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Dokumentenidentifikation DE3420186C2 05.04.1990
Titel Vorratsanordnung von aus Kunststoffmaterial mit gummiähnlichen Eigenschaften bestehenden spritzgegossenen gleichen Dichtungsringen
Anmelder Festo KG, 7300 Esslingen, DE
Erfinder Stoll, Kurt, Dipl.-Ing., 7300 Esslingen, DE
Vertreter Magenbauer, R., Dipl.-Ing.; Reimold, O., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat., Pat.-Anwälte, 7300 Esslingen
DE-Anmeldedatum 30.05.1984
DE-Aktenzeichen 3420186
Offenlegungstag 05.12.1985
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 05.04.1990
Veröffentlichungstag im Patentblatt 05.04.1990
IPC-Hauptklasse B65D 85/58
IPC-Nebenklasse B65B 35/02   B65D 69/00   
Zusammenfassung Es handelt sich um eine Vorratsanordnung (1) von aus Kunststoffmaterial insbesondere mit gummiähnlichen Eigenschaften bestehenden gleichen Kleinteilen (2) wie Dichtringe, Unterlegscheiben o. dgl. Diese sind zu einer magazinierfähigen Einheit zusammengefaßt. Benachbarte Kleinteile (2) sind am Umfang an mindestens einer leicht trennbaren Naht- oder Verbindungsstelle (5) gleichgerichtet einstückig miteinander verbunden. Die Vorratsanordnung (1) wird von einer Vorratsscheibe gebildet, die aus flächenmäßig in dicht gepackter Anordnung verteilten mit ihrer axialen Richtung parallel zur Scheibenachse (3) angeordneten Kleinteilen zusammengesetzt ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine für Bestückungsmagazine geeignete Vorratsanordnung von aus Kunststoffmaterial mit gummiähnlichen Eigenschaften bestehenden spritzgegossenen gleichen Dichtungsringen, die über Sollbruchstellen kettenartig miteinander verbunden sind.

Kleinteile der hier infrage stehenden Art, z.B. Dichtungsringe für die Verwendung in pneumatischen oder hydraulischen Einrichtungen werden üblicherweise lose und zusammenhanglos wie Schüttgut in Beuteln verpackt geliefert und müssen deshalb noch sortiert und lageorientiert magaziniert werden, bevor sie in einer Montagestation einer Anlage zum Fertigen der jeweiligen Einrichtung bereitgestellt werden. Dieses Magazinieren kann im Falle von Schüttgut mittels eines Rütteltopfes und einer anschließenden Förderrinne erfolgen, was jedoch einen gewissen apparativen Aufwand mit sich bringt und zu Störungen führen kann. Außerdem ist die Herstellung solcher Schüttgut-Kleinteile aufwendig. Diese erfolgt üblicherweise durch Spritzgießen, wobei sich eine über ein den Entlüftungs- und Spritzkanälen entsprechendes Geäst verbundenes Gebilde ergibt. Dieses Geäst stellt einen an sich unnötigen Materialaufwand dar und das Trennen der Kleinteile von diesem Geäst bedeutet einen zusätzlichen Herstellungsschritt.

Zur Beseitigung dieser Nachteile wurde gemäß der DE-OS 29 44 314 bereits eine Vorratsanordnung der eingangs genannten Art vorgeschlagen, bei der die Kleinteile zu einem sich beim Spritzen oder Pressen ergebenden band- oder kettenähnlichen Strang zusammengefaßt sind, der aufgerollt und aufgewickelt werden kann. Hierdurch ist es möglich geworden, beispielsweise die Dichtungsringe der Vorratsanordnung in Richtung auf die Einsatzstelle hin vorzufördern und bei der Montage die Verbindung zwischen dem jeweils vordersten Dichtungsring und dem nachfolgenden Dichtungsring im Bereich der Naht- oder Verbindungsstelle, die wie eine Sollbruchstelle ausgebildet sein kann, zu trennen, um dann den abgetrennten Dichtungsring in lageorientierter Weise an die Einsatzstelle vorzufördern. Es liegen somit zu einer magazinierfähigen Einheit zusammengefaßte Dichtungsringe vor, die unmittelbar beim Spritzen oder Pressen entsteht und nach ihrer Herstellung ohne weiteres, d.h. ohne Entfernung des Geästs, verwendet werden kann.

Bei der Herstellung einer solchen Vorratsanordnung tritt jedoch folgende Schwierigkeit auf:

Die Vorratsanordnung sollte möglichst viele Dichtungsringe enthalten, d.h. der Strang muß entsprechend lang sein, die Herstellungswerkzeuge, im allgemeinen eine Gießform, besitzen jedoch nur eine mit Bezug auf die Stranglänge wesentlich kürzere Länge, weshalb der Strang schrittweise hergestellt wird. Dabei wird nach dem Spritzen oder Pressen jeder Schrittlänge die nächste Schrittlänge einstückig angeformt. Dies ergibt nicht nur eine verhältnismäßig lange Herstellungszeit sondern auch am Übergang zwischen jeweils zwei Schrittlängen hinsichtlich des Materialverbunds und der Außengestalt der Dichtungsringe kritische Ansatzstellen, insgesamt also ein recht aufwendiger Arbeitsgang. Beim nachfolgenden Aufwickeln zu einem spulenähnlichen Gebilde - wobei die Mittelachse des einzelnen Dichtungsringes jeweils rechtwinklig zur Spulenachse verläuft - besteht die Gefahr, daß die Kettenteile an den Verbindungsstellen auseinanderbrechen, außerdem kann es bei der Ringentnahme zu Störungen kommen, wenn die Aufwickelung nicht präzsise genug ist.

Der vorliegenden Erfindung liegt demgegenüber die Aufgabe zugrunde, eine Vorratsanordnung der eingangs genannten Art zu schaffen, bei der bei vereinfachter Herstellung eine störungsfreie Magazinentnahme ermöglicht wird.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Dichtungsringe der gesamten einstückig gespritzten Vorratsanordnung flach in einer Ebene liegen und daß die Dichtungsringe um eine mittig liegende ausgeformte Lager- und Zentrieröffnung spulenförmig in Windungen abwickelbar angeordnet sind.

Wegen der flächenmäßigen, also nicht linearen Verteilung der Dichtungsringe enthält diese Anordnung ein Vielfaches der bei der bekannten Anordnung jeweils einer Schrittlänge entsprechenden Anteil von Dichtungsringen, so daß ein einziger Herstellungsgang genügt, um eine Anordnung zu erhalten, welche die an der Montagestation der Fertigungsanlage für die z.B. pneumatische oder hydraulische Einrichtung benötigten Dichtungsringe od.dgl. in geordneter und somit magazinierter Form in genügender Anzahl bereitstellt, wobei die Vorratsanordnung auch noch im Bereich der Montagestation drehbar angeordnet werden kann, so daß sich insgesamt eine einfache, störungsfreie Magazinentnahme ergibt. Nach dem Abtrennen und Montieren jedes Dichtungsringes kann man auf diese Weise den nächsten Dichtungsring in Montageposition bringen.

Damit man die Vorratsscheibe drehen und die Kleinteile einzeln im Maschinentakt in Montageposition bringen kann, besitzt die Vorratsscheibe zweckmäßigerweise eine zentrale Lageröffnung für eine Lagerachse. Diese kann von den entlang der innersten Windung angeordneten Dichtungsringen begrenzt sein, so daß man die Lageröffnung ohne zusätzlichen Materialaufwand von selbst erhält. Bei einem Alternativausführungsbeispiel - es handelt sich hier ja um Dichtungsringe - ist dagegen vorgesehen, daß die Lageröffnung von einem zentral angeordneten Dichtungsring gebildet wird, durch das sich die Lagerachse stecken läßt.

Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nun anhand der Zeichnung beschrieben. Es zeigen:

Fig. 1 eine Vorratsscheibe gemäß der vorliegenden Erfindung in Draufsicht,

Fig. 2 die Vorratsscheibe gemäß Fig. 1 im Schnitt nach der Linie II-II in Fig. 1,

Fig. 3 eine entsprechende Schnittdarstellung einer ähnlichen Vorratsscheibe und

Fig. 4 und 5 jeweils die Draufsicht einer Variante der Vorratsscheibe nach Fig. 1.

In der Zeichnung sind Vorratsanordnungen 1a, 1b, 1c von aus Kunststoffmaterial mit gummiähnlichen Eigenschaften bestehenden gleichen Kleinteilen 2a, 2b, 2c dargestellt, bei denen es sich um durch Spritzen oder Pressen hergestellte Dichtungsringe für pneumatische oder hydraulische Einrichtungen handelt.

Die Vorratsanordnungen besitzen scheiben- oder plattenförmige Gestalt, so daß man von Vorratsscheiben sprechen kann. Jede dieser Vorratsscheiben enthält eine Vielzahl von zu einer magazinierfähigen Einheit zusammengefaßten Dichtungsringen, wobei benachbarte Dichtungsringe am Umfang an mindestens einer leicht trennbaren Naht- oder Verbindungsstelle gleich gerichtet einstückig miteinander verbunden sind. Dabei sind die Vorratsscheiben jeweils aus flächenmäßig in dicht gepackter Anordnung verteilten, mit ihrer axialen Richtung parallel zur Scheibenachse 3a, 3b, 3c angeordneten Dichtungsringen zusammengesetzt. Die Vorratsscheiben werden in einem entsprechende Abmessungen aufweisenden Herstellungswerkzeug in einem Arbeitsgang hergestellt. Sie können dann ohne jede Nachbearbeitung als Dichtungsringmagazin verwendet werden.

Bei sämtlichen Ausführungsbeispielen ist ferner vorgesehen, daß die Dichtungsringe 2, 2a, 2b, 2c entlang einer ebenen, aus mehreren Windungen bestehenden Windungslinie 4a, 4b, 4c aufeinanderfolgen. Bei jeder Vorratsscheibe sind der Einfachheit halber nicht sämtliche der sie bildenden Dichtungsringe eingezeichnet worden; die fehlenden Dichtungsringe befinden sich auf den gestrichelt angedeuteten Bereichen der jeweiligen Windungslinie. Des weiteren ist in den dargestellten Fällen die Windungslinie jeweils spiralförmig, so daß sich sozusagen ein schneckennudelartiges Aussehen ergibt. Prinzipiell könnte die Windungslinie jedoch auch einen anderen Verlauf, z.B. einen eckigen Verlauf besitzen.

Wesentlich ist, daß man die Dichtungsringe, beginnend am äußeren Ende der Windungslinie, nacheinander einzeln abtrennen kann.

Bei dem in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel ist in Richtung der Windungslinie gesehen jeder Dichtungsring 2a an entgegengesetzten Umfangsstellen über eine Naht- oder Verbindungsstelle 5 mit dem jeweils benachbarten Dichtungsring einstückig verbunden. Der innerste und der äußerste Dichtungsring besitzen selbstverständlich nur eine Naht- oder Verbindungsstelle. Die hier die Gestalt kurzer Materialstege besitzenden Naht- oder Verbindungsstellen können - dies trifft auch für die anderen dargestellten Ausführungsbeispiele zu - auf der Windungslinie 4a, 4b, 4c liegen, die Dichtungsringe können jedoch auch entlang einer zur Windungslinie parallelen Linie miteinander verbunden sein.

Gemäß Fig. 2 können sich die Naht- oder Verbindungsstellen 5 in der Mittelebene der Vorratsscheibe befinden. Im Falle von empfindlichen Dichtungsringen ist es jedoch zweckmäßig, daß die Naht- oder Verbindungsstellen außerhalb der Ringmittelebene angeordnet sind. Dies ist in der Fig. 3 gezeigt, bei welcher Anordnung es sich um Dichtungsringe mit Flachgestalt handelt. Unabhängig hiervon ist die Naht- oder Verbindungsstelle 5&min; mit Bezug auf die Ringmittelebene versetzt. Dies bringt insbesondere auch bei 0-Ringen den Vorteil mit sich, daß sich beim Abtrennen der Dichtungsringe an den Stellen der Naht- oder Verbindungsstellen ergebende Formungenauigkeiten nicht an der den größten Durchmesser aufweisenden Umfangslinie befinden, was bei solchen Dichtungsringe wichtig ist, die mit ihrem Außenumfang abdichten sollen. Ein beim Abtrennen entstehender Grat liegt dann also an einer Stelle, die keine Abdichtfunktion übernimmt.

Fig. 5 zeigt, daß die Dichtungsringe 2c, als Unterlegscheiben od.dgl. Kleinteile an den Naht- oder Verbindungsstellen auch unmittelbar aneinander haften können.

Bei der in der Fig. 4 dargestellten Vorratsscheibe sind die Kleinteile nur der Windungslinie 4b oder einer hierzu parallelen Linie entlang miteinander verbunden, d.h. sie sind von den jeweils in radialer Richtung benachbarten Kleinteilen frei. Die in der Spiralform gespritzte Vorratsscheibe behält ihre Gestalt trotzdem bei, vor allem, wenn es sich um kleingewichtige Teile wie Dichtungsringe handelt. Es versteht sich, daß die einzelnen Windungen lose aneinander liegen.

Demgegenüber ist in Fig. 1 dargestellt, daß auch mindestens eine Anzahl der Dichtungsringe in radialer Richtung mit den benachbarten Dichtungsringen verbunden sein kann. Solche radialen Naht- oder Verbindungsstellen sind bei 6 dargestellt. Sie ergeben eine größere Formstabilität der Vorratsscheibe, bringen nach dem Abtrennen am Dichtungsringumfang jedoch eine zusätzliche Gratstelle mit sich.

Bei der Anwendung einer solchen Vorratsscheibe kann man so vorgehen, daß man sie an der Montagestation drehbar anordnet.

Dabei befindet sich in der Ausgangsstellung der äußerste Dichtungsring im Weg beispielsweise eines Montagefingers, der beim Vorfahren den Dichtungsring abtrennt und in lageorientierter Form an die Einsatzstelle vorschiebt. Durch schrittweises Drehen der Vorratsscheibe im Maschinentakt gelangen dann die weiteren Dichtungsringe aufeinanderfolgend in die Montagestellung. Auf diese Weise werden die von den Dichtungsringen gebildeten Windungen sozusagen abgewickelt.

Um die drehbare Lagerung der Vorratsscheibe zu ermöglichen, besitzt diese zweckmäßigerweise eine zentrale Lageröffnung für eine Lagerachse. Bei der Vorratsanordnung gemäß Fig. 1 wird die zentrale Lageröffnung 3a unmittelbar von den entlang der innersten Windung angeordneten Dichtungsringen begrenzt. Die auf diese Weise ohne zusätzlichen Materialaufwand gebildete Lageröffnung ist zwar unrund. Eine exakte Lagerung ist jedoch deshalb nicht erforderlich, da am äußeren Spiralende eine den jeweils äußersten Dichtungsring in Montagestellung bringende Führungs- und Positioniereinrichtung angreifen kann.

Man kann aber auch vorsehen, daß die Lageröffnung von einem zentral angeordneten Dichtungsring gebildet werden kann.

Dieser Dichtungsring kann den Beginn der Spirale oder einer eckig verlaufenden Windungslinie bilden.


Anspruch[de]
  1. 1. Für Bestückungsmagazine geeignete Vorratsanordnung von aus Kunststoffmaterial mit gummiähnlichen Eigenschaften bestehenden spritzgegossenen gleichen Dichtungsringen, die über Sollbruchstellen kettenartig miteinander verbunden sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Dichtungsringe der gesamten einstückig gespritzten Vorratsanordnung flach in einer Ebene liegen und daß die Dichtungsringe um eine mittig liegende ausgeformte Lager- und Zentrieröffnung spulenförmig in Windungen abwickelbar angeordnet sind.
  2. 2. Vorratsanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Lager- und Zentrieröffnung vom äußeren Rand der entlang der innersten Windung angeordneten Dichtungsringe begrenzt ist.
  3. 3. Vorratsanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Lager- und Zentrieröffnung vom inneren Rand des ersten Dichtungsringes begrenzt ist.






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