Die Erfindung betrifft eine Brennstoffanordnung für einen
flüssigmetallgekühlten Brutreaktor, gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Eine solche Brennstoffanordnung ist durch die DE-OS 15 64 994
bekannt und weist ein Brennstoffelement auf, das in einen Sitz im
Tragaufbau eines Brutreaktors dichtend eingesteckt ist.
Das Brennstoffelement weist einen rohrförmigen, ein Brennstabbündel
umgebendenen Mantel auf, dessen Unterseite durch eine Hülse
verlängert ist, die ihrerseits zum Einstecken des Brennstoffelements in
den Sitz eingerichtet ist.
An der Unterseite des Mantels des bekannten Brennstoffelements ist
eine Kegelfläche ausgebildet, die mit einer Gegenfläche an der
Oberseite eines Rohrstutzens in dichtendem Eingriff steht, der
seinerseits fest im Tragaufbau verankert ist.
Im Inneren dieses Rohrstutzens ist auf einem Biegestab auslenkbar
eine außermittige Paß-Zylinderfläche angeordnet, in welche die
Hülse des Brennstoffelements einführbar ist; ein weiterer Biegestab
zwischen Mantel und Hülse ermöglicht den Eingriff der Hülse in die
außermittige Paßfläche.
Die so geschaffene Anordnung dient zur seitlichen Anstellung des
Brennstoffelements, ist aber auch imstande, Verbiegungen des
Brennstoffelements aufzunehmen, die während des Betriebes auftreten, und
zu gestatten, daß auch das verbogene Brennstoffelement noch ohne
weiteres aus seinem Sitz herausgezogen werden kann.
Die Verbiegung oder Schwenkbewegung des Brennstoffelements kann
jedoch nur so lange aufgenommen werden, wie diese nicht die
Abdichtung zwischen Mantel und Tragaufbau beeinträchtigt oder zur
gegenseitigen Verklemmung dieser Elemente führt.
Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der Erfindung die
Aufgabe zugrunde, die bekannte Brennstoffanordnung dahingehend
weiterzubilden, daß sie auch eine über das normale Maß hinausgehende,
seitliche Schwenkbewegung oder Verbiegung des Mantels des
Brennstoffelements aufnehmen kann. Hierbei sollen überhöhte Spannungen
vermieden werden.
Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
Hierbei wird zunächst auf die federnde Anordnung der Paßfläche für
die Hülse verzichtet. Stattdessen ist der Sitz von zwei ortsfesten,
mit Axialabstand angeordneten Aufnahmen gebildet, so daß die Hülse
starr und ortsfest im Tragaufbau aufgenommen ist.
Um die genannte Schwenkbewegung aufzunehmen, ist die Hülse bis zum
Mantel hin soweit verlängert, daß zwischen diesen Elementen ein
Ringspalt gebildet ist, der oberhalb der genannten beiden Aufnahmen
liegt. In diesem Ringspalt sind elastische Spaltringe zur
Abdichtung angeordnet, die imstande sind, dichtend die Radialverschiebung
zwischen Hülse und Mantel innerhalb des genannten Ringspaltes unter
Gewährleistung der erforderlichen Abdichtung zuzulassen. Der
Biegestab schließlich ist erfindungsgemäß so weitergebildet, daß er auch
den Ausgleich erhöhter Verbiegung des Brennstoffelements zuläßt.
Aufgrund der erfindungsgemäßen Brennstoffanordnung ist es daher
möglich, daß das Brennstoffelement jeder Art von Schwankung in der
Form des Reaktorkerns folgen kann, die der Voraussicht nach während
des Betriebs sowohl unter normalen wie unter erweiterten Parametern
stattfindet, ohne daß hierdurch überhöhte Spannungen auftreten.
Eine bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung ist dem Anspruch 2
entnehmbar.
Der Gegenstand der Erfindung wird anhand der beigefügten,
schematischen Zeichnung beispielsweise noch näher erläutert. In dieser
zeigt:
Fig. 1 einen zweiteiligen Schnitt durch ein Brennstoffelement,
wobei jeweils die rechten Seiten der Figuren quer zu
Flachseiten des sechseckigen Mantels verlaufen, während
die linken Seiten quer zu dessen Ecken verlaufen, und
Fig. 2 eine Einzelheit der Fig. 1 in vergrößertem Maßstab.
Das in Fig. 1a und 1b senkrecht gezeigte Brennstoffelement weist
einen Brennstoffabschnitt 1, einen oberen Endabschnitt 2 und einen
unteren Endabschnitt 3 auf.
Der Brennstoffabschnitt 1 weist ein Bündel von im Abstand
voneinander befindlichen Brennstäben 4 auf, die von einem röhrenförmigen
Mantel 5 mit sechseckigem Querschnitt umschlossen sind. Die
Brennstäbe (von denen nur einer gezeigt ist) werden unten von einem
Gitter 6 getragen und werden seitlich durch Zellengitter 7, die in
bestimmten Intervallen im Abstand voneinander entlang des Bündels
angeordnet sind, gestützt. Der Mantel 5 ist an jedem Ende zur
Anpassung an den oberen und unteren Endabschnitt 2 bzw. 3 verlängert.
Der obere Endabschnitt 2 weist ein dickwandiges Rohr 8 aus Stahl
auf, das in der oberen Verlängerung des Mantels gehalten wird; es
bildet einen Durchflußkanal für das Kühlmittel. Das Rohr 8 bildet
zusammen mit entsprechenden Rohren 8 von anderen
Brennstoffelementen einen oberen Neutronenschild für einen Kernreaktor. Das Rohr 8
trägt ein Endanpassungsstück 9, das als Ausgangsöffnung für das
Kühlmittel dient. Es hat innere Nasen 10 zum Eingriff für
Einrichtungen zum Anheben des Brennstoffelements. Vorsprünge 11a, von
denen jeder auf einer Seite eines unteren sechseckigen Bereichs des
Endanpassungsstücks angeordnet ist, und Vorsprünge 11b auf dem
Mantel wirken mit entsprechenden Vorsprüngen auf benachbarten
Brennstoffelementen dahin, die Brennstoffelemente in gegenseitigem
Abstand zu halten.
Der untere Endabschnitt 3 ist mit dem Mantel 5 durch Zugschrauben
12 verbunden und weist eine durchflußdrosselnde Einrichtung 13, ein
Filterteil 14 und eine Hülsenanordnung 15 auf. Die
durchflußdrosselnde Einrichtung 13 weist eine Reihe von Drahtgitterplatten 16
auf, die zwischen mit Öffnungen bzw. Schlitzen versehenen Platten
17 angeordnet sind, und ist in einem zylindrischen Rohr 18
enthalten. Das Rohr 18 hat eine innere Schulter 19 an seinem oberen Ende,
gegen die die Anordnung aus Drahtgitterplatten 16 und mit Schlitzen
versehenen Platten 17 durch eine innere Hülse 20 geklemmt wird, die
über ein Schraubgewinde 21 in Eingriff mit dem Rohr 18 steht. Das
Filterteil 14 weist ein Drahtgitter 22 auf, das an der Außenseite
eines mit Öffnungen versehenen Stützteils 23 von insgesamt
konischer Form getragen ist. Der Konus hat an seiner Basis ein offenes
Ende, das gegen die durchflußdrosselnde Einrichtung innerhalb des
Rohres gerichtet ist. Das Stützteil 23 hat einen Flansch 24, der
eng an die Wand der Hülse 20 eingepaßt ist, und ist daran durch
sich radial erstreckende Schrauben 25 befestigt.
In Fig. 2 ist dargestellt, daß der Mantel 5 an der Stelle 26 an
einem unteren Endflansch 27, der die Hülse 20 trägt, angeschweißt
ist. Ein Tragbefestigungsring 28 von sechseckiger Außenform ist
durch die Zugschrauben 12 am Flansch 27 befestigt.
Der Tragbefestigungsring 28 hat eine Schulter 29, die innerhalb
einer Bohrung 30 ausgebildet ist, und die Arme 31 einer Spinne bzw.
eines Tragkreuzes 32, die das obere Ende eines Ständerstabes 33
bilden, sind in Auflage an der Schulter durch Schweißung befestigt.
In der Zeichnung ist das Tragkreuz dreiarmig, es können aber
nötigenfalls mehr Arme vorgesehen sein. Der Querschnitt des Stabes 33
vermindert sich über einen kleineren Bereich seiner Länge nach
unten und erhöht sich dann über einen größeren Bereich seiner Länge
nach unten, wie gezeigt. Der Stab endet an seinem unteren Ende in
einem Abschnitt 34 mit größerem Durchmesser, der an dem
geschlossenen Ende 35 einer mit geschlossenem Ende versehenen
Befestigungshülse 36 durch eine Zugschraube 37 befestigt ist. Ein Stift 38 ist
vorgesehen, um eine relative Drehung zu verhindern. Der Kopf 39 der
Zugschraube 37 ist im geschlossenen Ende 35 der Hülse 36 versenkt,
und das Senkloch ist durch einen Propfen 40 verschlossen. Der Stab
33 stellt ein Verbindungsglied zwischen dem Mantel und der
Hülsenanordnung dar, und die spezielle Form des Stabes 33 ist so gewählt,
daß er ein gewünschtes Maß an Biegsamkeit besitzt.
Das obere Ende der Befestigungshülse 36 ist innerhalb des sich nach
unten erstreckenden unteren Endes des Ringes 28 mit einem
ringförmigen Zwischenraum untergebracht, und ein Paar elastischer
Dichtungs-Spaltringe 41, die in Nuten 42 in der Hülse 36 getragen sind,
greifen an der entsprechenden Oberfläche des unteren Endes des
Ringes 28 an.
Das Brennstoffelement ist freitragend so angebracht, daß es sich
senkrecht erstreckt und durch Eingriff der Befestigungshülse 36 in
Aufnahmen bildende koaxiale Öffnungen 43 und 44 in einer oberen
Platte 45 bzw. einer unteren Platte 46 eine Brennstoffanordnung des
Reaktorkerns bildet, wobei die Aufnahmen 43, 44 mit gegenseitigem
Vertikalabstand angeordnet sind und die Platten 45, 46 ein Teil des
Tragaufbaus sind, der den Kern des Reaktors trägt. Die äußere
Oberfläche der Befestigungshülse 36 ist an den Stellen 47 und 48
zylindrisch ausgebildet, um Flächen zum Eingriff in die Aufnahmen 43 und
44 zu bilden, wobei die untere zylindrische Oberfläche von
geringerem Durchmesser ist, um eine Justierung des Brennstoffelements in
einer korrekten axialen Lage zu gewährleisten, wie aus der
Zeichnung ersichtlich ist.
Der Stab 33 weist ein solches Maß an Biegsamkeit auf, daß das
Brennstoffelement ein gewisses Maß an seitlicher Schwenkbewegung
aus der Vertikalen um die untere Platte 46 zeigen kann. Die
Befestigungshülse 36 wird starr gehalten, wohingegen der Ring 28, das
Paßstück 27 und der Mantel 5 mit seinen Inhalten zu einer
seitlichen Bewegung, wie sie durch die Biegsamkeit des Stabes 33 gegeben
ist, fähig sind. Die Ringe 41 erlauben dabei eine Relativbewegung
zwischen der Hülse 36 und dem Ring 28 und halten dabei eine
Dichtungsfunktion aufrecht, die es nur einer kontrollierten Leckmenge
flüssigen Natriums erlaubt, vorbeizugelangen. Der Fluß des
flüssigen Natriums, der dazu dient, Wärme von den Brennstäben abzuführen,
findet von Einlaß-Speicherraum 49, der durch den Raum zwischen den
Platten 45 und 46 gebildet wird, durch die Einlaßkanäle 50 in der
Befestigungshülse 36 statt und fließt an den Armen des Tragkreuzes
33 vorbei nach oben in die Hülse 20 und durch den Filter 14, um
dann über die darüber befindlichen, nicht gezeigten Brennstäbe zu
fließen, bevor das Kühlmittel das Brennstoffelement verläßt und
sich mit den Durchflußmengen ähnlicher Brennstoffelemente vereint.