PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE2558751C3 02.11.1989
Titel Schaumerzeugendes Konzentrat für Feuerlöschzwecke
Anmelder VEB Chemiewerke AGROTEX Pirna, DDR 8300 Pirna, DD
Erfinder Gärtner, Wolfgang, DDR 8305 Königstein, DD;
Richter, Wolfgang, Dipl.-Chem., DDR 8360 Sebnitz, DD
DE-Anmeldedatum 24.12.1975
DE-Aktenzeichen 2558751
Offenlegungstag 01.07.1976
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 03.03.1983
Date of publication of amended patent 02.11.1989
Veröffentlichungstag im Patentblatt 02.11.1989
IPC-Hauptklasse A62D 1/06

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein schaumerzeugendes Konzentrat für Feuerlöschzwecke mit einem Fettalkylsulfat der mittleren Kettenlänge von 12 C-Atomen und einem Fettalkohol der gleichen mittleren Kettenlänge als Schaumstabilisator.

Allgemein sind bereits eine Vielzahl von Schaumlöschmitteln für Feuerlöschzwecke bekannt. Dafür sind besonders Proteinschaummittel geeignet, durch die das Luftschaumverfahren zum Löschen von Feuer und Schaum zu großer Bedeutung gekommen ist. Mit der Entwicklung der Mittel- und Leichtschaumgeräte wurden zwangsläufig neue Schaummittel benötigt, da die Proteinschaummittel nur zur Erzeugung von Schwerschaum geeignet sind. Es zeigte sich, daß die synthetischen Netzmittel auf der Basis von Fettalkylsulfaten, Fettalkylsulfonaten und Alkylarylsulfonaten mit den Mittel- und Leichtschaumgeräten gut verschäumbar sind. Der aus solchen einfachen Netzmitteln gebildete Schaum ist jedoch zu instabil, um effektiv ein Feuer löschen zu können.

Es wurde gefunden, daß verschiedene organische Stoffe schaumstabilisierend wirken, indem sie die Entwässerung der Schaumlamellen verlangsamen. Solche Schaumstabilisatoren sind beispielsweise Fettalkohole mit 10-20 C-Atomen in der aliphatischen Kette, wie z. B. Laurylalkohol oder Myristylalkohol, Sulfobetaine oder bestimmte organische Fluorverbindungen. Die Kombination von Netzmitteln mit einem Schaumstabilisator verlangt jedoch in jedem Fall den Zusatz von organischen Lösungsvermittlern, die gut mit Wasser mischbar sind, damit eine klare wäßrige Schaummittellösung hergestellt werden kann.

Es gibt bereits eine große Anzahl von Schaummitteln für Feuerlöschzwecke, die gut mit Wasser mischbar sind und einen ausreichend stabilen Schaum liefern. So ist ein verbessertes Konzentrat für Feuerlöschzwecke auf der Basis von alkoxylierten Alkylsulfatsalzen bekannt. Es besteht aus einem alkoxylierten Fettalkylsulfat und enthält als Stabilisierungszusatz Laurylalkohol. Als sogenannten Ausgleichszusatz enthält das Produkt noch Diäthylenglykolmonobutyläther. Dieses Konzentrat enthält ein hochwertiges und teures Netzmittel, um eine Beständigkeit gegen Wasser hoher Härtegrade zu erreichen. Nachteilig ist auch, daß durch den Einsatz von reinem Diäthylenglykolmonobutyläther eine Verdunstungsgefahr besteht. Die Beständigkeit des gebildeten Schaumes gegen Rauchgase ist dabei auch noch nicht ausreichend (DE-P 12 25 501).

Bekannt ist weiterhin ein Schaumbildnerkonzentrat zur Bekämpfung von insbesondere Flüssigkeitsbränden aus einem synthetischen Schaumbildungsmittel und einem Schaumstabilisierungszusatz. Dieses Konzentrat enthält als Schaumstabilisierungszusatz eine Kombination aus einem Fettsäuremono- oder -dialkylolamid mit 10 bis 17 C-Atomen im Fettsäurerest und einem unverzweigten aliphatischen Fettalkohol mit 10 bis 14 C-Atomen. Der Nachteil dieses Konzentrates besteht darin, daß der Anteil an niedrigsiedenden Lösungsmitteln relativ hoch liegt. Damit besteht bei längerer Lagerung bei hohen Temperaturen die Gefahr des Ausdampfens der Lösungsmittelkomponente. Da Diäthylenglykolmonobutyläther brennbar ist, hat ein solches Konzentrat einen Flammenpunkt (DAS 16 21 720).

Zusammengefaßt weisen die bekannten schaumerzeugenden Konzentrate folgende Nachteile auf:

  • 1. Durch den hohen Gehalt an organischen Lösungsmitteln besitzen diese einen Flammenpunkt.
  • 2. Um auch mit Wasser hoher Härtegrade oder sogar mit Seewasser ein gutes Schaumvermögen und eine ausreichende Schaumstabilität zu erzielen, ist der Einsatz von teueren alkoxylierten Fettalkylsulfaten notwendig.
  • 3. Die Frostbeständigkeit ist nicht ausreichend, d. h. bei niedrigen Außentemperaturen kristallisieren die schaumaktiven Substanzen aus dem Konzentrat aus.


Die Erfindung bezweckt, die geschilderten Nachteile zu beseitigen.

Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, aus einfachen, chemischen nicht modifizierten Netzmitteln ein gegen die Härtebildner des Wassers ausreichend beständiges Schaummittel herzustellen, das auch bei Temperaturen von mindestens -10°C noch voll einsatzfähig ist.

Die Aufgabe der Erfindung wird dadurch gelöst, daß das Konzentrat 20-30 Volumenteile einer Mischung von Äthylenglykolmonobutyläther und Formamid enthält. Dadurch ist ein Schaummittelkonzentrat entstanden, das in jedem Verhältnis mit Wasser mischbar ist und dabei keinen Flammenpunkt aufweist.

Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung beträgt das Mischungsverhältnis von Äthylenglykolmonobutyläther und Formamid 1 : 1 bis 1,5 : 1. Damit wird eine maximale Ausbeute bzw. Wirkung für den erfindungsgemäßen Zweck erreicht. Die Erfindung ist weiterhin dadurch gekennzeichnet, daß dem Konzentrat 5-15 Volumenteile eines nichtionogenen Netzmittels zugesetzt sind. Damit wird eine gute Beständigkeit gegenüber hartem Wasser auch unter Verwendung chemisch nicht modifizierter Fettalkylsulfate erreicht. Nach der Erfindung enthält schließlich das Konzentrat einen Zusatz von 10-15 Gew.-% Harnstoff. Damit wird die Frostbeständigkeit bis 15°C und eine Verbesserung der Schaumstabilität gegenüber Rauchgasen erreicht.

Zur Verdeutlichung der Wirkung der erfindungsgemäß möglichen schaumerzeugenden Konzentrate sind als Beispiel im Folgenden zwei Zusammensetzungen angeführt. Beispiel 1 Fettalkylsulfat der mittlerenKettenlänge, C 12 45 Gew.-% Fettalkohol der mittleren Kettenlänge, C 12 3 Gew.-% Äthylenglykolmonobutyläther 15 Gew.-% Formamid 10 Gew.-% nichtionogenes Netzmittel 10 Gew.-% Harnstoff 10 Gew.-% Wasser 7 Gew.-%


Das Konzentrat nach dieser Rezeptur ist besonders zur Erzeugung von Leichtschaum geeignet, weil der Anteil des schaumaktiven Netzmittels groß genug ist, um bereits bei 1,5-2% Zumischung einen hochverschäumten, stabilen Schaum zu erhalten. Beispiel 2 Fettalkylsulfat der mittlerenKettenlänge, C 12 40 Gew.-% Fettalkohol der mittleren Kettenlänge, C 12 2 Gew.-% Äthylenglykolmonobutyläther 10 Gew.-% Formamid 10 Gew.-% nichtionogenes Netzmittel 15 Gew.-% Harnstoff 15 Gew.-% Wasser 8 Gew.-%


Ein nach dieser Rezeptur hergestelltes Konzentrat stellt ein echtes Mehrbereichsschaummittel für die Erzeugung von Schwer-, Mittel- und Leichtschaum dar und eignet sich darüber hinaus auch bei Zumischungen von 0,5-1% zum Löschwasser als sogenanntes Netzwasser zur Benetzung stark wasserabweisender Stäube.


Anspruch[de]
  1. 1. Schaumerzeugendes Konzentrat für Feuerlöschzwecke mit einem Fettalkylsulfat der mittleren Kettenlänge von 12 C-Atomen und einem Fettalkohol der gleichen mittleren Kettenlänge als Schaumstabilisator, dadurch gekennzeichnet, daß das Konzentrat 20-30 Volumenteile einer Mischung von Äthylenglykolmonobutyläther und Formamid enthält.
  2. 2. Schaumerzeugendes Konzentrat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Mischungsverhältnis von Äthylenglykolmonobutyläther und Formamid 1 : 1 bis 1,5 : 1 beträgt.
  3. 3. Schaumerzeugendes Konzentrat nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß dem Konzentrat 5-15 Volumenteile eines nichtionogenen Netzmittels zugesetzt sind.
  4. 4. Schaumerzeugendes Konzentrat nach Anspruch 1-3, dadurch gekennzeichnet, daß das Konzentrat einen Zusatz von 10-15 Gew.-% Harnstoff enthält.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com