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Dokumentenidentifikation DE3902747A1 21.12.1989
Titel Verteilervorrichtung für Stabstahl
Anmelder VEB Schwermaschinenbau-Kombinat "Ernst Thälmann" Magdeburg, DDR 3011 Magdeburg, DD
Erfinder Pechau, Gerhard, Dr.-Ing., DDR 3033 Magdeburg, DD;
Röttger, Jürgen, Dr.-Ing., DDR 3038 Magdeburg, DD;
Ihme, Frank, Dipl.-Ing., DDR 3018 Magdeburg, DD;
Schindelhauer, geb. Künast, Renate, DDR 3107 Niederndodeleben, DD
DE-Anmeldedatum 31.01.1989
DE-Aktenzeichen 3902747
Offenlegungstag 21.12.1989
Veröffentlichungstag im Patentblatt 21.12.1989
IPC-Hauptklasse B21B 39/00
IPC-Nebenklasse B65G 51/02   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Verteilervorrichtung für Stabstahl. Mit Hilfe der Erfindung wird stabförmiges Walzgut auf mehrere, kreisförmig zueinander angeordnete Bahnen verteilt und somit den in Feinstahlwalzwerken üblichen Stababbremseinrichtungen zugeführt. Die erfindungsgemäße Vorrichtung besteht dabei aus einem in einer mittels E-Motor über eine Zahnradstufe angetriebenen Trommel angeordneten Verteilerrohr, das durch exzentrische Lagerung in einer sphärischen Lagerbuchse an einem Ende und in einem Gestell, in zwei Ebenen auf dem Drehmittelpunkt der Exzenterlaufbahn schwenkbar, am anderen Ende, kardanisch aufgehängt ist. Durch das kreisende Verteilerrohr wird das stabförmige Walzgut kontinuierlich aufeinanderfolgend auf mehrere, in einer kreisförmigen Einlaufplatte angeordnete Führungsbahnen verteilt.

Beschreibung[de]
Anwendungsgebiet der Erfindung

Die Erfindung betrifft eine Verteilervorrichtung für Stabstahl. Mit Hilfe der Erfindung wird stabförmiges Walzgut auf mehrere, kreisförmig zueinander angeordnete Bahnen verteilt und somit den in Feinstahlwalzwerken üblichen Stababbremseinrichtungen zugeführt.

Charakteristik des bekannten Standes der Technik

In Feinstahlwalzwerken wird die aus Knüppeln ausgewalzte Walzaderlänge durch nach der Walzstraße angeordnete Kühlbettscheren in Kühlbettlängen zerteilt. Danach werden die so entstandenen, direkt nacheinander auflaufenden Stäbe vereinzelt und geeigneten Stababbremseinrichtungen zugeführt. Die erreichbare Endwalzgeschwindigkeit wird dabei in modernen Feinstahlwalzwerken im wesentlichen durch die Dynamik der angewendeten Verteil- und Abbremseinrichtungen bzw. der Kühlbettausführung bestimmt.

Deshalb ist man zum einen bestrebt, bei gleichen Kühlbettabmessungen und Stablängen die Durchlaßfähigkeit zu erhöhen, was eine Erhöhung der Endwalzgeschwindigkeit bedeutet, wenn man die Möglichkeit des Trennwalzens nicht anwenden möchte.

Zum anderen wird das Ziel verfolgt, durch Verringerung der Stablängen, die Ausrüstungsmasse und den erforderlichen Flächenbedarf der Kühlbettausrüstungen zu verringern.

In beiden Fällen erhöht sich die Stabfolgefrequenz. Damit steigen die Anforderungen an die Kühlbettausrüstungen hinsichtlich deren Dynamik.

Schwerpunkt innerhalb dieses Systems sind die Stabverteilereinrichtungen. Man ist bestrebt, die Schaltfrequenz dieser Ausrüstungen bei Gewährleistung einer hohen Betriebssicherheit und Zuverlässigkeit zu erhöhen.

Da die ruckartig schaltenden Einrichtungen mit zunehmender Schaltfrequenz und Stabgeschwindigkeit einem ruhigen und sicheren Stablauf entgegenwirken, wird nach Lösungen gesucht, um den Stab kontinuierlich und schnell auszulenken. Bekannt sind Führungsrohre an rotierenden Drahtscheren, die durch Hin- und Rücktrieb des Schwenkrohres eine Verteilung des Walzgutes auf zwei Bahnen gestatten (DD 203 257). Ein kontinuierliches Auslenken wird durch den Synchronlauf der Quergeschwindigkeit des Schwenkrohres mit der Quergeschwindigkeit des schraubenartigen Kalibers im Messerkopf erreicht. Auf ähnliche Art und Weise erfolgt der Auslenkvorgang bei einer bekanntgewordenen Treib- und Verteileinrichtung für Walzstäbe (DD-WP B 21 B/313 706.6). Hier werden die Stäbe durch gewindeförmige Treibrillen, die wechselseitig in Eingriff gebracht werden, allmählich ausgelenkt. Beide Einrichtungen gestatten eine betriebssichere Verteilung von Walzgut auf zwei Bahnen, was hohe Anforderungen an die nachgeschalteten Bremseinrichtungen stellt.

Deshalb wurden Einrichtungen entwickelt, die das Walzgut auf mehrere Bahnen verteilen können. Bekannt ist eine Einrichtung zum Transport von gewalztem Stabmaterial, die die Stäbe mittels Verteilerrohre aufnimmt und durch sich anschließende, bewegbare und in unterschiedlichem Abstand von der Walzlinie angeordnete Zuführrohre in Bremskanäle einführt (DE 19 43 236). Mit Hilfe eines rotierenden Verteilers kann entsprechend der DD-Anmeldung WP B 21 C/314 578.1 stabförmiges Walzgut auf beliebig viele kreisförmige Bahnen verteilt werden.

Nachteilig ist dabei, daß die Stäbe dabei verdrillt werden.

Ziel der Erfindung

Ziel der Erfindung ist es, eine Vorrichtung zur Verteilung von stabförmigem Walzgut zu schaffen, die einen einfachen und betriebssicheren Aufbau sowie einen geringen Flächen- und Massebedarf aufweist und die eine hohe Qualität der Walzstäbe garantiert.

Darlegung des Wesens der Erfindung

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zu schaffen, mittels der stabförmiges Walzgut kontinuierlich aufeinanderfolgend und in hoher Qualität auf mehrere, in einer kreisförmigen Einlaufplatte angeordnete Führungsbahnen verteilt wird.

Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß in einer mittels E-Motor über eine Zahnradstufe angetriebenen Trommel ein Verteilerrohr an einem Ende exzentrisch in einer sphärischen Lagerbuchse und am anderen Ende in einem Gestell, in zwei Ebenen auf dem Drehmittelpunkt der Exzenterlaufbahn schwenkbar angeordnet ist. Es gehört ebenfalls zur Erfindung, daß das Verteilerrohr drehbar mittels eines Lagers in der sphärischen Lagerbuchse angeordnet ist.

Ein weiteres Merkmal der Erfindung ist, daß dem Verteilerrohr fest ein Einlauftrichter zugeordnet ist, dessen Einlauföffnung vom maximalen Walzgutquerschnitt abhängig ist und dessen Einlaufwinkel α = 5 bis 15° beträgt.

Ausführungsbeispiel

Die Figur zeigt: Seitenansicht der Verteilervorrichtung in teilweiser Schnittdarstellung

Dem kreisenden Verteilerrohr 2 mit kardanischer Aufhängung im Drehmittelpunkt 17 und in einer sphärischen Lagerbuchse 8 sind eintrittsseitig ein Einlauftrichter 9 und austrittsseitig mehrere Auffangtrichter 10, die in Führungsbahnen 11 münden zugeordnet. Die Größe der Einlauföffnung 13 des Einlauftrichters 9 ist unter Berücksichtigung der Kreisbewegung des Mittelpunktes der Einlauföffnung 14 so festgelegt, daß auch ein Walzstab 1 mit maximal hergestelltem Querschnitt sicher einlaufen kann.

Durch einen Öffnungskegel 15 mit α = 10° wird ein schonendes Eingleiten des Walzstabes 1 in das Führungsrohr 2 gewährleistet. Der Einlauftrichter 9 ist in zwei Ebenen schwenkbar in einem Gestell 12 gelagert und fest mit dem Verteilerrohr 2 verbunden. Das Verteilerrohr 2 ist in seinem austrittsseitigen Drittel exzentrisch in einer sphärischen Lagerbuchse 8 schwenkbar und zudem mittels eines Lagers 7 drehbar gelagert.

Dadurch wird gewährleistet, daß das Verteilerrohr nicht um seine Längsachse rotiert, wodurch der Stab verdrillt werden würde.

Die somit ausgeführte umlaufende Bewegung auf einer Kreisbahn wird durch die Drehung der Trommel 6 erreicht, in der das Verteilerrohr 2 in der beschriebenen Art angeordnet ist. Der Antrieb der Trommel 6 erfolgt durch einen E-Motor 3, der am Grundgestell 16 angeordnet ist. Dabei erfolgt die Übertragung der Bewegung durch eine Zahnradstufe 4, die in die am Außenmantel der Trommel 6 vorhandene Verzahnung eingreift.

Die Wirkungsweise soll weiterhin ergänzend charakterisiert werden.

Die Walzstäbe 1 werden kontinuierlich und außermittig in die Einlauföffnung 13 des Einlauftrichters 9 eingetrieben, wobei die Stablaufachse eines jeden Walzstabes 1 auf den Drehmittelpunkt 17 des Verteilerrohres 2 ausgerichtet ist. Durch das zur Stablaufachse schräg im Raum ausgerichtete Verteilerrohr 2 und die kreisende Bewegung des Verteilerrohres 2, wird dem Walzstab 1 zusätzlich zu seiner Längsbewegung eine Querbewegung aufgezwungen. Die kreisende Bewegung der austrittsseitigen Öffnung des Verteilerrohres 2 ist dabei so abzustimmen, daß die Spitze eines Walzstabes 1 jeweils in einen Auffangtrichter 10 einläuft und der danach folgende Walzstab 1 in den nächstfolgenden Auffangtrichter 10 ungehindert eintreten kann.

Die Auffangtrichter 10 sind so ausgestaltet und der Abstand zwischen der Austrittsöffnung des Verteilerrohres 2 und den vorderen Kanten der Einlauftrichter 10 ist so bemessen, daß bei gleichförmiger Bewegung des Verteilerrohres 2 ein sicheres Einlaufen der Spitze eines jeden Walzstabes 1 in einen Auffangtrichter 10 gewährleistet wird und auch die seitlich notwendige Bewegung des Walzstabes 1 bei konstanter Umlaufgeschwindigkeit der Austrittsöffnung des Verteilerrohres 2 ungehindert möglich ist.

Dazu wird die Drehzahl des E-Motors 3 unter Beachtung der Übersetzung der Zahnradstufe 4 und der Stabfolgefrequenz, die konstant sein muß, entsprechend festgelegt.

Aufstellung der verwendeten Bezugszeichen

1 - Walzstab

2 - Verteilerrohr

3 - E-Motor

4 - Zahnradstufe

5 - Trommellagerung

6 - Trommel

7 - Lager

8 - sphärische Lagerbuchse

9 - Einlauftrichter

10 - Auffangtrichter

11 - Führungsbahn

12 - Gestell

13 - Einlauftrichter

14 - Mittelpunkt der Einlauföffnung

15 - Öffnungskegel

16 - Grundgestell

17 - Drehmittelpunkt


Anspruch[de]
  1. 1. Verteilervorrichtung für Stabstahl, dadurch gekennzeichnet, daß in einer mittels E-Motor (3) über eine Zahnradstufe (4) angetriebenen Trommel (6) ein Verteilerrohr (2) an einem Ende exzentrisch in einer sphärischen Lagerbuchse (8) und am anderen Ende in einem Gestell (12), in zwei Ebenen auf dem Drehmittelpunkt (17) der Exzenterlaufbahn schwenkbar angeordnet ist.
  2. 2. Verteilervorrichtung für Stabstahl nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Verteilerrohr (2) in der sphärischen Lagerbuchse (8) drehbar mittels eines Lagers (7) angeordnet ist.
  3. 3. Verteilervorrichtung für Stabstahl nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß dem Verteilerrohr (2) fest ein Einlauftrichter (9), dessen Einlauföffnung vom maximalen Walzgutquerschnitt abhängig ist und dessen Einlaufwinkel α = 5 bis 15° beträgt, zugeordnet ist.






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