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Dokumentenidentifikation DE3639679C2 12.10.1989
Titel Maschine zur Herstellung von Stahlwolle
Anmelder Eisen- und Hammerwerk GmbH, 7835 Teningen, DE
Erfinder Ganter, Helmut, 7835 Teningen, DE
Vertreter Schmitt, H., Dipl.-Ing.; Maucher, W., Dipl.-Ing., Pat.-Anwälte, 7800 Freiburg
DE-Anmeldedatum 20.11.1986
DE-Aktenzeichen 3639679
Offenlegungstag 01.06.1988
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 12.10.1989
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.10.1989
IPC-Hauptklasse B23P 17/06
Zusammenfassung Eine Maschine (1) zur Herstellung von Stahlwolle (2) mit auf parallelen Drehachsen (3) angeordneten Umlenkrollen (4) für einen zu zerspanenden Draht (5), der in mehreren Windungen ein Obertrum (6) und ein Untertrum (7) bildend, die Umlenkrollen (4) umschlingt, weist den Draht (5) zerspanende Messer (10) in kurzem Abstand hintereinander sowohl am Obertrum (6) als auch am Untertrum (7) auf. Die jeweils zwischen zwei Messern (10) befindlichen Drahtwiderlager (11), welche die Andruck- und Zerspanungskräfte von den Messern (10) aufnehmen, sind zur Bildung von Kühlzwischenräumen (15) wenigstens einmal unterbrochen. Ferner sind Mittel zur Erzeugung eines den Draht (5) vor allem an den Kühlzwischenräumen (15) beaufschlagenden Luftstromes vorgesehen, die in einer besonders zweckmäßigen Ausführungsform von einer Absaugvorrichtung im Bereich der Messer (10) gebildet sein können.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Maschine zur Herstellung von Stahlwolle mit auf parallelen Drehachsen angeordneten Umlenkrollen für die Führung eines zu zerspanenden Drahtes, wobei die Umlenkrollen mehrere nebeneinanderliegende Drahtwindungen aufnehmen, und jeweils wenigstens zwei Umlenkrollen derart zusammenwirken, daß der Draht von einer ersten Umlenkrolle zur nächsten geführt ist, diese umschlingt und wieder zu der ersten Umlenkrolle zurückgeführt ist, so daß zwischen den beiden parallelen Umlenkrollen ein Obertrum und ein Untertrum für jeweils mehrere nebeneinanderliegende Drahtabschnitte gebildet ist, mit mehreren zwischen diesen Umlenkrollen in Vorschubrichtung des Drahtes hintereinander angeordneten von Messerhaltern getragenen Messern, die an dem Draht abspanend angreifen, und mit auf den den Messern jeweils abgewandten Seiten der Drahtabschnitte angeordneten, als Drahtführungen dienenden Widerlagern zur Aufnahme der Andruckkräfte der Messer sowie mit einer Kühlung zur Begrenzung und/oder Abführung der Zerspanungswärme vorgesehen sind, wobei die Widerlager jeweils im Bereich der Messer unterbrochen sind und einen Messerzwischenraum freilassen.

Eine derartige Maschine zur Herstellung von Stahlwolle ist aus der US-PS 18 59 048 bekannt, wobei allerdings die Messer jeweils unmittelbar im Bereich der Widerlager selbst an dem Draht angreifen. Die beabstandeten Umlenkrollen sind mit Rillen zur Aufnahme mehrerer nebeneinander befindlicher Drahtlagen versehen und so angeordnet, daß ihre Drehachsen vertikal stehen. An beiden Trums der Drahtabschnitte greifen in diesem Falle jeweils mehrere hintereinander angeordnete Messer - wie bereits erwähnt unmittelbar an den Widerlagern - an. Um die dadurch auftretende erhebliche Reibungs- und Zerspanungswärme aufnehmen zu können, sind die Drahtwiderlager ausgehöhlt, durch Leitungen miteinander verbunden und werden von einem Kühlmedium, vorzugsweise kaltem Wasser, durchströmt. Dies stellt einen erheblichen Aufwand bei der Abführung der Zerspanungswärme der gleichzeitig durch den Andruck des Drahtes unter der Kraft der Messer gegen die Widerlager auftretenden Reibungswärme dar, weil neben den verschiedenen Verbindungsmitteln und Leitungen für das Kühlmedium auch Fördervorrichtungen, vorzugsweise Pumpen, zur Erzeugung der Kühlströmung erforderlich sind. Da ein zusätzliches Aggregat an einer Maschine auch eine zusätzliche Störquelle darstellt, geht von solchen notwendigen Pumpen auch die Gefahr einer Betriebsunterbrechung aus. Darüber hinaus besteht bei den relativ langen Kühlkanälen, die jeweils zweiteilig ausgebildet sind, um die der Drahtreibung unmittelbar ausgesetzten Teile nach einem gewissen Verschleiß ersetzen zu können, ein erheblicher Aufwand zur Abdichtung, und dennoch sind Undichtigkeiten über die relativ langen Berührungsflächen und -linien dieser Teile nicht auszuschließen, woraus auch wiederum eine Korrosionsgefahr für die Maschine oder deren Teile durch austretendes Kühlwasser folgt.

Im Zuge der technischen Entwicklung wurde deshalb diese Anordnung und Kühllösung aufgegeben und in aller Regel - wie beispielsweise auch in der zur Gattungsbildung herangezogenen DE-PS 22 17 700 erwähnt - nur noch ein Trum der umgelenkten Drahtstränge mit Messern beaufschlagt, wobei die Drehachsen der Umlenkrollen in der Regel horizontal angeordnet werden und gemäß der allgemeinen Beschreibungseinleitung der DE-PS 22 17 700 die Drähte entweder von unten oder von oben, also entweder am Untertrum oder am Obertrum, abgespant werden.

Dadurch ergibt sich jeweils an dem nicht bearbeiteten Trum eine genügend lange Kühlstrecke, um den durch die Zerspanung erhitzten Draht in der Umgebungsluft während seines Vorschubes genügend abkühlen zu lassen. Unmittelbar von Kühlmedium durchströmte und mehrteilige Drahtwiderlager mit Abdichtproblemen werden auf diese Weise vermieden. Lediglich bei großen Maschinen mit entsprechend großer Leistung und insbesondere bei einer Aufstellung solcher Maschinen in Ländern mit heißem Klima wurde in die Abstützung für die Widerlager, also nicht in die Widerlager selbst, gelegentlich eine Flüssigkeitskühlung eingebaut, die jedoch wegen ihres Abstandes von den Widerlagern selbst immer noch die erwähnte Kühlstrecke entlang einem Trum notwendig machte.

Diese Art der Zerspanung nur an einem Trum des Drahtes und einer weitgehend selbsttätigen Kühlung an dem anderen Trum hat sich seit einigen Jahrzehnten in der Praxis durchgesetzt und bewährt.

Allerdings bedeutet diese Anordnung eine Begrenzung der Zerspanungsleistung, so daß man für hohe Leistungen mehrere derartige Maschinen in Vorschubrichtung des Drahtes hintereinander anordnen muß, was einen entsprechend hohen maschinellen Aufwand bedeutet. An ein und derselben Maschine konnte dabei allerdings der Draht von einer Strecke mit zwei Umlenkrollen auf eine parallele derartige Strecke wiederum mit zwei Umlenkrollen übergeführt werden, wo dann aber wiederum nur an einem Trum abgespant wird.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Maschine zur Herstellung von Stahlwolle der eingangs erwähnten Art zu schaffen, bei welcher die Leistungsfähigkeit einer Maschineneinheit erheblich gesteigert ist, ohne daß die Drahtwiderlager in ihrem Inneren von einem Kühlmedium durchflossene Kanäle benötigen, wobei aber dennoch eine zu starke Aufheizung des Drahtes beim Zerspanen des Drahtes vermieden wird.

Die Lösung dieser Aufgabe besteht in Verbindung mit den Oberbegriffsmerkmalen erfindungsgemäß darin, daß die Messer in kurzem Abstand hintereinander sowohl am Obertrum als auch am Untertrum des umgelenkten Drahtes angreifen und die jeweils zwischen zwei Messern befindlichen Drahtwiderlager zur Bildung von Kühlzwischenräumen wenigstens einmal unterbrochen sind, daß der Draht im Bereich dieser Kühlzwischenräume allseits frei ist und daß nahe den Kühlzwischenräumen Mittel zur Erzeugung eines den Draht beaufschlagenden Luftstromes vorgesehen sind.

Durch die Anordnung von Kühlzwischenräumen an den Drahtwiderlagern werden nicht nur diese selbst verkürzt und somit die Strecke verkürzt, über welche der Draht an solchen Widerlagern reibt, sondern vor allem ergeben sich an den mit Messern bestückten und bearbeiteten Trumen jeweils Bereiche, wo genügend Zutritt von Luft zu den Drahtabschnitten besteht, um die Zerspanungs- und Reibungswärme abzugeben.

Somit können beide Trume mit Zerspanungsmessern beaufschlagt werden, wobei die Kühlung durch die Mittel zur Erzeugung eines Luftstromes ausreichend verstärkt wird, um diese Messer genügend dicht hintereinander anordnen zu können, so daß die Zerspanungsleistung praktisch verdoppelt wird, weil nun an jedem Trum praktisch gleich viel Messer angreifen können wie bei den vorbekannten Maschinen mit einer Zerspanung nur an einem Trum.

Eine Ausführungsform der Erfindung von ganz erheblicher Bedeutung und mit dem großen Vorteil, daß der konstruktive Aufwand gegenüber früheren Maschinen praktisch nicht erhöht werden muß, dennoch aber die Kühlwirkung in ausreichendem Maße sichergestellt wird, kann darin bestehen, daß nahe den Kühlzwischenräumen Absaugöffnungen od. dgl. zum Einziehen von Luft vorgesehen sind, deren Eintritte nahe bei und/oder in Fortsetzung der von den einzelnen Drahtwiderlagern begrenzten Kühlzwischenräume und/oder der für den Angriff der Messer vorgesehenen Zwischenräume angeordnet sind.

Zwar ist es auch schon bei den nur an einem Trum abspanenden Maschinen bekannt, im Bereich der Messer Absaugöffnungen vorzusehen, die den anfallenden Staub aufnehmen, dabei ist jedoch eine ausreichende Kühlwirkung an dem abgespanten Draht nicht möglich, weil dieser außer im Bereich der Messer selbst jeweils von den Drahtführungen und -widerlagern beaufschlagt ist und an diesen reibt, so daß die schon eingangs beschriebene Kühlstrecke an dem nicht mit Messern beaufschlagten Trum erforderlich ist. Durch die erfindungsgemäßen Kühlzwischenräume, die zusätzlich zu den Zwischenräumen vorgesehen sind, an denen die Messer am Draht angreifen, kann nun durch die erwähnte Absaugung der Luft ein doppelter Effekt erzielt werden, indem dadurch nach wie vor der anfallende Staub und dgl. abgesaugt, zusätzlich aber auch die gewünschte Luftkühlung an den Kühlzwischenräumen bewirkt und so verstärkt wird, daß auf eine durchgehende Kühlstrecke über die gesamte Länge eines Trums zwischen zwei Umlenkrollen verzichtet werden kann. Je nach Effektivität der an den Kühlzwischenräumen erreichbaren Kühlung kann durch die Erfindung praktisch etwa eine Verdoppelung der Leistung der Maschine erzielt werden, ohne daß aber die Drahtwiderlager von einem Kühlmedium durchflossen werden müssen. Außerdem ist vorteilhaft, daß vor allem bei Ausnutzung einer Staubabsaugung für die erhöhte und verbesserte Luftkühlung auch an den Kühlzwischenräumen praktisch keine zusätzlichen maschinellen Maßnahmen - außer der Anordnung dieser Kühlzwischenräume - erforderlich sind.

Die in Vorschubrichtung jeweils Kühlzwischenräume begrenzenden Drahtwiderlager können an einer durchgehenden Leiste befestigt sein, welche insgesamt lösbar und auswechselbar an einem Maschinenteil oder -träger fixiert sein kann. Dadurch kann auch bei der erfindungsgemäßen Maschine dieser Maschinenträger od. dgl. mit einem Kühlmedium durchströmt werden, falls eine Verstärkung der erfindungsgemäßen Luftkühlung beispielsweise in heißen Ländern erreicht werden soll. Dennoch brauchen auch in diesem Falle die Drahtwiderlager selbst nicht mehrteilig und hohl ausgebildet zu sein, um von einem Kühlmedium durchflossen werden zu können.

Besonders zweckmäßig ist es, wenn die Eintritte in die Absaugöffnungen auf der Höhe der Kühlzwischenräume liegen. Dadurch ist sichergestellt, daß ein möglichst großer Teil der angesaugten Luft die Kühlzwischenräume beaufschlagt.

Eine weitere Ausgestaltung kann darin bestehen, daß die Absaugöffnungen in Vorschubrichtung des Drahtes länglich sind. Je nach Ausdehnung der Absaugöffnungen in Vorschubrichtung können dadurch gegebenenfalls wenigstens zwei Zwischenräume, beispielsweise ein Zwischenraum für den Messerangriff und ein Kühlzwischenraum zumindest teilweise in Überdeckung mit der Absaugöffnung gelangen, um die Luftströmung möglichst effektiv an dem Draht vorbeizuführen, wo er allseits frei liegt.

Eine besonders gute Kühlwirkung läßt sich erreichen, wenn die Drahtwiderlager in Vorschubrichtung des Drahtes kürzer als die Kühlzwischenräume sind.

Wie bereits erwähnt, können die Messer an Zwischenräumen zwischen zwei Drahtwiderlagern am Draht angreifen. Dabei können diese Messerzwischenräume etwa gleich lang wie die - nicht von einem Messer beaufschlagten - Kühlzwischenräume sein. Je nach den Abständen der Messer und der erforderlichen Größe der Messerzwischenräume sind aber auch unterschiedliche Abmessungen der verschiedenen Zwischenräume möglich.

Insgesamt ergibt sich eine Maschine zur Herstellung von Stahlwolle, bei welcher Messer in bisher üblichem Abstand nicht mehr nur noch an einem Trum der Drahtstränge, sondern an beiden Trums zwischen zwei Umlenkrollen angreifen können, ohne daß die Drahtführungen oder -widerlager unmittelbar von einem flüssigen Kühlmedium durchströmt sein müssen und Abdichtprobleme sowie Förderprobleme für dieses Kühlmedium bestehen. Vielmehr wird durch Kühlzwischenräume an den Widerlagern eine Luftkühlung geschaffen, die keinerlei Abdichtprobleme aufwirft und bei einer besonders zweckmäßigen Ausführungsform mit der erforderlichen Staubabsaugung kombiniert sein kann, so daß für diese Luftkühlung praktisch kein zusätzlicher maschineller Aufwand außer der Anordnung der Kühlzwischenräume an den Drahtwiderlagern erforderlich ist. Dabei bedeutet die Anordnung solcher Kühlzwischenräume gegenüber bisher zwischen zwei Messerangriffen durchgehenden Drahtwiderlagern sogar eine Materialeinsparung.

Nachstehend wird die Erfindung beispielhaft anhand der Zeichnung näher beschrieben.

Es zeigen

Fig. 1 in schematisierter Darstellung eine Seitenansicht einer Maschine zur Herstellung von Stahlwolle, bei welcher am Untertrum und am Obertrum Stahlwollestränge abgeführt werden,

Fig. 2 einen Ausschnitt der Maschine nach Fig. 1 in vergrößertem Maßstab im Bereich der am Untertrum und am Obertrum angreifenden Messer in Seitenansicht sowie

Fig. 3 einen Querschnitt durch die Befestigung der Drahtwiderlager an Leisten und am Maschinengestell in einem Ausschnitt.

Eine im ganzen mit 1 bezeichnete Maschine dient zur Herstellung von Stahlwolle 2. Sie hat auf parallelen Drehachsen 3 angeordnete Umlenkrollen 4 für die Führung eines zu zerspanenden Drahtes 5. Dabei können diese Umlenkrollen 4 jeweils mehrere nebeneinanderliegende Drahtwindungen aufnehmen, wobei die in Fig. 1 sichtbaren beiden Umlenkrollen 4 derart zusammenwirken, daß der Draht 5 von der einen Rolle 4 zu der anderen geführt ist, diese umschlingt und wieder zu der erstgenannten Rolle zurückgeführt ist. Es ist auf diese Weise zwischen den beiden parallelen Umlenkrollen 4 ein Obertrum 6 und ein Untertrum 7 aus jeweils mehreren nebeneinanderliegenden Drahtabschnitten 8 gebildet. Vor allem in Fig. 2 ist dargestellt, daß zwischen den Umlenkrollen 4 in Vorschubrichtung des Drahtes 5 hintereinander mehrere von Messerhaltern 9 getragene Messer 10 an dem Draht 5 abspanend angreifen, wobei die Messer 10 jeweils alle Drahtabschnitte gleichzeitig beaufschlagen. Auf den den Messern 10 jeweils abgewandten Seiten der Drahtabschnitte 8 sind Drahtführungen als Widerlager 11 zur Aufnahme der Andruckkräfte der Messer 10 vorgesehen, die man vor allem in den Fig. 2 und 3 erkennt. Außerdem ist in noch zu beschreibender Weise eine Kühlung zur Begrenzung und/oder Abführung der Zerspanungs- und Reibungswärme vorgesehen, die beim Vorschub des Drahtes 5 bzw. der Drahtabschnitte 8 gegenüber den Widerlagern 11 und den Messern 10 entsteht.

In Fig. 2 ist jeweils ein Messerhalter 9 mit einem Messer 10 am Obertrum 6 und am Untertrum 7 dargestellt, während ein zweites Messer 10 noch am Untertrum angedeutet ist; im gleichen Abstand folgt dann in Vorschubrichtung gemäß dem Pfeil Pf1 ein nächstes Messer und die Anordnung am Obertrum ist entsprechend.

Vor allem in Fig. 2 erkennt man, daß die Widerlager 11 im Bereich der Messer 10 einen Messerzwischenraum 12 freilassen, so daß also die Messer 10 nicht unmittelbar an den Widerlagern 11 gegen den Draht 5 drücken und dadurch die Reibung erhöhen. Wenn der Zwischenraum 12 nicht zu groß ist, können aufgrund der Drahtspannung dennoch ausreichende Zerspanungskräfte ausgeübt werden. In Fig. 1 sind jeweils einzelne Wollestränge 13 erkennbar, die von den Drahtabschnitten am Obertrum 6 und am Untertrum 7 jeweils von den Stellen ausgehen, wo solche Messer 10 vorgesehen sind. Über bekannte Halter 14 werden diese Wollestränge 13 umgelenkt und zu dem Endprodukt zusammengeführt.

Fig. 3 zeigt in Verbindung mit Fig. 2, daß die Drahtwiderlager 11 einen Vollquerschnitt haben, also nicht etwa von einem Kühlmedium durchflossen sind. Da nun Messer 10 sowohl am Obertrum 6 als auch am Untertrum 7 angreifen, müssen besondere Maßnahmen ergriffen werden, um die Reibungswärme und vor allem die Zerspanungswärme abzuführen. Zu diesem Zweck sind die jeweils zwischen zwei Messern 10 befindlichen Drahtwiderlager 11 zur Bildung von Kühlzwischenräumen 15 im Ausführungsbeispiel einmal unterbrochen. Je nach Abstand der Messer 10 könnten aber an den zwischen je zwei Messern 10 befindlichen Widerlagern 11 auch mehrere Kühlzwischenräume 15 vorhanden sein. Im Bereich dieser Kühlzwischenräume 15 ist der Draht 5 bzw. sind die Drahtabschnitte 8 allseits frei, so daß ein guter Luftzutritt besteht. Nahe den Kühlzwischenräumen 15 sind außerdem Mittel zur Erzeugung eines den Draht 5 beaufschlagenden Luftstromes vorgesehen.

Die Mittel zur Erzeugung des den Draht 5 beaufschlagenden Luftstromes sind im Ausführungsbeispiel in sinnreicher Weise mit einer Absaugvorrichtung für Staub verknüpft. Man erkennt bei Betrachtung der Fig. 2 und 3, daß nahe den Kühlzwischenräumen 15 Saugöffnungen 16 zum Einziehen von Luft vorgesehen sind, deren Eintritte 17 nahe bei den Kühlzwischenräumen 15 und den Messerzwischenräumen 12 angeordnet sind. Praktisch liegen die Eintritte 17 der Saugöffnungen 16 etwa in Fortsetzung der Messerzwischenräume 12. Somit kann eine übliche Staubabsaugung gleichzeitig das Mittel zur Erzeugung des den Draht kühlend beaufschlagenden Luftstromes sein, so daß für die Erzeugung dieses Kühl- Luftstromes keine besonderen Zusatzmaßnahmen - abgesehen eventuell von einer Erhöhung der Saugleistung - erforderlich sind.

Vor allem in Fig. 2 und 3 erkennt man, daß die Drahtwiderlager 11 an einer durchgehenden Leiste 18 befestigt sind, welche insgesamt mittels Schrauben 19 lösbar und auswechselbar an einem Maschinenteil bzw. einem Maschinenträger 20 fixiert sind. Dabei ist in Fig. 3 angedeutet, daß dieser Maschinenträger 20 für Maschinen für den Export in heiße Gegenden einen Hohlraum 21 haben kann, der eine Durchströmung mit einem weiteren Kühlmedium erlaubt, so daß die erfindungsgemäße Luftkühlung verstärkt werden kann.

Fig. 3 zeigt ferner, daß die Eintritte 17 in die Saugöffnungen 16 mindestens teilweise auf der Höhe der Kühlzwischenräume 15 liegen und sich in Strömungsrichtung der Luft konisch etwas verengen. Dabei sind im Ausführungsbeispiel die Absaugöffnungen 16 kreisrund, jedoch könnten sie auch in Vorschubrichtung des Drahtes 5 länglich sein und gegebenenfalls mehrere Kühlzwischenräume 15 und/oder Messer-Zwischenräume 12 überdecken.

Durch die erfindungsgemäße Anordnung von Kühlzwischenräumen 15 ergeben sich jeweils verkürzte Drahtwiderlager 11. Dabei muß ein Kompromiß zwischen einer guten Abstützung des Drahtes 5 und der Drahtstränge 8 an den Widerlagern 11 und einer guten Kühlung gefunden werden. Eine besonders gute Kühlwirkung ergibt sich, wenn gemäß dem Ausführungsbeispiel die Drahtwiderlager 11 in Vorschubrichtung kürzer als die Kühlzwischenräume 15 sind. Die Messerzwischenräume 12 können etwa gleich lang wie die Kühlzwischenräume 15 sein. Im Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 2 sind die Messerzwischenräume 12 in Vorschubrichtung allerdings etwas größer als die Kühlzwischenräume 15.

Aufgrund der Anordnung von Kühlzwischenräumen 15 zusätzlich zu den Messerzwischenräumen 12 und durch das Vorbeiführen eines Luftstromes an den Drahtabschnitten 8 im Bereich der Kühlzwischenräume 15 ergibt sich eine ausreichend starke Abführung der Zerspanungs- und Reibungswärme, so daß ein Angreifen hintereinanderliegender Messer 10 sowohl am Obertrum 6 als auch am Untertrum 7 ermöglicht wird. Entsprechend mehr Drahtwollestränge können an ein- und derselben Maschine 1 gleichzeitig gebildet werden, so daß diese eine entsprechend vergrößerte Leistung hat. Dennoch können die Drahtwiderlager 11 und ihre Halterungen den bisher üblichen einfachen Aufbau haben, so daß die Montage dieser Teile trotz der erhöhten Leistung praktisch keinen zusätzlichen Aufwand verursacht. Es sind lediglich entsprechend mehr Messerhalter 9 und Führungen für die Wollestränge 13 vorzusehen. Gegenüber einer Anordnung, bei welcher Messer 10 nur an einem Trum angreifen, kann jedoch praktisch eine ganze Maschineneinheit eingespart werden.


Anspruch[de]
  1. 1. Maschine (1) zur Herstellung von Stahlwolle (2) mit auf parallelen Drehachsen (3) angeordneten Umlenkrollen (4) für die Führung eines zu zerspanenden Drahtes (5), wobei die Umlenkrollen (4) mehrere nebeneinanderliegende Drahtwindungen aufnehmen, und jeweils wenigstens zwei Umlenkrollen (4) derart zusammenwirken, daß der Draht (5) von einer ersten Umlenkrolle (4) zur nächsten geführt ist, diese umschlingt und wieder zu der ersten Umlenkrolle (4) zurückgeführt ist, so daß zwischen den beiden Umlenkrollen (4) ein Obertrum (6) und ein Untertrum (7) für jeweils mehrere nebeneinanderliegende Drahtabschnitte (8) gebildet ist, mit mehreren zwischen diesen Umlenkrollen (4) in Vorschubrichtung des Drahtes (5) hintereinander angeordneten von Messerhaltern (9) getragenen Messern (10), die an dem Draht (5) abspanend angreifen und mit auf den den Messern (10) jeweils abgewandten Seiten der Drahtabschnitte (8) angeordneten, als Drahtführungen dienenden Widerlagern (11) zur Aufnahme der Andruckkräfte der Messer (10) sowie mit einer Kühlung zur Begrenzung und/oder Abführung der Zerspanungswärme, wobei die Widerlager (11) jeweils im Bereich der Messer (10) unterbrochen sind und einen Messerzwischenraum (12) freilassen, dadurch gekennzeichnet, daß die Messer (10) in kurzem Abstand hintereinander sowohl am Obertrum (6) als auch am Untertrum (7) des umgelenkten Drahtes (5) angreifen und die jeweils zwischen zwei Messern (10) befindlichen Drahtwiderlager (11) zur Bildung von Kühlzwischenräumen (15) wenigstens einmal unterbrochen sind, daß der Draht (5) im Bereich dieser Kühlzwischenräume (15) allseits frei ist und daß nahe den Kühlzwischenräumen (15) Mittel zur Erzeugung eines den Draht (5) beaufschlagenden Luftstromes vorgesehen sind.
  2. 2. Maschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß nahe den Kühlzwischenräumen (15) Absaugöffnungen (16) od. dgl. zum Einziehen von Luft vorgesehen sind, deren Eintritte (17) nahe bei und/oder in Fortsetzung der von den einzelnen Drahtwiderlagern (11) begrenzten Kühlzwischenräume (15) und/oder der Messerzwischenräume (12) angeordnet sind.
  3. 3. Maschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Drahtwiderlager (11) an einer durchgehenden Leiste (18) lösbar befestigt sind, wobei die Leiste (18) ihrerseits lösbar und auswechselbar an einem Maschinenteil oder Maschinenträger (20) fixiert ist.
  4. 4. Maschine nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Eintritte (17) in die Absaugöffnungen (16) auf der Höhe der Kühlzwischenräume (15) liegen und sich entgegen der Strömungsrichtung der Luft z. B. konisch erweitern.
  5. 5. Maschine nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Absaugöffnungen (16) zur Erzeugung eines Kühlluftstromes in Vorschubrichtung des Drahtes (5) länglich sind.
  6. 6. Maschine nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Absaugöffnungen (16) wenigstens zwei Zwischenräume (15; 12) zwischen den Drahtwiderlagern (11) und dabei zumindest einen Kühlzwischenraum (15) zumindest teilweise überdecken.
  7. 7. Maschine nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Drahtwiderlager (11) in Vorschubrichtung des Drahtes kürzer als die Kühlzwischenräume (15) sind.
  8. 8. Maschine nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Kühlzwischenräume (15) etwa gleich lang wie die Messerzwischenräume (12) sind.






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