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Dokumentenidentifikation DE3220630C2 13.06.1990
Titel Verfahren zum Herstellen eines vollisolierten Steckers und dadurch hergestelltes Zwischenprodukt
Anmelder Leonische Drahtwerke AG, 8500 Nürnberg, DE
Erfinder Thoma, Ernst, Dipl.-Ing., 8500 Nürnberg, DE
Vertreter Tergau, E., Dipl.-Ing.; Pohl, H., Dipl.-Ing., Pat.-Anwälte, 8500 Nürnberg
DE-Anmeldedatum 02.06.1982
DE-Aktenzeichen 3220630
Offenlegungstag 08.12.1983
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 13.06.1990
Veröffentlichungstag im Patentblatt 13.06.1990
IPC-Hauptklasse H01R 43/24
IPC-Nebenklasse H01R 13/405   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen eines vollisolierten Steckers, bei dem die Drähtchen der abisolierten Enden der Adern einer Leitung in hülsenartig ausgebildete, rückwärtige Enden der insbesondere von einer Isolierstoffbrücke gehaltenen Steckerstifte eingeschoben und darin durch Zusammenklemmen der Hülsenwände fixiert werden, wonach die derart hergestellte Verbindungseinheit mit dem Isolierstoffgehäuse umspritzt wird.

Bei einem in DE 24 40 264 A beschriebenen Herstellungsverfahren werden die durch Abisolierung der Leitungsadern freigelegten, aus einer Vielzahl von Drähtchen beispielsweise 24 Drähtchen - in die an das rückseitige Ende eines jeden Steckerstiftes angeformte Steckerstifthülse eingeschoben und darin durch das Zusammenklemmen der Hülsenwände fixiert. Diese Arbeitsgänge werden auf Fertigungsautomaten vorgenommen. Um das Eintreten möglichst sämtlicher Drähtchen der abisolierten Litze einer Leitungsader in die zugeordnete Steckerstifthülse zu gewährleisten, ist diese trichterartig nach außen erweitert, wobei der Trichterrand radial über den Hülsendurchmesser hinaussteht. Auch dadurch läßt sich nicht mit Sicherheit gewährleisten, daß sämtliche Drähtchen der Litze einer Leitungsader bei der Fertigung in der Steckerstifthülse liegen. Als Folge hiervon stehen die nicht in die Hülse eingeführten Drähtchen seitlich nach außen bzw. nach hinten. Nach dem an die Herstellung der Verbindungseinheit anschließenden Umspritzen derselben mit dem Isolierstoffgehäuse kann es vorkommen, daß das Ende eines solchen abstehenden Drähtchens in der Oberfläche des gespritzten Steckergehäuses liegt, so daß die gewünschte Isolation nicht gewährleistet ist. Die Gefahr des Oberflächenkontaktes eines solchen Drähtchens ist dadurch vergrößert, daß die Form des durch Umspritzen hergestellten Isolierstoffgehäuses bei den vollisolierten Europasteckern durch Normung vorgegeben ist und sich nach hinten in Richtung auf das Anschlußkabel verjüngt. Dadurch kann ein Drahtende gerade in den Verjüngungsbereich des Steckergehäuses hineinragen.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei dem Herstellungsverfahren der eingangs genannten Art zu gewährleisten, daß ein beim Einführen in die Steckerstifthülse von dieser nicht umfaßtes, sondern seitlich abstehendes Drähtchen der Leitungsader nicht in den Oberflächenbereich des Steckergehäuses hineinsteht und zu einem Oberflächenkontakt führen kann. Diese Aufgabe wird durch das Kennzeichen des Anspruches 1 gelöst. Wenn hier von dem Herstellungsverfahren eines Steckers gesprochen wird, so gilt dasselbe für das Herstellungsverfahren z.B. einer Steckerkupplung.

Durch die Erfindung wird ein etwa seitlich abstehendes Drähtchen in etwa paralleler Anlage an der Außenisolation einer Leitungsader bzw. der Steckerstifthülse fixiert, wobei es prinzipiell ausreicht, wenn diese Fixierung bis zum anschließenden Umspritzen des Steckergehäuses vorhält. Es ist gewährleistet, daß im wesentlichen der gesamte mögliche Lagebereich eines seitlich abstehenden Drähtchens von der Breite der Crimp-Verbindung erfaßt wird. Nach hinten in Leitungsrichtung kann ein Drähtchenende ohne Schaden um einen kleinen Restbetrag über die Bandage hinausstehen, weil durch die Beaufschlagung seitens der Bandage dort weitgehend bereits eine Parallellage des Drähtchens zur Aderlängserstreckung gewährleistet ist, so daß dieses Restende nicht mehr in den Oberflächenbereich des umspritzten Steckergehäuses hineintreten kann.

Die Bandage kann in verschiedener Weise hergestellt werden. Zunächst ist es denkbar, die Bandage durch eine Crimp-Verbindung herzustellen. Derartige Verbindungen sind in der Technik der Herstellung elektrischer Leitungen allgemein bekannt. Einfache Stecker oder Steckverbinder werden durch eine Crimp-Verbindung an den abisolierten Litzenenden von Kabeln befestigt. Meist handelt es sich dabei um eine sogenannte B-Crimpung. Hierzu werden einfache Blechbandagen verwendet.

Die Kennzeichnungsmerkmale der Ansprüche 3 und 5 betreffen alternative Ausführungsformen für die Bandagen. Sie weisen eine ausreichende Lagestabilität auch während des Spritzens des Steckergehäuses auf.

Die Kennzeichnungsmerkmale der Ansprüche 6 und 7 gehen davon aus, daß die Abisolierlängen der in Betracht kommenden elektrischen Leitungen etwa 6 mm betragen. Im Endmontagezustand ragt die Kabelisolierung noch um einen gewissen Betrag in das trichterförmige Ende der Steckerstifthülse hinein, so daß es nach den Erfahrungen ausreichend ist, wenn die Bandage um etwa 4 mm in den Bereich der Kabelisolation und um die restlichen 2 mm in den Umfangsbereich der Hülse hinaussteht.

Die Erfindung wird an Hand der in den Figuren beispielsweise dargestellten Verfahrens-Zwischenprodukte näher erläutert. Es zeigt

Fig. 1 eine aus den beiden durch eine Isolierstoffbrücke miteinander verbundenen Steckerstiften und den an ihnen fixierten Leitungsadern hergestellte Verbindungseinheit mit bandagierten Steckerstifthülsen,

Fig. 2 und 3 zwei alternative Ausführungsformen der Bandagierung.

Zur Herstellung eines vollisolierten Steckers, z.B. eines Europasteckers, wird eine vorgefertigte Steckerstifteinheit verwendet, die aus den beiden Steckerstiften 1, 2 und der sie miteinander verbindenden Isolierstoffbrücke 3 besteht. Die Steckerstifte 1, 2 stehen mit ihren rückwärtigen Enden 4 über die Isolierstoffbrücke 3 hinaus. Die rückwärtigen Enden 4 sind als Hülse ausgebildet, in die die Drähtchen der abisolierten Enden jeweils einer Ader 5 bzw. 6 einer elektrischen Leitung eingeschoben werden. Sie werden dort durch anschließendes Zusammenklemmen der Hülsenwände fixiert. Eine derartige Klemmstelle ist in Fig. 1 mit 7 bezeichnet.

Nach dem Zusammenklemmen wird eine insgesamt mit 8 bezeichnete Bandage um das rückwärtige Ende eines jeden Steckerstiftes 1, 2 derart herumgelegt, daß die Bandage 8 beiderseits des Hülsenendes 9 liegende Bereiche von rückwärtigem Steckerstiftende 4 bzw. Steckerstifthülse und Leitungsadern 5 bzw. 6 überdeckt. Die Bandage 8 kann ein Crimp-Verbinder 10 sein, der um das rückwärtige Steckerstiftende 4 herumgelegt und verklemmt ist. In Fig. 1 ist ein B-Crimp-Verbinder dargestellt.

Bei der alternativen Ausführungsform gemäß Fig. 2 ist die Bandage 8 durch einen etwa rechtwinklig zu den Längsachsen der Steckerstifte 1, 2 verlaufenden, einseitig an den rückwärtigen Enden 4 der Steckerstifte anliegenden Isolierstoffstreifen 11, insbesondere einen Kunststoffstreifen, gebildet, dessen Enden 12 um die mit den Drähtchen der Adern 5, 6 durch Verklemmung verbundenen Steckerstifthülsen, d.h. um die Steckerstiftenden 4 herumgelegt sind. Die herumgelegten Enden 12 des Isolierstoffstreifens 11 sind mit dessen Mittelbereich verschweißt (Schweißpunkte 13). Bei der in Fig. 3 dargestellten Ausführungsform sind die Bandagen 8 durch zwei etwa rechtwinklig zu den Achsen der Steckerstifte 1, 2 beiderseits der Steckerstiftebene verlaufende Isolierstoffstreifen 14, 15, insbesondere Kunststoffstreifen, gebildet, die beiderseits jeweils der Steckerstifthülsen bzw. Steckerstiftenden 4 miteinander verschweißt sind. Die Schweißnähte sind mit 16 gekennzeichnet.

Die Bandagen weisen eine Breite 17 von etwa 6 mm auf. Um etwa 4 mm überdecken sie den außerhalb des Hülsenendes 9 liegenden Teil der Adern 5, 6.

Anschließend an die Bandagierungen der rückseitigen Steckerstiftenden 4 wird in üblicher Weise das Kunststoffgehäuse durch Umspritzen hergestellt.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zur Herstellung eines vollisolierten Steckers, bei dem die Drähtchen der abisolierten Enden der Adern (5, 6) einer elektrischen Leitung in hülsenartig ausgebildete, rückwärtige Enden (4) der insbesondere von einer Isolierstoffbrücke (3) gehaltenen Steckerstifte (1, 2) eingeschoben und darin durch Zusammenklemmen der Hülsenwände fixiert werden, wonach die derart hergestellte Verbindungseinheit mit dem Isolierstoffgehäuse umspritzt wird, dadurch gekennzeichnet, daß nach dem Zusammenklemmen der Hülsenwände das Hülsenende (9) und beiderseits davon liegende Bereiche von Steckerstifthülse und Leitungsadern (5, 6) von einer herumgelegten oder umgeklemmten Bandage (8) überdeckt werden.
  2. 2. Nach dem Verfahren gemäß Anspruch 1 hergestellte Verbindungseinheit, dadurch gekennzeichnet, daß die Bandage (8) ein Crimp-Verbinder (10) ist.
  3. 3. Nach dem Verfahren gemäß Anspruch 1 hergestellte Verbindungseinheit, dadurch gekennzeichnet, daß die Bandage (8) durch einen etwa rechtwinklig zu den Achsen der Steckerstifte (1, 2) verlaufenden, einseitig an den Steckerstiftenden (4) anliegenden Isolierstoffstreifen (11), insbesondere einen Kunststoffstreifen, gebildet ist, dessen Enden um die äußeren Steckerstifthülsen herumgelegt sind.
  4. 4. Verbindungseinheit nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die herumgelegten Enden (12) des Isolierstoffstreifens (11) an dessen Mittelbereich fixiert, insbesondere verschweißt sind.
  5. 5. Nach dem Verfahren gemäß Anspruch 1 hergestellte Verbindungseinheit, dadurch gekennzeichnet, daß die Bandage (8) durch zwei etwa rechtwinklig zu den Achsen der Steckerstifte (1, 2) beiderseits der gemeinsamen Steckerstiftebene verlaufende Isolierstoffstreifen (14, 15), insbesondere Kunststoffstreifen, gebildet ist, die beiderseits jeweils einer Steckerstifthülse miteinander verbunden, insbesondere miteinander verschweißt sind.
  6. 6. Verbindungseinheit nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Breite (17) der Bandage (8) von ca. 6 mm.
  7. 7. Verbindungseinheit nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Bandage (8) mit etwa 4 mm ihrer Breite (17) die zugeordnete Leitungsader (5 bzw. 6) überdeckt.






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