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Dokumentenidentifikation DE3239146C2 21.06.1990
Titel Schmelz- und Gießofen
Anmelder Koppatz, Rudolf, Dipl.-Ing., 4048 Grevenbroich, DE
Erfinder Koppatz, Rudolf, Dipl.-Ing., 4048 Grevenbroich, DE
Vertreter Dahlke, W., Dipl.-Ing.; Lippert, H., Dipl.-Ing., Pat.-Anwälte, 5060 Bergisch Gladbach
DE-Anmeldedatum 22.10.1982
DE-Aktenzeichen 3239146
Offenlegungstag 26.04.1984
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 21.06.1990
Veröffentlichungstag im Patentblatt 21.06.1990
IPC-Hauptklasse B22D 45/00

Beschreibung[de]

Schmelz- und Gießöfen sind in großer Vielfalt in verschiedensten Ausführungsformen bekannt. Es gibt kippbare Schmelz- und Gießöfen, die zum Entleeren und Gießen gekippt werden, feststehende Herdöfen mit Abstichloch zum kontinuierlichen Gießen auf Gießbänder, in Stranggießanlagen usw., Trommelöfen zum Einschmelzen und Gießen, Schaukelöfen zum Einschmelzen von Aluminiumfolien und dergleichen. Sämtliche bekannten Schmelz- und/oder Gießöfen weisen den Nachteil auf, daß sie nur für ganz spezielle Anwendungsfälle konzipiert sind und in der Regel keine großen Schmelzleistungen erbringen können.

Aus der DE-OS 21 16 117 ist ein Schmelz- und Gießofen bekannt, der vorzugsweise zum Einschmelzen von mit Fremdmetallen verunreinigten Leichtmetallen, wie Motorblöcken und dergleichen, dient. Dieser Ofen ist durch eine Trennwand in zwei Kammern unterteilt, von denen die eine Kammer als Vorwärmkammer bzw. Einschmelzkammer für den Leichtmetallschrott und die andere Kammer zur Aufnahme der Metallschmelze dient. Durch Drehen des unterteilten Ofens um seine Längsachse um ca. 180° strömt die Schmelze durch in der Trennwand vorgesehene Durchbrüche entweder in die Vorwärmkammer oder in die Schmelzkammer. Das vollständige Überströmen der Schmelze von der Schmelzkammerwanne in die Vorwärmkammer zwecks Einschmelzung des dort befindlichen Schrottes birgt die Gefahr, daß der Schmelze zuviel Wärme entzogen und die Schmelze in der Vorwärmkammer einfriert bzw. teigig wird, zumal in diesen Bereich gelangenden Rauchgase bereits eine relativ niedrige Temperatur aufweisen. Um diese Nachteile sicher zu verhindern, muß der bekannte Schmelz- und Gießofen mit einer erhöhten Temperatur gefahren werden, die nicht nur metallurgische Nachteile (erhöhte Verschlackungsrate, erhöhte Eisenauflösung, z. B. in Leichtmetallen) hat, sondern auch den thermischen Wirkungsgrad des Ofens verschlechtert. Der bekannte Ofen kann außerdem nur chargenweise gefahren werden, d. h., es ist kein kontinuierliches Beschicken mit Metallschrott bzw. Entnehmen der Schmelze möglich.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Schmelz- und Gießofen zu schaffen, der einen hohen thermischen Wirkungsgrad hat, eine gleichmäßige Badtemperatur aufweist, ohne daß die Gefahr einer zu starken Abkühlung durch das Chargiergut besteht, kontinuierlich beschickt und entleert werden kann und schließlich einfach zu handhaben ist.

Diese Aufgabe wird durch einen Schmelz- und Gießofen mit der Kombination folgender Merkmale dadurch gelöst,

  • - daß der Ofen aus einem Stahlmantel als tragende Einheit besteht und mit einer Isolierschicht sowie einer Feuerfest-Ausmauerung versehen ist,
  • - daß die tragende Einheit an ihrem einen Ende eine Pendelachse aufweist, während am anderen Ende zur Ausführung einer Pendelbewegung Hubzylinder angreifen,
  • - daß die Amplitude der Pendelbewegungen wahlweise einstellbar ist,
  • - daß der Ofenraum mit Hilfe einer durchgehenden Trennwand in zwei Kammern, eine Heizkammer und eine Flutkammer unterteilt ist,
  • - daß eine Heizeinrichtung an einem Ende der Heizkammer angeordnet ist,
  • - daß die Trennwand in ihrem unteren, im Betrieb unterhalb des Schmelzenspiegels liegenden Bereich mindestens eine Durchtrittsöffnung für die Schmelze und in ihrem oberen, im Betrieb oberhalb des Schmelzenspiegels liegenden Bereich nahe dem von dem Brenner entfernt liegenden Ende einen Durchlaß für die Rauchgase zum Durchtritt in die Flutkammer aufweist,
  • - daß die Flutkammer an dem vom Rauchgasdurchlaß entfernt liegenden Ende mit einem Rauchgasauslaß sowie einer Chargieröffnung versehen ist,
  • - daß in der Flutkammer unmittelbar im Anschluß an die Chargieröffnung ein Vorwärm- und Flutpodest angeordnet ist und
  • - daß mindestens eine Entleerungseinrichtung zur Entnahme der fertigen Schmelze vorgesehen ist.


In dem erfindungsgemäßen Schmelz- und Gießofen ist es durch das im Bereich der Chargieröffnung liegende Vorwärm- und Flutpodest, dessen Oberseite oberhalb des Badspiegels liegt, durch Pendeln des Ofens um eine seitliche Pendelachse möglich, das Chargiergut durch genau dosiertes Teilüberfluten des Podestes an- bzw. abzuschmelzen, ohne daß die Schmelze zu stark abkühlt. Dabei ist ein stetiger erzwungener Austausch der Schmelze durch die Durchtrittsöffnung zwischen den beiden Kammern möglich, wodurch ein guter Temperaturausgleich erfolgt.

Die in der Heizkammer entstehenden Rauchgase durchströmen die gesamte Kammer, bevor sie durch die Durchlaßöffnung in der Trennwand in die Flutkammer unter Richtungsumkehr einströmen und dann das auf dem Flutpodest liegende Chargiergut erwärmen. Durch diese Anordnung haben die Rauchgase eine relativ lange Verweildauer im Ofeninneren, so daß ein guter thermischer Wirkungsgrad erzielt wird.

Mit der wahlweise einstellbaren Pendelamplitude kann der Ofenbetrieb mit einfachsten Mitteln gesteuert werden. Während des Vorwärmvorgangs wird die Pendelamplitude so klein gehalten, daß das Vorwärm- und Flutpodest nicht überflutet und das noch relativ kalte Festmetall ausreichend vorgewärmt ist, wird die Amplitude so weit vergrößert, daß das Podest überflutet und das vorgewärmte Metall von der Schmelze aufgenommen werden kann.

Als Heizeinrichtung können übliche Ofenheizungen verwendet werden. Zweckmäßig wird eine Brennerheizung eingesetzt, die mit ihrer Flamme vom Ende der Heizkammer aus die Badoberfläche beaufschlagt und gleichzeitig auch die Ofenwände erwärmt, wobei diese Wärme der Ofenwände durch das Pendeln des Ofens ebenfalls vom Schmelzbad aufgenommen wird.

An den Rauchgasauslaß kann sich ein Rauchgasrohr anschließen, von dem zumindest ein Abschnitt genau in der Pendelachse liegt, wobei dieser Rauchgasrohrabschnitt als ein Drehlager des Ofens ausgebildet ist, um das die Pendelbewegung ausgeführt wird. Durch diese Konstruktion kann ohne größeren Aufwand trotz der pendelnden Aufhängung des Ofens eine gute Rauchgasrohrverbindung geschaffen werden.

Auf der dem Brenner gegenüberliegenden Seite der Heizkammer kann eine Reinigungsöffnung vorgesehen sein, an die sich eine Bodenschräge anschließt. Sowohl das Vorwärm- und Flutpodest als auch die sich an die Reinigungsöffnung anschließende Bodenschräge können in Kombination mit der Pendelbewegung des Ofens das Umwälzen der Schmelze unterstützen, wobei die ein- und auftauchenden Ofenflächen zusätzlich zur Erwärmung der Schmelze beitragen. Die Trennwand kann sowohl senkrecht als auch quer oder schräg zur Pendelachse angeordnet sein. In jedem Falle sollte sie so angeordnet sein, daß die Rauchgase zunächst die gesamte Heizkammer durchströmen, dann durch die am Ende der Trennwand vorgesehene Durchlaßöffnung in die Flutkammer gelangen und dann durch die gesamte Flutkammer zurück bis zum Rauchgasauslaß strömen. Dadurch wird ein relativ langer Abgasweg in dem Ofen geschaffen, so daß die heißen Gase gut ausgenutzt werden können.

Bei einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist die Trennwand im wesentlichen senkrecht zu der Pendelachse angeordnet, wobei sich die Durchtrittsöffnung durch die Trennwand unmittelbar am Fuße des Vorwärm- und Flutpodestes befindet. Beim Pendeln des Ofens staut sich die Schmelze, wenn sich die mit dem Podest versehene Seite absenkt, an diesem auf und tritt seitlich durch die Trennwand hindurch in die Heizkammer. Beim Zurückschwenken des Ofens staut sich die Schmelze an der in der Heizkammer vorgesehenen Bodenschräge auf und strömt zurück in die Flutkammer.

Bei einer anderen vorteilhaften Ausführungsform ist die Trennwand im wesentlichen parallel zur Pendelachse angeordnet. Beim Pendeln des Ofens staut sich die Schmelze an der Trennwand und tritt mit relativ großer Geschwindigkeit durch die Durchtrittsöffnung hindurch. Wenn die Durchtrittsöffnung schräg angeordnet ist, so kann zusätzlich noch ein Verwirbelungseffekt erzielt werden, der die Durchmischung der Schmelze noch verbessert. Alternativ können in der Trennwand aber auch zwei im Abstand voneinander angeordnete Durchtrittsöffnungen vorgesehen sein, die mit selbsttätig und gegenläufig arbeitenden Absperrventilen versehen sind, so daß die Schmelze beim Pendeln des Ofens einmal durch die eine Öffnung und beim anderen Mal durch die andere Öffnung strömt. Dadurch wird der Schmelze eine kreisförmige Umwälzbewegung erteilt. Wenn ein Ventil in Bodennähe und eines höher angeordnet wird, kann auch eine Strömung von oben nach unten und umgekehrt erzielt werden.

Als Entleerungseinrichtung kann ein Überlauf vorgesehen sein, über den der Ofen durch an sich bekanntes Kippen entleert wird. Vorzugsweise liegt dabei die Kippachse in der Pendelachse, so daß die konstruktive Einrichtung relativ einfach ausgebildet sein kann.

Als Entleerungseinrichtung kann aber auch eine verschließbare Abstichöffnung im Boden bzw. im unteren Bereich der Heizkammer angeordnet sein. Gegebenenfalls können auch verschiedene Entleerungseinrichtungen vorhanden sein.

Um den Wirkungsgrad des Ofens noch weiter zu verbessern, können auch die Pendelfrequenzen je nach Anwendungsfall variiert werden.

Die Erfindung ist in der Zeichnung beispielsweise veranschaulicht und im nachstehenden im einzelnen anhand der Zeichnung beschrieben. Es zeigt

Fig. 1 einen horizontalen Schnitt durch eine erste Ausführungsform eines Ofens entlang der Linie I-I aus Fig. 2,

Fig. 2 einen vertikalen Schnitt durch den Ofen gemäß Fig. 1 entlang der Linie II-II,

Fig. 3 einen horizontalen Schnitt durch ein anderes Ausführungsbeispiel eines Ofens entlang der Linie III-III aus Fig. 4 und

Fig. 4 einen vertikalen Schnitt durch den Ofen gemäß Fig. 3 entlang der Linie IV-IV.

In Fig. 1 und 2 der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel eines Schmelzofens 1 dargestellt, dessen Außenwände 2 aus einem Stahlmantel als tragende Einheit, einer Isolierschicht sowie einer inneren feuerfesten Ausmauerung bestehen. Der Ofen 1 ist langgestreckt ausgebildet und weist an einem Ende eine Pendelachse 3 auf, um die herum der gesamte Ofen schwenkbar ist. Die Schwenkung erfolgt mit Hubzylindern 4, die am gegenüberliegenden Ofenende angreifen.

Der Ofenraum ist mit Hilfe einer Trennwand 5 in eine Heizkammer 6 und eine Flutkammer 7 unterteilt. Die Heizkammer 6 wird mit Hilfe eines Brenners 8 beheizt. Dieser sitzt in der Endwand 9, die auf der Seite der Pendelachse 3 liegt.

Die Trennwand weist in ihrem im Betrieb oberhalb des Schmelzenspiegels liegenden Bereich nahe der dem Brenner 8 gegenüberliegenden Endwand 10 eine Durchlaßöffnung 11 für die Brennergase auf. Die Flutkammer 7 ist in der nahe der Pendelachse 3 liegenden Stirnwand 9 mit einem Rauchgasauslaß 12 versehen, an den sich ein Rauchgasrohr 13 anschließt. Dieses ist nach außen abgebogen und liegt mit seinem Endabschnitt 14 genau in der Pendelachse 3. Der Endabschnitt 14 ist in einem Pendellager 15 gelagert und dient gemeinsam mit einem auf der gegenüberliegenden Seite vorgesehenen Zapfen 16, der in einem weiteren Pendellager 17 gelagert ist, als Halterung für den Ofen 1. An den Endabschnitt 14 des Abgasrohres läßt sich ohne Schwierigkeiten ein entsprechender Verbindungsstutzen gasdicht anschließen.

Die Abgase des Brenners 8 durchlaufen die Heizkammer 6 von einem Ende zum anderen, treten dann durch die in der Trennwand 5 vorgesehene Durchlaßöffnung 11 und strömen dann durch die gesamte Länge der Flutkammer 7 zum Abgasauslaß 12.

In die Flutkammer 7 mündet eine Chargieröffnung 18, die seitlich nahe der Endwand 9 des Ofens angeordnet ist. Unmittelbar im Anschluß an die Chargieröffnung 18 ist ein Vorwärm- und Flutpodest 19 angeordnet, welches sich über die gesamte Breite der Flutkammer 7 erstreckt und bis zur Endwand 9 reicht. Das Podest 19 befindet sich gegenüber dem Boden der Flutkammer 7 auf einem höheren Niveau, das bei kleineren Pendelbewegungen nicht von der in dem Ofen 1 vorhandenen Schmelze überspült wird.

Die Trennwand 5 ist ferner in ihrem unteren, im Betrieb unterhalb des Schmelzenspiegels liegenden Bereich mit einer Durchtrittsöffnung 20 versehen, die die Heizkammer 6 mit der Flutkammer 7 verbindet. Die Durchtrittsöffnung 20 geht aus der Flutkammer unmittelbar vom Fuß des Vorwärm- und Flutpodestes 19 aus, so daß die sich beim Schwenken des Ofens an dem Podest 19 aufstauende Schmelze seitlich in die Heizkammer 6 übertreten kann.

In der Heizkammer 6 an dem dem Brenner 8 abgewandten Ende ist eine Auflaufschräge 21 vorgesehen, die den Übertritt der Schmelze von der Heizkammer in die Flutkammer unterstützt.

In der der Endwand 9 gegenüberliegenden Endwand des Ofens sind Reinigungsöffnungen 22 und 23 vorgesehen. Weitere Reinigungsöffnungen 24 und 25 befinden sich in den seitlichen Wänden des Ofens, die insbesondere auch zur Reinigung der Durchtrittsöffnung 20 dienen.

Das einzuschmelzende Metall wird taktweise in kontinuierlichem Betrieb durch die Chargieröffnung 18 in die Flutkammer 7 eingebracht, wo es zunächst auf dem Vorwärm- und Flutpodest 19 liegenbleibt. Dort wird es durch die vorbeiströmenden Brennergase vorgewärmt. Die Pendelbewegungen werden während dieser Vorwärmzeit so klein gehalten, daß die in dem Ofen befindliche Schmelze das Podest 19 nicht überspült. Erst wenn das Schmelzgut eine ausreichend hohe Temperatur aufweist, wird die Pendelamplitude so weit erhöht, daß das Podest von der Schmelze überspült wird und das Schmelzgut aufnimmt. Um das Überfluten des Podestes 19 zu erleichtern, ist auf einer Seite des Podestes ein Flutkanal 26 vorgesehen, der gegenüber der Oberfläche des Podestes stärker geneigt ist und somit beim Größerwerden der Pendelbewegungen eher unter dem Schmelzenspiegel eintaucht. Nachdem das Podest freigespült ist, wird die Pendelamplitude wieder reduziert, und es kann erneut chargiert werden. Anstelle der Chargieröffnung kann auch ein Füllschacht vorgesehen werden, so daß das Festmetall, nach Abschmelzung des unteren vorgewärmten Metalls, von selbst nachrutscht.

Der gesamte Ablauf kann nach einer vorgegebenen Programmsteuerung erfolgen, so daß die Ofenarbeit auf jeden einzelnen Anwendungsfall optimal abgestimmt werden kann.

Zur weiteren Ausnutzung der Abgasenergie kann die Brennerluft in einem zwischengeschalteten, in der Zeichnung nicht dargestellten auf oder am Ofen montierten Rekuperator vorgewärmt werden.

Zur Entnahme der fertigen Schmelze dient ein von der Heizkammer 6 ausgehender Entleerungsüberlauf 27, über den die Schmelze durch Kippen des Ofens entnommen werden kann. Als Kippachse dient die Pendelachse 3, so daß das Ausgießen durch weites Ausfahren der Zylinder 4 vorgenommen werden kann.

Zusätzlich kann im Boden der Heizkammer 6 oder im unteren seitlichen Bereich der Heizkammer eine verschließbare Abstichöffnung 28 vorgesehen sein, so daß die Schmelze auch unterhalb des Schmelzenspiegels abgezogen werden kann, was ohne Kippen des Ofens erfolgt.

In Fig. 3 und 4 ist ein anderes Ausführungsbeispiel eines Schmelz- und Gießofens 30 dargestellt. Dieser ist ähnlich aufgebaut wie der in Fig. 1 und 2 dargestellte Ofen 1, so daß nur die abweichenden Merkmale beschrieben zu werden brauchen.

Der Ofen 30 ist ebenfalls um eine Pendelachse 31 schwenkbar gelagert, wobei wiederum ein Endabschnitt 32 des Abgasrohrs 33 als Lagerzapfen dient, der in einem Pendellager 34 sitzt. Der Brenner 35 ist in der Mantelwand 36 des Ofens angeordnet.

Allerdings ist bei diesem Ausführungsbeispiel die Trennwand 37 genau parallel zur Pendelachse 31 angeordnet. An dem langen Strömungsweg der Brennergase ändert sich dabei nichts, denn diese durchlaufen wiederum zunächst die gesamte Länge der Heizkammer 38, treten dann durch die in der Trennwand 37 vorgesehene Durchlaßöffnung 39 und strömen durch die Flutkammer 40 in Richtung auf die Ofenwand 36 zurück, wo sie über das Abgasrohr 33 den Ofen 30 verlassen. Auf der Seite des Abgasauslasses 41 befindet sich wiederum das erhöhte Vorwärm- und Flutpodest 42, auf das durch eine seitliche Chargieröffnung 43 das einzuschmelzende Metall eingegeben werden kann.

Wenn der Ofen pendelt, staut sich die Schmelze an der parallel zur Pendelachse liegenden Trennwand 37 und fließt durch eine Durchtrittsöffnung 44 in die jeweils benachbarte Kammer 38 bzw. 40. Die Durchtrittsöffnung 44 verläuft schräg durch die Trennwand 37, so daß die Schmelze beim Pendeln jeweils schräg in die jeweilige Kammer einfließt und gut verwirbelt wird.

Bei einem in der Zeichnung nicht dargestellten Ausführungsbeispiel, bei dem die Trennwand ebenfalls parallel zur Pendelachse angeordnet ist, sind zwei im Abstand voneinander angeordnete Durchtrittsöffnungen vorgesehen, wobei diese mit selbsttätig und gegenläufig arbeitenden Absperrventilen versehen sind, so daß die Schmelze beim Pendeln des Ofens einmal durch die eine Öffnung und das andere Mal durch die andere Öffnung strömt, wodurch ein sehr guter Umwälzeffekt erzielt wird.

Außerdem ist eine große Anzahl weiterer Ausführungsformen möglich, die nach dem gleichen oder einem ähnlichen Prinzip arbeiten. Alle Ausführungsformen haben gemeinsam, daß eine hohe Schmelzleistung erzielt werden kann. Aufgrund der starken Umwälzung läßt sich eine sehr gleichmäßige Badtemperatur erzielen, wodurch das Einschmelzen und Verteilen des vorgewärmten Schmelzgutes erleichtert wird. Aufgrund der Gesamtkonzeption kann mit relativ niedriger Ofentemperatur gearbeitet werden, so daß zusätzliche Energie gespart und die Ofenbelastung reduziert werden kann.


Anspruch[de]
  1. 1. Schmelz- und Gießofen mit der Kombination folgender Merkmale:
    1. - daß der Ofen (1; 30) aus einem Stahlmantel als tragende Einheit besteht und mit einer Isolierschicht sowie einer Feuerfest-Ausmauerung versehen ist,
    2. - daß die tragende Einheit an ihrem einen Ende eine Pendelachse (3) aufweist, während am anderen Ende zur Ausführung einer Pendelbewegung Hubzylinder (4) angreifen,
    3. - daß die Amplitude der Pendelbewegungen wahlweise einstellbar ist,
    4. - daß der Ofenraum mit Hilfe einer durchgehenden Trennwand (5; 37) in zwei Kammern, eine Heizkammer (6; 38) und eine Flutkammer (7; 40) unterteilt ist,
    5. - daß eine Heizeinrichtung an einem Ende der Heizkammer (6; 38) angeordnet ist,
    6. - daß die Trennwand (5; 37) in ihrem unteren, im Betrieb unterhalb des Schmelzenspiegels liegenden Bereich mindestens eine Durchtrittsöffnung (20; 44) für die Schmelze und in ihrem oberen, im Betrieb oberhalb des Schmelzenspiegels liegenden Bereich nahe dem von dem Brenner (8; 35) enfernt liegenden Ende einen Durchlaß (11; 39) für die Rauchgase zum Durchtritt in die Flutkammer (7; 40) aufweist,
    7. - daß die Flutkammer (7; 40) an dem vom Rauchgasdurchlaß (11; 39) entfernt liegenden Ende mit einem Rauchgasauslaß (12; 41) sowie einer Chargieröffnung (18; 43) versehen ist,
    8. - daß in der Flutkammer (7; 40) unmittelbar im Anschluß an die Chargieröffnung (18; 43) ein Vorwärm- und Flutpodest (19; 42) angeordnet ist und
    9. - daß mindestens eine Entleerungseinrichtung (6; 28) zur Entnahme der fertigen Schmelze vorgesehen ist.
  2. 2. Schmelz- und Gießofen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Heizeinrichtung als Brenner (8; 35) ausgebildet ist.
  3. 3. Schmelz- und Gießofen nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß sich an den Rauchgasauslaß (12; 41) ein Rauchgasrohr (13; 33) anschließt, von dem zumindest ein Abschnitt (14; 32) genau in der Pendelachse liegt und daß dieser Rauchgasrohrabschnitt als ein Drehlager des Ofens ausgebildet ist, um das die Pendelbewegung ausgeführt wird.
  4. 4. Schmelz- und Gießofen nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß auf der der Heizeinrichtung (8; 35) gegenüberliegenden Seite der Heizkammer (6; 38) eine Reinigungsöffnung (22) vorgesehen ist, an die sich eine Bodenschräge (21) anschließt.
  5. 5. Schmelz- und Gießofen nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Trennwand (5) im wesentlichen senkrecht zu der Pendelachse (3) angeordnet ist.
  6. 6. Schmelz- und Gießofen nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Durchtrittsöffnung (20) durch die Trennwand (5) unmittelbar am Fuße des Vorwärm- und Flutpodestes (19) liegt.
  7. 7. Schmelz- und Gießofen nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Trennwand (37) im wesentlichen parallel zur Pendelachse (31) angeordnet ist.
  8. 8. Schmelz- und Gießofen nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die in der Trennwand (5; 37) vorgesehene Durchtrittsöffnung (20; 44) für die Schmelze schräg angeordnet ist.
  9. 9. Schmelz- und Gießofen nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß in der Trennwand (37) zwei im Abstand voneinander angeordnete Durchtrittsöffnungen vorgesehen sind und daß die Durchtrittsöffnungen mit selbsttätig und gegenläufig arbeitenden Absperrventilen versehen sind, so daß die Schmelze beim Pendeln des Ofens einmal durch die eine Öffnung und das andere Mal durch die andere Öffnung strömt.
  10. 10. Schmelz- und Gießofen nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß als Entleerungseinrichtung ein Überlauf (27) vorgesehen ist.
  11. 11. Schmelz- und Gießofen nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Pendelachse (3) gleich der Kippachse ist, um die der Ofen (1) zur Entleerung gekippt wird.
  12. 12. Schmelz- und Gießofen nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß als Entleerungseinrichtung eine verschließbare Abstichöffnung (28) im Boden bzw. im unteren Bereich der Heizkammer (6) angeordnet ist.
  13. 13. Schmelz- und Gießofen nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß verschiedene Pendelfrequenzen einstellbar sind.






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