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Dokumentenidentifikation DE2755074C2 18.01.1990
Titel Verfahren zur Polymerisation und Copolymerisation von Chloropren
Anmelder E.I. du Pont de Nemours and Co., Wilmington, Del., US
Erfinder Miller, Kenneth Leron, Louisville, Ky., US
Vertreter Schönwald, K., Dr.-Ing.; Fues, J., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat.; von Kreisler, A., Dipl.-Chem.; Selting, G., Dipl.-Ing., Pat.-Anwälte, 5000 Köln
DE-Anmeldedatum 10.12.1977
DE-Aktenzeichen 2755074
Offenlegungstag 15.06.1978
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 18.01.1990
Veröffentlichungstag im Patentblatt 18.01.1990
IPC-Hauptklasse C08L 11/00
IPC-Nebenklasse C08C 4/00   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft neue schwefelmodifizierte Chloroprenpolymerisate mit ausgezeichneten mechanischen Eigenschaften und ausgezeichneter Verarbeitbarkeit.

Schwefelmodifizierte Chloroprenpolymerisate sind allgemein bekannt und im Handel unter der Bezeichnung "Neoprene®G" erhältlich. Sie werden durch Polymerisation von Chloropren oder Copolymerisation von Chloropren mit einem anderen ungesättigten organischen Monomeren in Gegenwart von elementarem Schwefel hergestellt. Das unmittelbar aus der Polymerisation anfallende Polymerisat enthält Schwefelatome in seiner Seitenkette sowie Schwefelbrücken zwischen verschiedenen Ketten, so daß es streng genommen als stark vernetztes Chloropren-Schwefel-Polymerisat oder als Copolymerisat von Chloropren mit einem organischen Monomeren und Schwefel bezeichnet werden kann. Auf Grund seiner vernetzten Struktur kann dieses Polymerisat nicht direkt verarbeitet werden, sondern muß zuerst bis zu einem niedrigeren Molekulargewicht abgebaut werden. Diese sog. Peptisierung wird normalerweise durch Behandlung des Polymerlatex mit einem Tetraalkylthiuramdisulfid zuweilen in Kombination mit einem Natriumdialkyldithiocarbamat vorgenommen. Die Herstellung und Peptisierung von schwefelmodifizierten Chloroprenpolymerisaten wird beispielsweise in den US-PS 22 34 215, 35 95 847 und 39 20 623 beschrieben.

In den im Handel erhältlichen Polychloroprenen des Typs "Neoprene®G" liegt die Schwefelmenge im allgemeinen im oberen Teil des Bereichs von 0,2-0,6 Teilen pro 100 Teile Polychloropren. Hierdurch wird eine ziemlich große Zahl von Schwefelbrücken eingeführt, jedoch kann die Öffnung dieser Brücken beim Peptisierungsprozeß zu einem Produkt mit ziemlich niedrigem Molekulargewicht führen. Im allgemeinen ist es erwünscht, ein Polymerisat mit einem Molekulargewicht oberhalb des theoretischen Minimums herzustellen, so daß die Peptisierung kurz vor ihrer Vollendung abgebrochen wird. Es kann erforderlich sein, den peptisierten Polymerlatex zu lagern, bevor das Polymerisat isoliert werden kann. Dies geschieht vorzugsweise unter Bedingungen, die nicht zu weiteren Veränderungen des Molekulargewichts, z. B. zu einer weiteren Senkung des Molekulargewichts durch fortdauernde Peptisierung oder zu einem Anstieg des Molekulargewichts durch Vernetzung führen. Diese unerwünschten Veränderungen beeinträchtigen sowohl die Verarbeitbarkeit als auch die mechanischen Eigenschaften des Polymerisats.

Es besteht ein Bedürfnis für ein schwefelmodifiziertes Chloroprenpolymerisat, das Viskositätsänderungen während der Lagerung seines Latex während der Lagerung widersteht, in üblicher Weise vulkanisiert werden kann und im vulkanisierten Zustand gute mechanische Eigenschaften aufweist.

Die DE-OS 25 35 168 betrifft ein Verfahren zur Peptisierung von Chloroprenlatices mit einer Mischung aus Tetraalkylthiuramdisulfid und Dialkyldithiocarbamat. Insbesondere wird die Verwendung des Peptisierungssystems beschrieben. Die DE-OS 25 35 168 betrifft insbesondere ein Verfahren zur Herstellung von schwefelmodifizierten Polychloroprenen mit einer hohen Trockenpolymerstabilität, wobei im wesentlichen ein saures Medium eingesetzt wird und ein Emulgator, beispielsweise Alkylallylbenzyltrimethylammoniumchlorid, verwendet wird, der sowohl als Emulgator als auch als Teil des Peptisierungssystems wirkt.

Die DE-OS 17 20 111 (siehe auch US-PS 35 95 847) betrifft insbesondere Chloroprenlatices mit einem hohen Polymerisationsgrad, die unlöslich in Benzol sind. Hier wird ausgeführt, daß die Peptisierungsmittel zugeführt werden und das Polymer sofort koaguliert. Die Peptisierung wird in einem Trockenschritt durchgeführt, was Probleme aufwirft, wenn das Polymer noch nicht vollständig getrocknet ist und der gewünschte Grad der Peptisierung erreicht ist.

In der DE-OS 17 20 110 wird insbesondere Xanthogendisulfid-Peptisierungsmittel eingesetzt, um die Verwendung von Tetraalkyldithiuramdisulfiden zu vermeiden. In der Einleitung wird darauf hingewiesen, daß die Anwesenheit von Tetraalkylthiuramdisulfiden zu einer Lagerinstabilität der Neoprene®G-Typen führen würde.

Demgegenüber bestand die Aufgabe der vorliegenden Erfindung insbesondere darin, die Latexstabilität bei gleichzeitiger Beibehaltung der Verarbeitbarkeit zu verbessern. Zudem sollten auch die mechanischen Eigenschaften gleich bleiben.

Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Polymerisation von Chloropren wie in Anspruch 1 wiedergegeben. Weitere Ausführungsformen sind den Unteransprüchen zu entnehmen.

Die Erfindung wird nachstehend unter Bezugnahme auf die Abbildung beschrieben, in der die Mooney-Viscosität des gemäß Beispiel 1 hergestellten Polymerisats in Abhängigkeit von der in Stunden gerechneten Zeit der alkalischen Alterung unter den in Beispiel 1 genannten Peptisierungsbedingungen graphisch dargestellt ist.

Die nach dem Verfahren gemäß der Erfindung erhaltenen Polymerisate sind mit Zinkoxyd und Magnesiumoxyd vulkanisierbar. Die vulkanisierten Polymerisate weisen hervorragende Hitze- und Dauerknickfestigkeit und überlegene Festigkeitseigenschaften, ausgezeichneten Weiterreißwiderstand und Druckverformungsrest auf. Angesichts der Tatsache, daß die Polymerisate viel weniger Schwefel als die handelsüblichen Polychloroprene des Typs "Neoprene®G" enthalten, ist dies sehr überraschend. Eine Schwefelkonzentration von 0,3 bis 0,4 Teilen pro 100 Teile der organischen Monomeren wird bevorzugt, weil mit ihr Polymerisate erhalten werden, deren Mooney-Viscosität in einem solchen Bereich liegt, daß sie mit üblichen Kautschukverarbeitungsmaschinen leicht gehandhabt werden können. Die Polymerisation kann zweckmäßig im Temperaturbereich von etwa 10 bis 60°C durchgeführt werden, wobei Polymerisate, die bei Temperaturen oberhalb von 40°C hergestellt werden, erhöhten Widerstand gegen Kristallisation aufweisen.

Die Anfangskonzentration der gesamten organischen Monomeren in der Polymerisationsemulsion beträgt normalerweise etwa 30-55 Gew.-%. Als Beispiele organischer Monomerer, die mit Chloropren copolymerisiert werden können, seien genannt: Styrol, Vinyltoluole, Vinylnaphthaline, 1,3-Butadien, Isopren, 2,3-Dimethyl-1,3-Butadien, 2,3-Dichlor-1,3-butadien, Methylvinyläther, Vinylacetat, Methylvinylketon, Äthylacrylat, Methylmethacrylat, Methacrylamid und Acrylnitril.

Als Emulgatoren eignen sich die wasserlöslichen Salze, insbesondere die Natrium- und Kaliumsalze von Kolophonium oder Kolophoniumderivaten, z. B. aus Holz gewonnenes Kolophonium, Tallölharz, disproportioniertes Kolophonium oder teilweise polymerisiertes Kolophonium. Nicht modifiziertes, aus Holz gewonnenes Kolophonium wird bevorzugt, weil es die anschließende Peptisierung und die abschließende Vulkanisation beschleunigt. Salze von Kolophonium werden zweckmäßig während der Emulgierung durch eine in situ stattfindende Reaktion der Säureform des in der Monomerlösung gelösten Kolophoniums mit Ätzalkali, das in er wäßrigen Lösung gelöst ist, gebildet. Im allgemeinen werden etwa 3-5 Teile Kolophonium pro 100 Teile der Gesamtmonomeren verwendet, und das Ätzalkali wird in einem genügenden Überschuß verwendet, um den pH-Wert der Ausgangsemulsion auf etwa 11-13 einzustellen. Es ist zweckmäßig, in die Emulsion wenigstens eine gewisse Menge säurebeständiger Dispergiermittel, z. B. wasserlöslicher Salze von langkettigen aliphatischen oder polycyclischen aromatischen Sulfonsäuren und wasserlöslicher Salze von langkettigen Alkoholsulfaten einzubeziehen. Besonders bevorzugt werden die Natriumsalze der Kondensationsprodukte von Formaldehyd mit Naphthalinsulfonsäure, Handelsbezeichnung "Lomar® PW".

Der Umsatz des bzw. der Monomeren liegt vorzugsweise nicht über 71%, sollte jedoch auf keinen Fall 74% übersteigen, weil Polymerisate, die bei höheren Umsätzen erhalten werden, schlechtere Verarbeitbarkeit aufweisen, erkennbar an rauhen Extrudaten mit starker Quellung am Düsenaustritt. Umsätze unter 60% werden vorzugsweise vermieden. Die untere Grenze des Umsatzes ist nicht entscheidend wichtig, jedoch wird es zunehmend schwierig und teuer, nicht umgesetztes Monomeres zurückzugewinnen und das Polymerisat aus verdünnten Latices, die bei diesen niedrigen Umsätzen erhalten werden, zu isolieren.

Beliebige niedere Tetraalkylthiuramdisulfide können verwendet werden, um die Polymerisation abzubrechen und die Peptisierung auszulösen. Da nicht alle Thiuramdisulfide gleich aktiv sind, ist es üblich, die Thiuramdisulfidkonzentration als Aktivität von Tetraäthylthiuramdisulfid auszudrücken. Äquivalenzkurven lassen sich leicht vom Fachmann aus einfachen Versuchen darstellen. Die erfindungsgemäße Konzentration des Thiuramdisulfids ist das Äquivalent von 0,8 bis 1,2 Teilen Tetraäthylthiuramdisulfid pro 100 Teile des gesamten organischen Monomeren in der Ausgangsemulsion. Das Thiuramdisulfid kann zweckmäßig beispielsweise als Toluollösung, die in Wasser emulgiert ist, zugesetzt werden.

Die Menge des Thiuramdisulfids im Polymerisat beeinflußt stark den Widerstand gegen frühzeitige Anvulkanisation oder Anbrennen, die Vulkanisationsgeschwindigkeit und den Modul der Vulkanisate. Mit steigender Menge werden diese drei Eigenschaften sämtlich besser. Mit der bevorzugten Menge des Thiuramdisulfids wird eine erwünschte gegenseitige Abstimmung von Vulkanisationsgeschwindigkeit, Modul des Vulkanisats und Widerstand gegen frühzeitige Anvulkanisation erzielt.

Gleichzeitig mit der Zugabe des Thiuramdisulfids wird vorzugsweise ein Radikalfänger, der mit den Sulfidbindungen des Chloropren-Schwefel-Polymerisats nicht reagiert, dem Latex zugesetzt. Als Beispiel repräsentativer Radikalfänger sind Phenothiazin, zweiwertige Phenole, ihre Aralkylderivate und phenolische Antioxidantien, die in wenigstens einer o-Stellung zur Hydroxylgruppe mit einem verzweigten Alkylrest mit 3-12 C-Atomen substituiert sind, zu nennen. Als Beispiele seien genannt: Hydrochinon, 2,5-Di-t-butylhydrochinon, 2,5-Di-t-amylhydrochinon, 4-t-Butylbrenzcatechin, 4,4&min;-Thiobis(6-t-butyl-o-kresol), 4,4&min;-Methylen-bis(2,6-di-t-butylphenol), 2,6-Di-t-butyl-α- (methylamino)-p-kresol, 4,4&min;-Thiobis(6-t-butyl-m-kresol) und 2,6-Di-t-butyl-4-phenylphenol.

Das wasserlösliche Dialkyldithiocarbamat, das als nächstes dem Polymerlatex (vorzugsweise als wäßrige Lösung) zugesetzt wird, bewirkt zusammen mit dem Thiuramdisulfid die Peptisierung des Polymerisats innerhalb des Latex während seiner Alterung. Der Grad, bis zu dem die Peptisierung vollendet ist, wird auf die in Beispiel 1 beschriebene Weise bestimmt. Um den gewünschten Peptisierungsgrad zu erreichen, muß das Dialkyldithiocarbamat in einer Menge verwendet werden, die wenigstens 0,8-1,0 Teilen Natriumdibutyldithiocarbamat äquivalent ist. Es ist wirtschaftlich unzweckmäßig, mehr als 1,5 Teile zu verwenden, da hierbei kein zusätzlicher Effekt erzielt wird. Natriumdibutyldithiocarbamat wird als Standard-Dialkyldithiocarbamat verwendet, und äquivalente Mengen anderer Dialkyldithiocarbamate (d. h. Mengen mit äquivalenter Aktivität) lassen sich experimentell in einfacher Weise ermitteln.

Für die Zwecke der Erfindung eignen sich Tetraalkylthiuramdisulfide und wasserlösliche Dialkyldithiocarbamate, in denen die an die Stickstoffatome gebundenen Alkylreste acyclische Alkylreste sind, oder in denen die beiden Alkylreste, die an das gleiche Stickstoffatom gebunden sind, unter Bildung eines α,ω-Alkylenrestes verbunden sind. Als repräsentative α,ω-Alkylenreste kommen Pentamethylen und Hexamethylen in Frage, während als repräsentative Alkylreste Methyl, Äthyl, Butyl und Octyl zu nennen sind. Typische Verbindungen sind beispielsweise Dipentamethylenthiuramdisulfid, Tetramethylthiuramdisulfid, Natriumdioctyldithiocarbamat und Natriumdibutyldithiocarbamat.

Die Peptisierungsgeschwindigkeit des Polymerisats hängt vom pH-Wert des Latex und von der Temperatur ab. Normalerweise wird diese Stufe bei etwa 15 bis 50°C durchgeführt, jedoch wird die übliche Umgebungstemperatur von etwa 23 bis 27°C bevorzugt. Die Peptisierungsgeschwindigkeit steigt mit dem pH-Wert. Der niedrigste praktische pH-Wert beträgt etwa 10, jedoch wird ein Bereich von etwa 11-12,3 bevorzugt. Bei der bevorzugten Temperatur und dem bevorzugten pH-Wert des Latex und bei Verwendung der bevorzugten Mengen von Tetraalkylthiuramdisulfid und Dithiocarbamat kann ein Peptisierungsgrad im Bereich von 85-95% im allgemeinen in 10-30 Stunden erreicht werden.

Unverändertes Monomeres kann aus dem Polymerlatex zu jeder Zeit während der Peptisierungsstufe abgestreift werden, wie in Beispiel 1 beschrieben. Die Zeit des Abziehens wird als Peptisierungszeit gerechnet. Sobald das Monomere entfernt worden ist, wird der Latex sofort auf die Peptisierungstemperatur gekühlt. Das beim Verfahren gemäß der Erfindung erhaltene Polymerisat ist üblichen schwefelmodifizierten Chloroprenpolymerisaten insofern überlegen, als es eine viel höhere Viskositätsstabilität während der Lagerung des peptisierten Latex aufweist. Vom Standpunkt der Produktionsvorteile bedeutet dies bessere Viskositätsregelung von Charge zu Charge und größeren Spielraum in der Planung der Isolierung des Polymerisats. Die Isolierung des Polymerisats wird am zweckmäßigsten durch Gefriertrocknen vorgenommen, wie in Beispiel 1 beschrieben.

Die Chloroprenpolymerisate gemäß der Erfindung haben eine Mooney-Viscosität von 35-60, vorzugsweise von 45-55. Sie können in Vulkanisationssystemen, die normalerweise für schwefelmodifizierte Chloroprenpolymerisate verwendet werden, ebenso leicht wie schwefelmodifizierte Chloroprenpolymerisate, die doppelt soviel Schwefel enthalten, vulkanisiert werden. Die Vulkanisate haben ausgezeichnete mechanische Eigenschaften.

Die Erfindung wird durch die folgenden Beispiele, die gewisse repräsentative Ausführungsformen beschreiben, weiter erläutert. In diesen Beispielen beziehen sich alle Teile, Mengenverhältnisse und Prozentsätze auf das Gewicht, falls nicht anders angegeben.

Beispiel 1 Polymerisat 1

Chloropren wird in einer wäßrigen alkalischen Emulsion polymerisiert, die aus einer Lösung von 0,32 Teilen Schwefel in 100 Teilen Chloropren, 4 Teilen von aus Holz gewonnenem Kolophonium als Natriumsalz, 0,56 Teilen des Natriumsalzes eines Kondensationsprodukts von Formaldehyd und Naphthalinsulfonsäure und 4×10-5 Teilen Kupferion besteht. Die Polymerisation wird unter Stickstoff in einem emaillierten Rührwerksbehälter bei 45°C durch portionsweise Zugabe einer wäßrigen Lösung von 5% Kaliumpersulfat und 0,125% Natriumanthrachinonsulfonat durchgeführt. Nachdem 69% des Chloroprens in etwa 2,5 Stunden in Polymerisat umgewandelt sind, wird die Polymerisation durch Zusatz einer mit Natriumlaurylsulfat und dem Natriumsalz eines Kondensats von Formaldehyd mit Naphthalinsulfonsäure stabilisierten wäßrigen Emulsion einer Toluollösung von 0,04 Teilen 4,4&min;-Thiobis-(2-methyl-6-t-butylphenol) und 1,10 Teilen Tetraäthylthiuramdisulfid abgebrochen. Die polymerisierte Emulsion wird auf 25°C gekühlt, mit 0,94 Teilen Natriumdibutyldithiocarbamat als 47%ige wäßrige Lösung behandelt und der Alterung überlassen, um Peptisierung des Polymerisats zu bewirken. Nach einer Alterungszeit von etwa 2 Stunden bei 25°C wird nicht polymerisiertes Chloropren von der polymerisierten Emulsion unter Verwendung von Wasserdampf in einem Strömungsrohr mit turbulenter Ringströmung (turbanular flow) abgestreift, wie in der US-PS 24 67 679 beschrieben. Der erhaltene Latex, der etwa 41% nicht-flüchtige Feststoffe enthält und einen pH-Wert von etwa 12 hat, wird auf 25°C gekühlt. Die Alterung wird für insgesamt 22-26 Stunden fortgesetzt. Der Latex wird mit 30%iger wäßriger Essigsäure auf pH 5,6 angesäuert. Das Polymerisat wird von einem Teil des Latex durch kontinuierliches Gefrieren in einer dünnen Schicht des Latex auf die in der US-PS 21 87 146 beschriebene Weise und Waschen und Trocknen des hierbei gebildeten Polymerfilms isoliert. Das Polymerisat zeigt einen Peptisierungsgrad von 90%, bestimmt nach der nachstehend beschriebenen Methode, und hat eine Mooney-Viscosität von 41. Proben, die in der gleichen Weise von anderen Teilen des Latex nach verschiedenen Zeitabständen während einer gesamten Alterungsdauer von 130 Stunden isoliert werden, zeigen (siehe Fig. 1), daß die Peptisierung ungefähr während der ersten 20 Stunden zu einem Produkt geführt hat, das eine so niedrige Mooney-Viscosität hat, daß diese während der folgenden 110 Stunden um nicht mehr als 4 zusätzliche Punkte abgenommen hat.

Die Mooney-Viscosität wird nach der ASTM-Methode D 1646 bestimmt. Der große Rotor wird bei 100°C verwendet und die Viscosität nach einem Zeitabstand von 2,5 Minuten registriert.

Der Peptisierungsgrad wird als Prozentsatz der höchsten erreichbaren Peptisierung ausgedrückt und nach der folgenden Methode bestimmt:

Die Plastizitätszahl a einer ersten Polymerprobe, die zu x % peptisiert ist, wird nach der ASTM-Testmethode D 926 bei 80°C bestimmt. Die Plastizitätszahl b einer zweiten Polymerprobe, die mit der ersten Probe identisch ist mit dem Unterschied, daß während ihrer Herstellung die polymerisierte Emulsion keinen Peptisierungsbedingungen in Gegenwart eines Peptisierungsmittels unterworfen worden ist, wird nach der gleichen Methode bestimmt.

Eine 200-g-Probe des ersten Polymerisats wird auf einem Kautschukwalzenmischer von 10,16 cm×20,32 cm mit 1% Tetraäthylthiuramdisulfid und 2% Piperidiniumpentamethylendithiocarbamat (Accelerator 552) 5 Minuten bei 100°C geknetet. Die Plastizitätszahl c wird in der oben beschriebenen Weise bestimmt und als repräsentativ für den höchsten erreichbaren Peptisierungsgrad angesehen.

Die prozentuale Peptisierung x wird durch die folgende Gleichung definiert:



Die Polymerisate gemäß der Erfindung sind gemäß dieser Bestimmung zu 85-95% peptisiert.

Vergleichspolymerisat A

Ein Gemisch von 98 Teilen Chloropren und 2 Teilen 2,3- Dichlor-1,3-butadien, das 0,6 Teile gelösten Schwefel enthält, wird nach dem vorstehend beschriebenen Verfahren bei 40°C in wäßriger alkalischer Emulsion polymerisiert. Wenn der Umsatz der gesamten Monomeren 86% erreicht, wird die Polymerisation durch Zusatz einer wäßrigen Emulsion einer Lösung von 0,4 Teilen Tetraäthylthiuramdisulfid, 0,02 Teilen 4,4&min;-Thiobis (6-t-butyl-o-kresol) und 0,04 Teilen 2,6-Di-t-butyl-4-phenylphenol in Toluol abgebrochen. Die polymerisierte Emulsion wird auf 25°C gekühlt, worauf 0,38 Teile Natriumdibutyldithiocarbamat zugesetzt werden. Nach der Zugabe des Dithiocarbamats wird die Emulsion 3 Stunden bei 25°C gealtert, worauf die nicht polymerisierten Monomeren von der Emulsion abgestreift werden. Der erhaltene Latex, der etwa 42% nicht-flüchtige Feststoffe enthält und einen pH-Wert von etwa 12 hat, wird nach einer Alterungsdauer von insgesamt 18 Stunden mit zusätzlichen 0,9 Teilen Tetraäthylthiuramdisulfid behandelt und angesäuert. Das Polymerisat wird auf die in Beispiel 1 beschriebenen Weise isoliert. Dieses Polymerisat ist zu 72% peptisiert und hat eine Mooney-Viscosität von 70.

Proben der vorstehend genannten Polymerisate werden nach der folgenden Rezeptur kompoundiert:

Polymerisat 100 Gew.-Teile Stearinsäure 0,5 Gew.-Teile N-Phenyl-1-naphthylamin 2 Gew.-Teile Magnesiumoxyd 4 Gew.-Teile Zinkoxyd 5 Gew.-Teile aromatisches Kohlenwasserstofföl (Mobilsol® K Oil) wie angegeben SRF-Ruß dto. FEF-Ruß dto. Benzothiazyldisulfid dto.


Proben der Mischung werden in einer Form unter Druck 30 Minuten bei 150°C vulkanisiert.

Der Weiterreißwiderstand wird nach der Methode ASTM D 470 gemessen und ist in Newton/m angegeben.

Die Bestimmung der Rißbildung beim Dauerknickversuch erfolgt nach der Methode ASTM D 813. Der Rißbildungswiderstand wird als Zahl der Knickungen angegeben, die bis zum Erreichen einer Rißlänge von 1,27 cm erforderlich sind.

Die Festigkeitseigenschaften werden nach der ASTM-Methode D 412 gemessen.

Der Druckverformungsrest wird nach der ASTM-Methode D 395, Methode B, nach Wärmebehandlung von 22 Stunden bei 70°C gemessen.

Die Ergebnisse der Prüfungen der Vulkanisate sowohl vor als auch nach der Alterung sind in Tabelle I genannt. Die folgenden Abkürzungen werden für die Festigkeitseigenschaften gebraucht:

M&sub1;&sub0;&sub0; = Spannung bei 100% Dehnung, KPa

TB = Zugfestigkeit, KPA

EB = Bruchdehnung,

Tabelle I

Beispiel 2 Polymerisat 2

Chloropren wird auf die in Beispiel 1 beschriebenen Weise in Gegenwart von 0,31 Teilen Schwefel polymerisiert. Die Polymerisation wird bei einem Umsatz von 71,2% durch Zusatz einer wäßrigen Emulsion einer Toluollösung von 0,032 Teilen 4,4&min;-Thiobis-(2-methyl-6-t-butylphenol) und 0,8 Teilen Tetraäthylthiuramdisulfid abgebrochen. Die polymerisierte Emulsion wird vor der Alterungszeit mit 0,85 Teilen Natriumdibutyldithiocarbamat behandelt. Das isolierte Polymerisat hat ungefähr den gleichen Peptisierungsgrad wie das Polymerisat 1 und eine Mooney-Viscosität von 52,5.

Vergleichspolymerisat B

Eine Lösung von 0,6 Teilen Schwefel in 100 Teilen Chloropren wird in wäßriger alkalischer Emulsion bei 40°C auf die in Beispiel 1 beschriebenen Weise polymerisiert. Die Polymerisation wird bei einem Umsatz von 88% des Chloroprens durch Zusatz einer wäßrigen Emulsion einer Toluollösung von 0,4 Teilen Tetraäthylthiuramdisulfid, 0,14 Teilen N-Phenyl-1-naphthylamin und 0,02 Teilen 4,4&min;-Thiobis (6-t-butyl-o-kresol), abgebrochen. Die polymerisierte Emulsion wird auf 25°C gekühlt, mit 0,34 Teilen Natriumdibutyldithiocarbamat behandelt, gealtert, mit 0,9 Teilen zusätzlichem Tetraäthylthiuramdisulfid behandelt und in der für das Vergleichspolymerisat A beschriebenen Weise von nicht umgesetztem Chloropren befreit. Das aus dem Latex auf die in Beispiel 1 beschriebenen Weise isolierte Polymerisat ist zu 70% peptisiert und hat eine Mooney-Viscosität von 57.

Vergleichsbeispiel C

Ein Chloroprenpolymerisat wird nach dem in der US-PS 39 20 623 beschriebenen Verfahren durch Polymerisation einer wäßrigen Emulsion des monomeren Chloroprens mit folgender Zusammensetzung hergestellt:

Teile Chloropren 100 Nancy-Kolophonium 4 Schwefel 0,31 Wasser 107 Natriumhydroxyd 0,7 Natriumsalz des Kondensats von Formaldehyd und Naphthalinsulfonsäure 0,7 Kupferion (als Kupfersulfat zugesetzt) 0,00004


Die Polymerisation wird bei 40°C bis zu einem Umsatz des Monomeren von etwa 73% durch Zusatz des Katalysators in Form einer 5%igen wäßrigen Lösung von Kaliumpersulfat, die etwa 0,125% Natrium-2-anthrachinonsulfonat enthält, durchgeführt. Die Polymerisation wird durch Zusatz von 9,27 Teilen einer Emulsion abgebrochen, durch die 2 Teile 2-(Morpholinothio)-benzothiazol pro 100 Teile Monomeres zugeführt werden. Die Emulsion wird aus den folgenden Bestandteilen hergestellt:

Wasser 28,6 Toluol 26,3 Tris-(5-norbornen-2-methyl)phosphit 10,9 2-(Morpholinothio)benzothiazol 21,6 Natriumlaurylsulfat 5,6 Natriumsalz des Kondensats von Formaldehyd und Naphthalinsulfonsäure 1,3 4,4&min;-Thiobis(6-t-butyl-o-kresol) 3,5 Phenothiazin 1,1 p-t-Butylcatechin 1,2


Nach der Zugabe dieser Emulsion werden 1,29 Teile Natriumdibutyldithiocarbamat als 47%ige Lösung in Wasser zugesetzt, worauf die Emulsion 4 Stunden bei 40°C gehalten wird. Das nicht umgesetzte Monomere wird dann auf die in Beispiel 1 beschriebenen Weise entfernt und der Latex auf 25°C gekühlt. Der Latex wird 11 Stunden bei Umgebungstemperatur gehalten, worauf das Monomere entfernt und der Latex durch Zugabe von 30%iger wäßriger Essigsäure auf pH 5,6 angesäuert wird. Das Polymerisat wird durch Gefrieren des Latex auf die in Beispiel 1 beschriebenen Weise isoliert und im wesentlichen bis zum gleichen Grad wie das Polymerisat 1 peptisiert. Es hat eine Mooney-Viscosität von 53.

Aus Proben der gemäß Beispiel 2 und gemäß den Vergleichsbeispielen B und C hergestellten Polymerisate werden Mischungen der folgenden Zusammensetzungen hergestellt:



Proben der Mischungen werden in einer Form 20 Minuten unter Druck bei 160°C vulkanisiert. Die physikalischen Eigenschaften der Vulkanisate sind in Tabelle II genannt.

Tabelle II

Beispiel 3 Polymerisat 3

Eine Lösung von 0,31 Teilen Schwefel in 100 Teilen Chloropren wird in wäßriger alkalischer Emulsion auf die in Beispiel 1 beschriebene Weise polymerisiert. Die Polymerisation wird bei einem Umsatz von 69% durch Zusatz von 0,03 Teilen 4,4&min;-Thiobis-(2-methyl-6-t-butylphenol) und 0,8 Teilen Tetraäthylthiuramdisulfid abgebrochen. Die polymerisierte Emulsion wird auf 25°C gekühlt, mit 0,9 Teilen Natriumdibutyldithiocarbamat behandelt, der Alterung überlassen und von nicht umgesetztem Chloropren auf die in Beispiel 1 beschriebene Weise befreit. Das auf die in Beispiel 1 beschriebene Weise isolierte Polymerisat hat eine Mooney-Viscosität von 52 und ist im wesentlichen bis zum gleichen Grad wie das Polymerisat 1 peptisiert.

Vergleichspolymerisat D

Eine Lösung von 0,6 Teilen Schwefel in 100 Teilen Chloropren wird in wäßriger alkalischer Emulsion bei 40° auf die in Beispiel 1 beschriebene Weise polymerisiert. Die Polymerisation wird bei einem Umsatz von 85% durch Zusatz einer wäßrigen Emulsion einer Toluollösung von 0,4 Teilen Tetraäthylthiuramdisulfid und 0,02 Teilen 4,4&min;-Thiobis(6-t-butyl-o-kresol) abgebrochen. Die polymerisierte Emulsion wird auf 25°C gekühlt, mit 0,34 Teilen Natriumdibutyldithiocarbamat behandelt, der Alterung überlassen und von nicht umgesetztem Chloropren auf die in Vergleichsbeispiel A beschriebene Weise befreit. Das Polymerisat wird auf die in Beispiel 1 beschriebene Weise isoliert, wobei jedoch die zusätzlichen 0,9 Teile Tetraäthylthiuramdisulfid in der oben geschriebenen Emulsion unmittelbar vor dem Ansäuern des Latex zugesetzt werden. Das getrocknete Polymerisat ist zu 73% peptisiert und hat eine Mooney-Viscosität von 49.

Aus Proben des Polymerisats 3 und des Vergleichspolymerisats D werden Mischungen der folgenden Zusammensetzung hergestellt:

Teile Polymerisat 100 Stearinsäure 1 Octyliertes Diphenylamin (Octamine®) 2 Magnesiumoxyd 4 SRF-Ruß 58 Verarbeitungshilfsöl (wie oben) 10 Zinkoxyd 5


Die physikalischen Eigenschaften von Proben der 30 Minuten bei 153°C vulkanisierten Mischungen sind nachstehend in Tabelle III genannt:

Tabelle III


Aus Proben des Polymerisats 3 und der Vergleichspolymerisate A und B werden Mischungen der folgenden Zusammensetzung hergestellt:

Teile Polymerisat 100 Stearinsäure 1 Octyliertes Diphenylamin (Antox®N) 2 Magnesiumoxyd 4 Zinkoxyd 5 Verarbeitungshilfsöl (wie oben) 10 SRF-Ruß 58 Benzthiazyldisulfid wie angegeben


Die physikalischen Eigenschaften der 20 Minuten bei 160°C vulkanisierten Mischungen sind nachstehend in Tabelle IV genannt.

Tabelle IV


Die Werte in den Tabellen I bis IV veranschaulichen die Überlegenheit der nach dem Verfahren gemäß der Erfindung hergestellten Polymerisate gegenüber den Vergleichspolymerisaten A, B und D hinsichtlich der Zugfestigkeit, des Weiterreißwiderstandes, des Druckverformungsrestes, der Dauerknickfestigkeit und der Beständigkeit gegen Wärmealterung, gemessen als prozentuale Veränderung der Spannung bei 100% Dehnung, und der Bruchdehnung der Vulkanisate. Außerdem zeigt sich, daß die Polymerisate gemäß der Erfindung das Vergleichspolymerisat C hinsichtlich der ursprünglichen Zugfestigkeit, des Druckverformungsrestes, der Beständigkeit der Vulkanisate gegen Wärmealterung, gemessen durch die prozentuale Veränderung der Zugspannung bei 100% Dehnung, und hinsichtlich der Vulkanisationsempfindlichkeit, die durch den Zugmodul bei 100% Dehnung nach einer gegebenen Vulkanisationszeit zum Ausdruck kommt, übertreffen.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zur Polymerisation von Chloropren oder zur Copolymerisation von Chloropren mit bis zu 20 Gew.-% eines anderen organischen ungesättigten Monomeren, bezogen auf das Gewicht des Chloroprens, in Gegenwart von elementarem Schwefel, wobei man die Polymerisation oder Copolymerisation in einer wäßrigen alkalischen Emulsion in Gegenwart von 0,25 bis 0,45 Gew.-Teilen Schwefel pro 100 Gew.-Teile des bzw. der vorhandenen organischen Monomeren bis zu einem Umsatz von höchstens 74% durchführt und die Polymerisation abbricht, die Peptisierung nach Zugabe eines Tetraalkylthiuramdisulfids und eines Dialkyldithiocarbamats durchführt, dadurch gekennzeichnet, daß man die Peptisierung durch Zugabe eines Tetraalkylthiuramdisulfids in einer 0,3 bis 1,5 Gew.-Teilen Tetraäthylthiuramdisulfid äquivalenten Menge zum erhaltenen Polymerlatex auslöst, ein wasserlösliches Dialkyldithiocarbamat in einer Menge zusetzt, die einem Gewichtsverhältnis des als Natriumdibutyldithiocarbamat gerechneten Dialkyldithiocarbamats zu dem als Tetraäthylthiuramdisulfid gerechneten Tetraalkylthiuramdisulfid von wenigstens 0,8 : 1 entspricht, und die Peptisierung fortsetzt, bis sie zu 85 bis 95% vollendet ist, und das Polymerisat isoliert.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man den Schwefel in einer Menge von 0,3 bis 0,4 Gew.- Teilen pro 100 Gew.-Teile des bzw. der gesamten organischen Monomeren verwendet.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man die Polymerisation bei einer Temperatur von 10 bis 60°C, vorzugsweise oberhalb von 40°C durchführt.






IPC
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