeinrichtung (122) als kombiniertes Sende- Empfangsgerät zur Abstrahlung und zur Aufnahme von Lichtwellen bzw. elektromagnetischen Wellen und die Bezugsmeßfläche (123) als Reflektor für Lichtwellen oder elektromagnetische Wellen ausgebildet ist.
  5. 5. Zirkel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Entfernungsmeßeinrichtung (222) als Laserinterferometer ausgebildet ist, wobei das eine Tragteil (21) in einem Gehäuse eine Laserstrahlerzeugungseinrichtung (25), einen auf einer zur Laserstrahlaustrittsrichtung (M) vertikal angeordneten Achse (A) angeordneten ortsfesten Spiegel (27), einen auf der Achse (A) gegenüberliegend angeordneten Fotodetektor (28) und einen im Schnittpunktsbereich der Laserstrahlaustrittsrichtung (M) und der Achse (A) angeordneten halbdurchlässigen Spiegel (26) aufweist und an dem gegenüberliegenden Tragteil als Bezugsmeßfläche (223) ein Spiegel (29) angeordnet ist.
  6. 6. Zirkel nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß an einem der Schenkel (10, 20; 110, 120) oder Tragteile (11, 21) eine Meßwertanzeigeeinrichtung (30) mit einer Meßwertanzeige, wie beispielsweise Ziffernanzeigeröhren, Leuchtdioden oder Flüssigkristalle angeordnet ist.
  7. 7. Zirkel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß an dem einen Tragteil (21) oder Schenkel (120) in einem rechten Winkel zu dessen Längsachse (21a, 121) ein etwa stabförmiges, auskragendes Richtelement (12) lösbar befestigt ist, das als mit Längenteilungen (12a) versehenes Meßlineal ausgebildet ist und und daß das andere Tragteil (11) oder der andere Schenkel (110) eine entsprechend ausgebildete, zur gleitbaren Durchführung des Richtelementes (12) vorgesehene Durchgangsdurchbrechung (13) aufweist, in der das Richtelement (12) mittelt einer Feststellschraube (14) feststellbar ist.
  8. 8. Zirkel nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß an dem einen Schenkel (120) in einem rechten Winkel zur Schenkellängsachse (H) ein etwa stabförmiges, auskragendes Richtelement (112) lösbar befestigt ist, das als mit Längenteilungen (112a) versehenes Meßlineal ausgebildet ist, und daß der andere Schenkel (110) eine entsprechend ausgebildete, zur gleitbaren Durchführung des Richtelementes (112) vorgesehene Durchgangsdurchbrechung (113) aufweist, in der das Richtelement (112) mittels einer Feststellschraube (114) feststellbar ist.
  9. 9. Zirkel nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Entfernungsmeßeinrichtung (22; 122; 222) ein Rechenwerk (24) zur Auswertung und Umrechnung der erhaltenen Meßwerte aufweist.






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