Die Erfindung betrifft Schichtstoffe bzw. Schichtstrukturen
oder Laminatstrukturen, welche wenigstens eine Dekorschicht
organischer Natur, verbunden durch Pressen in der Wärme mit
einem durch eine Polyolefinfolie gebildeten Träger,
aufweisen.
Es wurde nun gefunden, daß die Herstellung solcher
Verkleidungselemente möglich ist, bei welchen die Haftung zwischen
den sie bildenden Elementen sehr groß ist, wobei jedoch die
Zuhilfenahme eines Klebstoffes vermieden werden kann, indem
eine weniger aufwendige Arbeitsweise und weniger aufwendige
Materialien, als sie bei bislang bekannten Arbeitsweisen
eingesetzt wurden, angewandt werden.
Aus der Literaturstelle "Kunststoffe, Bd. 62, 1972, Heft 2, S. 71-77" ist
bekannt, daß in die Polyethylenkette Acrylsäure einpolymerisiert werden
kann, wodurch die Haftung an artfremde Werkstoffe, meist Metalle,
verbessert wird. Derartige Polymerisate werden beispielsweise zur Verbindung
von Aluminiumbändern mit einem Kern aus LDPE verwendet. Die Haftwirkung
eines derartigen Polymerisats an eine Dekorschicht organischer Art ist
jedoch nicht befriedigend.
Die vorliegende Erfindung betrifft daher einen Schichtstoff
für Verkleidungen, der wenigstens eine Dekorschicht
organischer Natur umfaßt, welcher durch Heißpressen mit einem
durch eine Polyolefinfolie gebildeten Träger verbunden ist,
wobei sich dieser dadurch auszeichnet, daß die
Polyolefinfolie 10 bis 90 Gew.-% celluloseartige Fasern und 90 bis 10
Gew.-% eines Polyolefins, das durch polare, von wenigstens
einem Monomeren in Form von ungesättigten Carbonsäuren, den
entsprechenden Anhydriden und deren Derivaten abgeleitete,
monomere Einheiten modifiziert ist, enthält.
Unter einem durch die zuvor definierten, polaren, monomeren
Einheiten modifiziertem Polyolefin ist ein beliebiges
Polyolefin zu verstehen, bei welchem wenigstens bestimmte
Makromoleküle zusätzlich zu den von nicht-substituierten alpha-
Olefinen abstammenden, monomeren Einheiten noch polare,
monomere Einheiten, welche der zuvor gegebenen Definition
entsprechen, aufweisen. Obwohl nicht ausgeschlossen ist, daß
noch andere monomere Einheiten, als sie zuvor genannt wurden,
in dem modifizierten Polyolefin vorhanden sind, wird es
bevorzugt, daß dieses ausschließlich aus monomeren Einheiten der
beiden zuvor genannten Arten zusammengesetzt ist.
Solche modifizierten Polyolefine können Copolymerisate von
wenigstens einem alpha-Olefin mit wenigstens einem polaren
Monomeren sein. Solche Popolymerisate können statistische
Copolymerisate, Pfropfcopolymerisate oder Blockcopolymerisate
sein. Bevorzugt werden jedoch Pfropfcopolymerisate, in denen
die Hauptkette oder das Skelett eine polyolefinische
Struktur besitzt und die Seitenketten oder Pfropfketten durch polare
Monomere gebildet werden. Die Pfropfcopolymerisate können nach
allen bekannten Pfropfarbeitsweisen hergestellt worden sein,
beispielsweise durch Pfropfen in Lösung, durch Bestrahlung
oder in Anwesenheit von Initiatoren oder durch Pfropfen durch
Kneten in geschmolzenem Zustand.
Die alpha-Olefine, von denen die olefinischen, monomeren
Einheiten der modifizierten Polyolefine abstammen, können unter
allen, nicht-substituierten Olefinen, welche eine
Doppelbindung in alpha-Stellung aufweisen, ausgewählt sein. Im
allgemeinen werden sie aus Monoolefinen mit 2 bis 6 Kohlenstoffatomen
im Molekül ausgewählt, beispielsweise Ethylen, Propylen,
Buten-(1) und 4-Methylpenten-(1).
Darüber hinaus können die modifizierten Polyolefine auch
mehrere verschiedene alpha-Olefine enthalten.
Das zur Herstellung der modifizierten Polyolefine eingesetzte,
polare Monomere kann eine beliebige organische Verbindung sein,
welche wenigstens eine Doppelbindung und wenigstens eine
Carboxylgruppe aufweist, gegebenenfalls in Form des Anhydrids.
Vorzugsweise verwendet man polare Monomere, welche 4 bis 12
Kohlenstoffatome in ihrem Molekül aufweisen. Solche polaren
Monomeren können insbesondere ein acrylartiges oder
methacrylartiges Monomeres wie Acrylsäure, Methacrylsäure, alpha-
Chloracrylsäure oder eine ungesättigte Polycarbonsäure wie
Maleinsäure, Fumarsäure und Itakonsäure oder ein
Anhydridderivat solcher Säuren sein.
Im allgemeinen enthalten die modifizierten Polyolefine 0,1
bis 5 g/kg an monomeren, von dem polaren Monomeren abstammende
Einheiten und vorzugsweise 0,2 bis 2 g/kg.
Die modifizierten Polyolefine können ebenfalls Makromoleküle
enthalten, welche frei von polaren, monomeren Einheiten sind.
Es wird jedoch bevorzugt, daß der Anteil solcher Moleküle
unterhalb von 50 Gew.-% und besonders bevorzugt unterhalb
von 25 Gew.-%, bezogen auf alle vorliegenden Polyolefine,
beträgt.
Die modifizierten Polyolefine können verschiedene Zusatzstoffe
enthalten, welche üblicherweise zu Polyolefinen zugesetzt
werden, beispielsweise Füllstoffe, insbesondere anorganische
Füllstoffe, Stabilisatoren, Gleitmittel, Antisäuremittel,
die Schlagzähigkeit verstärkende Mittel, farbgebende Mittel
usw. Solche Zusatzstoffe liegen im allgemeinen in einer Menge
von weniger als 50 Gew.-% und häufiger von weniger als 10 Gew.-%,
bezogen auf das Polyolefin, vor.
Besonders vorteilhafte Ergebnisse werden mit Polyäthylenen
hoher Dichte oder Polypropylenen, welche durch Pfropfung
modifiziert sind und von Maleinsäure abstammende, monomere
Einheiten enthalten, erzielt.
Das Polyolefin kann in einer beliebigen Form bei der
Herstellung des Schichtstoffes eingesetzt werden. So kann es in Form
eines Pulvers oder in Form von Granulen bzw. Körnern
vorliegen. Es wurde jedoch gefunden, daß die Herstellung von
erfindungsgemäßen Schichtstoffen mit wenig hoher Dichte, z. B. von
ungefähr 0,4 bis 0,8 dm³/kg, möglich ist, wenn das Polyolefin
in Form von fibrillierten Strukturen eingesetzt wird.
Unter der Bezeichnung "fibrillierte Strukturen" sind längliche
Strukturen zu verstehen, welche durch sehr feine Einzelfäden
mit einer Stärke in der Größenordnung von µm, die
untereinander unter Bildung eines dreidimensionalen Netzwerkes
verbunden sind, gebildet werden. Solche fibrillierte Strukturen mit
einem flockenartigen Aussehen weisen einen Durchmesser von
ungefähr 0,01 bis 5 mm, eine Länge von 0,1 bis 50 mm und eine
spezifische Oberfläche von wenigstens 1 m²/g und vorzugsweise
von wenigstens 10 m²/g auf.
Solche Strukturen können nach einer beliebigen Arbeitsweise
hergestellt worden sein, insbesondere unter Anwendung der in
der Belgischen Patentschrift 5 68 524, der Belgischen
Patentschrift 7 89 804, der Deutschen Patentanmeldung 22 52 758, der
Deutschen Patentanmeldung 19 51 609, der Deutschen
Patentanmeldung 21 44 409, der Japanischen Patentanmeldung 72 32 133
oder den Belgischen Patentschriften 7 42 358, 7 87 032, 7 87 033,
8 11 780 und 8 24 844 beschriebenen Arbeitsweisen.
Wenn die Strukturen in Form von kontinuierlichen,
fibrillierten Strukturen erhalten werden, ist es offensichtlich
vorteilhaft, einen Arbeitsvorgang des Zerschneidens oder Zerschnitzelns
vorzusehen, z. B. in einem Pulper bzw. einer Mühle, um die
Länge auf die zuvor genannten Grenzwerte zu reduzieren.
Die fibrillierten Strukturen können vorteilhafterweise durch
das Pfropfcopolymerisat gebildet werden. Dieses kann nach
unterschiedlichen Arbeitsweisen hergestellt werden. So kann
man gemäß einer ersten Ausführungsform die in den zuvor
genannten Patentschriften beschriebenen Arbeitsweisen anwenden,
wobei ein zuvor gepfropftes Copolymerisat eingesetzt wird. Gemäß
einer anderen Ausführungsform werden die fibrillierten
Strukturen durch eine plötzliche Entspannung eines Gemisches von
geschmolzenen Polyolefinen und Lösungsmittel hergestellt, und
das polare Monomere wird danach auf die auf diese Weise
hergestellten, polyolefinischen, fibrillierten Strukturen
aufgepfropft, indem beispielsweise die in der Französischen
Patentschrift 12 36 686 beschriebene Arbeitsweise angewandt
wird. Schließlich werden gemäß einer dritten Ausführungsform,
welche bevorzugt ist, die fibrillierten Strukturen direkt
durch plötzliche Entspannung eines Gemisches von geschmolzenem
Polyolefin und Lösungsmittel, welches das polare Monomere und
einen Stoff zur Erzeugung von freien Radikalen enthält,
hergestellt, wie dies in der Luxemburgischen Patentanmeldung
73 706 der Anmelderin beschrieben ist. Die vor der Entspannung
vorherrschenden Bedingungen sind geeignet, die gewünschte
Pfropfung herbeizuführen.
Gemäß der Erfindung enthält die mit der Dekorfolie von
organischem Ursprung verbundene Polyolefinfolie 10 bis 90 Gew.-%
celluloseartige Fasern. Falls die polyolefinische Folie
weniger als 10 Gew.-% modifiziertes Polyolefin enthält, ist die
Erzielung einer ausgezeichneten Verbindung nicht mehr möglich.
Die Haftung zwischen den den Schichtstoff bildenden Elementen
nimmt in Abhängigkeit von dem Gehalt an modifiziertem
Polyolefin bis zu einem Gehalt von ungefähr 40% zu, dann bleibt
sie praktisch konstant. Um eine ausgezeichnete Haftung bzw.
Verklebung zwischen den den Schichtstoff bildenden Elementen
zu erreichen, ist es daher nicht erforderlich, eine ungefähr
40 Gew.-% übersteigende Menge an modifiziertem Polyolefin
einzusetzen. Schließlich können die polyolefinischen Folien durch
Einwirkung von Druck und Wärme deformiert werden, wenn der
Gehalt an modifiziertem Polyolefin wenigstens 35 Gew.-%
erreicht. Die Wärmeverformbarkeit der Folien nimmt ebenfalls
mit ihrem Gehalt an modifiztertem Polyolefin zu.
Hieraus ergibt sich, daß es aus wirtschaftlichen Gründen zur
Herstellung von Schichtstoffen, welche keine spätere
Wärmeverformung erleiden dürfen, vorteilhaft ist, den Gehalt an
modifiziertem Polyolefin zwischen 10 und 40 Gew.-%
auszuwählen, und daß es zur Herstellung von Schichtstoffen, welche
eine Wärmeverformung erfahren sollen, vorteilhaft ist, wenn
der Gehalt an modifiziertem Polyolefin oberhalb von 35 Gew.-%
liegt, wobei dieser Gehalt für bestimmte Anwendungen 90%
erreichen kann.
Gemäß einer Ausführungsform ist die polyolefinische Folie auf
einer ihrer Flächen mit einer Dekorschicht organischer Natur
und auf der anderen Fläche mit einer Grundfolie, welche aus
einem Gemisch von celluloseartigen Fasern und einem oder
mehreren von polaren, monomeren Einheiten freien Polyolefinen
gebildet wird, versehen. Die Grundfolie kann selbst mit einer
zweiten, polyolefinischen Folie verbunden sein, welche mit
einer zweiten Dekorschicht organischer Natur verbunden ist.
Auf diese Weise erhält man eine Verbundstruktur, welche eine
von der Grundfolie gebildete innere Schicht oder Seele, zwei
zwischenliegende, polyolefinische Folien auf beiden Seiten
der Grundschicht oder der Seele und zwei Dekorschichten
organischer Natur zur Abdeckung umfaßt. In diesem Fall basiert
das die Grundfolie bildende Polyolefin und das die
Abdeckfolien bildende Polyolefin vorzugsweise auf denselben alpha-
Olefinen. Die zwischenliegenden, polyolefinischen Folien
besitzen vorzugsweise ein Flächengewicht zwischen 25 und 250 g/m².
Die unterschiedlichen Arbeitsweisen zur Überführung der
Gemische aus celluloseartigen Fasern und Polyolefinen zu
Folien sind dem Fachmann an sich bekannt, und es können alle
Arbeitsweisen zur Herstellung der polyolefinischen Folie
angewandt werden. So kann die polyolefinische Folie beispielsweise
auf trockenem Weg, insbesondere nach den Arbeitsweisen der
pneumatischen Bahnenbildung oder der Bahnbildung durch
Schwerkraft, durch Kneten-Kalandrieren und Strangpressen hergestellt
werden. Ebenfalls kann man auf klassische Arbeitsweisen der
Papierherstellung zurückgreifen, die darin bestehen, ein
Blatt aus einer Suspension in einer das geeignete Gemisch
aus celluloseartigen Fasern und Polyolefin in solchen Mengen
enthaltenden Flüssigkeit, daß die Konzentration an
Feststoffen der Suspension zwischen 1 und 20 Gew.-% liegt, zu bilden.
Diese Art der Herstellung erweist sich als sehr einfach und
ermöglicht die Benutzung von bereits vorliegenden
Vorrichtungen, beispielsweise in Kartonagefabriken. Die bevorzugte
Flüssigkeit zur Herstellung der Suspension ist Wasser,
insbesondere aus offensichtlichen, wirtschaftlichen Gründen. Jedoch
kann man ebenfalls andere Flüssigkeiten zur Herstellung der
Suspension verwenden, beispielsweise chlorierte Lösungsmittel.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform im Fall des Einsatzes
des Polyolefins in Form von fibrillierten Strukturen wird so
begonnen, daß die fibrillierten Strukturen, welche in Form
einer Bahn oder eines Vlieses vorliegen, in Wasser in
Suspension überführt werden, wobei diese Überführung in Suspension
durch gleichzeitige oder vorherige Einführung einer geringen
Menge von celluloseartigen Fasern erleichtert werden kann. Die
Suspension wird dann einer energischen Defibrierbehandlung
unterzogen, beispielsweise in einer Vorrichtung vom Typ Turmix,
um die Fibrillen maximal in Einzelfasern aufzulösen,
anschließend werden die celluloseartigen Fasern eingegeben und
das Gemisch homogenisiert, bevor die Blattbildung auf einer
Papiermaschine durchgeführt wird. Das auf diese Weise gebildete
Blatt wird vorteilhafterweise entwässert, bei ungefähr 90° C
zur praktischen Entfernung des gesamten Wassers getrocknet
und anschließend durch Erhitzen verfestigt, beispielsweise
bei einer Temperatur zwischen 175 bis 190° C unter einem Druck
von 9,81 bis 147 bar (10 bis 150 kg/cm²).
Die in die Zusammensetzung der polyolefinischen Folie
eingehenden, celluloseartigen Fasern können in einer beliebigen,
ausreichend unterteilten Form eingesetzt werden. So kann man
Teilchen oder Fasern von Laub- oder Nadelhölzern, Sägemehl,
Strohabfälle, Papierbrei und Abfälle von Reißpapier zur
Herstellung des Gemisches verwenden.
Die Dekorschicht oder die Dekorschichten organischer Natur
können beliebige Schichten sein. Beispielsweise können die
Dekorschicht oder die Dekorschichten gebildet werden durch:
- - einen Film oder eine Folie aus Kunststoffmaterial wie einem
Polyvinylchlorid, einem Polyäther, einem Polyolefin, einem
Polyurethan, einem Acrylharz, einem Harz auf Basis von
Harnstoff-Formaldehyd oder Melamin, wobei der Film oder die
Folie partiell oder vollständig eine Zellstruktur aufweisen
kann,
- - ein gewebtes, gewirktes oder vliesförmiges Textilmaterial
aus natürlichen Fasern (Leinen, Baumwolle, usw.) oder
synthetischen Materialien, das gegebenenfalls auf der sichtbaren
Fläche mit einer Schicht aus Kunststoffmaterial, wie sie
zuvor genannt wurden, beschichtet ist, wobei diese Schicht
partiell oder vollständig Zellstruktur aufweisen kann,
- - ein Cellulosepapier oder ein partiell oder vollständig
synthetisches Papier wie ein Papier, hergestellt aus
Polyolefinfasern, wobei dieses Papier ebenfalls mit einer Schicht
aus Kunststoffmaterial, wie sie zuvor genannt wurden,
beschichtet sein kann und wobei diese Schicht partiell oder
vollständig Zellstruktur aufweisen kann,
- - eine dünne Holzfurnierfolie,
wobei diese Aufzählung nur Beispiele wiedergibt und nicht
vollständig ist.
Die Dekorschicht kann auf jede bekannte Weise bedruckt werden.
Ebenfalls kann sie auf der Oberfläche geprägt werden bzw. sein.
Wenn die Schichtstruktur eine wesentliche Verformung zur
Herstellung des gewünschten, fertigen Gegenstandes erfahren soll,
ist es ebenfalls vorteilhaft, die Art der Dekorschichten,
welche den Überzug bilden, sorgfältig derart auszuwählen, daß
diese Schicht oder diese Schichten ohne Beschädigung die
erforderlichen Verformungen erfahren können.
Gemäß einer Ausführungsform, welche deshalb bevorzugt ist, da
sie zu einer noch verbesserten Haftung zwischen den den
Schichtstoff bildenden Bestandteilen führt, ist die Dekorschicht aus
einem Polyolefinfasern enthaltendem Textilmaterial gebildet,
das auf seiner sichtbaren Fläche eine Schicht aus
Kunststoffmaterial trägt.
Die Anwesenheit des die Polyolefinfasern enthaltenden
Textilmaterials ermöglicht bei der Verbindung durch Heißpressen die
Herstellung einer bemerkenswerten Verankerung zwischen dem
Träger und der Dekorschicht, wobei dies wahrscheinlich die
Folge der natürlichen Verträglichkeit zwischen dem in der
Zusammensetzung des Trägers eingehenden Olefin und dem
Faserpolyolefin, welches in die Zusammensetzung des mit dem Träger
direkt in Kontakt gebrachten Textilmaterials eingeht, ist.
Die Struktur des einen integralen Teil der Dekorschicht
bildenden Textilmaterials ist überhaupt nicht kritisch, und man
kann beliebig ein gewirktes oder gewebtes Textilmaterial oder
auch ein Textilmaterial in Vliesform, d. h. ein Nicht-Webprodukt,
verwenden.
Ebenfalls kann das Textilmaterial vollständig oder teilweise
aus Polyolefinfasern gebildet sein. Im letzteren Fall wird es
jedoch im allgemeinen bevorzugt, daß das Textilmaterial
wenigstens 10 Gew.-% und vorzugsweise wenigstens 20 Gew.-%
an Polyolefinfasern enthält, wobei der Rest durch beliebige,
natürliche oder synthetische Fasern gebildet sein kann.
Die Art der in die Zusammensetzung des Textilmaterials
eingehenden Polyolefinfasern ist keinesfalls kritisch. So kann
man Fasern verwenden, welche aus Polyethylen, Polypropylen,
Copolymerisaten auf Basis von Ehtylen oder Copolymerisaten
auf Basis von Propylen hergestellt wurden. Jedoch hat es sich
als vorteilhaft herausgestellt, in die Zusammensetzung des
Textilmaterials Polyolefinfasern einzuführen, welche aus einem
Polyolefin der gleichen Art hergestellt wurden, wie es zur
Herstellung des Trägers des Schichtstoffes verwendet wurde.
Darüber hinaus kann man ausgezeichnete Ergebnisse hinsichtlich
einer Haftung zwischen den Bestandteilen des Schichtstoffes
erreichen, indem das Textilmaterial vollständig oder partiell
aus Polyolefinfasern hergestellt wird, welche zuvor einer
Behandlung unterzogen wurden, um auf diesen polare, monomere
Einheiten aufzupfropfen, welche aus wenigstens einem
Monomeren in Form von ungesättigten Carbonsäuren, den
entsprechenden Anhydriden oder deren Derivaten ausgewählt wurden. Diese
letztgenannte Pfropfbehandlung kann darüber hinaus direkt auf
dem Textilmaterial oder auf der Fläche des Textilmaterials
durchgeführt werden, welche in Kontakt mit dem Träger bei dem
Miteinanderverbinden des Schichtstoffes in Kontakt gebracht
wird.
Die Schicht aus Kunststoffmaterial, welche auf dem
Textilmaterial abgelagert ist, kann von beliebiger Natur sein,
wobei Vinylkunststoffmaterialien wie Harze auf Basis von
Vinylchlorid und Harze auf Basis von Polyurethanen mit dichter
Struktur oder Zellstruktur bevorzugt werden. Im allgemeinen
werden Kunststoffmaterialien, welche wenigstens partiell eine
Zellstruktur besitzen, bevorzugt. Eine solche Schicht kann
zuvor auf dem Textilmaterial nach einer beliebigen, an sich
bekannten Arbeitsweise abgelagert worden sein, beispielsweise
durch Streichen, durch Schmelzbeschichten, durch Laminieren
usw. Diese Schicht kann ebenfalls auf der sichtbaren Fläche
mit einem Dekor versehen sein, insbesondere um ihr das
Aussehen von künstlichem Leder zu geben.
Die Herstellung des erfindungsgemäßen Schichtstoffes wird ohne
Zuhilfenahme von irgendwelchen Klebstoffen durch einfaches
Heißpressen der Dekorschicht oder der Dekorschichten auf die
polyolefinische Folie erreicht, wobei die Temperatur bei
diesem Pressen von 120° C bis 250° C und vorzugsweise von 140° C
bis 200° C beträgt und der ausgeübte Druck in der Größenordnung
von 0,098 bis 98,1 bar (0,1 bis 100 kg/cm²) und vorzugsweise
von 0,098 bis 49,1 bar (0,1 bis 50 kg/cm²) liegt. Das
Abkühlen des Schichtstoffes wird unter Druck durchgeführt, und das
Entformen wird erst dann durchgeführt, wenn die Temperatur des
Schichtstoffes unterhalb von 120° C und vorzugsweise unterhalb
von 90° C liegt.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform wird der Schichtstoff
so hergestellt, daß die gegebenenfalls vorerwärmten
Dekorschichten auf die zuvor auf eine Temperatur von 120° C bis
250° C und vorzugsweise von 140° C bis 200° C beispielsweise
mit Hilfe von Infrarotstrahlen wiedererhitzte, polyolefinische
Folie abgelegt werden und das Ganze einem Preßvorgang zwischen
kalten Elementen bis zu dem Zeitpunkt unterworfen wird, wo die
Einheit bis auf eine Temperatur unterhalb von 120° C und
unterhalb von 90° C abgekühlt ist.
Der Arbeitsvorgang des Pressens kann vorteilhafterweise dazu
ausgenutzt werden, um dem Schichtstoff die gewünschte Form für
seinen späteren Verwendungszweck zu geben. Ebenfalls ist
darauf hinzuweisen, daß das Vorerhitzen der polyolefinischen Folie
überhaupt kein besonderes Problem darstellt, da festgestellt
wurde, daß die polyolefinischen Folien gemäß der Erfindung
eine Hitzebeständigkeit aufweisen, welche wesentlich besser
ist als diejenige von Folien, welche durch ein Gemisch von
celluloseartigen Fasern und nicht-modifiziertem Polyolefin
gebildet werden.
Das Zusammenfügen des Schichtstoffes kann diskontinuierlich
oder halbkontinuierlich mit Hilfe von feststehenden oder
beweglichen Pressen durchgeführt werden.
Die Haftung zwischen den den erfindungsgemäßen Schichtstoff
bildenden Elementen ist bemerkenswert. Sie ist gegenüber
Temperaturveränderungen kaum empfindlich: Der Schichtstoff kann
sowohl Temperaturen in der Größenordnung von 110° C wie auch
Temperaturen unterhalb von -40° C widerstehen. Darüber hinaus
wurde überraschenderweise gefunden, daß die Anwesenheit von
celluloseartigen Fasern in der polyolefinischen Folie den
Effekt hat, diese Haftung noch zu erhöhen. So wurde gefunden,
daß die Haftung zwischen der polyolefinischen Folie und der
Dekorschicht bzw. den Dekorschichten weniger gut ist, wenn
die polyolefinische Folie keine celluloseartigen Fasern enthält.
Der erfindungsgemäße Schichtstoff kann später leicht
mechanischen Bearbeitungen wie einem Stanzen, Abkanten, Bohren,
Fräsen, Nieten und Gewindeschneiden unterworfen werden.
Insbesondere eignet sich der Schichtstoff besonders gut zu
Behandlungen einer Kälteverformung wie einem Falten, Biegen
und Ziehen geringer Tiefe, wenn die polyolefinische Folie
aus einem synthetischen Elastomeren wie beispielsweise einem
kautschukartigen Copolymerisat auf Basis von Ethylen und
Propylen hergestellt wurde.
Der erfindungsgemäße Schichtstoff kann für zahlreiche
Anwendungen eingesetzt werden, insbesondere auf dem Gebiet der
Innendekoration von Gebäuden und auf dem Gebiet der
Innenverkleidung von Kraftfahrzeugen.
Die Erfindung wird anhand der folgenden Vergleichsbeispiele
und des folgenden Beispiels näher erläutert, welche die
Verbesserung der Haftung zeigen, welche bei dem erfindungsgemäßen
Schichtstoff gefunden wurde. Das Beispiel 3 betrifft einen
erfindungsgemäßen Schichtstoff.
Beispiel 1 (Vergleichsbeispiel)
Von einer Folie mit einer Dicke von 2,5 mm, die aus einem
50 Gew.-Teile Polyethylen hoher Dichte und 50 Gew.-Teile
Sägemehl D40-80 (Gemisch aus Sägemehl von Fichten und Pappeln,
dessen Teilchen einen mittleren Durchmesser von 280 µm besaßen)
umfassenden Gemisch hergestellt worden war, wurde ein
quadratischer Prüfkörper mit einer Seitenlänge von 100 mm
ausgeschnitten. Dieser wurde in einen Ofen mit Infrarotstrahlheizung
eingesetzt.
Nach 120 Sekunden wurde die Probe aus dem Ofen entnommen und
festgestellt, daß ihre Temperatur 175° C betrug.
Auf der Probe wurde eine Folie aus synthetischem Leder in Form
eines Weichschaums aus Polyurethan aufgelegt, und das Ganze
wurde zwischen die Platten einer Kaltpresse gelegt.
Es wurde ein Druck von 0,98 bar (1 kg/cm²) während der
notwendigen Zeit angelegt, um das Material bzw. den Schichtstoff auf
eine Temperatur von 60° C zu bringen. Dann wurde die Presse
geöffnet, die Probe wurde entnommen, und die Beschichtung aus
synthetischem Leder wurde einem Abziehtest unterzogen.
Es wurde gefunden, daß die Folie aus synthetischem Leder nur
wenig auf der Trägerfolie haftete. Der Materialverlust,
gemessen im Bereich des synthetischen Leders, betrug 52 g pro m².
Beispiel 2 (Vergleichsbeispiel)
Die Arbeitsweise von Beispiel 1 wurde exakt wiederholt,
abgesehen davon, daß die Folie lediglich aus Polyethylen hoher
Dichte, zuvor gepfropft mit Maleinsäureanhydrid, wobei der
Gehalt hiervon 0,4 g/kg betrug, gebildet wurde.
Bei dem Abziehversuch wurde festgestellt, daß die Folie aus
synthetischem Leder sehr wenig an dem Träger haftete. Der
Materialverlust, festgestellt im Bereich des synthetischen
Leders betrug 32 g pro m².