Die Erfindung betrifft Hilfsvergaser für den Start von
Brennkraftmaschinen gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Hilfsvergaser dienen zum besseren Starten von
Verbrennungsmotoren, insbesondere bei sehr tiefen Temperaturen. Zu diesem
Zweck wird aus einem separaten Brennstoffbehälter beim
Starten zusätzlich ein Brennstoff-Luft-Gemisch in die Ansaugrohre
eingespritzt. Diese Hilfsvergaser werden beim Start durch
eine elektromagnetische Spule gesteuert, die von einer
Batterie gespeist wird. Diese ist bei sehr niedrigen Temperaturen
(z. B. etwa -30°C bis -35°C) nicht störungsfrei
funktionsfähig, da die an den Klemmen der Batterie verfügbare
elektrische Energie bei diesen Temperaturen zu schwach ist (etwa 1/3
der bei normalen Temperaturen verfügbaren Energie), um eine
notwendige Erregung der elektromagnetischen Spule
hervorzurufen.
Ein solcher Hilfsvergaser ist aus der US-PS 42 02 309
bekannt. Bei diesen Vergasern wird beim Starten eine
elektromagnetische Spule erregt, deren Kern einen Ventilstößel
aufweist, der im erregten Zustand das Rückschlagventil eines
zusatz-Kraftstoffbehälters betätigt, so daß ein zusätzliches
Kraftstoff-Luft-Gemisch in den Verbrennungsmotor eingespritzt
wird.
Ein solcher Hilfsvergaser hat jedoch den Nachteil, daß
gleichzeitig mit dem Startvorgang, d. h. der Betätigung des
Anlassers, die elektromagnetische Spule erregt werden muß.
Dadurch entsteht ein sehr hoher momentaner Stromverbrauch.
Dieser kann insbesondere bei sehr tiefen, winterlichen
Temperaturen und einer damit verbundenen starken Schwächung der
Batterie von dieser nicht mehr gedeckt werden.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, einen durch
eine elektromagnetische Spule betätigten Hilfsvergaser zu
schaffen, der ein sicheres Starten des Motors auch bei sehr
tiefen Temperaturen und einer schwachen Batterie
gewährleistet.
Diese Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale das
Anspruchs 1 gelöst.
Durch diese erfindungsgemäße Ausgestaltung ist es möglich,
daß in einer ersten Betriebsstufe, in der der Anlasser des
Verbrennungsmotors nicht betätigt und somit kein Strom von
diesem verbraucht wird, durch Betätigen der
elektromagnetischen Spule, Brennstoff aus dem zusätzlichen
Brennstoffbehälter dosiert in einen Vorratsraum geleitet und in diesem unter
Druck gesetzt wird. In einem zweiten Bedienungsschritt kann
nur der Motor mittels des Anlassers gestartet werden, wobei
eine Erregung der elektromagnetischen Spule des Vergasers
nicht mehr notwendig ist, da die dosierte Kraftstoffmenge
durch Federkraft in den Verbrennungsmotor eingespritzt wird.
Somit wird die Batterie sehr stark entlastet und ein sicheres
Starten auch bei schlechter Batterie ermöglicht.
Ein solcher Hilfsvergaser ist kompakt gebaut und benötigt
infolgedessen nur wenig Raum. Er kann deshalb in einem Raum
relativ kleiner Abmessungen unter der Motorhaube untergebracht
werden oder sogar in oder unter dem Armaturenbrett eines
Kraftfahrzeuges, wie z. B. eines Lastkraftwagens. In
letzterem Falle befindet sich der Hilfsvergaser unmittelbar im
Betätigungsfeld des Fahrers, und es ist nicht mehr notwendig,
Übertragungsorgane zur Überbrückung von Entfernungen
vorzusehen. Außerdem wird das Auswechseln des abnehmbaren
Brennstoffbehälters erleichtert und schneller ermöglicht.
Weiterhin findet ein Verbrauch von elektrischer Energie für
die Erregung der elektromagnetischen Spule nur noch für das
Füllen der Kammer statt, während das Rückströmen der
dosierten Menge Brennstoff lediglich unter dem Einfluß einer
zweiten Rückstelleinrichtung stattfindet. Auf diese Weise erfolgt
die Entnahme von elektrischer Energie aus der Batterie, bevor
der zum Antrieb des Motors vorgesehene Starter in Betrieb
genommen wird. Es erfolgt also eine zeitliche Abstufung der
Energieentnahme aus der Batterie, so daß ein Motor selbst bei
sehr tiefen Temperaturen gestartet werden kann, selbst wenn
nur etwa 1/3 der nominalen Energie der Batterie zur Verfügung
steht.
Eine solche besonders vorteilhafte Funktionsweise wird
zwingend notwendig, wenn die Starteinrichtung des Motors derart
ausgelegt ist, daß sämtliche elektrischen Hilfseinrichtungen
(z. B. die Scheinwerfer eines Fahrzeuges) während des Startes
ausgeschaltet werden.
Andererseits wird der Einspritzdruck des Brennstoffes infolge
dessen, daß die Rückströmung der dosierten Brennstoffmenge
unter der Einwirkung der zweiten Rückstelleinrichtung
erfolgt, in etwa bei jedem Betriebszustand auf dem gleichen
Wert gehalten und bleibt darüber hinaus von dem Füllungsgrad
unabhängig.
Aufgrund dieser vorbeschriebenen Merkmale wird ein schneller
Start des Motors unter sehr ungünstigen Temperaturbedingungen
gewährleistet, wobei gleichzeitig bei einem sich
verlängernden Startvorgang verhindert wird, daß sich die Batterie
vollständig entladen kann.
Gemäß einem weiteren vorteilhaften Ausführungsbeispiel wird
ein einstellbarer Anschlag zur Begrenzung der Kolbenbewegung
vorgesehen. Auf diese Weise wird die Verwendung einer
einzigen Vorrichtung für Motoren unterschiedlicher Leistung
ermöglicht, wobei die beim Start eingespritzte vorgegebene
Hilfsbrennstoffmenge in Abhängigkeit von der Leistung des Motors
dadurch eingestellt werden kann, daß der Anschlag
entsprechend verstellt wird.
Vorteilhaft sind alle Dichtungen, die mit den durch die
elektromagnetische Spule angetriebenen beweglichen Teilen in
Berührung kommen, Lippendichtungen, wodurch in vorteilhafter
Weise die Reibungskräfte, die sich der Bewegung der hohlen
Stange entgegensetzen, und damit die verbrauchte elektrische
Energie der Batterie auf einem Minimum gehalten werden.
Außerdem sind solche Dichtungen besonders für die Ausstattung
von Vorrichtungen geeignet, die bei sehr tiefen Temperaturen
funktionieren müssen.
Weitere Merkmale, Einzelheiten und Vorteile der Erfindung
ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines bevorzugten
Ausführungsbeispieles anhand der Zeichnung. Diese zeigt:
Eine Schnittansicht durch einen erfindungsgemäß
ausgebildeten Hilfsvergaser.
In der Zeichnung ist zu erkennen, daß der erfindungsgemäße
Hilfsvergaser 1 ein Gehäuse 2 aufweist, in dessen mittlerem
Teil eine elektromagnetische Spule 3 aufgenommen ist, die in
nicht dargestellter Weise mit Anschlußklemmen 4 eines
elektrischen Speisekreises verbunden ist, der seinerseits an eine
elektrische Gleichstromquelle, wie z. B. eine nicht
dargestellte, wiederaufladbare Batterie angeschlossen ist.
Der bewegliche Spulenkern 5 wird von einer hohlen
Kolbenstange 6 durchgriffen, die mit dem Kern fest verbunden ist
und beidseitig aus dem Kern herausragt.
Der untere Teil der Kolbenstange 6 greift in eine
Gehäuseaussparung 7 ein, welche eine untere Öffnung aufweist, die die
Eingangsöffnung 8 des Vergasers bildet, sowie eine seitliche
Öffnung, die die Ausgangsöffnung 9 des Vergasers bildet.
Die Ausgangsöffnung 9 steht mit einer Verschlußeinrichtung in
Verbindung, die einerseits von einer ringförmigen
Einschnürung 10 in der hohlen Kolbenstange 6 in deren unterem Bereich
gebildet ist und die andererseits von einer ringförmigen
Lippendichtung 11 gebildet ist, welche die Kolbenstange umgreift
und zwischen der Ausgangsöffnung 9 und der Eingangsöffnung 8
angeordnet ist. Die Formen und Abmessungen der ringförmigen
Lippendichtung 11 bzw. der Einschnürung 10 sind dermaßen, daß
in der oberen Position oder der Einspritzposition oder der in
der Fig. 1 dargestellten Ruheposition (die nachfolgend noch
beschrieben wird) die Dichtung nicht gegen die Flanken der
Einschnürung 10 anliegt, so daß die Ausgangsöffnung 9
infolgedessen mit der Gehäuseaussparung 7 in Verbindung steht.
Wenn sich dagegen die Kolbenstange in ihrer ganz angehobenen
Stellung befindet (Dosierstellung), dann liegt die
Lippendichtung (11) gegen die Kolbenstange (6) an und unterbricht
auf diese Weise die Verbindung zwischen der Ausgangsöffnung
(9) und der Gehäuseaussparung (7).
Die Eingangsöffnung S mündet in eine Kammer 12 ein, die zur
Aufnahme des Kopfstückes eines abnehmbaren Behälters 13 dient
(der in der Zeichnung nur schematisch angedeutet ist). Die
Befestigung des Behälters am Vergaser kann auf beliebige
bekannte Weise erfolgen.
Der Behälter 13 enthält einen geeigneten Flüssigbrennstoff,
der von einem Treibgas druckbeaufschlagt ist, welches
seinerseits nicht mit dem Flüssigbrennstoff chemisch reagiert.
Vorzugsweise handelt es sich um eine Aerosolmischung, welche von
einer Butan-Propan-Verbindung (Brennstoff) und Stickstoff
(Treibgas) gebildet ist.
An seinem oberen Teil weist der Behälter 13 eine Öffnung auf,
in welcher ein Rückschlag 14 angeordnet ist (von welchem
lediglich der äußere Teil mit dem Betätigungsfinger in der Zeichnung
zu erkennen ist).
Im übrigen ist zu erkennen, daß koaxial zur Kolbenstange 6
zwischem dem unteren Ende des Kerns 5 und demjenigen
Gehäuseteil, welcher die Aussparung 7 begrenzt, eine Feder 15
angeordnet ist.
An seinem oberen Ende sitzt die Kolbenstange 6 in einem Teil,
welches die Form einer Glocke 16 aufweist und in einer Kammer
17 sitzt, die gegenüber den oberen Teilen des Gehäuses 2
abgedichtet und abgegrenzt ist.
Das glockenförmige Teil 16 besitzt Öffnungen 18, über welche
die Stange 6 mit der Kammer 17 verbunden ist. Diese Öffnungen
18 sind derart am unteren Ende des glockenförmigen Teiles 16
angeordnet, daß der Hilfsbrennstoff von dem Treibgas aus dem
Behälter herausgedrückt werden kann, wenn sich die
Vorrichtung in ihrer senkrechten Funktionsstellung befindet.
In der Kammer 17 ist ein Kolben 19 angeordnet, welcher von
einer Feder 20 druckbeaufschlagt ist und in eine Position
gedrückt wird, in welcher das Kammervolumen der Kammer 17 ein
Minimum ist.
Im oberen Gehäuseboden 21 befindet sich ein Anschlag 22,
welcher die Verschiebung des Kolbens auf einen vorgegebenen Wert
begrenzt. Der Anschlag 22 ist in beliebiger Weise
einstellbar: Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist der
Anschlag z. B. mit Hilfe von Rastnuten einstellbar. Zu diesem
Zweck ist der Anschlag als Achse ausgebildet, der mit
Ringnuten 23 versehen ist, in welche ein Sperrstück 24 eingreift.
An den Enden der Stange 6 und zwischen dem Kolben und der
Gehäusewandung sind Dichtungen vorgesehen: Damit die
Reibungskräfte und die von der Batterie für die Funktion des
Vergasers abzugebende elektrische Energie auf einem Minimum
gehalten werden, sind die Dichtungen von Lippendichtungen
gebildet, wie dies in der Zeichnung dargestellt ist.
Darüberhinaus gewährleisten solche Dichtungen, die z. B. aus
"Rilsan" gebildet sind, ihre Funktion bei Temperaturen unter
etwa -30°C bis -35°C, was bei Ringdichtungen nicht der Fall
wäre.
Die Funktionsweise des in der Zeichnung dargestellten
Hilfsvergasers ist folgendermaßen.
In der Ruhestellung nehmen die Teile die in der Zeichnung
dargestellte Lage ein.
Wenn die elektromagnetische Spule 3 durch Schließen des
Stromkreises mit Strom versorgt wird, dann zieht der Kern 5
die Stange 6 in ihre untere Endlage (Dosierstellung), wobei
die Feder 15 komprimiert wird. Die Stange 6 beaufschlagt den
Betätigungsfinger des Rückschlagventils 14 des Behälters 13
und das Gemisch tritt unter Druck in die Gehäuseaussparung 7
ein, strömt durch die hohle Kolbenstange 6 und gelangt über
die Öffnungen 18 in die Kammer 17.
Unter dem Einfluß des Gemischdruckes, der größer ist als die
Federkraft der Feder 20, bewegt sich der Kolben in der Kammer
nach oben, bis er gegen den Anschlag 22 zur Anlage kommt.
Die Fülldauer der Kammer 17 ist variabel und hängt einerseits
von der Position des Anschlages 22 ab und andererseits von
dem Gemischdruck. Zum Beispiel liegt diese Fülldauer
typischerweise zwischen 2 und 5 Sekunden.
Der Kraftfahrer startet also den Motor zur gleichen Zeit, zu
welcher er den elektrischen Stromkreis für die Spule 3
unterbricht. Der Kern 5 wird unter der Einwirkung der Feder 15 in
seiner Ausgangsposition gehalten, in welcher die hohle Stange
6 ihre in der Fig. 1 gezeigte Lage einnimmt. Das
Rückschlagventil 14, welches nicht mehr von der Stange 6 beaufschlagt
wird, kehrt in seine Schließstellung zurück und verschließt
den Behälter 13.
Die Ausgangsöffnung 9 steht erneut mit der Gehäuseaussparung
7 in Verbindung, so daß das in der Kammer 17 enthaltene
Gemisch, welches von der Federkraft der Feder 20 beaufschlagt
ist, über die Öffnungen 18, die hohle Stange 6 und die
Gehäuseaussparung 7 zur Ausgangsöffnung 9 zurückströmen kann, von
wo es über eine mit der Ausgangsöffnung 9 verbundene Leitung
zu einer Einspritzvorrichtung gelangt (nicht dargestellt).