PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE3540861C2 12.10.1989
Titel Einwegmesserhalter für ein Mikrotom
Anmelder Wild Leitz GmbH, 6330 Wetzlar, DE
Erfinder Riegel, Horst, 6330 Wetzlar, DE;
Pfeifer, Gerhard, 6336 Solms, DE
DE-Anmeldedatum 18.11.1985
DE-Aktenzeichen 3540861
Offenlegungstag 21.05.1987
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 12.10.1989
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.10.1989
IPC-Hauptklasse G01N 1/06
Zusammenfassung Es wird ein Einwegmesserhalter für ein Mikrotom beschrieben, der aus einer Trägerplatte und aus einer darauf kippbar befestigten Klemmplatte besteht. Die Trägerplatte ist mit einer über deren ganze Länge verlaufenden Nut versehen, die ein L-förmiges Profil aufweist. In die Nut ist eine Anschlagleiste mit gleichfalls L-förmigem Querschnitt in verschiedenen Einbaulagen einsetzbar. Auf diese Weise ergeben sich in ihrer Lage veränderbare Anschlagflächen für die stumpfen Rückenkanten von Einwegmesserklingen, so daß diese Klingen unterschiedlich breit sein können. Im entriegelten Zustand der Vorrichtung kann die Einwegmesserklinge bei Abnutzung an einer Stelle leicht verschoben werden, ohne daß sich ihre Positionierung ändert.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Einwegmesserhalter für ein Mikrotom mit einer Trägerplatte und einer darauf kippbar montierten Klemmplatte zum seitlichen Ein- und Ausschub sowie zum Festlegen von Einwegmesserklingen mit stumpfer Rückenkante an einer Anschlagfläche.

Aus der DE-OS 34 13 250 ist eine Klemmvorrichtung für ein klingenförmiges Schneidmesser eines Mikrotoms bekannt, bei der das Schneidmesser mit seiner Rückenfläche und mit seiner der Rückenfläche gegenüberliegenden Vorderfläche in einer Messeraufnahme festklemmbar ist. Die Messeraufnahme weist ein Basisteil, eine mit dem Basisteil verbindbare Widerlagereinrichtung und eine mit dem Basisteil verbundene Klemmeinrichtung auf. Die Widerlagereinrichtung ist mit einer Ausnehmung versehen, in der das Schneidmesser mit einem Teil seiner Rückenfläche und mit seiner der Messerschneide gegenüberliegenden Rückenschmalfläche anliegt. Für jedes Schneidmesser einer bestimmten Schneidengeometrie wird eine Widerlagereinrichtung mit einer dieser Geometrie angepaßten Ausnehmung verwendet. Die Widerlagereinrichtung wird dazu mittels Schrauben an einer Keilfläche des Basisteils montiert.

Aus dem DE-Gbm 78 35 904 ist eine Haltevorrichtung für Mikrotommesser bekannt, die aus einer einen keilförmigen Querschnitt aufweisenden Grundplatte und einer Halteplatte gebildet ist, zwischen denen ein Messer auf einer tiefer gesetzten Oberfläche der Grundplatte festlegbar ist. Letztere ist mit zwei über ihre gesamte Länge parallel verlaufenden Nuten versehen, von denen eine als Aufnahme und Führung für die Halteplatte und die andere mit einer Seitenwand als Anlage für die stumpfe Rückenkante des Messers dient. Diese bekannte Vorrichtung eignet sich für das Ersetzen von Messern gleicher Breite und Dicke beispielsweise aus einer Verteilervorrichtung.

In der DE-PS 21 40 796 ist schließlich ein Klingenhalter für eine dünne, biegsame Wegwerfklinge eines Mikrotoms beschrieben, der die Wegwerfklinge zwischen einer festen Stützfläche und einem entriegelbaren Spannteil einspannt. Die Wegwerfklinge ist eine handelsübliche Skalpellklinge mit einer stumpfen, der Schneide gegenüberliegenden Rückenkante. Das Stützteil des Klingenhalters weist eine Auflageschulter für die Rückenkante des Messers auf und ist an beiden Seiten mit Schlitzen für den seitlichen Ein- und Ausschub der Klingen versehen. Auch bei diesem bekannten Klingenhalter müssen die Wegwerfklingen die gleiche Breite aufweisen.

Aus der DE-OS 34 13 251 ist eine Klemmvorrichtung für ein klingenförmiges Schneidmesser eines Mikrotoms bekannt. Die Vorrichtung weist über Rändelmuttern verstellbare Gewindebolzen auf, die am Messerrücken anliegen. Über die Rändelmuttern kann somit die Lage des Schneidmessers verändert werden.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Einwegmesserhalter der eingangs genannten Art so auszubilden, daß Einwegmesser mit unterschiedlicher Klingenbreite und -dicke verwendet, leicht gewechselt und über ihre gesamte Länge zum Schneiden genutzt werden können, ohne daß dabei die präzise und sichere Positionierung beeinträchtigt wird.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die im kennzeichnenden Teil des Hauptanspruchs angegebenen Merkmale gelöst.

Die variable Lage der einzelnen Anschlagflächen kann mittels einer einzigen Anschlagleiste mit rechteckigem Querschnitt erreicht werden, in dem die Leiste mit Hilfe von senkrecht zur stumpfen Rückenkante des Messers angeordneten Gewindestiften verstellt wird.

Gemäß einer besonders vorteilhaften Ausführungsform weist die Anschlagleiste ein L-förmigen Profil auf und ist in eine gleichfalls L-förmige, über die gesamte Länge der Trägerplatte verlaufende Nut in unterschiedlichen Einbaulagen einsetzbar und in der Nut verschiebbar. Zum Festlegen der Anschlagleiste in der Nut kann mit Vorteil ein Magnet dienen, der in der Trägerplatte moniert ist.

Weitere Einzelheiten der Erfindung gehen aus der nachfolgenden Beschreibung eines in der Zeichnung schematisch dargestellten Ausführungsbeispiels hervor. Es zeigt

Fig. 1 eine Draufsicht auf den erfindungsgemäßen Einwegmesserhalter,

Fig. 2 einen Schnitt längs der Linie A-A von Fig. 1, und die

Fig. 3a-c vereinfachte Schnittansichten, aus denen die Anordnung der Anschlagleiste ersichtlich ist.

Der in den Figuren gezeigte Einwegmesserhalter besteht im wesentlichen aus einer Trägerplatte 10 und einer Klemmplatte 11, zwischen welchen eine Einwegmesserklinge 12 in noch zu beschreibender Weise festklemmbar ist. Die Klemmplatte 11 ist mittels einer Einstellschraube 13 auf der Trägerplatte 10 montiert und um die Einstellschraube 13 kippbar. Dazu stützt sich die Klemmplatte 11 mit einem fußartigen Vorsprung 14 auf einer Blattfeder 15 ab, die auf einer eine Abflachung 16 aufweisenden Klemmwelle 17 aufliegt und zur Regulierung der Klemmkraft mittels Stellschrauben 18 einstellbar ist. Es versteht sich, daß anstatt der Klemmwelle 17 mit der Abflachung 16 auch in bekannter Weise eine Exzenterwelle für die Kipp- und Klemmbewegung der Klemmplatte 11 verwendet werden kann. Die Klemmwelle 17 liegt in einer Aussparung 19 mit quadratischem Querschnitt und ist mittels eines Handgriffes 20 in eine Klemmstellung und in eine Entriegelungsstellung drehbar. In der ersten Stellung liegt die Blattfeder 15 auf dem runden Teil der Klemmwelle 17, in der zweiten Stellung auf der Abflachung 16 auf. Eine derartige Klemmanordnung ist bekannt und nicht Gegenstand der vorliegenden Erfindung.

Zwischen der Trägerplatte 10 und der Klemmplatte 11 ist eine Druckfeder 21 angeordnet, welche die Klemmplatte 11 in der Entriegelungsstellung messerseitig anhebt. Auf diese Weise können ggf. auch Messerklingen geringer Dicke frontal in den Halter eingesetzt werden. Zusätzlich wird das seitliche Einschieben von Messerklingen erleichtert. Bei größeren Abweichungen der Messerdicke kann mittels der Einstellschraube 13 eine Anpassung vorgenommen werden.

Die Klemmplatte 11 ist einstückig und besteht aus einem im Querschnitt rechteckförmigen Mittelteil 22 und einer im Querschnitt keilförmigen Klemmleiste 23, die sich auf beiden Seiten des Mittelteils 22 erstreckt, abwärtsgeneigt ist und eine Schrägfläche 24 der Trägerplatte 10 in deren mittleren Abschnitt übergreift. Beim Einspannen der Einwegmesserklinge 12 wird diese mittels eines vorspringenden Absatzes 25 an der Unterseite der Klemmleiste 23 auf eine Auflagefläche 26 der Trägerplatte 10 gepreßt, die in an sich bekannter Weise leicht konvex gekrümmt ist.

Parallel zur Auflagefläche 26 ist in die Schrägfläche 24 der Trägerplatte 10 eine Nut 27 mit L-förmigem Querschnitt eingefräst, die über die gesamte Länge der Trägerplatte 10 verläuft. In die Nut 27 ist eine Anschlagleiste 28 mit gleichfalls L-förmigen Querschnitt in verschiedener Weise einsetzbar, wie in den Fig. 3a -c gezeigt ist.

In Fig. 3a ist die Anschlagleiste 28 derart in die Nut 27 eingesetzt, daß der kurze Schenkel der Anschlagleiste 28 am der Auflagefläche 26 zugewandten Ende der Nut 27 anliegt und aus dieser hervorragt. Auf diese Weise wird für die Rückenkante einer Einwegmesserklinge 12 mit verhältnismäßig schmaler Klinge mittels der Anschlagleiste 28 eine Anlagefläche F1 gebildet.

In Fig. 3b ist die Anordnung der Anschlagleiste 28 so getroffen, daß deren kurzer Schenkel von einer Vertiefung 29 innerhalb der Nut 27 aufgenommen ist, die sich aufgrund des L-förmigen Querschnitts der Nut 27 ergibt. Als Anlagefläche F2 für eine Einwegmesserklinge 12 verhältnismäßig großer Breite dient hier eine Seitenfläche der Nut 27, während die Anschlagleiste 28 mit ihrer planen Fläche eine zusätzliche Auflage für die Klinge bildet.

Für Einwegmesserklingen mittlerer Breite kann die Anschlagleiste 28 wie in Fig. 3c gezeigt eingesetzt werden. In diesem Falle bildet die Innenkante des kurzen Schenkels der Anschlagleiste 28 eine Anlagefläche F3 für die Rückenkante der Einwegmesserklinge 12, die wiederum mit ihrem hinteren Abschnitt von der Anschlagleiste 28 getragen wird.

Aus Stabilitätsgründen darf die Schneide des Einwegmessers nur um ein bestimmtes Maß A aus dem Einwegmesserhalter hervorragen. Wie aus den Fig. 3a-c ersichtlich ist, wird dies auch bei unterschiedlichen Breiten der Einwegmesserklingen 12 gemäß der Erfindung durch in ihrer Lage veränderbare Anschlagflächen F1, F2 und F3 mittels einer in die Trägerplatte 10 einsetzbaren Anschlagleiste 28 erreicht. Die Anschlagleiste 28 ist in der Nut 27 verschiebbar und wird darin mittels Magneten 30 gehalten, von denen in Fig. 2 lediglich einer gezeigt ist. Um ein Abkippen des Einwegmessers 12 von der Anschlagleiste 28 zu verhindern, sind auf der Trägerplatte 10 auf beiden Seiten der Klemmleisten 23 der Klemmplatte 11 Führungsbleche 31 montiert. Diese übergreifen die Anschlagleisten 28, ohne deren Verschiebbarkeit innerhalb der Nut 27 zu beeinträchtigen. Auf beiden Seiten des Mittelteils 22 der Klemmplatte 11 sind außerdem die Klemmwelle 17 abdeckende und die Führungsbleche 31 übergreifende Deckplatten 32 auf der Trägerplatte 10 vorgesehen, die mit letzterer verschraubt sind.

Durch Betätigung des Handgriffs 20 und entsprechender Drehung der Klemmwelle 17 kann der Einwegmesserhalter entriegelt werden. Dabei wird die Klemmplatte 11 mittels der Druckfeder 21 angehoben, so daß ein Einwegmesser geringer Dicke auch von Vorn in den Halter einführbar ist, während Messer größerer Dicke seitlich eingeschoben werden. Je nach Breite der Messerklinge wird die Anschlagleiste 28 zuvor in der Nut 27 positioniert und der Halter sodann verriegelt. Das Verschieben der Einwegmesserklinge 12 auf der Auflagefläche 26 ist bei Abnutzung der Messerschneide an einer Stelle nach Entriegeln des Halters ebenso einfach möglich wie ein Auswechseln der gesamten Messerklinge. Die gleiche Lage der Messerschneide bzw. die Größe des Maßes A ist durch die Anlage der Rückenkante des Messers über dessen ganze Länge an einer der Anschlagflächen F1, F2 und F3 auch bei Einwegmessern unterschiedlicher Breite gewährleistet.

Bezugszeichenliste

10 Trägerplatte

11 Klemmplatte

12 Einwegmesserklinge

13 Einstellschraube

14 Vorsprung

15 Blattfeder

16 Abflachung

17 Klemmwelle

18 Stellschraube

19 Aussparung

20 Handgriff

21 Druckfeder

22 Mittelteil von 11

23 Klemmleiste

24 Schrägfläche von 10

25 Absatz

26 Auflagefläche von 10

27 Nut

28 Anschlagleiste

29 Vertiefung in 28

30 Magnet

31 Führungsblech

32 Deckplatte


Anspruch[de]
  1. 1. Einwegmesserhalter für ein Mikrotom mit einer Trägerplatte und einer darauf kippbar montierten Klemmplatte zum seitlichen Ein- und Ausschub sowie festlegen von Einwegmesserklingen mit stumpfer Rückenkante an einer Anschlagfläche, dadurch gekennzeichnet, daß die Anschlagfläche (F1, F2, F3) mittels einer in die Trägerplatte (10) einsetzbaren Anschlagleiste (28) in ihrer Lage veränderbar ist.
  2. 2. Einwegmesserhalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Trägerplatte (10) mit einer sich über deren gesamte Länge erstreckenden Nut (27) versehen ist, in welche die Anschlagleiste (28) in unterschiedlichen Einbaulagen einsetzbar und verschiebbar geführt ist.
  3. 3. Einwegmesserhalter nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Nut (27) und die Anschlagleiste (28) ein L-förmiges Profil aufweisen.
  4. 4. Einwegmesserhalter nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Anschlagleiste (28) mittels eines Magneten (30) in der Nut (27) gehalten ist.
  5. 5. Einwegmesserhalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Klemmplatte (11) federnd auf der Trägerplatte (10) gelagert ist.
  6. 6. Einwegmesserhalter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß auf beiden Seiten der Klemmplatte (11) je ein die Anschlagleiste (28) übergreifendes Führungsblech (31) auf der Trägerplatte (10) montiert ist.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com