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Dokumentenidentifikation DE3915771A1 01.03.1990
Titel Gegenlastanordnung für Auslegerkrane
Anmelder VEB Schwermaschinenbaukombinat Takraf Leipzig, DDR 7010 Leipzig, DD
Erfinder Bendix, Horst, Prof. Dr.-Ing., DDR 7060 Leipzig, DD
Vertreter Wilke, W., DDR 7031 Leipzig; Hoffmann, R., DDR 7010 Leipzig
DE-Anmeldedatum 13.05.1989
DE-Aktenzeichen 3915771
Offenlegungstag 01.03.1990
Veröffentlichungstag im Patentblatt 01.03.1990
IPC-Hauptklasse B66C 23/72
Zusammenfassung Zur Gewährleistung der Standsicherheit von Auslegerkranen, bei deren Transport es zur Verbesserung der Fahreigenschaften auf die Einhaltung bestimmter Achslasten ankommt, wird am Kranoberteil neben den fest angeordneten Gegenlasten eine mobile Gegenlast vorgesehen, die mit dem Kranoberteil über einem schwenkbaren Gegenlastarm verbunden ist. Die mobile Gegenlast wird gleichzeitig und gleichsinnig mit dem Schwenkvorgang des Gegenlastarmes von der Betriebs- in die Fahrstellung oder umgekehrt um das Verbindungsgelenk mit dem Gegenlastarm gedreht. Durch die Drehbewegung der mobilen Gegenlast um das Verbindungsgelenk mit dem Gegenlastarm zeigen diese sowohl in der Betriebsstellung in Gleisrichtung als auch in Fahrstellung rechtwinklig zur Längsachse des Auslegerkranes nach außen. Die Schwenkbewegung des Gegenlastarmes und die Drehbewegung der mobilen Gegenlast wird durch einen Antrieb bewirkt. Zur gleichmäßigen Lastverteilung wird beiderseits des Kranoberteils je eine bewegliche Gegenlast angeordnet und synchron geschwenkt und gedreht.

Beschreibung[de]

Die Erfindung ist sowohl an schienenfahrbaren Auslegerkranen als auch an anderen mobilen Auslegerkranen, bei deren Betrieb es auf die Gewährleistung der Standsicherheit und bei deren Transport es zur Gewährleistung der Fahrsicherheit auf die Einhaltung bestimmter Achslasten ankommt, anwendbar.

Es ist eine Gegenlastanordnung bekannt, bei der feste Gegenlasten am drehbaren Kranoberteil und eine mobile Gegenlast auf einem schwenkbaren Gegenlastarm angeordnet sind. Der schwenkbare Gegenlastarm ist dabei an der Drehverbindung des Auslegerkranes gelagert oder mit der Drehverbindung gekoppelt. In der Betriebsstellung des Auslegerkranes ist der Gegenlastarm entgegen zum Ausleger unter die feste Gegenlast geschwenkt und gewährleistet dadurch eine höhere Standsicherheit. Dagegen ist der Gegenlastarm mit der mobilen Gegenlast in der Transportstellung des Auslegerkranes zur Einhaltung bestimmter Achslasten in Richtung des Auslegers geschwenkt. Zur Krafteinleitung in die Drehgestelle sind im Brückenrahmen während der Transportstellung Stützungen vorgesehen.

Nachteilig sind bei dieser Lösung die für den Achslastausgleich erforderlich große mobile Gegenlast und der durch seine Lagerung an der Drehmitte und durch die Lagerung der mobilen Gegenlast in der Betriebsstellung unter der festen Gegenlast erforderliche lange Gegenlastarm. Dadurch werden die Länge des Kranunterteiles und damit die Lastfreiheit vor Kopf ungünstig beeinflußt. Von Nachteil sind außerdem der hohe Aufwand infolge der Lagerung des Gegenlastarmes an der Drehverbindung und die begrenzte Anwendung für Krane mit hoher Tragfähigkeit infolge einer einzigen mobilen Gegenlast.

Information:

"Information snob", Brüssel, Heft 6/84, S. 7-9.

Weiterhin ist nach dem DD-WP 2 24 011 eine Lösung zum Ausgleich der Achslasten bekannt, bei der Ballastmassen in den Freiräumen der Langträger des Kranunterteiles verschiebbar angeordnet sind. Die Verschiebung erfolgt mittels einer Zahnstange. Nachteilig ist, daß die Ballastmassen nur als zentraler Ballast wirken und die Verbesserung der Standsicherheit nur unwesentlich beeinflussen. Die Anwendung dieser Lösung ist ebenfalls auf kleinere Auslegerkrane begrenzt.

Ziel der Erfindung ist die Schaffung einer Gegenlastanordnung für einen Auslegerkran, durch die die Kranparameter, die Standsicherheit im Betriebszustand und die Fahreigenschaften auch für schwere Auslegerkrane verbessert werden.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Gegenlastanordnung zu entwickeln, durch die die Länge des Kranunterteiles zur Gewährleistung einer großen Lastfreiheit für den Kraneinsatz in Gleisrichtung minimiert wird, die Profilfreiheit nicht überschritten, die Baufreiheit auf dem Kranoberteil nur wenig eingeschränkt und die Lage sowie der Querschnitt des die mobile Gegenlast tragenden Gegenlastarmes minimal gehalten werden sollen. Die Lösung soll für unterschiedliche Auslegerkrane einsetzbar sein.

Die Aufgabe wird dadurch gelöst, daß am Kranoberteil Gegenlasten fest und eine mobile Gegenlast auf einem schwenkbaren Gegenlastarm angeordnet sind. Erfindungsgemäß wird dabei die mobile Gegenlast beim Schwenkvorgang des Gegenlastarmes von der Betriebs- in die Fahrstellung oder umgekehrt gleichzeitig und gleichsinnig um das Verbindungsgelenk mit dem Gegenlastarm gedreht. Der Drehpunkt des Gegenlastarmes liegt auf der Querachse der Drehmitte des Kranoberteiles oder außerhalb davon. Durch die Drehbewegung der mobilen Gegenlast um das Verbindungsgelenk mit dem Gegenlastarm zeigen diese sowohl in der Betriebsstellung in Gleisrichtung als auch in der Fahrstellung rechtwinklig zur Längsachse des Auslegerkranes nach außen. An jeder Längsseite des Auslegerkranes ist ein Gegenlastarm der Gegenlastarme und die Drehbewegung der mobilen Gegenlasten wird mechanisch, hydraulisch, pneumatisch oder elektrisch bewirkt. Als Betätigungseinrichtung der Schwenkbewegung des Gegenlastarmes wird ein bekannter motorischer Antrieb angeordnet. Die Drehbewegung des mobilen Gegengewichtes erfolgt ebenfalls in bekannter Weise mittels eines nicht näher beschriebenen Kettentriebes.

Als weitere Variante kann die Betätigungseinrichtung für die Drehbewegung der mobilen Gegenlast wie bekannt als Mehrgelenkkette ausgebildet sein.

Die Erfindung wird nachstehend an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert. Die Zeichnung zeigt

Fig. 1 ein Schema der erfindungsgemäßen Lösung,

Fig. 2 ein Schema des Antriebes.

Nach Fig. 1 besteht die Gegenlastanordnung für einen Auslegerkran 1 aus am Kranoberteil 2 fest angeordneten Gegenlasten 3 und aus mobilen Gegenlasten 4, die jeweils auf einem schwenkbaren Gegenlastarm 5 angeordnet sind, der in Fahrstellung in Auslegerrichtung und in der Betriebsstellung in Gleisrichtung entgegen geschwenkt ist.

Die mobile Gegenlast 4 ist drehbar an einem Verbindungsgelenk 6 befestigt. Gleichzeitig und gleichsinnig mit dem Schwenkvorgang des Gegenlastarmes 5 dreht sich die mobile Gegenlast 4 derart um das Verbindungsgelenk 6, daß sie sowohl in der Betriebsstellung in Gleisrichtung des Auslegerkranes 1 als auch in der Fahrstellung mit ihrer Längsachse parallel zur Längsachse des Auslegerkranes 1 angeordnet ist. In beiden Stellungen der mobilen Gegenlast 4 zeigt dabei das Verbindungsgelenk 6 von der Längsachse des Auslegerkranes 1 nach außen. Dadurch entstehen die Vorteile, daß die Baufreiheit auf dem Kranoberteil nicht eingeschränkt, die Standsicherheit in allen Betriebsvarianten gewährleistet und ein Achslastausgleich in der Fahrstellung ermöglicht wird. Die Schwenkbewegung des Gegenlastarmes 5 wird nach Fig. 2 durch einen vertikal angeordneten Getriebemotor 7 über ein Zahnradvorgelege bewirkt. Der Anordnungspunkt des Getriebemotors 7 am Kranoberteil 2 ist dabei so gewählt, daß ein maximaler Ausgleich der Achslasten und ein maximales Standmoment erreicht werden. Am Getriebemotor 7 und an der Welle des Verbindungsgelenkes 6 der mobilen Gegenlast 4 mit dem Gegenlastarm 5 sind Kettenräder 9 nach Fig. 2 angeordnet. Über eine endlose Kette 10 wird dadurch gleichzeitig mit der Schwenkbewegung des Gegenlastarmes 5 die Drehbewegung der mobilen Gegenlast 4 erreicht. Die Übersetzung des Zahnradgetriebes 8 und der Kettenräder 9 sind dabei so festgelegt, daß der Gegenlastarm 5 von der Betriebsstellung in Gleisrichtung in die Fahrstellung einen Weg von 180° zurücklegt und sich in diesem Intervall die mobile Gegenlast 4 um 360° dreht. Auf jeder Seite des Auslegerkranes 1 ist ein Gegenlastarm 5 mit je einer mobilen Gegenlast 4 angeordnet. Dadurch werden sowohl die Standsicherheit des Auslegerkranes 1, der Achslastausgleich und die Dimensionierung der Gegenlastarme 5 günstig beeinflußt. Ein weiterer Vorteil besteht darin, daß die erfinderische Lösung auch für schwerere Auslegerkrane anwendbar ist.


Anspruch[de]
  1. 1. Gegenlastanordnung für Auslegerkrane mit am Kranoberteil fest angeordneten Gegenlasten und einer mobilen Gegenlast, die auf einem schwenkbar gelagerten Gegenlastarm angeordnet ist, wobei zur Weiterleitung der Kraft der mobilen Gegenlast am Kranunterteil Abstützungen angeordnet sind, gekennzeichnet dadurch, daß die mobile Gegenlast (4) gleichzeitig und gleichsinnig mit dem Schwenkvorgang des Gegenlastarmes (5) von der Betriebs- in die Fahrstellung oder umgekehrt um das Verbindungsgelenk (6) mit dem Gegenlastarm (5) dreht, wobei der Drehpunkt (11) des Gegenlastarmes (5) am Kranoberteil (2) auf der Querachse der Drehmitte des Auslegerkranes (1) oder außerhalb davon angeordnet ist.
  2. 2. Gegenlastanordnung nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß das Verbindungsgelenk (6) sowohl in der Betriebs- als auch in der Fahrstellung der mobilen Gegenlast (4) von der Längsachse des Auslegerkranes nach außen zeigt.
  3. 3. Gegenlastanordnung nach den Ansprüchen 1 und 2, gekennzeichnet dadurch, daß die mobile Gegenlast (4) sowohl in der Betriebs- als auch in der Fahrstellung mit ihrer Längsachse parallel zur Längsachse des Auslegerkranes (1) angeordnet ist.
  4. 4. Gegenlastanordnung nach den Ansprüchen 1 bis 3, gekennzeichnet dadurch, daß zwei schwenkbare Gegenlastarme (5) mit je einer drehbaren mobilen Gegenlast (4) angeordnet sind.
  5. 5. Gegenlastanordnung nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß für die Schwenkbewegung der Gegenlastarme (5) und die Drehbewegung der mobilen Gegenlasten (4) mechanische, hydraulische, pneumatische oder elektrische Betätigungseinrichtungen (12) angeordnet sind.






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