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Dokumentenidentifikation DE3143660C2 13.06.1990
Titel Als Wagenaufbau einer Flur- und/oder Hängebahn des Untertagebetriebes dienender Schüttgut-, insbesondere Kalziumchloridpulverbehälter
Anmelder Müller & Borggräfe KG, 5820 Gevelsberg, DE
Erfinder Gottschalk, Günter, 5800 Hagen, DE
Vertreter Herrmann-Trentepohl, W., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 4690 Herne
DE-Anmeldedatum 04.11.1981
DE-Aktenzeichen 3143660
Offenlegungstag 11.05.1983
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 13.06.1990
Veröffentlichungstag im Patentblatt 13.06.1990
IPC-Hauptklasse B61D 5/00
IPC-Nebenklasse E21F 5/16   E21F 5/06   B60P 1/60   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen als Wagenaufbau auf Flur- und/oder Hängebahnen des Untertagebetriebes dienenden Schüttgut-, insbesondere Kalziumchloridpulverbehälter gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1.

Die Erfindung bezieht sich insbesondere auf die Durchführung eines bekannten Staubbindeverfahrens im Berg- und Tunnelbau, das auch als Pulververfahren bekannt ist. Hierbei wird ein netzmittelhaltiges, feinkörniges Calziumchloridpulver verwendet, das infolge seiner großen Oberfläche gut an Streckenfirste und -stößen haftet. Durch Wasseraufnahme aus den Wettern zerfließt das ausgebrachte Pulver schnell zu einer Lösung. Das stark hygroskopische Salz bindet im feuchten Zustand den abgelagerten Staub.

Das Heranschaffen der benötigten Mengen und das Ausbringen des Pulvers in der Strecke muß rationell erfolgen. Während man zunächst das benötigte Pulver in Säcken transportierte, benutzt man seit längerem die eingangs bezeichneten Behälter, welche nicht nur eine Transportrationalisierung durch Ausnutzung der unter Tage verlegten Bahnen ermöglichen, sondern auch Materialverluste durch vorzeitige Wasseraufnahme des Pulvers mit ihren dichten Verschlüssen verhindern. Die Blasgeräte sind so ausgebildet, daß mit ihnen das Pulver aus den Säcken oder Behältern unmittelbar entnommen und aufgetragen werden kann.

Aus der DE-OS 29 35 200 ist bekannt, die Entleerungsöffnungen in den seitlichen Wänden des Behälters anzuordnen und mit außen liegenden Verschlußkappen zu sichern. Aus den geringen Profilhöhen der unter Tage eingesetzten Bahnen ergibt sich eine langgestreckte, niedrige Behälterform mit flachem Behälterboden. Um eine möglichst vollständige Entleerung des Behälters zu erreichen, sind an den Behälterstirnseiten Reinigungsöffnungen vorgesehen. Das Blasgerät weist ein Ringkammergebläse auf, bei dem in die Ringkammer Druckluft eintritt, welche über Düsen den Blasstrahl erzeugt. Das Ansaugende wird von einer Hilfskraft in jeweils eine der Entleerungsöffnungen eingebracht und in dieser festgehalten. Am Abgabeende des Blasgerätes sitzt ein Schlauch, der an einem Blasrohr endet, aus dem das Pulver austritt. Diese sogenannte Lanze wird von einer zweiten Arbeitskraft gehalten und dirigiert.

In der Praxis ergibt sich, daß die vollständige Entleerung der Behälter auf Schwierigkeiten stößt. Sie muß jedoch aus Gründen der Transportrationalisierung angestrebt werden. Daher muß die am Behälter tätige Arbeitskraft über die Reinigungsöffnung das Pulver im Behälter häufiger von Hand in den Bereich der Entleerungöffnungen verbringen, um das Ansaugen des Restpulvers mit dem Blasgerät zu ermöglichen. Das Entleeren des Behälters, aber auch das Ausbringen des Pulvers erfordert daher zuviel Handarbeit und ist nicht rationell. Es treten zudem auch häufiger Betriebsstörungen auf, welche ihren Grund hauptsächlich in den klebenden Eigenschaften des Pulvers haben. Das Gebläse wird dabei verstopft. Seine Reinigung ist wegen des beschriebenen Aufbaues mit erheblichen Zeitverlusten verbunden und häufig auch schwierig.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, den Transport und das Ausbringen des Schüttgutes weiter zu rationalisieren, wobei die Möglichkeit geschaffen werden soll, diese Vorgänge mit einer Arbeitskraft durchzuführen.

Diese Aufgabe wird bei einem gattungsgemäßen Schüttgutbehälter durch die im kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 genannten Merkmale gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.

Erfindungsgemäß führt die Bodenentleerung trotz flachem Behälterboden zu erheblich geringeren Restmengen im Behälter. Die unter jeder Entleerungsöffnung sitzende Rohrkammer füllt sich entsprechend ihrer fortlaufenden Entleerung bei Blasbetrieb durch aus dem Behälterinneren nachrutschendes Gut, ohne daß eine Arbeitskraft für diesen Teil des Blasvorganges benötigt wird. Es ist lediglich erforderlich, an Ort und Stelle den Druckluftanschluß herzustellen und die Lanze anzuschließen, wenn der Blasbetrieb aufgenommen werden soll. Die Kupplung am Druckluftstrahlrohr ermöglicht dabei nicht nur einen konstruktiv einfachen Zusammenbau der Teile, sondern gestattet auch eine leichte Reinigung der Rohrkammer, aus der sich das Druckluftstrahlrohr bei gelöster Kupplung ohne weiteres zurückziehen läßt. Die Kammer wird in der Regel mit dem Druckluftstrahlrohr und einem an diesem sitzenden Nippel an der betreffenden Stirnseite verschlossen, benötigt also dort keinen eigenen Verschluß. An der gegenüberliegenden Seite genügt ein Deckel. Selbst wenn dieser nicht dicht ist oder gar ganz fehlt, wird das Pulver im Behälter nicht beeinträchtigt, weil der Pulverrest in der Rohrkammer einen ausreichenden Verschluß bildet, der sich auf die beschriebene Weise leicht entfernen läßt. Wenn man die Kupplungen identisch ausbildet, kann man je nach den örtlichen Verhältnissen die Seite des Behälters wählen, an der das Gut ausgebracht wird.

Vorzugsweise bildet man den Behälter so aus, daß die Mantelaussparung in einem Kammerzylinder angebracht ist, an dessen Stirnseiten Reduzierrohre befestigt sind. Dabei ist der Kammerzylinder an den Behälter über am Behälterboden befestigte Tragbleche angeschlossen, von denen wenigstens einige einen Auslauftrichter bilden. Hieraus ergibt sich eine stark vereinfachte Fertigung der Behälter.

Denn die Reduzierrohre sind gängige Teile und auch der Kammerzylinder kann mit einem einfachen Rohr verwirklicht werden. Die Tragbleche gestatten die nötige Befestigung einer so aufgebauten Rohrkammer und haben außerdem den Vorteil, daß sie den Zulauf des Gutes in die Rohrkammer verbessern, so daß sich die Restmengen im Behälter weiter reduzieren lassen.

Die Erfindung wird anhand eines Ausführungsbeispieles in Verbindung mit den Zeichnungen näher erläutert. Es zeigt

Fig. 1 eine Seitenansicht des Behälters,

Fig. 2 eine Draufsicht auf den Gegenstand der Fig. 1,

Fig. 3 eine Stirnansicht des teilweise im Schnitt wiedergegebenen Behälters nach den Fig. 1 und 2,

Fig. 4 eine Draufsicht auf eine der Rohrkammern des in den Fig. 1 bis 3 wiedergegebenen Behälters und

Fig. 5 eine Stirnansicht des Gegenstandes der Fig. 4.

Der in den Fig. 1 bis 3 wiedergegebene Behälter hat eine langgestreckte Form, die sich aus parallelen Seitenwänden 2, 3 und dazu rechtwinklig verlaufenden Stirnwänden 4, 5 ergibt. An den Stirnwänden 4, 5 sitzen Zapfen 6, 7, mit deren Hilfe der Behälter an den Tragbalken einer Laufkatze einer nicht dargestellten Hängebahn angeschlossen werden kann. Unter dem flachen Behälterboden 8 befinden sich andererseits Profile 9 bzw. 10, welche Einführungsschlitze bilden, die die Verbindung des Behälters mit dem Fahrwerk eines Wagens einer Flurbahn ermöglichen. Weitere Profile 11 bzw. 11&min; dienen zur Befestigung und Handhabung des Behälters.

Das Innere des Behälters ist durch Zwischenwände 12, 13 unterteilt. Jedem der Teile 14-16 ist ein eigener Deckel 17-19 zugeordnet, welcher einen zuverlässigen Abschluß des Behälters nach außen bildet. Die Deckel sind lösbar, um einen ausreichenden Zugang der Abteile 14-16 zu gewährleisten.

Jedem Abteil ist eine Entleerungsöffnung 20-22 zugeordnet. Während die Entleerungsöffnung 21 des mittleren Abteils 15 in der geometrischen Mitte angeordnet ist, sitzen die Entleerungsöffnungen 20 und 22 der Abteile 14 und 16 außerhalb der Mitte. Das ergibt sich aus den beschriebenen Anschlußteilen für das Flurbahnfahrwerk. Im übrigen sind die Öffnungen rechteckig mit zu den Behälterwänden 2, 3 bzw. Zwischenwänden 12, 13 parallelen Kanten und von unter sich gleicher Größe. Das ermöglicht die identische Ausbildung der druckluftbetriebenen Blasgeräte, die mit den Behälteröffnungen 20 und 22 zusammenwirken und nachfolgend anhand der Fig. 3 näher erläutert werden.

Ein solches Blasgerät hat gemäß der Ausführungsform der Fig. 3 eine allgemein mit 24 bezeichnete Rohrkammer. Die Rohrkammer besteht gemäß dem Ausführungsbeispiel aus einem Kammerzylinder 25, der an seinen Stirnseiten 26, 27 Reduzierrohre 28, 29 trägt, welche an Rohrstutzen 30, 31 enden, die außen mit einem Gewinde versehen sind. Dadurch können Verschraubungen 32, 33 auf den Rohrstutzen 30 und 31 befestigt werden. Die Verschraubungen halten eine Kupplungshälfte 34, 35 in Form der sogenannten C-Schlauchkupplungen.

Die der Kupplungshälfte 34 an dem allgemein mit 36 bezeichneten Stirnende der Rohrkammer 24 zugeordnete weitere Kupplungshälfte 37 sitzt am Ende eines in Fig. 3 gestrichelt wiedergegebenen Druckluftstrahlrohres 38, dessen Mündung 39 in das Reduzierrohr 28 hineinragt. Das Blasrohr 38 endet an einem Nippel 40, an dem gemäß der Darstellung der Fig. 3 die Überwurfmutter 41 eines Verbindungsschlauches 42 angeschraubt ist. Über den Schlauch 42 wird Druckluft dem Blasrohr 38 zugeführt.

Die gegenüberliegende Stirnseite 43 der Rohrkammer 24 trägt eine lösbare Kupplungshälfte 44 mit einem Einband 45 eines Schlauches 46, durch den das Pulver ausgebracht wird. Diese sogenannte Lanze ist nur mit dem abgebrochen wiedergegebenen Schlauch 46 dargestellt.

Gemäß der Darstellung in den Fig. 4 und 5 ist die ständig mit dem Boden 8 des Behälters 1 verbundene Rohrkammer 24 mit einem Rahmen 48 versehen. Dieser Rahmen hat zwei längere Rahmenglieder 49, 50, welche quer zur Achse 51 der Rohrkammer 24 verlaufen. Außerdem hat der Rahmen zwei kurze Rahmenglieder 52, 53. Sämtliche Rahmenglieder bestehen aus Winkelprofilen, wie Fig. 5 zeigt. Die Winkelprofile haben in ihrem nach oben gerichteten Flanschen 54 eine oder mehrere Bohrungen 55 für Verschraubungen, die u. a. bei 56 in Fig. 3 dargestellt sind. Da der Behälterboden verhältnismäßig dünn ist, wird an ihn ein Anschlußrahmen 57 angeschweißt, mit dem die Verschraubungen zusammenwirken.

Innerhalb des Querschnittes des Rahmens 48 befindet sich der Kammerzylinder 25, der zwischen den Rahmengliedern 49 und 50 eine Aussparung 47 aufweist, die unterhalb der betreffenden Entleerungsöffnung 20-22 angeordnet ist.

An den kurzen Rahmengliedern 52, 53 sind Schrägbleche 58, 58&min; angeschweißt, die einen Auslauftrichter 59 begrenzen. Das Ganze ist in Schweißkonstruktion ausgeführt.

Im Betrieb läßt sich der gefüllte Behälter 1 mit dem Blasrohr 38 transportieren. An Ort und Stelle wird zunächst die Behälterseite gewählt, an der zweckmäßig die Schlauchkupplung 44 angebracht wird. Das hängt u. a. davon ab, welche der Behälterseiten dem Stoß zugewandt ist. Sollte das Innere der Rohrkammer 24 verstopft sein, so läßt sich beim Anbringen des Blasrohres 38 der Stopfen entfernen, sobald die Überwurfmutter 41 angeschlossen ist und durch den Schlauch 42 Druckluft zuströmt.

Nach Anbringung der Teile gemäß Fig. 3 tritt Luft aus dem Ende 39 des Blasrohres 38 aus und bläst das ständig aus dem Behälterinneren nachrutschende Pulver durch den Schlauch 46 in die nicht dargestellte Lanze. Nachdem sich das betreffende Abteil 14, 15, 16 weitgehend entleert hat, kann der Schlauch umgeschlossen werden.

Im allgemeinen braucht man die Stirnseite 43 nicht zu verschließen, weil das Pulver selbst einen ausreichenden Verschluß bildet. Man kann an dieser Stelle jedoch einen Deckel vorsehen.

Die Schlauchkupplungen sind handelsüblich und gestatten daher eine einfache Ausführung.


Anspruch[de]
  1. 1. Als Wagenaufbau einer Flur- und/oder Hängebahn des Untertagebetriebes dienender Schüttgut-, insbesondere Kalziumchloridpulverbehälter mit mehreren Entleerungsöffnungen zur seitlichen Entladung des Schüttgutes mit Hilfe eines druckluftbetriebenen Blasgerätes, dadurch gekennzeichnet, daß die Entleerungsöffnungen (20, 21, 22) im Behälterboden (8) ausgespart sind, unter dem jeweils einer Entleerungsöffnung (20, 21, 22) zugeordnete Rohrkammern (24) befestigt sind, deren Mantel unter der Entleerungsöffnung (20, 21, 22) ausgespart ist, und daß jede Rohrkammer (24) an ihren Stirnseiten (36, 43) je eine Kupplungshälfte (34, 35) aufweist, deren andere Kupplungshälften (37, 44) an einem in die Rohrkammer (24) einführbaren Druckluftstrahlrohr (38) und an einer Abgabeleitung (46) angebracht sind.
  2. 2. Schüttgutbehälter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kupplungen (34, 37; 35, 44) unter sich identisch ausgebildet sind.
  3. 3. Schüttgutbehälter nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Mantelaussparung (47) in einem Kammerzylinder (25) der Rohrkammer (24) angebracht ist, an dessen Stirnseiten (26, 27) Reduzierrohre (28, 29) angebracht sind, und daß der Kammerzylinder (25) der Rohrkammer (24) an dem Behälter über mit dem Behälterboden befestifte Tragbleche (58, 58&min;) angeschlossen ist, von denen wenigstens einige einen Auslauftrichter (59) bilden.
  4. 4. Schüttgutbehälter nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Tragbleche (58, 58&min;) und der Kammerzylinder (25) mit einem Rahmen (48) verbunden sind, der über einen Befestigungsrahmen (57) mit dem Behälterboden (8) verschraubt ist.






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