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Dokumentenidentifikation DE3637354C2 12.10.1989
Titel Werkzeughalter
Anmelder Robert Bosch GmbH, 7000 Stuttgart, DE
Erfinder Buck, Manfred, Dipl.-Ing., 7440 Nürtingen, DE;
Hölzel, Martin, 7000 Stuttgart, DE;
Schmid, Wolfgang, Dipl.-Ing., 7024 Filderstadt, DE;
Wiesner, Herbert, 7022 Leinfelden-Echterdingen, DE
DE-Anmeldedatum 03.11.1986
DE-Aktenzeichen 3637354
Offenlegungstag 05.05.1988
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 12.10.1989
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.10.1989
IPC-Hauptklasse B25D 17/08
IPC-Nebenklasse B28D 1/26   B23B 31/04   
Zusammenfassung Es wird ein Werkzeughalter (30) vorgeschlagen, der zur Kupplung von Werkzeugen (31) mit einem ein Schlagwerk (13) aufweisenden Bohrhammer (10) dient. Dieser ist als Schlag-Vorsatzfutter ausgebildet, dessen innere Werkzeugaufnahmehülse (35) undrehbar ist und das ansonsten zumindest im wesentlichen dem maschinenseitigen Werkzeughalter (11) entsprechend gestaltet ist. Das Vorsatzfutter ist mit einem Gehäuseteil (36) auf den Werkzeughalterhals (19) aufsteckbar und festklemmbar. Im rückwärtigen Teil der Werkzeugaufnahmehülse (35) ist ein frei drehbar und axial verschiebbarer Schlagbolzen (55) geführt, der mit einem vorstehenden Kupplungsende in die Werkzeugaufnahmehülse (12) des maschinenseitigen Werkzeughalters (11) paßt und darin beim Aufstecken ähnlich dem Schaft eines darin eingesetzten Werkzeuges aufnehmbar und kuppelbar ist. Der Schlagbolzen (55) beaufschlagt ein in das Vorsatzfutter eingestecktes Meißelwerkzeug ausschließlich schlagend.

Beschreibung[de]

Die Erfindung geht aus von einem Werkzeughalter nach der Gattung des Hauptanspruchs. Es sind aus der DE 32 49 643 A1 kleine und relativ leichte Bohrhämmer bekannt, die einen mit deren Antriebsglied drehfest verbundenen Werkzeughalter gattungsmäßiger Art besitzen. Dieser Werkzeughalter ist mit einer Werkzeugaufnahmehülse versehen, deren vorderer Teil eine koaxiale Aufnahmebohrung hat, in die der Schaft eines an diesen Werkzeughalter angepaßten Werkzeuges einsteckbar ist. Diese Werkzeugaufnahmehülse weist ferner zumindest einen radial beweglich gehaltenen und nach innen überstehenden Verriegelungskörper z. B. in Form einer Kugel auf, der radial aus dem Bereich der Aufnahmebohrung gegen die Wirkung einer Feder verschiebbar ist. Dies erfolgt beim Einstecken des Werkzeuges bzw. zu dessen Entriegelung durch Verschieben einer Verriegelungshülse. Der Verriegelungskörper greift bei eingestecktem Werkzeug in eine axiale beidendig geschlossene Verriegelungsnut ein. Außerdem hat die Werkzeugaufnahmehülse mindestens einen radial nach innen überstehenden Vorsprung, z. B. in Form eines Zahnes, der bei eingesetztem Werkzeug in eine endseitig offene Axialnut des Werkzeuges formschlüssig eingreifen kann.

Durch diesen Eingriff erfolgt die Drehmitnahme, während durch den Eingriff des Verriegelungskörpers in die Verriegelungsnut eine axiale Verriegelung des Werkzeuges in der Werkzeugaufnahmehülse geschieht, die in Grenzen eine Axialbewegung zuläßt. Die Werkzeugaufnahmehülse im Werkzeughalter des Bohrhammers ist über ein Keilwellenprofil immer mitdrehend angetrieben. Bei ausgeschaltetem Schlagwerk erfolgt nur der Drehantrieb, während bei eingeschaltetem Schlagwerk Schlagbetrieb mit überlagertem Drehantrieb stattfindet. Eine Drehabschaltung ist nicht möglich. Mit einem solchen Werkzeughalter sind Bohrhämmer genannter Art nicht für einen reinen Meißelbetrieb geeignet, was gleichwohl wünschenswert ist, um mit einem solchen Bohrhammer gelegentlich auch kleinere reine Meißelarbeiten durchführen zu können.

Für schwere Maschinen ist es aus dem DE-GM 19 03 434 bekannt, zur Abschaltung des Drehantriebs besondere Kupplungen vorzusehen, die mittels einer aus dem Gehäuse herausragenden Handhabe betätigt werden können. Neben der nicht tragbaren Gewichtszunahme kann bei kleinen und leichten Bohrhämmern auch der Raumbedarf solcher Kupplungs- und Betätigungseinrichtungen nicht gedeckt werden.

Vorteile der Erfindung

Der erfindungsgemäße Werkzeughalter mit den kennzeichnenden Merkmalen des Hauptanspruchs hat den Vorteil, daß er ohne große Umstände, schnell und leicht am Werkzeughalter des Bohrhammers angebracht und dabei zugleich selbsttätig damit gekuppelt werden und ebenso schnell und einfach davon wieder entkuppelt und abgebaut werden kann, wodurch aus dem Bohrhammer ein reiner Meißelhammer gemacht wird, der einen uneingeschränkten Meißelbetrieb, also einen reinen Schlagbetrieb ermöglicht. In das Schlag-Vorsatzfutter kann daher ein Meißel als Werkzeug eingesetzt werden, der darin undrehbar gehalten und ausschließlich schlagend beaufschlagt wird. Von Vorteil ist außerdem, daß sich das Schlag-Vorsatzfutter relativ zum Bohrhammer und dessen Werkzeughalter in jeder beliebigen Winkelstellung befestigen läßt, wodurch beliebige Winkelstellungen eines in das Vorsatzfutter eingesteckten Meißels relativ zum Bohrhammer möglich sind. Dadurch ist der Bedienungskomfort wesentlich gesteigert. Wie beim Arbeiten ohne Vorsatzfutter kann auch bei aufgesetztem Vorsatzfutter daran der gleiche Handgriff angebracht werden, der sonst direkt am maschinenseitigen Werkzeughalter befestigt werden kann. Auch dieser Griff ist in jeder beliebigen Drehposition zum Schlag-Vorsatzfutter fixierbar. Auch sind Arbeiten ohne diesen Handgriff möglich, so daß auch bei räumlich beengten Verhältnissen gearbeitet werden kann. Vorteilhaft ist ferner, daß in das Schlag-Vorsatzfutter unverändert die gleichen Werkzeuge passen, die auch im maschinenseitigen Werkzeughalter aufgenommen werden können. Es sind also auch insoweit keine etwaigen Einschränkungen, z. B. auch hinsichtlich der Haltbarkeit eines Meißels, gegeben. Auch das Vorsatzfutter ist so, wie der maschinenseitige Werkzeughalter, voll isoliert und bietet auch insoweit die gleichen Vorteile.

Durch die in den Unteransprüchen aufgeführten Maßnahmen sind vorteilhafte Weiterbildungen und Verbesserungen des im Hauptanspruch angegebenen Bohrhammers möglich. Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung.

Zeichnung

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Die Zeichnung zeigt einen schematischen axialen Längsschnitt des vorderen Teils eines Bohrhammers mit dessen Werkzeughalter, auf den ein Schlag-Vorsatzfutter aufgesetzt ist.

Beschreibung des Ausführungsbeispieles

Die Zeichnung zeigt den vorderen Bereich eines Bohrhammers 10, der mit einem Werkzeughalter 11 ausgerüstet ist und in seiner Ausbildung für sich bekannt ist (DE-OS 35 06 695.4).

Der Bohrhammer 10 enthält einen nicht gezeigten elektrischen Antrieb, der über ein Getriebe eine Kupplungshülse 12 im Werkzeughalter 11 drehend antreibt. Ferner weist der Bohrhammer 10 ein Schlagwerk 13 auf, das als Luftpolsterschlagwerk ausgebildet ist und innerhalb eines Hohlkolbens 14 einen Schläger 15 und einen Döpper 16 enthält, der die Schlagenergie auf ein in die Kupplungshülse 12 eingestecktes Werkzeug, z. B. einen Bohrer, überträgt.

Beim Bohrhammer 10 handelt es sich um ein relativ leichtes, handliches Gerät der Gewichtsklasse um etwa 2 kg, das auch kostengünstig ist. Aus Kosten- und Gewichtsgründen und auch deswegen, weil derartige leichte Bohrhämmer 10 vorwiegend nur für das Bohren von Dübellöchern eingesetzt werden, ist bei derartigen Bohrhämmern 10 der Drehantrieb, der eine Drehung der Kupplungshülse 12 bewirkt, nicht abschaltbar.

Wie bekannt, enthält die Kupplungshülse 12 im vorderen Teil eine den Schaft eines eingesetzten, nicht gezeigten Werkzeuges aufnehmende Aufnahmebohrung 17 mit zumindest einem radial nach innen überstehenden Vorsprung 18 in Form eines Zahnes, der bei eingestecktem Werkzeugschaft in eine zum Ende hin offene Axialnut dieses formschlüssig eingreifen kann. Dadurch wird die Drehmitnahme eines in die Kupplungshülse 12 eingesetzten Werkzeuges bewirkt. Nicht gezeigt ist, daß der Werkzeughalter 11 im vorderen Bereich der Kupplungshülse 12 noch eine Verriegelungsvorrichtung enthält, mittels der ein eingestecktes Werkzeug zwar axial hin und her verschieblich, jedoch gegen zu weites Ausschieben bzw. Einschieben axial verriegelt ist. Die Verriegelungsvorrichtung weist zumindest einen Verriegelungskörper, z. B. eine Kugel, auf, der in einem radial durchgängigen Schlitz der Kupplungshülse 12 gelagert ist und mit einer in der Zeichnung nach links gerichteten Federkraft belastet ist. Dem Verriegelungskörper ist im Schaft des Werkzeuges eine axiale, beidendig geschlossene Verriegelungsnut zugeordnet.

Wird in den Werkzeughalter 11 des Bohrhammers 10 ein hinsichtlich des Schaftes entsprechend angepaßtes Werkzeug eingeschoben, so drückt dessen Ende die radial nach innen vorstehenden Verriegelungskörper radial nach außen und gegen die Wirkung der axialen Federkraft, so daß der Werkzeugschaft axial weiter in die Aufnahmebohrung 17 der Kupplungshülse 12 eingeschoben werden kann. Dabei greift der mindestens eine Vorsprung 18 in eine zugeordnete, am Ende offene Axialnut des Werkzeugschaftes ein. Ferner schnappt der mindestens eine Verriegelungskörper unter der axialen Federkraft in die zugeordnete Verriegelungsnut im Werkzeugschaft ein. Beim Einschalten des Bohrhammers 10 wird über die drehangetriebene Kupplungshülse 12 das eingesteckte Werkzeug ebenfalls drehangetrieben. Zugleich wird bei eingeschaltetem Schlagwerk 13 die Schlagenergie vom Döpper 16 auf das zugewandte stirnseitige Ende des Werkzeugschaftes übertragen, so daß das Werkzeug auch eine schlagende Bewegung axial nach vorn ausführt. Der Rückhub wird z. B. durch die Reaktionskraft beim Aufsetzen des Werkzeuges an einem Werkstück erzeugt.

Der Werkzeughalter 11 weist ferner einen Werkzeughalterhals 19 am Gehäuse 20 auf, an dem in üblicher Weise mittels eines Spannbandes ein Handgriff befestigt werden kann. Die Befestigung erfolgt auf einer zylindrischen Außenfläche 21 des Werkzeughalterhalses 19.

Die nicht gezeigte Verriegelungsvorrichtung des Werkzeughalters 11 ist von einer Verriegelungshülse 22 umschlossen, die auf der Kupplungshülse 12 und/oder dem Werkzeughalterhals 19 verschiebbar gehalten ist und in bekannter Weise den mindestens einen Verriegelungskörper beaufschlagt. Zum Entriegeln wird die Verriegelungshülse 22 gegen die Wirkung der axialen Federkraft in der Zeichnung nach rechts verschoben, wodurch der mindestens eine Verriegelungskörper aus der Verriegelungsnut herausbewegt wird.

Am vorderen Ende der Kupplungshülse 12 ist eine Staubschutzkappe 23 gehalten.

Die Zeichnung zeigt einen weiteren Werkzeughalter 30, der zur Kupplung eines Werkzeuges 31 mit dem Bohrhammer 10 dient. Das Werkzeug 31 besteht aus einem Meißel, dessen Schaft 32 zumindest eine zum Ende hin offene Axialnut 33 und ferner zumindest eine axiale, beidendig geschlossene Verriegelungsnut 34 aufweist.

Der Werkzeughalter 30 ist als separates Schlag-Vorsatzfutter ausgebildet. Er enthält eine innere Werkzeugaufnahmehülse 35, die anders als die Kupplungshülse 12 des maschinenseitigen Werkzeughalters 11 undrehbar ist. Im übrigen ist dieses Schlag-Vorsatzfutter zumindest im wesentlichen genauso ausgebildet wie der Werkzeughalter 11 am Bohrhammer 10.

Das Schlag-Vorsatzfutter hat einen Gehäuseteil 36, der am in der Zeichnung rechten Ende einen rohrförmigen Aufsteckteil 37 aufweist, mit dem der Gehäuseteil 36 auf den Werkzeughalterhals 19 des maschinenseitigen Werkzeughalters 11 aufsteckbar ist. Der Aufsteckteil 37 weist einen Längsschlitz 38 und in Umfangsrichtung beidseitig dieses Spannaugen auf, von denen nur ein Spannauge 39 zu sehen ist. Durch beide Spannaugen greift eine Spannschraube, mittels der der Aufsteckteil 37 auf dem Werkzeughalterhals 19 festklemmbar ist.

In axialem Abstand vom Aufsteckteil 37 ist der Gehäuseteil 36 mit einem zylindrischen Spannhals 40 mit zylindrischer Außenfläche 41 versehen, dessen Abmessungen dem Werkzeughalterhals 19 entsprechen und an dem in gleicher Weise bei aufgestecktem Schlag-Vorsatzfutter ein Handgriff mittels eines Spannbandes befestigbar ist.

Der Gehäuseteil 36 weist ferner eine innere, etwa hülsenförmige Aufnahme 42 auf, innerhalb der die Werkzeugaufnahmehülse 35 fest aufgenommen und gehalten ist. Dies geschieht durch entsprechende Durchmesserwahl und Klemmen. Außerdem weist die Aufnahme 42 in axialem Abstand voneinander radial nach innen vorstehende Vorsprünge 43 und 44 auf, die z. B. als Ringstege ausgebildet sind. Die Vorsprünge 43, 44 greifen in Vertiefungen 45 bzw. 46, z. B. Ringnuten, ein, die von der Außenfläche der Werkzeugaufnahmehülse 35 ausgehen. Die Werkzeugaufnahmehülse 35 ist mithin in der Aufnahme 42 formschlüssig axial und in Umfangsrichtung fest gehalten.

Die Werkzeugaufnahmehülse 35 weist im vorderen Bereich, der Kupplungshülse 12 entsprechend, eine zylindrische Aufnahmebohrung 47 entsprechend der Aufnahmebohrung 17 auf. Diese dient der Aufnahme des Schaftes 32 des Werkzeuges 31. Die Werkzeugaufnahmehülse 35 weist zumindest einen radial nach innen überstehenden Vorsprung 48 entsprechend dem Vorsprung 18 des Werkzeughalters 11 auf. Beim Einstecken des Werkzeuges 31 kann der Vorsprung 48 in die endseitig offene Axialnut 33 des Schaftes 32 formschlüssig eingreifen.

Ferner weist die Werkzeugaufnahmehülse 35, so wie die Kupplungshülse 12, mindestens einen in einer Öffnung 49, z. B. einem Schlitz, radial beweglich gehaltenen Verriegelungskörper 50 in Gestalt einer Kugel auf, die über einen Außenring 51 in Position gehalten ist und gegen eine Scheibe 52 schiebbar ist, die von einer Feder 53 in der Zeichnung nach links gedrückt ist. Der mindestens eine Verriegelungskörper 50 ist der Verriegelungsnut 34 im Schaft 32 zugeordnet.

Im rückwärtigen Teil 54 der Werkzeugaufnahmehülse 35 ist ein Schlagbolzen 55 enthalten, der darin relativ dazu frei drehbar ist und außerdem axial hin und her verschiebbar geführt ist. Der Schlagbolzen 55 dient dazu, das in das Schlag-Vorsatzfutter eingesteckte Werkzeug 31 in Form des Meißels ausschließlich schlagend und nicht zusätzlich drehend zu beaufschlagen. Der Schlagbolzen 55 hat ein aus der Werkzeugaufnahmehülse 35 in der Zeichnung nach rechts vorstehendes Kupplungsende 56, das - wie sonst ein Werkzeug - in die Kupplungshülse 12 des Werkzeughalters 11 am Bohrhammer 10 paßt und darin aufnehmbar und kuppelbar ist. Das Kupplungsende 56 weist zumindest eine Axialnut 57 auf, die zum Ende hin offen ist, ebenso wie der Werkzeugschaft 32. Das Kupplungsende 56 ist zylindrisch, wobei der Durchmesser dem Innendurchmesser der Aufnahmebohrung 17 im Werkzeughalter 11 entspricht und dabei genauso wie derjenige des Werkzeugschaftes 32 bemessen ist. Vorn weist der Schlagbolzen 55 einen im Durchmesser z. B. etwas größeren Kopfteil 58 auf, der innerhalb einer Führungsbohrung 59 des rückwärtigen Teils 54 der Werkzeugaufnahmehülse 35 gelagert und geführt ist. Die Führungsbohrung 59 verläuft koaxial zur Aufnahmebohrung 47 und steht mit dieser in Verbindung. Sie hat in Anpassung an den Kopfteil 56 einen etwas größeren Durchmesser als die Aufnahmebohrung 47. Am rückwärtigen Ende enthält die Führungsbohrung 59 Anschlagflächen, z. B. einen angedeuteten Anschlagring 60. An diesem kann der Kopfteil 58 mit einer radial überstehenden Schulterfläche 61 axial anschlagen, wodurch auch eine Verliersicherung gegeben ist. In Axialabstand davon geht die Führungsbohrung 59 mit einem kegelstumpfförmigen Absatz 62 in die Aufnahmebohrung 47 über. Dieser Absatz 62 kann ebenfalls als den Axialweg der Translationsbewegung des Schlagbolzens 55 in dieser Richtung begrenzender Anschlag fungieren, dem am Kopfteil 58 eine entsprechende, etwa kegelstumpfförmige Außenfläche 63 zugeordnet ist.

Die Werkzeugaufnahmehülse 35 ist im vorderen, die Aufnahme 42 tragenden Bereich des Gehäuseteiles 36 aufgenommen und gehalten. Anschließend daran ist eine Verriegelungshülse 64 angeordnet, die auf der Werkzeugaufnahmehülse 35 und/oder dem vorderen Bereich des Gehäuseteiles 36 verschiebbar gehalten ist. Die Verriegelungshülse 64 ist so wie diejenige 22 des Werkzeughalters 11 beschaffen. Am vorderen Ende ist an der Werkzeugaufnahmehülse 35 eine Staubschutzkappe 65 entsprechend derjenigen 23 angeordnet, die ebenso wie die Staubschutzkappe 23 mit einer Doppellippe versehen ist.

Der Gehäuseteil 36, die Verriegelungshülse 64 und die Staubschutzkappe 65 bestehen aus Kunststoff. Dagegen bestehen der Schlagbolzen 55 und die Werkzeugaufnahmehülse 35 jeweils aus Metall, wobei letztere insbesondere aus einem gehärteten Stahlteil bestehen kann. Der Schlagbolzen 55 und die Werkzeugaufnahmehülse 35 gewährleisten somit große Haltbarkeit und eine lange Lebensdauer.

Anders als der Werkzeugschaft 32 ist das Kupplungsende 56 des Schlagbolzens 55 nur mit der mindestens einen, axial offenen Axialnut 57 versehen, nicht dagegen auch mit zumindest einer axialen, beidendig geschlossenen Verriegelungsnut 34.

Für den normalen Bohrbetrieb oder Schlag- und Bohrbetrieb des Bohrhammers 10 wird der als separates Schlag-Vorsatzfutter ausgebildete Werkzeughalter 30 nicht benötigt. Er ist nicht aufgesetzt.

Soll dagegen der Bohrhammer 10 für einen reinen Schlagbetrieb ohne zusätzlichen Drehantrieb verwendet werden, also für einen reinen Meißelbetrieb, um reine Meißelarbeiten durchführen zu können, so wird das Schlag-Vorsatzfutter auf den Werkzeughalter 11 aufgebracht. Es wird mit dem Aufsteckteil 37 auf den Werkzeughalterhals 19 aufgesteckt und darauf festgeklemmt. Beim Aufstecken greift das Kupplungsende 56 des Schlagbolzens 55 in die Aufnahmebohrung 17 ein, wobei der mindestens eine Verriegelungskörper innerhalb der Verriegelungshülse 22 in beschriebener Weise radial herausgedrückt und axial gegen die Wirkung der Feder verschoben wird, ohne daß sich dabei die Verriegelungshülse 22 verschiebt. Dabei greift der Vorsprung 18 in die Axialnut 57 ein. Der völlig aufgeschobene Zustand des Schlag-Vorsatzfutters wird durch axialen Anschlag des Aufsteckteiles 37 am Werkzeughalter 11 begrenzt. Diesen Zustand zeigt die Zeichnung. Das stirnseitige Ende des Schlagbolzens 55 befindet sich dann im Arbeitsbereich des Döppers 16, der den Schlagbolzen 55 mit der vom Schlagwerk 13 erzeugten Schlagenergie beaufschlagen kann.

In das Schlag-Vorsatzfutter wird ein Werkzeug 31 in Gestalt eines Meißels eingesteckt. Dabei wird mit dem Schaftende zunächst der Verriegelungskörper 50 radial weggeschoben und axial gegen die Scheibe 52 gedrückt, die gegen die Wirkung der Feder 53 axial beim weiteren Einstecken des Werkzeuges 31 verschoben wird, bis die Verriegelungsnut 34 in den Bereich des Verriegelungskörpers 50 gelangt und dieser unter der Wirkung der Feder 53 unter Eingriff in die Verriegelungsnut 34 zurückbewegt wird. In die endseitig offene Axialnut 33 greift der Vorsprung 48 ein. Das Werkzeug 31 ist somit innerhalb der Werkzeugaufnahmehülse 35 axial verriegelt, wobei es unter der Einwirkung der Schläge des Schlagbolzens 55 jedoch axial hin-und hergehend beweglich geführt ist. Eine Drehung des Werkzeuges 31 relativ zur Werkzeugaufnahmehülse 35 ist durch das Zusammenwirken des Vorsprunges 48 in der Axialnut 33 blockiert. Die Werkzeugaufnahmehülse 35 ist über die Befestigung in der Aufnahme 42 ebenfalls drehfest am Gehäuseteil 36 gehalten, der seinerseits mit dem Aufsteckteil 37 drehfest am Werkzeughalterhals 19 festgeklemmt ist. Da sich somit das Werkzeug 31 in Form eines Meißels nicht drehen kann, können reine Meißelarbeiten durchgeführt werden. Bei eingeschaltetem Bohrhammer 10, dessen Schlagwerk 13 ebenfalls zugeschaltet ist, wird die Kupplungshülse 12 im Werkzeughalter 11 drehend angetrieben. Außerdem erzeugt das Schlagwerk 13 die Schlagenergie. Über den Eingriff des Vorsprunges 18 in die Axialnut 57 wird auch der Schlagbolzen 55 drehend angetrieben. Er läuft mit seinem Kopfteil 58 in der Führungsbohrung 59 der Werkzeugaufnahmehülse 35 frei um, ohne die Drehbewegung zu übertragen. Die vom Schlagwerk 13 auf den Schlagbolzen 55 geleitete Schlagenergie wird von diesem mittels des Kopfteiles 58 auf das zugewandte Stirnende des Werkzeuges 31 übertragen. Das Werkzeug 31 in Form des Meißels wird also ausschließlich schlagend beaufschlagt.

Bei einem anderen, nicht gezeigten Ausführungsbeispiel ist das Kupplungsende 56 zumindest auf dem axialen Arbeitsbereich, auf dem sonst der Eingriff des Vorsprunges 18 in die Axialnut 57 erfolgt, mit einem abgestuften Absatz versehen, dessen Außendurchmesser kleiner ist als der von den radial innen befindlichen Köpfen der Vorsprünge 18 umschriebene Innenkreis. Somit entfällt dann ein drehmomentübertragender Angriff der Vorsprünge 18 in Form von Zähnen am Schlagbolzen 55. Der im Durchmesser kleinere Absatz am Kupplungsende des Schlagbolzens 55 führt allerdings zu dessen Schwächung und verringerter Haltbarkeit dieses.

Bei reinem Meißelbetrieb mit aufgestecktem Schlag-Vorsatzfutter beschriebener Art ist der Bohrhammer 10 durch die beiden Staubschutzkappen 23 und 65 besonders gut gegen etwaigen Staubeintritt geschützt. Von Vorteil ist ferner, daß das Schlag-Vorsatzfutter in jeder beliebigen relativen Drehstellung, relativ zum Bohrhammer 10, auf dem Werkzeughalterhals 19 befestigt werden kann, wodurch jede beliebige Winkelstellung des Werkzeuges 31 in Form eines Meißels zum Bohrhammer 10 möglich ist. Die Bedienungsperson kann daher den Bohrhammer 10 optimal halten, ohne daß Zwangshaltungen nötig sind, und dennoch das Werkzeug 31 in Form des Meißels bezogen auf die zu bearbeitende Stelle optimal ausrichten. Von Vorteil ist ferner, daß in das Schlag-Vorsatzfutter Werkzeuge passen, die hinsichtlich des einzusteckenden Werkzeugschaftes keine anderen Formen als für den Werkzeughalter 11 benötigen und insbesondere keine Einschränkungen hinsichtlich der Haltbarkeit erforderlich machen. Der Schaft der Werkzeuge ist immer der gleiche, unabhängig davon, ob diese nun in den Werkzeughalter 11 des Bohrhammers 10 direkt oder bei Arbeiten mit aufgestecktem Schlag-Vorsatzfutter in dieses eingesetzt werden. Auch der sonst beim Normalbetrieb des Bohrhammers 10 ohne Vorsatzfutter anbringbare Handgriff kann gleichermaßen auch bei aufgebrachtem Vorsatzfutter in beschriebener Weise auf dessen Spannhals 40 befestigt werden, so daß auch insoweit bei Arbeiten mit Vorsatzfutter keine Einschränkungen zu verzeichnen sind. Der Handgriff ist auch dabei in jeder beliebigen relativen Drehposition, relativ zum Schlag- Vorsatzfutter, fixierbar. Von Vorteil ist ferner, daß das aufgesetzte Schlag-Vorsatzfutter ebenfalls eine vollisolierte Lösung bietet, wie der Werkzeughalter 11 des Bohrhammers 10 selbst, so daß auch insoweit keine Nachteile zu verzeichnen sind. Außerdem ist das Schlag- Vorsatzfutter handlich, leicht und kostengünstig. Es läßt sich ohne große Umstände am Werkzeughalter 11 des Bohrhammers 10 anbringen und wieder lösen. Im aufgesteckten Zustand macht das Schlag-Vorsatzfutter aus dem Bohrhammer 10 einen reinen Meißelhammer, bei dem der Drehantrieb nicht auf das Werkzeug 31 wirkt.


Anspruch[de]
  1. 1. Werkzeughalter zur Kupplung von Werkzeugen mit Handwerkzeugmaschinen, insbesondere mit einem ein Schlagwerk (13) aufweisenden Bohrhammer (10), mit einer inneren Werkzeugaufnahmehülse (35), gekennzeichnet durch die Ausbildung als separates Schlag-Vorsatzfutter (30), dessen Werkzeugaufnahmehülse (35) undrehbar ist und das im übrigen zumindest im wesentlichen dem maschinenseitigen Werkzeughalter (11) entsprechend ausgebildet ist.
  2. 2. Werkzeughalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Schlag-Vorsatzfutter (30) einen auf den maschinenseitigen Werkzeughalterhals (19) aufsteckbaren Gehäuseteil (36) aufweist und im rückwärtigen Teil (54) der Werkzeugaufnahmehülse (35) einen darin relativ dazu frei drehbar und axial hin und her verschiebbar geführten, ein eingesetztes Werkzeug (31) ausschließlich schlagend beaufschlagenden Schlagbolzen (55) enthält, der mit einem vorstehenden Kupplungsende (56) in die Werkzeugaufnahmehülse (12) des maschinenseitigen Werkzeughalters (11) paßt und darin beim Aufstecken - ähnlich dem Schaft eines darin eingesetzten Werkzeuges - aufnehmbar und kuppelbar ist.
  3. 3. Werkzeughalter nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlagbolzen (55) an seinem Kupplungsende (56) zumindest eine Axialnut (57) aufweist, die zum Ende hin offen ist.
  4. 4. Werkzeughalter nach einem der Ansprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlagbolzen (55) einen vorderen Kopfteil (58) aufweist, der im rückwärtigen Teil (54) der Werkzeugaufnahmehülse (35) in einer zur Werkzeug-Aufnahmebohrung (47) koaxialen und damit in Verbindung stehenden Führungsbohrung (59) gelagert und geführt ist.
  5. 5. Werkzeughalter nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsbohrung (59) den Axialweg eines eingesteckten Werkzeuges (31) zumindest in einer Richtung begrenzende Anschläge, insbesondere mit zugeordneten Flächen (63, 61) des Kopfteiles (58) zusammenwirkende Anschlagflächen (62, 60), aufweist.
  6. 6. Werkzeughalter nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsbohrung (59) am rückwärtigen Ende einen Anschlagring (60) enthält, an dem der Kopfteil (58) mit einer radial überstehenden Schulterfläche (61) axial anschlägt und verliergesichert ist.
  7. 7. Werkzeughalter nach einem der Ansprüche 1-6, dadurch gekennzeichnet, daß die Werkzeugaufnahmehülse (35) im vorderen Teil in ihrer den Schaft (32) eines eingesetzten Werkzeuges (31) aufnehmenden Aufnahmebohrung (47) zumindest einen radial beweglich gehaltenen und nach innen überstehenden Verriegelungskörper (50) aufweist, der bei eingesetztem Werkzeugschaft (32) in eine axiale und vorzugsweise beidendig geschlossene Verriegelungsnut (34) dieses formschlüssig eingreifen kann und einer Kupplung mit zumindest begrenzter axialer Relativbeweglichkeit dient.
  8. 8. Werkzeughalter nach einem der Ansprüche 1-7, dadurch gekennzeichnet, daß die Werkzeugaufnahmehülse (35) zumindest einen radial nach innen überstehenden Vorsprung (48) aufweist, der bei eingesetztem Werkzeugschaft (32) in eine endseitig offene Axialnut (33) dieses formschlüssig eingreifen kann.
  9. 9. Werkzeughalter nach einem der Ansprüche 1-8, dadurch gekennzeichnet, daß der Gehäuseteil (36) eine innere, etwa hülsenförmige Aufnahme (42) aufweist, in der die Werkzeugaufnahmehülse (35) zumindest mit ihrem rückwärtigen Teil (54) aufgenommen und axial sowie in Umfangsrichtung festgehalten ist.
  10. 10. Werkzeughalter nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die etwa hülsenförmige Aufnahme (42) in axialem Abstand voneinander radial nach innen vorstehende Vorsprünge (43, 44), z. B. Ringstege, aufweist, die in von der Außenfläche der Werkzeugaufnahmehülse (35) ausgehende Vertiefungen (45, 46), z. B. Ringnuten, eingreifen.
  11. 11. Werkzeughalter nach einem der Ansprüche 1-10, dadurch gekennzeichnet, daß der Gehäuseteil (36) in axialem Abstand von der Werkzeugaufnahmehülse (35) einen rohrförmigen Aufsteckteil (37) aufweist, der auf einen maschinenseitigen Werkzeughalterhals (19) paßt.
  12. 12. Werkzeughalter nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß der Aufsteckteil (37) mittels einer Spannschraube auf einem maschinenseitigen Werkzeughalterhals (19) in beliebiger Winkelstellung festklemmbar ist.
  13. 13. Werkzeughalter nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, daß der Aufsteckteil (37) zumindest einen Längsschlitz (38) und in Umfangsrichtung Spannaugen (39) aufweist, die mittels einer Spannschraube zusammenspannbar sind.
  14. 14. Werkzeughalter nach einem der Ansprüche 1-13, dadurch gekennzeichnet, daß der Gehäuseteil (36) in axialem Abstand vom Aufsteckteil (37) einen zylindrischen Spannhals (40) aufweist, dessen Abmessungen einem maschinenseitigen Werkzeughalterhals (19) entsprechen und an dem ein Handgriff mittels eines Spannbandes befestigbar ist.
  15. 15. Werkzeughalter nach einem der Ansprüche 1-14, dadurch gekennzeichnet, daß auf der Werkzeugaufnahmehülse (35) und/oder dem Gehäuseteil (36) eine Verriegelungshülse (64) drehbar oder verschiebbar gehalten ist, mittels der der mindestens eine Verriegelungskörper (50) in einer Stellung der Verriegelungshülse (64) sperrbar und in einer demgegenüber versetzten Stellung zur Entriegelung eines eingesteckten Werkzeuges (31) freigebbar ist.






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