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Dokumentenidentifikation DE3112084C2 16.11.1989
Titel Abrichteinrichtung für einen doppelkegelförmigen Schleifkörper
Anmelder VEB Werkzeugmaschinenkombinat "7. Oktober" Berlin, DDR 1120 Berlin, DD
Erfinder Anker, Dietmar, Dipl.-Ing., DDR 1156 Berlin, DD;
Röger, Ulrich, Dipl.-Ing., DDR 1129 Berlin, DD
DE-Anmeldedatum 27.03.1981
DE-Aktenzeichen 3112084
Offenlegungstag 04.03.1982
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 16.11.1989
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.11.1989
IPC-Hauptklasse B24B 53/085
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Abrichteinrichtung für Schleifkörper, vorzugsweise an Zahnradwälzschleifmaschinen, mit zwei jeweils an einem Ausleger eines Stößels angeordneten Abrichtwerkzeugen, wobei der Stößel in der Rundführung eines schwenkbaren Führungsgehäuses, dessen Schwenk achse rechtwinklig zur Stößellängsachse verläuft, gelagert sowie geradlinig und drehbar geführt ist. Ziel der Erfindung ist die Schaffung einer einfachen, platzsparenden und kostengünstigen mechanischen Abrichteinrichtung für zwei Schleifscheibenflanken, die von einer Geraden abweichen können. Das Wesen der Erfindung besteht darin, daß für jede Schleifscheibenflanke ein Werkzeug an einem schwenkbaren Rundstößel, der eine geradlinige Bewegung in seiner Längsachse ausführt und sich über einen Tastarm kraftschlüssig an einer Schablone abstützt, angeordnet ist. Dabei wird eine Kopplung der geradlinigen Bewegungen beider Stößel durch auf der Schwenkachse der Führungsgehäuse gelagerte und verbundene Antriebsritzel erreicht. Durch Parallelanordnung mehrerer Schablonen können diese auch nacheinander über mehrere Taststifte zur Erreichung unterschiedlicher Flankenmodifikationen abgefahren werden.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Abrichteinrichtung für einen doppelkegelförmigen Schleifkörper nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Es sind mechanische Einrichtungen zum Abrichten der Schleifscheibenflanken an Zahnradwälzschleifmaschinen bekannt, bei denen die geradlinigen Flankenprofile eine teilweise von der Geraden abweichende, veränderliche Flankenkontur erhalten. Dem Abrichtwerkzeug wird dabei zur geradlinigen Hauptbewegung eine senkrechte, relativ geringe Zusatzbewegung als Korrekturbewegung erteilt, indem beispielsweise das Werkzeug am Ende eines doppelarmigen Hebels angeordnet ist, der in einem längs der Flanken verschiebbaren Stößel auf einer quer zu seiner Längsbewegung liegenden Achse gelagert ist und durch Federkraft gegen kurvenartige, auswechselbare Schablonen im Stößelführungsgehäuse gedrückt wird.

Bei diesen bekannten Einrichtungen sind an der Profilübertragung zwei bewegliche Übertragungselemente mit je einem Freiheitsgrad beteiligt. Da allgemein in diesem Bereich der Maschine wenig Platz zur Verfügung steht und wegen der hohen Beschleunigungskräfte bei der Hubbewegung der kompletten Schleifscheibenhalterung die Masse gering gehalten werden muß, dürfen die verwendbaren Hebel und Hohlstößel nur einen begrenzten Querschnitt aufweisen. Dadurch sind bei größeren Hebelübersetzungen aber nur kleine Auslenkungen bei der Zusatzbewegung erreichbar. Die Verwirklichung größerer Korrekturbeträge und Korrekturneigungswinkel ist dagegen nicht möglich. Desweiteren ist nur jeweils ein, in der zugehörigen Schablone gespeichertes Profil mit konstantem Übersetzungsverhältnis abrichtbar. Bei Profilveränderung ist stets die Schablone auszutauschen. Eine solche bekannte Einrichtung besitzt zwei Abrichtwerkzeuge, von denen jedes an einem Stößel befestigt ist, der jeweils in einem Führungsgehäuse geführt ist. Die Führungsgehäuse sind um einen Drehpunkt entsprechend dem Flankenwinkel schwenkbar einzustellen. Der Antrieb der Stößel, das heißt die Hauptbewegung, wird über Ritzel und Zahnstange realisiert, wobei wegen der Spitzwinkligkeit der Schleifscheibe beide Stößel gegenläufig bewegt werden.

Ungünstig an dieser Abrichteinrichtung ist weiterhin, daß durch die exzentrische Anordnung der Antriebsritzel zum Drehpunkt der Gehäuse kleine Flankenwinkel nur einstellbar sind, wenn die Werkzeuge unverhältnismäßig weit vom Drehpunkt entfernt arbeiten, so daß keine kompakte Bauweise möglich ist.

Der Erfindung liegt demgegenüber die Aufgabe zugrunde, eine konstruktiv einfachere Abrichteinrichtung für einen doppelkegelförmigen Schleifkörper der eingangs genannten Art zu schaffen, die einen geringeren Einbauraum, eine größere Variabilität in der Flankenmodifikation sowie eine höhere Übertragungsgenauigkeit ermöglicht.

Erfindungsgemäß ist die Aufgabe bei der Abrichteinrichtung nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 dadurch gelöst, daß die Stößel unmittelbar im Führungsgehäuse geführt und die Zahnstangen als in die Stößel eingearbeitete Rundzahnstangen oder Zylinderschnecken ausgebildet sind, daß die Ritzel gemeinsam auf einer einzigen Antriebswelle sitzen, wobei die Achse dieser Antriebswelle gleichzeitig die Schwenkachse beider Führungsgehäuse bildet, daß jedes Abrichtwerkzeug im Bezug auf die Längsachse seines Stößels windschief angeordnet ist und daß die Tastarme am anderen Ende der Stößel radial wegragend angeordnet und mittels je einer Druckfeder über den Taststift oder einen der Taststifte, die sich an den Tastarmen in unterschiedlichen Abständen zur Stößellängsachse befinden und den Schablonen zugeordnet sind, jeweils gegen eine der Schablonen angedrückt sind, so daß beim Abtasten der Schablonen die Stößel eine Schwenkbewegung um ihre Längsachse ausführen.

Dabei ist es von besonderem Vorteil, wenn die Druckfeder jeweils am oberen Ende der Stößel zwischen einem schwenkbar am Führungsgehäuse gelagerten Druckstück und einem Vorsprung des Tastarmes sitzt, der sich von der Schwenkachse des Tastarmes etwa in dem Tastarm entgegengesetzter Richtung erstreckt.

Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist der Taststift in einer zur Schwenkachse des Tastarmes radialen Nut verschieb- und festklemmbar geführt.

Die Schablonen können außerdem in vorteilhafter Weise jeweils in Richtung der Stößellängsachse in Führungen verschieb- und festklemmbar aufgenommen sein.

Die Erfindung soll nachstehend an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert werden. In der Zeichnung zeigt

Fig. 1 einen Schnitt durch eines der Führungsgehäuse in der Ebene des in ihm geführten Stößels,

Fig. 2 den Schnitt I-I nach Fig. 1,

Fig. 3 den Schnitt II-II nach Fig. 1,

Fig. 4 den Schnitt III-III nach Fig. 1 und

Fig. 5 den Schnitt III-III nach Fig. 1 mit einer gegenüber der Fig. 4 modifizierten Ausführungsform von Taststift und Schablone.

Die Abrichteinrichtung untergliedert sich in eine Trägerkonsole 1 und in zwei darin um eine Achse schwenkbare Führungsgehäuse 3 und 4. Die Trägerkonsole 1 nimmt die Antriebselemente zur Erzeugung der Abrichtbewegung einschließlich einer Antriebswelle 2 mit Ritzeln 7 und 8 auf und kann komplett in Richtung auf die Schleifscheibe 25 zugestellt werden. In jedem der Führungsgehäuse 3 bzw. 4 ist ein Stößel 5 bzw. 6 verschiebbar und um seine Längsachse drehbar gelagert. Am unteren Ende des Stößels 5 bzw. 6 ist im Abstand M von der Stößelachse ein zustellbares Abrichtwerkzeug 9 bzw. 10 in einer Pinole befestigt, während am oberen Ende ein Tastarm 11 bzw. 12 befestigt ist, der jeweils zwei Taststifte 13 bzw. 14 trägt, die wahlweise durch eine Druckfeder 17 gegen eine Schablone 15 oder 16 gedrückt werden. Das Moment infolge der Abdrängkraft des Abrichtwerkzeuges 9 bzw. 10 drückt den Taststift 13 bzw. 14 gegen die Schablone 15 oder 16. Die Schablonen 15 und 16 sind dabei in Führungen 18 und 19 der Führungsgehäuse 3 und 4 unabhängig voneinander verschiebbar und klemmbar. Ein Druckstück 20, das eine Druckfeder 17 aufnimmt, ist auf dem Stößel 5 bzw. 6 drehbar gelagert und stützt sich am jeweiligen Führungsgehäuse 3 bzw. 4 ab. Bei Drehung der Antriebswelle 2 in Pfeilrichtung (Fig. 1) wird über das Ritzel 7 der Stößel 5 mit Zahnstange 21 aufwärts und über das Ritzel 8 der Stößel 6 abwärts parallel geradlinig zur jeweiligen Schleifscheibenflanke bewegt. Bei Umschaltung der Drehrichtung kehren die Stößel 5 und 6 in ihre Ausgangsstellung zurück. Da der Tastarm 11 bzw. 12 über den Taststift 13 oder 14 gegen jeweils eine der Schablonen 15 und 16 gedrückt wird, folgt auch das Abrichtwerkzeug 9 bzw. 10 infolge der Schwenkung des kompletten Stößels 5 bzw. 6 dem Schablonenprofil, wobei der Auslenkungsbetrag an der Schablone 15 bzw. 16 zum Auslenkungsbetrag am Abrichtwerkzeug 9 bzw. 10 im Verhältnis des Abstandes L des jeweiligen Taststiftes 13 bzw. 14 (Fig. 4) zum Abstand M des Abrichtwerkzeuges 9 bzw. 10 (Fig. 3) von der Stößelachse verändert wird. Durch den vom Stößel 5 bzw. 6 entfernter angeordneten Taststift 13 ist dadurch ein größeres Übersetzungsverhältnis realisierbar, während durch den Taststift 14 ein geringeres Übersetzungsverhältnis und damit größere Profilneigungswinkel erreichbar sind.

Die Schablone 15 bzw. 16 kann eine Korrekturmodifikation beinhalten wie beispielsweise eine Schräge, die ein vorzeitiges Abheben des Abrichtwerkzeuges 9 bzw. 10 von der Schleifscheibe 25 bewirkt. Um eine andere Korrekturmodifikation zu erreichen, kann die Schablone 15 bzw. 16 ausgetauscht werden. Man erreicht eine Vielzahl von Modifikationen aber auch dadurch, daß jeweils zwei Schablonen 15 bzw. 16 unabhängig voneinander parallel zur Stößelachse verschoben werden, wodurch beispielsweise die Knickpunkte eines Profils absolut und gegeneinander auf der Schleifscheibenflanke verlagert werden können. Durch das aufgezeigte sehr einfache Prinzip des Antriebes, in Verbindung mit dem der Zuordnung der zwei Bewegungskomponenten des Werkzeugs, ist eine platzsparende und kostengünstige Ausführung der Abrichteinrichtung bei gleichzeitig hoher Variabilität der Profilmodifikation möglich.

Eine für spezielle Zwecke besonders günstige Ausführung erreicht man auch durch die Verwendung einer einzigen Schablone 27 (Fig. 5). Auf dieser Schablone 27 ist der im Tastarm 11 bzw. 12 in einer Nut 26 geführte Taststift 13 radial zur Stößelachse verschiebbar. Der Taststift 13 ist dazu feststellbar, so daß durch stufenlose Veränderung des Übersetzungsverhältnisses eine Reihe verschiedener, ähnlicher Flankenmodifikationen abgenommen werden können.

Im Stößel 5 bzw. 6 ist ein Spielausgleichelement, bestehend aus einem Druckstück 22, einer Blattfeder 23 und einem Gewindestift 24 zum Vorspannen der Blattfeder 23, angeordnet. Die Wirkungsebene dieses Elementes ist identisch mit der mittleren Wirkungsebene der auf den Stößel 5 bzw. 6 wirkenden äußeren Kräfte, die durch das Abrichtwerkzeug 9 bzw. 10, den Taststift 13 bzw. 14 und das Druckstück 20 erzeugt werden. Dadurch wird ein ruhiger Lauf des Stößels 5 bzw. 6 erreicht.

Die Zahnstange 21 kann vorteilhafterweise auch als Zylinderschnecke ausgeführt sein; das Ritzel 7 bzw. 8 ist dann schrägverzahnt auszuführen.


Anspruch[de]
  1. 1. Abrichteinrichtung für einen doppelkegelförmigen Schleifkörper, vorzugsweise an einer Zahnradwälzschleifmaschine, bestehend aus zwei Führungsgehäusen, die schwenkbar zueinander angeordnet sind und innerhalb derer jeweils ein im Querschnitt kreisförmiger und mit einer Zahnstange verbundener Stößel mittels eines in diese eingreifenden Ritzels gegenläufig zum anderen verschiebbar geführt ist, wobei die Schwenkachse der Führungsgehäuse rechtwinklig zur Stößellängsachse verläuft und am unteren Ende des Stößels ein Abrichtwerkzeug und am oberen Ende des Stößels ein sich auf Schablonen abstützender Tastarm mit mindestens einem Taststift angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Stößel (5; 6) unmittelbar im Führungsgehäuse (3; 4) geführt und die Zahnstangen (21) als in die Stößel (5; 6) eingearbeitete Rundzahnstangen oder Zylinderschnecken ausgebildet sind, daß die Ritzel (7; 8) gemeinsam auf einer einzigen Antriebswelle (2) sitzen, wobei die Achse dieser Antriebswelle (2) gleichzeitig die Schwenkachse beider Führungsgehäuse (3; 4) bildet, daß jedes Abrichtwerkzeug (9; 10) im Bezug auf die Längsachse seines Stößels (5; 6) windschief angeordnet ist und daß die Tastarme (11; 12) am anderen Ende der Stößel (5; 6) radial wegragend angeordnet und mittels je einer Druckfeder (17) über den Taststift (13) oder einen der Taststifte (13; 14), die sich an den Tastarmen (11; 12) in unterschiedlichen Abständen zur Stößellängsachse befinden und den Schablonen (15; 16; 27) zugeordnet sind, jeweils gegen eine der Schablonen (15; 16; 27) angedrückt sind, so daß beim Abtasten der Schablonen (15; 16; 27) die Stößel (5; 6) eine Schwenkbewegung um ihre Längsachse ausführen.
  2. 2. Abrichteinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckfeder (17) jeweils am oberen Ende der Stößel (5; 6) zwischen einem schwenkbar am Führungsgehäuse (3; 4) gelagerten Druckstück (20) und einem Vorsprung des Tastarmes (11; 12) sitzt, der sich von der Schwenkachse des Tastarmes (11; 12) etwa in dem Tastarm (11; 12) entgegengesetzter Richtung erstreckt.
  3. 3. Abrichteinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Taststift (13) im Tastarm (11; 12) in einer zur Schwenkachse des Tastarmes (11; 12) radialen Nut (26) verschieb- und festklemmbar geführt ist.
  4. 4. Abrichteinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Schablonen (15; 16; 27) jeweils in Richtung der Stößellängsachse in Führungen (18; 19) verschieb- und festklemmbar aufgenommen sind.






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