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Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft vereinigte Polyesterfadenbündel für seidenartige Web- und Wirkwaren, die weich und flexibel sind und einen geeigneten Trockengriff, Grad von Steifigkeit ("hari"), Dauerhaftigkeit ("koshi") und Faltenwurf aufweisen, sowie ein Verfahren zu deren Herstellung und ein Verfahren zur Herstellung von Polyestergewebe.

Bislang wurden Polyestermehrfachfaserfäden in vielfältigen Anwendungen einschließlich Bekleidung und industriellen Rohmaterialien unter Ausnutzung der meisten ihrer exzellenten Eigenschaften verwendet. In Anwendungen bei Kleidung setzten sich viele Unternehmen das Ziel, ein seidenartiges Griffgefühl zu erhalten. Tatsächlich konnten auf einem gewissen Gebiet Griffeigenschaften erreicht werden, die besser sind als die von Seide. Beispielsweise zeigen vereinigte Fadenbündel, die aus verschiedenen Mehrfachfaserfäden mit unterschiedlichen Wärmeschrumpfeigenschaften gebildet wurden, ausgezeichnete Eigenschaften wie Ausbauchungen, Bauschigkeit, warmes Griffgefühl und dgl. und wurden weithin angewendet. Wenn jedoch alle Mehrfachfaserfäden, die die Bündel bilden, beim Erwärmen schrumpfen, ist es wegen der Beschränkung durch den konstruktiven Aufbau der Web- und Wirkwaren nicht möglich, einen ausreichenden Unterschied im Ausmaß der Fadenschrumpfung aufrechtzuerhalten und außerdem neigen die Web- und Wirkwaren wegen der Fadenschrumpfung zum Hartwerden. Um solche Probleme zu lösen, kann das Gewicht ("metsuke") reduziert werden, um Schrumpfeigenschaften zu verleihen, oder die alkalische Reduktion kann verstärkt werden, um das Griffgefühl zu erhalten. Fäden mit einer großen Wärmeschrumpfung können jedoch allgemein bei Wärmebehandlung steif werden und deshalb können Produkte mit einem ausreichenden Griffgefühl nur schwer erhalten werden.

Andererseits sind zusammengesetzte Fadenbündel bekannt, die durch Polyesterfäden gebildet werden, die sich bei Wärmebehandlung ausdehnen und Fäden, die bei Wärmebehandlung schrumpfen (z. B. japanische Offenlegungsschriften 62 240/1980, 1 12 537/1981, 28 515/1985 und dgl.). Diese verleihen ein weicheres und flexibleres Griffgefühl als die vorgenannten Fäden, die nur aus schrumpffähigen Fäden gebildet werden. Jedoch haben auch sie Nachteile. Beispielsweise werden sie durch Schlingen von gedehnten und herausragenden Fäden schlüpfrig, oder Handhabungseigenschaften bei der Nachbehandlung verschlechtern sich wegen des großen Unterschieds in der Länge der Fäden aufgrund der Wärmebehandlung, was zu einer Spaltung der Fäden führt.

Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, potentiell voluminöse vereinigte Polyesterfadenbündel für Web- und Wirkwaren bereitzustellen, die weich und flexibel sind und einen geeigneten Trockengriff, Grad von Steifigkeit, Dauerhaftigkeit und Faltenwurf aufweisen.

Eine weitere Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zur Herstellung der vereinigten Fadenbündel bereitzustellen.

Eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren zur Herstellung von Polyestergewebe unter Verwendung der vereinigten Fadenbündel bereitzustellen.

Die Lösung dieser und weiterer Aufgaben und die Vorteile der vorliegenden Erfindung werden durch die folgende Beschreibung unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen deutlich.

Fig. 1 ist eine schematische Ansicht der vereinigten Fadenbündel der vorliegenden Erfindung, wobei der Unterschied in der Fadenlänge durch Wärmebehandlung erzeugt wird.

Fig. 2 ist eine schematische Seitenansicht, die ein Beispiel für einen Apparat zur Herstellung der Fadenbündel zeigt, wobei A ein durch Wärme dehnbarer Mehrfachfaserfaden, B ein durch Wärme schrumpfbarer Mehrfachfaserfaden und C ein vereinigtes Polyesterfadenbündel der vorliegenden Erfindung ist. 3 ist eine Heißrolle, 5 ist ein kontaktloses Heizgerät und 7 ist eine Luftstrahldüse.

Fig. 3 ist ein schematischer Querschnitt typischer Beispiele der Mehrfachfaserfäden der vorliegenden Erfindung.

Gemäß einem ersten Gesichtspunkt der vorliegenden Erfindung, werden potentiell voluminöse vereinigte Polyesterfadenbündel für Web- und Wirkwaren bereitgestellt, umfassend einen Mehrfachfaserfaden A und einen Mehrfachfaserfaden B, deren physikalische Eigenschaften den folgenden Anforderungen genügen, wobei die vereinigten Fadenbündel verflochten sind, und zwar mit einer Verflechtungsdichte von 20 bis 100 Verflechtungen/m:

Mehrfachfaserfaden A:

Nicht mehr als 3 Denier als einzelnes Garn (Gehalt in den vereinigten Fadenbündeln: 20 bis 80% [Denier-Verhältnis]) (A),

Mehrfachfaserfaden B:

Die Mehrfachfaserfäden weisen eine Bruchfestigkeit von nicht weniger als 4 g/Denier (Gehalt in den vereinigten Fadenbündeln: 80 bis 20% [Denier-Verhältnis]) (B)

SHW (A): ≤0% SHD (A): ≤0%

SHW (B): ≤0%

SHD (B) - SHD (A): ≤5%

wobei:

SHW die Naßschrumpfung bei 100°C in % und

SHD die Trockenschrumpfung bei 160°C in %

bedeuten.

Gemäß einem zweiten Gesichtspunkt der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zur Herstellung der potentiell voluminösen vereinigten Polyesterfadenbündel für Web- und Wirkwaren bereitgestellt, umfassend die Unterwerfung der Polyestermehrfachfaserfäden (Bruchfestigkeit der verstreckten Mehrfachfaserfäden: 30 bis 45%, Δn: 0,10 bis 0,14) einer Wärmebehandlung in entspanntem Zustand in einem kontaktlosen Heizgerät bei einer Heiztemperatur, die die folgenden Gleichungen [A]-(1) und (2) erfüllt, bei gleichzeitigem Voreilverhältnis von 20 bis 60%, die Kombination der erhaltenen Polyestermehrfachfaserfäden A und B, die die folgende Gleichung [B] erfüllen, dergestalt, daß das Verhältnis von A/B 20 bis 80% / 80 bis 20% (Denier-Verhältnis) beträgt und dann Verflechtung bis zu einem Verflechtungsgrad von 20 bis 100 Verflechtungen/m:



TTm - 10 · · · (2)

worin

D: Denier nach Entspannung;

Vy: Geschwindigkeit der Abzugswalze für die Entspannung (m/min);

HL: Länge des kontaktlosen Heizgeräts für die Wärmebehandlung in entspanntem Zustand (m);

Tm: Schmelzpunkt (°C);

Tg: Transformationstemperatur der zweiten Ordnung (°C)

bedeuten;

[B] SHW (A): ≤0% SHD (A): ≤0%

SHW (B): ≤0%

SHD (B) - SHD (A): ≤5%

worin

SHW die Naßschrumpfung bei 100°C in % und

SHD die Trockenschrumpfung bei 160°C in %

bedeuten.

Gemäß einem dritten Gesichtspunkt der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zur Herstellung von Polyestergewebe bereitgestellt, umfassend das Zwirnen vereinigter Mehrfachfaserfäden, wobei der Mehrfachfaserfaden A, der die Eigenschaft der spontanen Dehnbarkeit aufweist und der Mehrfachfaserfaden B, der eine Trockenschrumpfung bei 160°C besitzt, die von der des Mehrfachfaserfadens A verschieden ist, bei einem Verflechtungsgrad von 20 bis 100 Verflechtungen/m miteinander verflochten sind, Zwirnfixieren und/oder Schlichten bei einer Temperatur von nicht mehr als 85°C, Trocknen und dann Weben des Gewebes aus den Fäden als Kette und/oder Schuß, wobei die Mehrfachfaserfäden die folgenden Gleichungen erfüllen:

SHW (A): ≤0% SHD (A): ≤0%

SHW (B): ≤0%

SHD (B) - SHD (A): ≤5%

worin

SHW die Naßschrumpfung bei 100°C in % und

SHD die Trockenschrumpfung bei 160°C in %

bedeuten.

Im folgenden werden die vereinigten Fadenbündel der vorliegenden Erfindung unter Verwendung der Fig. 1 erläutert.

Fig. 1 zeigt eine schematische Ansicht eines Beispiels der vereinigten Polyesterfadenbündel der vorliegenden Erfindung, nach dem der Unterschied in der Faserlänge durch Wärmebehandlung erzeugt wurde. In Fig. 1 ist A ein Mehrfachfaserfaden, der hauptsächlich eine Hülle bildet, die sich beträchtlich durch Wärmebehandlung bei hoher Temperatur ausgedehnt hat (Mehrfachfaserfaden nach Selbstausdehnung). B ist ein den Kern bildender Mehrfachfaserfaden, der durch Wärmebehandlung geschrumpft ist (Mehrfachfaserfaden nach der Wärmeschrumpfung).

Zunächst wird die Wärmeschrumpfeigenschaft des Mehrfachfaserfadens erklärt, die eine der wichtigsten Erfordernisse der vorliegenden Erfindung ist. Der Mehrfachfaserfaden A, der die vereinigten Polyesterfadenbündel der vorliegenden Erfindung bildet, weist nur einen leichten Unterschied im Schrumpfungsgrad verglichen mit dem Mehrfachfaserfaden B während den Herstellungsstufen, wie dem konventionellen Schlichten auf und zeigt eine beträchtliche Schrumpfung. Wenn bei den Fäden in dem Tuch derselbe Längenunterschied erzeugt wird, können folglich die Fadenbündel selbst kaum eine Längendifferenz zeigen (Ausbauchungen, Schlingen und dgl.) und somit können sie während des Webprozesses viel leichter gehandhabt werden als konventionelle zusammengesetzte Fäden, die alle unter Wärmeeinwirkung schrumpfen, und zwar in unterschiedlichem Ausmaß. Wenn Unterschiede in den Fadenlängen (Schlingen) in den Fäden erzeugt werden, reiben die Schlingen während des Bäumens oder Webens gegeneinander und verfangen sich auf einem Führungsstück oder einem Kamm, wodurch die Fachbildung und Verarbeitbarkeit beträchtlich verschlechtert werden. Weiterhin kann die Wärmebehandlung wie das Schlichten konventioneller wärmeschrumpfbarer Mehrfachfaserfäden das Thermofixieren festlegen und bei der Wärmebehandlung bei einer hohen Temperatur von 160 bis 180°C in der Endfixierung können keine größeren Unterschiede in der Fadenlänge mehr erzeugt werden, als in der Anfangsfixierung erhalten worden waren. In den vereinigten Fadenbündeln der vorliegenden Erfindung hingegen, die Mehrfachfaserfäden enthalten, die in heißem Wasser schrumpfen und sich bei der hohen Temperatur der Endfixierung ausdehnen, tritt der Mehrfachfaserfaden A in Form von Schlingen aus der Oberfläche des durch die Aufbereitung allgemein geschrumpften Tuchs hervor, wodurch ein weiches Griffgefühl wie bei einer Pfirsichoberfläche erzeugt wird. Zu diesem Zweck ist es wichtig, daß die Naßschrumpfung SHW (A) ≤0% ist und die Trockenschrumpfung SHD (A) ≤0%. Um Ausbauchungen und Bauschigkeit zu erzeugen, ist es weiterhin wichtig, daß SHD (B) - SHD (A) ≤5% ist. Ein Wert unter 5% führt zu ungenügenden Ausbauchungen und Bauschigkeit. Wenn er zu groß ist, treten die Fäden zu sehr aus der Oberfläche hervor, was zu Problemen beim Glätten und Aufhellen führt. Deshalb beträgt der Wert vorzugsweise nicht mehr als 50% und mehr bevorzugt 10 bis 35%. Aus demselben Grund beträgt die Naßschrumpfung SHW (A) vorzugsweise nicht mehr als 5% und die Trockenschrumpfung SHD (A) nicht weniger als -15%.

Um ein weiches Griffgefühl zu erhalten, sollte die Dehnung beim Bruch des Mehrfachfaserfadens A nicht weniger als 50% betragen. Um mit Polyesterfäden ein weiches Griffgefühl zu erhalten, sollte die Naßschrumpfung SHW der Fäden allgemein kleiner und die Dehnung beim Bruch größer sein. Dies bedeutet, wie vorstehend erläutert, daß eine derartige Dehnung erforderlich ist, da Mehrfachfaserfäden, die Schlingen bilden und die Oberfläche des Tuches bedecken, spontan dehnbare Fäden sind und das Griffgefühl solcher Mehrfachfaserfäden das des Tuchs bestimmen. Wenn jedoch die Dehnung beim Bruch zu groß wird, verschlechtern sind die Handhabungseigenschaften. Deshalb beträgt die Dehnung beim Bruch des Mehrfachfaserfadens A vorzugsweise nicht mehr als 100% und mehr bevorzugt nicht mehr als 80%.

Die Dehnung beim Bruch des Mehrfachfaserfadens B beträgt vorzugsweise nicht mehr als 40%, um die Erzeugung von Unebenheiten des Garns bei der Dehnung der vereinigten Fadenbündel während der Nachbehandlung, wie Umspulen, Weben oder Wirken zu verhindern. Um Abriebprobleme der Produkte nach der Herstellung des Tuches zu vermeiden, beträgt die Dehnung beim Bruch in mehr bevorzugter Weise 25 bis 40%. Der wärmeschrumpfbare Mehrfachfaserfaden sollte eine Bruchfestigkeit von wenigstens 4 g/Denier aufweisen, da die Bruchfestigkeit der vereinigten Fadenbündel von der des wärmeschrumpfbaren Mehrfachfaserfadens abhängt, und sie sollte nicht weniger als 20%, ausgedrückt durch das Denier-Verhältnis der vereinigten Fadenbündel betragen. Wenn die Bruchfestigkeit hoch ist, kann das Verhältnis des Mehrfachfaserfadens B natürlich klein sein, aber wenn sie weniger als 20% beträgt, wird die Schrumpfung des Mehrfachfaserfadens B klein und Ausbauchungen aufgrund des Längenunterschieds der Fäden können nicht erhalten werden. Im übrigen betragen die Naßschrumpfung SHW und die Trockenschrumpfung SHD bei 160°C des Mehrfachfaserfadens B vorzugsweise 5 bis 60% bzw. 5 bis 80%. In mehr bevorzugter Weise betragen sie 5 bis 50% bzw. 5 bis 60%.

In der vorliegenden Erfindung können die vereinigten Fadenbündel sogenannte dicke und dünne Garne mit ungleichmäßiger Dicke in Richtung der Faserachse des Mehrfachfaserfadens B sein. In diesem Fall kann die Naßschrumpfung SHW 5 bis 30% betragen.

Im Hinblick auf die Erhaltung physikalischer Eigenschaften der Fäden nach der Verarbeitung, weisen die dicken und dünnen Garne vorzugsweise einen Orientierungsgrad (Δn) von 15-60×10-3, mehr bevorzugt von 20-40×10-3 (dünne Teile) und nicht weniger als 90×10-3, mehr bevorzugt nicht weniger als 160×10-3 (dicke Teile) auf. Allgemein zeigen dicke und dünne Garne beim Färben unterschiedliche Dichten in Begleitung von Nachteilen wie einem übermäßigen Unterschied zwischen hell und dunkel. In den vereinigten Fadenbündeln gemäß der vorliegenden Erfindung können dicke und dünne Garne durch Wärmebehandlung in der inneren Schicht angeordnet werden, während der Mehrfachfaserfaden A in der äußeren Schicht angeordnet wird. Somit können zu große Unterschiede zwischen hell und dunkel der dicken und dünnen Fäden bequem durch den Mehrfachfaserfaden A überdeckt werden, der einen natürlichen Farbton verleiht. Wie der Mehrfachfaserfaden A kann auch der Mehrfachfaserfaden B Eigenschaften der spontanen Dehnung aufweisen (SHD (B) ≤0%), vorzugsweise beträgt der Unterschied zwischen seinem Trockenschrumpfen SHD und dem des Mehrfachfaserfadens A, Δ SHD, nicht weniger als 5%. Der Mehrfachfaserfaden A sollte aus einzelnen Fasern von nicht mehr als 3 Denier gebildet werden. Weisen sie mehr als 3 Denier auf, wird die Dehnbarkeit bis zum Bruch hoch, wodurch sie ein rauhes Griffgefühl bekommen, selbst wenn der Young-Modul niedrig ist. Wenn sie andererseits zu dünn sind, gehen Steifigkeit und Dauerhaftigkeit verloren, selbst im Falle der Fäden mit modifiziertem Querschnitt, die im folgenden gezeigt werden. Demzufolge beträgt die Dicke vorzugsweise nicht weniger als 0,1 Denier. In diesem Fall können Fasern mit mehr als 3 Denier solange damit gemischt werden (Deniermischung), als der Mittelwert nicht mehr als 3 Denier beträgt. Weiterhin weisen die Fäden vorzugsweise einen modifizierten Querschnitt mit wenigstens einer Vertiefung entlang des Umkreises des Querschnittes auf. Da die Fäden mit einer hohen Bruchdehnung, wie die der vereinigten Fadenbündel der vorliegenden Erfindung zwar weich sind, aber zu Schlüpfrigkeit neigen, kann insbesondere deren Querschnitt modifiziert werden, um die Zahl der Berührungspunkte mit anderen Fäden zu erhöhen und ihnen einen trockenen Griff zu verleihen. Der hier verwendete Ausdruck "modifizierter Querschnitt" bedeutet die Querschnittsform mit mindestens einer Vertiefung entlang des Umkreises des Querschnitts des Fadens, wie ein Dreieck, Sechseck, ein an den Polen abgeflachter Kreis oder deren ausgehöhlte Formen. Typische Beispiele für die Querschnittsform des in der vorliegenden Erfindung verwendeten einzelnen Garns des Mehrfachfaserfadens A sind in Fig. 3 dargestellt. Um derartige Griffeigenschaften und Vorteile zu erzeugen, werden diese einzelnen Garne vorzugsweise von nicht weniger als 10 Fäden gebildet.

Die vereinigten Fadenbündel der vorliegenden Erfindung weisen im wesentlichen eine Hülle-Kern-Struktur auf, da die Mehrfachfaserfäden A hauptsächlich in der Oberflächenschicht der vereinigten Fadenbündel vorhanden sind, um das Hervortreten von Schlingen aus der Oberfläche des Tuchs zu erleichtern. Der hier verwendete Ausdruck "im wesentlichen Hülle-Kern-Struktur" bedeutet nicht nur eine Struktur, in der die vereinigten Fadenbündel deutlich in Kern und Hülle getrennt sind, d. h., daß die Mehrfachfaserfäden A und B deutlich von einer bestimmten Grenzfläche der vereinigten Fadenbündel getrennt sind, sondern auch eine Struktur, in der die beiden Komponenten über das gesamte Fadenbündel miteinander vermischt sind, insbesondere in der Nähe des Grenzbereichs, wobei der Mehrfachfaserfaden B im Kernbereich angereichert ist und der Mehrfachfaserfaden A im Bereich der Hülle. Die vereinigten Fadenbündel der vorliegenden Erfindung schließen jene mit ein, in denen die Mehrfachfaserfäden B in dem Bereich von 1/3 des Radius vom Zentrum aus in einem größeren Gewichtsverhältnis vorhanden sind als die Mehrfachfaserfäden A und die Mehrfachfaserfäden in dem Bereich von 1/3 des Radius von der Oberfläche aus in einem größeren Gewichtsverhältnis vorhanden sind als die Mehrfachfaserfäden B. In diesem Fall kann die Bestimmung der vorstehend beschriebenen Hülle-Kern-Struktur und des Denier-Verhältnisses in der Weise durchgeführt werden, daß die vereinigten Fadenbündel in Epoxidharz fixiert werden, die durch wahlloses Schneiden (100 Schnitte) erhaltenen Querschnitte unter einem Lichtmikroskop betrachtet und der Durchschnittswert und die Bedingungen ermittelt werden.

Weiterhin ist ein Verflechtungsgrad von 20 bis 100 Verflechtungen/m erforderlich. Wenn der Verflechtungsgrad unterhalb 20/m liegt, werden die Mehrfachfaserfäden leicht durch die Längendifferenz gespalten, wodurch eine beträchtliche Verschlechterung der Verarbeitbarkeit entsteht. Wenn allerdings der Verflechtungsgrad 100/m übersteigt, tritt wegen der Verflechtung eine Unebenheit im Tuch stark hervor und viele Fäden des Mehrfachfaserfadens A neigen zu unerwünschtem Brechen, wodurch sie flaumig werden.

Der Querschnitt des Mehrfachfaserfadens B, der die innere Schicht bildet, ist nicht in besonderer Weise beschränkt. Vorzugsweise wird jedoch ein hohles Garn verwendet, um Bauschigkeit zu verleihen und ein Garn mit einem modifizierten Querschnitt, der mindestens eine Vertiefung entlang seines Umkreises aufweist, wie bei dem Mehrfachfaserfaden A ist bevorzugt, um einen trockenen Griff zu erzeugen. Die vereinigten Polyesterfadenbündel der vorliegenden Erfindung können weiterhin andere Polyesterfasern enthalten, wie einen oder beide der Mehrfachfaserfäden A und B, die gegebenenfalls ein Metallsalz wie 5-Natriumsulfonsäure, ein Copolymer von Isophthalsäure und dgl. oder inaktiven Staub und ähnliches enthalten können.

Die vereinigten Fadenbündel der vorliegenden Erfindung sind vorzugsweise gezwirnt. Wenn sie jedoch zu stark gezwirnt werden, ist es schwierig, einen Unterschied in der Länge zu erhalten. Folglich wird vorzugsweise nicht mehr als bis zu 25 000/√, mehr bevorzugt nicht mehr als bis zu 15 000/√ (T/m) gezwirnt, wobei D Denier der vereinigten Fadenbündel bedeutet. Ist jedoch Weichheit nicht erforderlich, so ist das Zwirnen nicht auf diesen Bereich beschränkt.

Im folgenden wird das Verfahren zur Herstellung der vereinigten Polyesterfadenbündel der vorliegenden Erfindung erläutert.

Eine schematische Seitenansicht eines Beispiels für einen Apparat zur Herstellung der vereinigten Polyesterfadenbündel der vorliegenden Erfindung ist in Fig. 2 dargestellt. Um Polyestermehrfachfaserfäden A mit ausgezeichneten Eigenschaften hinsichtlich einer spontanen Dehnbarkeit zu erzeugen, ist es notwendig, nicht verstreckte Garne, die bei einer Spinngeschwindigkeit von 1500 bis 4000 m/min versponnen wurden, zu verstrecken, und zwar bei einer Ziehtemperatur von Tg bis Tg +20°C, so daß nach dem Verstrecken eine Bruchdehnung von 30 bis 45% und ein Δn von 0,10 bis 0,14 erreicht werden. Wenn die Spinngeschwindigkeit unterhalb 2000 m/min liegt, sind die physikalischen Eigenschaften nach dem Verstrecken instabil und Unregelmäßigkeiten in der Dicke treten in hohem Maße auf. Wenn sie andererseits 4000 m/min übersteigt, sind die Wärmeschrumpfung und die Eigenschaft der spontanen Dehnbarkeit nach dem Verstrecken gering und das gewünschte Griffgefühl bei den Web- und Wirkwaren kann nicht erreicht werden. Die Spinngeschwindigkeit liegt vorzugsweise bei 2000 bis 4000 m/min. Hinsichtlich der Zugstabilität sollte die Zugtemperatur nicht unterhalb des Tg-Wertes des Polyestermehrfachfaserfadens A liegen. Wenn sie höher ist als Tg +20°C, tritt beschleunigte Kristallisation auf und die Eigenschaft der spontanen Dehnbarkeit wird vermindert. Die Ziehtemperatur ist wichtig für das Erzeugen der Eigenschaft der spontanen Dehnbarkeit. Hinsichtlich der Verarbeitbarkeit, wie Fadenbruch beim Verstrecken, sollte die Bruchdehnung nicht weniger als 30% betragen. Wenn die Dehnbarkeit bis zum Bruch nicht weniger als 45% beträgt, wird eine ungewünschte Unebenheit des Garns erzeugt. Zusätzlich sollte Δn im Bereich von 0,10 bis 0,14 liegen. Wenn es außerhalb dieses Bereiches liegt, wird die Stabilität der Eigenschaft der spontanen Dehnbarkeit, die durch Wärmebehandlung in entspanntem Zustand erhalten wurde, verschlechtert. Um die Eigenschaft der spontanen Dehnbarkeit zu verleihen, ist es notwendig, die Wärmebehandlung in entspanntem Zustand unter Verwendung eines kontaktlosen Heizgerätes bei der Heiztemperatur T (°C) durchzuführen, die gleichzeitig die folgenden Gleichungen (1) und (2) erfüllt, und zwar bei einem Voreilverhältnis von 20 bis 60%:



TTm - 10 · · · (2)

worin

D: Denier nach Entspannung;

Vy: Geschwindigkeit der Abzugswalze für die Entspannung (m/min);

HL: Länge des kontaktlosen Heizgeräts für die Wärmebehandlung in entspanntem Zustand (m);

Tm: Schmelzpunkt (°C);

Tg: Transformationstemperatur der zweiten Ordnung (°C)

bedeuten.

Bezüglich der Eigenschaft der spontanen Dehnbarkeit wurde gefunden, daß die Heiztemperatur hinsichtlich des Denier- Wertes, der Behandlungsgeschwindigkeit in entspanntem Zustand und der Länge des kontaktlosen Heizgerätes, die Bedingungen der Gleichung (1) erfüllen sollte. Wenn die Heiztemperatur den Bereich der Gleichung (1) übersteigt, wird die Eigenschaft der spontanen Dehnbarkeit durch fortschreitende Kristallisation verringert, und wenn sie geringer ist, wird die Erzeugung der Eigenschaft der spontanen Dehnbarkeit vermindert. Es ist erforderlich, gleichzeitig die Bedingungen der Gleichungen (1) und (2) zu erfüllen. Wenn jedoch die Heiztemperatur höher ist als (Tm-10) °C schmelzen die Mehrfachfaserfäden während des Stillstandes beim Abnehmen der vollen Spulen wegen der Hitze des Heizgerätes, wodurch die Umstände beim Wiederanlaufenlassen verschlechtert werden. Deshalb ist in diesem Fall eine industrielle Anwendung nicht möglich.

Vorzugsweise beträgt die Geschwindigkeit der Abzugswalze für die Entspannung Vy 10 bis 1500 m/min und die Länge des kontaktlosen Heizgerätes für die Wärmebehandlung in entspanntem Zustand HL 0,1 bis 2 m.

Das Voreilverhältnis beträgt vorzugsweise 20 bis 60% um die Eigenschaft der spontanen Dehnbarkeit und eine Stabilisation der Verarbeitbarkeit während der Wärmebehandlung in entspanntem Zustand zu erhalten. Das Heizgerät sollte ein kontaktloses Gerät sein, da Walzenaufwickeln oder Fadenbruch bei ungenügender Spannung beim Einlaß des Heizgerätes wegen des Laufwiderstandes der Mehrfachfaserfäden auftritt, wenn ein Kontakt-Heizgerät verwendet wird.

Die Polyestermehrfachfaserfäden A werden mit verschiedenen Polyestermehrfachfaserfäden kombiniert und bis zu einem Verflechtungsgrad von 20 bis 100 Verflechtungen/m verflochten, so daß ein Denierverhältnis von 20 bis 80% / 80 bis 20% erhalten wird. Der hier verwendete Ausdruck "verschiedene Polyestermehrfachfaserfäden" bedeutet z. B. Fäden, von denen wenigstens einer Wärmeschrumpfeigenschaften, wie SHW, SHD, und dgl. aufweist, die sich von denen des Polyestermehrfachfaserfadens A unterscheiden.

Um Web- und Wirkwaren mit guten Ausbauchungen, Steifigkeit, Dauerhaftigkeit und Bauschigkeit aufgrund unterschiedlicher Längen nach dem Färben und Fixieren zu erhalten, sollten die Polyestermehrfachfaserfäden B eine Naßschrumpfung bei 100°C von nicht weniger als 5% und eine Trockenschrumpfung bei 160°C von nicht weniger als 7% aufweisen. Wenn beide Werte unterhalb dieser Grenzen liegen, können keine ausreichenden Unterschiede in den Fadenlängen und damit keine Web- und Wirkwaren mit guten Griffeigenschaften erhalten werden. Die Naßschrumpfung bei 100°C beträgt vorzugsweise 5 bis 60%, mehr bevorzugt 5 bis 50% und die Trockenschrumpfung bei 160°C beträgt vorzugsweise 5 bis 80% und mehr bevorzugt 5 bis 60%. Die Polyestermehrfachfaserfäden können natürlich sogenannte dicke und dünne Garne oder spontan dehnbare Garne sein. Im ersteren Fall beträgt die Naßschrumpfung (SHW) vorzugsweise 5 bis 30% und im letzteren Fall beträgt die Trockenschrumpfung (SHD) bei 160°C vorzugsweise nicht mehr als 0% und in beiden Fällen beträgt der Längenunterschied zu den Mehrfachfaserfäden A vorzugsweise mindestens 5%.

Zusätzlich ist es wichtig, Fäden in einem Denier-Verhältnis von 20 bis 80% zu kombinieren. Wenn die Polyestermehrfachfaserfäden mit spontaner Dehnbarkeit zu weniger als 20% zugegen sind, werden nur ungenügende Ausbauchungen und Bauschigkeit erreicht und wenn sie zu mehr als 80% vorhanden sind, werden Steifigkeit und Dauerhaftigkeit verschlechtert. Der Verflechtungsgrad sollte 20 bis 100 Verflechtungen/m betragen, um gute Handhabungseigenschaften beim Zwirnen, Zetteln und Weben zu erhalten und um ein einheitliches Aussehen der Web- und Wirkwaren zu erreichen. Wenn der Verflechtungsgrad nicht mehr als 20/m beträgt, wird der Polyestermehrfachfaserfaden A leicht vom Polyestermehrfachfaserfaden B getrennt, wodurch Handhabungseigenschaften in den folgenden Verfahrensschritten verschlechtert werden. Wenn der Verflechtungsgrad 100/m übersteigt, kann kein einheitliches Aussehen der Weg- und Wirkwaren erreicht werden. Unter den vorstehend beschriebenen Bedingungen können die vereinigten Fadenbündel aus den Polyestermehrfachfaserfäden A und B, die ausgezeichnet in der Erzeugung spontaner Dehnbarkeit und Produktivität sind, erhalten werden.

Die vereinigten Fadenbündel können weiter gezwirnt werden. In diesem Fall wird vorzugsweise nicht mehr als bis zu 25 000/√, mehr bevorzugt nicht mehr als bis zu 15 000/√ gezwirnt (D: Denier der vereinigten Fadenbündel). Dieses zusätzliche Zwirnen kann natürlich auch nicht ausgeführt werden.

Im folgenden wird das Verfahren zur Herstellung von Polyestergewebe erläutert.

Zunächst können Mehrfachfaserfäden, die die Eigenschaft spontaner Dehnbarkeit besitzen (im folgenden als "spontan dehbare Garne" bezeichnet) z. B. dadurch erhalten werden, daß nicht verstreckte Garne (vorzugsweise nicht verstreckte Garne, die bei hoher Geschwindigkeit versponnen wurden) ohne Wärmebehandlung verstreckt werden und dann einer Wärmebehandlung bei 160 bis 250°C in entspanntem Zustand unterworfen werden. Es versteht sich, daß das Verfahren zur Herstellung der spontan dehnbaren Garne nicht auf dieses Verfahren beschränkt ist. Die trockene Wärmebehandlung der spontan dehnbaren Garne bei 160°C verleiht spontane Dehnbarkeit von 0 bis 15% und die Naßschrumpfung (SHW) beträgt vorzugsweise 0 bis 5% und die Bruchdehnung 50 bis 100%.

Sodann können Mehrfachfaserfäden, die bei Hitze schrumpfen (im folgenden als "hitzeschrumpfbare Garne" bezeichnet) Polyestermehrfachfaserfäden sein, die auf konventionelle Weise erhalten wurden und ein SHW von nicht weniger als 0%, vorzugsweise 5 bis 60% aufweisen. Die Trockenschrumpfung (SHD) beträgt 5 bis 80%, vorzugsweise 5 bis 60%. Die Bruchfestigkeit beträgt vorzugsweise nicht weniger als 4 g/Denier und die Dehnung beim Bruch beträgt vorzugsweise 25 bis 40%. Um Ausbauchungen und Bauschigkeit zu erreichen, beträgt der Unterschied in der Trockenschrumpfung (SHD) bei 160°C zu der der spontan dehnbaren Garne vorzugsweise 5 bis 50%, mehr bevorzugt 10 bis 35%. Die vorgenannten hitzeschrumpfbaren Garne können sogenannte dicke und dünne Garne sein. Hinsichtlich ausgewogener Griffeigenschaften weisen die einzelnen Fasern jedoch vorzugsweise einen Denier-Wert von 0,5 bis 5 auf. Die Naßschrumpfung (SHW) liegt vorzugsweise im Bereich von 5 bis 30%. Wenn sie weniger als 5% beträgt, können Kostenprobleme verursacht werden durch die Beschränkung der Anlagen oder die physikalischen Eigenschaften der Garne werden durch die Streckbedingungen verschlechtert. Wenn die Naßschrumpfung 30% übersteigt, können zwar große Längenunterschiede bei der Nachbehandlung zur Erreichung von augenscheinlichen Ausbauchungen des Garns erhalten werden, aber dicke und dünne Garne sind vollständig im Kern der vereinigten Fadenbündel angeordnet, wodurch unterschiedliche Farbtöne nicht erkennbar sind. Hinsichtlich der Beibehaltung der physikalischen Eigenschaften der Garne nach der Nachbehandlung beträgt der Orientierungsgrad (Δn) der dünnen Teile 15 -60×10-3, mehr bevorzugt 20-40×10-3 und der der dicken Teile nicht weniger als 90×10-3, mehr bevorzugt nicht weniger als 160×10-3. Allgemein zeigen dicke und dünne Garne beim Färben unterschiedliche Dichte und es bestehen Nachteile durch zu übermäßige Unterschiede in der Dichte. Bei den vereinigten Fadenbündeln der vorliegenden Erfindung können durch die Wärmebehandlung dicke und dünne Garne in der inneren Schicht angeordnet werden, während spontan dehnbare Garne in der äußeren Schicht angeordnet sind. Deshalb werden zu übermäßige Unterschiede in der Dichte der dicken und dünnen Garne wünschenswerterweise verdeckt, wodurch ein natürlicher Unterschied in den Farbtönen erreicht wird. Es ist notwendig, die vorstehend beschriebenen spontan dehnbaren Garne und die wärmeschrumpfbaren Garne zu verflechten. Durch einfache Kombination von parallel angeordneten Garnen, führt der Unterschied in den physikalischen Eigenschaften der spontan drehbaren Garne und der schrumpfbaren Garne leicht zu Schlingen und derartige Schlingen werden bei der Nachbehandlung wie zusätzlichem Zwirnen, Verdoppeln, Zetteln, Weben und dgl. von einem Führungsstück und dgl. gefangen, was zu unerwünschtem Fadenbrechen und dgl. führt. Die hier genannte "Verflechtung" ist vorzugsweise ein Verfahren, bei dem die spontan dehnbaren Garne und die schrumpfbaren Garne kombiniert und in eine Zone turbulent bewegter Flüssigkeit eingebracht und einer Verflechtungsbehandlung unterworfen werden. Der Verflechtungsgrad (iL) beträgt vorzugsweise 20 bis 100 Verflechtungen/m hinsichtlich der Eigenschaften bei der Handhabung und bei der Nachbehandlung, wie zusätzlichem Zwirnen, Zetteln, Weben und dgl. oder um ein einheitliches Aussehen der Web- und Wirkwaren zu erreichen. Beträgt der Vernetzungsgrad weniger als 20/m, können die spontan dehnbaren Polyestermehrfachfaserfäden und die schrumpfbaren Polyestermehrfachfaserfäden leicht getrennt werden, wodurch sich die Handhabungseigenschaften in den folgenden Schritten verschlechtern. Wenn der Verflechtungsgrad 100/m übersteigt, kann kein einheitliches Aussehen der Web- und Wirkwaren erreicht werden. Ferner können die spontan dehnbaren Garne und die wärmeschrumpfbaren Garne vorzugsweise bei einem Denier-Verhältnis von (20/80) % bis (80/20) % miteinander kombiniert werden, denn wenn der Gehalt an spontan dehnbaren Garnen weniger als 20% beträgt, werden die Eigenschaften der spontan dehnbaren Garne hinsichtlich Ausbauchungen und Bauschigkeit ungenügend und wenn der Gehalt 80% übersteigt, verlieren die Produkte die Steifigkeit und die Dauerhaftigkeit.

Hinsichtlich eines trockenen Griffs weisen die spontan dehnbaren Garne und/oder schrumpfbaren Garne vorzugsweise einen modifizierten Querschnitt auf, d. h. sie weisen mindestens eine Vertiefung entlang des Umkreises des Querschnitts auf. Hinsichtlich eines Matteffektes, der Färbeeigenschaften und des trockenen Griffs ist vorzugsweise ein Staub wie TiO&sub2; enthalten, da ein derartiger Staub durch die alkalische Reduktion feine Poren erhält. Im Hinblick auf Bauschigkeit, Temperaturbewahrung und dgl. werden ferner vorzugsweise Garne in der Form von hohlen Garnen verwendet. Falls nötig, werden solche Garne vorzugsweise in Kombination verwendet.

Ferner werden, falls nötig, vorzugsweise Polyesterfasern verwendet, die mit dem Metallsalz von Sulfonsäure und dgl. copolymerisiert sind.

Vorzugsweise werden die vereinigten Mehrfachfaserfäden der vorliegenden Erfindung zusätzlich gezwirnt, da die spontan dehnbaren Garne und die schrumpfbaren Garne große Unterschiede in den Färbeeigenschaften aufweisen und einfaches Verflechten dazu neigt, wegen der Unterschiede beim Färben einen Moir}effekt und Unebenheiten zu verursachen. Weiterhin treten die dehnbaren Garne unregelmäßig aus der Oberfläche des Gewebes hervor, wodurch die Oberfläche leicht unregelmäßig und die Qualität verschlechtert wird und der Verflechtungsgrad wird durch Spannung beim Zetteln, Schlichten und in der Webstufe vermindert, was zur Bildung vieler Schlingen und Verschlechterung der Webeigenschaften führt.

Die Zahl der zusätzlichen Zwirnungen ist vorzugsweise 1100 ≤K ≤ 6000 oder 7000 ≤K ≤ 25 000.

Die Zahl der zusätzlichen Zwirnungen



in der K den Zwirnungskoeffizienten bedeutet.

Anschließend wird das Produkt fixiert. Wenn die Zahl der zusätzlichen Zwirnungen 1100 ≤K ≤ 6000 ist, werden Schlichten und Trocknen durchgeführt. Wenn die Zahl 7000 ≤K ≤25 000 ist, wird das Zwirnfixieren ausgeführt. In diesem Fall werden beide Behandlungen vorzugsweise bei einer Temperatur unterhalb 85°C ausgeführt.

Ferner wird das Zwirnfixieren vorzugsweise bei einer Temperatur unterhalb 70°C ausgeführt. Der Grund für das Fixieren bei niedriger Temperatur wird im folgenden erläutert.

  • (1) Bei der trockenen Wärmebehandlung während einer Schlichtungsstufe schreitet die Kristallisation der Fasern voran, wodurch die in der Web- und Färbestufe angestrebte Eigenschaft der spontanen Dehnbarkeit verringert wird. Somit kann kein ausreichend gedehntes Gewebe erhalten werden.
  • (2) Durch die trockene Wärmebehandlung während der Schlichtungsstufe werden Längenunterschiede der Garne erzeugt, wodurch Webeigenschaften verschlechtert werden.


Die Temperatur für das Schlichten liegt vorzugsweise zwischen Raumtemperatur und 50°C und das Trocknen wird vorzugsweise bei nicht mehr als 75°C durchgeführt. Als Schlichtmittel kann ein konventionelles acrylisches Schlichtmittel verwendet werden. Als Schlichtmaschine kann eine Maschine vom Zylindertyp, wie die von Tsudakoma K. K. oder Kohmoto Seiki K. K. in Japan hergestellte verwendet werden. Die Temperatur der ersten Kammer beträgt etwa 70°C und die der zweiten Kammer etwa 75°C. Der Verzug in der Kammer ist vorzugsweise niedrig. Vorzugsweise beträgt er 0,1 bis 0,2 g/d.

Natürlich kann jede andere Methode angewendet werden, sofern der Effekt des Kaltfixierens erhalten wird.

Die so erhaltenen Mehrfachfaserfäden können als Kette und/oder Schuß verwendet und nach konventionellen Methoden verwoben werden. Eine schützenlose Webmaschine, wie eine Wasserstrahl-Düsenwebmaschine und dgl. sind bevorzugt, da Flusenbildung leicht eintreten kann und beim Lauf des Schiffchens bei Verwendung einer Webmaschine zwangsläufig auftritt.

Das so erhaltene Gewebe kann einer Wärmebehandlung (bei 110 bis 200°C) in einer konventionellen Nachbehandlung und dgl. unterworfen werden, um ein weiches Gewebe mit guten Griffeigenschaften und großer Dehnung zu erhalten.

Die folgenden Beispiele erläutern die vorliegende Erfindung im einzelnen, ohne diese jedoch in irgendeiner Weise zu beschränken.

In den Beispielen wurde die Bestimmung der Eigenschaften in folgender Weise durchgeführt:

(1) Dehnung beim Bruch

Unter Verwendung eines Tensilon-Gerätes der Firma Toyo Boldwin, K. K. in Japan, wurde gemäß der JIS-L-1013 (1981) eine S-S-Kurve der Faser unter den Bedingungen einer Probenlänge (Meßlänge) von 200 mm und einer Dehnungsgeschwindigkeit von 200 mm/min gemessen und die Dehnung beim Bruch wurde berechnet.

(2) Naßschrumpfung bei 100°C (SHW) und Trockenschrumpfung bei 160°C (SHD)

Gemäß der JIS-L-1073 wurde die Bestimmung folgendermaßen durchgeführt: Unter Verwendung einer Wickelspule mit einem geeigneten Sattelumfang bei einer anfänglichen Belastung von 1/10 g/ Denier, wurde ein Garnstrang (8 Wicklungen) aufgenommen. Das Gewicht von 1/30 g/Denier wurde an den Garnstrang als Belastung angebracht und die Länge l&sub0; (mm) wurde gemessen. Dann wurde das Gewicht entfernt und der Garnstrang mit einem Gewicht von 1/1000 g/Denier belastet und 30 Minuten in kochendes Wasser eingetaucht. Danach wurde der Garnstrang aus dem kochenden Wasser entfernt, abgekühlt und das Gewicht (1/30 g/Denier) wurde wiederum als Belastung angebracht und die Länge l&sub1; (mm) wurde gemessen. Anschließend wurde die Probe nach 30minütigem Trocknen bei 60°C mit einem Gewicht von 1/1000 g/Denier unter trockenen Wärmebedingungen einer Wärmebehandlung bei 160°C unterworfen. Nach dem Abkühlen wurde wiederum ein Gewicht von 1/30 g/Denier angebracht und die Länge l&sub2; (mm) gemessen. Die Naßschrumpfung bei 100°C (SHW) und die Trockenschrumpfung bei 160°C (SHD) wurden unter Verwendung der folgenden Gleichungen berechnet:

(3) Verflechtungsgrad

Fasern geeigneter Länge wurden an ihrem unteren Ende mit einem Gewicht (1/10 g/Denier) versehen und senkrecht aufgehängt. Eine geeignete Nadel wurde in das Garn gesteckt und langsam aufwärts bewegt. Die Wegstrecke l (cm), die zurückgelegt werden mußte, um das Gewicht anzuheben, wurde 100mal gemessen und der Durchschnittswert für l (cm) wurde bestimmt und für die Berechnung in folgender Gleichung verwendet:

Beispiele 1 und 2 und Vergleichsbeispiele 1 bis 8

Herkömmliche Polyester als wärmedehnbare Mehrfachfaserfäden wurden nach konventionellen Verfahren durch Wechsel der Aufnahmegeschwindigkeit beim Spinnen und Abführen beim Spinnen, Ziehverhältnis, Entspannungsverhältnis, Entspannungstemperatur und Fixierzeit erhalten, so daß Denier, DE (Trockendehnung), SHW und SHD nach der Entspannung nach dem Verstrecken die in Tabelle I wiedergegebenen Werte aufwiesen. Als wärmeschrumpfbare Mehrfachfaserfäden wurde der im Handel erhältliche Toyobo Ester (hergestellt durch Toyo Boseki K. K. in Japan) verwendet und unter Verwendung des in Fig. 2 dargestellten Verstreckungs-Entspannungsapparates verarbeitet. Als Luftdüse 7 wurde der Air Jet FG 17, hergestellt durch Fiber Guide, verwendet und der Luftdruck und das Zuführungsverhältnis zwischen der Zufuhrwalze 6 und der Abzugswalze 8 wurde so eingestellt, daß der angestrebte Verflechtungsgrad erhalten wurde. Die physikalischen Eigenschaften der verwendeten Rohgarne, die Qualität der erhaltenen vereinigten Garne sowie die Griffeigenschaften des erhaltenen Tuchs nach dem Zwirnen des Fasergarns gemäß den herkömmlichen Methoden, Chin}weben und Färben wurden untersucht. Ferner wurden allgemeine Untersuchungen hinsichtlich der Verarbeitbarkeit und des Griffgefühls ausgeführt. Die Ergebnisse sind in Tabelle I wiedergegeben.

Die Beispiele 1 und 2, die gemäß der vorliegenden Erfindung hergestellt wurden, zeigten gute Griffeigenschaften und Verarbeitbarkeit. Die wärmedehnbaren Mehrfachfaserfäden des Vergleichsbeispiels 1 zeigten bei der Naßschrumpfung (SHW) einen negativen Wert (d. h. Ausdehnung) und es bildeten sich Schlingen während des Schlichtens. Ferner trat beim Weben Ausfasern auf, wodurch Probleme bei der Verarbeitbarkeit entstanden. Die wärmedehnbaren Mehrfachfaserfäden des Vergleichsbeispiels 2 schrumpften nicht und deshalb traten keine Schlingen aus der Oberfläche des Tuchs hervor. Deshalb stellte sich ein ähnliches Griffgefühl ein wie bei den herkömmlichen zusammengesetzten Fadengarnen mit unterschiedlicher Schrumpffähigkeit. Da die wärmedehnbaren Mehrfachfaserfäden des Vergleichsbeispiels 3 nur eine geringe Dehnung bis zum Bruch von 40% aufwiesen, fühlte sich die Oberfläche rauh und schlecht an. Da die wärmedehnbaren Mehrfachfaserfäden des Vergleichsbeispiels 4 eine hohe Dehnung bis zum Bruch von 50% aufwiesen, war auch die der vereinigten Garne hoch und Unebenheiten wurden durch Spannung und Faltenbildung in dem Tuch erzeugt. In Vergleichsbeispiel 5 ist das Verhältnis der wärmedehnbaren Mehrfachfaserfäden (das Verhältnis zu den Denier der vereinigten Garne) niedrig, d. h. 18% und die Zugfestigkeit der vereinigten Garne ist niedrig, was zu Fadenbruch und ungenügendem Griffgefühl und ungenügender Steifigkeit und Dauerhaftigkeit führte. In Vergleichsbeispiel 6 ist das Verhältnis der wärmedehnbaren Fäden hoch, d. h. 90%, es waren weniger wärmeschrumpfbare Fäden vorhanden, die aus der Oberfläche des Tuchs hervortraten, was in einer geringeren Dehnung und Bauschigkeit resultierte. Da in Vergleichsbeispiel 7 der Verflechtungsgrad niedrig war, wurden die Fasern gespalten und die Verarbeitbarkeit war schlecht. In Vergleichsbeispiel 8 war der Verflechtungsgrad hoch, nämlich 130 und es trat eine Moir}bildung ("interlacing mark") auf dem Tuch auf.

Beispiele 3 bis 7 und Vergleichsbeispiele 9 bis 11

Gemäß herkömmlicher Methoden wurde Polyäthylenterephthalat mit einer Grenzviskositätszahl von 0,63 unter Verwendung einer Spinndüse mit 18 Öffnungen unter Wechsel der Spinngeschwindigkeit und des Ausstoßes versponnen, wobei nicht verstreckte Garne gemäß Tabelle II erhalten wurden. Danach wurden vereinigte Fadengarne unter den Bedingungen der Tabelle III hergestellt und Weben und Färben wurden nach herkömmlichen Methoden durchgeführt. Verstreckbarkeit, Bearbeitbarkeit, Wärmebehandlung in entspanntem Zustand, Bearbeitbarkeit als Verarbeitbarkeit, Verarbeitbarkeit in einer Nachbehandlung, wie Weben ebenso wie Griffgefühl und Erscheinungsbild des Gewebes, wurden ausgewertet. Die Ergebnisse sind in Tabelle III dargestellt. Für die Herstellung der vereinigten Fadengarne, das Verstrecken und die Entspannung wurde eine zusammengesetzte Maschine wie in Fig. 2 dargestellt, verwendet. Zur Kontrolle des Verflechtungsgrades wurde ein Air Jet FG-1, hergestellt durch Fiber Guide, verwendet und der Luftdruck und die Behandlungsspannung wurden kontrolliert.

Beispiele 3 bis 7, die gemäß der vorliegenden Erfindung hergestellt wurden, zeigten ausgezeichnete Verarbeitbarkeit, Erscheinungsbild und Griffgefühl des Gewebes. In Vergleichsbeispielen 10 und 11 liegt die Dehnung bis zum Bruch außerhalb des beanspruchten Bereichs. In Vergleichsbeispiel 10 war die Dehnung bis zum Bruch nach dem Verstrecken hoch, Unregelmäßigkeiten in der Dicke nach dem Verstrecken traten auf und das Griffgefühl und die Einheitlichkeit des Erscheinungsbildes des Gewebes waren ungenügend. In Vergleichsbeispiel 11 war die Dehnung bis zum Bruch nach dem Verstrecken niedrig und Δn liegt ebenfalls außerhalb des in der vorliegenden Erfindung beanspruchten Bereichs und deshalb war die Bearbeitbarkeit beim Verstrecken schlecht, wodurch die Verarbeitbarkeit verschlechtert wurde. In den Vergleichsbeispielen 12 und 13 war die Temperatur der Wärmebehandlung in entspanntem Zustand außerhalb des in der vorliegenden Erfindung beanspruchten Bereichs. In Vergleichsbeispiel 12 war die Temperatur der Wärmebehandlung in entspanntem Zustand niedrig und spontane Dehnbarkeit war ungenügend, ebenso wie das Griffgefühl des Gewebes. In Vergleichsbeispiel 13 war die Temperatur der Wärmebehandlung in entspanntem Zustand hoch und es trat Fadenbruch durch Schmelzen während des Abnehmens der vollen Spulen auf, wodurch dem Gewebe ein leicht ungenügendes Griffgefühl verliehen wurde. In den Vergleichsbeispielen 14 und 15 war das Voreilverhältnis während der Wärmebehandlung in entspanntem Zustand außerhalb des in der Erfindung beanspruchten Bereichs. Vergleichsbeispiel 14 lieferte ein ungenügendes Griffgefühl, verursacht durch ungenügende spontane Dehnbarkeit. In Vergleichsbeispiel 15 war das Voreilverhältnis hoch und es zeigte sich eine verschlechterte Verarbeitbarkeit während der Wärmebehandlung in entspanntem Zustand, wodurch vereinigte Fadengarne mit vielen Schlingen erhalten wurden, was in einer ungenügenden Verarbeitbarkeit in der Nachbehandlung und ungenügendem Griffgefühl des Gewebes resultierte. In Vergleichsbeispielen 16 und 17 war das Denier-Verhältnis der kombinierten Fäden aus spontan dehnbaren Mehrfachfaserfäden und wärmebehandelten Mehrfachfaserfäden außerhalb des in der vorliegenden Erfindung beanspruchten Bereichs. In Vergleichsbeispiel 16 war das Verhältnis der wärmeschrumpfbaren Mehrfachfaserfäden hoch und die Weichheit des Gewebes war ungenügend. In Vergleichsbeispiel 17 war das Verhältnis der wärmedehnbaren Mehrfachfaserfäden niedrig und Steifigkeit und Dauerhaftigkeit waren ungenügend.

Tabelle II


Beispiele 8 und 9 und Vergleichsbeispiele 18 und 19

Halbglänzende Polyesterspitzen wurden unter Verwendung einer Spinndüse mit Y-förmigen Öffnungen und 18 Öffnungen in der Düse bei einer Spinntemperatur von 289°C versponnen und mit einer Aufnahmegeschwindigkeit von 3000 m/min aufgenommen. Diese nicht verstreckten Garne wurde bei einer Temperatur der Heizwalze von 80°C und einem Ziehverhältnis von 1,65 verstreckt, einer Wärmebehandlung in entspanntem Zustand unterworfen, wobei die Temperatur der Wärmebehandlung in entspanntem Zustand gemäß der Tabelle IV verändert wurde und wobei verstreckte Garne (fertige Garne) mit unterschiedlichen Verstreckungseigenschaften (30 Denier, 18 Fäden) erhalten wurden. Diese fertigen Garne wurden durch eine Verflechtungsdüse unter einem Luftdruck von 3 kg/m² G kombiniert. Die kombinierten Garne (60 Denier, 36 Fäden) wurden gezwirnt (S-Zwirn, 450/m) und als Kette verwendet. Unter Verwendung hart gezwirnter halbmatter Polyestergarne (75 Denier, 72 Fäden), die durch herkömmliche Methoden hergestellt worden waren (S, Z-Zwirn, 3000/m) als Schuß, wurde ein Crèpe de Chine unter Verwendung einer Wasserstrahl-Düsenwebmaschine (Kettendichte: 163/Zoll, Schußdichte: 91/Zoll und Weite: 44 Zoll) gewoben und nach herkömmlicher Nachbehandlung wurde das Produkt bearbeitet und ausgewertet. Die Ergebnisse sind in den Tabellen IV und V dargestellt.

In den Beispielen 8 und 9 wurde ein völlig neuer Typ eines seidenartigen Gewebes mit ausgezeichneter Oberflächenbeschaffenheit, Steifigkeit, Dauerhaftigkeit, Faltenwurf, Bauschigkeit und ausgezeichnetem Griffgefühl erhalten. Bei den in Vergleichsbeispiel 18 hergestellten Produkten führten die Verstreckungseigenschaften der beiden Komponenten zu keinerlei Problemen, aber der Unterschied im Verstreckungsverhältnis war zu klein, nämlich 3%. Somit wurden die Eigenschaften der Garne nicht ausreichend entfaltet. Vergleichsbeispiel 19 lieferte vereinigte Fadengarne, in denen die Garne, die dasselbe Verstreckungsverhältnis und dieselben Verstreckungseigenschaften aufweisen, parallel angeordnet wurden und die außerordentlich geringwertige Oberflächeneigenschaften, Steifigkeit, Dauerhaftigkeit und Bauschigkeit aufwiesen. Dementsprechend können sie nicht als Handelsprodukte verwendet werden. Tabelle IV

Tabelle V



Unter Verwendung einer Y-förmigen Düse mit 24 Öffnungen wurde bei 289°C unter Veränderung der Ausstoßmenge versponnen und das Produkt mit einer Geschwindigkeit von 2200 m/min aufgenommen. Die unverstreckten Garne wurden ungleichmäßig gezogen, wobei dicke und dünne Garne mit den in Tabelle VIII angegebenen Denier-Werten erhalten wurden. SHW der dicken und dünnen Garne betrug 13%, Δn der dicken Teile hatte einen Wert von 25×10-3 und das der dünnen Teile einen Wert von 150×10-3. Unter Verwendung einer Y-förmigen Düse mit 36 Öffnungen wurde bei 289°C unter Veränderung der Ausstoßmenge versponnen und das Produkt wurde mit einer Geschwindigkeit von 300 m/min aufgenommen. Die unverstreckten Garne wurden bei einer Temperatur der Heißwalze von 80°C und einem Ziehverhältnis von 1,65 verstreckt und dann bei einer Temperatur von 230°C und einem Entspannungsverhältnis von 40% einer Wärmebehandlung in entspanntem Zustand unterworfen, wobei gezogene Garne erhalten wurden, die die in Tabelle II angegebenen Denier-Werte aufwiesen. Die gestreckten Garne hatten ein Ziehverhältnis von 6%. Die vorgenannten dicken und dünnen Garne und die verstreckten Garne wurden zu insgesamt 100 Denier verbunden und durch eine Verflechtungsdüse bei einem Luftdruck von 3,0 kg/cm² G zu vereinigten Fadengarnen (100 Denier, 60 Fäden) kombiniert. Die erhaltenen vereinigten Fadengarne wurden gezwirnt (S 250/m) und als Kette verwendet, halbmatte Garne (200 Denier, 144 Fäden; S-Z 1500/m) wurden als Schuß eingesetzt und Faille (Kettendichte: 140/Zoll, Schußdichte: 170/Zoll) wurde gewoben, gefärbt und aufbereitet und ausgewertet. Die Produkte der vorliegenden Erfindung (Beispiele 13, 14 und 15) lieferten einen vollständig neuen Typ von seidenartigem Gewebe mit ausgezeichnetem Griffgefühl und Bauschigkeit, die einen gewünschten Grad an Steifigkeit und Dauerhaftigkeit aufwiesen und einen natürlichen Farbton zeigten. Die Produkte des Vergleichsbeispiels 22 wiesen hingegen ein kleines Kombinationsverhältnis von dicken zu dünnen Garnen auf, waren ungenügend im Dichtekontrast, in Körper und Spannung und lieferten ein weiches Griffgefühl wegen des großen Kombinationsverhältnisses der Streckgarne. Das Vergleichsbeispiel 23 lieferte ein Produkt mit großem Kombinationsverhältnis von dicken und dünnen Garnen, einen zu starken Dichtekontrast und ein hartes Griffgefühl. Tabelle VI

Tabelle VII

Tabelle VIII

Beispiele 16 und 17 und Vergleichsbeispiele 24 bis 29

Spontan dehnbare Mehrfachfaserfäden mit 18 Fäden und 29 Denier (DT: 3,2 g/d, DE: 76%, SHW: 1,0%, 160°C SHD: -4,0%, Form des Querschnitts: Dreieck) und wärmeschrumpfbare Mehrfachfaserfäden mit 18 Fäden und 30 Denier (DT: 5,5 g/d, DE: 31,0%, SHW: 14,0%, 160°C SHD: 18,0%) wurden kombiniert und bei einem Denier-Verhältnis von 50/50 unter den in Tabelle IX angegebenen Bedingungen verflochten, anschließend einem zusätzlichen Zwirnen und Zwirnfixieren oder Schlichten und einer Trocknung unterworfen. Die so erhaltenen vereinigten Garne wurden unter Verwendung einer Wasserstrahl-Düsenwebmaschine (Kettendichte: 160/Zoll, Schußdichte: 100/Zoll) verwoben und nach herkömmlichen Methoden gefärbt. Die Ergebnisse sind in Tabelle IX wiedergegeben. Tabelle IX


Anspruch[de]
  1. 1. Potentiell voluminöse vereinigte Polyesterfadenbündel oder -garne für Web- und Wirkwaren, umfassend einen Mehrfachfaserfaden A und einen Mehrfachfaserfaden B, deren physikalische Eigenschaften den folgenden Anforderungen genügen, wobei die vereinigten Fadenbündel verflochten sind, und zwar mit einer Verflechtungsdichte von 20 bis 100 Verflechtungen/m:

    Mehrfachfaserfaden A:

    Nicht mehr als 3 Denier als einzelnes Garn (Gehalt in den vereinigten Garnen: 20 bis 80% [Denier-Verhältnis]) (A)

    Mehrfachfaserfaden B:

    Die Mehrfachfaserfäden weisen eine Reißfestigkeit von nicht weniger als 4 g/Denier auf (Gehalt in den vereinigten Garnen: 80 bis 20% [Denier-Verhältnis]) (B)

    SHW (A): ≤0% SHD (A): ≤0%

    SHW (B): ≤0%

    SHD (B) - SHD (A): ≤5%,

    wobei SHW Naßschrumpfung bei 100°C in % und SHD Trockenschrumpfung bei 160°C in % bedeuten.
  2. 2. Vereinigte Polyesterfadengarne nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Unterschied zwischen der Trockenschrumpfung bei 160° zwischen den Mehrfachfaserfäden A und B 10 bis 35% beträgt.
  3. 3. Vereinigte Polyesterfadengarne nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Naßschrumpfung des Mehrfachfaserfadens A 0 bis 5% beträgt.
  4. 4. Vereinigte Polyesterfadengarne nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß sich der Mehrfachfaserfaden A bei der trockenen Wärmebehandlung bei 160°C um 0 bis 15% ausdehnt.
  5. 5. Vereinigte Polyesterfadengarne nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Dehnung des Mehrfachfaserfadens A nicht weniger als 50% beträgt.
  6. 6. Vereinigte Polyesterfadengarne nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Naßschrumpfung des Mehrfachfaserfadens B 5 bis 60% beträgt.
  7. 7. Vereinigte Polyesterfadengarne nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Trockenschrumpfung bei 160°C des Mehrfachfaserfadens B 5 bis 80% beträgt.
  8. 8. Vereinigte Polyesterfadengarne nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Dehnung des Mehrfachfaserfadens B nicht mehr als 40% beträgt.
  9. 9. Vereinigte Polyesterfadengarne nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Mehrfachfaserfaden A ein Polyestermehrfachfaden ist, der aus Garnen mit modifiziertem Querschnitt gebildet ist, die mindestens eine Vertiefung entlang des Umkreises des Querschnitts aufweisen.
  10. 10. Vereinigte Polyesterfadengarne nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Zahl der Fäden des Mehrfachfaserfadens A nicht kleiner als 10 ist.
  11. 11. Vereinigte Polyesterfadengarne nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß das Garn im wesentlichen eine Hülle-Kern-Struktur aufweist, und die Mehrfachfaserfäden A und B im Kern bzw. in der Hülle angeordnet sind.
  12. 12. Vereinigte Polyesterfadengarne nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Naßschrumpfung des Mehrfachfaserfadens B 5 bis 30% beträgt und daß Unregelmäßigkeiten in der Dicke entlang der Faserachse auftreten.
  13. 13. Vereinigte Polyesterfadengarne nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Trockenschrumpfung des Mehrfachfaserfadens B bei 160°C nicht mehr als 0% und der Unterschied zur Trockenschrumpfung des Mehrfachfaserfadens A mindestens 5% beträgt.
  14. 14. Verfahren zur Herstellung von potentiell voluminösen vereinigten Polyesterfadenbündeln für Web- und Wirkwaren, umfassend die Unterwerfung der Polyestermehrfachfaserfäden (Bruchfestigkeit der verstreckten Mehrfachfaserfäden: 30 bis 45%, Δn: 0,10-0,14) einer Wärmebehandlung in entspanntem Zustand in einem kontaktlosen Heizgerät bei einer Heiztemperatur, die die folgenden Gleichungen [A]-(1) und (2) erfüllt, bei gleichzeitigem Voreilverhältnis von 20 bis 60%, die Kombination der erhaltenen Polyestermehrfachfaserfäden A und B, die die folgende Gleichung [B] erfüllen, dergestalt, daß das Verhältnis von A/B 20 bis 80% / 80 bis 20% (Denier- Verhältnis) beträgt und dann Verflechtung bei einem Verflechtungsgrad von 20 bis 100 Verflechtungen/m:



    TTm - 10 · · · (2)

    worin

    D: Denier nach Entspannung;

    Vy: Geschwindigkeit der Abzugswalze für die Entspannung (m/min);

    HL: Länge des kontaktlosen Heizgeräts für die Wärmebehandlung im entspannten Zustand (m);

    Tm: Schmelzpunkt (°C);

    Tg: Transformationstemperatur der zweiten Ordnung (°C)

    bedeuten;

    [B] SHW (A): ≤0% SHD (A): ≤0%

    SHW (B): ≤0%

    SHD (B) - SHD (A): ≤5%

    worin

    SHW: Naßschrumpfung bei 100°C in %;

    SHD: Trockenschrumpfung bei 160°C in %

    bedeuten.
  15. 15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Wärmebehandlung im entspannten Zustand, die Kombination und die Verflechtung der wärmeschrumpfbaren Polyestermehrfachfaserfäden nacheinander durchgeführt wird.
  16. 16. Verfahren nach Anspruch 14 oder 15, dadurch gekennzeichnet, daß der Unterschied zwischen der Trockenschrumpfung bei 160°C zwischen den Mehrfachfaserfäden A und B 0 bis 35% beträgt.
  17. 17. Verfahren nach einem der Ansprüche 14 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Naßschrumpfung des Mehrfachfaserfadens A 0 bis 5% beträgt.
  18. 18. Verfahren nach einem der Ansprüche 14 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß der Mehrfachfaserfaden A ein Polyestermehrfachfaserfaden ist, der sich bei der trockenen Wärmebehandlung bei 160°C um 0 bis 15% ausdehnt.
  19. 19. Verfahren nach einem der Ansprüche 14 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß die Dehnung des Mehrfachfaserfadens A nicht weniger als 50% beträgt.
  20. 20. Verfahren nach einem der Ansprüche 14 bis 19, dadurch gekennzeichnet, daß die Naßschrumpfung des Mehrfachfaserfadens B 5 bis 60% beträgt.
  21. 21. Verfahren nach einem der Ansprüche 14 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß die Trockenschrumpfung bei 160°C des Mehrfachfaserfadens B 5 bis 80% beträgt.
  22. 22. Verfahren nach einem der Ansprüche 14 bis 21, dadurch gekennzeichnet, daß die Dehnung des Mehrfachfaserfadens B nicht mehr als 40% beträgt.
  23. 23. Verfahren nach einem der Ansprüche 14 bis 22, dadurch gekennzeichnet, daß der Mehrfachfaserfaden A ein Polyestermehrfachfaserfaden ist, der aus Garnen mit modifiziertem Querschnitt gebildet ist, die mindestens eine Vertiefung entlang des Umkreises des Querschnitts aufweisen.
  24. 24. Verfahren nach einem der Ansprüche 14 bis 23, dadurch gekennzeichnet, daß die Zahl der Fäden des Mehrfachfaserfadens A nicht kleiner als 10 ist.
  25. 25. Verfahren nach einem der Ansprüche 14 bis 24, dadurch gekennzeichnet, daß die Naßschrumpfung des Mehrfachfaserfadens B 5 bis 30% beträgt und daß Unregelmäßigkeiten in der Dicke entlang der Faserachse auftreten.
  26. 26. Verfahren nach einem der Ansprüche 14 bis 25, dadurch gekennzeichnet, daß die Trockenschrumpfung des Mehrfachfaserfadens B bei 160°C nicht mehr als 0% und der Unterschied zur Trockenschrumpfung des Mehrfachfaserfadens A mindestens 5% beträgt.
  27. 27. Verfahren nach einem der Ansprüche 14 bis 26, dadurch gekennzeichnet, daß verstreckte Mehrfachfaserfadengarne dadurch hergestellt werden, daß nicht verstreckte Fasern, die bei einer Spinngeschwindigkeit von 1500 bis 4000 m/min versponnen wurden, bei einer Verstrecktemperatur von Tg bis Tg +20°C verstreckt werden.
  28. 28. Verfahren zur Herstellung von Polyestergewebe umfassend das Zwirnen vereinigter Mehrfachfaserfäden, wobei der Mehrfachfaserfaden A, der die Eigenschaft der spontanen Dehnbarkeit aufweist und der Mehrfachfaserfaden B, der eine Trockenschrumpfung bei 160°C besitzt, die von der des Mehrfachfaserfadens A verschieden ist, bei einem Verflechtungsgrad von 20 bis 100 Verflechtungen/m miteinander verflochten sind, Zwirnfixieren und/oder Schlichten bei einer Temperatur von nicht mehr als 85°C, Trocknen und Weben des Gewebes aus den Fäden als Kette und/oder Schuß, wobei die Mehrfachfaserfäden die folgenden Gleichungen erfüllen:

    SHW (A): ≤0% SHD (A): ≤0%

    SHW (B): ≤0%

    SHD (B) - SHD (A): ≤5%

    worin:

    SHW die Naßschrumpfung bei 100°C in % und

    SHD die Trockenschrumpfung bei 160°C in %

    bedeuten.
  29. 29. Verfahren nach Anspruch 28, dadurch gekennzeichnet, daß die vereinigten Mehrfachfaserfäden einer zusätzlichen Zwirnung bei 1100 ≤K ≤ 6000 unterworfen werden.
  30. 30. Verfahren nach Anspruch 28, dadurch gekennzeichnet, daß die vereinigten Mehrfachfaserfäden einer zusätzlichen Zwirnung bei 7000 ≤K ≤ 25 000 unterworfen werden.
  31. 31. Verfahren nach einem der Ansprüche 28 bis 30, dadurch gekennzeichnet, daß der Mehrfachfaserfaden A ein Polyesterfaden ist, dessen Fäden keine Unterschiede in den physikalischen Eigenschaften aufweisen, und der sich bei einer trockenen Wärmebehandlung bei 160°C um 0 bis 15% dehnt.
  32. 32. Verfahren nach einem der Ansprüche 28 bis 31, dadurch gekennzeichnet, daß der Mehrfachfaserfaden A ein Polyesterfaden ist, dessen Fäden keine Unterschiede in den physikalischen Eigenschaften aufweisen und der eine Naßschrumpfung von 0 bis 5% besitzt.
  33. 33. Verfahren nach einem der Ansprüche 28 bis 32, dadurch gekennzeichnet, daß der Mehrfachfaserfaden A ein Polyesterfaden mit einer Dehnung von nicht weniger als 50% ist.
  34. 34. Verfahren nach einem der Ansprüche 28 bis 33, dadurch gekennzeichnet, daß der Mehrfachfaserfaden B eine Trockenschrumpfung bei 160°C von 5 bis 80% aufweist.
  35. 35. Verfahren nach einem der Ansprüche 28 bis 34, dadurch gekennzeichnet, daß der Mehrfachfaserfaden B eine Naßschrumpfung von 5 bis 60% aufweist.
  36. 36. Verfahren nach einem der Ansprüche 28 bis 35, dadurch gekennzeichnet, daß der Mehrfachfaserfaden B eine Dehnung von nicht mehr als 40% aufweist.
  37. 37. Verfahren nach einem der Ansprüche 28 bis 36, dadurch gekennzeichnet, daß die Naßschrumpfung des Mehrfachfaserfadens B 5 bis 30% beträgt und daß Unregelmäßigkeiten in der Dicke entlang der Faserachse auftreten.
  38. 38. Verfahren nach einem der Ansprüche 28 bis 37, dadurch gekennzeichnet, daß der Mehrfachfaserfaden A und/oder der Mehrfachfaserfaden B einen modifizierten Querschnitt mit mindestens einer Vertiefung entlang des Umkreises des Querschnittes aufweisen.
  39. 39. Verfahren nach einem der Ansprüche 28 bis 38, dadurch gekennzeichnet, daß die Trockenschrumpfung des Mehrfachfaserfadens B bei 160°C nicht mehr als 0% und der Unterschied zur Trockenschrumpfung des Mehrfachfaserfadens A mindestens 5% beträgt.
  40. 40. Verfahren nach einem der Ansprüche 28 bis 39, dadurch gekennzeichnet, daß die vereinigten Mehrfachfaserfäden unter Verwendung einer schützenlosen Webmaschine verwoben werden.






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