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Dokumentenidentifikation DE3050001C2 18.01.1990
Titel Verfahren und Vorrichtung zum Sammeln und Trennen von Öl, Gas und Wasser, welche aus ausgebrochenen Bohrlöchern im Meeresgrund austreten
Anmelder O.C. Oestlund A/S, Stavanger, NO
Erfinder Oestlund, Ole C., Stavanger, NO
Vertreter Boehmert, A., Dipl.-Ing.; Hoormann, W., Dipl.-Ing. Dr.-Ing., 2800 Bremen; Goddar, H., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat., Pat.-Anwälte, 8000 München; Stahlberg, W.; Kuntze, W., Rechtsanwälte, 2800 Bremen
DE-Anmeldedatum 31.10.1980
DE-Aktenzeichen 3050001
WO-Anmeldetag 31.10.1980
PCT-Aktenzeichen NO8000034
WO-Veröffentlichungsnummer 8101310
WO-Veröffentlichungsdatum 14.05.1981
Date of publication of WO application in German translation 03.06.1982
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 18.01.1990
Veröffentlichungstag im Patentblatt 18.01.1990
IPC-Hauptklasse E21B 7/12
IPC-Nebenklasse E21B 15/04   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 zum Sammeln und Trennen von Öl, Gas und Wasser, welches aus einem Öl/- Gas-Bohrloch austritt sowie eine Vorrichtung gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 2 zur Durchführung dieses Verfahrens.

In den vergangenen Jahren sind vielfältige Versuche unternommen worden, daß aus ausgebrochenen Öl/Gas-Bohrlöchern auf dem Meeresgrund ausströmende Gas und Öl zu beherrschen. Solche Maßnahmen sind insbesondere deshalb von Bedeutung, da eine Verschmutzung der Meeresumgebung und der Strände verhindert werden muß, da die Verschmutzung eine Gefahr für das Leben im Meer sowie die in Mitleidenschaft gezogenen Strände bringt. Zusätzlich sind auch große wirtschaftliche Verluste durch ausgebrochene Bohrlöcher zu beklagen.

Bekannte Ausrüstungen, wie z. B. Tankerrohre, Abscheider (skimmer), "Sombreros" usw. erwiesen sich als unter den vorherrschenden Witterungsbedingungen unzureichend. Deshalb müssen neue Verfahren entwickelt werden, um das aus unkontrollierten Bohrlöchern am Meeresgrund austretende Gas und Öl zu separieren und zu sammeln.

Deshalb sind Vorrichtungen erforderlich, mittels derer das aus solchen Bohrlöchern austretende Gas und Öl gesammelt und genutzt werden kann, während gleichzeitig andere Einrichtungen eingesetzt werden, um den Ausbruch zu kontrollieren, beispielsweise durch Bohren von Entlastungs-Bohrlöchern.

Einrichtungen in der Form von Sombreros, beispielsweise nach der US-PS 36 64 136, sind eingesetzt worden, um die Verschmutzung des Meeres und der Umgebung zu verhindern. Die "Sombreros" sollten die aus der unter Wasser liegenden Quelle austretende Öl-Gasmischung sammeln. Die Hauptursachen für das Versagen derartiger "Sombreros" lagen im Entweichen von Öl und Gas unter der Kante des Sombreros sowie beim Versuch, die Öl-Gasmischung zu transportieren, üblicherweise von der Spitze des Sombreros zur Meeresoberfläche. Bedingt durch die proportionale Expansion des der Öl-Gas-Mischung entweichenden Gases traten ernsthafte Probleme während der erheblichen Expansion des Gas-Volumens beim Transport der Öl-Gas-Mischung im Steiger zur Meeresoberfläche auf.

Eine Maßgabe zur Beherrschung eines ausgebrochenen Bohrloches, bei der eine Vorrichtung über dem Bohrloch angeordnet ist, besteht darin, das Öl vom Gas zu trennen und die zwei Komponenten einzeln zu kontrollieren.

Weiterhin muß der innerhalb der Anordnung ansteigende Druck, der durch die strömende Gas-Öl-Mischung entsteht, gesteuert und auf einen Wert beschränkt werden, bei dem der tragende Boden nicht überfordert wird. Anderenfalls sind Beschädigungen der Bodenfläche und von Öl/Wasser-Rohren zu beklagen.

Da Gas und Öl stark verschiedenes Verhalten zeigen, beispielsweise bei Druckabfall und Expansion, und da große Druckschwankungen durch Gasblasen in den Transport-Steigern als auch Kavitationsprobleme in den Pumpen auftreten, sind vielfältige Probleme zu lösen.

Im einzelnen werden folgende Anforderungen gestellt: Keine oder unwesentliche Bodenbeeinträchtigung, Begrenzung von Druckschwankungen, keine oder keine erhebliche Beschädigung von Leitungen in der Nähe oder auf dem Meeresboden. Unabhängigkeit des Einsatzes von der Wassertiefe, leichte und schnelle Installation, Zuverlässigkeit und Beweglichkeit. Darüber hinaus ist, wie immer, eine wirtschaftliche Herstellung und Wartung von Bedeutung.

Das Problem der Bodenbeeinträchtigung entsteht dann, wenn die das Bohrloch abdeckende Einrichtung einen offenen unteren Endabschnitt aufweist, der auf dem Meeresgrund abgesetzt ist und die Vorrichtung mit einer Öl-Gas-Mischung aus dem Bohrloch gefüllt ist, welche eine Druckdifferenz zwischen dem Inneren und dem äußeren der Vorrichtung bewirkt. Übersteigt diese Druckdifferenz 3-5 m Wassersäule (m H&sub2;O), so ist normalerweise ein Bodenbruch zu erwarten. Solche Brüche verursachen Lecks auf der Meeresbodenfläche bzw. im Boden selbst. Die Druckschwankungen auf dem Meeresboden, beispielsweise in 300 m Wassertiefe, variieren wesentlich mehr als die Bodenstabilitätsgrenze von 5 m Wassersäule (m H&sub2;O). Diese enge Druckdifferenz-Begrenzung von etwa 5 m Wassersäule erfordert es, die Schwankungen des Öl/Gas-Druckes innerhalb einer jeden Anordnung zu minimieren, die auf dem Meeresgrund abgesetzt ist.

Wird Öl und Gas zusammen in einem Steiger(riser) transportiert, wobei der Druck in den Steiger-Abschnitten von der Vertikalposition des Abschnittes abhängt, so wird der Bodendruck kontinuierlich, zeitabhängig mit dem Gasinhalt des Steigers variieren, weil durch den hydrostatischen Druck am Boden das Öl durch das Gas verdrängt wird, welches (Gas) sich bei der Aufwärtsbewegung im Steiger expandiert.

Wird das Gas vom Öl in einem solchen Maß getrennt, daß der Gas-Inhalt des Öles wesentlich reduziert ist, werden die Schwankungen im Bodendruck des Steigers ebenfalls wesentlich reduziert. Eine derartige Trennung ist durch eine freie Ölschicht in einer Säule möglich, die eine überstülpende Abdeckung für das aus dem Öl befreite Gas bildet. So eine Gas-Abdeckung bildet die Spitze einer über dem ausgebrochenen Bohrloch angeordneten Struktur.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein gattungsgemäßes Verfahren und eine Vorrichtung zu dessen Durchführung zu schaffen, mit denen die geschilderten Nachteile und Gefahren beim Transport der Öl- Gas- Mischung zur Meeresoberfläche vermieden werden können, wobei das Verfahren unabhängig von der Wassertiefe und den Wetterbedingungen eingesetzt und die entsprechende Vorrichtung zuverlässig und schnell installiert werden kann.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß hinsichtlich des Verfahrens durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 und hinsichtlich der Vorrichtung durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 2 gelöst.

Das erfindungsgemäße Verfahren und die erfindungsgemäße Vorrichtung vermeiden die Fehler und Nachteile des Standes der Technik beim Sammeln und/oder Trennen von Öl und Gas aus offenen Bohrlöchern. Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren sind folgende Schritte vorgesehen: Ein vertikal ausgerichtetes Gestell wird über das ausgebrochene Bohrloch gesenkt, indem mit dem Gestell verbundene Ballasttanks mit Ballast gefüllt werden, bis das Gestell auf dem Meeresboden um den Kopf des Bohrloches herum aufsetzt; Öl-Gas-Gemisch wird aus dem Bohrlochkopf in das Gestell geleitet, wodurch sich eine Ölsäule im Inneren des Gestelles aufbaut sowie ein oberer Gas-Abschnitt in der Säule, wodurch die Aufwärtsbewegung der Öl-Gas-Mischung derart verlangsamt ist, daß die Bewegung der Mischung an der Öl-Oberfläche zu vernachlässigen ist; der Druck und der Anteil von Öl und Gas in dem Gestell werden durch Betätigung von Ventilen für den Öl- bzw. Gasauslaß gesteuert, wobei die hydrostatischen Drucke innerhalb und außerhalb der unteren Kante des Gestelles, welches auf dem Meeresgrund aufliegt, im wesentlichen gleich sind, und wobei eine Gasfüllung im oberen Abschnitt des Gestells durch Überführen von Gas aus dem Gestell zur Meeresoberfläche und Überführen von Öl aus der Ölsäule zur Meeresoberfläche aufrechterhalten wird.

Das erfindungsgemäße Gestell kann die Form einer Säule mit einem vertikal angeordneten Rohr haben, deren oberes Ende geschlossen ist und Auslässe für Gas aufweist, während der untere Endabschnitt des Rohres Einrichtungen zum Abstützen der Säule auf dem Meeresgrund aufweist und der mittlere Abschnitt der Säule mit Öl-Auslässen versehen ist.

Ein Überströmrand kann unterhalb des oberen Abschnittes des Rohres angeordnet sein, wodurch zurückgebliebenes Gas in den oberen Abschnitten der Ölsäule beim Überströmen des Öles über den Überströmrand frei wird. Die Auslässe für Öl sind in einem Überströmkanal unterhalb des Überströmrandes und zwischen dem Rand und der Innenwandung des Rohres vorgesehen.

Das Innere des Gestells kann mit einer oder mehreren horizontalen Aussteifungen bestückt sein, die die Aufwärtsbewegung der Öl-Gas-Mischung dämpfen.

Um das Gestell herum kann ein äußeres Gehäuse vorgesehen sein, innerhalb dessen Ballast- und Speichertanks und auch Räume für Ventile, Rohre und Tanks vorgesehen sein können, mittels welcher das Absetzen und Fluten des Gestells sowie der Druck innerhalb des Gestells im Betriebszustand zu steuern sind. Eine Plattform kann auf dem Oberteil des Gehäuses vorgesehen sein, welche verschiedene Ausrüstungsgegenstände zum Betrieb der Vorrichtung aufnimmt. Die Ausrüstung auf der Plattform ist Tauchern zugänglich, wenn das Gestell in großen Wassertiefen eingesetzt wird.

Aus dem Gestell werden Öl und Gas getrennt zur Wasseroberfläche überführt, wo sie weiter behandelt werden, beispielsweise auf Leichterschiffen, Schiffen oder Bohrtürmen. Sodann wird das Material weitertransportiert oder das Gas kann auch verbrannt werden.

Die Steiger für einen derartigen Transport von Öl und Gas können fest oder auch flexibel sein, in Abhängigkeit von der Wassertiefe und anderen Parametern. Im allgemeinen sind jedoch flexible Steiger bei großen Wassertiefen die wirtschaftlichste Lösung, da derartige Steiger auch bei verschiedenen Wassertiefen ohne teure Umrüstungen einsetzbar sind.

Das Säulen-Verfahren kann bei allen Wassertiefen eingesetzt werden, bei denen ein Druckgleichgewicht herstellbar ist, welches durch die folgende Gleichung gegeben ist:

P + p&sub1;Hg = P&sub1; + p&sub2;h&sub2;g,

wobei

P = Atmosphärendruck in Höhe der Meeresoberfläche,

p&sub1; = Spezifisches Gewicht von Wasser

H = Wassertiefe

P&sub1; = Gasdruck in der Spitze des Gestells,

P&sub2; = Spezifisches Gewicht von Öl im Gestell, h&sub2; = Höhe des Öls im Gestell.

Um das Auslecken von Öl unterhalb der Unterkante des Gestells aufgrund von geringen Druckschwankungen zu verhindern, sollte der Bodendruck in dem Gestell in folgenden Grenzen gehalten werden:

P + p&sub1;Hg > P&sub1; + p&sub2;h&sub2;h > P + p&sub1;Hg - Ps.

Die Ungleichung gibt einen Steuerbereich für Ps an, wobei Ps der maximale Druckgradient vor Bruch des Bodens ist.

Wird das Auslecken unter dem Bodenabschnitt mittels in den Meeresgrund eindringender Schneiden kontrolliert, soweit Rohre und Pipelines dies nicht verhindern, kann der Bodendruck in der Säule gemäß der folgenden Formel variiert werden:

P + p&sub1;Hg + Ps > P&sub1; + p&sub2;h&sub2; > P + pHg - Ps.

Die Ungleichung gibt eine Steuerbreite für zwei 2Ps.

Bei Betrieb wird das Öl aus dem Bohrloch frei in das Gestell einströmen, das Gas wird getrennt und innerhalb des Systems wird sich ein eigener Gleichgewichtszustand ausbilden. Ein Druckaufbau im Bodenbereich wird durch ein Bodenventil und/oder ein Ventil im oberen Abschnitt verhindert. Das Öl in dem Gestell strömt über einen Überströmrand, bevor es in die Transport-Steigeleitungen eintritt, wodurch die Gastrennung noch verbessert wird.

Die kinetische Energie der ausströmenden Öl-Gas-Mischung wird durch das bereits im Gestell vorhandene Öl und Wasser gedämpft. Um dieses zu erreichen, muß die Menge, der Durchmesser und die Höhe des Wassers und des Öles in der Säule groß genug sein, um die Bewegungsenergie der ausbrechenden Öl-Gas-Mischung zu dämpfen und zu absorbieren. Weiterhin müssen die Abmessungen groß genug sein, um Gasblasen aufsteigen und expandieren zu lassen, ohne daß große Schwankungen des hydrostatischen Druckes am Boden erzeugt werden. Dieser Effekt wird mit zunehmendem Durchmesser und zunehmender Höhe abnehmen. Die erforderliche Höhe der Öl/Wasser-Säule kann dadurch reduziert werden, daß innerhalb des Gestells mechanische Dämpfer angebracht werden.

Im folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispieles unter Bezugnahme auf die Zeichnung im einzelnen erläutert. Dabei zeigt

Fig. 1 einen Aufriß des erfindungsgemäßen Säulen-Gestells;

Fig. 2 das Säulen-Gestell von Fig. 1 mit einem äußeren Gehäuse, Ballastund Speichertanks und einem Ausrüstungs-Deck, das für Taucher bei Einsatz des Säulen-Gestells auf dem Meeresboden zugänglich ist;

Fig. 3 ein Gestell, das für Flachwasser vorgesehen ist und bei dem sich die Plattform überhalb der Meeresoberfläche befindet; und

Fig. 4 Querschnitte entsprechend Fig. 2. und 5

Ein vertikal angeordnetes Säulen-Gestell 1, das bei Betrieb ein Öl/Gas-Bohrloch 2 abdeckt, weist ein Rohr 3 mit Ventilen 4 und 4a sowie 5 auf, die Teile der Auslässe 6 und 7 für Gas bzw. Öl bilden. Der untere Endabschnitt 8 des Säulen-Gestells 1 hat eine untere Kante 12, die auf dem Meeresgrund 14 abgesetzt ist. In einem vertikalen Rohr 3 und dem unteren Endabschnitt 8 des Säulengestells 1 baut sich bei Betrieb eine Ölsäule 10 auf. Ein oberer Endabschnitt 9 des Säulen-Gestells weist einen oberen, gasgefüllten Abschnitt 1 auf, unterhalb dessen ein Überströmrand 15 angeordnet ist, mittels dessen Gas aus der Öl-Gas-Mischung entfernt wird, welche über den Überströmrand 15 in Überströmkanäle 26 strömt, von wo aus das Öl mittels des Auslasses 7 zur Meeresoberfläche überführt wird. Der untere Endabschnitt 8 des Säulen-Gestells 1 ist mit einem Ventil 18 zum Entfernen von Wasser aus dem unteren Bereich des Säure-Gestells 1 sowie für Auftriebs-Zwecke beim Heben bzw. Senken des Säulen-Gestells versehen.

Das durch den Bohrlochkopf 22 aus dem Bohrloch 2 strömende Öl-Gas-Gemisch wird durch die Ölsäule 10 gebremst. Gas wird sich aus dem Öl-Gas-Gemisch entfernen und den gasgefüllten Abschnitt 11 erreichen. Im Bereich der Oberfläche der Ölsäule 10 wird die Bewegung des Öl-Gas-Gemisches derart gebremst sein, daß das Öl im wesentlichen ruhig ist und ein Großteil des Gases aus der Mischung entfernt ist. Möglicherweise verbliebenes Gas wird aus der Mischung beim Überströmen über den Überströmrand 15 in die Überströmkanäle 26 entfernt. Aus der Öl-Gas-Mischung entferntes Wasser wird einen wassergefüllten unteren Abschnitt im unteren Endabschnitt 8 des Säulen-Gestells 1 bilden, wobei dieses Wasser mittels des Ventils 18 aus dem Säulen-Gestell entfernbar ist. Das Ventil 18 kann auch als Auslaß den Auslaß 7 ergänzen, falls extrem große Mengen Öl-Gas-Gemisch in das Säulen-Gestell strömen. Das Säulengestell 1 umhüllend ist ein äußeres Gehäuse 13 angeordnet, das einen gewissen Abstand zum Rohr 3 einnimmt, so daß Freiraum für Ausrüstungen, beispielsweise Rohre, geschaffen wird. Um das Gehäuse 13 herum können Ballast- und Speichertanks 27 im unteren Abschnitt des Gehäuses 13 vorgesehen sein.

Aus dem unteren Endabschnitt 8 des Säulen-Gestells 1 kann Wasser durch das Leitungssystem 17 in die umgebende See oder mittels Ventilen 18 und 19 in Speichertanks 27 abgegeben werden, von wo aus es mittels einer Pumpe 29 in die umgebende See entladbar ist. Die Speichertanks 27 dienen bei Betrieb also als Trenn-Tanks für Öl und Wasser, wobei das in den oberen Abschnitten der Tanks 27 getrennte Öl mittels eines Leitungssystems 16 zur Meeresoberfläche überführbar ist. Auch ist das Öl einem Leitungssystem 20 zuführbar, durch welches eine Pumpe 30 das Öl aus dem Überströmkanal 26 zur Weiterbehandlung an die Meeresoberfläche fördern kann.

Um die Bremswirkung der Ölsäule 10 zu verstärken, sind eine oder mehrere Aussteifungen 21 im Inneren des Rohres 3 angeordnet, welche die Stablität des Rohres 3 auch erhöhen. Die untere Kante des Rohres 3 kann in Form von Stützen, Kästen oder Abschnitten ausgeformt sein, von denen einige entfernbar sind, um die Beschädigung von Gegenständen auf oder in der Nähe des Meeresgrundes 14 in der Umgebung des Bohrlochkopfes 22, wie beispielsweise Pipelines, zu verhindern. Weiterhin kann die untere Kante 12 auch derart ausgeformt sein, daß sie in den Meeresboden dringt, um eine gewisse Druckdifferenz zwischen dem Inneren und dem Äußeren des Säulen-Gestells 1 in diesem Bereich zu erlauben.

Um die Beschädigung von Leistungen und Boden-Steigeleitungen im Bereich des Meeresgrundes zu verhindern, ist die untere Kante 12 des Säulen-Gestells 1 teilweise oder ganz mit wassergefüllten, flexiblen Gummikissen versehen, welche das Gewicht des Säulen-Gestells gleichmäßig auf dem Meeresgrund verteilen.

Das Säulen-Gestell 1 kann mit einem Ausrüstungs-Deck 31 versehen sein, auf welchem Ausrüstungsgegenstände zum Bedienen des Rohr-Systems des gesamten Säulen-Gestells 1 untergebracht sind, und welches bei Betrieb Tauchern zugänglich ist.

Weitere Ausrüstung ist vorgesehen, um den Druck in bestimmten Abschnitten des Säulen-Gestells, des Gehäuses, der Tanks, Pumpen, Leitungssysteme und der Gas- bzw. Öltransporteinrichtungen 23, 24 sowie in den Auslässen 6 und 7 zu messen.

Bei Betrieb wird der Druck im unteren Endabschnitt 8 des Säulen-Gestells 1 mittels der oben erwähnten Ausrüstungen im wesentlichen gleich dem Druck außerhalb des Säulen-Gestells auf dem Meeresboden gehalten.

Die Konstruktion des Säulen-Gestells richtet sich wesentlich nach den Bedingungen, unter denen das Gestell zu betreiben ist. Diese Anforderungen übersteigen noch die Druck-Bedingungen, die zum Betrieb des Säulen-Gestells gesetzt sind, da das Säulen-Gestell sowohl in Tiefen von mehr als 300 Metern als auch in Flachwasser einsetzbar sein soll.

Das Säulen-Gestell 1 kann, falls erwünscht, auch als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme beim Bohren Verwendung finden, wobei das Säulen-Gestell über dem Bohrloch positioniert wird und die Bohrung durch das Oberteil des Säulen-Gestells erfolgt, welches dementsprechend konstruiert und ausgelegt sein muß.

Bei Einsatz in Flachwasser kann das Säulen-Gestell mit einer Brandschutzwand versehen sein sowie mit Brandbekämpfungseinrichtungen, die auf der Meeresoberfläche brennendem Öl und Gas beim Installieren des Säulen-Gestells widerstehen.

Ballast- und Speichertanks 27 dienen zum Einstellen des Gewichts auf dem Säulen-Gestell, welches auf dem Meeresgrund abgestützt ist, um dieses entsprechend der Bodenbeschaffenheit zu stabilisieren. Auch dienen die Tanks beim Betrieb dem Speichern von Öl und/oder Wasser, insbesondere bei Überflutung des Systems.

Beim Eintauchen sind die Ventile 4, 4a, 5 und 18 offen, um eine freie Strömung von Gas und Öl durch das Säulen-Gestell zu ermöglichen. Nach der Installation auf dem Meeresgrund und der erforderlichen Belastung, werden die Ventile eingestellt und die Ölpumpen angeworfen, wobei die Ventile, Pumpen und anderen Ausrüstungsteile von einem Bedienungsschiff ferngesteuert werden. Diese Steuerung und Versorgung erfolgt üblicherweise automatisch.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zum Sammeln und Trennen von Gas, Wasser und Öl, welche, kontrolliert oder nicht, aus einem Öl/Gas-Bohrloch auf dem Meeresboden ausströmen, da-durch gekennzeichnet, daß ein vertikal angeordnetes Säulen-Gestell (1) über das Bohrloch (2) abgesenkt wird, indem Ballast in mit dem Säulen-Gestell (1) verbundene Ballast-Tanks (27) eingeführt wird, bis das Säulen-Gestell um den Bohrkopf (22) des Bohrloches (2) herum auf dem Meeresgrund aufsetzt; daß Öl-Gas-Gemisch aus dem Bohrloch (2) in das Säulen-Gestell (1) geführt wird, wobei sich im Inneren des Säulen-Gestells (1) eine Ölsäule (10) aufbaut, sowie ein oberer, gasgefüllter Abschnitt (11) des Säulen-Gestells (1), und die Aufwärtsbewegung des Öl-Gas-Gemisches durch die Ölsäule (10) gebremst wird; daß der Druck und die Menge des Öles und des Gases in dem Säulen-Gestell durch Betätigung von Auslässen (6, 7) für Öl und Gas gesteuert werden, so daß der hydrostatische Druck außerhalb und innerhalb der unteren Kante (12) des auf dem Meeresboden abgesetzten Säulen-Gestells (1) gleich sind, wobei ein Gas-Abschnitt (11) im oberen Endabschnitt (9) des Säulen-Gestells (1) durch Entfernung von Gas aus dem oberen, gasgefüllten Abschnitt (11) des Säulen-Gestells (1) zwecks Verbrennung oder Speicherung erhalten bleibt; und daß Öl aus der Ölsäule (10) entladen wird.
  2. 2. Säulen-Gestell zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, zum Sammeln und Trennen von Gas, Wasser und Öl, welche, kontrolliert oder nicht, aus einem Öl/Gas-Bohrloch auf dem Meeresgrund ausströmen, dadurch gekennzeichnet, daß das Säulen-Gestell ein vertikal angeordnetes Rohr (3) einem oberen, geschlossenen Endabschnitt (9) aufweist, das mit Auslässen (6) für Gas versehen ist, daß ein unterer Endabschnitt (8) des Rohres (3) mit Einrichtungen (12) zum Abstützen des Säulen-Gestells (1) auf dem Meeresgrund (14) versehen ist, daß der mittlere Abschnitt des Säulen-Gestells mit Öl-Auslaßeinrichtungen (7) zum Überführen des Öles an die Meeresoberfläche versehen ist und daß der untere Endabschnitt (8) des Rohres (3) mit Ventil-Einrichtungen (18) versehen ist, mittels derer Flüssigkeit in das Säulen-Gestell hinein und aus ihm heraus bringbar sind, so daß die hydrostatischen Drucke innerhalb und außerhalb der unteren Kante (12) des Säulen-Gestells bei Betrieb ausgleichbar sind, wobei diese (Ventile) auch für die Ballast- bzw. Auftriebsbildung beim Absenken bzw. Steigen des Säulen-Gestells (1) dienen.
  3. 3. Säulen-Gestell nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß unterhalb eines oberen Abschnittes (11) des Rohres (3) zum Sammeln von befreitem Gas ein Überströmrand (15) vorgesehen ist, durch den im Öl zurückgebliebenes Gas beim Strömen des Öles über den Überströmrand (15) befreit wird, und daß die Auslaßeinrichtungen (7) für Öl mit einem Überströmkanal (26) zwischen der Innenwand des Rohres und dem Überströmrand auf einem Niveau unterhalb des Überströmrandes (15) versehen ist.
  4. 4. Säulen-Gestell nach einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Rohr (3) mit zumindest einer horizontalen inneren Aussteifung (21) zum Dämpfen der Aufwärtsbewegung des Öl-Gas-Gemisches versehen ist.
  5. 5. Säulen-Gestell nach einem der Ansprüche 2-4, dadurch gekennzeichnet, daß die Gasauslaßeinrichtungen (6) zumindest ein Ventil (4) zur Verbindung mit Transporteinrichtungen (23) für Gas an die Meeresoberfläche aufweisen.
  6. 6. Säulen-Gestell nach einem der Ansprüche 2-4, dadurch gekennzeichnet, daß die Gasauslässe (6) weiterhin ein vertikal im Oberabschnitt des Säulen-Gestells angeordnetes Ventil (4a) aufweisen, so daß Bohrungen von der Meeresoberfläche durch das Ventil (4a) und die gesamte Länge des Säulen-Gestells (1) möglich sind.
  7. 7. Säulen-Gestell nach einem der Ansprüche 2-6, dadurch gekennzeichnet, daß die Gas-Auslässe (7) ein Leitungssystem (20) aufweisen und zumindest ein Ventil (5) zur Verbindung mit Transporteinrichtungen (24), mittels derer Öl an die Meeresoberfläche überführbar ist.
  8. 8. Säulen-Gestell nach einem der Ansprüche 2-7, dadurch gekennzeichnet, daß ein rohrförmiges Gehäuse (13) um das Säulen-Gestell (1) angeordnet ist, so daß Freiraum (25) zwischen dem Rohr (3) und dem Gehäuse (13) gebildet wird, der die Installation von Ventilen, Pumpen und Rohren gestattet, welche für den Betrieb des Säulen-Gestells erforderlich sind, wobei das Gehäuse (13) vom unteren Endabschnitt (8) des Rohres (3) aufwärts ragt.
  9. 9. Säulen-Gestell nach einem der Ansprüche 2-8, dadurch gekennzeichnet, daß die Einrichtungen (12) zum Abstützen des Säulen-Gestells (1) auf dem Meeresgrund (14) Aussteifungen, Kästen oder Abschnitte aufweisen, von denen bestimmte entfernbar sind, so daß eine Beschädigung von Gegenständen auf oder am Meeresgrund (14) im Bereich des Bohrlochkopfes (22), beispielsweise Pipelines, vermieden wird.
  10. 10. Säulen-Gestell nach einem der Ansprüche 2-9, dadurch gekennzeichnet, daß der untere Endabschnitt (8) des Rohres (3) mit Ventileinrichtungen (18) für die Überführung von Flüssigkeit in den unteren Endabschnitt (8) des Rohres (3) bzw. aus ihm heraus vorgesehen sind.






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