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Dokumentenidentifikation DE3511893C2 12.10.1989
Titel Doppel-Umschalter
Anmelder BSG-Schalttechnik GmbH & Co KG, 7460 Balingen, DE
Erfinder Prestel, Fritz, Ing.(grad.), 7461 Hausen, DE
Vertreter Otte, P., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 7250 Leonberg
DE-Anmeldedatum 01.04.1985
DE-Aktenzeichen 3511893
Offenlegungstag 02.10.1986
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 12.10.1989
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.10.1989
Free division/divided out on the grounds of lack of unity 35467193
IPC-Hauptklasse H01H 5/04
IPC-Nebenklasse H05K 1/18   H02P 3/12   
Zusammenfassung Bei einem zweipoligen Um- oder Ausschalter, der vorzugsweise als zum Hauptschalter bei elektrischen Antrieben getrennt vorgesehener Sicherheitsschalter für beliebige Elektrowerkzeuge oder Küchenmaschinen vorgesehen ist, wird vorgeschlagen, das gemeinsame Betätigungsglied zur Durchführung des Betätigungshubs beider Schalter auf der Leiterplatte so zu lagern, daß an gegenüberliegenden Stellen dieses als Schalthebel ausgebildeten Betätigungsgliedes unmittelbar die den jeweiligen Schaltarm jedes Umschalters in die jeweiligen Übertotpunktpositionen vorspannenden Federn angelenkt sind, wobei die Drehpunktlagerung des Schalthebels so getroffen ist, daß sich für den Schaltweg jedes Schalters unterschiedliche Kreisbogenlängen ergeben, so daß die Schaltbewegungen einander voraus- bzw. nacheilend sind. Ein bevorzugtes Anwendungsbeispiel eines solchen Schalters ergibt sich dann in der zweipoligen Umschaltung von Elektromotoren aus der Einschaltposition in eine Kurzschluß-Bremsschaltposition.

Beschreibung[de]
Stand der Technik

Die Erfindung geht aus von einem Doppelumschalter nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Bei einem bekannten Schalter dieser Art (DE-OS 32 20 189) sind zwei Einzelschalter einander gegenüberliegend auf einer Trägerplatte gelagert und nehmen zwischen sich die Abgriffsbahnen (Widerstandsbahn, Kollektorbahn) eines linearen Potentiometers auf.

Jeder der Schalter besteht aus direkt auf der Trägerplatte montierten, die Kontaktstücke tragenden Halteteilen, die auch den beweglichen Schaltarm lagern. Ferner verfügt jeder der Einzelschalter über ein Betätigungsglied, welches schwenkbar gelagert ist und an dem das eine Ende einer den Schaltarm in eine jeweilige Übertotpunktposition vorspannenden Vorspannungsfeder angelenkt ist; das andere Ende dieser Feder greift unmittelbar am Schaltarm an.

Die beiden Einzelschalter sind von ihren jeweiligen Betätigungsgliedern aus gesehen sozusagen Rücken an Rücken und daher einander gegenüberliegend und die Abgriffsbahnen des Potentiometers zwischen sich aufnehmend auf der Trägerplatte gelagert, wobei der Schleifer des Potentiometers auf eigenen Schienen zwischen den Schaltern läuft und so ausgebildet ist, daß er beim Vorbeilauf an den Schaltern deren Betätigungsglieder so bewegen kann, daß diese die Schaltarme über die zwischengeschalteten Übertotpunkt-Vorspannungsfedern in die jeweils andere Schaltposition bringen. Es ist möglich, die beiden Einzelschalter so mit Bezug auf den gleichzeitig den externen Schalthebel für die beiden Schalter bildenden Schleifer des Potentiometers zu positionieren, daß die beiden Umschaltvorgänge gleichzeitig oder zeitlich hintereinander ablaufen. Eine genaue zeitliche Vorgabe der jeweiligen Umschaltvorgänge der beiden Einzelschalter, die zusammen insofern einen zweipoligen Umschalter oder Ausschalter bilden, ist bei dieser Veröffentlichung nicht beabsichtigt und auch schwierig, da der Potentiometerschleifer als externer Schalthebel für den Umschalter die beiden Schaltarme nur indirekt betätigt und kleinste Unterschiede im mechanischen Aufbau, in der Montage, in der relativen Positionierung zueinander den Augenblick des Umschnappens aus der einen Übertotpunktposition in die andere bei den einzelnen Schaltern unterschiedlich beeinflussen können.

Bei mehrpoligen Um- bzw. Ausschaltern mit Schnappschaltmechanismen ist es ferner bekannt (DE-OS 25 08 241; DE-PS 10 05 596) ortsfeste Kontakte an einem Trägerteil anzuordnen und die Umschaltvorgänge mittels eines allen Schaltmechanismen gemeinsamen, an diesem Trägerteil bewegbar gelagerten Betätigungselementes vorzunehmen.

Der aus der DE-OS 25 08 241 bekannte Schnappschalter mit einer gemeinsamen Schnappfeder, die als elektrisch leitendes Glied auch sämtliche Umschaltvorgänge bewirkt, verfügt über einen sternförmigen Grundaufbau und ist so ausgebildet, daß durch Justierschrauben den Kontakte so justiert werden können, daß sie bei unterschiedlichen Stellungen des Betätigungsgliedes schalten. Das gemeinsame Betätigungsglied ist stabförmig und wirkt auf einen zentralen Druckpunkt der Schnappfeder. Da hier für das Umschalten nur sehr geringe Schaltbewegungen benötigt werden, dienen als Antrieb des Betätigungsgliedes Bimetall- oder sonstige Dehnungsstäbe, auch hydraulische Ausdehnungsdosen zur Umschaltung bei verschiedenen Temperaturen.

Bei dem mehrpolig umschaltenden Hängeschalter für Einhandbedienung zum Schalten von Hub- und Fahrwerkmotoren für Krane oder elektrische Blockwinden (DE-PS 10 05 596) sind die einzelnen Schaltarme mit ihren Fußpunkten an einem längsverschiebbaren Verstellglied angelenkt und durch eine gemeinsame Vorspannungs-Übertotpunktfeder verbunden. Je nach Eindrücken des längsverschieblichen Verstellgliedes und daher Veränderung des gemeinsamen Fußpunktes schnappen dann die Schaltarme in eine andere Position um, wobei es zwar möglich ist, durch eindeutig unterschiedliche Fußpunktpositionen für mehrere übereinander angeordnete Umschalter beim allmählichen Eindrücken unterschiedliche Umschaltzeitpunkte vorzugeben, aber nicht für die beiden sich direkt gegenüberliegenden, sich am gleichen Fußpunkt gelenkig abstützenden Schaltarme. Deren Umschaltung dürfte in den meisten Fällen gleichzeitig erfolgen. Diese Gleichzeitigkeit ist aber relativ, da eine Vielzahl von Imponderabilien Einfluß nehmen können, beispielsweise geringe Fertigungstoleranzen, unterschiedliche Schwergängigkeit, Erschütterungen u. dgl. Eine durch geometrische Beziehungen sichergestellte Vorzugsstellung für die Durchführung der Umschaltvorgänge direkt gegenüberliegender Schalthebel ist nicht erwähnt.

Bei einem Schnappschalter mit einem beweglichen Schaltarm und mit zwei Kontaktstücke tragenden Halteteilen ist es ferner bekannt (DE-OS 32 20 190), die Halteteile unmittelbar auf einer Lagerplatte und im vorgegebenen Abstand zueinander zu befestigen und Schaltarm und Betätigungsschaltelement oder Schalthebel am gleichen Halteteil zu lagern. Zwischen dem Schaltarm und dem Schalthebel ist eine Übertotpunkt-Vorspannungsfeder vorgesehen, wobei die schwenkbare Lagerung des Schalthebels an der Leiterplatte durch einstückig mit dem Schalthebel verbundene Haltevorsprünge möglich ist. Diese Haltevorsprünge sind so ausgestaltet oder angeordnet, daß unterschiedliche auf externe Betätigungseinwirkungen zurückgehende Betätigungsrichtungen möglich sind, ohne daß die Lagerung des Schalthebels beeinträchtigt wird.

Schließlich ist es bei einem Schnappschalter mit einem beweglichen Kontaktarm mit Kontaktstücken bekannt (DE-OS 28 02 133), den gesamten Schnappschalter aus lediglich fünf Einzelteilen aufzubauen, nämlich einem einen Gegenkontakt tragenden ersten Halteteil und einem zweiten Halteteil, die beide unmittelbar auf eine Schaltungsplatte aufgesetzt sind und sich mit einstückigen Verlängerungen durch die Schaltungsplatte bis zu deren Unterseite erstrecken, wo sie verlötet sind. Ferner aus einem Schaltarm mit an diesem angreifender Vorspannungs-Übertotpunktfeder und einem Schalthebel, der einer äußeren Einwirkung unterworfen ist und gelenkig auf der Schaltungsplatte gelagert ist. Je nach Auslenkung des Schalthebels erfolgt über die an diesem und am Schaltarm angreifenden Vorspannungsfeder deren Umschnappen in die andere Übertotpunktposition.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Doppel-Umschalter so auszubilden, daß bei einfachem Aufbau und unter Zugrundelegung von zwei einander gegenüberliegenden Einzelschaltern eine Überführung in die jeweils andere Übertotpunkt-Schaltposition durch Bewegen lediglich eines Schalthebels möglich ist, wobei sich durch bestimmte geometrische Beziehungen eine gewünschte zeitliche Abfolge im Aus- bzw. Umschaltverhalten der beiden Einzelschalter ergibt, so daß diese auch als Sicherheits- oder Motorbremsschalter für elektrische Geräte eingesetzt werden können, ohne daß es zu Kurzschlüssen von Feld- oder Ankerwicklungen kommt.

Vorteile der Erfindung

Der erfindungsgemäße Doppelumschalter löst diese Aufgabe mit den kennzeichnenden Merkmalen des Hauptanspruchs und hat den Vorteil, daß bei einfachem Aufbau eine sichere zweipolige Umschaltung möglich ist, wobei bewußt durch die jeweiligen geometrischen Gegebenheiten zeitliche Vorgaben getroffen werden können, die die Umschaltung und Rückschaltung jedes einzelnen Schalters betreffen. Durch die direkte Anlenkung der beiden Übertotpunkt-Vorspannungsfeder einmal am jeweiligen Schaltarm und zum anderen am durch eine externe Krafteinwirkung bewegten, gemeinsamen Schalthebel in Verbindung mit der jeweiligen Anordnung jedes Einzelschalters auf der Schaltungs- oder Trägerplatte lassen sich auch bei schneller Betätigung des Schalthebels die einzelnen Schaltvorgänge so beherrschen und in einen zeitlichen Rahmen einordnen, daß der Einsatz als Sicherheitsschalter oder Motorbremsschalter bei elektrischen Geräten möglich ist, bei denen durch Umpolung der Feldwicklungen und entsprechenden Verbinden mit den Ankerwicklungen starke Bremsmomente erzeugt werden können. Dies setzt nämlich voraus, daß die Umschaltvorgänge so ablaufen, daß nicht für bestimmte Zeiträume Teilwicklungen unmittelbar ans Netz geschaltet werden, wodurch sich unter Umständen Kurzschlußpositionen ergeben können.

Durch die Anlenkung der beiden Übertotpunktfedern für jeden Schaltarm des Doppel-Umschalters am gemeinsamen Schalthebel ist sichergestellt, daß die Schaltbewegungen aufeinander abgestimmt verlaufen, wobei die Art der jeweiligen Anlenkung (Anlenkpunkte gegeneinander versetzt) und/ oder die Wege, die jeder Anlenkpunkt der jeweiligen Vorspannungs- und Übertotpunktfeder bei Betätigung des Schalthebels zurücklegt, ausschlaggebend für die zeitliche Schaltabfolge sind.

Durch die in den Unteransprüchen aufgeführten Maßnahmen sind vorteilhafte Weiterbildungen und Verbesserungen der Erfindung möglich. Besonders vorteilhaft ist der Einsatz des Doppel-Umschalters bei elektrischen Geräten, insbesondere Küchengeräten u. dgl., bei denen eine Sicherheitsschalteinrichtung unmittelbar durch Stillstand des antreibenden Elektromotors herbeiführt. Die Erfindung ermöglicht hierbei eine vereinfachte elektrische Umschaltung im Motorbereich und eine sehr schnelle Bremsung mit geringen Bremsströmen. Bedingung hierfür ist die zeitlich vorgegebene und aufeinander abgestimmte Umschaltbewegung, wobei der eine Schalter, dem anderen zeitlich vorlaufend, zu betätigen ist.

Der Einsatz des Doppelumschalters vereinfacht in entscheidendem Maße die Bremsung von Elektromotoren durch einen lediglich zweipolig wirkenden Umschalter mit definiertem zeitlichen Schaltablauf, so daß die für sich gesehen grundsätzlich bekannte Bremsung von Universalmotoren, nämlich durch Umpolen des Motorankers mit Kurzschluß über die Feldwicklungen ohne die bisher in Kauf zu nehmende hohe Belastung der beteiligten Schaltungselemente, nämlich der Kontakte des Umschalters, der Kohlen sowie der Lamellen des Motorankers möglich wird.

Zeichnung

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigt

Fig. 1 eine Draufsicht auf eine bevorzugte Ausführungsform des Doppelumschalters und

Fig. 2 eine Seitenansicht des Umschalters der Fig. 2, wobei

Fig. 2a in Form einer Kurzdiagramms die zueinander zeitlich versetzten Ein- und Ausschaltzeiten bei der notwendigerweise gleichzeitigen Betätigung des nur einen Schalthebels angibt und die

Fig. 3 und 4 Ausführungsbeispiele von Motorbremsschaltungen, für die hier kein Schutz begehrt wird, unter Anwendung des erfindungsgemäßen Doppel-Umschalters, ebenfalls mit zugeordneten Bremsstromverlauf-Diagrammen über der Zeit angeben.

Beschreibung der Ausführungsbeispiele

Entsprechend Fig. 1 ist das Träger- und Lagermaterial für den dargestellten doppelpoligen Umschalter S (Doppel-Umschalter), also mit anderen Worten sein Gehäuse, eine Trägerplatte 20, die eine Printplatte, Leiterplatte o. dgl. ist und üblicherweise eine Bauelementenseite 20a und die Leiterbahnenseite 20b umfaßt (vergl. Fig. 2). Auf der Bestückungs- oder Bauelementenseite sind die Schaltungselemente und Baukomponenten des doppelpoligen Umschalters oder Ein/Ausschalters dargestellt; dieser besteht aus einem ersten Umschalter S1 und einem zweiten Umschalter S2, die einander gegenüberliegend so angeordnet sind, daß die beiden Vorspannungs- und gleichzeitig Übertotpunktfedern 15, 16 zur beidseitigen Schaltarmbetätigung am gleichen, gemeinsamen, einer äußeren Schaltbewegung zugänglichen Betätigungselement oder, wie dieses im folgenden lediglich noch bezeichnet wird, Schalthebel 9 angeordnet sind. Der Aufbau der einzelnen Schalter in seiner grundsätzlichen Art ist für sich gesehen bekannt; so sind, aus einem geeigneten Material, vorzugsweise metallische, jeweils abgewinkelte Träger- oder Halteteile 1, 2, 3, 4 für die Kontaktstücke 1a, 2a, 3a und 4a vorgesehen, an welche sich die Gegenkontaktstücke 19 am jeweiligen zwischen den beiden Kontaktstücken 1a, 2a, 3a, 4a bzw. Halteteilen 1, 2, 3, 4 beweglichen Schaltarm 17, 18 zur durch eine Übertotpunktposition gesicherten Anlage anlegen.

Der jeweilige Schaltarm 17, 18 sitzt, mit seinem unteren Ende gegabelt, weil zwischen den beiden Gabelzinken die jeweilige Übertotpunktfeder 15, 16 durchläuft, an einem eigenen, kontaktgebenden Halteteil 5, 6 in einer Art Schneidenposition, ist daher leicht und frei beweglich und kippt daher, wenn sich der Schalthebel im wesentlichen längs der Richtung des Doppelpfeils A bewegt, jeweils von der zugeordneten Vorspannungsfeder 15, 16 gezogen, in die entsprechenden Schaltpositionen um. Die beiden Vorspannungsfedern 15, 16 sind dabei jeweils zum Schwenkpunkt der Schaltarme 17, 18 entfernt an diesen eingehängt und mit ihren anderen Enden in beidseitige Aufnahmeöffnungen 21a, 21b am Schalthebel 9, genauer an einer im wesentlichen rechtwinklig abzweigenden Fortsetzung 9a desselben eingehängt.

Der Schalthebel 9 hat bei 22 einen Drehpunkt mit der Leiterplatte 20, und zwar verfügt er über einen Drehzapfen 10 (Fig. 2), der durch eine entsprechende Schwenköffnung in der Lagerplatte gesteckt ist, so daß sich der Schalthebel 9 um den Drehpunkt 22 verschwenken kann; er ist selbst vom Drehpunkt 22 ausgehend in etwa bogenförmig in der Zeichenebene der Fig. 1 nach oben verlaufend ausgebildet und ragt mit seiner vorzugsweise einstückigen Fortsetzung 9a zwischen die beiden Umschalter S1, S2, so daß die Vorspannungsfedern 15, 16, wie erwähnt, an diesem Vorsprung eingehängt werden können.

Zur Sicherung der in Fig. 1 dargestellten Schaltposition weist der Schalthebel 9 selbst eine eigene Vorspannungsfeder 12 auf, die sich bei 23 am Halteteil 5 des einen Umschalters S2 abstützt, welches gleichzeitig auch den Schaltarm 17 lagert und gegenüberliegend einen Sicherungszapfen 11 am Schalthebel 9 bis zu einer vorgegebenen Höhe umfaßt. Die Schalthebelbewegung kann dann im Grunde durch beliebige einwirkende Mittel erfolgen, beispielsweise durch eine lineare Druckwirkung entsprechend dem Pfeil B oder durch die Drehbewegung eines exzentrischen Teils C, welches auf der Rückfläche des Schalthebels bei 24 angreift und diesen zu einer Schwenkbewegung in der Zeichenebene nach links veranlaßt.

Gesichert ist der Schalthebel 9 dadurch, daß an ihm zwei federnde Rastglieder 13 und 14 mit die Leiterplatte auf der anderen Seite hintergreifenden Nasen 13a, 14a angeordnet, vorzugsweise mit angespritzt sind; diese Rastglieder werden mit ihren Rastnasen durch vorgesehene länglich-bogenförmige Durchbrüche 25, 26 in der Leiterplatte hindurchgedrückt, woraufhin sie sich dann aufgrund ihrer mindestens teilweise federnden Eigenschaften auf der Leiterseite 20b wieder aufweiten und durch Rastnasen 13a, 14a eine Verriegelung und Abstützung des Schalthebels gegen ein Abheben erfolgt.

Die beiden Vorspannungs-Zugfedern 15, 16 sind in ihrer Federkraft dabei so bemessen, daß in den jeweiligen Übertotpunktpositionen des Schaltarms die erforderliche Auflagekraft an den Kontaktierungspunkten gewährleistet ist

Die Schalterfunktion ist bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel noch mit einer Besonderheit versehen, die darin besteht, daß der Schalthebel 9, genauer sein Vorsprung 9a um den Drehpunkt 22 einen Kreisbogen beschreibt, und da die beiden Einhängpunkte der Federn 15 und 16 vom Drehpunkt 22 unterschiedlich entfernt sind, legen sie auch bei gleichem Drehwinkel des Schalthebels unterschiedliche Wege zurück; diese Besonderheit nutzt die vorliegende Erfindung zu der vorteilhaften Ausgestaltung aus, die zeitlichen Ein/Ausschaltpunkte der beiden Umschalter S1, S2 unterschiedlich zu legen, und zwar vorzugsweise so, wie im Diagrammverlauf der Fig. 2 sehr schematisiert dargestellt.

Die Grundfunktion ist daher so, daß aufgrund der unterschiedlichen Kreisbogenkonfiguration der Schaltbewegungen für die beiden Vorspannungsfedern bei einer Betätigung des Schalthebels im Gegenuhrzeigersinn (in der Zeichenebene von rechts nach links) der Schalthebel 17 zeitlich eher in die beispielsweise als EIN-Position definierte andere Schaltposition umschnappt und dann erst zeitlich verzögert, wie Fig. 2a zeigt, die Schaltzunge 18 wegen des größeren zurückzulegenden Kreisbogens die Umschaltbewegung durchführt.

Umgekehrt, also in der Rückwärtsrichtung arbeitet der zweipolige Umschalter S beim Öffnen, also wenn der Schalthebel 9 sich von links nach rechts bewegt. In diesem Fall geht der Schalthebel 18 als erster in die andere Position, "öffnet" also nach einer vorgegebenen Definition und anschließend öffnet dann der Schaltarm 17 ebenfalls.

Ein solches Schaltverhalten läßt sich bevorzugt auf eine Einrichtung zur Bremsung beliebiger elektrischer Universalmotoren anwenden, bei denen aus Gründen der Handhabungssicherheit für den Benutzer der Wunsch oder die Notwendigkeit besteht, daß das Gerät nach dem Abschalten nach möglichst kurzer Zeit zum Stillstand kommt. Das kann der Fall sein bei Elektrowerkzeugen, Elektrohandwerkzeugen, Küchenmaschinen u. dgl., Kreissägen, Rasenmäher, Heckenscheren usw. Eine ähnliche Schnellabschaltefunktion oder Bremsung ist auch bei sehr vielen Maschinen dann vorgesehen, wenn man bestimmte Teile entfernt, das Gerät öffnet, einen Deckel abhebt o. dgl.; auch in diesem Fall wird sofort Bremsung eingeleitet, wozu man sich bestimmter Schaltungen oder Mittel zur Motorbremsung bedienen kann, die mechanischer oder auch elektrischer Art sein können. Elektrische Motorbremsen sind beispielsweise Bremsmotoren, Wirbelstrombremsen, Gleichstrombremsen, oder auch die Bremsung durch Umpolung des Motorankers mit Kurzschluß über die Felder u. dgl.

Die Erfindung ermöglicht jetzt eine wesentliche Verringerung dieser Kurzschlußströme mit nur unwesentlicher Verlängerung der Bremszeiten, wie die Bremsschaltungen mit Diagrammen in den Fig. 3 und 4 zeigen.

Benötigt wird hierzu lediglich der Doppel-Umschalter, wie weiter vorn angegeben, wobei bei der Beschaltung der Fig. 3 - Bremsung mit einem Feld (Wicklung W1) und lediglich einseitiger Netztrennung - die maximal auftretende Bremsstromspitze auf etwa die Hälfte reduziert ist, verglichen mit üblichen Bremsstromverläufen, und wobei, wie Messungen nachgewiesen haben, die Bremszeit um nur ca. 50% größer ist, was bei Bremszeiten im Bereich von 0,2 bis 0,3 Sekunden im praktischen Fall belanglos ist. Man erkennt an den in den Diagrammen zu den Fig. 3 und 4 gezeigten Bremsstromverläufen, daß die Strom/Zeitflächen in etwa gleich sind - dabei wurden die Messungen mit den in den Fig. 3 und 4 angegebenen Beschaltungen an einem 500 Watt-Motor durchgeführt, mit Stillstand nach 0,3 bzw. 0,4 Sekunden bei den Schaltungsbeispielen der Fig. 3 und 4.

Die Schaltung der Fig. 4 unterscheidet sich von der der Fig. 3 lediglich durch die Einfügung eines zusätzlichen Widerstandes R im Kurzschlußkreis, wobei je nach Größe dieses Widerstandes der Strom nochmals erheblich reduziert werden kann (in numerischen Werten von z. B. 6 A Spitzenstrom (üblich) auf 3,6 A bei Fig. 3 und auf 2,6 A beim Ausführungsbeispiel der Fig. 4). Dennoch sind auch bei Einfügung des Widerstandes R, der beim dargestellten Ausführungsbeispiel beispielsweise R = 24 Ohm betragen kann, bis zum Stillstand des Motors immer noch Zeiten bis ca. 0,5 Sekunden erreichbar.

Eine Voraussetzung für die sichere Funktion der in den Fig. 3 und 4 angegebenen Schaltungen ist jedoch, daß beim Einschalten des Motors (sämtliche Schalterstellungen sind in der Bremsposition dargestellt) der Schalter S2 dem Schalter S1 vorauseilend ist, während beim Ausschalten bzw. beim Umschalten auf Bremsung umgekehrt der Schalter S1 dem Schalter S2 vorauseilt, und zwar so, wie in Fig. 2a angegeben, da sonst, wie nachprüfbar ist, beide Motorfelder ohne Anker direkt am Netz liegen könnten, wodurch es wieder zu hohen Stromimpulsen kommen kann, die sich kontakt- und motorschädigend auswirken können und gegebenenfalls einen zur Phasenanschnittsteuerung verwendeten, mit dem Motor in Reihe liegenden Triac mit Sicherheit zerstören würden.

Ein bevorzugtes Einsatzgebiet des Doppel-Umschalters ist daher die Verwendung bei Motorbremsschaltungen bzw. Sicherheitsschaltungen allgemein, da auf jeden Fall einpolig vom Netz getrennt werden kann.


Anspruch[de]
  1. 1. Doppelumschalter, insbesondere zum Hauptschalter getrennter Sicherheits- oder Motorbremsschalter für elektrische Geräte wie Elektrowerkzeuge, Kreissägen, Küchenmaschinen, Rasenmäher, Heckenscheren u. dgl., mit auf einer Trägerplatte (20) gelagerten Kontaktstück- Halteteilen (1, 2, 3, 4), Schaltarmträgern (5, 6), mit Schaltarmen (17, 18) und an diesen mit einem ihrer Enden angreifenden Vorspannungsfedern (15, 16) von zwei einander gegenüberliegenden Einzelschaltern (S1, S2), ferner mit einem beiden Einzelschaltern gemeinsamen, einer externen Schaltbewegung unterworfenen Betätigungsglied (9) für die Durchführung der Schaltarmbewegungen beider Einzelschalter, dadurch gekennzeichnet, daß
    1. a) das gemeinsame Betätigungselement (9) an einem außerhalb der beiden Einzelschalter (S1, S2) befindlichen Drehpunkt (22) zur Durchführung einer Schwenkbewegung gelagert ist,
    2. b) daß die Schaltarmträger (5, 6) für die Schaltarme (17, 18) einander gegenüberliegend angeordnet sind und sich ein Fortsatz (9a) des Betätigungselements (9) zwischen diesen bewegbar erstreckt und
    3. c) daß die an den Schaltarmen (17, 18) angreifenden Vorspannungsfedern (15, 16) mit ihrem jeweils anderen Ende am Fortsatz (9a) so angelenkt sind, daß bei dessen Bewegung in eine erste Umschalt-Übertotpunktposition der eine Schalter (S2) dem anderen Schalter (S1) vorauseilend umschaltet und bei Bewegung in die andere Umschalt-Übertotpunktposition der andere Schalter (S1) dem einen Schalter (S2) vorauseilend schaltet.
  2. 2. Doppelumschalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die in Winkelform ausgebildeten Kontaktstück- Halteteile (1, 2, 3, 4) für die Gegenkontakte (1a, 2a, 3a, 4a) und die ebenfalls Winkelform aufweisenden Schaltarmträger (5, 6) für die sich an ihnen jeweils gelenkig abstützenden Schaltarme (17, 18) mit einstückigen Verlängerungen durch die Trägerplatte (20) hindurchgesteckt sind.
  3. 3. Doppelumschalter nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Drehpunkt (22) des Betätigungselements (9) in einer im wesentlichen geradlinigen Verlängerung der beiden Einzelschalter (S1, S2) angeordnet ist.
  4. 4. Doppelumschalter nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß eine Vorspannungsfeder (12) für das Betätigungselement (9) an einem Zapfen (11) am Schalthebel (9) sitzt und sich andererseits am Schaltarmträger (5) des einen Schalters (S2) abstützt.
  5. 5. Doppelumschalter nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß am Betätigungselement (9) federnde Rastzapfen (13, 14) mit Rastnasen (13a, 14a) angeordnet, vorzugsweise einstückig angespritzt sind, die bei der Montage durch zugeordnete, die Verschwenkbewegung des Schalthebels (9) ermöglichende länglichbogenförmige Durchbrüche (25, 26) in der als Leiterplatte (20) ausgebildeten Trägerplatte hindurchgedrückt werden und den Schalthebel gegen Abheben sichern, derart, daß dieser sowohl aus horizontaler Richtung zur Leiterplatte (20) als auch aus vertikaler Richtung bei Überkragen derselben antreibbar ist.






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