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Dokumentenidentifikation DE3837026A1 03.05.1990
Titel Waage für hohe Taralasten
Anmelder Wöhrl, Josef, 7114 Pfedelbach, DE
Erfinder Wöhrl, Josef, 7114 Pfedelbach, DE
Vertreter Vièl, G., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 6606 Gersweiler
DE-Anmeldedatum 31.10.1988
DE-Aktenzeichen 3837026
Offenlegungstag 03.05.1990
Veröffentlichungstag im Patentblatt 03.05.1990
IPC-Hauptklasse G01G 23/14
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Waage für hohe Taralasten mit einem für die Tarierung geeigneten Hebelsystem, dem eine Anzeigevorrichtung zugeordnet ist.
Das wesentliche Merkmal der Erfindung besteht darin, daß abweichend von den bekannten Tarierungen, für die erfindungsgemäße Tarierung ein möglichst in der Nähe der Wägebrücke bzw. unmittelbar an der Wägebrücke eingreifendes System vorgesehen ist.
Die Tarierung erfolgt über ein an einem Hebel angebrachtes Taragewicht oder über ein zweites Wägesystem für die Taralast.
Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, daß die Hebel, Lager und Schneiden des Hebelwerks bis zur Auswiegevorrichtung von der hohen Taralast entlastet werden, Verschleiß und Belastung des Hebelwerks vermindert werden, ein wesentlich kleinerer Wägebereich ausreicht und die Meßgenauigkeit verbessert wird.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Waage für hohe Taralasten mit einem für die Tarierung geeigneten Hebelsystem, dem eine Anzeigevorrichtung zugeordnet ist.

Das Wägen von Gütern, bei denen das Nettogewicht nur ein kleiner Bruchteil des Taragewichtes beträgt, wie beispielsweise bei Gasen in Stahldruckbehältern, ist relativ schwierig.

Bei den bekannten Waagen erfolgt die Tara-Kompensation erst am letzten Hebelwerk unmittelbar vor der Auswiegevorrichtung. Dies hat den Nachteil, daß auf Grund der hohen Lasten ein großes Gesamthebelverhältnis erforderlich ist, was sowohl die Anzahl der Hebel erhöht als auch deren Länge vergrößert. Diese Waagen haben deshalb einen großen Platzbedarf, auf allen Hebeln, Lagern und Schneiden des Hebelsystems lastet das hohe Taragewicht und die Genauigkeit der Waage wird durch das umfangreiche Hebelsystem eingeschränkt.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, eine Waage für hohe Taralasten zu entwickeln, bei der diese Nachteile vermieden werden.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß für die Tarierung ein möglichst in der Nähe der Wägebrücke der Waage eingreifendes System vorgesehen ist.

Im Rahmen der Erfindung liegt es, daß für die Tarierung ein aus einem Hebel und Gehänge bestehendes an den Lasthebeln der Wägebrücke angreifendes System vorgesehen ist, dem an einem Ende des Hebels ein Taragewicht zugeordnet ist.

Nach einer weiteren Ausbildung der Erfindung ist vorgesehen, daß für die Tarierung ein an einem Hebel angebrachtes Taragewicht vorgesehen ist, das über den Hebel und den Zwischenträger auf die Zwischenbrücke wirkend angeordnet ist.

Eine andere Ausbildung der Erfindung besteht darin, daß für die Tarierung ein an einem Hebel angebrachtes Taragewicht vorgesehen ist, das über den Hebel und einen weiteren Zwischenträger auf die Wägebrücke der Waage wirkend angeordnet ist.

Vorteilhaft ist es, daß für die Tarierung eine zweite Wägebrücke mit Lasthebeln vorgesehen ist, die über den Hebel und das Gehänge auf die Lasthebel der Wägebrücke tarierend wirkt.

Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, daß bei Eingriff der Tarierung an den Lasthebeln der Wägebrücke der Waage die den Ecklagern nachfolgenden Lager und Hebel, bei Eingriff unmittelbar an der Wägebrücke, alle Lager und Hebel des Hebelwerks von der Taralast entlastet und nur von der Nettolast belastet sind. Dadurch wird der Verschleiß an Lagern und Schneiden stark herabgesetzt und in Folge kleinerer Übersetzungen und weniger Hebel die Auflösung und Genauigkeit der Waage erhöht.

Die Erfindung wird anhand der Zeichnungen näher erläutert.

Es zeigen

Fig. 1 schematisch eine Waage für hohe Taralasten mit Tarahebel und Eingriff der Tarierung an den Lasthebeln der Wägebrücke,

Fig. 2 den Schnitt A-C aus Fig. 1,

Fig. 3 schematisch eine Waage für hohe Taralasten mit Tarahebel und Eingriff der Tarierung an der Zwischenbrücke,

Fig. 4 den Schnitt A-C aus Fig. 3,

Fig. 5 schematisch eine Waage für hohe Taralasten mit Tarahebel und Eingriff der Tarierung an der Wägebrücke,

Fig. 6 den Schnitt A-C aus Fig. 5,

Fig. 7 schematisch eine Waage für hohe Taralasten mit einer zweiten Wägebrücke für Taralasten und Eingriff der Tarierung an den Lasthebeln der Wägebrücke, und

Fig. 8 den Schnitt A-C aus Fig. 7.

Fig. 1 zeigt den schematischen Aufbau einer erfindungsgemäßen Waage 17 für hohe Taralasten und in Fig. 2 ist der Schnitt A-C von Fig. 1 dargestellt. Die Last des auf die Wägebrücke 1 der Waage 17 aufgebrachten Wägegutes wird über die Zwischenlager 14 auf die Zwischenbrücke 2 und von dort auf die beiden parallel geschalteten als Dreieckshebel ausgebildeten Lasthebel 5, 6 des Lasthebelwerks übertragen.

Das Tarierungssystem, das aus einem als Tarahebel ausgebildeten Hebel 3 mit einem an seinem einen Ende angebrachten Taragewicht 7 und einem an dem anderen Ende angebrachten Gehänge 4 besteht, greift über das Gehänge 4 an den Lasthebeln 5, 6 der Wägebrücke 1 an. Beim Eingriff des Tarierungssystems an den Lasthebeln 5, 6 werden lediglich die Ecklager 15 von der hohen Bruttolast belastet, während die Aufhängeschneiden und die nachgeschalteten Hebel und Lager bis zur Auswiegevorrichtung 16 von der Taralast entlastet und nur vom Nettogewicht belastet sind. Das hat den Vorteil, daß für die Waage 17 trotz der hohen Taralasten nur ein relativ kleiner Nettowägebereich erforderlich ist, und daß darüberhinaus die geringeren Belastungen in den dem Lasthebelwerk nachgeschalteten Hebelwerken kleinere Übersetzungsverhältnisse zulassen und/oder die Anzahl der Hebelwerke gesenkt werden kann. Beide Maßnahmen wirken sich positiv auf die Meßgenauigkeit der Waage 17 aus. Als Auswiegevorrichtung 16 ist zweckmäßigerweise eine Kreiselkraftmeßzelle vorgesehen.

Beim Wägen von Gasen in Stahldruckbehältern mit einer Taralast von 2,5 t ist der Wägebereich beispielsweise 150 kg bei einer Skalenteilung von 1 g. Bei einer Taralast von 13 t und einem Wägebereich von z. B. 600 kg ergibt sich eine Skaleneinteilung von 10 g, d. h. mit der erfindungsgemäßen Waage kann trotz hoher Taralast sehr genau gewogen werden.

ln Fig. 3 und 4 sind der schematische Aufbau einer Waage 17 für hohe Taralasten mit Tarahebel 3 und Eingriff der Tarierung an der Zwischenbrücke 2, sowie der Schnitt A-C von Fig. 3 dargestellt. Wie aus der Schnittzeichnung in Fig. 4 hervorgeht, greift das Tarierungssystem über den am anderen Ende des Tarahebels 3 angebrachten Zwischenträger 8 an der Zwischenbrücke 2 an. Die Taralast drückt somit gegen die Zwischenbrücke 2 und entlastet dadurch auch die Ecklager 15.

Diese Ausbildung der Erfindung wirkt sich zwar vorteilhaft auf die Ecklager 15 aus, hat aber den Nachteil, daß die an der Zwischenbrücke 2 angreifenden Druckkräfte des Tarierungssystems Durchbiegungen der Zwischenbrücke 2 hervorrufen, die als Biegefehler die Meßgenauigkeit der Waage 17 beeinflussen können.

Bei der in den Fig. 5 und 6 dargestellten erfindungsgemäßen Ausführung der Waage 17 für hohe Taralasten greift das Tarierungssystem über den weiteren Zwischenträger 9 unmittelbar an der Wägebrücke 1 der Waage 17 an. Dadurch werden Durchbiegungsfehler an der Zwischenbrücke 2 vermieden und alle Lager des Hebelwerks nur von der Nettolast belastet.

In den bisher beschriebenen Ausführungen der Erfindung erfolgt die Kompensation der Taralast durch ein an dem einen Ende des Tarahebels 3 angebrachtes Taragewicht 7. Diese Ausführung weist den Nachteil auf, daß die Lage des Schwerpunkts des Taragewichts 7 genau definiert sein muß. Bei voluminösen, gestaltlosen Wägegütern, wie beispielsweise Schrott, ist dies nicht möglich. Deshalb wurde in einer weiteren in den Fig. 7 und 8 dargestellten, vorteilhaften Ausführung der Erfindung das Taragewicht 7 in dem Tarierungssystem durch eine zweite Wägebrücke 10 für Taralasten mit den beiden auf den Hebel 13 wirkenden Lasthebeln 11, 12 ersetzt. Der Hebel 13 greift, wie beispielsweise in der Fig. 7 und Fig. 8 gezeigt, an den Lasthebeln 5, 6 der Wägebrücke 1 der Waage 17 tarierend ein.

Der Eingriff der Tarierung kann aber auch in der gleichen Weise wie bereits beschrieben an der Zwischenbrücke 2 oder unmittelbar an der Wägebrücke 1 der Waage 17 erfolgen.


Anspruch[de]
  1. 1. Waage für hohe Taralasten und einem für eine Tarierung geeigneten Hebelsystem, dem eine Anzeigevorrichtung zugeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, daß für die Tarierung ein möglichst in der Nähe der Wägebrücke (2) der Waage (17) eingreifendes System vorgesehen ist.
  2. 2. Waage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß für die Tarierung ein aus einem Hebel (3) und Gehänge (4) bestehendes an den Lasthebeln (5, 6) der Wägebrücke (1) angreifendes System vorgesehen ist, dem an einem Ende des Hebels (3) ein Taragewicht (7) zugeordnet ist.
  3. 3. Waage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß für die Tarierung ein an einem Hebel (3) angebrachtes Taragewicht (7) vorgesehen ist, das über den Hebel (3) und den Zwischenträger (8) auf die Zwischenbrücke (2) wirkend angeordnet ist.
  4. 4. Waage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß für die Tarierung ein an einem Hebel (3) angebrachtes Taragewicht (7) vorgesehen ist, das über den Hebel (3) und den weiteren Zwischenträger (9) auf die Wägebrücke (1) der Waage (17) wirkend angebracht ist.
  5. 5. Waage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß für die Tarierung eine zweite Wägebrücke (10) mit Lasthebeln (11, 12) vorgesehen ist, die über den Hebel (13) und das Gehänge (4) auf die Lasthebel (5, 6) der Wägebrücke (1) tarierend wirkt.






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