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Dokumentenidentifikation DE3224537C2 13.06.1990
Titel Verfahren und Einrichtung zur Erzeugung fetter Schrift
Anmelder AEG Olympia Office GmbH, 2940 Wilhelmshaven, DE
Erfinder Rüther, Horst, 2945 Sande, DE;
Peters, Rainer, Dipl.-Ing., 2940 Wilhelmshaven, DE
DE-Anmeldedatum 01.07.1982
DE-Aktenzeichen 3224537
Offenlegungstag 05.01.1984
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 13.06.1990
Veröffentlichungstag im Patentblatt 13.06.1990
IPC-Hauptklasse B41J 19/60

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren der im Oberbegriff des Patentanspruchs 1 angegebenen Art zur Erzeugung fetter Schrift sowie eine Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens.

Bei Schreibmaschinen ist es bekannt, im Schriftbild hervorzuhebende Zeichen durch zwei- oder mehrmaligen Abschlag derselben Drucktype mit nur geringem seitlichem Versatz in Fettschrift darzustellen (DE-OS 16 11 426). Nach erstmaligem Abschlag des Zeichens wird zu diesem Zweck ein gegenüber der normalen Schrittschaltung nur sehr kleiner Schritt in Zeilenrichtung ausgeführt und der nächste Abschlag des Zeichens nach Einnahme der neuen Position ausgelöst. Die beiden Zeichen sind dann geringfügig überlappend oder unmittelbar ohne Zwischenraum nebeneinander in fetter Schreibweise abgebildet.

Aus den deutschen Offenlegungsschriften 29 29 560 und 30 14 769 sind elektrische Schreibmaschinen mit Summentypenträgern bekannt, mit denen Schriftzeichen in Fettdruck erzeugbar sind. Der Fettdruck erfolgt hier jeweils bei stillstehendem Druckwerk, nachdem dieses um eine Feinteilung verfahren wurde, mit einem Druckhammer.

Ein Nachteil dieser bekannten Lösung besteht darin, daß die Schrittschalteinrichtung für die Einstellung der Druckposition mit einer entsprechenden Feinschritteilung ausgestattet sein muß.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei Schreib- oder ähnlichen Maschinen mit geringem technischen Aufwand eine Möglichkeit zur Erzeugung fetter Schrift zu schaffen.

Die Lösung dieser Aufgabe ergibt sich aus den Merkmalen der Patentansprüche 1 und 2.

Die Vorteile der Erfindung bestehen insbesondere darin, daß weder eine mechanische Einrichtung mit einer besonders feinen Schritteilung für die Druckpositions-Einstellung zur Fettschrift-Erzeugung vorgesehen werden muß noch - bei Verwendung von Schritt- oder Servomotoren für den zeilenweisen Vorschub die für den normalen Zeichenabstand vorgesehenen Schritteilungen mit entsprechendem Aufwand weiter unterteilt werden müssen.

Darüber hinaus wird gegenüber dem bekannten Stand der Technik der Druckablauf beschleunigt, weil in der Vorschubbewegung keine zusätzliche Stopposition eingenommen werden muß.

Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen sowie dem nachfolgend anhand einer Figur beschriebenen Ausführungsbeispiel.

Das Blockschaltbild zeigt eine Typenrad-Schreibmaschine mit einem in Zeilenrichtung (Pfeil A) entlang eines Aufzeichnungsträgers 1 schrittweise verschiebbaren Druckwerk 2. Der Aufzeichnungsträger 1 ist in bekannter Weise um eine Schreibwalze 3 als Druckwiderlager geführt, so daß von einem elektromagnetisch betätigbaren Druckhammer 4 über ein Farbband 5 abgeschlagene, auf den Speichen des Typenrades 6 angeordnete Drucktypen einen Abdruck des entsprechenden Zeichens auf dem Aufzeichnungsträger hinterlassen. Die Dreheinstellung des Typenrades 6 in die jeweilige Stellung, in der sich die gewünschte Type in der Druckposition 11 befindet, wird von einem Typenrad-Einstellmotor 7 durchgeführt, während der Vorschub des Druckwerkes 2 von einem Vorschubmotor 8 ausgeführt wird. Für beide Motoren 7, 8 können z. B. Schrittmotoren eingesetzt sein.

Die abzudrückenden Zeichen werden über ein Tastenfeld 9 eingegeben und von einer Steuerung 10 in Steuersignale für die einzelnen Antriebsaggregate der Maschine umgesetzt. Die Steuerung 10 wird z. B. von einem Mikrocomputer gebildet, der in bekannter Weise neben einer zentralen Verarbeitungseinheit mit einem Programmspeicher über einen Datenspeicher zur Speicherung eingegebener Daten, Zeitgliedern für die zeitliche Ablaufsteuerung, Ein/Ausgabeschaltungen usw. verfügt. Ein über das Tastenfeld 9 eingegebenes Zeichen wird in der Steuerung 10 gespeichert und in Signale umgesetzt, die den Typenrad-Einstellmotor 7 zu einer die abzudruckende Type in die Druckposition 11 einstellenden Drehbewegung veranlassen, die Ansteuerung des Druckhammers 4 - vorzugsweise mit einer der Größe der Type entsprechenden Abschlagenergie - bewirken und darauffolgend den Vorschubmotor 8 zur Verschiebung des Druckwerkes 2 in die nächste Spaltenposition entsprechend der Schriftteilung veranlassen. Gleichzeitig mit dem letzteren Schritt kann auch ein Transport des Farbbandes 5 erfolgen.

Schreib- und ähnliche Maschinen dieser Art sind ausreichend bekannt, so daß sich eine eingehendere Beschreibung erübrigt.

Auf dem Tastenfeld 9 ist außerdem eine Umschalttaste 12 vorgesehen, durch die zwischen der Betriebsart für normale Schrift und einer Betriebsart zur Erzeugung von Fettschrift umgeschaltet werden kann. In der Betriebsart zur Erzeugung von Fettschrift wird von der Steuerung 10 ebenfalls die Einstellung des Typenrades 6 auf die das eingegebene und gespeicherte Schriftzeichen wiedergebende Type durch den Typenradeinstellmotor 7, der Abschlag der Type durch den Druckhammer 4 und die nachfolgende Verschiebung des Druckwerkes 2 in die nächste Spaltenposition veranlaßt. Aber bereits während dieser Verschiebebewegung des Druckwerkes 2 in Zeilenrichtung bewirkt die Steuerung 10 einen weiteren Abschlag derselben Type, und zwar zu einem solchen Zeitpunkt, daß sich der zweite Abdruck auf dem Aufzeichnungsträger 1 ohne Zwischenraum an den ersten Abdruck anschließt oder diesen sogar etwas überdeckt. Es entsteht dadurch ein fettes Abbild des Schriftzeichens mit maximal doppelter Breite der senkrechten Striche.

Wie aus obiger Erläuterung erkennbar, erfolgt also der erste Abdruck bei stillstehendem Druckwerk, der zweite Abdruck hingegen fliegend während der Verschiebebewegung in Zeilenrichtung.

Voraussetzung für einen einwandfreien zweiten Abschlag ist, daß der Druckhammer 4 nach dem ersten Abschlag ausreichend Zeit hatte in seine Ausgangslage zurückzukehren, mindestens jedoch in eine solche Lage, daß die Abschlagenergie für den zweiten Abschlag ausreichend ist. Reichen die zeitlichen Bedingungen hierfür nicht aus, so kann eine zeitverzögerte Auslösung der Verschiebebewegung des Druckwerkes 2 zugleich mit dem Einschalten der Betriebsart "Fettschrift" zur Wirkung gebracht werden, gemäß der die Verschiebewegung erst eine definierte Zeit nach dem ersten Abschlag ausgelöst wird. Es ist auch denkbar, den Druckhammer 4 für den zweiten Abschlag mit einer höheren Energie zu beaufschlagen, um den durch nicht vollständige Rückkehr bedingten kürzeren Abschlagweg zu eliminieren.

Alternativ zu der beschriebenen Ausführungsform könnte die Reihenfolge der Abschläge natürlich auch umgekehrt erfolgen, d. h. zuerst der fliegende Abschlag der voreingestellten Type während der Verschiebebewegung des Druckwerkes 2 in die Spaltenposition des fett zu druckenden Zeichens und nach Stillstand des Druckwerkes 2 der nächste Abschlag. Sofern die maschinenbedingten Faktoren, wie z. B. Abschlaggeschwindigkeit, Rückkehrgeschwindigkeit des Druckhammers von der Abschlagstelle und Verschiebegeschwindigkeit des Druckwerkes es zulassen, könnten auch noch weitere Typenabschläge zur Erzeugung noch fetterer Schriftzeichen entweder im Fluge während der Verschiebebewegung des Druckwerkes in die oder aus der Stillstandsposition oder auch während des Stillstandes des Druckwerkes in einer zusätzlich vorgesehenen Abschlagposition erfolgen.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zur Erzeugung fetter Schrift durch mehrmaligen Abschlag der Drucktypen eines Summentypenträgers in einer elektrischen Schreib- oder ähnlichen Maschine mit einem relativ zu einem Aufzeichnungsträger in Zeilenrichtung verschiebbaren Druckwerk, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens einer der Typenabschläge bei gegenüber dem Aufzeichnungsträger (1) stillstehendem Druckwerk (2) und mindestens ein anderer Typenabschlag während der Verschiebebewegung des Druckwerks in die nächste Druckposition fliegend erfolgt.
  2. 2. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, mit einem Druckwerk und einer Steuerung, die den Abschlag voreingestellter Drucktypen durch einen elektromagnetisch betätigbaren Druckhammer jeweils bei Stillstand des Druckwerkes gegenüber dem Aufzeichnungsträger bewirkt und mit einer Betriebsart zur Erzeugung von Fettschrift, dadurch gekennzeichnet, daß bei einer eingestellten Betriebsart zur Erzeugung von Fettschrift der Druckhammer (4) zusätzlich für einen fliegenden Typenabschlag während der relativen Verschiebebewegung zwischen Druckwerk (2) und Aufzeichnungsträger (1) um eine Druckposition von der Steuerung (10) ansteuerbar ist.
  3. 3. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Druckhammer (4) nach dem im Stillstand erfolgten Typenabschlag für den zusätzlichen fliegenden Typenabschlag ansteuerbar ist.
  4. 4. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Druckhammer (4) vor dem im Stillstand erfolgten Typenabschlag für den zusätzlichen fliegenden Typenabschlag ansteuerbar ist.
  5. 5. Einrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß eine die Rückkehr des Druckhammers (4) nach dem ersten Typenabschlag um einen Mindestbetrag erlaubende Verzögerung der Auslösung der Verschiebewegung vorgesehen ist.
  6. 6. Einrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Druckhammer (4) für den zweiten Typenabschlag mit einer höheren Abschlagenergie beaufschlagbar ist, die einen durch unvollständige Rückkehr bedingten verkürzten Abschlagweg kompensiert.






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