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Dokumentenidentifikation DE3830085A1 15.03.1990
Titel Eisenbahnwagen zur Beförderung von Straßenfahrzeugen
Anmelder Ipach, Wolfgang, 7506 Bad Herrenalb, DE
Erfinder Ipach, Wolfgang, 7506 Bad Herrenalb, DE
Vertreter Zahn, R., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 7500 Karlsruhe
DE-Anmeldedatum 03.09.1988
DE-Aktenzeichen 3830085
Offenlegungstag 15.03.1990
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.03.1990
IPC-Hauptklasse B61D 3/18
Zusammenfassung Bei einem Eisenbahnwagen zum Befördern von Straßenfahrzeugen, insbesondere zum Befördern von Personenkraftwagen, ist mindestens eine senkrecht zur Längsachse des Eisenbahnwagens (1) drehbare Plattform (6) vorgesehen, die in ihrer Transportstellung achsparallel zum Eisenbahnwagen (1) verriegelt und zur Be- und Entladung des Straßenfahrzeugs (8) in eine seitliche Ladestellung ausschwenkbar ist.
Damit ließe sich der Straßenverkehr ganz wesentlich entlasten, und zwar dadurch, daß dem Autofahrer, und zwar sowohl dem Privatfahrer als auch dem Berufskraftfahrer, eine einfache und benutzerfreundliche Möglichkeit zur Nutzung des öffentlichen Eisenbahn-Schienennetzes offen steht.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf einen Eisenbahnwagen zur Beförderung von Straßenfahrzeugen, und zwar insbesondere zur Beförderung von Personenkraftwagen.

Jahr für Jahr wird der Straßenverkehr dichter, und zwar sowohl der sogenannte Individualverkehr, als auch der gewerbsmäßige Güterverkehr. Das Straßennetz ist - und zwar insbesondere in der Bundesrepublik Deutschland - bereits so engmaschig und so Nutzflächen zerstörend, daß einem weiteren Ausbau im Prinzip niemand das Wort reden kann.

Seit Jahrzehnten bereits wird gefordert, den Straßenverkehr von eben dieser Straße auf die Schiene zu verlagern ...der Erfolg ist nur mäßig.

Ein erstes positives Ergebnis ist in Verbindung mit der Einführung der sogenannten Containerdienste zu beobachten. Angesichts des doch sehr aufwendigen Handling in Verbindung mit den Containern ist dieses Anwendungsgebiet jedoch beschränkt, der Entlastungseffekt für die Straßen bescheiden.

Ein weiterer positiver Ansatz wurde mit den Autoreisezügen gemacht. Angesichts dessen jedoch, daß diese Autoreisezüge nur relativ selten verkehren und dies auch nur von relativ wenig Bahnhöfen, sprich Städten, aus, ist auch der Erfolg der Autoreisezüge im Hinblick auf die gewünschte und notwendige Entlastung der Straßen nur bescheiden.

Die der vorliegenden Erfindung zugrunde liegende Problemstellung liegt darin, den Betreibern öffentlicher und/oder privater Eisenbahnen einen Eisenbahnwagen vorzuschlagen bzw. an die Hand zu geben, mit dem bei vernünftiger und wohlwollender Systemkonzeption vielen Autofahrern, und zwar bei entsprechendem Angebot sowohl gewerblichen als auch privaten Autofahrern, die Alternative Eisenbahn eine wirkliche und akzeptable Alternative sein kann. Wesentlich bei der Überlegung ist, daß - und dies gilt insbesondere für den privaten Autofahrer - bei akzeptablen Preisen quasi an jeder Haltestelle die Möglichkeit besteht, mit dem Fahrzeug nach Hucke-Pack-Art auf einen Zug aufzufahren oder ihn wieder zu verlassen. Mancher Autofahrer würde bei entsprechenden Randbedingungen sicher gerne den Streß der verstopften Straßen vermeiden wollen, wenn er so die Möglichkeit erhielte, am Zielort seinen Wagen zur Verfügung zu haben.

Die genannte Problemstellung wird gemäß der vorliegenden Erfindung dadurch gelöst, daß mindestens eine senkrecht zur Längsachse des Eisenbahnwagens drehbare Plattform vorgesehen ist, die in ihrer Transportstellung achsparallel zum Eisenbahnwagen verriegelt und zur Be- und Entladung des Straßenfahrzeugs in eine seitliche Ladestellung ausschwenkbar ist.

Weiterbildungen und besondere Ausgestaltungen dieses Eisenbahnwagens sind Gegenstand der Unteransprüche.

Im Hinblick auf den vorstehend genannten Hintergrund zu dieser Erfindung ist noch anzumerken, daß die Vorteile des Gesamtkonzepts nicht alleine in der Entlastung der Straßen gesehen werden kann. Der globale Nutzen umfaßt vielmehr auch die Bereiche Umweltschutz, Energieverbrauch, Unfallschäden und Unfallfolgen usw., so daß insgesamt betrachtet ein volkswirtschaftlich wertvoller Vorschlag zur Diskussion gestellt wird.

Die Erfindung wird im folgenden anhand der Zeichnung näher erläutert. Diese zeigt in:

Fig. 1 eine Schemadarstellung der Ladestellung in Seitenansicht;

Fig. 2 eine Schemadarstellung der Ladestellung und der Transportstellung in Sicht von oben.

In Fig. 1 ist eine Ansicht in Längsrichtung eines Eisenbahnwagens 1 dargestellt, d. h. zu sehen ist die hintere (oder vordere) Stirnseite. Der Eisenbahnwagen 1 besteht im Prinzip aus einem Fahrwerksrahmen 2 , der von zwei Radpaaren 3 getragen wird. Diese Radpaare 3 stützen sich auf den Eisenbahnschienen 4 ab, längs derer somit der Eisenbahnwagen 1 rollend bewegt werden kann.

Auf dem Fahrwerksrahmen 2 stützt sich eine Drehsäule 5 mit einer Plattform 6 ab. Gemäß dem dargestellten Beispiel ist diese Plattform 6 um die Drehachse X der Drehsäule 5 seitlich ausgeschwenkt, so daß ein auf eine Auffahrrampe 7 aufgefahrener Personenkraftwagen 8 auf die Plattform 6 auffahren kann (Pfeil Z). Ist dies geschehen, so wird der Personenkraftwagen 8 mit der Plattform 6 um die Drehachse X geschwenkt. Damit befindet sich der Personenkraftwagen 8 letztlich in Transportstellung; der Personenkraftwagen 8 sowie die Plattform 6 werden verriegelt und der Zug kann sich bewegen.

Um Höhenunterschiede zwischen dem Niveau der Plattform 6 und der Auffahrrampe 7 ausgleichen zu können, kann die Plattform 6 auch, beispielsweise über Hydraulikzylinder, schwenkbar angelenkt werden. Damit kann die freie Vorderkante der Plattform 6 auf- und ab-bewegt werden (vgl. Pfeil Y). Gegebenenfalls kann die Plattform 6 auch mit einer ausfahrbaren Rampenplatte ausgerüstet werden, die an der Unterseite der Plattform 6 ausziehbar gelagert ist und über die gegebenenfalls auch relativ große Niveauunterschiede zwischen Plattformebene und Fahrzeugniveau ausgeglichen werden können.

In Analogie zu den bekannten Autoreisezügen sind je Eisenbahnwagen 1 zwei Plattformen 6 vorgesehen, die selbstverständlich unabhängig voneinander manipuliert werden können. Auch kann der Eisenbahnwagen 1 mit einem zweiten Laderahmen 9 versehen sein, der seinerseits jeweils zwei dreh- und gegebenenfalls absenkbare Plattformen 6&min; aufweist, auf die dann Personenkraftwagen nach oben auffahren können.

Fig. 2 zeigt hintereinander gekuppelt zwei Eisenbahnwagen 1, deren einer zwei Personenkraftwagen 8 in Transportstellung zeigt, und auf deren zweitem gerade zwei Personenkraftwagen 8 auffahren (oder von deren zweitem gerade zwei Personenkraftwagen 8 entladen werden).

Beim erstgenannten Eisenbahnwagen 1 sind die Plattformen 6 in Transportstellung eingeschwenkt (Pfeil X&min;); die Plattformen 6 und die Personenkraftwagen 8 sind arretiert, so daß sich der Zug in Bewegung setzen kann.

Beim zweitgenannten Eisenbahnwagen 1 sind die Plattformen 6 in Ladestellung ausgeschwenkt (Pfeil X) und es können entweder transportierte Personenkraftwagen 8 entladen werden oder zu transportierende Personenkraftwagen 8 geladen werden (vgl. Pfeil Z ).


Anspruch[de]
  1. 1. Eisenbahnwagen zum Befördern von Straßenfahrzeugen, insbesondere zum Befördern von Personenkraftwagen, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens eine senkrecht zur Längsachse des Eisenbahnwagens (1) drehbare Plattform (6) vorgesehen ist, die in ihrer Transportstellung achsparallel zum Eisenbahnwagen (1) verriegelt und zur Be- und Entladung des Straßenfahrzeugs (8) in eine seitliche Ladestellung ausschwenkbar ist.
  2. 2. Eisenbahnwagen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Plattform (6) in der Ladestellung bezüglich ihrer frei abstehenden Vorderkante absenkbar ist.
  3. 3. Eisenbahnwagen nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Plattform (6) eine Rampenplatte aufweist, die in der Ladestellung ausfahrbar ist, um Höhenunterschiede und/oder Lücken zur Fahrbahnebene der Straßenfahrzeuge auszugleichen.
  4. 4. Eisenbahnwagen nach einem der Ansprüche 1 bis 3, zur Verwendung für den Transport von Personenkraftwagen, dadurch gekennzeichnet, daß in Längsrichtung des Eisenbahnwagens (1) betrachtet zwei Plattformen (6) hintereinander angeordnet sind.
  5. 5. Eisenbahnwagen nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß übereinander zwei Transportebenen vorgesehen sind.
  6. 6. Eisenbahnwagen nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Plattformen (6) jeweils unabhängig voneinander in ihre Transport- und/oder Ladestellung einstellbar sind.






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