Die Erfindung betrifft eine umsteuerbare Hubkolbenbrennkraftmaschine
gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs.
Jedem Stößel sind bei Anordnungen dieser Art in der Regel zwei
Steuernocken zugeordnet, von denen die eine für den Einsatz bei
Rechtslauf und die andere für den Einsatz bei Linkslauf ausgebildet
ist, so daß bei jedem Drehrichtungswechsel eine Verschiebung
der Steuernocken gegenüber dem zugeordneten Stößel stattfinden
muß. Die Nocken sind in der Regel bezogen auf OT spiegelbildlich
umgeklappt. Es kommt daher häufig vor, daß beim Umsteuern
die volle Nockenhöhe zu überwinden ist. Zur Verhinderung eines
Klemmens der Stößel hat man sich daher bereits damit beholfen,
daß die Steuernocken mit in Umsteuerrichtung ansteigend Anlaufflächen
versehen wurden.
Bei einer aus der CH-PS 1 57 418 bekannten Nockenwelle wird ein linearer Anstieg der
Kontur vorgesehen. Dementsprechend ändern sich hierbei beim
Umsteuern auch die Aktionskräfte und die geleistete Arbeit über
den Umsteuerweg linear. Hierdurch ergibt sich eine ungleichmäßige
Verteilung der Kräfte über dem Weg, insbesondere im Hinblick auf
die Umsteuerkraft, die am Ende des Umsteuervorgangs
auf ein Mehrfaches ihrer Ausgangsgröße
ansteigt. Die maximale Größe der Umsteuerkraft ist jedoch maßgebend
für die Auslegung der Umsteuerung und der Umsteuerhilfe.
Die bekannten Anordnungen erfordern daher aufgrund des linearen
Anstiegs der Anlaufflächen eine relativ massive und daher teuere
und zudem mit einer großen Trägheit behaftete Konstruktion.
Hiervon ausgehend ist es die Aufgabe der vorliegenden Erfindung,
mit
einfachen und daher höchst kostengünstigen Mitteln eine Steuernocke
zu schaffen, die relativ kleine Umsteuerkräfte erfordert, welche
zudem über dem Umsteuerweg im wesentlichen konstant bleiben.
Diese Aufgabe wird durch den kennzeichnenden Teil des Patentanspruchs gelöst. Dieser
Lösung liegt die Erkenntnis zugrunde, daß die vom Stößel
auf die Anlauffläche ausgeübte Kraft und damit die Reibungs-
bzw. Gleitverhältnisse sehr stark von der andererseits auf den
Stößel wirkenden Federkraft abhängen, die bekanntlich mit dem
Verschiebeweg ansteigt. Im Bereich kleiner Federkräfte, das
heißt am Anfang der Verschiebung, sind daher gemäß der Erfindung
noch relativ hohe Steigungen vorgesehen, im Endbereich der
Verschiebung dagegen soll die Steigung zum Ausgleich der hier
stark angewachsenen Federkräfte entsprechend reduziert sein.
Hierdurch ergibt sich in vorteilhafter Weise eine gewisse Vergleichmäßigung
und Reduzierung der notwendigen Umsteuerkräfte.
Eine Nockenwelle mit einer in seitlicher Projektion einen unlinearen
Anstieg aufweisenden Nockenbahn ist zwar aus der US-PS 23 07 926
bekannt, jedoch ist die dort gezeigte Nockenkontur nicht identisch
mit dem Weg, auf dem der Stößel auf der Nockenbahn entlangläuft. Bei
dieser bekannten Anordnung soll der Drehbewegung der Nockenwelle
taktweise während des Betriebes eine Axialbewegung überlagert werden,
um die Steigung insgesamt durch eine Verlängerung des Weges zu
reduzieren. Eine sich gegen Ende des Stößelhubes verringernde
Steigung ist dort nicht vorgesehen. Eine Überlagerung von
Drehbewegung und Axialbewegung wäre für eine umsteuerbare
Nockenwelle eines Schiffsmotors auch deshalb nicht geeignet, weil
bei dieser die Umsteuerung in der Regel bei abgeschalteter Maschine
erfolgt, d. h. eine Drehbewegung der Nockenwelle gar nicht vorhanden
ist.
Eine besonders weitgehende Vergleichmäßigung und Reduzierung
der notwendigen Umsteuerkräfte läßt sich gemäß einer besonders
bevorzugten Ausführungsform der Erfindung
dadurch erreichen, daß der Anstieg der Anlaufflächen
in Umfangsrichtung der in Fig. 2 mit 16 angezogenen Hüllkurve
folgt.
Diese Maßnahme
erlaubt eine Reduzierung der notwendigen Umsteuerkräfte bis zu
50% der bei vergleichbaren bekannten Anordnungen notwendigen
Kräfte. Da die Umsteuerkraft über dem Umsteuerweg praktisch
völlig konstant bleibt, unterbleiben in vorteilhafter Weise
ruckartige Bewegungen der Steuerwelle, die bei den bekannten
Anordnungen zu einer starken Beanspruchung der Lager etc. geführt
haben. Außerdem ergibt sich hierbei während des Umsteuervorgangs
eine Reduzierung der Pressung zwischen Stößel und Nocken
und damit in vorteilhafter Weise eine hohe Standzeit. Zudem
läßt sich hierbei im Bereich maximaler Förderdrücke der Kraftstoffpumpe
eine Erhöhung der tragenden Fläche und damit auch in
diesem Bereich eine Reduzierung der Flächenpressung erreichen.
Mit Hilfe von Schablonen oder durch den Einsatz von EDV-gesteuerten
Werkzeugmaschinen läßt sich auch der herstellungstechnische
Aufwand in vertretbaren Grenzen halten.
Die vorliegende Erfindung erlaubt daher insgesamt eine leichtere
und daher kostengünstigere Dimensionierung der gesamten Umsteuervorrichtung,
wobei neben den niedrigen Gestehungskosten
auch die niedrigen laufenden Betriebskosten nicht unberücksichtigt
bleiben können. Die mit der vorliegenden Erfindung erzielbaren
Vorteile sind daher insbesondere in ihrer Wirtschaftlichkeit zu
sehen.
Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus
der nachstehenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels anhand
der Zeichnung in Verbindung mit den Ansprüchen.
Hierbei zeigt
Fig. 1 ein Nockenpaar zur Steuerung eines
Ventils und
Fig. 2 eine bevorzugte Kontur der Anlauffläche
eines Umsteuernockens.
In Fig. 1 ist mit 1 beispielsweise ein Auslaßventil eines Viertakt-
Dieselmotors bezeichnet, welches zur Bewerkstelligung der
Ventilbewegung mit einer Schließfeder 2 und einem bei 3 schwenkbar
aufhängbaren Kipphebel 4 zusammenwirkt. Der Kipphebel 4
ist auf der dem Ventil 1 gegenüberliegenden Seite mit einer mit
Steuernocken 5 bzw.6 zusammenwirkenden Stößelstange 7 verbunden,
die im dargestellten Ausführungsbeispiel an ihrem nockenseitigen
Ende mit einer Stößelrolle 8 versehen ist. Die Nocken 5
und 6 sind unfangsmäßig gegeneinander versetzt auf der bei 9
angedeuteten, verschiebbaren Steuerwelle 9 angeordnet. Eine Anordnung
der vorstehend beschriebenen Art wird im Bereich jedes
Ventils sowie jeder Einspritzpumpe benötigt. In der Regel ist dabei
für eine Zylinderreihe jeweils eine gemeinsame Steuerwelle
vorgesehen.
Bei Rechtslauf der Brennkraftmaschine soll beispielsweise die im
dargestellten Ausführungsbeispiel rechts gezeichnete Steuernocke 5,
bei Linkslauf die links gezeichnete Steuernocke 6 zum Einsatz kommen.
Die Stößelrolle 8 rollt hierbei jeweils auf der Lauffläche 10
bzw. 11 der Nocken 5 bzw. 6 ab. Bei einem Drehrichtungswechsel
muß daher die Steuerwelle 9 entsprechend dem Abstand der
Laufflächen 10 und 11 verschoben werden. Im dargestellten
Ausführungsbeispiel ist die Steuerwelle 9 in einer Zwischenlage angedeutet, in
der die Steuerwelle von rechts nach links verschoben wird und die
Stößelrolle 8 vom Bereich der geringsten Erhebung des Nockens 6
in den Bereich der höchsten Erhebung des Nockens 5 gelangt. Zur
Überwindung derartiger Höhenunterschiede sind die Nocken 5 und 6jeweils mit in Umsteuerrichtung ansteigenden Anlaufflächen 12
und 13 versehen. Die zum Verschieben der Steuerwelle 9 erforderliche
Kraft hängt ersichtlich von der Pressung zwischen der
Stößelrolle 8 und der Anlauffläche 12 und damit von der durch die
Feder 2 ausgeübten Kraft und letzten Endes von der Neigung der
Kontur der Anlauffläche 12 ab. Die Federkraft nimmt mit zunehmendem
Federweg zu, ist also im unteren Bereich der Anlauffläche
12 noch gering und erreicht im oberen Bereich, dem Bereich
der höchsten Nockenerhebung, ihr Maximum.
Wie aus Fig. 2 erkennbar ist, sind daher die Anlaufflächen 12
bzw. 13 im Gegensatz zu den bekannten Lösungen nicht mit einem
linearen Anstieg versehen, sondern steigen insgesamt gesehen unlinear an, wobei
wenigstens zwei jeweils für sich betrachtet linear ansteigende Äste 14 bzw. 15 vorgesehen sein können. Der
im dargestellten Ausführungsbeispiel mit 14 bezeichnete, untere
Ast weist dabei eine relativ hohe Steigung auf und erstreckt sich
etwa bis auf die halbe Nockenhöhe. Der hieran anschließende weitere
Ast 15, der bis zur vollen Nockenhöhe reicht, weist demgegenüber
eine weit geringere Steigung auf. Hierdurch ist gewährleistet,
daß beim Verschieben der Steuerwelle die Federkraft im
unteren Bereich noch relativ schnell zunimmt, im oberen Bereich
dagegen relativ langsam. Dementsprechend ergibt sich gegenüber
den bekannten Anordnungen eine bestimmte Vergleichmäßigung und
Reduzierung der notwendigen Umsteuerkraft. Eine Reduzierung
der notwendigen Umsteuerkraft bis zu 50% gegenüber den bekannten
Lösungen ist zu erwarten, wenn die Anlaufflächen 12 bzw. 13 der bei 16 angedeuteten
Hüllkurve folgen, deren Steigung in Umsteuerrichtung kontinuierlich abnimmt.
Bei dieser Ausführungsform
bleibt die Umsteuerkraft in vorteilhafter Weise über den
gesamten Umsteuerweg konstant. Der Vorteil der dargestellten
Ausführungsform mit nur zwei Ästen 14, 15 ist dagegen in der besonders einfachen Herstellung zu sehen.