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Dokumentenidentifikation DE3590238C2 08.02.1990
Titel Einrichtung zum Ableiten statischer Elektrizität von einer Sitzvorrichtung
Anmelder Groseth, Morten, Roeros, NO
Erfinder Groseth, Morten, Roeros, NO
Vertreter Schwabe, H., Dipl.-Ing.; Sandmair, K., Dipl.-Chem. Dr.jur. Dr.rer.nat.; Marx, L., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat., Pat.-Anwälte, 8000 München
DE-Anmeldedatum 03.06.1985
DE-Aktenzeichen 3590238
WO-Anmeldetag 03.06.1985
PCT-Aktenzeichen NO8500032
WO-Veröffentlichungsnummer 8505754
WO-Veröffentlichungsdatum 19.12.1985
Date of publication of WO application in German translation 26.06.1986
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 08.02.1990
Veröffentlichungstag im Patentblatt 08.02.1990
IPC-Hauptklasse H05F 3/02
IPC-Nebenklasse A47C 7/16   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Ableiten statischer Elektrizität von einer Sitzvorrichtung, bei welcher auf einer Trageinrichtung zum Tragen eines Körpers eines Benutzers eine Polsterung angeordnet ist, auf welcher eine elektrisch leitende Vorrichtung angebracht ist, welche elektrisch geerdet ist, und mit einem über der elektrisch leitenden Vorrichtung angeordneten Gewebe.

Eine derartige Einrichtung ist beispielsweise aus der US-PS 28 02 148 bekannt und weist als elektrisch leitende Vorrichtung ein längliches Erdungsband auf, das mit einem sich in Längsrichtung des Bandes erstreckenden Kern und zahlreichen quer hierzu angeordneten dünnen, elektrisch leitenden Fäden versehen ist. An den spitzen Enden der Fäden soll die zur Entladung der statischen Elektrizität erforderliche Feldstärke herabgesetzt und so die statische Elektrizität leichter abgeleitet werden. Derartige längliche Erdungsbänder bedecken nur einen verhältnismäßig kleinen Teil einer Sitzfläche. Die Herstellung der länglichen Erdungsbänder mit längsverlaufendem Kern und seitlich hiervon abstehenden zahlreichen Fäden ist verhältnismäßig aufwendig, und darüber hinaus sind derartige Streifen mechanisch wenig belastbar.

Weiterhin sind aus der DE-OS 25 35 180 Polster mit antistatischen Eigenschaften sowie ein Verfahren zu deren Herstellung bekannt. Die Polster bestehen aus einem Schaumkunststoffmaterial mit einstückig dieses umschließender Oberflächenhaut, die aus Polyurethan besteht, welches durch eine Rußbeimischung elektrisch leitfähig gemacht ist und daher antistatische Eigenschaften besitzt. Zur Herstellung derartiger Polster wird die Innenoberfläche einer schließbaren Form mit einem Entformungsmittel versehen und hierauf ein Polyurethan-Übertragungsüberzugsmaterial aufgebracht, das elektrisch leitfähigen Ruß enthält. Dann läßt man das Übertragungsüberzugsmaterial trocknen und beschickt das Innere der geschlossenen Form mit einem Kunststoffschaummaterial, das expandiert. Nach Abbinden des Schaummaterials wird die Form geöffnet und ein Schaumkörper entnommen, der das fertige Polster darstellt. Derartige Polster sind daher nur aus einem aufschäumenden Schaummaterial herzustellen, nicht dagegen aus anderen Materialien. Die das Schaummaterial umschließende, elektrisch leitfähige Oberflächenhaut ist dicht, so daß beispielsweise kein Dampftransport von der Außenoberfläche der Oberflächenhaut in das Polster hinein erfolgen kann; dies wird häufig im Gebrauch als unangenehm empfunden.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die beispielsweise aus der US-PS 28 02 148 bekannte Einrichtung weiterzuentwickeln und eine derartige Einrichtung zur Verfügung zu stellen, die ähnlich universell einsetzbar ist, jedoch weniger aufwendig in der Herstellung ist, und die höheren mechanischen Belastungen standhält.

Die Aufgabe wird gemäß der vorliegenden Erfindung durch die im Patentanspruch 1 angegebenen Merkmale gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.

Nachstehend wird die Erfindung anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels im einzelnen beschrieben. Es zeigt

Fig. 1, wie elektrostatische Elektrizität bei einem Stuhl mittels der Einrichtung gemäß dem Ausführungsbeispiel der Erfindung im ganzen zu dem Fußboden abgeleitet werden kann;

Fig. 2 eine Trageinrichtung für eine Sitzvorrichtung, wie beispielsweise einen Sitz, bei welchem, um die Darstellung zu vereinfachen, das Gewebe bzw. der Stoff, mit welchem normalerweise der Sitz überzogen ist, nicht dargestellt ist, und

Fig. 3 eine Schnittansicht durch den Sitz der Fig. 2, wobei dieser mit einem Gewebe oder Stoff überzogen ist.

In Fig. 1 ist ein üblicher Bürostuhl dargestellt, welcher einen Sitz 1 und eine Rückenstütze 2 aufweist. Der Einfachheit halber ist der Stuhl ohne Armlehne dargestellt. Der in Fig. 1 wiedergegebene Stuhl ist als ein Beispiel angeführt und kann irgendeine Sitzvorrichtung sein, beispielweise der Art, bei welcher der Benutzer sich in einer knienden Position befindet, in welcher das Schienbein des Benutzers von einem Kissen gestütz wird.

Wie in Fig. 1 dargestellt, wird statische Elektrizität, welche sich an dem Körper des Benutzers gesammelt hat, über den Sitz 1 und die Rückenstütze 2 entladen, wenn der verbindende Teil 3 zwischen der Rückenstütze und dem Sitz elektrisch leitend ist und der Sitz 1 ferner mit dem Untergestell 4 des Stuhls verbunden ist, das ebenfalls aus einem elektrisch leitenden Material hergestellt ist, und bei welchem ferner das Untergestell mit Führungsrollen oder -kugeln aus elektrisch leitendem Material wie beispielsweise Kohlenstoff enthaltenden Kunststoff versehen ist. Der Fußboden ist mittels an sich bekannter Einrichtungen mit Erde verbunden.

Wie in Fig. 2 und 3 dargestellt, ist eine dünne Kunststofflage oder ein dünnes Kunststoffgitter 7, die bzw. das aus elektrisch leitendem Material besteht, unter einem Gewebe oder Stoff 6 angeordnet. Der Oberflächenbereich dieser leitenden Lage deckt mindestens 80% der Berührungsfläche der Trageinrichtung mit dem Körper ab. Die elektrisch leitende Kunststofflage ist perforiert, was den Vorteil hat, daß das Material "atmet" und das elektrische Feld an den Kanten größer wird, wodurch die Wirkung vergrößert wird. Das elektrisch leitende Material wird, wie in Fig. 3 dargestellt, von einer Polsterung 8, beispielsweise Schaumstoff, getragen.

Die elektrostatische Entladung findet infolge des geringen Abstands zwischen der Person und dem leitenden Material, beispielsweise in einer Art kapazitiver Übertragung, durch das Gewebe hindurch statt. Die leitende Lage kann durch Drähte, metallische Teile der elektrisch leitenden Stoffkomponenten der Sitzvorrichtung u. ä. mit dem Fußboden oder direkt mit Erde verbunden sein.

In Fig. 2 und 3 ist angegeben, die elektrisch leitende Kunststofflage oder das Kunststoffgitter 7 durch einen Schlitz 9 hindurch, möglichst um die Schaumstoffpolsterung 8 herum zu führen, und an der Oberseite einer Tragplatte 10, die üblicherweise aus Sperrholz hergestellt ist, beispielsweise mittels durchgehender Klauenbolzen 11 anzubringen. Dadurch breitet sich die elektrische Ladung von der Oberseite des Gewebes über die leitende Kunststofflage nach unten zu den Klauenbolzen aus, von welchen eine weitere elektrische Verbindung zur Erde zustandegebracht werden kann, wie in Verbindung mit Fig. 1 dargestellt und beschrieben ist. Ein Vorteil der Erfindung besteht darin, daß ganz gewöhnliche Gewebe und Stoffe verwendet werden können, ohne daß diese einer speziellen Behandlung unterzogen werden müssen, und daß die Notwendigkeit entfällt, sie mit Metallfäden u. ä. auszustatten. Die Feuchtigkeit, die von dem Körper abgegeben wird, trägt im hohen Maß dazu bei, daß die statische Elektrizität von dem Körper an das elektrisch leitende Material übertragen wird.

Die elektrisch leitende Kunststofflage kann in der Polsterung 8 nahe der Oberfläche vergossen sein, welche dem Körper des Benutzers am nächsten ist. Die vorerwähnte Tragplatte 10 kann auch bereits aus einem elektrisch leitenden Kunststoffmaterial hergestellt sein. Ferner können, wenn es unpraktisch ist, daß alle Teile in dem Untergestell einer Sitzvorrichtung metallisch ausgeführt sind, diese auch aus einem elektrisch leitenden Kunststoffmaterial hergestellt sein.

Im Falle eines Bodenbelags mit einer hochgradigen Isolierwirkung, sollte die Sitzvorrichtung auf einer elektrisch leitenden, geerdeten Unterlage angeordnet sein.


Anspruch[de]
  1. 1. Einrichtung zum Ableiten statischer Elektrizität von einer Sitzvorrichtung, bei welcher auf einer Trageinrichtung zum Tragen eines Körpers eines Benutzers eine Polsterung angeordnet ist, auf welcher eine elektrisch leitende Vorrichtung angebracht ist, welche elektrisch geerdet ist, und mit einem über der elektrisch leitenden Vorrichtung angeordneten Gewebe, dadurch gekennzeichnet, daß die elektrisch leitende Vorrichtung aus einer dünnen, elektrisch leitenden Kunststofflage (7) besteht, die mit Perforationen versehen ist und mindestens 80% der Berührungsfläche der Trageinrichtung (11) mit dem Körper abdeckt.
  2. 2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kunststofflage (7) um die Polsterung (8) herum geführt und an der Oberseite der als Platte (10) ausgebildeten Trageinrichtung angebracht ist.
  3. 3. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß zur Anbringung der Kunststofflage (7) an der Tragplatte (10) durch diese hindurchragende Klauenbolzen (11) vorgesehen sind, die geerdet sind.






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