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Dokumentenidentifikation DE3836682C1 14.12.1989
Titel Zirkel
Anmelder J. S. Staedtler GmbH & Co, 8500 Nürnberg, DE
Erfinder Decombe, Daniel, 8560 Lauf, DE
DE-Anmeldedatum 28.10.1988
DE-Aktenzeichen 3836682
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 14.12.1989
Veröffentlichungstag im Patentblatt 14.12.1989
IPC-Hauptklasse B43L 9/16
Zusammenfassung Zirkel mit einer Vorrichtung zum Schnell- und Feineinstellen der Zirkelschenkel, deren obere Enden im Zirkelkopf aneinanderliegen und die mindestens je eine der anderen gegenüberliegende kreisbogenförmige Getriebefläche aufweisen, wobei die Getriebeflächen mit einem im Zirkelkopf drehbar gelagerten und von Hand drehbaren Getrieberitzel in Eingriff stehen, mit Stellachse und Stellrad für das Getrieberitzel sowie einer Feststellvorrichtung für die Zirkelschenkel, wobei die Feststellvorrichtung auf die Stellachse des Getrieberitzels und/oder auf das Stellrad wirkt und gegen die Kraft eines elastischen Teils, wie z. B. einer Feder, lösbar ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Zirkel nach dem Oberbegriff des Hauptanspruches.

Einfache Zirkel, deren Schenkel gegen Reibungskraft auseinandergezogen oder zusammengedrückt werden können, sind vielfach verbreitet. Um eine genaue Einstellung zu bewirken und unabsichtlichem Verstellen durch seitlichen Druck auf einen Schenkel entgegenzuwirken, wurden Zirkel auch mit einem Spindeltrieb ausgestattet. Ein derartiger Spindeltrieb besteht üblicherweise aus einer quer zur Zirkelachse liegenden Spindel, die in in den Zirkelschenkeln angebrachten Gewindebuchsen eingreift. Mittels eines Stellrades können die Zirkelschenkel bewegt werden. Als unhandlich, besonders für die Verpackung, hat sich dabei die Tatsache erwiesen, daß die Spindel ein sehr großes Quermaß bewirkt, so daß Verpackungen oft mehr als doppelt so breit ausfallen müssen, als es für einfache Zirkel ohne Spindeltrieb nötig wäre.

Es hat daher auch den Vorschlag gegeben, statt eines Spindeltriebs einen Zahnradtrieb im Zirkelkopf vorzusehen. Die DE-OS 22 46 321 zeigt einen solchen Zirkel, dessen einander gegenüberliegende Schenkeloberseiten im Zirkelkopf je eine kreisbogenförmige Getriebefläche aufweisen, die mit einem mittels Stellrad drehbaren Getrieberitzel in Eingriff stehen. Wird das Stellrad betätigt, so werden die Schenkel geöffnet oder geschlossen. Da hier jedoch die Gefahr des unabsichtlichen Verstellens sehr groß ist, hat man eine Feststellschraube in der Schwenkachse der Schenkel angeordnet. Dies macht die Handhabung des Zirkels kompliziert, wenn die Feststellschraube umständlich auf- und zugeschraubt werden muß.

Aus der DE-OS 25 26 439 ist ein Zirkel mit einer Vorrichtung zum Schnell- und Feineinstellen der Zirkelschenkel bekannt, bei dem die Getriebeflächen mit einem im Zirkelkopf drehbar gelagerten und von Hand drehbaren Getrieberitzel in Eingriff stehen. Bei dieser Ausführung ist, neben erkennbar auftretenden Design-Problemen, ebenfalls die Handhabung relativ kompliziert, da die seitlich angebrachte Stellschraube zur Entriegelung umständlich nach oben gedrückt werden muß.

Aufgabe der Erfindung ist es daher, einen Zirkel zu schaffen, der ebensowenig Verpackungsprobleme aufwirft, wie ein einfacher Zirkel, bei dem jedoch die Vorteile einer Einstellung mittels eines Zahnradtriebes mit einer einfachen Handhabung verbunden sind.

Diese Aufgabe wird mit den im kennzeichnenden Merkmal des Hauptanspruchs beschriebenen Mitteln gelöst. Vorteilhafte Ausführungen sind in den Unteransprüchen enthalten.

Eine bevorzugte Ausführung der Erfindung sieht vor, das Stellrad und/oder die Stellachse für das Getrieberitzel durch eine Klemmvorrichtung, z. B. eine Klemmzange, gegen unbeabsichtigte Verstellung festzustellen, wobei die Klemmvorrichtung gegen den Druck einer Feder gelöst werden kann. Dies geschieht z. B. über einen im Griff des Zirkelkopfs angebrachten Drücker. Damit ist eine sehr einfache Bedienung möglich, da der Zirkel schon mit einer Hand verstellt werden kann.

Als besonders vorteilhaft hat sich die Tatsache erwiesen, daß die Klemmkraft der Klemmzange so eingestellt werden kann, daß die Schenkel zwar gegen eine unbeabsichtigte Verstellung durch seitliches Berühren geschützt werden, daß aber eine sehr genaue Einstellung durch das zum Mikrometerrad ausgebildete Stellrad möglich bleibt, wenn eine entsprechende Übersetzung und eine entsprechende Materialkombination gewählt werden.

Die Erfindung wird anhand mehrerer Zeichnungen näher erläutert. Dabei zeigt

Fig. 1 bis 3 eine erste Ausführungsform der Erfindung,

Fig. 4 bis 6 eine zweite Ausführungsform der Erfindung.

Fig. 1 zeigt einen erfindungsgemäßen Zirkelkopf mit Zahnradtrieb und Feststellvorrichtung. Die oberen Enden 10 der Zirkelschenkel 11 sind ringförmig gestaltet und umschließen eine kreisförmige Aussparung 19. Beide oberen Enden 10 weisen Getriebeflächen 17 auf, die einander gegenüberliegen. In die Getriebeflächen 17, die z. B. als Kegelzahnräder gestaltet sein können, greifen passende Getrieberitzel 3 ein, die miteinander durch eine Stellachse 2 verbunden sind, die durch ein Stellrad 9, das in der Mitte der Stellachse 2 angebracht ist, gedreht werden kann. Die Getrieberitzel 3 und die Getriebeflächen 17 sind derart aufeinander abzustimmen, daß sich die Getrieberitzel 3 nicht blockieren, d. h. daß immer ein Getrieberitzel frei läuft.

Die Stellachse 2 liegt quer zur Zirkelachse, daher ist das Stellrad 9 parallel zur Zirkelachse ausgerichtet. Die oberen Enden 10 und die Getrieberitzel 3 mit Stellachse 2 und Stellrad 9 werden von außen durch das Gehäuse 21 des Zirkelkopfs 8 zusammengehalten, wobei zwei Stege 16 durch die Aussparungen 19 der oberen Enden 10 greifen und beide Seiten des Gehäuses 21 verbinden und dabei die oberen Enden 10 dort halten. Zwischen den Stegen 16 ist eine Klemmzange 5 angebracht, die vergabelt ist und mit ihren äußeren konischen Flächen 22 an den Stegen 16 anliegt, wobei die Klemmzange 5 mit ihren Klemmflächen 23 das Stellrad 9 seitlich faßt. Die Klemmzange 5 ist nach oben hin hinter der Gabelung durch eine Druckstange 15 verlängert, die zwischen den oberen Enden 10 hinaus durch das Gehäuse 21 in den mit diesem verbundenen hohlen Griff 7 faßt und dort mit einem Drücker 6 verbunden ist, der mindestens um die notwendige Betätigungshöhe aus dem Griff 7 nach außen ragt. Zwischen dem Drücker 6 und einer Stufe 14 im unteren Bereich des hohlen Griffs 7 wirkt eine Feder 4. Diese Feder 4 drückt den Drücker 6 nach außen und klemmt damit die über die Druckstange 15 mit diesem verbundene Klemmzange 5 um das Stellrad 9, da die Klemmzange 5 mit ihren konischen Flächen 22 zwischen die Stege 16 gezogen wird und sich dadurch schließt. Durch Druck auf den Drücker 6 bewegen sich Druckstange 15 und Klemmzange 5 nach unten und die Klemmzange 5 wird nicht mehr von den Stegen 16 an das Stellrad 9 gedrückt. Damit können sich Stellrad 9 und Stellachse 2 leicht drehen und die Zirkelschenkel 11 können leicht auseinandergezogen werden.

Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, die Klemmzange 5 mit einer gewissen Eigenelastizität auszustatten, so daß sie bei Betätigung des Drückers 6 leicht aufgeht. Es ist jedoch möglich, durch geeignete Abstimmung von Klemmzange 5 und Feder 4 auch Klemmzangen aus einem Material mit geringer oder keiner Eigenelastizität zu verwenden.

Fig. 2 zeigt ein oberes Ende 10 eines Zirkelschenkels 11. Dieses umschließt ringförmig die Aussparung 19. Kreisbogenförmig ist eine Gewindefläche 17 angebracht. Um den Öffnungsweg der Zirkelschenkel zu begrenzen, können Anschläge 18 angebracht werden.

Fig. 3 zeigt eine Außenansicht der Ausführung nach Fig. 1. Für das Stellrad 9 sind Durchbrüche 20 im Gehäuse 21 vorgesehen. Das Gehäuse 21 weist eine Markierung 24 auf, mittels der auf einer Skala 12, die auf einer Außenseite eines der oberen Enden 10 der Zirkelschenkel angebracht ist und die von dem Gehäuse 21 nicht verdeckt ist, das Einstellmaß des Zirkels exakt abgelesen werden kann. Mit einer derartigen Anordnung kann das Stellrad 9 als Mikrometerrad ausgebildet und eine mikrometergenaue Einstellung erreicht werden.

Ein entsprechend großes Stellrad 9 kann, wenn die Materialien von Klemmzange 5 und Stellrad 9 entsprechend aufeinander abgestimmt sind und wenn die Kraft der Feder 4 nicht zu groß ist, auch in Normalstellung, d. h. bei geklemmtem Stellrad 9, zur Feineinstellung bewegt werden, wobei die Klemmkraft noch genügend groß ist, um ein unbeabsichtigtes Verstellen, z. B. beim Weglegen oder dgl., zu verhindern. Neben dem Durchbruch 20 kann zur besseren Bedienung eine Öffnungsrichtungsanzeige 25 angebracht werden bzw. der Durchbruch als Öffnungsrichtungsanzeige 25 gestaltet sein.

Die Ausführung nach der Fig. 4 unterscheidet sich von der vorstehenden Ausführung vor allem dadurch, daß die Klemmzange 5&sec; auf die Stellachse 2&min; wirkt, die hier senkrecht angeordnet ist. Die Stellachse 2&min; ist nur an der dem Griff 7 entgegengesetzten Seite mit einem Getrieberitzel 3&min; ausgestattet. Das andere Ende der Stellachse 2&min; wird von einer Klemmzange 5&min; gehalten, die mit ihren konischen Flächen 22&min; an einem Absatz 13 am Anfang des hohlen Griffs 7 anliegt und von einer Feder 4 im Griff 7, die zwischen einer Stufe 14 in diesem und dem Drücker 6, der mit der Klemmzange 5&min; verbunden ist, wirkt, in Klemmposition gehalten wird. Das Stellrad 9 liegt in diesem Fall quer zur Zirkelachse. Auch hier wird die Klemmzange 5&min; durch einen Druck auf den Drücker 6 geöffnet. Es gilt hier das oben zu der Ausführung nach Fig. 1 bis 3 Ausgeführte.

Fig. 5 zeigt, daß bei dieser zweiten Ausführung die Getriebefläche 17&min; kleiner ausfallen kann, als bei der ersten Ausführung, da lediglich ein Getrieberitzel 3&min; wirkt.

Fig. 6 zeigt schließlich, daß bei dieser Ausführung der Durchbruch 20&min; im Gehäuse entsprechend der Lage des Stellrades 9&min; quer zur Zirkelachse angeordnet ist. Über dem Durchbruch 20&min; ist eine Öffnungsrichtungsanzeige 25&min; angebracht.

Positionsliste

1, 1&min; Zirkel

2, 2&min; Stellachse

3, 3&min; Getrieberitzel

4 Feder

5, 5&min; Klemmzange

6 Drücker

7 Griff

8 Zirkelkopf

9, 9&min; Stellrad

10 oberes Ende des Zirkelschenkels

11 Zirkelschenkel

12 Skala

13 Absatz

14 Stufe

15 Druckstange

16 Stege

17, 17&min; Getriebefläche

18 Anschlag

19 Aussparung

20, 20&min; Durchbruch

21 Gehäuse

22, 22&min; konische Flächen

23 Klemmfläche

24 Markierung

25, 25&min; Öffnungsrichtungsanzeige


Anspruch[de]
  1. 1. Zirkel mit einer Vorrichtung zum Schnell- und Feineinstellen der Zirkelschenkel, deren obere Enden im Zirkelkopf aneinanderliegen und mindestens je eine der anderen gegenüberliegende kreisbogenförmige Getriebefläche aufweisen, wobei die Getriebeflächen mit einem im Zirkelkopf drehbar gelagerten und von Hand drehbaren Getrieberitzel in Eingriff stehen, mit Stellachse und Stellrad für das Getrieberitzel sowie einer Feststellvorrichtung für die Zirkelschenkel, dadurch gekennzeichnet, daß die Feststellvorrichtung auf die Stellachse (2, 2&min;) des Getrieberitzels (3) und/oder auf das Stellrad (9, 9&min;) wirkt und gegen die Kraft eines elastischen Teils, wie z. B. einer Feder (4), lösbar ist.
  2. 2. Zirkel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Feststellvorrichtung eine Klemmzange (5, 5&min;) ist.
  3. 3. Zirkel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Feststellvorrichtung (5, 5&min;) mit einem Drücker (6) im Griff (7) des Zirkelkopfes (8) verbunden ist.
  4. 4. Zirkel nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Klemmzange (5, 5&min;) die Stellachse (2, 2&min;) und/oder das Stellrad (9) mindestens teilweise reibschlüssig umfaßt.
  5. 5. Zirkel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Stellrad (9, 9&min;) als Mikrometerrad ausgebildet ist und daß auf wenigstens einem der oberen Enden (10) der Zikelschenkel (11) eine Skala (12) angebracht ist.






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