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Dokumentenidentifikation DE3338425C2 12.10.1989
Titel Gurtbandförderer mit dezentralem Antrieb
Anmelder Ketterer, Klaus, Dipl.-Ing., 4150 Krefeld, DE
Erfinder Ketterer, Klaus, Dipl.-Ing., 4150 Krefeld, DE
Vertreter Schulte, J., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 4300 Essen
DE-Anmeldedatum 22.10.1983
DE-Aktenzeichen 3338425
Offenlegungstag 02.05.1985
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 12.10.1989
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.10.1989
IPC-Hauptklasse B65G 23/36
IPC-Nebenklasse B65G 23/14   
Zusammenfassung Die Antriebskräfte einer Förderbandanlage werden üblicherweise über eine oder zwei, an den Enden einer Förderbandanlage befindliche, Antriebseinheiten in das Gurtband eingeleitet. Zur Vermeidung der Überdimensionierung des Gurtbandes der Antriebe und der Abspannung sieht die Erfindung vor, daß über die Länge eines Gurtbandförderers 1 mit den Führungselementen 2 korrespondierende dezentrale Antriebseinheiten 3 vorgesehen sind.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Gurtbandförderer mit Antriebs- und Führungsrollen aufweisenden, über seine Länge verteilt angeordneten, dezentralen Antriebseinheiten, die beidseitig an ein stegförmiges Führungselement angreifen, das auf der Unterseite des Fördergurtes angeordnet ist, wobei die Antriebseinheiten aus paarweise einander gegenüberliegenden, das Führungselement zwischen sich führenden, Reibrollen gebildet sind, von denen mindestens eine als Antriebsrolle ausgebildet ist.

Gurtbandförderer der eingangs genannten Gattung bestehen im wesentlichen aus stählernen Elementen mit Trag- und Führungsrollen, auf denen ein endloser Transportgurt aufgelegt ist. Derartige Fördereinrichtungen weisen am Abwurfende eine Antriebsstation und am Aufnahmeende eine Umkehrstation auf. Die von der Antriebsstation erzeugten Zugkräfte werden in den Gurt eingeleitet und dienen zur Beschleunigung des Gurtes. Bei sehr langen Gurtbandförderern ist auch die Anordnung von Zwischenantrieben bekannt, die durch Reibschluß zwischen einem Antriebsgurt und dem Fördergurt Zugkräfte auf den Fördergut übertragen (Hebezeuge und Fördermittel 18 (1978), Seite 76 bis 80). Es hat sich jedoch gezeigt, daß solche Zwischenantriebe ungeeignet sind, insbesondere dort, wo große Höhenunterschiede zu überwinden sind und wo aufgrund der klimatischen Gegebenheiten nicht immer sichergestellt ist, daß der nötige Reibwert zwischen den beiden Gurten gegeben ist. Im übrigen weisen derartige Gurtbandförderer nach wie vor eine entsprechende Antriebsstation auf, die an einem Ende des Gurtbandförderers angeordnet ist.

Die DE-OS 32 29 061 weist einen bekannten Gurtbandförderer auf der Unterseite des Gurtes mindestens eine Führungsleiste auf, an die Rollen angreifen, die den Fördergurt auf diese Weise in der Spur halten, so daß ein Schieflaufen des Gurtes vermieden wird. Aus der DE-PS 9 63 767 ist ein Reibradantrieb für endlose Förderbänder bekannt, die in den unter dem Stahlgliederband angeordneten Stege angreift. Während des Anfahrens sollen dabei durch besondere Ausbildung des Antriebsrades Ansätze in den Steg eingreifen, um einen Formschluß zu erzielen. Ein solcher Formschluß ist aber für einen Dauerbetrieb ungeeignet, wobei der aufwendige Aufbau der Antriebsräder ein weiterer Nachteil ist.

Auch die DE-PS 10 24 876 zeigt eine Einrichtung, bei der unterhalb des Gummiförderbandes ein Steg angeordnet ist, in den die Antriebsräder von solchen Antrieben eingreifen, wobei es sich hier wirklich um ein Eingreifen handelt, um nämlich ebenfalls einen Formschluß zu erreichen. Dazu sind in den Steg Kettenglieder o. ä. Elemente eingebaut, an denen die Antriebsräder angreifen können.

Aus der DD-PS 644 ist es bekannt, über die Länge eines Gurtbandförderers verteilt mehrere Zwischenantriebe anzuordnen. Die Zwischenantriebe sind mit Rollen ausgerüstet, die an das unterhalb des Gurtes angeordnete Führungselement angreifen, wobei dieses Führungselement blockartig ausgebildet ist. Das Anpressen der Rollen an das Führungselement wird durch Zugfedern begünstigt, die an das Motorgehäuse der beiden Antriebsrollen angreifen. Der Beschreibung und der Figur ist zu entnehmen, daß es bei der zur Einleitung der Antriebskräfte notwendigen Anpressung der Antriebsrollen an das Führungselement zu Verformungen des Steges bzw. Führungselementes kommen muß, so daß eine einwandfreie Übertragung der Antriebskräfte nicht gewährleistet ist. Durch die Verformung des Führungselementes, das ohne weiteres nach unten hin, d. h. in Richtung Liegendes ausweichen kann, ist es insbesondere nicht möglich, ein mit Fördergut beladenes Förderband entsprechend zu bewegen und ggf. abzubremsen. Bei Großbandanlagen, wie sie unter Tage verwendet werden, müssen auch aufgrund des nicht söhligen Verlaufes des Förderbandes entsprechend große Anpreßkräfte übertragen werden. Desgleichen verlangen die Großbandanlagen stark dimensionierte Bremsen im Bereich der Antriebe, um den Gurtbandstillstand festzuhalten. Dies gilt auch, wenn die Antriebseinheiten über die Länge verteilt sind, zumal eine Angabe fehlt, in welchem Abstand die Antriebe anzuordnen sind. Der DD-PS 644 ist dementsprecend auch nur zu entnehmen, daß die vorgesehenen, über die Länge des Gummiförderbandes verteilt angeordneten Antriebe im wesentlichen zur Führung des Gummigurtförderers beim Rücken des Bandes vorgesehen sind.

Aus der DE-AN C 4 398 XI/81 e vom 25. 9. 1952 ist ein Förderband mit einem auf der Unterseite angeordneten Wulst und daran angreifenden Reibrollen bekannt. Die Form der Reibrollen ist nicht gezeigt oder erläutert; aus einer anderen Ausführungsform mit in den Wulst eingreifender Treibkette kann aber geschlossen werden, daß die Reibrollen eine der Kette vergleichbare Außenform haben sollen. Die Reibrollen dienen als Antriebsrollen. Bei der DE-PS 8 05 505 sind dagegen getrennte Führungs- und Antriebsrollen vorgesehen, wobei nur die Führungsrollen in den Wulst eingreifen. Zwar ist in beiden Schriften gesagt, daß mehrere Antriebsrollen zum Einsatz kommen können, ohne daß allerdings über Zahl, Abstand und Andruck irgendwelche Angaben gemacht werden. Auch hier fehlen die notwendigen Hinweise für einen sicheren Dauerbetrieb derartiger oft mehrere hundert Meter langer Förderbänder.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Gurtbandförderer zu schaffen, bei dem die Übertragung der Antriebskräfte von den Antriebs- und Führungsrollen einwandfrei auf das Führungselement gegeben ist, ohne daß dieses den Andruckkräften ausweichen kann, wobei gleichzeitig auf Bremseinrichtungen weitgehend verzichtet werden soll.

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Antriebsrollen bzw. die Führungsrollen in das Führungselement eingreifend ausgebildet sind, daß der Abstand der Antriebseinheiten und die Festigkeit des Fördergurtes aufeinander abgestimmt eingestellt sind und daß der auf das Führungselement wirkende Andruck der Antriebs- bzw. Führungsrollen die Führungselemente bremsenartig festhaltend einstellbar ist.

Durch die dezentrale Einleitung der Antriebskräfte braucht weder der Gurt noch ein sonstiges Zugelement die gesamten Zugkräfte aufzunehmen, da die Antriebskräfte verteilt über die Länge des Gurtbandförderers eingeleitet werden. Durch die besondere Abstimmung von Antriebsrollen und Führungselement und das Eingreifen der Antriebsrollen in dieses Element ist sichergestellt, daß auch bei entsprechend hohen Andruckkräften, vor allem auch beim Abbremsen das Führungselement nicht dem Eingriff ausweicht. Dadurch ist sichergestellt, daß in Fahrtrichtung ein dauernder Reibschluß, nach oben und unten dagegen ein den Betrieb sichernder Formschluß gegeben ist. Bei Einsatz der erfindungsgemäßen dezentralen Antriebseinheiten, beispielsweise in einem Abstand von 10 m ist der Gurt bzw. das im Gurt angeordnete Zugelement nur auf die Festigkeit auszulegen, die für den Abschnitt von 10 m im beladenen Zustand erforderlich ist. Das gleiche gilt für die Brems- und/oder Haltekräfte. Dabei kann der Abstand der Antriebseinheiten den jeweiligen Gegebenheiten entsprechend der Lehre der Erfindung angepaßt und auch bei Förderbändern mit mehreren hundert Meter Länge ein sicherer Betrieb gewährleistet werden, wobei die gesamte technische Lehre den angestrebten Erfolg absichert und zwar auch bei in stark geneigten Strecken verlegten Förderbändern.

Als besonders vorteilhaft erweist sich ein Abstand zwischen den Antriebseinheiten von 10 bis 15 m, über den eine entsprechend günstige Auslegung des Gurtbandförderers andererseits und eine ausreichende Einleitung der Antriebskräfte und eine Führung des Gurtbandförderers sichergestellt ist.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird im folgenden anhand einer schematisierten Darstellung einer Antriebseinheit beschrieben.

In der Zeichnung ist in schematisierter Form ein Gurtbandförderer (1) dargestellt, der an der Unterseite mit einem in Längsrichtung des Gurtbandförderers (1) verlaufenden Führungselement (2) versehen ist. Das in diesem Führungsbeispiel mit einem Stahlseil (7) versehene Führungselement (2) ist so ausgebildet, daß die Antriebsrollen (4) bzw. Führungsrollen (5) seitlich zur Übertragung der Antriebskräfte eingreifen können.

Die beispielsweise in Abständen von 10 bis 15 m unterhalb des Gurtbandförderers (1) einzusetzenden Antriebseinheiten (3) sind in der dargestellten Zeichnung schematisiert wiedergegeben. Die Antriebseinheit (3) ist an einer nicht näher dargestellten Rahmenkonstruktion (8) derart befestigt, daß eine Übertragung der Antriebsleistung durch die Antriebsrollen (4) auf die Führungselemente (2) möglich ist. Die Führungsrolle (5) auf der Antriebsrolle (4) gegenüberliegenden Seite des Führungselementes (2) ist mittels einer Feder (6) an einer ebenfalls nicht näher dargestellten Rahmenkonstruktion nachgiebig gelagert.

Entsprechend der Ausbildung der Führungselemente (2) unterhalb des Gurtbandförderers (1), die sich beispielsweise auch in 2facher Ausführung an den Außenrändern befinden können, müssen die Anordnung und Ausbildung der Antriebsrollen und Führungsrollen angepaßt werden.


Anspruch[de]
  1. 1. Gurtbandförderer mit Antriebs- und Führungsrollen aufweisenden, über seine Länge verteilt angeordneten, dezentralen Antriebseinheiten, die beidseitig an ein stegförmiges Führungselement angreifen, das auf der Unterseite des Fördergurtes angeordnet ist, wobei die Antriebseinheiten aus paarweise einander gegenüberliegenden, das Führungselement zwischen sich führenden, Reibrollen gebildet sind, von denen mindestens eine als Antriebsrolle ausgebildet ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebsrollen (4) bzw. die Führungsrollen (5) in das Führungselement (2) eingreifend ausgebildet sind, daß der Abstand der Antriebseinheiten (3) und die Festigkeit des Fördergurtes aufeinander abgestimmt eingestellt sind und daß der auf das Führungselement (2) wirkende Andruck der Antriebs- bzw. Führungsrollen (4, 5) die Führungselemente bremsenartig festhaltend einstellbar ist.
  2. 2. Gurtbandförderer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebseinheiten (3) im Abstand von 10 bis 15 m angeordnet sind.






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