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Dokumentenidentifikation DE3143982C2 13.06.1990
Titel Vorrichtung zum Entfernen von Blattwerk von Wurzelfrüchten
Anmelder Franquet, Gilbert, Guignicourt, FR
Vertreter Hain, L., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 8000 München
DE-Anmeldedatum 05.11.1981
DE-Aktenzeichen 3143982
Offenlegungstag 09.06.1982
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 13.06.1990
Veröffentlichungstag im Patentblatt 13.06.1990
IPC-Hauptklasse A01D 23/02
IPC-Nebenklasse A01D 33/02   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Entfernen von Blattwerk von Wurzelfrüchten, insbesondere von Rüben, gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.

Bei bekannten Vorrichtungen dieser Art (DE-GM 77 27 630 und FR-PS 15 25 203), die vor einer Rübenerntemaschine angeordnet sind, rotiert in einem fahrbaren Gehäuse um eine horizontale Achse ein Rotor mit Abschneidmessern, die das Blattwerk von den Wurzelfrüchten abhauen und unter dem Einfluß der Zentrifugalkraft entgegen der Fahrtrichtung nach hinten in eine zylindrische Wanne abwerfen. In dieser ebenfalls querliegenden Wanne arbeitet eine Förderschnecke, die das aufgefangene Blattwerk zur Seite hin austrägt. Bei diesen bekannten Maschinen ist die Wanne mit der Förderschnecke etwas höher als der Messerrotor gelagert, damit das Blattwerk auf seiner Wurfbahn in die Wanne hineinfällt. Dies macht es wiederum erforderlich, daß die dem Rotor zugekehrte Wannenseite unterhalb der Lagerachse der Förderschnecke endet, damit ein ausreichender Einwurfbereich für das Blattwerk offen bleibt. Daraus ergibt sich aber der Nachteil, daß das von der Förderschnecke aufgenommene Blattwerk nicht vollständig ausgetragen, sondern während des Seitentransportes zum Teil über den Wannenrand geschoben wird und sodann auf den Boden abfällt. Auch von den rotierenden Abschneidmessern kann es dabei erfaßt und zerstreut werden. Auf dem Boden liegendes Blattwerk behindert aber die Arbeit der Erntemaschine.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zum Entfernen von Blattwerk zu schaffen, bei der das Blattwerk durch die Förderschnecke verlustfrei ausgetragen wird und nicht auf den Boden fällt.

Diese Aufgabe wird an einer Vorrichtung gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 erfindungsgemäß durch die Kennzeichnungsmerkmale dieses Anspruches gelöst.

Durch die erfindungsgemäß einer Förderschnecke zugeordnete Leitfläche wird das frische, vom Messerrotor in die Wanne geworfene Blattwerk zurückgehalten, so daß es mit dem bereits von der Förderschnecke aufgenommenen Blattwerk verbunden und vermengt wird. Das Blattwerk wird auf diese Weise ohne Rückstände und verlustfrei ausgetragen. Eine Behinderung der nachfolgend einzusetzenden Erntemaschine tritt nicht mehr ein, da die Bodenfläche in diesem Arbeitsbereich frei von Blattwerk ist. Die erfindungsgemäße Leitfläche ermöglicht es ferner, daß die Wanne in ihren Dimensionen dem Förderschneckendurchmesser angepaßt werden kann und dadurch nicht nur die Förderschnecke wirksamer fördert, sondern auch eine kleinere Bauweise ausführbar ist.

Vorteilhafte Weiterentwicklungen der Erfindung sind in Unteransprüchen gekennzeichnet. So besteht bei einer bevorzugten Ausführungsform die Leitfläche mit der Vorderwand der Wanne aus einem Stück und bildet davon einen zurückspringenden Einschlag, der über die durch die Rotationsachse der Förderschnecke gelegte Horizontalebene hinaus verlängert ist.

Andererseits kann die Leitfläche auch ein eigenes Element sein, das nachträglich an die Wanne angesetzt und von einem perforierten oder nicht perforierten Blech gebildet ist, das an der freien Vorderkante der Wanne durch Schweißen, Vernieten, Verschrauben od. dgl. befestigt ist. Es ist in diesem Fall auch möglich, den Rand des die Leitfläche bildenden Bleches mit einem Doppelpfalz zu versehen, der die kraftschlüssige Verbindung des Bleches mit dem Rand der Vorderwand der Austragswanne ermöglicht.

Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung kann die Leitfläche plan sein und gegenüber der Vertikalen eine variable Neigung bzw. Schrägstellung einnehmen.

Nach einer weiteren Ausführungsform kann die Leitfläche mit der Vorderwand der Austragswanne auch durch ein Klavier- od. dgl. Gelenkband verbunden sein, wobei ihre Neigung entsprechend den Verhältnissen mittels einer Verstelleinrichtung, die formschlüssig mit der Leitfläche verbunden und die mittels eines Klemmorganes wie Flügelmuttern feststellbar ist, eingestellt werden kann.

Eine solche Verstellbarkeit ist wünschenwert, denn je nach dem anfallenden Blattwerk von Zuckerrüben, Rübenkraut od. dgl. Wurzelfrüchten erleichtert eine mehr oder weniger ausgeprägte Schrägstellung der Leitfläche die wechselweise Verbindung des auszutragenden Blattwerks.

Bei Maschinen, die für einen bestimmten Verwendungszweck gebaut sind, kann die Leitfläche statt plan zu sein einfach feststehend und zylindrisch sein und so eine Verlängerung der zylindrischen Vorderwand der Wanne mit der Förderschnecke bilden.

Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung sind der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispieles einer Vorrichtung zum Entfernen von Blattwerk, die in der Zeichnung schematisch dargestellt ist, zu entnehmen.

Die dargestellte, mit 1 bezeichnete Blattwerk-Entfernvorrichtung ist in bekannter Weise an einen nicht dargestellten Traktor anzukuppeln, der vorne eine Dreipunkt-Trageinrichtung mit einem Anbautrapez aufweist. Dieses Anbautrapez greift in ein Dreieck 2 ein, das mit einem Gehäuse 3 der Blattwerk-Entfernvorrichtung verschweißt und über eine Zugstange 4 mit einer Hülse 5 verbunden ist, die zur Lagerung eines Laufrades 6 dient, das mit Hilfe eines Handrades 7 einstellbar ist, um die Messer 8 eines Rotors 9 in der Höhe verstellen zu können.

Dieser Rotor ist im Gehäuse 3 - in Fahrtrichtung -, vor einer zylindrischen Wanne 10 zur Aufnahme des Blattwerkes angeordnet, in welcher eine Förderschnecke 12 um eine Achse 11 in Richtung des Pfeiles F 2 umläuft.

Diese Förderschnecke 12 rotiert in gleicher Richtung wie der Rotor 9 (Pfeil F 1), dessen Messer 8 das Blattwerk oder die Blätter 13 der Rüben 14 in gewünschter Höhe, entsprechend der Einstellung des Laufrades 6, abschneiden. Das Gehäuse 3, das den Rotor 9 mit seinen Messern 8 und die zylindrische Wanne 10 mit ihrer Förderschnecke 12 einschließt, ist auf bekannte Weise durch Längsträger 15 verstärkt.

Um zu verhindern, daß bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung der Blattwerkstrom V wieder aus der Wanne 10 heraustritt und auf die Erde S abfällt, ist über der Gehäuseöffnung der Blattwerk-Entfernvorrichtung erfindungsgemäß die Vorderwand (in Fahrtrichtung F gesehen) der Wanne 10 an ihrer freien Oberkante mit einer Leitfläche 16 versehen, die gegenüber der Vertikalen nach rückwärts in Richtung der vertikalen Rückwand 17, die die Wanne mit der Decke des Gehäuses 3 verbindet, geneigt ist.

Diese Leitfläche 16 kann plan oder gekrümmt ausgeführt sein.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform, die in der Zeichnung dargestellt ist, ist die Leitfläche 16 plan und vorzugsweise in ihrer Neigung um eine Gelenkachse 18 verstellbar, die zweckmäßig von einer Zylinderstange gebildet ist, die durchgehend oder mit Unterbrechung in Randösen ähnlich denen eines Scharnierbandes eingesteckt ist. Dies kann einfach dadurch erreicht werden, daß der untere Rand der Leitfläche 16 und der obere freie Rand der Vorderwand der Wanne 10 entsprechend geformt werden.

Wie schon erwähnt, ist die Neigung der Leitfläche 16 nach rückwärts verstellbar. Dabei ist die jeweilige Einstellung von verschiedenen Parametern, wie der Laufgeschwindigkeit des Rotors 9, der Tiefe der Wanne 10 und der Rotationsgeschwindigkeit der Förderschnecke 12 abhängig.

Wichtig ist, daß das Blattwerk, das auf die vorhergehenden, in den Zwischenräumen der Förderschnecke angesammelten Blätterschichten abgelegt wird, sicher hängen bleibt und nicht mehr aus der Wanne 10 herausfallen kann.

Die Leitfläche 16 erfüllt diese Funktion vollkommen, weil sie das periphere Blattwerk, das sonst dazu neigt, aus der Wanne 10 zu fallen, nach rückwärts zur Förderschnecke 12 hin umlenkt.

Wenn man die Neigung der Leitfläche 16 verändert, ist es dank einer in Grade unterteilten Verstelleinrichtung (nicht dargestellt) möglich, das unter der Wirkung der Zentrifugalkraft in der Förderschnecke bewegte Blattwerk mehr oder weniger stark umzulenken, damit es nicht über die Vorderwand der Wanne 10 herausfallen kann.

Andererseits kann die Leitfläche 16 auch in einer vorbestimmten Stellung feststehend verschweißt sein, die für eine gegebene Blattwerk-Entfernvorrichtung eine optimale Austragung des Blattwerkes durch den Rotor gewährleistet.

Dies ermöglicht, wenn eine Blattwerk-Entfernvorrichtung zur Wartung in eine Werkstatt gebracht wird, eine Verbesserung ihrer Wirksamkeit und ihrer Leistung.

Die Leitfläche 16 kann gegebenenfalls auch in einfacher Weise durch Aufsetzen auf den freien Rand der Vorderwand der Wanne 10 festgemacht werden.

Gemäß der im Gehäuse 3 zwischen dessen Decke und dem Scheitel der Förderschnecke 12 verfügbaren Höhe ist es auch möglich, die Leitfläche kleiner oder größer auszuführen.

Wenn man die Gebläsewirkung des Rotors 9 einerseits und die Leitwirkung des zwischen der Decke des Gehäuses 3 und der Leitfläche 16 eingeschlossenen Kanales andererseits berücksichtigt, so wird die verstärkte Austragungswirkung für das Blattwerk verständlich, wodurch die Leistung und auch die Qualität der Arbeitsweise der Blattwerk-Entfernvorrichtung verbessert wird. Außerdem können ihr Gewicht, ihre Abmessungen und auch der Wannendurchmesser mit dem der Förderschnecke merklich verkleinert werden, so daß eine kompaktere und dennoch leistungsfähigere Maschine entsteht.

Wenn man also eine Leitfläche vorsieht, braucht die Höhe der Wanne nur kaum größer zu sein, als der Radius der Förderschnecke. Dadurch kann das Niveau der Gehäusedecke der Vorrichtung verringert und letztere niedriger gebaut werden, weil der Durchmesser des Rotors ebenso verkleinert werden kann, der dadurch wieder mit größerer Geschwindigkeit rotieren kann.

In der Praxis kann man also die Höhe der Blattwerk-Entfernvorrichtung auf einen Gesamtwert zwischen 400 und 500 mm verringern, der bis dahin 600 bis 700 mm betragen hatte, und gleichzeitig kann der Rotor mit seinen Schneidkanten mit einem Durchmesser von maximal 450 mm mit größerer Geschwindigkeit laufen.

Es könnte z. B. das die Leitfläche tragende Teil der Vorderwand der Wanne in Vertikalrichtung auch ausdehnbar sein.

Die beschriebene Blattwerk-Entfernvorrichtung kann außer zum Entblättern von Zuckerrüben ebenso bei Karotten und anderen Wurzelfrüchten zum Einsatz kommen.


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zum Entfernen von Blattwerk von Wurzelfrüchten, insbesondere von Zuckerrüben, mit einem in einem Gehäuse gelagerten Rotor zum Abschneiden des Blattwerkes, einer dahinter angeordneten Wanne zur Aufnahme des abgeschnittenen Blattwerkes sowie mit einer in dieser Wanne umlaufenden Förderschnecke zum seitlichen Austragen des Blattwerkes, dadurch gekennzeichnet, daß die Wanne (10) auf der auf der Aufnahmeseite liegenden Vorderwand um eine Leitfläche (16) nach oben verlängert ist, die - bezogen auf die Fahrtrichtung - nach rückwärts geneigt ist und sich auf der ganzen Länge der Wanne (10) über einen Teil der schraubenförmigen Windungen der Förderschnecke (12) erstreckt.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die mit der Vorderwand der Wanne (10) einstückige Leitfläche (16) gegenüber dieser einen Einschlag bildet, der über eine durch die Rotationsachse (11) der Förderschnecke (12) gelegt Horizontalebene hinaus verlängert ist.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Leitfläche (16) von einem eigenen Element aus einem durchlöcherten oder nicht durchlöcherten Blech gebildet ist, das mit dem vorderen freien Rand der Wanne (10) durch Schweißen, Nieten, Verschrauben od. dgl. verbunden ist.
  4. 4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Leitfläche (16) plan ausgebildet und ihre Neigung gegenüber der Vertikalen verstellbar ist.
  5. 5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1, 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Leitfläche (16) mit der Vorderwand der Wanne (10) mittels eines Klavier- od. dgl. Gelenkbandes verbunden und ihre Neigung mittels einer Verstelleinrichtung, die formschlüssig mit der Leitfläche verbunden ist, einstellbar und mittels eines Klemmorganes, wie Flügelmutter, feststellbar ist.
  6. 6. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Leitfläche (16) eine feststehende und zylindrische Verlängerung der zylindrischen Vorderwand der Wanne (10) bildet.






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