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Dokumentenidentifikation DE3922241A1 18.01.1990
Titel Verfahren und Einrichtung zur bedienerlosen Feinbearbeitung der Zahnflanken eines vorbearbeiteten Zahnrades
Anmelder VEB Werkzeugmaschinenkombinat "7. Oktober" Berlin, DDR 1120 Berlin, DD
Erfinder Borchardt, Folker, Dr.sc.techn., DDR 1120 Berlin, DD;
Lenz, Sieghart, Dipl.-Ing., DDR 1156 Berlin, DD
DE-Anmeldedatum 06.07.1989
DE-Aktenzeichen 3922241
Offenlegungstag 18.01.1990
Veröffentlichungstag im Patentblatt 18.01.1990
IPC-Hauptklasse B23F 5/06
Zusammenfassung Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Einrichtung anzugeben, die es gestatten, durch Messen der Zahnweiten und Anstellen der Zahnflanken an ein Werkzeug ein steuerungsmäßiges Abschleifen eines Werkstoffversatzes durchzuführen zur Erzielung einer optimalen Schleiftechnologie.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß das erzeugte Signal einer Zahnweite in einem Meßwertspeicher 22 gespeichert wird. Durch die Sensoren 3; 16; 21 wird die Schleifkörperbelastung gemessen und einer Meßeinrichtung 4 zugeführt. Im Prozeßrechner 23 erfolgt die Berechnung des Aufmaßes der Zahnflanken 18; 19.
Durch das Zusammenwirken der Prozeßrechner 23; 27 mit der Rechen- und Steuereinheit 15 wird eine zweckmäßige Regelung technologischer Abläufe aufbereitet und über die Antriebseinheiten 10; 14 zur Anwendung gebracht.

Beschreibung[de]

Die Erfindung ist anwendbar zur bedienerlosen Feinbearbeitung eines vorbearbeiteten Zahnrades auf einer im Teilwälzverfahren arbeitenden Zahnradbearbeitungsmaschine, vorzugsweise einer Zahnradschleifmaschine.

In Abhängigkeit der Gestaltung eines Zahnradkörpers bilden sich bei der spanenden Vorbearbeitung und insbesondere bei der Wärmebehandlung eines Zahnrades Verwerfungen am Umfang des Werkstückes aus. Um eine rationelle Fertigbearbeitung auf Feinbearbeitungsmaschinen durchzuführen, ist es erforderlich, die unregelmäßig verteilten Verwerfungen zum Werkzeug auszumitteln und abzuarbeiten.

Das manuelle Ausmitteln der Zahnflanken eines Zahnrades zu einem Werkzeug sowie das Ermitteln des exemplarischen Schleifaufmaßes zur steuerungsinternen Festlegung von Arbeitsfolgen unterliegen subjektiven Einflüssen und sind personalintensiv. Es ist ein schwerwiegender Nachteil der dem Stand der Technik zugehörigen Verfahren und Einrichtungen, daß es nicht möglich ist, ein automatisches Ausmitteln der Zahnflanken eines Zahnrades zum Werkzeug vorzunehmen.

Ein weiterer entscheidender Nachteil bekannter Verfahren und Einrichtung ist außerdem, daß die manuell ermittelten Meßgrößen nicht bezugsfrei sind und somit das gezielte Erreichen einer Bearbeitungsqualität in Frage stellen.

Es ist das Ziel der Erfindung, die Arbeitsproduktivität der Zahnradbearbeitungsmaschine durch Automatisierung des Ausmittelns der Zahnflanken eines Zahnrades zum Werkzeug zu erhöhen.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Einrichtung der eingangs genannten Art anzugeben, die es gestatten, durch nacheinanderfolgendes Messen der Zahnflanken ein steuerungsmäßiges Erfassen und Abschleifen eines aus der Vorbearbeitung entstandenen Versatzes durchzuführen, um eine optimale Schleifstrategie für die Feinbearbeitung zu erreichen.

Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch nachfolgende Verfahrensschritte gelöst.

Daß vor der ersten Arbeitsfolge einer bedienerlosen Feinbearbeitung das tatsächliche vorhandene Schleifaufmaß eines vorbearbeiteten Zahnrades im Stirn- oder Normalschnitt mittels automatischer Zahnweitenmessung gemessen wird und in Abhängigkeit von Qualitäts- und/oder Produktivitätskennziffern eine Ermittlung von Arbeitsfolgen automatisch realisiert wird.

In der nachfolgenden ersten Arbeitsfolge einer Feinbearbeitung wird eine prozeßbeschreibende Kenngröße K je bearbeiteter Zahnflanke gemessen und aus deren Maximalwerten ein zahnlückenbezogener Abschliffkoeffizient



gebildet. Aus diesem zahnlückenbezogenen Abschliffkoeffizienten wird ein mittlerer Abschliffkoeffizient



gebildet und abgespeichert.

Bei Vorhandensein einer signifikanten Abweichung von einem Quotientenbetrag j ≈ 1 bei einer aktualisierten, automatischen Schleifaufmaßbestimmung wird eine optimierte, flankenbezogene Zustellung aLF; aRF berechnet, die einen gleichmäßigen Schleifabtrag des Werkzeuges, bezogen auf die rechten und linken Zahnflanken, ermöglicht.

Die durch die Analyse des zahnlückenbezogenen Abschliffkoeffizienten Qi ermittelten thermischen Verlagerungen werden durch Ausgleichsbewegungen mittels einer Änderung der flankenbezogenen Zustellung ΔaRFi; ΔaLFi gemäß



für Qi < 1; Qi > 1

aRFj + 1 := aRFj + 1 - ΔaRFj; aRFj + 1 := aRFj + 1 + ΔaRFj

aLFj + 1 := aLFj + 1 + ΔaLFj; aLFj + 1 := aLFj + 1 - ΔaLFj

kompensiert.

Zur Kompensation von thermischen Verlagerungen am Ende eines Schleifumlaufes wird die Zahnweite von der letzten bearbeiteten Lücke (Flanke) bis zu derjenigen Lücke (Flanke) gemäß der Meßzähnezahl in Teilrichtung gemessen, von der dann der Betrag der Zahnweite subtrahiert wird, der von der ersten bearbeiteten Lücke des Bearbeitungsumlaufes (Flanke) in Teilrichtung entsprechend der Meßzähnezahl gemessen wird und als Differenz der Betrag ΔWj gebildet wird, der gemäß

ΔWj > 0

aLFj + 1 := aLFj + 1 - ΔWj; aRFj + 1 := aRFj + 1 + ΔWj

ΔWj < 0

aLFj + 1 := aLFj + 1 + ΔWj; aRFj + 1 := aRFj + 1 - ΔWj

in der konkretisierten, flankenbezogenen Zustellung aLF; aRF des nächstfolgenden Bearbeitungsumlaufes berücksichtigt wird. Die Zahnradbearbeitungsmaschine wird stillgesetzt, wenn das noch vorhandene Aufmaß innerhalb einer vorgegebenen Toleranz liegt.

Eine Ermittlung des Differenzmaßes ΔWj durch eine thermische Verlagerung gemäß der Abschliffkoeffizientenauswertung Qi erfolgt durch eine Messung der Zahnweite W über einen thermisch nicht, bzw. nur geringfügig, beeinflußten Verzahnbereich zu einem Bereich mit hoher thermischer Beeinflussung.

Daß bei signifikanten Abweichungen des Abschliffkoeffizienten j vom Betrag 1 innerhalb des ersten Schleifumlaufes eine prozentual geänderte, flankenbezogene entsprechend gegensinnige Zustellung zu Beginn des nächstfolgenden Schleifumlaufes durch ein elektronisches Getriebe zur Anwendung gebracht wird, und daß die prozentuale Änderung den Faktor 0,5 bzw. 1,5 nicht überschreitet.

Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die Einrichtung dadurch gelöst, daß einer Rechen- und Steuereinheit eine Ansteuereinheit nachgeordnet ist, deren Ausgang über einen Meßwertspeicher an einem Prozeßrechner für Zahngeometrie anliegt, der eingangs- sowie ausgangsseitig mit der Rechen- und Steuereinheit verbunden ist.

Dem Prozeßrechner für Zahngeometrie ist eingangs- und ausgangsseitig ein Prozeßrechner für Paßmaßsteuerung zugeordnet, der mit seinem Ausgang an der Rechen- und Steuereinheit anliegt.

Die Rechen- und Steuereinheit ist ausgangsseitig mit dem Prozeßrechner für Paßmaßsteuerung, einem Speicher für die linke Flanke, einem Speicher für die rechte Flanke und einer Abschliffansteuer- und Meßeinrichtung verbunden, wobei der Abschliffansteuer- und Meßeinrichtung die Speicher der linken und der rechten Flanke nachgeordnet sind und über einen Dividierer mit dem Prozeßrechner für Paßmaßsteuerung verbunden sind, der mit seinen Ausgängen an den Speichern der linken und der rechten Flanke anliegt.

Die Ansteuereinheit ist eingangs- und ausgangsseitig mit dem Zahnweitenmeßgerät verbunden.

Die Abschliffansteuer- und Meßeinrichtung ist eingangs- und ausgangsseitig mit den Sensoren verbunden.

In der zugehörigen Zeichnung zeigt die Figur die schematische Darstellung der Einrichtung.

Das auf dem Rundtisch des Bettschlittens 7 einer Zahnradschleifmaschine aufgespannte Zahnrad 20 wird durch den Antrieb 14 in Achsrichtung x des Bettschlittens 7 verschoben und durch den Antrieb 10 in eine Drehbewegung versetzt.

Der Schleifkörper 1 und der Schleifkörperantrieb 2 sind auf einem nicht dargestellten Werkzeugsupport angeordnet. Dem Tischbett 6 wird mittels einer Halteeinrichtung 17 ein Zahnweitenmeßgerät 8 zugeordnet.

Die Positionierung der Meßstücke 28 zum Zahnrad 20 erfolgt durch die Antriebseinheiten 11 (Schrägungswinkelanpassung), 12 (Spannhöhenausgleich) und 13 (radiale Meßgerätepositionierung). Die Kontaktierung der Meßstücke 28 mit den Zahnflanken 18; 19 erfolgt automatisch durch einen Meßhub mittels Meßhubantrieb 9.

In die Energiezuführung zum Antrieb des Schleifkörpers 1 ist ein elektrischer Lastsensor 3 für die Schleifkörperbelastung geschaltet . Alternativ wird die Schleifkörperbelastung durch die Lastsensoren 16 und 21 direkt von den durch den Schleifprozeß belasteten Baugruppen abgegriffen.

Zur Durchführung des Verfahrens und als vorgeordnete Einheit ist die Rechen- und Steuereinheit 15 vorgesehen. Ausgangsseitig liegen an die Antriebe 10 und 14 (Wälzbewegung) die Antriebseinheiten 11, 12 und 13 für das Zahnweitenmeßgerät 8, die Ansteuereinheit 5 der Schleifkörperantrieb 2, die flankenbezogenen Speicher 24 und 25 und die Abschliffansteuer- und Meßeinrichtung 4. Eingangs- und ausgangsseitig ist die Rechen- und Steuereinheit 15 mit dem Prozeßrechner für Zahngeometrie 23 und dem Prozeßrechner für Paßmaßsteuerung 27 verbunden, wobei die Letzgenannten gleichfalls eingangs- und ausgangsseitig in Verbindung stehen.

Eingangs- und ausgangsseitig ist die Ansteuereinheit 5 mit dem Zahnweitenmeßgerät 8 verbunden, aber ausgangsseitig über den Meßwertspeicher 22 mit dem Prozeßrechner für Zahngeometrie 23.

Die Abschliffansteuer- und Meßeinrichtung 4 ist eingangs- und ausgangsseitig mit den Sensoren 3; 16 und 21 verbunden, aber nur ausgangsseitig über die flankenbezogenen Speicher 24; 25 und den Dividierer 26 mit dem Prozeßrechner für Paßmaßsteuerung 27. Dieser ist wieder ausgangsseitig und direkt mit den flankenbezogenen Speichern 24 und 25 verbunden.

Funktionsablauf

Zur Durchführung der automatischen Zahnweitenmessung wird das Zahnrad 20 durch die Antriebe 10 und 14 in eine von der Rechen- und Steuereinheit 15 vorgegebene radiale und tangentiale Position gefahren. Anschließend erfolgt die Positionierung des Zahnweitenmeßgerätes 8 mittels der von der Rechen- und Steuereinheit 15 beaufschlagten Antriebe 11; 12 und 13.

Nach Abschluß des Positioniervorganges wird durch die Rechen- und Steuereinheit 15 die Ansteuereinheit 5 und der Meßhubantrieb 9 gemäß eines steuerungsinternen Meßregimes aktiviert. Die Meßwertermittlung erfolgt u.a. durch Kontaktierung der Meßstücke 28 mit den Zahnflanken 18 und 19. Das erzeugte Signal des Zahnweitenistmaßes wird über die Ansteuereinheit 5 an den Meßwertspeicher 22 geleitet und gemäß dem meßtechnischen Ablauf, der durch die Rechen- und Steuereinheit 15 im Prozeßrechner für Zahngeometrie 23 ausgelöst wird, weiterverarbeitet. Eingang in die Berechnungen des Prozeßrechners für Zahngeometrie 23 finden dabei die von der Rechen- und Steuereinheit 15 an den o.g. Prozeßrechner 23 übermittelten Geometrieinformationen des zu bearbeitenden Zahnrades 20. Nach Beendigung der Meßwertspeicherung wird durch die Rechen- und Steuereinheit 15 die Weiterführung von Meßvorgängen entsprechend der Anzahl der notwendigen Messungen am Umfang des Zahnrades 20 eingeleitet. Dazu wird zunächst der Meßhubantrieb 9 aktiviert, der die Meßstücke 28 aus den Zahnlücken bewegt. Anschließend wird gemäß der Ansteuerung durch die Rechen- und Steuereinheit 15 der Antrieb 10 für eine Werkstückdrehung aktiviert.

Nach Beendigung der Werkstückdrehung erfolgt mit dem Meßhub radial zum Zahnrad 20 ein neuer Meßvorgang.

Nach der Bestimmung der Istzahnweiten wird im Prozeßrechner für Zahngeometrie 23 das aktuelle Aufmaß des Zahnrades 20 berechnet und der Betrag an den Prozeßrechner für Paßmaßsteuerung 27, bzw. an die Rechen- und Steuereinheit 15 übermittelt, wo eine Bestimmung der aktuellen Schleiftechnologie erfolgt. Mit dem Beginn der Schleifbearbeitung wird durch die Rechen- und Steuereinheit 15 der Prozeßrechner für Paßmaßsteuerung 27 und die Abschliffansteuer- und Maßeinrichtung 4 aktiviert, die wiederum die Sensoren 3; 16 und 21 in einen Betriebszustand versetzt.

Die Lastwerte dieser Sensoren werden in einer Abschliffansteuer- und Meßeinrichtung 4 weiter verarbeitet und entsprechend dem jeweiligen Bearbeitungsregime, welches durch die Rechen- und Steuereinheit 15, bzw. von dem Prozeßrechner für Paßmaßsteuerung 27 identifiziert wird, an die Speicher 24 bzw. 25 weitergeleitet. Mittels Richtungsidentifikation der Wälzbewegung der Antriebe 10; 14 und durch die Rechen- und Steuereinheit 15 wird die zugehörige Speichereinheit 24 bzw. 25 aktiviert, in denen die Maximalwerte der Kenngrößen KLFi und KRFi von den Lastsensoren 3; 16 bzw. 21 erzeugten prozeßbeschreibenden Merkmale gespeichert werden. Bei Beendigung der Bearbeitung der Zahnflanken einer Zahnlücke wird durch die Rechen- und Steuereinheit 15 die Datenübergabe der Speicher 24, 25 an den Dividierer 26 freigegeben. Im Dividierer 26 wird der zahnlückenbezogene Abschliffkoeffizient Qi aus den Maximalwerten der prozeßbeschreibenden Kenngrößen KLFi und KRFi gebildet.

Durch den Prozeßrechner für Paßmaßsteuerung 27 wird der vom Dividierer 26 berechnete Betrag Qi, der zahnlückenbezogen ist, abgegriffen und gemäß dem technologischen Regime abgespeichert. Durch den Prozeßrechner für Paßmaßsteuerung 27 wird nach jeder Zahnlücke der zahnlückenbezogene Abschliffkoeffizient Qi und der mittlere Abschliffkoeffizient j berechnet und abgespeichert. Gemäß dem technologischen Regime wird die Speicherung bzw. Löschung der Daten von der Rechen- und Steuereinheit 15 bestimmt.

Signifikante Abweichungen des zahnlückenbezogenen Abschliffkoeffizienten Qi, bzw. des mittleren Abschliffkoeffizienten j führen zu einer Meldung des Prozeßrechners für Paßmaßsteuerung 27 an die Rechen- und Steuereinheit 15, wodurch interne Abläufe in der Rechen- und Steuereinheit 15 aktiviert werden. Mögliche Arbeitsschritte der Rechen- und Steuereinheit 15 sind eine neuerliche Ermittlung der Istzahnweite nach o.g. Ablauf mittels Zahnweitenmeßgerät 8.

Die Zahnweitenabweichung ΔWj wird aus der Differenz der vorhandenen Zahnweite Wj ist und der gemessenen und gespeicherten Zahnweite des vorausgegangenen Schleifumfanges Wj - 1 ist gebildet, bzw. erfolgt die Bestimmung der Zahnweitenabweichung ΔWj aus der Differenz der vorhandenen Zahnweite Wj ist und der theoretisch bestimmten Zahnweite Wber. Eine Änderung der technologischen Parameter, z. B. der flankenbezogenen Zustellung, erfolgt durch den Antriebsmotor 10.

Die Berechnung der Änderung der flankenbezogenen Zustellung ΔaRFj; ΔaLFj kann direkt aus der Zahnweitenänderung ΔWj, bzw. auch unter Einbeziehung des mittleren Abschliffkoeffizienten j erfolgen. Bei vorzugsweise gleichen Zustellungen aRFj; aLFj wird die Änderung der flankenbezogenen Zustellung ΔaRFj; ΔaLFj aus dem Quotienten der Zahnweitenänderung ΔWj, der flankenbezogenen Zustellung aLFj; aRFj und dem mittleren Abschliffkoeffizienten j bestimmt. Entsprechend den zahnlückenbezogenen Abschliffkoeffizienten Qi erfolgt dann die Berechnung einer konkretisierten flankenbezogenen Zustellung aLFj + 1; aRFj + 1.

Durch das Zusammenwirken der Prozeßrechner 23 und 27 mit der Rechen- und Steuereinheit 15 wird eine zweckmäßige Regelung technologischer Abläufe aufbereitet und über die Antriebseinheiten 10; 14 zur Anwendung gebracht.

Der Vorteil der erfindungsgemäßen Lösung besteht darin, daß durch das Verfahren und die Einrichtung die Arbeitsproduktivität der Zahnradbearbeitungsmaschine gesteigert werden kann. Des weiteren wird die Fertigungssicherheit erhöht, sowie das gezielte Erreichen definierter Verzahnungsqualitäten unter Produktivitätsanforderungen realisiert.

Aufstellung der verwendeten Bezugszeichen

1 Schleifkörper

2 Schleifkörperantrieb

3 elektrischer Lastsensor

4 Abschliffansteuer- und Meßeinrichtung

5 Ansteuereinheit

6 Tischbett

7 Bettschlitten

8 Zahnweitenmeßgerät

9 Meßhubantrieb

10 Antrieb (Drehbewegung)

11 Antriebseinheit für Schrägungswinkelanpassung

12 Antriebseinheit für Spannhöhenausgleich

13 Antriebseinheit für radiale Meßgerätegrobpositionierung

14 Antrieb (Verschiebebewegung)

15 Rechen- und Steuereinheit

16 Lastsensor

17 Halteeinrichtung

18 linke Zahnflanke

19 rechte Zahnflanke

20 Zahnrad

21 Lastsensor

22 Meßwertspeicher

23 Prozeßrechner für Zahngeometrie

24 Speicher für die linke Flanke

25 Speicher für die rechte Flanke

26 Dividierer

27 Prozeßrechner für Paßmaßsteuerung

28 Meßstücke

KLF Prozeßbeschreibende Kenngröße, linke Flanke

KRF Prozeßbeschreibende Kenngröße, rechte Flanke

Qi zahnlückenbezogener Abschliffkoeffizient

j mittlerer Abschliffkoeffizient

j Nummer des Schleifumlaufes

ist Istwert

ber berechneter Wert

aRFj; aLFj flankenbezogene Zustellung

RF rechte Flanke

LF linke Flanke

a Zustellung

W Zahnweite

ΔWj Zahnweitenänderung

ii-te Lücke, i-ter Zahn

z Zähnezahl

Δa Zustellungsänderung


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zur bedienerlosen Feinbearbeitung der Zahnflanken eines vorbearbeiteten Zahnrades auf einer Zahnradbearbeitungsmaschine, vorzugsweise auf einer im Teilwälzverfahren arbeitenden Zahnradschleifmaschine, bei der die Zahnflanken eines Zahnrades nach dem Positionieren des Werkzeuges in eine Zahnlücke in mehreren Arbeitsfolgen an ein Werkzeug angestellt und bearbeitet werden, dadurch gekennzeichnet,
    1. - daß vor der ersten Arbeitsfolge einer bedienerlosen Feinbearbeitung das tatsächlich vorhandene Schleifaufmaß eines vorbearbeiteten Zahnrades im Stirn- oder Normalschnitt mittels automatischer Zahnweitenmessung gemessen wird und in Abhängigkeit von Qualitäts- und/oder Produktivitätskennziffern eine Ermittlung von Arbeitsfolgen automatisch realisiert wird,
    2. - daß in der nachfolgenden ersten Arbeitsfolge einer Feinbearbeitung eine prozeßbeschreibende Kenngröße K je bearbeiteter Zahnflanke gemessen, und aus deren Maximalwerten ein zahnlückenbezogener Abschliffkoeffizient



      gebildet wird und aus diesem zahnlückenbezogenen Abschliffkoeffizienten ein mittlerer Abschliffkoeffizient



      gebildet und abgespeichert wird,
    3. - daß bei Vorhandensein einer signifikanten Abweichung von einem Quotientenbetrag j ≈ 1 bei einer aktualisierten, automatischen Schleifaufmaßbestimmung eine optimierte, flankenbezogene Zustellung aRFi; aLFi berechnet wird, die einen gleichmäßigen Schleifabtrag des Werkzeuges, bezogen auf die rechten und linken Zahnflanken, ermöglicht,
    4. - daß die durch die Analyse des zahnlückenbezogenen Abschliffkoeffizienten Qi ermittelten thermischen Verlagerungen durch Ausgleichbewegungen mittels einer Änderung der flankenbezogenen Zustellung ΔaRFi; ΔaLFi gemäß



      kompensiert.
    5. - daß zur Kompensation von thermischen Verlagerungen am Ende eines Schleifumlaufes die Zahnweite von der letzten bearbeiteten Lücke (Flanke) bis zu derjenigen Lücke (Flanke) gemäß der Meßzähnezahl in Teilrichtung gemessen wird, von der dann der Betrag der Zahnweite subtrahiert wird, der von der ersten bearbeiteten Lücke des Bearbeitungsumlaufes (Flanke) in Teilrichtung entsprechend der Meßzähnezahl gemessen wird und als Differenz der Betrag ΔWj gebildet wird, der gemäß

      ΔWj > 0

      aLFj + 1 := aLFj + 1 - ΔWj; aRFj + 1 := aRFj + 1 + ΔWj

      ΔWj < 0

      aLFj + 1 := aLFj + 1 + ΔWj; aRFj + 1 := aRFj + 1 - ΔWj

      in der konkretisierten, flankenbezogenen Zustellung des nächstfolgenden Bearbeitungsumlaufes berücksichtigt wird,
    6. - daß die Zahnradbearbeitungsmaschine stillgesetzt wird, wenn das noch vorhandene Aufmaß innerhalb einer vorgebbaren Toleranz liegt.
  2. 2. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine Ermittlung des Differenzmaßes ΔWj durch eine thermische Verlagerung entsprechend der Abschliffkoeffizientenauswertung Qi durch eine Messung der Zahnweite W über einen thermisch nicht, bzw. nur geringfügig, beeinflußten Verzahnbereich zu einem Bereich mit hoher thermischer Beeinflussung erfolgt.
  3. 3. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß bei signifikaten Abweichungen des mittleren Abschliffkoeffizienten j vom Betrag 1 innerhalb des ersten Schleifumlaufes eine prozentual geänderte, flankenbezogene entsprechend gegensinnige Zustellung zu Beginn des nächstfolgenden Schleifumlaufes durch ein elektronisches Getriebe zur Anwendung gebracht wird, und daß die prozentuale Änderung den Faktor 0,5 bzw. 1,5 nicht überschreitet.
  4. 4. Einrichtung zur bedienerlosen Feinbearbeitung derZahnflanken eines vorbearbeiteten Zahnrades auf einer Zahnradbearbeitungsmaschine, vorzugsweise auf einer im Teilwälzverfahren arbeitenden Zahnradschleifmaschine, mit einem im Bettschlitten angeordneten Rundtisch und einem dem auf dem Rundtisch aufgespannten Zahnrad zugeordneten Zahnweitenmeßgerät, wobei dem Rundtisch, dem Bettschlitten und dem Zahnweitenmeßgerät elektronische Antriebe zugeordnet sind, dadurch gekennzeichnet,
    1. - daß einer Rechen- und Steuereinheit (15) eine Ansteuereinheit (5) nachgeordnet ist, deren Ausgang über einen Meßwertspeicher (22) an einem Prozeßrechner für Zahngeometrie (23) anliegt, der eingangs- sowie ausgangsseitig mit der Rechen- und Steuereinheit (15) verbunden ist,
    2. - daß dem Prozeßrechner für Zahngeometrie (23) eingangs- und ausgangsseitig ein Prozeßrechner für Paßmaßsteuerung (27) zugeordnet ist, der mit seinem Ausgang an der Rechen- und Steuereinheit (15) anliegt,
    3. - daß die Rechen- und Steuereinheit (15) ausgangsseitig mit dem Prozeßrechner für Paßmaßsteuerung (27), einem Speicher für die linke Flanke (24), einem Speicher für die rechte Flanke (25) und einer Abschliffansteuer- und Meßeinrichtung (4) verbunden ist, wobei der Abschliffansteuer- und Meßeinrichtung (4) die Speicher der linken und der rechten Flanke (24; 25) nachgeordnet sind und über einen Dividierer (26) mit dem Prozeßrechner für Paßmaßsteuerung (27) verbunden sind, der mit seinen Ausgängen an den Speichern der linken und der rechten Flanke (24; 25) anliegt.
  5. 5. Einrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Ansteuereinheit (5) eingangs- und ausgangsseitig mit dem Zahnweitenmeßgerät (8) verbunden ist.
  6. 6. Einrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Abschliffansteuer- und Meßeinrichtung (4) eingangs- und ausgangsseitig mit Lastsensoren (3; 16) und (21) verbunden ist.






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