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Dokumentenidentifikation DE3830524A1 15.03.1990
Titel Vorrichtung zum Zeichnen des Profils eines dreidimensionalen Gegenstands
Anmelder Dolmazon, Philippe, 6900 Heidelberg, DE
Erfinder Dolmazon, Philippe, 6900 Heidelberg, DE
Vertreter Meyer Roedern,Graf von, G., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat., Pat.-Anw., 6900 Heidelberg
DE-Anmeldedatum 08.09.1988
DE-Aktenzeichen 3830524
Offenlegungstag 15.03.1990
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.03.1990
IPC-Hauptklasse B43L 13/10
IPC-Nebenklasse G01C 7/00   G01B 21/20   
Zusammenfassung Die Vorrichtung hat eine Halterung für den Gegenstand (22), mit der sich dieser von der Seite zugänglich oberhalb einer Aufzeichnungsfläche (72) anbringen läßt. Eine mit der Halterung verbundene Platte (24) bildet eine Bezugsebene, zu der der Gegenstand mittels verschiedener Gelenke ausgerichtet wird. Nach Zurückschieben der Platte (24) fährt man den Gegenstand mit einem kombinierten Abtast-Zeichengerät (74) ab, das über die Aufzeichnungsfläche (72) läuft und die Oberfläche des Gegenstands (22) mit einer Abtastnadel o. a. (126) überstreicht. Zu dem Abtast-Zeichengerät (74) gehört ein starr mit der Abtastnadel (126) verbundener und mit deren Spitze in vertikaler Projektion ausgerichteter Schreiber (104), der eine der Bahn der Nadelspitze entsprechende Linie auf der Aufzeichnungsfläche (72) hinterläßt.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Zeichnen des Profils eines dreidimensionalen Gegenstands, insbesondere eines archäologischen Fundstücks, im Maßstab 1 : 1.

Archäologische Fundstücke wie beispielsweise Scherben können eine komplizierte dreidimensional Struktur haben. Sie müssen mit hoher Genauigkeit im Maßstab 1 : 1 gezeichnet werden, wofür es eine Reihe von Hilfsmitteln gibt. Bekannt ist beispielsweise ein kammartiges Werkzeug mit einer Vielzahl dicht nebeneinander angeordneter Zinken, die in Längsrichtung verstellbar und arretierbar sind. Man drückt die Zinken gegen das aufzuzeichnende Profil, wodurch die Zinken dessen Form entsprechend verschoben werden, und zeichnet dann das Zinkenprofil ab. Dieses Vorgehen ist aufwendig, wenig präzise und langsam. Man kann keine Feinstrukturen aufnehmen, die unter dem Rastermaß des Kamms liegen, und auch komplizierte Strukturen nicht oder nur mit Mühe erfassen; die Zinken des Kamms können beispielsweise nicht in Hinterschneidungen einfahren.

Es ist auch bekannt, archäologische Fundstücke mit Knetmasse abzuformen und anhand von Schnitten durch die Knetmasse Profile zu zeichnen. Auch dieses Vorgehen ist aufwendig und wenig präzise.

Möglich ist auch eine computergestützte optische Abtastung von archäologischen Fundstücken zur Aufnahme von deren Profil. Das erfordert aber eine höchst aufwendige und empfindliche Apparatur, deren Installation am Grabungsort selbst nicht in Betracht kommt, so daß sie für die tägliche Feldarbeit eines Archäologen nicht zur Verfügung steht.

Aus der DE-OS 24 19 698 ist eine Vorrichtung zur Ermittlung des Längskonturenverlaufs von Rohrenden bekannt, bei der ein Fühler mit elastischem Andruck an dem Rohrende entlangstreicht. Der so ertastete Konturenverlauf wird spielfrei auf einen Schreiber übermittelt, der den Konturenverlauf im Maßstab 1 : 1 aufzeichnet.

Aufgabe der Erfindung ist es, eine unaufwendige und robuste Vorrichtung zum Zeichnen des Profils beliebiger dreidimensionaler Gegenstände, insbesondere archäologischer Fundstücke, anzugeben, mit der komplizierte Strukturen schnell, bequem und mit hoher Präzision im Maßstab 1 : 1 gezeichnet werden können.

Zu der diese Aufgabe lösenden Vorrichtung gehört eine Halterung für den Gegenstand, mittels derer dieser von der Seite zugänglich oberhalb einer Aufzeichnungsfläche angebracht und zu einer Bezugsebene ausgerichtet werden kann. Weiter beinhaltet die Vorrichtung ein kombiniertes Abtast-Zeichengerät, das sich über die Aufzeichnungsfläche verschieben läßt, die Oberfläche des in der Halterung sitzenden Gegenstands mit einem Abtastwerkzeug überstreicht und einen mit dem Berührpunkt des Abtastwerkzeugs ausgerichteten Schreiber trägt, der Linien auf der Aufzeichnungsfläche hinterläßt.

Dank der Möglichkeit, einen zu zeichnenden Gegenstand zu einer Bezugsebene auszurichten, liegt die räumliche Orientierung der mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung gezeichneten Profile eindeutig fest. Man kann den gezeichneten Gegenstand daher einwandfrei in drei Dimensionen rekonstruieren. Das Abfahren des Gegenstands mit dem über die Aufzeichnungsfläche frei beweglichen Abtast-Zeichengerät ist einfach und bequem. Man kann komplizierte Strukturen von verschiedenen Seiten und erforderlichenfalls wiederholt abtasten und das aufgezeichnete Profil sofort kontrollieren. Da für einen Einsatz der Vorrichtung nicht mehr erforderlich ist als eine ebene Arbeitsfläche, Papier und ein Schreiber, ist sie für die Feldarbeit des Archäologen auch unter einfachsten Bedingungen geeignet.

Die Halterung der Vorrichtung ist vorzugsweise ein Stativ mit eine vertikalen Säule, eine davon vorzugsweise horizontal auskragenden Ausleger, einem in dessen Endbereich angeordneten Haltearm und einem Spannmechanismus an dessen Ende. Der Ausleger sollte höhen- und längenverstellbar an der Säule angebracht sein. Damit ist eine bequeme Grobeinstellung des zu zeichnenden Gegenstands möglich. Zur Feineinstellung ist vorzugsweise der Haltearm um eine Achse schwenkbar an dem Ausleger und der Spannmechanismus mittels eines Kugelgelenks an dem Haltearm angebracht. Zur Höheneinstellung kann der Haltearm längsverstellbar in einer von dem Ausleger getragenen Gelenkbuchse sitzen.

Die Bezugsebene, zu der der zu zeichnende Gegenstand ausgerichtet wird, kann von einer Platte gebildet sein, die verstellbar an der Halterung angebracht ist. Hierzu ist vorzugsweise eine Längsführung zum Verstellen der Platte parallel zu dem Ausleger vorgesehen. Außerdem sollte die Platte um wenigstens ein kleines Stück höhenverstellbar sein. Die Platte läßt sich so in zwei zueinander senkrechten Richtungen verfahren, was die genaue Ausrichtung des in der Halterung eingespannten Gegenstands zu der Platte erleichtert. Vor Beginn des Zeichenvorgangs kann die Platte in der Längsführung einfach beiseitegeschoben werden.

Das Abtast-Zeichengerät hat in einer bevorzugten Ausführungsform einen reibungsarm auf der Aufzeichnungsfläche laufenden Fuß und einen darauf aufbauenden Ständer, an dem sich das Abtastwerkzeug vertikal verstellen läßt. Dank dieser Verstellmöglichkeit können Profile des Gegenstands in verschiedenen Höhen aufgezeichnet werden, ohne die Einstellung der Halterung verändern zu müssen.

Vorzugsweise ist der Ständer an dem Fuß um eine vertikale Achse winkelbegrenzt drehbar gelagert und federnd in eine Mittelposition seines Drehbereichs vorgespannt. Damit wird ein federnder Andruck des Abtastwerkzeugs an dem abzutastenden Gegenstand erreicht, was insbesondere bei rauhen Oberflächen von Vorteil ist. Der abgefedert gelagerte Ständer sollte mit dem Schreiber starr verbunden sein, damit eine exakte Ausrichtung von Abtastwerkzeug und Schreiber gewährleistet ist. Die Bewegung des Schreibers ist also ebenfalls abgefedert, was in Hinblick auf eine gute Zeichenqualität günstig ist.

Der Fuß des Abtast-Zeichengeräts besteht vorzugsweise aus transparentem Material. Man hat damit freie Sicht auf die Spitze des Schreibers und kann dessen Funktion unmittelbar kontrollieren.

Der Fuß des Abtast-Zeichengeräts kann auf Kugeln oder Rollen gelagert sein, um einen reibungsarmen Lauf über die Aufzeichnungsfläche zu gewährleisten.

Der Fuß hat vorzugsweise einen im wesentlichen dreieckigen Grundriß, wobei sich der Schreiber im Bereich einer Dreieckspitze befindet. Die Dreieckform ermöglicht es ein genaues Zielen beim Anfahren des zu zeichnenden Gegenstands.

Das an der Oberfläche des Gegenstands entlang streichende Abtastwerkzeug ist vorzugsweise eine im wesentlichen horizontal gerichtete Abtastnadel. Diese ermöglicht es, den zu zeichnenden Gegenstand punktuell abzufahren, Feinstrukturen aufzuzeichnen und auch Hohlräume und Hinterschneidungen abzutasten.

Es gibt aber auch Anwendungsfälle, in denen ein Abtastwerkzeug mit einer geraden Schneide von Vorteil ist. Ein Beispiel ist die Aufzeichnung rotationssymmetrischer Strukturen.

Als weiteres Abtastwerkzeug sieht die Erfindung einen Nadelhalter mit einer darin vertikal verstellbaren Nadel vor. Mit diesem Werkzeug können auf unaufwendige Weise Reliefstrukturen in vertikaler Projektion gezeichnet werden.

Die Erfindung wird im folgendn anhand eines in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigt:

Fig. 1 eine Seitenansicht der Halterung einer Vorrichtung zum Zeichnen des Profils eines dreidimensionalen Gegenstands;

Fig. 2 eine Vorderansicht der Halterung und eines kombinierten Abtast-Zeichengeräts der Vorrichtung mit Blick in Richtung II von Fig. 1;

Fig. 3 eine Draufsicht auf die Halterung mit Blick in Richtung III von Fig. 1;

Fig. 4 in größerem Maßstab einen Längsschnitt des Abtast- Zeichengeräts nach IV-IV von Fig. 5;

Fig. 5 eine Draufsicht auf das Abtast-Zeichengerät mit Schnitt nach V-V von Fig. 4;

Fig. 6 eine Draufsicht auf das Abtast-Zeichengerät mit Blick in Richtung VI von Fig. 4, die die Ausrichtung eines als Spitze ausgebildeten Abtastwerkzeugs mit einem Schreiber illustriert;

Fig. 7 die Draufsicht auf ein Abtastwerkzeug mit einer Schneide;

Fig. 8 eine Seitenansicht des Abtastwerkzeugs mit Blick in Richtung VIII von Fig. 7;

Fig. 9 die Seitenansicht eines Abtastwerkzeugs in Gestalt eines Nadelhalters mit einer vertikal beweglichen Nadel; und

Fig. 10 eine Draufsicht auf das Abtastwerkzeug mit Blick in Richtung X von Fig. 9.

Die in Fig. 1 bis 3 gezeigte Halterung ist ein Stativ mit einem Sockel 10, der mittig an der Schmalseite einer schweren rechteckigen Grundplatte 12 aufbaut. Der Sockel 10 dient zur Anbringung einer ebenen Platte 24, deren Oberfläche eine Bezugsebene darstellt, zu der der zu zeichnende Gegenstand 22 vor Beginn des Zeichenvorgangs ausgerichtet wird. In den Sockel 10 sind zwei parallele vertikale Führungsstangen 14 eingelassen, auf die mittels geeigneter Führungsbohrungen ein Reiter 16 aufgezogen ist. An dem Reiter 16 ist ein Ausleger 20 mit einer Spanneinrichtung für den zu zeichnenden Gegenstand 22 angebracht. Der Reiter 16 ist höhenverstellbar auf den Führungsstangen 14 angeordnet und mit Arretierschrauben 26 versehen, die sich in seitlichen Gewindebohrungen gegen die Führungsstangen 14 vorschrauben und den Reiter 16 klemmend daran festlegen. Der Reiter 16 hat größere Lasten zu tragen und ist deshalb mit zwei gegen je eine Führungsstange 14 arbeitenden Arretierschrauben 26 versehen.

Der Reiter 16 hat einen im wesentlichen quaderförmigen Körper mit schwerpunktmäßiger Erstreckung auf nur einer Seite der von den Führungsstangen 14 aufgespannten Ebene. Er ist hier mit einer Querbohrung versehen, durch die eine als Ausleger 20 dienende, sich horizontal erstreckende Rundstange mit Spiel hindurchgesteckt ist. Seitlich an dem Reiter 16 ist eine gegen die Rundstange arbeitende Arretierschraube 32 angeordnet, die zur Arretierung der an dem Reiter 16 horizontal verstellbaren Rundstange dient.

Die Rundstange trägt an ihrem freien Ende eine Gelenkgabel 34, zwischen deren Zinken 36 ein Schwenksegment 38 aufgenommen ist. Das Schwenksegment 38 läßt sich um den Schaft einer Spannschraube 40 drehen, die in fluchtenden Bohrungen der Zinken 36 gelagert ist, das Schwenksegment 38 durchsetzt und die Zinken 36 zusammenspannt. Die Spannschraube 40 ist horizontal und quer zu der Längsrichtung des Auslegers 20 orientiert. Sie blockiert im angeordneten Zustand das Schwenksegment 38 und gibt es im gelösten Zustand frei. Jenseits der Spannschraube 40 ist das Schwenksegment 38 mit einer in der Schwenkebene liegenden, in einer Mittelstellung des Schwenksegments 38 vertikal verlaufenden Bohrung für eine Haltestange 44 versehen, die sich in der Bohrung axial verstellen und mittels einer Arretierschraube 46 arretieren läßt. Letztere arbeitet von der der Stativsäule abgewandten Stirnseite des Schwenksegmentes 38 gegen die Haltestange 44.

Am unteren Ende der Haltestange 44 ist über ein Kugelgelenk eine Spannzange 48 angebracht, in der der zu zeichnende Gegenstand 32 eingespannt wird. Die Haltestange 44 trägt die Gelenkpfanne des Kugelgelenks, und die Spannzange 48 ist fest mit der Kugel 60 des Kugelgelenks verbunden. Letztere wird durch mehr oder weniger starkes Anziehen eines Knebels 62 in der Gelenkpfanne arretiert bzw. freigegeben, so daß man den Gegenstand 22 drehen und neigen kann.

Die Platte 24 ist an zwei beidseits der von den Führungsstangen 14 aufgespannten Ebene angeordneten, sich horizontal und parallel in dieselbe Richtung wie der Ausleger 20 erstreckenden Stangen 68 geführt, die in Bohrungen des Sockels 10 sitzen und am Ende die Platte 24 tragen. Diese ist mit kurzen Langlöchern 70 höhenverstellbar an den Stirnflächen der Stangen 68 festgeschraubt. Eine Arretierung für die Längsführung der Platte 24 ist nicht vorgesehen. Sowohl der an dem Ausleger 20 hängende Spannmechanismus, als auch die Platte 24 befinden sich auf der der schweren Grundplatte 12 abgewandten Seite des Stativs, so daß die Grundplatte 12 als Gegengewicht wirkt.

Die beschriebene Halterung ermöglicht es, den zu zeichnenden Gegenstand in beliebiger Orientierung zu der als Bezugsebene dienenden Platte 24 oberhalb einer Aufzeichnungsplatte 72 zu positionieren, auf der die Halterung steht. Man wählt dazu eine Referenzfläche an dem Gegenstand 22 aus und bringt sie unter Ausnutzung der Gelenkfreiheitsgrade in möglichst gute Ausrichtung mit der Platte 24, die zu diesem Zweck in ihrer Parallelführung dicht an den Gegenstand 22 herangefahren werden kann, wie dies Fig. 1 zeigt. Sodann wird die Platte 24 zu der Stativsäule zurückgestellt, wodurch der Gegenstand 22 von allen Seiten zugänglich wird.

Um horizontale Profile des Gegenstands 22 auf der Aufzeichnungsfläche 72 zu zeichnen, fährt man mit einem kombinierten Abtast-Zeichengerät 74 die Oberfläche des Gegenstands 22 ab. Der Aufbau dieses Geräts kann Fig. 2, 4 und 5 entnommen werden. Es hat einen Fuß 76, der aus einer transparenten Platte von abgerundet-dreieckigem Grundriß besteht. Das Dreieck ist gleichschenklig, und es hat an dem von seiner Symmetrielinie 78 durchstoßenen Scheitel 80 einen spitzen Winkel. An den drei Ecken des Fußes 76 ist je eine Kugelbuchse 82 angeordnet, die eine auf der Aufzeichnungsfläche 72 abrollende Kugel 84 enthält. Dadurch ist ein reibungsarmer Lauf des Fußes 76 auf der Aufzeichnungsfläche 72 gewährleistet.

Auf den Fuß 76 baut in der Nähe seines Schwerpunkts ein Ständer 86 auf, der aus einem Sockel 88 und zwei darin eingelassenen, sich vertikal nach oben erstreckenden Parallelführungsstangen 90 besteht. An ihrem oberen Ende sind die Stangen 90 durch eine Brücke 92 stabilisiert. Der Ständer 86ist mittels eines Nadellagers 96 um eine vertikale Achse drehbar an dem Fuß 76 gelagert. Der Innenkäfig des Nadellagers 96 stützt sich an eine Buchse 98 ab, die durch einen Stift 100 starr mit dem Sockel 88 verbunden ist.

Der Sockel 88 ist an seiner Basis mit einem Kragarm 102 verkeilt, der zwischen Kugellager 96 und Sockel 88 eingespannt ist und sich nahe der Symmetrielinie 78 des Fußes 76 im wesentlichen horizontal bis dicht vor dessen Scheitel 80 erstreckt. Der Kragarm 102 trägt an seinem freien Ende einen Schreiber 104, der durch ein Langloch 106 des Fußes 76 ragt und Linien auf die Aufzeichnungsfläche 72 zeichnet. Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel besteht der Schreiber 104 aus einer Führungshülse 108, die mit vertikaler Orientierung in einer Paßbohrung des Kragarms 102 sitzt und in mittiger Anordnung eine Mine 110 aufnimmt. Diese ist von oben mit einem Stößel 112 beaufschlagt, der an seinem oberen Ende einen Teller 114 trägt. Die Führungshülse 108 ist mit einer Kappe 116 verschlossen, zwischen der und dem Teller 114 ein Federelement 118 in Gestalt eines Schaumstoffkissens sitzt. Die Mine 110 wird so federnd gegen die Aufzeichnungsfläche 72 gedrückt.

An dem Kragarm 102 greift eine Blattfeder 120 an, deren anderes Ende mit einem Stift 122 an dem Fuß 76 befestigt ist. Der Kragarm 102 ist durch die Blattfeder 120 in eine Mittelposition vorgespannt, in der seine Längsachse mit der Symmetrielinie 78 des Fußes 76 zusammenfällt. Der Ständer 86 kann in dem Nadellager 96 gegen die Kraft der Blattfeder 120 drehen, wobei sein Drehwinkel durch das Spiel des Schreibers 104 in dem Langloch 106 begrenzt ist. Zur Arretierung des Ständers ist etwas außermittig auf halber Länge des Kragarms 102 eine Arretierschraube 124 vorgesehen, die sich gegen den Fuß 76 vorschraubt.

Auf die Parallelführungsstangen 90 des Ständers 86 ist mittels zweier Führungsbohrungen eine horizontal gerichtete Abtastnadel 126 aufgezogen, die sich entlang der Stangen 90 in der Höhe verstellen und mit einer Stellschraube 128 arretieren läßt. Wie in Fig. 4 bis 6 gezeigt, ist die Nadelspitze 130 der Abtastnadel 126 in vertikaler Projektion genau mit dem Zentrum des Schreibers 104 ausgerichtet, an dem sich die Mine 110 befindet. Die Abtastnadel 126 und der Schreiber 104 stehen über den abgefedert drehbar gelagerten Ständer 86 in starrer Verbindung. Der Schreiber 104 folgt also jeder Bewegung der Abtastnadel 126, wobei er auf der Aufzeichnungsfläche 72 eine der Bahn der Nadelspitze 30 entsprechende Linie hinterläßt.

Hinter dem Ständer 86 ist auf der Symmetrielinie 78 des Abtast-Zeichengeräts 74 ein Handgriff 132 angebracht, mit dem es sich bequem führen läßt. Um in einer bestimmten Höhe das Profil des Gegenstandes 22 aufzuzeichnen, fährt man mit der Nadelspitze 130 dessen Oberfläche ab, wobei man das Gerät 74 auf der Aufzeichnungsfläche 72 beliebigt drehen und wenden kann, da der Schreiber 104 stets in Ausrichtung mit der Abtastnadel 126 bleibt. Die abgefederte Lagerung des Ständers 86 erlaubt ein schwingendes Abtasten und Zeichnen, was insbesondere im Fall einer rauhen Oberfläche des zu zeichnenden Gegenstands 22 von Vorteil ist.

Das Abtast-Zeichengerät 74 kann statt mit der Abtastnadel 126 auch mit anderen Abtastwerkzeugen bestückt werden. Fig. 7 und 8 zeigen insofern ein Abtastwerkzeug 134 mit einer trapezförmigen ebenen Klinge, dessen gerade Schneide 136 mit horizontaler Orientierung an dem Gegenstand 22 zur Anlage kommt. Der Schreiber 102 ist mit der Schneidenmitte ausgerichtet.

Fig. 9 und 10 ist ein Abtastwerkzeug in Gestalt eines Nadelhalters zu entnehmen, der eine vertikale Führungshülse 138 für eine darin mit Spiel verschiebliche Nadel 140 aufweist. Diese dient dazu, reliefartige Strukturen abzutasten, auf denen sie aufgrund ihres Eigengewichts von oben aufliegt. Eine beim Abtasten des Reliefs erfolgende Auf- und Abbewegung der Nadel 140 hat auf die Aufzeichnung keinen Einfluß, so daß allein das zweidimensionale Muster des Reliefs in exakter vertikaler Projektion aufgezeichnet wird.

Mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung können nicht nur Profile archäologischer Fundstücke aufgezeichnet werden. Eine weitere bevorzugte Anwendung liegt bei der Aufnahme der Profile von Skulpturen und kleinen Plastiken, wie sie bei Restaurationsarbeiten erforderlich ist.

Liste der Bezugszeichen

10 Sockel

12 Grundplatte

14 Führungsstange

16 Reiter

20 Ausleger

22 Gegenstand

24 Platte

26 Arretierschraube

30 Nut

32 Arretierschraube

34 Gelenkgabel

36 Zinken

38 Schwenksegment

40 Spannschraube

44 Haltearm

46 Arretierschraube

48 Spannzange

52 Lasche

54 Lasche

60 Kugel

62 Knebel

68 Stange

70 Langloch

72 Aufzeichnungsfläche

74 Abtast-Zeichengerät

76 Fuß

78 Symmetrielinie

80 Scheitel

82 Kugelbuchse

84 Kugel

86 Ständer

88 Sockel

90 Parallelführungsstange

92 Brücke

96 Nadellager

98 Buchse

100 Stift

102 Kragarm

104 Schreiber

106 Langloch

108 Führungshülse

110 Mine

112 Stößel

114 Teller

116 Kappe

118 Federelement

120 Blattfeder

122 Stift

124 Arretierschraube

126 Abtastnadel

128 Stellschraube

130 Nadelspitze

132 Handgriff

134 Abtastwerkzeug

136 Schneide

138 Führungshülse

140 Nadel


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zum Zeichnen des Profils eines dreidimensionalen Gegenstands (22), insbesondere eines archäologischen Fundstücks im Maßstab 1 : 1, mit einer Halterung für den Gegenstand (22), mittels derer dieser von der Seite zugänglich oberhalb einer Aufzeichnungsfläche (72) anbringbar und zu einer Bezugsebene ausrichtbar ist, und mit einem kombinierten Abtast-Zeichengerät (74), das über die Aufzeichnungsfläche (72) verschieblich ist, die Oberfläche des in der Halterung sitzenden Gegenstands (22) mit einem Abtastwerkzeug (126, 134, 140) überstreicht und einen mit dem Berührungspunkt des Abtastwerkzeugs (126, 134, 140) ausgerichteten Schreiber (104) enthält, der Linien auf der Aufzeichnungsfläche (72) hinterläßt.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Halterung ein Stativ mit einer vertikalen Säule (14), einem davon vorzugsweise horizontal auskragenden Ausleger (20), einem in dessen Endbereich angeordneten Haltearm (44) und einem Spannmechanismus an dessen Ende ist.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Ausleger (20) höhen- und längsverstellbar an der Säule (14) angebracht ist.
  4. 4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Haltearm (44) um eine Achse (40) schwenkbar an dem Ausleger (20) und der Spannmechanismus mittels eines Kugelgelenks (60, 62) an dem Haltearm (44) angebracht ist.
  5. 5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Haltearm (44) längsverstellbar in einer von dem Ausleger (20) getragenen Gelenkbuchse (38) angeordnet ist.
  6. 6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß an der Halterung eine die Bezugsebene bildende Platte (24) verstellbar angebracht ist.
  7. 7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Platte (24) parallel zu dem Ausleger (20) verstellbar und um wenigstens ein kleines Stück höhenverstellbar ist.
  8. 8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Abtast-Zeichengerät (74) einen reibungsarm auf der Aufzeichnungsfläche (72) laufenden Fuß (76) und einen darauf aufbauenden Ständer (86) hat, an dem das Abtastwerkzeug (16, 134, 140) vertikal verstellbar ist.
  9. 9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Ständer (86) mit dem Schreiber (104) starr verbunden und um eine vertikale Achse an dem Fuß (76) winkelbegrenzt drehbar gelagert ist.
  10. 10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Ständer (86) federnd (120) in einer Mittelposition seines Drehbereichs vorgespannt ist.
  11. 11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Fuß (76) aus transparentem Material besteht.
  12. 12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß der Fuß (76) auf Kugeln (84) oder Rollen läuft.
  13. 13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß der Fuß (76) einen im wesentlichen dreieckigen Grundriß hat, und daß sich der Schreiber (104) im Bereich einer Dreieckspitze (80) befindet.
  14. 14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß das Abtastwerkzeug eine im wesentlichen horizontal gerichtete Abtastnadel (126) ist.
  15. 15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß das Abtastwerkzeug (134) eine gerade Schneide (136) hat.
  16. 16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß das Abtastwerkzeug ein Nadelhalter (138) mit einer vorzugsweise vertikal verstellbaren Nadel (140) ist.






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