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Dokumentenidentifikation DE3524551C2 16.11.1989
Titel Vorrichtung zum Mischen von Mehrkomponentenkunststoffen, insbesondere Polyurethan
Anmelder Elastogran Polyurethane GmbH, 2844 Lemförde, DE
Erfinder Schlueter, Klaus, 8000 München, DE;
Wallner, Josef, 8150 Holzkirchen, DE
DE-Anmeldedatum 10.07.1985
DE-Aktenzeichen 3524551
Offenlegungstag 15.01.1987
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 16.11.1989
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.11.1989
IPC-Hauptklasse B29B 7/76

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Mischen von Mehrkomponentenkunststoffen nach dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.

Bei einer aus der DE-OS 33 40 889 bekannten Vorrichtung der vorstehend genannten Art ist die Mischkammer in drei untereinander verbundene Teilabschnitte untergliedert, von denen ein Teilabschnitt in einem Doppelschieber vorgesehen ist, welcher durch eine entsprechende Bewegung die Mischkammerabschnitte bis auf Überströmkanäle gegenseitig abschließt. Da zwei Teile der Mischkammer in einer Ebene bewegbar sind, ist die Einstellung eines bestimmten Drosselspaltes nicht möglich. Die Vermischung der Komponenten erfolgt durch mehrfache Aufteilung des Materialstromes in Teilströme und deren Wiedervereinigung, wobei die Überströmkanäle unterschiedliche Längen und/oder verschiedene Querschnitte aufweisen, was eine alles in allem komplizierte Konstruktion erforderlich macht.

Ein in der DE-OS 30 11 132 offenbarter Mischkopf zum Vermischen und Austragen von wenigstens zwei fließfähigen Materialkomponenten benutzt einen Drehschieber als Drosselorgan und Absperrorgan, um die Durchmischung der Komponenten zu verbessern und die Mischkammer zu verschließen. Konstruktionsbedingt ergeben sich durch die Drehewegung des Schiebers aber jeweils zwei Drosselstellen, die nicht unabhängig voneinander verstellbar sind, so daß die Art der Drosselung nicht beliebig verändert werden kann.

Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung nach dem Oberbegriff des Anspruches 1 zu schaffen, die eine beliebig einstellbare definierte Drosselung des Komponentengemischstromes nach dem Aufeinandertreffen der Komponenten und vor dem Verlassen des Mischkopfes, d. h. vor dem Eintritt in eine Form oder dergleichen erlaubt. Gleichzeitig soll aber sichergestellt sein, daß die gesamte Mischkammer mechanisch vollständig gereinigt werden kann. Schließlich soll die Vorrichtung möglichst einfach aufgebaut sein.

Diese Aufgabe wird nach der Erfindung durch das Kennzeichen des Anspruches 1 gelöst.

Als praktische Ausgestaltung kann die Bewegung der beiden Teile der Mischkammer auch durch eine Schwenkbewegung (Anspruch 2) erreicht werden.

Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird die Mischkammer geteilt und zwar vorzugsweise so, daß ein kleiner erster Mischraum entsteht, in dem die Komponenten aufeinandertreffen. Der daran anschließende zweite Teil dient der Zuführung der Komponenten in eine Form oder dergleichen. Dadurch, daß die beiden Teile gegeneinander bewegbar sind, entsteht zwischen den beiden Mischkammerteilen eine Drosselstelle, die je nach Art der gewünschten Drosselung größer oder kleiner eingestellt werden kann. In der Mischstellung, d. h. wenn Komponenten eingespritzt werden, sind die beiden Teile gegeneinander geschwenkt oder verschoben. Wenn die Mischung dann unterbrochen wird und die Mischkammer gereinigt werden soll, fluchten die beiden Teile wieder miteinander, so daß der einzige Kolben beide Teile reinigen kann. Dadurch, daß nur ein Kolben vorhanden ist, ist die Vorrichtung entsprechend einfach aufgebaut.

Im folgenden wird die Erfindung unter Hinweis auf die Zeichnung anhand zweier Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es zeigt

Fig. 1 einen Schnitt durch eine Ausführungsform nach der Erfindung;

Fig. 2 einen Schnitt durch eine andere Ausführungsform nach der Erfindung; und

Fig. 3 eine Ansicht der Ausführungsform nach Fig. 2 von unten in einer anderen Stellung.

Die in Fig. 1 dargestellte Vorrichtung besteht aus zwei Gehäuseteilen 1 und 2. Die beiden Teile 1 und 2 sind in einer Ebene gegeneinander verschwenkbar, die senkrecht und quer zu der Achse liegt, die durch die beiden Eintrittsöffnungen 4 geht. Ihre aneinanderliegenden Paßflächen sind insgesamt nicht-eben, in Teilbereichen jedoch komplementär zueinander ausgebildet.

Die Mischkammer ist in beiden Gehäuseteilen ausgebildet, so daß sie in zwei Teile 3 und 5 zerfällt. In dem Gehäuseteil 2 ist der Reinigungs- und Steuerkolben 6 geführt. Die Hydraulik, die diesen Kolben 6 bewegt, ist nicht gezeigt. Sie ist allgemein bekannt. In den Teil 3 der Mischkammer führen Eintrittsöffnungen 4, von denen eine zu sehen ist. Zwischen den beiden Teilen entsteht eine Drosselstelle 7, die je nach Stärke der Verschwenkung kleiner oder größer ist.

Die Vorrichtung ist in der Arbeits- oder Mischstellung dargestellt. In dieser Stellung treten die beiden Komponenten durch die Eintrittsöffnungen 4 in den Teil 3 der Mischkammer ein, treffen dort aufeinander und vermischen sich. Bevor sie in den Teil 5 strömen können, müssen sie die Drosselstelle 7 passieren. Hierdurch wird die Mischung intensiviert. Die Drosselstelle kann je nach Art der Rezeptur und unter Berücksichtigung anderer Parameter unterschiedlich groß eingestellt werden.

Wenn ein Mischvorgang oder "Schuß" beendet ist, wird der Gehäuseteil 2 so verschwenkt, daß die beiden Teile 3 und 5 der Mischkammer miteinander fluchten. Die beiden Teile weisen einen gleichen Mischkammerquerschnitt auf. Der Kolben 6 kann dann in Richtung auf die Austrittsöffnung bewegt werden. Er reinigt die Mischkammer vollständig.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung ermöglicht auf einfache Weise die Ausbildung einer bei vielen Gemischen und Anwendungsfällen wünschenswerten Drosselstelle, vermeidet aber gleichzeitig einen komplizierten Aufbau, da nur ein Reinigungskolben vorhanden ist, um die gesamte Mischkammer, d. h. beide Teile, vollständig mechanisch zu reinigen.

Die Ausführungsform nach den Fig. 2 und 3 unterscheidet sich dadurch von derjenigen nach Fig. 1, daß die beiden Teile, die die Mischkammer bilden, nicht gegeneinander verschwenkbar sondern gegeneinander verschiebbar sind.

In die Mischkammer, die durch die beiden Teile 10 und 15 gebildet wird, führen zwei Eintrittsöffnungen 9 und 11 für die Komponenten. In der Mischkammer ist ein Kolben 12 hin- und herbewegbar.

Der untere Teil 15 der Mischkammer ist in einem Rohrstück 13 ausgebildet, welches in einer Führung 14 senkrecht zur Zeichenebene der Fig. 2 verschiebbar ist. Dieses wird beim Betrachten der Fig. 3 deutlich, in der das Rohrstück 13 mit dem Teil 15 in bezug auf Teil 10 verschoben dargestellt ist. Es ist die verhältnismäßig kleine Drosselstelle 16 zwischen den Mischkammerteilen 10 und 15 erkennbar. In Fig. 2 sind die beiden Mischkammerteile 10 und 15 erkennbar. In Fig. 2 sind die beiden Mischkammerteile 10 und 15 nicht gegeneinander verschoben. Der Kolben 12 befindet sich in der Schließ- und Reinigungsstellung.

Im übrigen arbeitet die Vorrichtung nach der Ausführungsform der Fig. 2 und 3 entsprechend derjenigen nach Fig. 1. Die Drosselstelle wird nicht durch Verschwenken, sondern durch Verschieben des Rohrstückes 13 gebildet.


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zum Mischen von Mehrkomponentenkunststoffen, insbesondere Polyurethan, mit einer Mischkammer, in der ein querschnittsgleicher Reinigungs- und Steuerkolben aus einer die Eintrittsöffnungen für die Komponenten offenlassenden Stellung bis in den Bereich der Austrittsöffnung hin- und herbewegbar ist, wobei die Mischkammer in einer Ebene senkrecht zur Strömungsrichtung des Komponentengemisches im Anschluß an den Eintritt der Komponenen geteilt ist, und die beiden Teile gegeneinander bewegbar sind, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Teile (3, 5; 10, 15) der Mischkammer in einer Ebene gegeneinander bewegbar sind, die senkrecht und quer zu der durch die Eintrittsöffnungen (4; 9, 11) verlaufenden Achse liegt.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Teile (3, 5) der Mischkammer gegeneinander verschwenkbar sind.






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