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Dokumentenidentifikation DE3505338C2 02.11.1989
Titel Verbundene Boden- und Wandteile zur Bildung eines auffaltbaren Kastens
Anmelder Alexander Schoeller & Co. AG, Jona, St. Gallen, CH
Erfinder Bühler, Alfred-Leonhard, Zürich, CH;
Schoeller, Christoph, Zuoz, CH
Vertreter Jung, E., Dipl.-Chem. Dr.phil.; Schirdewahn, J., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat.; Gernhardt, C., Dipl.-Ing., Pat.-Anwälte, 8000 München
DE-Anmeldedatum 15.02.1985
DE-Aktenzeichen 3505338
Offenlegungstag 21.08.1986
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 02.11.1989
Veröffentlichungstag im Patentblatt 02.11.1989
IPC-Hauptklasse B65D 6/08
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft einen Transport- und Aufbewahrungskasten, bei welchem der Kastenboden und die Kastenseitenwände einen Öffnungen oder Zwischenräume belassenden Rahmen aufweisen. Erfindungsgemäß sind diese Öffnungen oder Zwischenräume mit Netzmaterial bespannt. Das Netzmaterial ist mit dem Rahmen verbunden, beispielsweise durch Verklebung oder durch wenigstens teilweises Einbetten in das Kunststoffmaterial der Rahmen. Vorzugsweise erfolgt das Anordnen des Netzmateriales derart, daß es im fertiggestellten Kasten in gespannter Form vorliegt.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einstückig miteinander verbundene Boden- und Wandteile zur Bildung eines auffaltbaren Transport- und Aufbewahrungskastens, wie er beispielsweise zum Transportieren und Aufbewahren von Gemüse und Obst verwendet wird.

Bekannte Kästen bestehen beispielsweise aus Holz. Holz ist aber in vielen Ländern ein immer knapper werdender Rohstoff, so daß es erwünscht ist, solche Kästen nicht mehr aus Holz herzustellen.

Es sind auch entsprechende Kästen bekannt, die aus Kunststoff bestehen, beispielsweise aus Polyäthylen, Polypropylen oder Polyester oder aus Regeneraten dieser Materialien. Diese Materialien sind vergleichsweise teuer, was insbesondere dann von Nachteil ist, wenn die Kästen als Einwegkästen verwendet werden sollen, wofür eine zunehmende Tendenz besteht.

Aus der US-PS 31 56 371 sind bereits einstückig miteinander verbundene Boden- und Wandteile zur Bildung eines leichtgewichtigen auffaltbaren Transport- und Aufbewahrungskastens mit den Merkmalen des Oberbegriffs von Ansprch 1 bekannt. Dabei bildet das Netzmaterial nicht nur die Scharnierstreifen, sondern dient auch zur Armierung und gegebenenfalls Oberflächenverstärkung von plattenartig öffnungsfreien Boden- und Wandteilen aus Partikelschaum, wie expandierbarem Polystyrol. Bei der Herstellung wird das Netzmaterial in eine zweiteilige Flachform eingelegt und beim Schließen der Form beschnitten. Außerdem wird die Form mit vorgeschäumten Polystyrolperlen befüllt, die dann in der Form zu dem Partikelschaum gebildet werden. Boden- und Wandteile aus dem Partikelschaum sind zwar noch relativ leichtgewichtig, im Vergleich mit massiven Kunststoffplatten jedoch brüchig, und das Herstellungsverfahren ist relativ umständlich und zeitaufwendig.

Hiervon ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, den gattungsgemäßen Gegenstand so weiterzuentwickeln, daß unter sparsamer Verwendung von Kunststoffmaterial eine hinreichend stabile Struktur erreicht wird, und hierfür ein einfaches und schnelles Herstellungsverfahren anzugeben.

Diese Aufgabe wird bei dem gattungsgemäßen Gegenstand durch die kennzeichnenden Merkmale von Anspruch 1 gelöst. Der Rahmen jeder Kastenseitenwand und/oder des Kastenbodens kann dabei ein einfacher Rechteckrahmen sein, in welchem Fall das Netzmaterial dessen Öffnung bespannt. Der Rahmen kann aber auch eine oder mehrere zusätzliche Streben aufweisen, die sich zwischen den Rahmenstreifen in gerader oder schräger Anordnung erstrecken, in welchem Fall das Netzmaterial mehrere Zwischenräume des Rahmens bespannt.

Bei den Kastenteilen gemäß der Erfindung werden im Vergleich mit den gattungsgemäßen Kastenteilen plattenartige Strukturen weitgehend durch massearmes und billig verfügbares Netzmaterial ersetzt. Dieses ist in den Bereichen der Rahmen mit Kunststoff umgespritzt und dadurch in den Rahmen unter Armierung derselben integral verankert. Dabei reichen relativ kleine Mengen des teuren Kunststoffmaterials aus, um dem aufgefalteten Kasten eine hinreichend stabile Struktur zu verleihen. Kunststoff als Spritzgußteil ist dabei im Verhältnis zu Partikelschaum relativ stabil und wenig brüchig. Auch lassen sich Spritzgußformlinge einfach und schnell herstellen. Wegen des relativ geringen Kunststoffverbrauchs ist der erfindungsgemäße Gegenstand auch für die Bildung von Einwegkästen besonders geeignet.

Aus der DE-OS 19 27 602 sind zwar auch schon miteinander verbundene Boden- und Wandteile zur Bildung eines auffaltbaren Transport- und Aufbewahrungskastens für den Eisenbahntransport bekannt, dessen Kastenboden und Kastenseitenwände jeweils aus Kunststoffrahmen bestehen, deren Öffnungen von Netzmaterial bespannt sind und die über flexible Scharnierstreifen verbunden sind. Anders als bei den erfindungsgemäßen Kastenteilen sind dabei jedoch die Scharnierstreifen gesondert von dem die Öffnungen der Rahmen bespannenden Netzmaterial vorgesehen. Das Netzmaterial seinerseits ist auf eine Innenfläche der Rahmen aufgespannt, insbesondere aufgeschweißt, und nicht wie bei den erfindungsgemäßen Kastenteilen in die Rahmenteile durch Umspritzen eingegossen.

Bei den erfindungsgemäßen Kastenteilen ist das Netzmaterial vorzugsweise in gespannter Form vorhanden. Vorgespanntes Netzmaterial kann nämlich noch einen größeren Teil der bei Benutzung des Kastens auftretenden Beanspruchungen tragen, als wenn es im losen Zustand vorhanden ist.

Das Netzmaterial kann eine übliche Netzstruktur haben, wie sie beispielsweise bei Einkaufsnetzen angewendet wird. Dabei kann das vom Netzmaterial gebildete Netzgebilde an den Rahmen derart angebracht sein, daß die die Maschenöffnungen begrenzenden Fäden in der Rahmenöffnung bzw. im freien Inneren des Rahmens parallel zu den Rahmenstreifen, d. h. im wesentlichen senkrecht und waagerecht, oder alternativ schräg, beispielsweise diagonal, verlaufen.

Das Netzmaterial kann ferner selbst aus Kunststoffmaterial oder aber unter weiterer Kunststoffeinsparung aus natürlichem Material gebildet sein. Wird Kunststoffmaterial verwendet, so können beispielsweise Polyäthylen, Polypropylen oder Polyamid verwendet werden. Ist das Netzmaterial natürliches Material, so können beispielsweise Jute, Sisal o. dgl. verwendet werden, wie sie bei Fertigung z. B. in Entwicklungsländern heimisch sind.

Der Rahmen kann wie bei bekannten Kästen aus Polyäthylen, Polypropylen, Polyester oder aus Regeneraten dieser Materialien gebildet sein. Das verwendete Material kann an sicht bekannte Füllmittel enthalten, wie beispielsweise Talkum, Calciumcarbonat, Sägemehl o. dgl.

Zum einfachen und schnellen Herstellen von einstückig miteinander verbundenen Boden- und Wandteilen gemäß der Erfindung zur Bildung eines auffaltbaren Transport- und Aufbewahrungsbehälters geht die Erfindung von dem Herstellungsverfahren der gattungsgemäßen US-PS 31 56 371 gemäß den Merkmalen des Oberbegriffs von Anspruch 12 aus. Das erfindungsgemäße Verfahren ist bei einem solchen Verfahren durch die kennzeichnenden Merkmale von Anspruch 12 ausgezeichnet. Eine zwangsläufige Folge dieses Verfahrens ist dabei auch, daß der in die Form eingespritzte Kunststoff im Bereich der Scharnierstreifen über das Netzmaterial kriecht und die Scharnierstreifen somit von einem kombinierten Kunststoffilm- und Netzmaterialstreifen gebildet werden.

Die Herstellung erfolgt dabei in an sich bekannter Weise durch Flachspritzen unter Verwendung einer Auf-Zu-Form. Eine solche Form weist zwei plattenartige Formhälften auf, die in den einander zugewandten Flächen ein Profil aufweist derart, daß die Formhälften in Schließstellung der Form einen Formhohlraum bestimmen, der der Gestalt der zu bildenden Kastenrahmen entspricht.

Unter Flachspritzen ist hier die Herstellungsart zu verstehen, bei welcher unter Verwendung der gerade erläuterten Form der Kastenboden und die Kastenseitenwände als ein einheitlicher Teil gebildet werden, wobei der Kastenboden und die Kastenwände in ein und derselben Ebene liegen. Hierbei ist es beispielsweise bekannt, die Verbindungen zwischen einem Kastenboden und den Kastenseitenwänden mit geringerer Wanddicke zu bilden, so daß sogenannte Filmscharniere geschaffen werden, mittels deren die Seitenwände aufgerichtet werden können, ohne daß die Scharniere brechen. Dieses Herstellungsverfahren ist grundsätzlich bekannt, so daß es hier nicht näher erläutert wird. Bei dem Herstellungsverfahren gemäß der Erfindung werden die entstehenden Filmscharniere durch das Netzmaterial verstärkt. Bei Anwendung des Flachspritzverfahrens kann zweckmäßig das Netzmaterial in Bahnform verwendet werden, wie es später noch erläutert wird. Anspruch 13 gibt dabei eine Möglichkeit an, das aus der US-PS 31 56 371 schon bekannte Zuschneiden des Netzmaterials beim Schließen der Form aus der Bahn des Netzmaterials vorzusehen und mit dem Schließvorgang der Form zu koppeln.

Die Ansprüche 14 und 15 schließlich geben alternative Möglichkeiten zur Herstellung von Kastenteilen nach Anspruch 2 an.

Es sei noch festgestellt, daß man bei Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens an entsprechenden Kanten der Kastenseitenwände auch Vorsprünge bzw. Ausnehmungen bilden kann derart, daß nach dem Aufrichten der Seitenwände zwischen Vorsprüngen und Ausnehmungen an nebeneinander liegenden Seitenkanten benachbarter Kastenseitenwände Verriegelungseingriff durch Eintreten der Vorsprünge in entsprechende Ausnehmungen hervorgerufen werden kann.

Die Erfindung wird nachstehend anhand der Zeichnung beispielsweise erläutert.

Fig. 1 ist eine etwas schematische Draufsicht einstückig miteinander verbundener Boden- und Wandteile gemäß der Erfindung zur Bildung eines auffaltbaren Transport- und Aufbewahrungskastens nach dem Flachspritzvorgang und vor dem Aufrichten der Kastenseitenwände.

Fig. 2 ist eine schematische Draufsicht einer Flachspritzform, die zur Verwendung bei der Herstellung der Kastenteile angepaßt ist.

Fig. 3 ist eine Teilansicht, anhand von welcher eine Einzelheit erläutert wird.

Fig. 4 ist eine in vergrößertem Maßstab gehaltene Teilansicht zur Erläuterung einer weiteren Einzelheit.

Fig. 1 zeigt einen Kastenformling nach Herstellung durch Flachspritzen. Gemäß Fig. 1 weist der Kastenformling einen Kastenboden 1 und Kastenseitenwände 2 bis 5 auf. Jeder Teil 1 bis 5 weist einen Rahmen 6 und ein Netzgebilde aus Netzmaterial N auf, welches den von dem Rahmen 6 freigelassenen Bereich des Kastenbodens 1 bzw. der Kastenseitenwände 2 bis 5 ausfüllt. Der Einfachheit halber ist das Netzmaterial N für die Kastenseitenwände 4 und 5 nicht dargestellt.

Wie aus Fig. 1 ersichtlich, ist das vom Netzmaterial N gebildete Netzgebilde derart angeordnet, daß die die Maschen begrenzenden Fäden mit Bezug auf den Rahmen 6 schräg, beispielsweise diagonal, verlaufen. Es ist jedoch grundsätzlich auch möglich, das vom Netzmaterial N gebildete Netzgebilde so vorzusehen, daß die die Maschenöffnungen begrenzenden Fäden parallel zu den Seiten oder Kanten des Rahmens 6 verlaufen. Diese Ausführungsform ist jedoch nicht dargestellt.

Weiterhin ist es möglich, den Kastenboden 1 und die Kastenseitenwände 2 bis 5 nicht nur mit einem rechteckigen Rahmen 6zu versehen. Vielmehr ist es möglich, zusätzliche Streben vorzusehen, wie es beispielsweise für die Kastenseitenwand 3 bei 6a dargestellt ist. Solche zusätzliche Streben können in verschiedenen Anordnungen vorgesehen sein, beispielsweise als sich kreuzende Streben, schräg oder diagonal verlaufende Streben usw.

Weiterhin ist zu verstehen, daß die Breite der Rahmen 6 sich in weitem Ausmaß ändern kann. Insbesondere hängen die Abmessungen der Rahmen und eventuell vorhandener Streben davon ab, für welchen Zweck der fertiggestellte Kasten verwendet werden soll, ob er zum Beispiel leichte oder schwere Gegenstände aufnehmen soll usw.

Nunmehr wird anhand der schematischen Darstellung der Fig. 2 eine Art und Weise der Herstellung der Kastenteile gemäß der Erfindung erläutert.

In Fig. 2 sind mit 7 und 7a zwei Formhälften einer üblichen Auf-Zu-Form bezeichnet. Eine solche Form dient dazu, den Kasten so zu formen, wie es in Fig. 1 dargestellt ist. Wie es bei solchen Formen bekannt ist, sind die einander zugewandten Flächen der Formhälften 7 und 7a derart gestaltet, daß, wenn die Form geschlossen ist, d. h. die Formhälften 7 und 7a vollständig gegeneinander bewegt worden sind, sie einen Hohlraum bilden, welcher der gewünschten Gestalt des Kastenformlings entspricht.

Die Darstellung der Fig. 2 ist eine Draufsicht.

Gemäß der zu erläuternden Ausführungsform wird das Netzmaterial N vorzugsweise in Form eines Bandes oder einer Bahn vorgesehen, deren Breite ausreichend groß ist, damit innerhalb der Form die gesamte Grundfläche des Kastenformlings, bestehend aus dem Kastenboden 1 und den Kastenseitenwänden 2 bis 5, überdeckt wird. Das Netzmaterial N ist zweckmäßig auf einer Rolle 8 aufgewickelt, von der es zu einer weiteren Rolle 9 läuft.

Aus Fig. 2 ist bequem ersichtlich, daß, wenn die Formhälften 7 und 7a gegeneinander, d. h. in die geschlossene Stellung bewegt werden, sie zwischen sich einen Abschnitt des Netzmaterials N einschließen. Hierbei wird dann nach dem Einspritzen des entsprechenden Kunststoffmaterials in die geschlossene Form das Netzmaterial N praktisch in das Kunststoffmaterial eingebettet.

Die Fadenstärke des Netzmaterials N kann so gewählt werden, daß im fertig gespritzten Kasten das Netzmaterial N vollständig in das Kunststoffmaterial eingebettet ist. Dies ist jedoch nicht unbedingt erforderlich. Vielmehr kann durchaus das Netzmaterial N wenigstens an einer Seitenfläche der Rahmen 6 des Kastens vorragen, ohne daß sich dadurch eine Beeinrächtigung ergibt. Dies bedeutet, daß für die Bildung des Netzmaterials N Fäden verwendet werden können, deren Durchmesser größer als die Wanddicke der Rahmen 6 ist. Es können natürlich auch Fäden verwendet werden, deren Durchmesser kleiner als die Wanddicke der Rahmen 6 ist. Selbst in diesem Fall kann jedoch durch geeignete Gestaltung der einander zugewandten Flächen der Formhälften 7 und 7a erreicht werden, daß das Netzmaterial N in das Kunststoffmaterial vollständig eingebettet ist oder auch an einer Fläche vorsteht. Wesentlich ist, daß eine gute Verbindung mit dem Kunststoff der Kastenteile erzielt wird.

Es wird bei der Erfindung bevorzugt, daß das Netzmaterial N in gespanntem Zustand mit dem Kunststoffmaterial der Kastenteile verbunden bzw. in dieses eingebettet wird, weil dann der von dem Netzmaterial N getragene Anteil der Belastung oder Beanspruchungen größer ist. Bei einer Ausführungsform, wie sie in Fig. 2 dargestellt ist, kann dies beispielsweise dadurch erhalten werden, daß die Aufnahmerolle 9 mit größerer Geschwindigkeit als die Abgabe- oder Lieferrolle 8 angetrieben wird, so daß das zwischen den Rollen 8 und 9 geförderte Netzmaterial N unter Spannung gesetzt wird.

Es ist zu verstehen, daß, obwohl nicht dargestellt, der Form geeignete Mittel zugeordnet sind, um vorzugsweise nach dem Schließen der Formhälften 7, 7a das Netzmaterial N etwa im Bereich der Kanten der Formhälften 7 und 7a abzuschneiden. Gemäß einer anhand der Fig. 3 zu erläuternden Ausführungsform kann eine Netzbahn verwendet werden, deren Breite größer als die entsprechende Abmessung der Formhälften 7 und 7a ist. In diesem Fall können den Formhälften 7 und 7a Schneidmittel zugeordnet sein, die, wenn die Form geschlossen wird, entsprechende Teile aus der Netzbahn ausscheiden, wie dies durch die Rechtecke N1 und N2 in Fig. 3 dargestellt ist. Es ist ersichtlich, daß die Netzbahn N eine Breite hat, die größer als die Breite des Netzgebildes ist, welches für die Kästen benötigt wird. Hierbei besteht der Vorteil, daß nicht nach jedem Formungsvorgang der Kastenteile das Netzmaterial N erneut zwischen den Formhälften 7 und 7a durchgeführt werden muß. Vielmehr wird die Netzbahn N kontinuierlich von den Rollen 8 und 9 getragen, und es werden lediglich die benötigten Netzteile N1, N2, . . . aus der Netzbahn N ausgeschnitten.

Wie zuvor beschrieben, kann eine Spannung des Netzmaterials N durch unterschiedliche Antriebsgeschwindigkeit der Rollen 8 und 9 erzielt werden.

Gemäß einer anderen Ausführungsform ist es jedoch auch möglich, auf andere Weise zu erreichen, daß im fertigen Kasten das Netzmaterial N in gespanntem Zustand vorhanden ist. Wenn beispielsweise ein Netzmaterial N aus entsprechendem Kunststoff verwendet wird, der bei Erwärmung höhere Dehnungsfähigkeit hat, ist es möglich, vor dem Eintritt der Form beidseitig der Bahn aus Netzmaterial N Erhitzungseinrichtungen vorzusehen, durch die das Netzmaterial N derart erwärmt wird daß es sich dehnt, wobei auch in diesem Fall vorzugsweise die Antriebsgeschwindigkeit der Rolle 9 etwas höher als die Antriebsgeschwindigkeit der Rolle 8 ist. Das Netzmaterial N wird bei dieser Ausführungsform in gedehntem Zustand mit dem Kunststoffmaterial des Kastenrahmens verbunden. Nach der Fertigstellung des Kastens kühlt das Kunststoffmaterial und auch das Netzmaterial ab, wobei es dann das Bestreben hat, zu schrumpfen. Durch diese Schrumpfung liegt dann im fertigen Kasten das Netzmaterial N ebenfalls in gespanntem Zustand vor. Diese Erhitzungsvorrichtungen können beispielsweise elektrische Erhitzungsvorrichtungen oder Flammenerhitzungsvorrichtungen ähnlich wie Bunsenbrenner sein, die beidseitig des Netzmaterials N angeordnet werden, wie es in Fig. 2 mit den Bezugszeichen 10 dargestellt ist.

Eine Scharnierverbindung von Kastenboden 1 und Kastenseitenwänden 2 bis 5 durch das Netzmaterial N wird nachstehend in weiterer Ausgestaltung anhand der Fig. 4 erläutert, die eine Schnittansicht nach Linie A-A der Fig. 1 ist, und zwar in vergrößertem Maßstab, um die bauliche Gestaltung deutlicher wiederzugeben. Gemäß Fig. 4 wird die durch das Netzmaterial N gebildete Scharnierverbindung zwischen dem Kastenboden 1 und der Kastenseitenwand 2 erläutert. Wie aus Fig. 4 ersichtlich, weist der Kastenboden 1 an dem oberen Ende der der Kastenseitenwand 2 zugewandten Kante eine Ausnehmung 11 auf, die gewissermaßen die Gestalt einer Schulter hat. Das Netzmaterial N ist bei dieser Ausführungsform derart in das Kunststoffmaterial der Kastenteile eingebettet, daß es im Bereich der waagerechten Fläche der Ausnehmung 11 praktisch frei auf dieser Fläche liegt, die mit 11a bezeichnet ist. Wenn nun die beiden Flächen der Ausnehmung 11 gleiche Länge haben, so wird nicht nur beim Verschwenken der Kastenseitenwand 2 in gemäß Fig. 4 Uhrzeigerrichtung die untere rechte Ecke der Seitenwand 2 in der Ausnehmung 11 aufgenommen, sondern es ist gleichzeitig verhindert, daß die Unterkante der Seitenwand 2sich aus der Ausnehmung 11 seitlich herausbewegt. Eine solche Herausbewegung ist nicht möglich, weil, wie aus Fig. 4 ersichtlich, die Seitenwand 2 mit dem Netz in Verbindung steht. Somit ist bei dieser Ausführungsform die Scharnierverbindung durch das Netzmaterial N gebildet und es ist gleichzeitig eine Anpassung getroffen, daß die einmal aufgerichtete Seitenwand 2 auch in der aufgerichteten Stellung in Anlage an dem Boden 1 verbleibt.

Es ist noch zu erwähnen, daß die Maschenform des Netzmaterials N nicht kritisch ist. Vielmehr kann sie insbesondere in Abhängigkeit von der beabsichtigten Verwendung des Kastens bequem ausgewählt werden.


Anspruch[de]
  1. 1. Einstückig miteinander verbundene Boden- und Wandteile zur Bildung eines auffaltbaren Transport- und Aufbewahrungskastens, dessen Kastenboden (1) und Kastenseitenwände (2 bis 5) jeweils aus Kunststoff mit eingeformtem Netzmaterial (N) bestehen, welches dem Kastenboden und der jeweils anschließenden Kastenseitenwand gemeinsam ist und jeweils einen flexiblen Scharnierstreifen für das Auffalten der Kastenseitenwände in bezug auf den Kastenboden bildet, dadurch gekennzeichnet,

    daß der Kastenboden (1) und die Kastenseitenwände (2 bis 5) von Rahmen (6) aus Kunststoff gebildet sind, die jeweils eine Öffnung oder mehrere Zwischenräume haben,

    daß das die Scharnierstreifen bildende Netzmaterial (N) auch die Öffnungen oder Zwischenräume der Rahmen (6) bespannt,

    und daß die Rahmen (6) als Spritzgußformlinge mit eingegossenem Netzmaterial (N) gebildet sind.
  2. 2. Kastenteile nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Netzmaterial im fertiggestellten Kasten in gespannter Form vorhanden ist.
  3. 3. Kastenteile nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Netzmaterial (N) die Öffnungen oder Zwischenräume derart überspannt, daß die die Maschenöffnungen bildenden Fäden zu den Seitenkanten der vorzugsweise rechteckig ausgebildeten Rahmen (6) schräg, beispielsweise diagonal, verlaufen.
  4. 4. Kastenteile nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Netzmaterial (N) derart angeordnet ist, daß die die Maschenöffnungen begrenzenden Fäden zu den Seitenkanten der vorzugsweise rechteckig ausgebildeten Rahmen (6) parallel verlaufen.
  5. 5. Kastenteile nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Kastenboden (1) am oberen Ende jeder Seitenkante mit einer vorzugsweise rechteckigen Ausnehmung (11, 11a) versehen ist, in der nach dem Aufrichten der betreffenden Seitenwand deren untere Kante aufgenommen ist.
  6. 6. Kastenteile nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Netzmaterial (N) in das Kunststoffmaterial der Kastenteile derart eingebettet ist, daß es auf der waagerechten Fläche (11a) der Ausnehmung am oberen Ende jeder Seitenkante des Kastenbodens (1) im wesentlichen frei aufliegt.
  7. 7. Kastenteile nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Netzmaterial (N) aus Kunststoffmaterial oder aus natürlichem Material gebildet ist.
  8. 8. Kastenteile nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Netzmaterial (N) aus Polyäthylen, Polypropylen oder Polyamid gebildet ist.
  9. 9. Kastenteile nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Netzmaterial (N) aus Jute oder Sisal gebildet ist.
  10. 10. Kastenteile nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Rahmen (6) aus Polyäthylen, Polypropylen, Polyester oder aus Regenerat dieser Materialien gebildet sind.
  11. 11. Kastenteile nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß der für die Rahmen (6) verwendete Kunststoff Füllmittel, beispielsweise Talkum, Kalziumcarbonat, Sägemehl enthält.
  12. 12. Verfahren zum Herstellen von einstückig miteinander verbundenen Boden- und Wandteilen zur Bildung eines auffaltbaren Transport- und Aufbewahrungskastens nach einem der Ansprüche 1 bis 11 in einer Auf-Zu-Form, die zwei Formhälften (7, 7a) aufweist, die zwischen einer offenen Stellung der Form, in welcher die Formhälften in einem Abstand voneinander liegen, und einer geschlossenen Stellung der Form relativ zueinander bewegt werden, wobei Netzmaterial zwischen den geöffneten Formhälften angeordnet wird und wobei nach Schließen der Form in diese eingebrachtes Kunststoffmaterial an das Netzmaterial unter dessen Einbettung in das Kunststoffmaterial angeformt wird, dadurch gekennzeichnet, daß beim Schließen der Form der Kunststoff in rahmenbildende Formhohlräume einer Flachform eingesptitzt wird und daß das Netzmaterial (N) dabei in den Rahmen eingegossen wird.
  13. 13. Verfahren nach Anspruch 12, bei dem das Netzmaterial beim Schließen der Form zugeschnitten wird, dadurch gekennzeichnet, daß das Zuschneiden aus einer Netzmaterialbahn mittels den Formhälften (7, 7a) zugeordneter Schneidmittel vorgenommen wird.
  14. 14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß das Netzmaterial (N) in durch mechanische Mittel hervorgerufenem gespannten Zustand zwischen den Formhälften (7, 7a) angeordnet wird.
  15. 15. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß bei Verwendung wärmedehnfähigen Netzmaterials (N) dieses vor dem Eintritt zwischen die Formhälften (7, 7a) erwärmt wird, um eine Dehnung hervorzurufen.






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