PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE3628782C2 15.02.1990
Titel Kamerakranwagen für Film- oder Fernsehaufnahmen
Anmelder Heller, Hans H., 5030 Hürth, DE
Erfinder Heller, Hans H., 5030 Hürth, DE
Vertreter Schönwald, K., Dr.-Ing.; von Kreisler, A., Dipl.-Chem.; Fues, J., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat.; Selting, G., Dipl.-Ing.; Werner, H., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat.; Böckmann gen. Dallmeyer, G., Dipl.-Ing., Pat.-Anwälte, 5000 Köln
DE-Anmeldedatum 25.08.1986
DE-Aktenzeichen 3628782
Offenlegungstag 03.03.1988
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 15.02.1990
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.02.1990
IPC-Hauptklasse B66C 23/82
IPC-Nebenklasse B66C 23/04   B66C 23/84   
Zusammenfassung Ein Kamerawagen für Film- oder Fernsehaufnahmen mit einem Fahrgestell und einem auf einer Säule angeordneten, um eine vertikale Achse drehbar und um eine horizontale Achse schwenkbar gelagerten Ausleger, an welchem beiderseits seiner Schwenkachse an einem Ende eine Plattform für den Kameramann mit einer Halterung für eine Film- bzw. Fernsehkamera und am anderen Ende ein in der Auslegerlängsachse längsverfahrbares Gegengewicht angeordnet sind, weist auf der Oberseite (2) des Fahrgestelles (1) ein die Säule (3) um eine zur Ebene (y-y) des Fahrgestelles (1) senkrecht stehende Achse (x-x) drehbar aufnehmendes Drehgestell (4) auf und die Säule (3) ist im Drehgestell (4) ihrerseits um eine mit diesem mitdrehbare, zur Ebene (y-y) des Fahrgestelles (1) parallele Schwenkachse schwenkbeweglich gelagert und die Schwenkachse (5) ist mit dem Drehgestell (4) verbunden bzw. in diesem gelagert und weist Mittel (17) zum Verschwenken der Säule (3) um die Schwenkachse (5) in Form eines Schwenkantriebes auf.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Kamerakranwagen für Film- oder Fernsehaufnahmen, mit einem Fahrgestell und einem an dessen Oberseite auf einer in die Höhe ausfahrbaren Säule angeordneten, um eine vertikale Achse drehbar und um eine horizontale Achse schwenkbar gelagerten und fallweise ausziehbaren Ausleger, an welchem beiderseits seiner Schwenkachse an einem Ende eine Plattform für den Kameramann mit einer Halterung für eine Film- bzw. Fernsehkamera und am anderen Ende ein in der Auslegerlängsachse längs verfahrbares Gegengewicht angeordnet sind.

Aus der US-PS 22 24 901 ist ein Wagen mit einer Kamera für Filmaufnahmen bekannt, bei dem ein an der Oberseite des Wagens befestigter dreh- und schwenkbarer Ausleger vorhanden, an dessen Spitze die Halterung der Filmkamera angeordnet ist.

Der bekannte Kamerakranwagen ist im Grunde genommen eine dreirädrige Schubkarre für die Positionierung und das Verfahren einer Kamera innerhalb eines geschlossenen Aufnahmeortes während der Dreharbeiten. Dabei steht der Kameramann neben dem Gerät. Eine Sitzmöglichkeit für den Operator ist nicht vorgesehen. Infolgedessen kann der Kameramann nicht, worauf es beim Anmeldungsgegenstand in besonderer Weise ankommt, mit der Kamera zusammen in einer hochmobilen und sehr beweglichen Arbeitseinheit Mensch/Maschine verschmelzen. Dies ist aber für besonders exponierte Aufnahmen, insbesondere bei Außenaufnahmen, bei heutiger aufwendiger Kameraführung während Film- oder Fernsehaufnahmen unbedingt erforderlich. Auch läßt die bekannte Vorrichtung Aufnahmen aus einer Höhenlage entsprechend einer Vogelperspektive nicht zu.

Im Unterschied hierzu zeigt die GB-PS 14 85 483 einen Wagen mit einer Kamera für Filmaufnahmen, welcher eine Plattform für den Kameramann aufweist. Bei dieser bekannten Vorrichtung ist eine einteilige Kolben/Zylinder-Einheit vorgesehen, um zwei teleskopierend ineinander geführte Elemente des Auslegers auszufahren. Dabei ist dieser Ausleger in einer Dreigelenkanordnung in einer solchen Weise angelenkt, daß er weder um eine vertikale Achse drehbar noch um eine horizontale Achse schwenkbar ist. Für einen Kameraschwenk muß daher der fahrbare Untersatz von Hand umdirigiert werden.

Während einer solchen Fahrbewegung ist aber infolge der dabei auftretenden Erschütterungen eine Kameraeinstellung oder fließende Bildpositionsänderung nicht möglich. Auch ist der Kameramann infolge der begrenzten Beweglichkeit der bekannten Vorrichtung maximal um einen Meter mit der Kamera anhebbar untergebracht.

Auch dieser bekannte Kamerawagen ist gemäß seiner Konzeption lediglich geeignet, um sehr eng begrenzte Kamerapositionen für Innenaufnahmen zu gestatten, bei denen ein fließender Kameraschwenk oder eine rasche Positionsänderung nicht beabsichtigt ist.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, mit bevorzugt einfachen Mitteln einen Kamerakranwagen für Film- oder Fernsehaufnahmen mit einem Fahrgestell der eingangs genannten Art zu schaffen, der schnell und unproblematisch an den Ort seiner Anwendung fahrbar und dort das Einfangen von Aufnahmen aus sehr unterschiedlichen Positionen zuläßt, wobei insbesondere eine solche kinematische Ausgestaltung gefordert wird, durch welche der Kameramann mit der Kamera in einer linearen, vertikalen Bewegungsrichtung geliftet oder abgesenkt und ferner, fallweise auch gleichzeitig, um eine vertikale Achse verschwenkt werden kann, und dies insbesondere mit einem während der Verschwenkung veränderlich einstellbaren Schwenkradius. Dabei soll die hierbei erforderliche Niveauregulierung der Plattform automatisch und unabhängig von den vorgenannten Einstellungen des Auslegers mit besonders einfachen und insbesondere erschütterungsfreien und geräuschfreien Mitteln erfolgen, und schließlich soll dabei auch die Möglichkeit bestehen, Kameramann und Kamera zusammen in einer horizontalen Bewegungsrichtung bei unbewegtem Fahrgestell zu führen.

Die Lösung der gestellten Aufgabe gelingt bei einem Kamerakranwagen der eingangs genannten Art erfindungsgemäß dadurch, daß auf der Oberseite des Fahrgestelles ein die Säule um eine zur Ebene des Fahrgestelles senkrecht stehende Achse drehbar aufnehmendes Drehgestell angeordnet ist und die Säule im Drehgestell ihrerseits um eine mit diesem mitdrehbare, zur Ebene des Fahrgestells parallele Schwenkachse schwenkbeweglich gelagert und die Schwenkachse mit dem Drehgestell verbunden bzw. in diesem gelagert ist und Mittel zum Verschwenken der Säule die Schwenkachse in Form eines Schwenkantriebes vorhanden sind.

Durch die Anordnung eines die Säule drehbar aufnehmenden Drehgestells ergibt sich eine sehr kompakte und mit großem Vorteil sehr sichere Drehlagerung von Säule und Ausleger. Weiterhin wird durch Verlegung des Drehlagers auf eine Ebene dicht oberhalb des Fahrgestelles die Möglichkeit geschaffen, die Säule ihrerseits im Drehgestell in einer zur Schwenkachse senkrechten Schwenkebene drehbeweglich zu lagern.

Während bei bisher bekannten Kamerakranwagen mit einem auf einer Säule um eine horizontale Achse schwenkbaren Ausleger bei unverrückbar vertikaler Position der Säule der Kameramann mit der Kamera beim Verschwenken des Auslegers auf einer Kreisbahn bewegt wurde, kann nunmehr durch eine Kombination der Schwenkbewegung von Ausleger und der den Ausleger tragenden Säule eine linear-vertikale Einstellung der Plattform erfolgen. Weiterhin kann bei einer kombinierten Bewegung einerseits durch Verschwenken der Säule und andererseits des Auslegers eine in horizontaler Richtung erfolgende lineare Bewegung der Plattform vorgenommen werden. Dazwischen liegend sind alle nur denkbaren Bewegungskombinationen einschließlich einer Drehung um die vertikale Achse möglich.

Mit großem Vorteil ist gemäß einer Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen, daß die Säule einen teleskopierend aus- bzw. einfahrbaren Mast mit im Querschnitt polygonalen und vorzugsweise rechteckigen, mit Führungselementen ausgebildeten Teleskopelementen aufweist, in deren Inneren vorzugsweise in der Mittelachse gelegen, eine hydraulische Kolben/Zylinder-Einheit mit einem Hubstempel angeordnet ist.

Durch den teleskopierend ausfahrenden Mast mit rechteckigen und in Führungselementen geführten Teleskopelementen werden nach Art eines Teleskop-Auslegerkranes die bei Schrägstellung in der Säule wirkenden Biegekräfte unschädlich aufgefangen, und zwar mit bekannten und sehr einfachen Mitteln.

Sehr vorteilhaft weist dabei der Mast wenigstens drei Teleskopelemente auf, deren unterstes in der Schwenkachse gelagert ist, und an deren oberstem ein Gabelkopf mit der den Ausleger schwenkbeweglich aufnehmenden Schwenkachse angeordnet ist.

Weiterhin ist sehr vorteilhaft die Schwenkachse zwischen dem Gabelkopf des Mastes und dem Ausleger sowie die Schwenkachse zwischen dem Drehgestell und dem Mast zueinander parallel angeordnet. Bei Verschwenkung der Säule bzw. des Mastes ergeben sich dabei sowie bei unveränderter Neigung des Auslegers Relativbewegungen desselben in einer zu den beiden Achsen senkrechten Ebene.

Eine vorteilhafte Ausgestaltung besteht weiter darin, daß die zwischen jeweils zwei Teleskopelementen als Führungen zusammenwirkenden Führungselemente als Paarungen von Führungsrollen des jeweils einen Elementes mit Führungsschienen des jeweils anderen Elementes ausgebildet sind. Hierdurch ergibt sich eine kompakte, einfache und wirkungsvolle Führung unter Verwendung an sich bekannter Mittel.

Zur Festlegung in unterschiedlichen Höhenlagen ist weiterhin vorgesehen, daß die Teleskopelemente Mittel zur gegenseitigen Verriegelung aufweisen. Dies können im einfachsten Falle Steckbolzen sein, die durch entsprechend vorgesehene Bohrungen der Teleskopelemente hindurchgesteckt werden. Eine derartige Steckbolzenverriegelung ist extrem unkompliziert, wirkungsvoll und vor allem sicher.

Weiterhin ist eine vorteilhafte Ausgestaltung darin zu sehen, daß der in der Schwenkachse gelagerte Mast einen mit dem untersten Teleskopelement verbundenen bzw. mit diesem kinematisch zusammenwirkenden, vorzugsweise selbsthemmend ausgebildeten Schwenkantrieb aufweist.

Als solcher hat sich in der Praxis ein Schneckenradgetriebe bzw. ein Antrieb entsprechend beispielsweise dem Achsschenkel-Lenkgetriebe eines Kraftwagens bewährt, und zwar infolge der damit verbundenen besonders einfachen und sicheren Ausführung, die sich aus der selbst hemmenden Wirkung einer derartigen Getriebeanordnung ergibt.

Eine Ausgestaltung besteht mit großem Vorteil weiterhin darin, daß der Mast in seiner Schwenkebene senkrecht zur Schwenkachse beiderseits gegen Rückstellelemente abgestützt ist und diese vorzugsweise als Gasdruckfedern ausgebildet sind.

Durch diese Ausgestaltung wird einem mit der Schwenkneigung sich vergrößernden Moment des Mastes eine Rückstellkraft entgegengesetzt, die bei entsprechender Auslegung der Federcharakteristik in praktisch allen Schwenklagen weitestgehend zu einem Gleichgewichtszustand der Kräfte führt.

Nach einer Ausgestaltung ist weiter mit Vorteil vorgesehen, daß das Drehgestell eine auf einem Kugeldrehkranz aufgebaute Plattform ist und diese einen Sitz- bzw. Stehplatz für einen Operator sowie einen Drehantrieb zum Verschwenken der Säule bzw. des Mastes um die vertikale Achse aufweist. Weil Geräuschlosigkeit bei der Betätigung des Kamerakranwagens oberstes Gebot ist, kann beispielsweise ein derartiger Drehantrieb im einfachsten Falle ein Gummi-Reibradantrieb für Handbetätigung sein. Dies schließt jedoch die Verwendung anderer bekannter Mittel wie eines hydraulischen oder geräuscharmen Elektro-Antriebes nicht aus.

Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung des Kamerakranwagens, wobei dieser eine an sich bekannte Ausgestaltung des Auslegers mit einem Außenteil und einem aus diesem teleskopierend ausziehbaren Innenteil aufweist, wodurch der Ausleger verlängerbar ist und an der Spitze des Innenteils die Plattform trägt, besteht darin, daß der Ausleger wenigstens zwei durch Sperrmittel arretierbar vorgegebene definierte Längeneinstellungen aufweist und die Niveauregulierung der Plattform automatisch über eine kinematisch-zwangsweise Parallelogramm-Gelenkanordnung mit einem Lenkorgan vorgenommen wird, wobei dieses Mittel zur Einstellung und Arretierung des Abstandes seiner Gelenkpunkte nach Maßgabe der Auslegerlänge aufweist oder gegen ein jeweils passendes Lenkorgan austauschbar ausgebildet ist.

Es wird demnach durch die vorgegebenen Fixlängen des Auslegers in wenigen durch Sperrmittel arretierbaren Positionen und entsprechend angepaßte einstellbare oder austauschbare Längen des Lenkorganes bzw. seiner Gelenkpunkte die Beibehaltung der bekannten und in der Praxis bewährten, extrem unkomplizierten und sicheren Parallelogramm-Gelenkanordnung zur Niveauregulierung der Plattform beibehalten.

Die Erfindung wird in schematischen Zeichnungen in einer bevorzugten Ausführungsform gezeigt.

Die Zeichnungen zeigen im einzelnen:

Fig. 1 eine Seitenansicht eines Kamerakranwagens,

Fig. 2 den Kranwagen in Draufsicht, mit abgenommenem Ausleger,

Fig. 3 eine rein schematische Darstellung eines Bewegungsablaufes, wobei die Plattform in einer vertikalen Richtung auf- und abbewegt ist,

Fig. 4 eine ebenfalls rein schematische Darstellung eines Bewegungsablaufes der Plattform in mehreren in horizontaler Richtung einnehmbaren Stellungen,

Fig. 5a und 5b den Ausleger des Kamerakranwagens in zwei arretierbar vorgegebenen definierten Längeneinstellungen sowie die zugeordnete Niveauregulierungseinrichtung der Plattform mit einer Parallelogramm-Gelenkanordnung, in rein schematischer Ansicht.

Der in Fig. 1 dargestellte Kamerakranwagen für Film- oder Fernsehaufnahmen weist ein Fahrgestell 1 und eine an dessen Oberseite auf einer in die Höhe ausfahrbaren Säule 3 angeordneten, um eine vertikale Achse x-x drehbar und um eine horizontale Achse 6 schwenkbar gelagerten Ausleger. Dieser ist im gezeigten Beispiel insbesondere gemäß den Fig. 5a und 5b mit einem Außenteil 25 und einem aus diesem teleskopierend ausziehbaren Innenteil 26 ausgebildet, wodurch der Ausleger verlängerbar ist. An der Spitze 34 des Innenteils 26 ist die Plattform 27 angelenkt. Am Gegenende 35 ist der Ausleger 12 mit einem längsverfahrbaren Gegengewicht 36 ausbalanciert. Zum Verfahren kann beispielsweise für reinen Handbetrieb eine Bewegungsspindel 37 mit einer Kurbel 38 vorgesehen sein.

In erfindungswesentlicher Ausgestaltung weist der Kamerakranwagen auf der Oberseite 2 des Fahrgestells 1 ein die Säule 3 um eine zur Ebene y-y des Fahrgestells 1 senkrecht stehende Achse x-x drehbar aufnehmendes Drehgestell 4 auf.

Weiterhin ist in erfindungswesentlicher Ausgestaltung die Säule 3 im Drehgestell 4 ihrerseits um eine mit diesem mit drehbare, zur Ebene y-y des Fahrgestelles 1 parallele Schwenkachse schwenkbeweglich gelagert. Die Schwenkachse 5 ist ihrerseits mit dem Drehgestell 4 verbunden bzw. in diesem gelagert. Schließlich weist die schwenkbare Säule 3 Mittel 17 zum Verschwenken um die Schwenkachse 5 in Form eines Schwenkantriebes auf.

Wie aus der Zusammenschau der Fig. 1 und 2 ersichtlich, weist die Säule 3 einen teleskopierend aus- bzw. einfahrbaren Mast 7 mit im Querschnitt polygonalen und vorzugsweise rechteckigen, mit Führungselementen 13 ausgebildeten Teleskopelementen 8, 9, 10 auf. In deren Innern, vorzugsweise in der Mittelachse gelegen, befindet sich eine hydraulische Kolben/Zylinder-Einheit mit einem Hubstempel 14. Dieser bildet den Hubantrieb für den teleskopierenden Mast 7. Dieser entspricht, wie aus der Darstellung der Fig. 1 und 2 ersichtlich, in seinem grundsätzlichen Aufbau den Teleskopmast eines dem Stand der Technik entsprechenden Mobilkranes. Er besitzt wenigstens drei Teleskopelemente 8, 9, 10, deren unterstes 8 in der Schwenkachse 5 gelagert ist, und an deren oberstem 10 ein Gabelkopf 11 mit der den Ausleger 12 schwenkbeweglich aufnehmenden Schwenkachse 6 angeordnet ist. Schwenkachse 6 im Gabelkopf 11 und Schwenkachse 5 im Drehgestell sind parallel zueinander angeordnet. Beim Mast 7 sind die zwischen jeweils zwei Teleskopelementen 8/9 bzw. 9/10 als Führungen zusammenwirkenden Führungselemente 13 mit einer Paarung von jeweils Führungsrollen 15 des einen Elementes mit Führungsschienen 16 des jeweils anderen Elementes ausgebildet. Weiterhin weisen die Teleskopelemente 8, 9, 10, wie dies rein schematisch in den Fig. 5a und 5b dargestellt ist, Mittel 18 zur gegenseitigen Verriegelung auf. Diese sind im einfachsten Falle als Sicherungsstecker ausgebildet und durch entsprechende Bohrungen in den einzelnen Elementen 8, 9, 10 durchsteckbar. Eine derartige Verriegelung ist sowohl extrem einfach als auch extrem sicher.

Der in der Schwenkachse 5 gelagerte Mast 7 weist gemäß Darstellung in den Fig. 1 und 2 einen mit dem untersten Teleskopelement 8 verbundenen bzw. mit diesem kinematisch zusammenwirkenden, vorzugsweise selbsthemmend ausgebildeten Schwenkantrieb 17 auf. Dieser kann beispielsweise als Schneckenradgetriebe oder entsprechend einem Achsschenkel- Lenkgetriebes eines Kraftwagens ausgebildet und mit einem Handrad betätigbar sein. Selbstverständlich kann auch ein motorischer Antrieb hierfür vorgesehen sein.

Weiterhin ist in erfindungswesentlicher Ausgestaltung der Mast 7 in seiner Schwenkebene senkrecht zur Schwenkachse 5 beiderseits gegen Rückstellelemente 19, 20 abgestützt und diese sind vorzugsweise als Gasdruckfedern ausgebildet. Auf diese Weise ist der Mast 7 in jeder Schräglage gewichtsentlastet abgestützt.

Weiterhin weist das Drehgestell 4 in erfindungswesentlicher Ausgestaltung eine auf einem Kugeldrehkranz 21 aufgebaute Plattform 22 auf. Diese ist nach einer Seite 39 hin radial verlängert und weist dort einen Sitz- bzw. Stehplatz 23 für einen Operator sowie einen Drehantrieb 24 zum Verschwenken der Säule 3 bzw. des Mastes 7 um die vertikale Achse x-x auf. Das Fahrgestell 1 weist im übrigen beispielsweise eine zum Rangieren sehr vorteilhafte Doppelachsanordnung 40 auf und besitzt an seinen äußeren Enden Feststellspindeln 41.

Wie bereits vorgängig erwähnt, ist der erfindungsgemäß ausgebildete Kamerakranwagen infolge der Möglichkeit einer Neigung des Mastes 7 gegenüber der vertikalen Ebene x-x in der Lage, die Plattform 27 gemäß schematischer Darstellung in Fig. 3 beispielsweise in einer rein vertikalen Bewegungsrichtung entsprechend dem Pfeil 42 einzustellen. Andererseits kann, ebenfalls infolge der in Fig. 4 mit strichpunktierten Linien rein schematisch dargestellten Kippneigungen des Mastes 7 bei gleichzeitiger Höhenkorrektur die Plattform 27 in einer horizontalen Ebene gemäß dem Pfeil 43 verfahren werden. Dies ist in den Fig. 3 und 4 rein schematisch mit den Stellungen A, B, C angedeutet. Gleichzeitig kann jedoch auch der Ausleger 12 um die vertikale Achse x-x entsprechend dem Kurvenpfeil 44 zusätzlich auch noch gedreht werden.

Weiterhin ist mit einer sehr vorteilhaften und erfindungswesentlichen Ausgestaltung vorgesehen, daß bei einer an sich bekannten Ausgestaltung des Auslegers 12 mit einem Außenteil 25 und einem aus diesem teleskopierend ausziehbaren Innenteil 26, wodurch der Ausleger 12 verlängerbar ist und an der Spitze 34 des Innenteils 26 die Plattform 27 angelenkt ist, der Ausleger wenigstens zwei durch Sperrmittel 28 arretierbar vorgegebene definierte Längeneinstellungen aufweist. Diese Stellungen sind rein schematisch in den Fig. 5a und 5b dargestellt. Auch in diesem Falle können die Sperrmittel 28 als einfache Steckbolzen ausgebildet sein. Bei dieser Anordnung ist vorgesehen, daß die Niveauregulierung der Plattform automatisch über eine kinematisch-zwangsweise Parallelogramm-Gelenkanordnung 29 mit einem Lenkorgan 30 vorgenommen wird, wobei dieses Mittel 33 zur Einstellung und Arretierung des Abstandes seiner Gelenkpunkte 31 und 32 nach Maßgabe der Auslegerlänge aufweist oder gegen ein jeweils passendes Lenkorgan 30 austauschbar ausgebildet ist.

Es können aber auch zwei an definierter Stelle mit unterschiedlichem Abstand vom Gelenkpunkt 31 angeordnete Gelenkpunkte 32, 32&min; vorgesehen sein, die wahlweise bei entsprechender Längeneinstellung des Auslegers 12 in Wirkungsverbindung mit den dafür vorgesehenen Scharnieren am verlängerten Gabelkopf 11 in Eingriff gebracht werden.

Ersichtlich ist der erfindungsgemäß ausgebildete Kamerakranwagen gegenüber bisher bekannten ähnlichen Ausführungen wesentlich verbessert und insbesondere bezüglich der Stellungen seiner Plattform wesentlich flexibler und vielseitiger.

Insofern kann von einer optimalen Lösung der eingangs gestellten Aufgabe gesprochen werden.


Anspruch[de]
  1. 1. Kamerakranwagen für Film- oder Fernsehaufnahmen, mit einem Fahrgestell und einem an dessen Oberseite auf einer in die Höhe ausfahrbaren Säule angeordneten, um eine vertikale Achse drehbar und um eine horizontale Achse schwenkbar gelagerten und fallweise ausziehbaren Ausleger, an welchem beiderseits seiner Schwenkachse an einem Ende eine Plattform für den Kameramann mit einer Halterung für eine Film- bzw. Fernsehkamera und am anderen Ende ein in der Auslegerlängsachse längsverfahrbares Gegengewicht angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, daß auf der Oberseite (2) des Fahrgestelles (1) ein die Säule (3) um eine zur Ebene (y-y) des Fahrgestells (1) senkrecht stehende Achse (x-x) drehbar aufnehmendes Drehgestell (4) angeordnet ist und die Säule (3) im Drehgestell (4) ihrerseits um eine mit diesem mitdrehbare, zur Ebene (y-y) des Fahrgestelles (1) parallele Schwenkachse schwenkbeweglich gelagert und die Schwenkachse (5) mit dem Drehgestell (4) verbunden bzw. in diesem gelagert ist und Mittel (17) zum Verschwenken der Säule (3) um die Schwenkachse (5) in Form eines Schwenkantriebes vorhanden sind.
  2. 2. Kamerakranwagen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Säule (3) einen teleskopierend aus- bzw. einfahrbaren Mast (7) mit im Querschnitt polygonalen und vorzugsweise rechteckigen, mit Führungselementen (13) ausgebildeten Teleskopelementen (8, 9, 10) aufweist, in deren Innern, vorzugsweise in der Mittelachse gelegen, eine hydraulische Kolben/Zylinder-Einheit mit einem Hubstempel (14) angeordnet ist.
  3. 3. Kamerakranwagen nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Mast (7) wenigstens drei Teleskopelemente (8, 9, 10) aufweist, deren unterstes (8) in der Schwenkachse (5) gelagert ist, und an deren oberstem (10) ein Gabelkopf (11) mit der den Ausleger (12) schwenkbeweglich aufnehmenden Schwenkachse (6) angeordnet ist.
  4. 4. Kamerakranwagen nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwenkachse (6) zwischen dem Gabelkopf (11) des Mastes (7) und dem Ausleger (12) und die Schwenkachse (5) zwischen dem Drehgestell (4) und dem Mast (7) zueinander parallel angeordnet sind.
  5. 5. Kamerakranwagen nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die zwischen jeweils zwei Teleskopelementen (8/9 bzw. 9/10) als Führungen zusammenwirkenden Führungselemente (13) als Paarungen von Führungsrollen (15) des jeweils einen Elementes mit Führungsschienen (16) des jeweils anderen Elementes ausgebildet sind.
  6. 6. Kamerakranwagen nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Teleskopelemente (8, 9, 10) Mittel (18) zur gegenseitigen Verriegelung aufweisen.
  7. 7. Kamerakranwagen nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der in der Schwenkachse (5) gelagerte Mast (7) einen mit dem untersten Teleskopelement (8) verbundenen bzw. mit diesem kinematisch zusammenwirkenden, vorzugsweise selbsthemmend ausgebildeten Schwenkantrieb (17) aufweist.
  8. 8. Kamerakranwagen nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Schwenkantrieb (17) vorzugsweise als Schneckenradgetriebe bzw. entsprechend beispielsweise dem Achsschenkel-Lenkgetriebe eines Kraftwagens ausgebildet ist.
  9. 9. Kamerakranwagen nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Mast (7) in seiner Schwenkebene senkrecht zur Schwenkachse (5) beiderseits gegen Rückstellelemente (19, 20) abgestützt ist und diese vorzugsweise als Gasdruckfedern ausgebildet sind.
  10. 10. Kamerakranwagen nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Drehgestell (4) eine auf einem Kugeldrehkranz (21 ) aufgebaute Plattform (22) ist und diese einen Sitz- bzw. Stehplatz (23) für einen Operator sowie einen Drehantrieb (24) zum Verschwenken der Säule (3) bzw. des Mastes (7) um die vertikale Achse (x-x) aufweist.
  11. 11. Kamerakranwagen nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß bei einer an sich bekannten Ausgestaltung des Auslegers (12) mit einem Außenteil (25) und einem aus diesem teleskopierend ausziehbaren Innenteil (26), wodurch der Ausleger (12) verlängerbar ist und an der Spitze (34) des Innenteils (26) die Plattform angelenkt ist, der Ausleger wenigstens zwei durch Sperrmittel (28) arretierbar vorgegebene definierte Längeneinstellungen aufweist und die Niveauregulierung der Plattform (27) automatisch über eine kinematisch-zwangsweise Parallelogramm-Gelenkanordnung (29) mit einem Lenkorgan (30) vorgenommen wird, wobei dieses Mittel (33) zur Einstellung und Arretierung des Abstandes seiner Gelenkpunkte (31, 32) nach Maßgabe der Auslegerlänge aufweist oder gegen ein jeweils passendes Lenkorgan (30) austauschbar ausgebildet ist.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com