PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE3714603C2 07.12.1989
Titel Spaltmaschine für Leder, Häute u.dgl. mit Wiegevorrichtung
Anmelder Maschinenfabrik Moenus-Turner GmbH, 6370 Oberursel, DE
Erfinder Zäpfel, Horst, Dipl.-Ing., 7500 Karlsruhe, DE;
Tempel, Wulf, 8671 Schönwald, DE
Vertreter Knoblauch, U., Dipl.-Ing. Dr.-Ing., Pat.-Anw., 6000 Frankfurt
DE-Anmeldedatum 01.05.1987
DE-Aktenzeichen 3714603
Offenlegungstag 17.11.1988
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 07.12.1989
Veröffentlichungstag im Patentblatt 07.12.1989
IPC-Hauptklasse G01G 11/08
IPC-Nebenklasse B65G 47/52   
Zusammenfassung Ein Fördersystem für Flächenmaterialien, wie Leder, Häute u. dgl. besitzt mindestens zwei Förderbänder (3, 12). Das eine von ihnen ist als Wiegeband (12) ausgebildet. Das ihm vorgeschaltete Förderband (3) hat eine größere Breite als das Wiegeband (12) und verläuft senkrecht zu diesem. Dies erlaubt eine gute Einbeziehung des Wiegevorganges in den Fördervorgang.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine Spaltmaschine für Leder, Häute u. dgl., mit Wiegevorrichtung.

Bei Spaltmaschinen wurden bisher immer die Behälter gewogen, in welche die einzelnen Flächenstücke gesammelt wurden.

Bekannt ist eine Wiegevorrichtung (DE-GM 17 73 220) für einen fortlaufend bewegten Strom eines Gutes, z. B. von Tabak. Es gibt zwei Wiegebänder, die abwechselnd von einem Verteilerband beladen werden. Während des Beladens müssen sich die Wiegebänder in ihrer Förderrichtung bewegen. Wenn das Wiegeband vollständig gefüllt ist, kann der Wiegevorgang erfolgen, wobei jedoch eine Beruhigungs- oder Stillstandszeit vorgesehen werden muß. Damit dies nicht zu Schwierigkeiten führt, werden die beiden Wiegebänder abwechselnd beschickt, so daß im Fördervorgang keine oder keiner merkliche Unterbrechung einzutreten braucht. Anschließend werden die beiden Wiegebänder auf ein querlaufendes gemeinsames Abtransportband entleert.

Es ist ferner eine Vorrichtung zum Wiegen von Warenbahnabschnitten aus Kautschuk- und/oder Kunststoffmischungen bekannt (DE-OS 34 32 305), bei der die Transportvorrichtung von der Wiegevorrichtung derart getrennt ist, daß der Wiegevorgang erst nach Absenken der Transportfläche erfolgen kann.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Spaltmaschine anzugeben, bei der die einzelnen Leder, Häute u. dgl. gewogen werden und der Wiegevorgang ohne störende Unterbrechung in den Fördervorgang eingepaßt ist.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.

Die Fördergeschwindigkeit bei einer Spaltmaschine ist nicht konstant. Über den größten Teil der Durchlaufzeit ergibt sich eine Fördergeschwindigkeit, die durch die Spaltgeschwindigkeit vorgegeben ist. Um die Haut in den Spalt einlaufen zu lassen, muß mit verringerter Geschwindigkeit gearbeitet werden. Und wenn die Haut vollständig durch die Spaltzone hindurchgelaufen ist, kann dem Extraktorband eine etwas größere Fördergeschwindigkeit gegeben werden. Schließlich ist zu berücksichtigen, daß sich das Bedienungspersonal zwar bemüht, die einzelnen Flächenstücke unmittelbar nacheinander einzuführen, daß trotzdem aber gewisse Abstände schon beim Einlegen unvermeidbar sind. Demzufolge ergeben sich zwischen zwei auf dem Extraktorband aufeinander folgenden Häuten Lücken.

Das Wiegeband wird während des Aufbringens einer Haut nicht bewegt. Daher kann unmittelbar nach Übernahme des vollständigen Nutzspalts der Wiegevorgang ohne größere Verzögerung erfolgen, weil das stilltehende Wiegeband keinen Stopp-Belastungen oder anderen Störungen unterworfen ist, welche das Wiegeergebnis beeinflussen können. Unmittelbar danach kann der Nutzspalt mit erheblich größerer Geschwindigkeit als derjenigen des Extraktorbandes abtransportiert werden. Die für das Wiegen und Abtransportieren erforderliche Zeit ist so gering, daß das Wiegeband wieder aufnahmebereit ist, bevor - nach der Lücke - der nächste Nutzspalt abgelegt wird. Damit ist der Wiegevorgang ohne störende Unterbrechung in den Fördervorgang eingepaßt.

Auf die Weise kann man erstmals die Stückzahl und die Einzelgewichte bei einer Spaltmaschine jeweils für sich aufzeichnen.

Darüber hinaus hat das senkrecht zum Extraktorband verlaufende Wiegeband den Vorteil, daß der Nutzspalt beim Übergang vom Extraktorband auf das Wiegeband in Längsrichtung zusammengelegt und bei der Abgabe vom Wiegeband in Querrichtung zusammengelegt wird, der Nutzspalt also eine wesentliche kleinere Grundfläche als beim Spalten einnimmt.

Des weiteren kann man abwechselnd zwei Behälter mit dem Flächenmaterial füllen oder das Flächenmaterial nach bestimmten Kriterien, d. B. dessen Gewicht, sortieren.

Die Ausgestaltung nach Anspruch 2 führt zu einer besonders günstigen Konstruktion, bei der die Änderung der Meßwerte der Kraftmeßvorrichtung das gewünschte Gewicht ergibt.

Hierbei empfehlen sich gemäß Anspruch 3 Dehnmeßstreifen für die Kraftmeßvorrichtung.

Mit der Weiterbildung nach Anspruch 4 bleibt die Zuordnung von vorgeschaltetem Förderband und Wiegeband dauernd erhalten.

Mit der Konstruktion nach Anspruch 5 ergibt sich eine Fesselung, die übermäßige Verlagerungen verhindert, aber sonst keinen Einfluß auf die Wägung hat.

Die Erfindung wird nachstehend anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigt

Fig. 1 eine schematische Seitenansicht einer Spaltmaschine mit dem erfindungsgemäßen Fördersystem,

Fig. 2 eine Draufsicht auf die Anordnung der Fig. 1 und

Fig. 3 einen Teil einer leicht abgewandelten Ausführungsform räumlicher Darstellung.

Eine Spaltmaschine 1 ist mit einem Extraktor 2 zum Abtransport des Nutzspalts versehen. Beispielsweise kann über den Extraktor der Narbenspalt einer Haut abtransportiert werden, von der der Fleischspalt in der Spaltmaschine 1 abgetrennt worden ist. Der Extraktor weist ein breites Extraktorband 3 auf, welches über zwei Walzen 4 geführt ist, von denen eine in Fig. 2 angedeutet ist. Die Walzen sind in einem Gestell 5 gelagert, das zwei Seitenteile 6 und 7 aufweist. Dieses Gestell ist über Stützen 8 und 9 auf einem Gehäuse 10 gehalten, das beispielsweise ein Steuergerät u. dgl. enthält. Damit das gesamte Flächenmaterial auf dem Extraktorband 3 ausgebreitet Platz hat, besitzt dieses eine Breite von 2 m bis 4 m. Dieses Extraktorband 3 wird mit Hilfe eines nicht veranschaulichten Motors in Richtung des Pfeiles P1 angetrieben.

Eine Wiegevorrichtung 11 weist ein Wiegeband 12 auf, das um zwei Walzen 13 und 14 gelegt ist. Die Walzen sind in einem Gestell 15 gelagert, das zwei Seitenteile 16 und 17 aufweist. Ein Motor 31 (Fig. 3) vermag dieses Wiegeband als Förderband entweder in Richtung des Pfeiles P2 oder in Richtung des Pfeiles P3 anzutreiben. Unterhalb der Enden des Wiegebandes 12 ist Platz für Behälter 19 und 20, in welchen das Flächenmaterial, also der Nutzspalt, sortiert abgelegt werden kann. Die Mitte M dieses Wiegebandes 12 stimmt etwa mit der Längsmittellinie L des Extraktorbandes 3 überein.

Nahe seinen Enden wird das Gestell 15 für das Wiegeband 12 durch je eine Aufhängevorrichtung 21 bzw. 22 getragen. Die Aufhängevorrichtung ist an den Seitenteilen 6 bzw. 7 des Gestells für das Extraktorband 3 befestigt. In die Aufhängevorrichtung ist eine Kraftmeßvorrichtung 23 bzw. 24 einbezogen, die vorzugsweise einen Dehnmeßstreifen aufweist. Ferner ist am Gehäuse 10 eine ortsfeste Vorrichtung 25 angebracht, welche die Vertikalbewegung des Wiegebandes begrenzt, falls die Aufhängevorrichtung überlastet wird.

Fig. 3 zeigt eine ähnliche Anordnung, bei der abgewandelte Teile um 100 erhöhte Bezugszeichen erhalten. Man sieht dort, daß die Kraftmeßvorrichtungen 123 und 124 über Signalleitungen 26 bzw. 27 mit einem Auswerte- und Anzeigegerät 28 verbunden sind. Die Kraftmeßsignale werden elektronisch ausgewertet und über ein Display 29 angezeigt. Beispielsweise kann aus der Gewichtssumme ermittelt werden, wieviel Chemikalien beim anschließenden Gerbvorgang zugesetzt werden müssen. Die Einzelgewichte können für die Überwachung der Arbeit der Spaltmaschine von Interesse sein. In einer weiteren Schaltung 30 werden die gemessenen Gewichte nacheinander aufgezeichnet. Es kann dort auch entschieden werden, ob das Gewicht oberhalb oder unterhalb eines Grenzwertes liegt. In Abhängigkeit davon kann der Motor 31 für den Antrieb des Wiegebandes 12 in der einen oder anderen Richtung gedreht werden, so daß der Narbenspalt in den Behälter 19 oder in den Behälter 20 gelangt.

Im Betrieb wird das ausgebreitete Flächenmaterial auf dem Extraktorband 3 angeliefert, während das Wiegeband 12 stillsteht. Kurz nachdem das gesamte Flächenmaterial durch die Bewegung des Extraktorbandes 3 auf dem Wiegeband 12 abgelegt worden ist, kann die Wägung erfolgen. Es geht daher keine Zeit verloren, die sonst vor einer Messung erforderlich ist, um ein in Bewegung befindliches Wiegeband nach dem Abstoppen so weit zur Ruhe zu bringen, daß eine genaue Messung möglich ist. Das Wiegeband 3 wird in einer Betriebsweise in der Richtung P2 bewegt, bis der eine Behälter 20 voll ist, und dann in der Richtung P3, bis der andere Behälter 19 voll ist.

Als spaltbare Flächenmaterialien kommen insbesondere natürliche Materialien, wie Leder, Häute, Blößen usw. in Betracht. Es können aber auch künstliche Flächenmaterialien aus Textil oder Kunststoff gespalten und auf diese Weise gewogen werden. Anstelle der Behälter 19 und 20 können auch Stetigförderer an das Wiegeband anschließen.


Anspruch[de]
  1. 1. Spaltmaschine für Leder, Häute u. dgl. mit Wiegevorrichtung, dadurch gekennzeichnet, daß an ein Extraktorband (3) ein senkrecht hierzu verlaufendes Wiegeband (12) anschließt, das in beiden Richtungen (P2, P3) antreibbar ist und eine etwas größere Länge, aber eine geringere Breite als die Breite des Extraktorbandes hat.
  2. 2. Spaltmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein das Wiegeband (12) tragendes Gestell (15; 115) nahe beiden Enden über je eine Aufhängevorrichtung (21, 22; 121, 122) an einer Stützvorrichtung angebracht ist und die Aufhängevorrichtungen eine Kraftmeßvorrichtung (23, 24; 123, 124) aufweisen.
  3. 3. Spaltmaschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Kraftmeßvorrichtung (23, 24; 123, 124) Dehnmeßstreifen aufweist.
  4. 4. Spaltmaschine nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufhängevorrichtungen (21, 22; 121, 122) an den Seitenteilen (6, 7) eines das Extraktorband (3) tragenden Gestells (5) angebracht sind.
  5. 5. Spaltmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 4, gekennzeichnet durch eine ortsfeste Vorrichtung (25; 125) zur Begrenzung der Vertikalbewegung des Wiegebandes (12).






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

  Patente PDF

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com