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Dokumentenidentifikation DE3833424A1 05.04.1990
Titel Druckmodulator
Anmelder FAG Kugelfischer Georg Schäfer KGaA, 8720 Schweinfurt, DE
Erfinder Zsari, Geza, 8720 Schweinfurt, DE
DE-Anmeldedatum 01.10.1988
DE-Aktenzeichen 3833424
Offenlegungstag 05.04.1990
Veröffentlichungstag im Patentblatt 05.04.1990
IPC-Hauptklasse B60T 8/42
Zusammenfassung Um bei einem Druckmodulator für blockiergeschützte Bremsanlagen für Kraftfahrzeuge mit einfachen Mitteln eine feinfühlige druckabhängige Entlastung zu ermöglichen, ist die Rückstellfeder als einseitig eingespannte Blattfeder ausgebildet, die einen vom Regeldruck abhängigen sich verändernden wirksamen Kraftangriffsweg besitzt.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Druckmodulator nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Aus der DE-OS 36 08 573 ist ein solcher Druckmodulator bekannt. Dabei ist ein Hebelwerk mit einem sich über den Hub des Druckentlastungskolbens ändernden Übersetzungsverhältnis vorgesehen, das eine massive Ausführung erfordert, mehrere Einzelteile bedingt und somit das Gewicht erhöht. Außerdem ist keine feinfühlige druckabhängige Entlastung möglich, da das Hebelwerk von der konstanten Federkraft beaufschlagt wird die vom jeweiligen Blockierdruck unabhängig ist.

Es ist deshalb Aufgabe der Erfindung einen Druckmodulator der eingangs genannten Art so weiterzubilden, daß mit einfachen Mitteln eine feinfühlige druckabhängige Entlastung ermöglicht und Gewicht eingespart wird.

Die Lösung dieser Aufgabe wird mit den Merkmalen im kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 erreicht. Vorteilhafte Weiterbildungen enthalten die Ansprüche 2 bis 4.

Durch die Ausbildung der Blattfeder, die sich am Rohrstück abstützt wird aufgrund der Abwicklung (Anschmiegung) der wirksame Federweg verändert, wenn die Blattfeder abhängig vom jeweiligen Bremsdruck vom Entlastungskolben unter Zugspannung gesetzt wird, d. h. bei niedrigem Systemdruck weiche Federkennlinie (langer Hebelarm) bei hohem Systemdruck harte Federkennlinie (kurzer Hebelarm).

Die Erfindung soll an einem Ausführungsbeispiel dargestellt werden.

Es zeigt:

Fig. 1 einen erfindungsgemäßen Druckmodulator im Schnitt.

Im Gehäuse 1 sind die Druckmittelzufuhrleitung mit 2 und die Druckmittelabflußleitung mit 3 bezeichnet. Sie führen in den bzw. aus dem Druckraum 4 in dem ein Kugelventil 5 und ein Druckentlastungskolben 6 angeordnet sind. Der Druckentlastungskolben 6 ist über eine Betätigungsstange 7 axial verschiebbar. Die Betätigungsstange 7 ist an ihrem anderen Ende mit der Feder 8 an deren freiem Ende verbunden, wobei die Feder 8 sich auf einem Rohrstück 9 abstützt und am Gehäuse 1 befestigt ist. Im Befestigungsbereich ist die Feder 8 etwa halbkreisförmig gebogen, so daß sie sich am Rohrstück 9 anschmiegt. Am freien Ende der Feder 8 ist eine Kette 10 als Zugmittel befestigt, die in bekannter Weise über eine elektronisch gesteuerte Kupplung 11 im Blockierfall auf eine Rolle 12 aufgewickelt wird. Die Feder 8 ist so ausgelegt, daß sie im Normalfall für die Betätigungsstange 7 eine feste Auflage bildet, d. h. daß der Druckentlastungskolben 6 der sich auf der Betätigungsstange 7 abstützt, eine genaue definierte Lage einnimmt und damit der Druckraum 4 ein bestimmtes Volumen besitzt. Wird im Blockierfall jedoch die Kette 10 auf die Rolle 12 aufgewickelt, so wirkt am freien Ende der Feder 8 eine Kraft, die die Feder 8 auslenkt (gestrichelt gezeichnet). Die mit ihr verbundene Betätigungsstange 7 gelangt dadurch in die ebenfalls gestrichelt gezeichnete Stellung, was zur Folge hat, daß der Druckentlastungskolben 6 sich um das Maß "S" nach unten verlagert und damit das Volumen des Druckraums 4 vergrößert. Die Verlagerung des Druckentlastungskolbens 6 bewirkt gleichzeitig, daß das zunächst von dem Ventilstößel 13 offengehaltene Kugelventil 5 schließt und die Druckmittelzufuhrleitung 2 absperrt. Die Volumenvergrößerung des Druckraumes 4 bedingt eine Reduzierung des Bremsdruckes in der Druckmittelabflußleitung 3 und damit am Radzylinder. Sobald die Elektronik meldet, daß die Blockiergefahr vorüber ist, schaltet die Kupplung 11 ab. Damit wird die Kette 10 kraftlos und die Rückstellkraft der Feder 8 schiebt die Betätigungsstange 7, den Druckentlastungskolben 6 und den Ventilstößel 13 nach oben. Dadurch wird wieder Druck aufgebaut bzw. das Kugelventil 5 geöffnet.

Das besonders Vorteilhafte an der vorliegenden Erfindung ist die Eigenschaft, daß die Blattfeder 8 einen vom Regeldruck abhängigen veränderten wirksamen Federweg besitzt und somit sehr feinfühlig regelt.

Muß nämlich bei niedrigen Bremsdrücken (ca. 40 bar) schon geregelt werden, weil sich das Fahrzeug z. B. auf Glatteis befindet, so wirkt auf dem Druckentlastungskolben 6 und die Betätigungsstange 7 nur eine kleine senkrecht gerichtete Kraft (Druck × Kolbenfläche), die auch die Blattfeder 8 nur gering auf Zug beansprucht. Für die am freien Federende angreifende Kettenzugkraft ergibt sich eine "wirksame Federlänge" vom Krafteinleitungspunkt "K" bis zur Federbefestigungsstelle "E" am Gehäuse, also ein langer Hebelarm und somit eine "weiche" Federkennlinie.

Bei hohem Bremsdruck (ca. 120 bar) ergibt sich hingegen eine große senkrecht wirkende Kraft mit entsprechender Zugkraft auf die Blattfeder 8 die sich unter dieser Lasteinwirkung an das Rohrstück 9 fest anschmiegt, so daß als wirksame Federlänge nur noch der kürzere Hebelarm von "K" bis zum Anlagepunkt "A" zur Verfügung steht. Es ergibt sich eine "harte" Federkennlinie.

Natürlich läßt sich dieser Effekt auch erreichen, wenn das Rohrstück - also die Auflagefläche für die Blattfeder - eine entsprechende Form aufweist oder die Blattfeder selbst mit unterschiedlicher Biegesteifigkeit ausgebildet ist.


Anspruch[de]
  1. 1. Druckmodulator für blockiergeschützte Bremsanlagen für Kraftfahrzeuge, wobei ein Druckentlastungskolben gegen die Kraft einer Feder verschiebbar ist und im Blockierfall über ein Zugmittel von einer elektronisch gesteuerten Elektromagnetkupplung betätigbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Feder (8) als einseitig eingespannte Blattfeder ausgebildet ist, an deren freiem Ende eine Betätigungsstange (7) angreift, die auf den Druckentlastungskolben (6) einwirkt, der im Gehäuse (1) geführt ist und daß die Blattfeder (8) einen vom Regeldruck abhängigen sich verändernden wirksamen Kraftangriffsweg (Federlänge KA bzw. KE) besitzt.
  2. 2. Druckmodulator nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die am Gehäuse (1) befestigte Blattfeder (8) in diesem Bereich vorzugsweise halbrund gebogen ist und sich auf einem Rohrstück (9) abstützt und von da ausgehend sich zur Betätigungsstange (7) des Druckentlastungskolbens (6) hin erstreckt.
  3. 3. Druckmodulator nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Zugmittel (10) am freien Ende der Blattfeder (8) angelenkt ist und etwa 90° zur Betätigungsstange (7) und zur Blattfeder (8) wirkt.
  4. 4. Druckmodulator nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß im drucklosen Zustand der Entlastungskolben (6) sich in der oberen Totpunktlage befindet.






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