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Dokumentenidentifikation DE3415432C2 13.06.1990
Titel Medizinischer Beutel und Verfahren zu dessen Herstellung
Anmelder Terumo K.K., Tokio/Tokyo, JP
Erfinder Yoshida, Takao, Fujinomiya, Shizuoka, JP
Vertreter Henkel, G., Dr.phil.; Feiler, L., Dr.rer.nat.; Hänzel, W., Dipl.-Ing., Pat.-Anwälte, 8000 München
DE-Anmeldedatum 25.04.1984
DE-Aktenzeichen 3415432
Offenlegungstag 25.10.1984
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 13.06.1990
Veröffentlichungstag im Patentblatt 13.06.1990
IPC-Hauptklasse B65D 30/08
IPC-Nebenklasse B31B 23/60   B31B 1/64   A61J 1/00   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft einen medizinischen Beutel und ein Verfahren zu dessen Herstellung nach dem Oberbegriff des Patentanspruches 1 bzw. 9.

Medizinische Beutel, wie z. B. Beutel für Blutkonserven, werden neuerdings aus Weichkunsstoff hergestellt, wie z. B. aus weichem Polyvinylchlorid oder aus Harzen des Polyolefintyps. Aus Gründen der medizinischen Sicherheit werden Kunststoffbeutel dieses Typs üblicherweise sterilisiert. Die Sterilisation medizinischer Beutel kann mittels mehrerer Methoden erfolgen; für die Sterilisation von medizinischen Beuteln, welche eine Flüssigkeit enthalten, wird üblicherweise die Sterilisation im Autoklaven mit Dampf eingesetzt. Während der Sterilisation mit Dampf im Autoklaven zeigen jedoch die oben beschriebenen Kunststoffe bei hohen Temperaturen eine Tendenz, miteinander zu verkleben, d. h. die innere Oberflächen der Beutel kleben aneinander. Eine solche Verklebungstendenz kann auch bei Raumtemperatur beobachtet werden, und die inneren Oberflächen der Beutel kleben auch oft aneinander während der Lagerung.

Darüber hinaus werden die Blutplättchen des gelagerten Blutes, wenn der Beutel aus Polyvinylchlorid besteht, von den inneren Oberflächen des Beutels festgehalten, was schlechte Lagerungsbedingungen mit sich bringt. Um dieses Problem zu lösen, ist bereits vorgeschlagen worden, dem Polyvinylchlorid Substanzen zuzusetzen, welche die Blutplättchen an der Koagulation hindern sollen, und es wurde auch angeregt, diese Substanz auf die Oberfläche des hergestellten Beutels zu bringen. Hierdurch wurde jedoch kein zufriedenstellendes Resultat erzielt.

Aus der US-PS 39 02 654 ist bereits ein in den Randzonen verschweißter medizinischer Beutel bekannt, bei dem die Innenflächen mit einem Silikonmaterial beschichtet sind.

Weiterhin ist in der DE-OS 24 21 433 ein Flachbeutel beschrieben, bei dem zur Verhinderung des adhäsiven Zusammenhaftens der beiden Innenflächen mindestens eine der beiden Behälterwandungen ganz oder teilweise zu einer dauerhaften, aus profilartigen Erhebungen und/oder Vertiefungen bestehenden Oberflächenstruktur verformt ist.

Schließlich ist aus der GB-PS 14 80 274 ein spezielles Silikonharz bekannt, das zur Bildung einer nicht-adhäsiven, flexiblen Schicht herangezogen wird. Anwendungsbeispiele sind Papier, Asphalt, Bitumen, Teer, Wachs, Paraffin, gefrorene Nahrungsmittel usw.

Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen einfach herstellbaren medizinischen Beutel aus weichem Kunststoffmaterial mit glatten Innenflächen zu schaffen, bei dem die Adhäsion der Blutplättchen an den Beutelwandungen und die Adhäsion der Beutelwandungen aneinander verhindert wird; außerdem soll ein Verfahren zur Herstellung eines solchen Beutels angegeben werden.

Diese Aufgabe wird bei einem medizinischen Beutel nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 bzw. bei einem Verfahren zu dessen Herstellung nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 8 erfindungsgemäß durch die in deren jeweiligem kennzeichnendem Teil enthaltenen Merkmale gelöst.

Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.

Die Erfindung schafft einen medizinischen Beutel aus weichem Plastimaterial, der die Adhäsion der Blutplättchen verhindert und der Verklebungstendenz solcher Beutel entgegenwirkt.

Grundsätzlich besitzen die nicht-fließfähigen Schichten gelartige Oberflächen, und das Silikonharz enthält vorzugsweise Dimethylsiloxan-Einheiten als Hauptkomponente. Weiterhin enthält das Harz vorzugsweise Aminoalkylsiloxan-Einheiten, welche wenigstens teilweise mit den Dimethylsiloxan-Einheiten vernetzt sind. In diesem Fall enthält das Harz vorzugsweise etwa 80-95 Gew.-% Dimethylsiloxan-Einheiten und etwa 20-15 Gew.-% Aminoalkylsiloxan-Einheiten.

Die Aminoalkylsiloxan-Einheiten können aus Aminosilan- Kupplern hergestellt werden. Ein solcher Aminosilan- Kuppler besteht beispielsweise aus γ-(2-Aminoethyl)- aminopropyltrimethoxysilan, γ -(2-Aminoethyl)aminopropylmethyldimethoxysilan oder aus deren Mischungen.

Die nicht-fließfähigen Schichten werden in einer Menge von etwa 0,5 bis 15 mg/m² auf jeder der gegenüberliegenden Seiten der Folien hergestellt.

Die Folien selbst zeigen normalerweise eine Verklebungstendenz. In einer bevorzugten Ausführung der vorliegenden Erfindung bestehen beide Folien aus Weich-Polyvinylchlorid.

Die oben beschriebene thermische Verschweißung wird mittels Hochfrequenzinduktion durchgeführt, sofern das benutzte Plastikmaterial (z. B. Polyvinylchlorid) auf diese Weise verschweißt werden kann.

Der Begriff "Hauptkomponente", wie er in der Beschreibung und in den Ansprüchen verwendet wird, besagt, daß die entsprechende Komponente (z, B. Dimethylsiloxan- Einheiten) in einer Menge von mehr als 50% des Gesamtgewichts des Harzes enthalten ist. Der Hinweis auf die Vernetzung von Dimethylsiloxan bedeutet nicht nur eine Vernetzung zwischen Dimethylsiloxan-Einheiten, sondern auch eine Vernetzung von Dimethylsiloxan-Einheiten mit Aminoalkylsiloxan-Einheiten, wie sie oben erwähnt sind. Der Ausdruck "Verklebung" bedeutet ein Phänomen, wonach das Material des Beutels bei Raumtemperatur oder höherer Temperatur, wie z. B. während der Behandlung mit Dampf im Autoklaven, miteinander verklebt oder aneinanderhaftet. Eine solche Verklebungstendenz zeigen Kunststoffe generell.

In den Fig. 1A bis 4 ist das Herstellungsverfahren eines erfindungsgemäßen medizinischen Beutels der Reihenfolge nach dargestellt.

Fig. 5 zeigt eine Aufsich auf einen medizinischen Beutel gemäß der Erfindung.

Um eine Adhäsion von Blutplättchen und eine Verklebung der medizinischen Beutel, welche aus Weichkunststoff hergestellt sind, zu vermeiden, wurde versucht, die Oberfläche des Kunststoffs in einer Weise abzuwandeln, die weder die Verschweißbarkeit der Folien verhindert, noch durch die Behandlung mit Dampf im Autoklaven gestört wird. Hierbei wurde überraschend gefunden, daß die Adhäsion der Blutplättchen am Beutel mittels Polydimethylsiloxan in höchst effektiver Weise unterdrückt werden kann. Polydimethylsiloxan liegt jedoch in flüssiger Form vor und kann auf Kunststoffoberflächen nicht direkt fixiert werden; dies trifft insbesondere für Polyvinylchlorid zu. Um Polydimethylsiloxan auf einer Plastikoberfläche zu fixieren, kann man zwar eine Flächenverschweißung anwenden. Jedoch, obwohl eine solche Behandlung es erlaubt, Folien mit einer Polydimethylsiloxanoberfläche zu versehen, können solche Folien nicht mehr mit einer solchen Güte miteinander verschweißt werden, daß sie sich etwa bei einer anschließenden Erhitzung im Dampfautoklaven nicht wieder voneinander trennen würden. Die Verschweißungsstellen erscheinen in solchen Fällen zwar fehlerlos versiegelt, jedoch zeigte es sich, daß sie sich anschließend im Autoklaven oft wieder trennten. Es wurde auch gefunden, daß ein Polydimethylsiloxanfilm die Behandlung im Autoklaven nicht überstehen kann.

Aufgrund weiterer Studien stellte es sich jedoch heraus, daß dann, wenn ein Silikonharz, dessen Hauptkomponente aus Dimethylsiloxan-Einheiten besteht, auf eine Plastikoberfläche geschichtet wird und die Dimethylsiloxan- Einheiten wenigstens teilweise vernetzt sind, das Dimethylsiloxan auf der Plastikfolien fixiert werden kann, ohne seine Eigenschaft zu verlieren, die Adhäsion von Blutplättchen zu verhindern. Weiterhin können solche Oberflächen zufriedenstellend miteinander verschweißt werden, so daß sie die Autoklavenbehandlung ohne dabei erfolgende Trennung überstehen. Wird ein so modifiziertes Silikonharz verwendet, so wird auch das Verkleben der Plastikfolien verhindert. Es wird hierdurch auch verhindert, daß für den Fall, daß die Folie aus Weichpolyvinylchlorid besteht, der hierin normalerweise enthaltene Weichmacher eluiert wird.

Das verwendete Silikonharz enthält als Hauptkomponente vorzugsweise Dimethylsiloxan, d. h. es enthält mehr als 50 Gew.-% Dimethylsiloxan-Einheiten, bezogen auf das Gesamtgewicht des Harzes. Die Mischung der Silikonharzzusammensetzung umfaßt auch eine Vernetzungskomponente mit den Dimethylsiloxan-Einheiten. Das verwendete Silikonharz ist daher mindestens teilweise vernetzbar und formt bei dieser Vernetzung eine nicht-fließfähige Schicht. Da die Dimethylsiloxan- Einheiten im Silikonharz vorzugsweise nicht vollständig vernetzt werden, ist die Vernetzungskomponente vorzugsweise in einer Menge von mehr als 5 Gew.-% enthalten. Die bevorzugte Zusammensetzung von Silikonharz erzeugt nach der Vernetzung eine gelartige Oberfläche, und die vernetzten Teile befinden sich auf der Oberfläche der Folien.

Ein bevorzugtes Beispiel für die Vernetzungskomponente sind andere Siloxaneinheiten, die mit Dimethylsiloxan vernetzt werden können.

Ein Beispiel für eine wenigstens teilweise vernetzbare Silikonharzzusammensetzung, wie sie verwendet werden kann, enthält Aminoalkylsiloxan- Dimethylsiloxan-Einheiten und ist beispielsweise in der JP-OS 46-3637 beschrieben. Ein Beispiel für eine solche Zusammensetzung enthält ein Copolymer, bestehend aus 5-20 Gew.-% Aminoalkylsiloxan-Einheiten und 95-80 Gew.-% Dimethylsiloxan-Einheiten. Wenn eine Kunststoffoberfläche mit einer solchen copolymeren Zusammensetzung beschichtet wird, reagiert sie bei Raumtemperatur mit der Luftfeuchtigkeit und wird dadurch vernetzt. Alternativ kann die Vernetzungskomponente von einem Silan-Kuppler hergeleitet werden. Der Silan- Kuppler wird mit den Dimethylsiloxan-Einheiten vernetzt und erzeugt eine ähnliche nichtfließfähige Schicht. Beispiele für solch einen Silan- Kuppler bilden u. a. Aminoalkylsilane, wie z. B. γ-(2- Aminoethyl)-aminopropyltrimethoxysilan oder γ-(2-Aminoethyl)-aminopropylmethyldimethoxysilan. Weitere Beispiele sind Methyltrimethoxysilane oder Mercaptoalkylsilane, wie z. B. γ -Mercaptopropyltrimethoxysilan. Ein Aminoalkylsilan und dessen Mischungen sind besonders bevorzugt. Wenn ein Silankuppler aus der Reihe der oben aufgezählten Produkte in der oben beschriebenen Menge mit Polydimethylsiloxan gemischt wird, erhält man eine Silikonharzzusammensetzung, die verwendet werden kann. Eine solche Silikonharzmischung reagiert auch bei Raumtemperatur mit der Luftfeuchtigkeit und wird dadurch vernetzt.

Die Silikonharzmischung wird, wie oben beschrieben, auf zwei gegenüberliegende Oberflächen der Folien eines Beutels geschichtet, um sowohl die Adhäsion von Blutplättchen an der Beutelwandung als auch deren Verkleben zu verhindern. Deshalb braucht die Silikonharzmischung und schließlich die nicht-fließfähige Schicht, welche sich nach der Vernetzung einer solchen Mischung bildet, nicht auf der gesamten gegenüberliegenden Oberfläche der Folien ausgebildet zu sein. Eine Beschichtung ist nur auf solchen Teilen der Oberfläche notwendig, welche die Innenwand des Beutels bilden. Es ist jedoch im Hinblick auf die vereinfachte Herstellung praktisch, die Beschichtung mit der Silikonharzmischung auf der gesamten Fläche der sich gegenüberliegenden Oberflächen der Folien vorzunehmen, wie dies später anhand der Zeichnungen beschrieben wird. Die Aufbringung der Silikonharzmischung lediglich auf den Teilen, welche die Innenwand des Beutels bilden, ist nämlich ziemlich umständlich.

Die Menge der aufgebrachten Schicht der Silikonharzmischung beträgt nach dem Trocknen vorzugsweise 0,5 mg/m² oder mehr. Wenn die Menge der aufgebrachten Schicht darunter liegt, wird die Fähigkeit, die Adhäsion von Blutplättchen und das Verkleben zu verhindern, vermindert. Wenn auch die Obergrenze für die Menge der aufzubringenden Schicht der Silikonharzmischung nicht speziell begrenzt wird, liegt sie vorzugsweise bei 15 mg/m², wenn die Mischung auf der Gesamtoberfläche der Folien aufgebracht ist. Wenn die Beschichtung diese Menge übersteigt, wird es etwas schwierig, die Plastikfolien durch die nicht-fließfähigen Schichten, die durch die Vernetzung der Silikonharzmischung gebildet wurden, hindurch zu verschweißen.

Die Silikonharzmischung wird grundsätzlich in Form einer Lösung als Schicht aufgebracht. Im Hinblick auf die Verhinderung der Adhäsion von Blutplättchen sollte die Konzentration der Lösung der Silikonharzmischung 0,05 Gew.-% oder mehr betragen. Vorzugsweise beträgt sie 1,5 Gew.-% oder mehr. Wenn die Folien durch die nicht-fließfähigen Schichten hindurch, welche durch Vernetzung der Silikonharzmischung gebildet wurden, miteinander verbunden werden sollen, beträgt die Obergrenze der Konzentration der Lösung der Silikonharzmischung 1,5 Gew.-%, vorzugsweise 1,0 Gew.-%. Als Lösungsmittel kann Freon oder ein ähnlicher Fluorkohlenwasserstoff dienen.

Eine bevorzugte Ausführungsform für das Verfahren zur Herstellung des medizinischen Beutels soll im folgenden anhand der Zeichnungen beschrieben werden.

Zur Herstellung eines medizinischen Beutels gemäß der vorliegenden Erfindung wird ein Paar länglicher Folien 11 und 12 eines hitzeverschweißbaren thermoplastischen Kunststoffs (z. B. Polyvinylchlorid, ein Polyolefin, wie Polyethylen, ein Ethylen/Vinylacetat- Copolymer oder ähnliches), welches insbesondere bei hohen Temperaturen, wie z. B. bei der Dampfbehandlung im Autoklaven (in überhitztem gesättigten Dampf bei 110-130°C) eine Verklebungstendenz zeigt, eingesetzt. Wie in den Zeichnungen dargestellt, wird die Lösung der Silikonharzmischung als kontinuierliche Schicht 13 mittels eines Pinsels oder ähnlichem auf jeweils einer gesamten Oberfläche der Folien 11 oder 12 aufgebracht. Die Schicht 13, welche durch die Lösung der Silikonharzmischung auf jeder der beiden Folien 11 oder 12 gebildet ist, wird bei Raumtemperatur (z. B. während 15 min) getrocknet. Danach werden, wie in Fig. 2 gezeigt, die Folien 11 und 12 so übereinandergelegt, daß sich die Schichten 13 gegenüberliegen. Wenn z. B. ein Beutel für Blutkonserven hergestellt werden soll, werden senkrecht zur Längsausdehnung der Folien 11 und 12 in vorbestimmten Abständen zwischen den Folien vorgesehene Auslaßöffnungen 14 und 15 sowie ein Transfusionsschlauch 16 zwischen die Folien 11 und 12 eingefügt. Die vorgesehenen Randzonen eines jeden Beutels werden nach diesem Vorgang durch Hitze miteinander verschweißt.

Da die nicht-fließfähigen Schichten 13 auf der gesamten inneren Oberfläche der Folien 11 und 12 ausgebildet sind, werden die vorgesehenen Teile der Folien in der Hitze durch Anwendung von Druck mittels Preßformen verschweißt. In diesem Fall sind die Ausführungen der Preßformen nicht besonders limitiert. Wie jedoch aus Fig. 3A hervorgeht, besitzt die obere Preßform vorzugsweise einen Vorsprung 21 mit einer Oberfläche, welche dem Umfang des Beutels entspricht, während der untere Teil der Preßform 22, welche als Auflage dient, eine relativ große flache Oberfläche aufweist.

Wie in Fig. 3B gezeigt wird, werden die vorgesehenen Teile der Folie unter Druck mit den Formen 20 und 22 verschweißt. Während des Aufheizens schmilzt das Folienmaterial teilweise und fließt seitwärts ab, indem es Unterbrechungen in den Schichten 13 erzeugt. Dann werden die Folien 11 und 12 durch solche Unterbrechnungen in den Schichten 13 miteinander verbunden. Die Temperatur für die Verschweißung liegt oberhalb des Schmelzpunkts der Folien 11 und 12. Auf diese Weise können die Folien 11 und 12 trotz der Anwesenheit der Schichten 13 zwischen den Folien 11 und 12 sicher miteinander verbunden werden, und sie werden auch im Autoklaven nicht mehr getrennt. Fig. 4 zeigt die Folien 11 und 12, die auf diese Weise miteinander verschweißt worden sind (die Verschweißungszonen sind mit 17 bezeichnet). Die Verschweißung wird vorzugsweise durch Hochfrequenzinduktionsheizung durchgeführt, wenn die Plastikfolien aus einem Material bestehen, das sich durch Hochfrequenz verschweißen läßt, wie z. B. Polyvinylchlorid oder ein Ethylen/Vinylacetat- Copolymer. Die Folien 11 und 12, welche gemäß Fig. 4 miteinander verbunden sind, werden entlang der verschweißten Zonen, die sich an der Längsseite des Beutels gebildet haben, zerschnitten. Hierdurch erhält man einen Beutel gemäß Fig. 5. Der Beutel kann sterilisiert werden durch Behandlung im Autoklaven, z. B. in überhitztem gesättigten Dampf bei 110-130°C während eines Zeitraums von 15-45 min.

Das folgende Beispiel dient zur weiteren Erläuterung der Erfindung.

Beispiel

Ein Paar blattförmiger Folien, bestehend aus weichem Polyvinylchlorid mit einem Gehalt an Dioctylphthalat (DOP) als Weichmacher, wurden vorbereitet. Ein im Handel erhältliches Silikonharz mit einem Gehalt von 50% Aminoalkylsiloxan und Dimethylsiloxan als Harzbestandteile wurde in Freon aufgelöst und so eine 0,5%ige Harzlösung zubereitet. Diese Harzlösung wurde dann auf jeweils eine Oberfläche der Folien gestrichen und bei natürlichen Umgebungsbedingungen gekühlt, um eine Vernetzung und Bildung des Harzes zu gewährleisten.

Die Folien wurden dann so übereinandergelegt, daß die Schichten mit dem Silikonharz einander gegenüberlagen. Die Randzonen der Folie wurden dann durch Erhitzung mittels Hochfrequenzinduktion miteinander verschweißt, um einen Beutel zur Lagerung von Blut zu erhalten.

Die Eigenschaften des so erhaltenen Beutels wurden verglichen mit einem Beutel, der ohne Beschichtung mit Silikonharz hergestellt wurde. Die Ergebnisse sind in der nachfolgenden Tabelle I wiedergegeben.

Tabelle I


Es wurde keine Elution von Silikonharz in das Plasma oder in die konzentrierten roten Blutkörperchen beobachtet.

Der medizinische Beutel besteht aus zwei Folien eines Kunstharzes, das normalerweise bei den hohen Temperaturen der Behandlung mit Dampf im Autoklaven eine Verklebungstendenz zeigt. Da jedoch auf den inneren Oberflächen des Beutels Schichten von wenigstens teilweise vernetztem reaktiven Silikonharz gebildet sind, können die inneren Oberflächen des Beutels tatsächlich nicht aneinanderkleben, wenn sie im Autoklaven behandelt werden.

Da die Silikonharzbeschichtung ein Haften oder eine Verformung der Blutplättchen verhindert, werden die Lagerungsbedingungen der Plättchen verbessert, wenn der medizinische Beutel zur Aufbewahrung von Blut verwendet wird. Insbesondere wenn die Folien aus Weich-PVC hergestellt sind, verhindert das Silikonharz die Elution des Weichmachers und sorgt so für eine ausgezeichnete Blutkonserve.

Das Silikonharz selbst kann ebenfalls nicht in die Infusionslösung oder in das Blut eluiert werden, so daß ein besonders sicherer medizinischer Beutel geschaffen wurde.

Die Schichten des Silikonharzes werden in gelartiger Form auf der Oberfläche einer jeden Folie gebildet. Deshalb kann eine thermische Verschweißung auch dann ohne jedes Problem durchgeführt werden, wenn die Schicht des Silikonharzes auch an den Stellen vorhanden ist, die der thermischen Verschweißung unterworfen werden sollen. Dies wiederum erlaubt eine besonders einfache Beschichtung der Folien mit einer Lösung eines Silikonharzes. Da die Silikonharzschichten nicht- fließfähig sind, ist auch die Handhabung des Beutels einfach.


Anspruch[de]
  1. 1. Medizinischer Beutel, bestehend aus einem Paar thermisch verschweißbarer weicher Kunststoff-Folien (11, 12), welche einander gegenüberliegend an deren Randzonen (17) miteinander zu einem Beutel verschweißt sind, dadurch gekennzeichnet, daß
    1. - auf die gegenüberliegenden Oberflächen der Kunststoff- Folien (11, 12) nicht-fließfähige, kontinuierliche Schichten (13) aus wenigstens teilweise vernetztem Silikonharz in einer Menge von etwa 0,5 bis 15 mg/m² aufgebracht sind, und
    2. - die Kunststoff-Folien (11, 12) an den Randzonen (17) über die nicht-fließfähige Schicht (13) verschweißt sind.
  2. 2. Medizinischer Beutel gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Silikonharz als Hauptkomponente Dimethylsiloxan-Einheiten enthält.
  3. 3. Medizinischer Beutel gemäß Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die nicht-fließfähigen Schichten (13) gelartige Oberflächen aufweisen.
  4. 4. Medizinischer Beutel gemäß Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Silikonharz zusätzlich Aminoalkylsiloxan-Einheiten aufweist, die wenigstens teilweise mit den Dimethylsiloxan-Einheiten vernetzt sind.
  5. 5. Medizinischer Beutel gemäß Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Zusamensetzung des Silikonharzes etwa 80-95 Gew.-% Dimethylsiloxan-Einheiten und etwa 20-15 Gew.-% Aminoalkylsiloxan-Einheiten aufweist.
  6. 6. Medizinischer Beutel gemäß Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Aminosiloxan-Einheiten aus einem Aminosilan-Kuppler hergestellt sind.
  7. 7. Medizinischer Beutel gemäß Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Aminosilan-Kuppler aus γ -(2-Aminoethyl)-aminopropyltrimethoxysilan oder γ-(2-Aminoethyl)- aminopropylmethyldimethoxysilan besteht.
  8. 8. Medizinischer Beutel gemäß Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die nicht-fließfähigen Schichten (13) an den Stellen, wo die Kunststoff-Folien (11, 12) miteinander verbunden sind, unterbrochen sind.
  9. 9. Verfahren zur Herstellung eines medizinischen Beutels, bestehend aus einem Paar an den Randzonen thermisch verschweißbarer weicher Kunststoff-Folienbahnen (11, 12), dadurch gekennzeichnet, daß man
    1. a) beide Folienbahnen (11, 12) einseitig auf der gesamten Oberfläche mit einer mindestens teilweise vernetzbaren Silikonharzlösung in einer Menge von 0,5 bis 15 mg/m² beschichtet,
    2. b) das Silikonharz mindestens teilweise vernetzt, um eine nicht-fließfähige, kontinuierliche Schicht (13), welche die Oberfläche der einzelnen Folienbahnen (11, 12) in ihrer Gesamtheit bedeckt, zu erzeugen,
    3. c) die Folienbahn so übereinander anordnet, daß die nicht-fließfähigen Schichten einander gegenüberliegen und
    4. d) die Randzonen der Folienbahnen (11, 12) über die kontinuierliche Schicht (13) miteinander thermisch verschweißt, so daß ein Beutel entsteht.
  10. 10. Verfahren gemäß Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Silikonharzlösung mit 0,05 bis 1,5 Gew.-% aufgetragen wird.
  11. 11. Verfahren gemäß Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, daß die thermische Verschweißung mittels Hochfrequenzinduktion erfolgt.






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