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Dokumentenidentifikation DE3636166C2 18.01.1990
Titel Einrichtung zum Besprühen der Formflächen von Formwerkzeugen
Anmelder Netstal-Maschinen AG, Näfels, CH
Erfinder Krebser, Rudolf, Schübelbach, CH;
Leuzinger, Hans, Mollis, CH
Vertreter Schmitt, H., Dipl.-Ing.; Maucher, W., Dipl.-Ing., Pat.-Anwälte, 7800 Freiburg
DE-Anmeldedatum 24.10.1986
DE-Aktenzeichen 3636166
Offenlegungstag 17.09.1987
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 18.01.1990
Veröffentlichungstag im Patentblatt 18.01.1990
IPC-Hauptklasse B29C 33/58
Zusammenfassung Die Einrichtung ist an einer mit Mitteln zum Öffnen und Schließen des Werkzeugs (6a, 6b) versehenen Station, z. B. an der Vorwärmstation einer Kunststoff-Spritzgießanlage, angeordnet. Sie besitzt einen hydraulisch horizontal und vertikal bewegbaren Sprüharm (14) mit Düsen, der an eine Sprühmittelzuführvorrichtung (17, 18) angeschlossen ist. Diese Zuführvorrichtung (17, 18) ist, ebenso wie der Antrieb (9, 11, 13) des Sprüharms (14), über den Rechner der Spritzgießanlage automatisch so gesteuert, daß bei offenem Werkzeug (6a, 6b) der Sprüharm automatisch entsprechend den vom Rechner erfaßten Werkzeugdaten zwischen die Werkzeugteile in Arbeitsstellung bewegt und nach beendetem Sprühen wieder in Ruhestellung außerhalb des Werkzeugs zurückgezogen wird. Bedienungspersonal ist überflüssig.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Besprühen der Formflächen von Formwerkzeugen zum Herstellen von Formlingen aus plastifizierbarem Material mit einem einen Sprühdüsenkopf aufweisenden, bewegbaren Sprüharm, dessen Antriebsvorrichtung mit einer Steuervorrichtung verbunden ist, um den Sprühdüsenkopf automatisch in seine dem jeweiligen Werkzeug angepaßte, der zu besprühenden Formfläche zugekehrte Arbeitsstellung zu bewegen und wieder in Ruhestellung zurückzubringen.

Aus DE-GM 73 37 020 ist eine Einrichtung zum Besprühen der Formflächen mehrteiliger Formwerkzeuge bekannt. Sie steht im Zusammenhang mit einer Transporteinrichtung für die Formen und ist an einem Maschinenrahmen oberhalb dieser Transporteinrichtung angeordnet. Die Sprühdüse ist an einem horizontalen, quer zur Transporteinrichtung angeordneten Arm in dessen Längsrichtung verschwenkbar und um dessen Längsachse schwenkbar befestigt.

Damit ist zwar ein Besprühen der einzelnen Teile einer geöffneten und aufgeklappten Form auf Transporteinrichtungen möglich, wenn die Formen an der Sprüheinrichtung vorbeigeführt werden, so daß genügend Platz und Zeit zu deren Besprühen zur Verfügung steht. Es ist jedoch nicht möglich, diese Sprüheinrichtung unmittelbar an einer Spritzgießmaschine anzuwenden, denn sie kann nur verwendet werden, wenn die zu besprühenden Formteile sich frei zugänglich völlig außerhalb der Arbeitsstation befinden. Entsprechend viel Zeit ist erforderlich, um die Formteile zu besprühen, bevor sie für einen neuen Arbeitszyklus zur Verfügung stehen.

Es besteht deshalb die Aufgabe, eine Einrichtung der eingangs erwähnten Art zu schaffen, die an der Maschine selbst oder einer Vorbereitungsstation trotz des relativ kleinen Öffnungshubes der Formen vollautomatisch zum Einsprühen unterschiedlichster Mehrfachformen mit entsprechend vielen, relativ kleinen Hohlräumen geeignet ist.

Die Lösung dieser Aufgabe besteht darin, daß der Sprüharm zwischen die Werkzeughälften eines mit Mitteln zum automatischen Öffnen und Schließen versehenen Werkzeugs bewegbar ist, und zwar in der Öffnungs- und Schließrichtung des Werkzeugs sowie quer dazu in horizontaler und vertikaler Richtung, und daß den Verstellmitteln der Antriebsvorrichtung Wegmeßvorrichtungen zugeordnet sind und die Steuervorrichtung über einen Rechner programmierbar ist.

Damit ist es nun möglich, trotz der schnellen Arbeitsweise und entsprechend kurzen Offenzeiten der Formen und trotz des relativ kleinen Öffnungshubes dieser Formen die unterschiedlichsten Mehrfachformen mit entsprechend vielen, relativ kleinen, häufig komplizierten Hohlräumen und Vorsprüngen einsprühen zu können. Die programmierbare Steuervorrichtung erlaubt es dabei, den Sprühkopf automatisch in seine dem jeweiligen Werkzeug angepaßte, den zu besprühenden Formflächen zugekehrte Arbeitsstellung zu bewegen und wieder in Ruhestellung zurückzuziehen. Dabei kann die Sprüheinrichtung direkt an der Produktionsmaschine angeordnet und so ausgebildet sein, daß der Sprühkopf über getrennte Düsen die Formflächen mit unterschiedlichen Behandlungsmitteln besprühen kann, und entsprechend, z. B. einerseits nach jedem oder nach einigen Arbeitszyklen der Maschine, periodisch und andererseits vor jedem Werkzeugwechsel in und außer Arbeitsstellung bewegt werden kann.

Es ist aber auch möglich, die Einrichtung an einer mit Mitteln zum Öffnen und Schließen des Werkzeugs versehenen, zwischen Maschine und Werkzeuglager dienenden Zwischenstation anzuordnen und sie zum Besprühen der Formflächen zum Reinigen und/ oder Konservieren zu benutzen. Besonders zweckmäßig ist es in diesem Falle, daß sie an der Vorwärmstation einer Spritzgießanlage angeordnet ist.

Eine zweckmäßige Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Einrichtung kann darin bestehen, daß der Sprüharm auf einem Wagen angeordnet ist, der in Schließ- und Öffnungsrichtung des Werkzeugs bewegbar ist, und daß auf dem Wagen ein quer dazu hoorizontal bewegbarer Träger vorgesehen ist, auf welchen der vertikal bewegbare Sprüharm montiert ist. Dabei können die Wegmeßvorrichtungen dem Wagen und dem Träger zugeordnet sein.

Da die Steuerung der Antriebsvorrichtung für den Sprüharm und für die Sprühmittelzufuhr über einen Rechner programmierbar bzw. an den Zentralrechner der Produktionsmaschine anschließbar ist, kann der vom Sprüharm zurückzulegende Weg dem jeweils eingesetzten bzw. einzusetzenden Werkzeug entsprechend berechnet und ausgeführt werden.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist im folgenden anhand der beiliegenden schematischen Zeichnung beschrieben; dabei zeigt

Fig. 1 in Seitenansicht die Vorwärmstation einer Spritzgießmaschinenanlage mit Sprüheinrichtung, und

Fig. 2 in größerem Maßstab die Formfläche eines Teils eines zweiteiligen Vierfachformwerkzeugs mit Sprüharm in mittlerer Arbeitsstellung.

In der Zeichnung ist schematisch die Vorwärmstation einer automatischen, also unbemannt arbeitenden, Produktionsanlage dargestellt, die außerdem (nicht dargestellt) ein Werkzeuglager, ein Werkzeug-Wechsel- und Transportsystem, eine Spritzgießmaschine und einen die Steuerung aller Arbeitsvorgänge der Anlage bestimmenden Rechner umfaßt. Die Vorwärmstation besitzt analog der Spritzgießmaschine eine feststehende und eine auf Holmen 3 beweglich geführte Formtragplatte 1 bzw. 2. Die Holme 3 sind einerends an der Formtragplatte 1 und andernends an einer ortsfesten Stützplatte 4 abgestützt. An dieser Stützplatte 4 ist ferner der Zylinder einer Hydraulikvorrichtung 5 befestigt, deren Kolbenstange an der beweglichen Formtragplatte 2 angreift. Die beiden Formtragplatten 1, 2 sind zur vorübergehenden Aufnahme der beiden Hälften eines zweiteiligen Werkzeugs 6a, 6b bestimmt, wobei die Kupplungen für das lösbare Befestigen der Werkzeughälften an den Platten und für den Anschluß der Vorwärmemittel hier nicht gezeichnet sind.

Das die beschriebene Aufnahmevorrichtung 1 bis 5 für das Werkzeug 6a, 6b tragende Gestell 7 der Vorwärmeinrichtung ist mit einer zu den Holmen 3 parallelen Schienenführung 8 versehen, auf welcher ein mittels einer Hydraulikvorrichtung 9 antreibbarer Wagen 10 längsverschiebbar ist. Auf dem Wagen 10 ist ein mittels einer Hydraulikvorrichtung 11 zur Wagenführung quer verschiebbarer Träger 12 angeordnet, auf welchem eine vertikal arbeitende Hydraulikvorrichtung 13 befestigt ist. Die nach oben aus dem Zylinder der Hydraulikvorrichtung 13 herausragende Kolbenstange ist als Sprüharm 14 mit an seinem freien Ende angeordnetem Sprühdüsenkopf 15 ausgebildet, der beidseits mit einer (oder mehreren) Düse mit zur Wagenführung paralleler Axe versehen ist. Der hohle Sprüharm 14 bzw. der Sprühdosenkopf 15 steht über eine zweckmäßig flexible Leitung 16 über eine Förderpumpe 17 mit einem Sprühmittelreservoir 18 in Verbindung. Am Wagen 10 ist eine der Hydraulikvorrichtung 3 zugeordnete Wegmeßeinrichtung 19 und am Träger 12 sind Codeure 20 zur Wegmessung des Trägers 12 bzw. des Sprüharms 14 angeordnet. Anstelle der Hydraulikvorrichtungen 9, 11 und 13 könnten natürlich auch pneumatische oder elektrische, z.B. über Gewindespindeln wirkende Antriebsvorrichtungen vorgesehen sein.

Alle Antriebsvorrichtungen und Meßvorrichtungen bzw. Codeure sind mit dem Rechner der Anlage verbunden, der entsprechend dem jeweiligen Arbeitsvorgang in der Anlage und in Anpassung an das jeweils benützte Werkzeug Lage und Bewegungsweg der Sprüheinrichtung berechnet und die jeweiligen Steuersignale bewirkt.

Bei einem Werkzeugwechsel wird das Werkzeug 6a, 6b mittels des Transportsystems der Spritzgießmaschine entnommen und in die Vorwärmstation eingebaut, d.h. in seiner Schließlage mit den beiden Formtragplatten 1, 2 gekuppelt. Der Sprüharm 14 der Sprüheinrichtung befindet sich dabei selbstverständlich in seiner unteren Endlage vollständig außerhalb des Bereichs der beiden Tragplatten. Nach dem Öffnen des Werkzeugs 6a, 6b mittels der Hydraulikvorrichtung 9 wird der Sprüharm 14 mittels der Hydraulikvorrichtungen 9, 11 mittig zwischen die Werkzeughälften 6a, 6b hochgefahren. Je nach Anzahl, Lage und Größe der Kavitäten bzw. Erhöhungen der Formflächen der beiden Werkzeugteile 6a, 6b können nun durch entsprechendes Bewegen des Sprüharmes die Düsen seines Sprühdüsenkopfes 15 genau in die zum einwandfreien Besprühen dieser Flächen notwendige Position bewegt werden.

Die Sprüheinrichtung arbeitet somit vollautomatisch. Da sie beim beschriebenen Beispiel ausserhalb der Spritzgießmaschine angeordnet ist, besteht auch keine Gefahr der Verschmutzung von diesbezüglich empfindlichen Maschinenteilen mit Sprühnebel und daran haftendem Staub. Es ist auch ohne weiteres möglich, den Sprüharm mit getrennten Zuleitungen und Düsen zum Versprühen unterschiedlicher Sprühmittel je nach Bedarf auszurüsten. Die Einrichtung läßt sich in jede Anlage mit Formwerkzeugen zur Herstellung von Spritz- oder Preßlingen aus plastifizierbaren Massen integrieren. Gegenüber dem bekannten Handsprühen besitzt sie nicht nur den Vorteil der Personaleinsparung, sondern führt dank gezielter Besprühung der Formflächen zu einem Minderverbrauch an Sprühmittel. Das Anordnen der Sprüheinrichtung an der Vorwärmstation einer mit Spritz- oder Preßwerkzeugen arbeitenden Produktionsanlage kann nicht nur deshalb vorteilhaft sein, weil die diese Station beim Werkzeugwechsel zwangsläufig passieren, sondern auch deshalb, weil es möglich ist, einer einzigen solchen Vorwärmstation mehrere Produktionsmaschinen zuzuordnen. Die Vorwärmstation kann dabei auch mit mehreren Werkzeugaufnahmestellen ausgerüstet sein, denen z.B. je eine separate oder eine einzige gemeinsame Sprüheinrichtung zugeordnet sein kann.


Anspruch[de]
  1. 1. Einrichtung zum Besprühen der Formflächen von Formwerkzeugen zum Herstellen von Formlingen aus plastifizierbarem Material mit einem einen Sprühdüsenkopf aufweisenden, bewegbaren Sprüharm, dessen Antriebsvorrichtung mit einer Steuervorrichtung verbunden ist, um den Sprühdüsenkopf automatisch in seine dem jeweiligen Werkzeug angepaßte, der zu besprühenden Formfläche zugekehrte Arbeitsstellung zu bewegen und wieder in Ruhestellung zurückzubringen, dadurch gekennzeichnet, daß der Sprüharm (14) zwischen die Werkzeughälften eines mit Mitteln (5) zum automatischen Öffnen und Schließen versehenen Werkzeugs (6a,6b) bewegbar ist, und zwar in der Öffnungs- und Schließrichtung des Werkzeugs sowie quer dazu in horizontaler und vertikaler Richtung, und daß den Verstellmitteln der Antriebsvorrichtung (9, 11, 13) Wegmeßvorrichtungen (19, 20) zugeordnet sind und die Steuervorrichtung über einen Rechner programmierbar ist.
  2. 2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sie an der Vorwärmstation einer Spritzgießanlage angeordnet ist.
  3. 3. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Sprüharm (14) auf einem Wagen (10) angeordnet ist, der in Schließ- und Öffnungsrichtung des Werkzeugs bewegbar ist und daß auf dem Wagen (10) ein quer dazu horizontal bewegbarer Träger (12) vorgesehen ist, auf welchem der vertikal bewegbare Sprüharm (14) montiert ist.
  4. 4. Einrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Wegmeßvorrichtungen (19, 20) dem Wagen (10) und dem Träger (12) zugeordnet sind.






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