Die Erfindung betrifft eine Schaltungsanordnung für eine
blockiergeschützte Fahrzeugbremsanlage nach dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 1.
Anhand von Zeichnungen wird die Erfindung nachstehend
beispielsweise näher erläutert.
Fig. 1 bis 6 beziehen sich auf eine erste Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Schaltungsanordnung, wobei
Fig. 1 einen hydraulischen Steuerkreis,
Fig. 2 ein Blockschaltbild der ersten Ausführungsform,
Fig. 3 eine elektrische Schaltung zur
Abschätzung der Fahrzeuggeschwindigkeit,
Fig. 4 eine Kurvendarstellung der von der elektrischen
Schaltung gemäß Fig. 3 abgeleiteten
Betriebscharakteristiken,
Fig. 5(a) in einem Entscheidungskreis-Ausgangsdiagramm
die Charakteristiken einer Verzögerungsschaltung,
Fig. 5(b) in einem Verzögerungskreis-Ausgangsdiagramm
die Charakteristiken einer Verzögerungsschaltung und
Fig. 6 eine charakteristische Darstellung der
Betriebscharakteristiken verschiedener Elemente der ersten Ausführungsform
und des Steuerkreises veranschaulichen.
Fig. 7 zeigt eine
zweite Ausführungsform der erfindungsgemäßen Schaltungsanordnung.
Fig. 8(a), 8(b) und 8(c) veranschaulichen in
Diagrammen die Charakteristiken einer
Signalerzeugungsintervall-Detektorschaltung sowie einer
Verzögerungsschaltung bei der zweiten Ausführungsform,
wobei Fig. 8(a) ein Ausgangssignal einer
Entscheidungsschaltung,
Fig. 8(b) das Ausgangssignal einer
Signalerzeugungsintervall-Detektorschaltung und
Fig. 8(c) das Ausgangssignal einer Verzögerungsschaltung
veranschaulichen.
Bei der ersten Ausführungsform nach Fig. 1
ist ein Bremspedal 1
mit einem Hauptzylinder M derart verbunden, daß,
wenn der Fahrer das Pedal 1 betätigt bzw. auf dieses
tritt, der Hauptzylinder M einen hydraulischen Druck
in einem Öldurchgang 2 erzeugt. Der Öldurchgang 2 ist
mit einem hydraulischen Drucksteuerkreis 3 verbunden, und
der dem betreffenden hydraulischen Druck entsprechende
Bremsdruck wird von dem hydraulischen Steuerkreis 3
abgegeben.
An jeder Seite des Fahrzeuges vorgesehene Vorder- und
Hinterräder sind jeweils mit Radbremsen ausgestattet.
Der Bremsdruck wird von dem hydraulischen
Drucksteuerkreis 3 aus an die Radbremsen abgegeben bzw. auf diese
ausgeübt. Da die Radbremsen für die Vorder- und
Hinterräder des Fahrzeugs sowie die hydraulischen
Drucksteuerkreise 3 generell von derselben Konfiguration
sind, sind lediglich eine Radbremse Bl für das linke
Hinterrad und eine weitere Radbremse Br für das rechte
Vorderrad veranschaulicht. Dabei wird lediglich der
hydraulische Drucksteuerkreis 3 bezüglich der Bremsen Bl
und Br nachstehend beschrieben.
Von dem hydraulischen Drucksteuerkreis 3 aus
verlaufende Öldurchgänge 5, 6 sind so angeordnet, daß sie mit
Druckkammern 4 der Radbremsen Bl bzw. Br in Verbindung
stehen. Der auf jede der Druckkammern 4 ausgeübte
Bremsdruck veranlaßt Kolben 7 bzw. 8 der betreffenden
Radbremsen, sich in zueinander entgegengesetzten
Richtungen zu bewegen und Bremsbacken bzw. Bremsschuhe
9, 10 an Bremstrommeln anzulegen (nicht dargestellt),
um ein Bremsmoment hervorzurufen.
Wenn der Bremsdruck in jeder Druckkammer 4 zu hoch wird
bzw. ist, wird das zwischen den Bremsbacken 9, 10 und
den entsprechenden Bremstrommeln hervorgerufene
Bremsmoment übermäßig stark, was zum Blockieren der Räder
führt. Aus diesem Grunde arbeitet der hydraulische
Drucksteuerkreis 3 so, daß er den Bremsdruck reduziert,
wenn die Räder wahrscheinlich blockieren, um ein
Blockieren der Räder zu vermeiden.
Der hydraulische Drucksteuerkreis 3 ist mit
Modulatoren 11, 12 die den Radbremsen Bl bzw. Br zugeordnet sind,
ausgestattet. Da diese Modulatoren 11, 12 grundsätzlich von
derselben Konstruktion sind, wird lediglich der
Modulator 11 auf einer Seite im einzelnen beschrieben.
Der Modulator 11 umfaßt einen Zylinder 14 mit
geschlossenen Enden und einer Trennwand 13, welche den
Zylinder in zwei Teilräume aufteilt. Ferner ist
eine Kolbenstange 17 mit zwei Kolben 15, 16 vorgesehen,
deren jeder an einem Ende vorgesehen ist. Die
Trennwand 13 trägt gleitbar den Teil der Kolbenstange 17,
der zwischen den Kolben 15, 16 vorgesehen ist, und
zwar in der axialen Richtung. Ein Zylinderteilraum
zwischen der Trennwand 13 und dem Kolben 15 ist
als primäre hydraulische Druckkammer 18 ausgelegt, die
über den Öldurchgang 2 mit dem Hauptzylinder M in
Verbindung steht. Der andere Teilraum zwischen der
Trennwand 13 und dem anderen Kolben 16 ist als zweite
hydraulische Druckkammer 19 ausgelegt, die mit der
Druckkammer 4 der Radbremse Bl über den Öldurchgang 5
in Verbindung steht. Eine hydraulische
Antiblockiersteuerkammer 20 ist zwischen einer Stirnwand
des Zylinders 14 und dem Kolben 15 vorgesehen, und
eine Ölfreigabekammer 21 ist zwischen der anderen
Wand des Zylinders und dem Kolben 16 vorgesehen. Die
Ölfreigabekammer 21 steht mit dem Vorratsbehälter R
des Hauptzylinders M in Verbindung. Darüber hinaus
spannt eine Feder 22 den Kolben 16 in Richtung
von der Trennwand 13 weg vor; sie ist in der zweiten
hydraulischen Druckkammer 19 enthalten. Eine Feder 23
spannt den Kolben 15 in Richtung zur
Trennwand 13 vor; sie ist in der hydraulischen
Antiblockiersteuerkammer 20 enthalten.
Ein Öldurchgang 24 ist mit der hydraulischen
Antiblockiersteuerkammer 20 und außerdem mit einer
hydraulischen Pumpe P über ein normalerweise geschlossenes
Einlaßventil Vil sowie über ein normalerweise
geöffnetes Auslaßventil Vol mit einem Öltank T verbunden. Ein
Akkumulator Ac ist zwischen dem Einlaßventil Vil und
der hydraulischen Pumpe P vorgesehen.
In entsprechender Weise sind in dem anderen Modulator
12 eine erste hydraulische Druckkammer 26, eine zweite
hydraulische Druckkammer 27 und eine
Ölfreigabekammer 28 mit dem Hauptzylinder M, der Radbremse Br bzw.
dem Vorratsbehälter R verbunden. Eine hydraulische
Antiblockiersteuerkammer 29 ist mit der hydraulischen
Pumpe P über ein normalerweise geschlossenes
Einlaßventil Vir und über ein normalerweise offenes
Auslaßventil Vor mit dem Öltank T verbunden.
Die Einlaßventile Vil, Vir und die Auslaßventile Vol,
Vor, bei denen es sich um Magnetventile handelt,
werden von einer Steuereinrichtung 32 gesteuert, um
geöffnet und geschlossen zu werden.
Während die Einlaßventile Vil, Vir geschlossen und die
Auslaßventile Vol, Vor geöffnet sind, sind die
hydraulischen Antiblockiersteuerkammern 20, 29 zu dem Öltank
T hin offen. Wenn ein hydraulischer
Druck von dem Hauptzylinder auf die ersten
hydraulischen Steuerkammern 18, 26 durch die Wirkung des
Bremspedals 1 ausgeübt wird, dann nehmen die Kapazitäten
der zweiten hydraulischen Steuerkammern 19, 27 ab,
während der dem hydraulischen Druck von dem
Hauptzylinder M entsprechende Bremsdruck auf die
Druckkammern der Radbremsen Bl, Br ausgeübt wird.
Infolgedessen steigt das Bremsmoment auf den durch den Fahrer
durchgeführten Bremsvorgang ungehindert an.
Wenn die Auslaßventile Vol, Vor bei geschlossenen
Einlaßventilen Vil, Vir geschlossen werden bzw. sind,
ist der Steuerdruck in den hydraulischen
Antiblockiersteuerkammern 20, 19 in einem Festhaltezustand.
Demgemäß ändern sich die Kapazitäten der zweiten
hydraulischen Steuerkammern 19, 27 der Modulatoren 11, 12 nicht,
und zwar unabhängig von jeglicher Zunahme oder
Abnahme des auf die ersten hydraulischen Steuerkammern
18, 26 ausgeübten hydraulischen Drucks. Infolgedessen
wird das Bremsmoment auf einem konstanten Pegel
unabhängig von dem durch den Fahrer vorgenommenen
Bremsvorgang gehalten. Dieser Betriebszustand steht in
Übereinstimmung mit dem Fall, daß die Räder
wahrscheinlich blockieren.
Wenn die Einlaßventile Vil, Vir bei geschlossenen
Auslaßventilen Vol, Vor geöffnet sind, werden die
Kapazitäten der zweiten hydraulischen Druckkammern 19,
27 zunehmen, und der hydraulische Druck in den
Druckkammern 4 der Radbremsen Bl, Br nimmt ab, und
zwar mit Rücksicht auf den auf die hydraulischen
Antiblockiersteuerkammern 20, 29 ausgeübten
hydraulischen Antiblockiersteuerdruck. Dies erfolgt unabhängig
von der Tatsache, daß der hydraulische Druck von dem
Hauptzylinder her die ersten hydraulischen
Steuerkammern 18, 26 derart beeinflußt, daß das Bremsmoment
vermindert werden könnte. Demgemäß können die Räder
an einem Blockieren dann gehindert werden, wenn sie
wahrscheinlich blockieren, indem die Einlaßventile Vil,
Vir geöffnet und die Auslaßventile Vol, Vor
geschlossen werden.
Nunmehr wird unter Bezugnahme auf Fig. 2 die
Konfiguration der Steuereinrichtung 32 beschrieben. Da die
Anordnung, welche das Einlaßventil Vil und das
Auslaßventil Vol entsprechend einer Bremse Bl steuert,
grundsätzlich die gleiche ist wie jene Anordnung, welche das
Einlaßventil Vir und das Auslaßventil Vor der anderen
Bremse Br steuert, wird sich die Beschreibung lediglich
auf die Anordnung beziehen, welche das Einlaßventil Vil
und das Auslaßventil Vol auf einer Seite steuert.
Die Steuereinrichtung 32 ist mit einer
Entscheidungseinrichtung ausgestattet, bei der es sich um eine
Entscheidungsschaltung 33 in Form eines Mikrocomputers
handelt. Die Entscheidungsschaltung 33 bestimmt, ob
die Räder blockieren oder nicht. Auf der Grundlage
des Entscheidungsergebnisses gibt die
Entscheidungsschaltung ein Signal ab, welches das Öffnen bzw.
Schließen der Einlaß- und Auslaßventile Vil, Vol
bewirkt.
Die Berücksichtigung der Kriterien, welche die
Entscheidung darüber leiten, ob das
Antiblockiersteuersignal abzugeben ist, und zwar unter der
Voraussetzung, daß die erforderlichen Bedingungen erfüllt
worden sind, basiert auf einer der eingangs
genannten vier Methoden (a)-(d).
Demgemäß wird ein Radgeschwindigkeitssignal Vw
von einem
Radgeschwindigkeitsdetektor 34 in der Entscheidungsschaltung 33abgegeben, und ein Radbeschleunigungssignal ≙w, das aus dem
Radgeschwindigkeitssignal Vw berechnet ist, wird - wie oben
erwähnt - mit dem einer Bezugsradgeschwindigkeit Schwellenwert Vr&sub1;
bzw. mit dem der Bezugsradverlangsamung zugeordneten Schwellenwert - ≙w&sub0; verglichen.
Wenn beide Bedingungen
≙w<- ≙w&sub0; und
Vw<Vr&sub1;
erfüllt sind, dann werden die entsprechenden Signale β,
S&sub1; mit hohem Pegel von der Entscheidungsschaltung 33
abgegeben. Diese Signale β, S&sub1; werden einem UND-Glied
35 zugeführt. Wenn beide Signale mit hohem Pegel
auftreten, gelangt ein Transistor 36 in den leitenden
Zustand, erregt ein Magnetrelais 38 und öffnet das
Einlaßventil Vil. Wenn das mit hohem Pegel auftretende
Signal S&sub1; abgegeben wird, gelangt überdies ein
Transistor 37 in den leitenden Zustand und schließt
das Auslaßventil Vol.
Wenn die Signale β, S&sub1; dazu herangezogen werden zu
versuchen, das Bremsmoment zu vermindern, wird die
Radgeschwindigkeit noch absinken, was bedeutet, daß
das Bremsmoment noch größer ist als das
Antriebsmoment auf der Radoberfläche und daß die Gefahr einer
Radblockierung zu diesem Zeitpunkt noch immer nicht
vollständig eliminiert ist. Wenn der Bremsdruck
jedoch weiter reduziert wird, und zwar sogar nach
Verschwinden des Freigabesignals - und zwar mit
Rücksicht darauf, daß die Betätigungs-Verzögerung grob
10 ms beträgt, was bei derartigen Systemen im
allgemeinen üblich ist - werden von dieser Methode
normalerweise günstige bzw. vorteilhafte Ergebnisse
erzielt. Das Ausmaß der Reduktion kann jedoch zuweilen
ungenügend sein, was von den Straßenbedingungen
abhängt, und demgemäß kann die Radgeschwindigkeit
aller Wahrscheinlichkeit nach dennoch eine Blockierung
herbeiführen. Um diese Art von Erscheinung zu
vermeiden, wird bevorzugt sicherzustellen, daß die
Erzeugung des Freigabesignals so lange, fortgesetzt
wird, bis das Radgeschwindigkeitssignal Vw und damit die Radgeschwindigkeit definitiv
anzusteigen begonnen hat, wenn die Bedingung λ>λ&sub1;
erfüllt ist. Da das Freigabesignal so lange beibehalten
wird, bis die Bedingung ≙w>0 erfüllt ist, und zwar
unabhängig von der Tatsache, daß die ausgezeichnete
Steuerung sogar dann möglich ist, wenn das
Freigabesignal bei ≙w>- ≙w unterbrochen ist - weist jedoch
diese Methode den Nachteil auf, daß das Bremsmoment
zu stark reduziert wird. Dies bringt keinerlei
Probleme in der Praxis für Räder mit einer kleineren
Bremslastverteilung mit sich.
Ein einer zweiten Bezugsradgeschwindigkeit entsprechender Schwellenwert Vr&sub2;, der einem
zweiten Bezugsschlupfverhältnis λ&sub2; äquivalent ist,
wird so festgelegt, daß die Bedingung λ&sub2;>λ&sub1;
erfüllt ist, und das Freigabesignal wird
kontinuierlich so lange abgegeben, bis das Radgeschwindigkeitssignal Vw
beginnt zuzunehmen, und zwar lediglich dann, wenn die
Möglichkeit der Blockierung in dem Fall größer wird,
daß die Bedingung Vw<Vr&sub2; oder λ>λ&sub2; erfüllt
ist. Dies bedeutet, daß die Entscheidungsschaltung 33
entscheidet, ob Vw<Vr&sub2; oder λ>λ&sub2; erfüllt ist,
und ein Signal S&sub2; lediglich dann abgibt, wenn diese
Bedingungen erfüllt sind. Die Schaltung setzt einen einem
Beschleunigungs-Bezugswert entsprechenden Schwellenwert + ≙w&sub0; fest, um zu
entscheiden, ob bzw. daß das Radgeschwindigkeitssignal Vw
ansteigt; sie gibt ein Drehbeschleunigungssignal α ab, wenn die
Beziehung ≙w>+ ≙w&sub0; erfüllt ist.
Das Signal S&sub2; wird einem Eingangsanschluß eines
UND-Gliedes 40 und außerdem einem ODER-Glied 41
zugeführt. Das Signal α wird dem ODER-Glied 41
zugeführt und invertiert dem UND-Glied 40 zugeleitet.
Das Signal S&sub1; wird außerdem dem ODER-Glied 41
zugeführt, dessen Ausgangssignal der Basis des
Transistors 37 zugeführt wird. Die Ausgangssignale
der beiden UND-Glieder 35, 40 werden dem ODER-Glied 42
zugeführt, dessen Ausgangssignal der Basis des
Transistors 36 zugeführt wird.
In Übereinstimmung mit der Steuereinrichtung 32
gelangt der Transistor 37 in den leitenden Zustand,
um das Auslaßventil Vol zu schließen, wenn
irgendeines der Signale S&sub1;, α oder S&sub2; mit hohem Pegel
auftritt. Andererseits wird das Einlaßventil Vil
geöffnet, wenn die beiden Signale β, S&sub1; mit hohem
Pegel auftreten oder wenn das Signal S&sub2; mit hohem
Pegel auftritt, das Signal α jedoch auf niedrigem
Pegel verbleibt.
Die Methode der Festlegung der der ersten und zweiten
Bezugsradgeschwindigkeit entsprechenden Schwellenwerte Vr&sub1;, Vr&sub2; wird nunmehr
beschrieben. Diese Werte werden in idealer Weise
dadurch festgelegt, daß die Fahrzeuggeschwindigkeit Vv
ermittelt wird und daß geeignete
Bezugsschlupfverhältnisse λ&sub1;, λ&sub2; entsprechend folgenden Gleichungen
hinzuaddiert werden:
Vr&sub1;=Vv(1-λ&sub1;)
Vr&sub2;=Vv(1-λ&sub2;).
Es sind jedoch keinerlei praktische Einrichtungen
vorgeschlagen worden für die Ermittlung der
Fahrzeuggeschwindigkeit Vv. Demgemäß wird es im
allgemeinen akzeptiert, eine Methode zur Annahme der
temporären Fahrzeuggeschwindigkeit Vr anzuwenden,
wobei die betreffende Geschwindigkeit aus den
Änderungen des Fahrzeuggeschwindigkeitssignals Vw angenommen
wird. Fig. 3 zeigt eine Grundschaltung für den
betreffenden Zweck.
Gemäß Fig. 3 wird das Fahrzeuggeschwindigkeitssignal Vw
einem
Eingangsanschluß 43 zugeführt, der über eine ideale Diode 44mit einem Ausgangsende 47 verbunden ist. Außerdem
sind ein Speicherkondensator 45 und eine
Konstantstrom-Entladeschaltung 46 vorgesehen, so daß die
Fahrzeuggeschwindigkeit Vr bzw. ein entsprechendes
Signal von dem Ausgangsanschluß 47 abgegeben wird.
Dies bedeutet, daß die Spitzenwerte des
Fahrzeuggeschwindigkeitssignals Vw während des Antiblockierbetriebs
gemäß Fig. 4 als nahe dem Fahrzeuggeschwindigkeitssignal Vw
angenommen sind und daß die Spitzen- bzw.
Scheitelwerte des Fahrzeuggeschwindigkeitssignals Vw durch eine
gewisse Neigung miteinander verbunden sind, um die
temporäre Fahrzeuggeschwindigkeit Vr abzuschätzen.
Wenn das Fahrzeug über eine unebene Straße fährt,
ist die Steuereinrichtung 32 mit einer Funktion
ausgestattet, um das Ausmaß der Herabsetzung des
Bremsdrucks für den Fall zu vermindern, daß bezüglich der
Räder eine Blockierung bestimmt wird, um eine
Verringerung der Bremswirkung durch fehlerhafte
Entscheidung darüber zu vermeiden, daß die Räder
wahrscheinlich blockieren und eine übermäßige
Herabsetzung des Bremsdrucks vorgenommen wird.
Mit anderen Worten ausgedrückt heißt dies, daß das
von der Entscheidungsschaltung 33 abgegebene Schlupfsignal
S&sub1; ferner einer Verzögerungsschaltung 49 zugeführt
wird, die ein Betriebssignal für eine gewisse
Zeitspanne T&sub1; von beispielsweise 100 ms nach Abfall des
Signals S&sub1; abgibt, wie dies in Fig. 5(b)
veranschaulicht ist, während das Signal S&sub1; von der
Entscheidungsschaltung 33 abgegeben wird. Während der
betreffenden Zeitspanne T&sub1; sollten die Intervalle,
in denen das Signal S&sub1; erzeugt wird, währenddessen
auf einer schlechten Straße gefahren wird,
überprüft und im voraus bestimmt werden, so daß
bezüglich des Fahrzeugs bestimmt werden kann, daß es
auf einer unebenen Straße fährt, wenn das
anschließende Signal S&sub1; innerhalb der Zeitspanne T&sub1;
abgegeben wird.
Der Ausgangsanschluß der Entscheidungsschaltung 33,
von dem das Schlupfsignal S&sub1; abgegeben wird, ist über einen
Relaisschalter bzw. Relaiskontakt 50 geerdet; dieser
Schalter bzw. Kontakt wird durch Aufnahme des
Betriebssignals von der Verzögerungsschaltung 49 her
eingeschaltet bzw. geschlossen. Demgemäß bleibt der
Relaiskontakt 50 so lange eingeschaltet bzw.
geschlossen, bis die Zeitspanne T&sub1; nach Abfall des Signals S&sub1;
verstrichen ist, so daß sogar dann, wenn das Signal S&sub1;
von der Entscheidungsschaltung 33 inzwischen
abgegeben worden ist, das Signal S&sub1; weiterhin auf einem
niedrigen Pegel verbleibt.
Während das Fahrzeug auf einer unebenen Straße fährt,
ist ein Absinken des Ausmaßes der Verringerung des
Bremsdrucks und damit der Verringerung der
Bremswirkung mit Rücksicht auf eine unnötige Herabsetzung
des Bremsdrucks vermieden.
Nunmehr wird die Arbeitsweise dieser Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung unter Bezugnahme auf Fig. 6
beschrieben werden. Die Fig. 6 zeigt ein
Ausführungsbeispiel für die Betriebsart der Schaltungsanordnung.
Dabei ist die Zeitspanne, die nach
Beginn der Steuerung verstrichen ist, längs der
Abszisse aufgetragen, und das Fahrzeuggeschwindigkeitssignal
Vv, das Radgeschwindigkeitssignal Vw, die der ersten bzw.
zweiten Bezugsradgeschwindigkeit entsprechenden Schwellenwerte Vr&sub1; bzw. Vr&sub2; sind an
der Oberseite der Ordinate aufgetragen. Das
Radbeschleunigungssignal ≙w, ein einem Geschwindigkeitszunahme-Wert entsprechender Schwellenwert + ≙w&sub0;
und ein einer Bezugsradverlangsamung entsprechender Schwellenwert - ≙w&sub0; sind darunter
aufgetragen. Die Betriebszustände der Signale α, β,
S&sub1;, S&sub2; und der Magnetrelais 38, 39 sind darunter
aufgetragen. Der Bremsdruck Pb ist unten aufgetragen.
Unmittelbar nach Beginn des Bremsens zum Zeitpunkt
t=0 werden die Abgaben der Signale α, β, S&sub1;, S&sub2;
auf einem niedrigen Pegel gehalten, und der
Bremsdruck Pb nimmt allmählich zu, während das
Radgeschwindigkeitssignal Vw und das Radbeschleunigungssignal ≙w
allmählich abnehmen.
Wenn zum Zeitpunkt t&sub1; das Radbeschleunigungssignal ≙w kleiner wird als der der
Bezugsradverlangsamung entsprechende Schwellenwert - ≙w&sub0;
( ≙w<- ≙w&sub0;), dann steigt der Pegel des Drehverzögerungssignals β an,
während der des Schlupfsignals S&sub1; noch auf einem
niedrigen Wert verbleibt, da das
Radgeschwindigkeitssignal Vw größer ist als der der erste
Bezugsradgeschwindigkeit entsprechende Schwellenwert Vr&sub1;. Demgemäß steigt der Bremsdruck Pb weiterhin
an, während das Radgeschwindigkeitssignal Vw und das
Radbeschleunigungssignal ≙w weiterhin absinken.
Wenn zum Zeitpunkt t&sub2; das Radgeschwindigkeitssignal Vw kleiner
wird als der der erste Bezugsradgeschwindigkeit entsprechende Schwellenwert Vr&sub1;, dann
steigt das Schlupfsignal S&sub1; an, und der Pegel des
Ausgangssignals des UND-Gliedes 35 erreicht einen hohen
Pegelwert, so daß die Ausgangssignale der ODER-
Glieder 42 und 41 ebenfalls ansteigen. Demgemäß werden
die Magnetrelais 38, 39 erregt, und das Einlaßventil Vil
wird geöffnet, und das Auslaßventil Vol wird
geschlossen. Der Bremsdruck Pb beginnt dann abzusinken, während
das Radbeschleunigungssignal ≙w anzusteigen beginnt. Zu diesem
Zeitpunkt setzt sich die Verringerung des
Radgeschwindigkeitssignals Vw fort.
Wenn zum Zeitpunkt t&sub3; das Radbeschleunigungssignal ≙w größer
wird als der der Bezugsradverlangsamung entsprechende Schwellenwert - ≙w ( ≙w>- ≙w&sub0;),
sinkt der Pegel des Drehverzögerungssignals β ab, was dazu führt,
daß das Ausgangssignal des UND-Gliedes 35 ebenfalls
absinken wird. Dies bedeutet, daß das Magnetrelais 38
des Einlaßventils Vil aberregt bzw. entmagnetisiert
wird und daß das Einlaßventil Vil geschlossen wird.
Damit wird der Bremsdruck Pb konstant gehalten, was
bedeutet, daß das Bremsmoment ungefähr konstant
gehalten wird. Das Radgeschwindigkeitssignal Vw beginnt dann
anzusteigen.
Wenn zum Zeitpunkt t&sub4; das Radbeschleunigungssignal ≙w
größer wird als der dem
Geschwindigkeitszunahme-Bezugswert entsprechende Schwellenwert + ≙w&sub0; ( ≙w>+ ≙w&sub0;), steigt der Pegel des
Drehbeschleunigungssignals a an. Wenn zum Zeitpunkt t&sub5; das
Radgeschwindigkeitssignal Vw den der ersten
Bezugsradgeschwindigkeit entsprechenden Schwellenwert Vr&sub1; überschreitet, sinkt der Pegel des
Schlupfsignals S&sub1; ab. Wenn zum Zeitpunkt t&sub6; der der
Radbeschleunigung entsprechende Schwellenwert ≙w niedriger wird als der dem
Geschwindigkeitszunahme-Bezugswert entsprechende Schwellenwert + ≙w&sub0;, sinkt das Signal
ab, und das Auslaßventil Vol wird geöffnet. Dadurch wird
der Bremsdruck Pb erhöht.
Wenn zum Zeitpunkt t&sub7; das Radbeschleunigungssignal ≙w kleiner
wird als der der Bezugsradverlangsamung entsprechende Schwellenwert - ≙w&sub0; ( ≙w<- ≙w&sub0;),
steigt das Drehverzögerungssignal β an. Wenn zum Zeitpunkt t&sub8;
das Radgeschwindigkeitssignal Vw kleiner wird als der der ersten
Bezugsradgeschwindigkeit entsprechende Schwellenwert Vr&sub1; (Vw<Vr&sub1;), steigt
das Schlupfsignal S&sub1; an, und demgemäß steigt auch das
Ausgangssignal des UND-Gliedes 35 an, was dazu führt,
daß das Einlaßventil Vil geschlossen und das
Auslaßventil Vol geöffnet wird. Damit beginnt der
Bremsdruck Pb abzusinken. Demgemäß steigt zum Zeitpunkt t&sub9;
dann, wenn das Radgeschwindigkeitssignal Vw kleiner wird als
der der zweiten Bezugsradgeschwindigkeit entsprechende Schwellenwert Vr&sub2;(Vw<Vr&sub2;)
das Risiko einer Radblockierung an, und das
Signal S&sub2; steigt an.
Wenn zum Zeitpunkt t&sub1;&sub0; das Radbeschleunigungssignal ≙w
größer wird als der der Bezugsradverlangsamung entsprechende Schwellenwert - ≙w&sub0;, dann
sinkt der Pegel des Drehverzögerungssignals β, während der
Bremsdruck Pb weiterhin abnimmt, und das
Radgeschwindigkeitssignal Vw beginnt anzusteigen. Wenn zum Zeitpunkt t&sub1;&sub1;
das Radbeschleunigungssignal ≙w den den Geschwindigkeitszunahme-
Bezugswert entsprechenden Schwellenwert + ≙w&sub0; übersteigt, steigt das Drehbeschleunigungssignal α an,
wodurch das Ausgangssignal des UND-Gliedes 40 mit
einem niedrigen Pegel auftritt. Da das Ausgangssignal
des UND-Gliedes 35 mit einem niedrigen Pegel auftritt,
wird in diesem Falle das Ausgangssignal des
ODER-Gliedes 42 ebenfalls mit niedrigem Pegel auftreten, so daß
das Magnetrelais 38 aberregt bzw. entmagnetisiert
wird, und das Einlaßventil Vil wird geschlossen.
Infolgedessen bleibt der Bremsdruck Pb
konstant.
Wenn zum Zeitpunkt t&sub1;&sub2; das Radgeschwindigkeitssignal Vw den der
zweiten Bezugsradgeschwindigkeit entsprechenden Schwellenwert Vr&sub2; übersteigt, fällt
das Signal S&sub2; ab, und wenn das Radgeschwindigkeitssignal Vw
den der ersten Bezugsgeschwindigkeit entsprechenden Schwellenwert Vr&sub1; zum Zeitpunkt t&sub1;&sub3;
übersteigt, fällt das Schlupfsignal S&sub1; ebenfalls ab, wobei
der Bremsdruck Pb dennoch konstant gehalten wird und damit
das Auftreten einer Blockierung vermieden ist.
Wenn das Radbeschleunigungssignal ≙w kleiner wird als der dem
Geschwindigkeitszunahme-Bezugswert entsprechende Schwellenwert + ≙w&sub0;, und zwar
zum Zeitpunkt t&sub1;&sub4;, dann fällt der Pegel des
Drehbeschleunigungssignals α ab, und das Auslaßventil Vol wird
demgemäß geöffnet. Dies bedeutet, daß der Bremsdruck Pb
anzusteigen beginnt.
Wenn zum Zeitpunkt t&sub1;&sub5; des Radbeschleunigungssignal ≙w
kleiner wird als der der Bezugsradverlangsamung entsprechende Schwellenwert - ≙w&sub0;,
steigt das Drehverzögerungssignal β an, da das
Radgeschwindigkeitssignal Vw zum Zeitpunkt t&sub1;&sub6; niedriger wird als der der
erste Bezugsradgeschwindigkeit entsprechende Schwellenwert Vr&sub1;, womit das Schlupfsignal
S&sub1; ansteigt, das Einlaßventil Vil geöffnet und das
Auslaßventil Vol geschlossen wird. Der Bremsdruck Pb
beginnt damit abzusinken. Wenn zum Zeitpunkt t&sub1;&sub7; das
Radbeschleunigungssignal ≙w den der Bezugsradverlangsamung entsprechenden Schwellenwert - ≙w&sub0;
übersteigt, fällt das Drehverzögerungssignal β ab, und demgemäß
öffnet das Auslaßventil Vol, womit der Bremsdruck Pbkonstant gehalten wird.
Wenn zum Zeitpunkt t&sub1;&sub8; das Radbeschleunigungssignal ≙w den dem
Geschwindigkeitszunahme-Bezugswert entsprechenden Schwellenwert + ≙w&sub0; übersteigt,
dann steigt das Drehbeschleunigungssignal α an, und wenn das
Radgeschwindigkeitssignal Vw den der ersten Bezugsradgeschwindigkeit
entsprechenden Schwellenwert Vr&sub1; zum Zeitpunkt t&sub1;&sub9; übersteigt, fällt das Schlupfsignal S&sub1;
ab. Wenn das Radbeschleunigungssignal ≙w kleiner wird als
der dem Geschwindigkeitszunahme-Bezugswert entsprechende Schwellenwert + ≙w&sub0; zum
Zeitpunkt t&sub2;&sub0;, sinkt überdies das Drehbeschleunigungssignal a ab,
und demgemäß wird das Auslaßventil Vol öffnen. Damit
steigt der Bremsdruck Pb an.
Während diese Vorgänge in derselben Weise anschließend
wiederholt werden, nimmt die Radgeschwindigkeit ohne
ein Blockieren der Räder ab.
Wenn das Schlupfsignal S&sub1; verschiedentlich und wiederholt
innerhalb der Zeitspanne T&sub1; abgegeben wird, wird
überdies bezüglich des Fahrzeugs bestimmt, daß es
über eine unebene Straße fährt, und dieses Signal S&sub1; wird
auf einem niedrigen Pegel gehalten, so daß das Ausmaß
der Herabsetzung des Bremsdrucks Pb während des
Fahrens über die unebene Straße ein wenig verringert
werden kann. Damit ist jeglicher Anstieg in der
Bremsstrecke vermieden.
Fig. 7 zeigt eine weitere Ausführungsform der
erfindungsgemäßen Schaltungsanordnung, bei der das von der
Entscheidungsschaltung 33 abgegebene Schlupfsignal S&sub1; einer
Signalerzeugungsintervalldetektorschaltung 51 zugeführt wird,
die als Signalerzeugungs-Intervalldetektoreinrichtung
wirkt. Die betreffende
Signalerzeugungsintervalldetektorschaltung 51 erzeugt ein Signal hohen Pegels,
wie dies in Fig. 8(b) veranschaulicht ist, wenn das
Schlupfsignal S&sub1; in einem Intervall abgegeben wird, welches
kleiner ist als eine bestimmte Zeitspanne T&sub2;, wie dies
in Fig. 8(a) gezeigt ist. In derselben Art und Weise
wie bei dem vorhergehenden Ausführungsbeispiel ist
die Zeitspanne T&sub2; auf einen Wert festgelegt, der zu
der Entscheidung führt, daß die Räder auf einer
unebenen Straße fahren, so daß ein Detektorsignal von
der betreffenden Schaltung 51 dann abgegeben wird,
wenn das Fahrzeug über eine unebene Straße fährt.
Die Signalerzeugungsintervalldetektorschaltung 51
ist mit einer Verzögerungsschaltung 49 verbunden, die
ein Betriebssignal hohen Pegels während einer
bestimmten Zeitspanne abgibt, wie dies in Fig. 8(c)
veranschaulicht ist, und zwar in Übereinstimmung mit dem
von der
Signalerzeugungsintervalldetektorschaltung 51 her eingeführten Detektorsignal. Das
betreffende Betriebssignal schaltet seinerseits einen
Relaisschalter bzw. Relaiskontakt 50 ein.
Wenn durch diese Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung bestimmt wird, daß ein Fahrzeug über eine
unebene Straße fährt, dann wird demgemäß das Schlupfsignal
S&sub1; so lange auf einem niedrigen Pegel gehalten, bis
die Zeitspanne T&sub3; nach erfolgter Entscheidung
verstrichen ist. Demgemäß nimmt das Ausmaß der
Herabsetzung des Bremsdrucks weiter ab, während das
Fahrzeug über die unebene Straße fährt, und jegliche
Zunahme in der Bremsstrecke ist wirksam vermieden.
Es dürfte sich erübrigen darauf hinzuweisen, daß eine
Signalerzeugungs-Periodendetektorschaltung anstelle
der Signalerzeugungsdetektorschaltung 51 vorgesehen
sein kann, um das Detektorsignal an die
Verzögerungsschaltung 49 abzugeben, wenn die Periode bzw. die
Dauer des Schlupfsignals S&sub1; größer wird als ein bestimmter
Wert.