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Dokumentenidentifikation DE3527602C2 18.01.1990
Titel Freilaufschaltung
Anmelder Fleck, Andreas, 2000 Hamburg, DE
Vertreter Ritter von Raffay, V., Dipl.-Ing.; Fleck, T., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat., Pat.-Anwälte, 2000 Hamburg
DE-Anmeldedatum 01.08.1985
DE-Aktenzeichen 3527602
Offenlegungstag 12.02.1987
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 18.01.1990
Veröffentlichungstag im Patentblatt 18.01.1990
IPC-Hauptklasse H02H 9/06
Zusammenfassung Es wird vorgeschlagen, eine Freilaufschaltung dadurch zu bilden, daß einer Spule 10 ein !berspannungsableiter 12 parallel geschaltet wird.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Freilaufschaltung gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Aus der DE-OS 24 25 585 ist eine gattungsgemäße Schaltungsanordnung bekannt. Dort wird eine Spule über einen Transistor als Schalter getaktet an eine Versorgungsspannung angelegt. Parallel zur Spule und einem ihr vorgeschalteten Meßwiderstand liegt eine Freilaufschaltung, die eine Diode als nichtlinearen Widerstand aufweist.

Für den Freilauf ist eine Serienschaltung von Diode und Thyristor erforderlich. Durch den Einsatz dieser Halbleiter, die ggf. noch hohe Spannungen oder Ströme vertragen müssen, ist die bekannte Freilaufschaltung verhältnismäßig kostenintensiv.

Aus der DE-OS 26 12 914 ist in Verbindung mit einer Vorrichtung zum Ansteuern elektromagnetischer Schaltsysteme eine gesteuerte Freilaufschaltung bekannt, die parallel zu Erregerwicklungen von zu steuernden Ventilen in Reihe mit einer Diode einen Transistor zur Überbrückung eines Widerstandes aufweist. Hierbei ist für den Freilauf eine Serienschaltung von Diode und Transistor erforderlich.

Die DE-PS 24 61 583 zeigt eine Schaltung zur Reduzierung der Einschaltverluste eines Leistungstransistors, bei der unter anderem parallel zu einer Induktivität die Serienschaltung einer Diode mit einem nichtlinearen Widerstand angeordnet ist.

Aus der DE-OS 33 17 942 ist eine Schaltungsanordnung zum Schutz von mechanischen Schaltgeräten bekannt, die mit durch Gleichstrom gespeist sind ohmisch-induktiven Lasten in Reihe liegen, wobei ein elektronischer Schalter, der durch einen aus der Lastspannung geladenen kapazitiven Speicher zeitlich steuerbar ist, und ein spannungsabhängiger Widerstand parallel zur Last liegen.

Der FR-Firmenprospekt von Thomson-CSF: "Varistances à base d'Oxyde de Zinc", 1982-1983, Seite 8, Fig. 24 gibt eine Schaltungsanordnung mit einer Spule und einem Schalter zum Anliegen einer Spannung an die Spule an, wobei parallel zur Spule ein nichtlinearer Widerstand in Form eines Zinkoxyd-Varistors als Spannungsleiter angeordnet ist. Der Widerstand des Varistors sinkt beim Auftreten einer Überspannung vom Mega-Ohm-Bereich auf einige Ohm ab, was für die parallel geschaltete Last quasi einen Kurzschluß darstellt.

Nach den DE-BBC-Nachrichten, 1978, Heft 2, Seite 67-69 werden zum Schutz von Überspannungen aufgrund geschalteter Induktivitäten oder zum Schutz von Transistoren vor induktiver Überspannung Metalloxyd-Varistoren als Überspannungsableiter parallel zu der Induktivität geschaltet.

In der DE-etz Band 105 (1984), Heft 8, Seite 369-399, wird unter dem Thema "Überspannungsschutz elektronischer Bauteile" eine Übersicht von Schutzelementen zur Reduzierung von Überspannungen gegeben, wozu Gasableiter, Gleitfunkenstrecken, Varistoren oder Dioden bzw. Kombinationen aus derartigen Elementen genannt sind. Dabei wird für Gas- bzw. Funkenableiter angegeben, daß sie ihren Leitwert bei Überspannung innerhalb weniger ns ändern. Im isolierenden Zustand liegt demnach der Widerstand im Gigaohm-Bereich und im leitenden Zustand kann er bei einer Bogenspannung von etwa 10 bis 20 V einige Zehntel Milliohm annehmen. Bei einer Betriebs-Gleichspannung innerhalb der Bogenspannung ist eine selbsttätige und sichere Löschung des Stromes durch Ableiter gegeben.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine gattungsgemäße Freilaufschaltung zu schaffen, die kostengünstig herstellbar und energetisch vorteilhaft ist.

Die Aufgabe wird gelöst durch die kennzeichnenden Merkmale im Anspruch 1.

Die Idee der Erfindung ist es, daß für den Taktbetrieb einer Spule zur Aufgabenlösung parallel zu ihr ein Element günstig ist, das aus einem sehr hohen Ruhewiderstand und sehr geringem Durchlaßwiderstand bei Abfall der Spulen Spannung unter den Ansprechwert leitend bleibt und diesen Zustand bei sinkender Spannung möglichst lange aufrecht erhält.

Erfindungsgemäß wurde erkannt, daß dieser Forderung ein an sich ausschließlich als Schutzelement zum Reduzieren von Überspannung bekannter kostengünstiger Funken-Überspannungsableiter dank seines Hystereseverhaltens genügt.

Demgemäß ist es Idee der Erfindung, einen Funken-Überspannungsableiter einzusetzen anstelle der Paarung Transistor/Diode bzw. Thyristor/Diode. Der Funken-Überspannungsleiter ist ein gängiges Bauteil, das serienmäßig beziehbar ist. Es besteht aus zwei voneinander getrennten Elektroden. Überschreitet der Spannungsunterschied zwischen den beiden Elektroden einen vorbestimmten Wert, der von den jeweiligen Eigenschaften des Überspannungsleiters abhängt, sinkt der vorher im Megaohm befindliche Widerstand zwischen den beiden Elektroden schlagartig auf einen Wert, der deutlich unter 1 Ohm, typischerweise sogar unter 0,1 Ohm liegt ab. Der Verbindungsfunken zwischen den beiden Elektroden, über den der Stromfluß stattfindet, baut sich ab, sobald die anliegende Spannung unter einen zweiten vorgegebenen Wert absinkt oder die Stromstärke unter einen bestimmten Wert fällt.

Ein derartiger Überspannungsableiter ist ein preiswertes Bauteil, das in Parallelschaltung zu einer Spule für eine Freilaufschaltung sorgt. Die Funktionsweise der Schaltung wird weiter unten in Verbindung mit den Figuren im Detail beschrieben.

Um ein schnelles und zuverlässiges Abschalten der Freilaufschaltung zu erreichen, so daß der Stromfluß durch die Spule schlagartig beendet wird, ist vorgesehen, daß der die Spannung an die Spule anlegende Schalter als Halbleiterschalter ausgebildet ist, und daß eine Spannung, die über diesem Schalter anliegt, diesen Halbleiterschalter durchschaltet. Das Durchschalten des Halbleiterschalters geschieht immer dann, wenn die Spannung einen vorgegebenen Wert überschreitet, der kleiner ist als die Durchbruchspannung des Überspannungsableiters. Dadurch kann der Überspannungsableiter nicht zünden und somit die Parallelschaltung aus Spule und Überspannungsleiter nicht in den Freilaufzustand übergehen.

In bevorzugter Ausführungsform ist der Halbleiterschalter ein Transistor, zwischen dessen plusseitigem Anschluß der Kollektor-Emitter-Strecke und dem Basisanschluß ein schließbarer Schalter vorgesehen ist. Eine in diese wahlweise öffenbare Verbindung eingesetzte Zener-Diode schaltet den Transistor stets dann durch, wenn die über die Zener-Diode anliegende Spannung einen bestimmten Wert erreicht, der kleiner ist als die Durchbruchspannung des Überspannungsableiters. Damit wird erreicht, daß der Freilauf nicht aktiviert wird, so daß kein Freilaufstrom durch die Spule fließt.

Im folgenden wird die Erfindung anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen

Fig. 1 den Aufbau der erfindungsgemäßen Schaltung; und

Fig. 2 Spannungs- und Stromkurven zur Erläuterung der Funktion der Schaltung nach Fig. 1.

In Fig. 1 ist eine Spule 10 dargestellt, der ein Überspannungsableiter 12 parallelgeschaltet ist. Die Spule ist plusseitig an eine positive Spannung 14 mit ihrem Ende B und andererseits mit ihrem Ende C an einen Masseanschluß 16 angeschlossen. Der Masseanschluß C der Spule 10 ist nicht direkt auf Masse 16 gelegt, sondern über den Kollektor 20 und den Emitter 22 eines Transistors 18. Vom Kollektoranschluß 20 führt eine Verbindung zum Basisanschluß 24 des Transistors 18, wobei die Verbindung eine Zener-Diode 26 aufweist, deren Kathode mit dem Kollektor 20 verbunden ist und deren Anode an die Basis 24 führt. Weiterhin ist in dieser Verbindung in Serie zu der Zener-Diode 26 ein Schalter 28 dargestellt, der hier schematisch als mechanischer Schalter angedeutet ist, der jedoch bevorzugterweise ein Halbleiterschalter, beispielsweise ein Transistor sein kann. Über den Anschluß A ist ein Signal an die Basis 24 des Transistors 18 anlegbar.

In Serie zur Spule 10 ist ein Meßgerät I vorgesehen, das andeuten soll, an welcher Stelle die in Fig. 2 dargestellten Stromwerte abgreifbar sind.

Die Funktion der Schaltung, wie auch durch die Kurven in Fig. 2 dargestellt, ist folgende:

Es wird angenommen, daß die Schaltung nach Fig. 1 vom Plus-Pol 14 mit Spannung UB versorgt wird, die Darstellung in Fig. 2 zeigt die über der Kollektor-Emitter-Strecke des Transistors 18 anliegende Spannung, also die Spannung über den Punkten D und E.

Ist der Transistor durchgeschaltet, fließt, wie in Fig. 2b gezeigt ist, ein Strom durch die Spule 10, aufgrund des Stromdurchflusses vom Pol 14 zum Pol 16.

Wird der Stromdurchfluß durch die Spule 10 unterbrochen, indem der Transistor 18 in seinen Sperrzustand übergeht, baut sich durch die Selbstinduktion eine hohe Spannungsspitze auf, so daß zwischen B und C eine hohe Spannung auftritt. Diese hohe Spannung führt dazu, daß der Überspannungsableiter 12 seine Durchschaltspannung erreicht und Strom von dem Anschluß C der Spule zum Anschluß B über den Überspannungsableiter fließt. Damit wird schlagartig die Spannungsspitze abgebaut, und es fließt der Freilaufstrom durch die Spule 10 und den Überspannungsableiter 12.

In der Freilaufphase fließt also der Strom vom Punkt C über den Überspannungsableiter 12 zum Punkt B. Der ohmsche Widerstand des Überspannungsableiters ist dabei vernachlässigt.

Wenn nun, um die Stromversorgung der Spule zu takten, der Transistor 18 durchgeschaltet wird, wird der Punkt C in etwa auf Masse gezogen (unter Vernachlässigung des Spannungsabfalls über den Transistor 18), so daß der Punkt B auf höherem Potential liegt als der Punkt C. Dadurch kann kein Strom mehr in der Richtung von C nach B über den Überspannungsableiter fließen, der Strom durch den Überspannungsableiter fällt auf 0. Da jedoch der Überspannungsableiter während des Null-Durchganges in seinen hochohmigen Zustand übergeht, fließt nach dem Abfall des Stromes auf 0 praktisch kein Strom mehr durch den Überspannungsableiterzweig, so daß der Strom durch die Spule fließt. Damit kommt es wiederum zu einem Stromanstieg in der Spule, und sobald der Transistor 18 wieder in seinen Sperrzustand übergeht, wiederholt sich die oben geschilderte Freilaufphase.

Auf diese Weise läßt sich eine getaktete Stromversorgung der Spule erreichen, die energetisch vorteilhaft ist.

Dabei wird von dem preiswerten Element eines Überspannungsableiters Gebrauch gemacht. Dieser Überspannungsableiter kann dabei in die Spule integriert werden, da er als passives Bauteil nicht extern angesteuert werden muß.

Um das Magnetfeld der Spule 10 schlagartig abzuschalten, wird ein Signal A an die Basis des Transistors 18 gelegt, und gleichzeitig der Schalter 28 geschlossen, der sich während des Taktbetriebes der Spule in geöffnetem Zustand befindet.

Das Signal A ist sehr kurz, und mit Abschalten des Signals A geht der Transistor 18 in seinen Sperrzustand über. Dabei baut sich die Spannungsspitze wie im vorhergehenden Fall auf, so daß, wenn die Spannungsspitze sich bis zum Schwellwert U&sub1;&sub2; aufbauen würde, bei dem der Überspannungsableiter 12 durchschaltet, sich wiederum eine Freilaufphase anschließen würde.

Jetzt aber ist der Schalter 28 geschlossen, so daß die Spannungsspitze über die Zener-Diode, sobald sie eine Spannung UZ erreicht hat, den Transistor nochmals durchschaltet, so daß diese Spannung, solange sie größer als UZ ist, begrenzt wird. Dieser Vorgang ist innerhalb von Mikrosekunden beendet, und innerhalb dieser Phase fällt der Strom durch die Spule ab. Die abschließende Spannungsspitze, die definiert ist durch die Zener-Spannung, ist deutlich höher als UB, so daß dieses kurzzeitige Durchschalten des Transistors 18 keinen Stromfluß durch die Spule 10 nach sich zieht.

Andererseits wird das Durchschalten des Überspannungsableiters 12 auf diese Weise verhindert, so daß im Effekt mit dem Abschalten des Signals A der Stromdurchfluß durch die Spule 10 beendet ist.


Anspruch[de]
  1. 1. Schaltungsanordnung mit einer Spule 10 und einem Transistor als Schalter 18 zum getakteten Anlegen einer Versorgungsspannung (UB) an die Spule 10, welcher ein nichtlinearer Widerstand als Freilaufschaltung parallel geschaltet ist, dadurch gekennzeichnet, daß der nichtlineare Widerstand ein Funkenüberspannungsableiter (12) ist, dessen Widerstand beim Ansprechen vom Megaohmbereich unter 1 Ohm, typischerweise unter 0,1 Ohm absinkt.
  2. 2. Schaltungsanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß

    der in Serie zu der Parallelschaltung aus Spule (10) und Überspannungsableiter (12) liegende Transistor (18) an seinem plusspannungsseitigen Anschluß (20) der Kollektor-Emitter-Strecke (DE) über eine Zener-Diode (26) und einen in Serie dazu liegenden weiteren Schalter (28) mit seinem Basisanschluß (24) verbunden ist, und daß

    die Zener-Spannung (UZ) kleiner als die Durchbruchspannung (U&sub1;&sub2;), des Überspannungsableiters (12), jedoch größer als die Versorgungsspannung (UB) ist, und der weitere Schalter (28) sich während des Taktbetriebes der Spule in geöffnetem Zustand befindet.






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