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Dokumentenidentifikation DE3900409A1 12.07.1990
Titel Textilmaschine, insbesondere Spinnmaschine
Anmelder Maschinenfabrik Rieter AG, Winterthur, CH
Erfinder Meyer, Urs, Dr., Niederglatt, CH
Vertreter Manitz, G., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat.; Finsterwald, M., Dipl.-Ing. Dipl.-Wirtsch.-Ing., 8000 München; Rotermund, H., Dipl.-Phys., 7000 Stuttgart; Heyn, H., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat., Pat.-Anwälte, 8000 München
DE-Anmeldedatum 09.01.1989
DE-Aktenzeichen 3900409
Offenlegungstag 12.07.1990
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.07.1990
IPC-Hauptklasse D01H 13/14
IPC-Nebenklasse D01H 13/32   
Zusammenfassung Es wird eine Textilmaschine, insbesondere Spinnmaschine, mit zumindest einem mehrere Stränge wie insbesondere Walzenpaare, Zylinder/Walzen-Paare oder dergleichen umfassenden Streckwerk beschrieben. Zumindest zwei Stränge weisen jeweils einen Zylinder 10, 14 mit Markierungen 36, 38 auf, welche vom Sensor 28, 30 eines jeweiligen Impulsgebers 24, 26 erfaßt werden. Das Ausgangssignal S1 des einen Impulsgebers 26 wird dem Zähleingang 42 und das Ausgangssignal S2 des anderen Impulsgebers 44 einem Rücksetzeingang 40 eines Zählers 70 zugeführt. Der Zähler 70 ist vom Ausgangssignal S2 des Impulsgebers 24 lediglich während eines vorgebbaren Rücksetzzeitfensters rücksetzbar. Zählt der Zähler 70 bis zum Ende dieses Zeitfensters weiter, so liefert er ein Auslösesignal S3 für einen Alarm oder dergleichen.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Textilmaschine, insbesondere Spinnmaschine, mit zumindest einem mehrere Stränge wie insbesondere Walzenpaare, Zylinder/Walzen-Paare oder dergleichen umfassenden Streckwerk zur Bildung wenigstens eines zwischen zwei jeweiligen Strängen liegenden Verzugsfeldes, die zur Erzeugung des Verzugs mit unterschiedlichen, insbesondere einstellbaren Drehzahlen antreibbar sind.

Beispielsweise bei Ringspinnmaschinen ist man in jüngster Zeit bestrebt, das bisher übliche zentrale gemeinsame Antriebssystem für die verschiedensten Antriebselemente zu dezentralisieren. Dies gilt insbesondere auch für den Streckwerkantrieb. Ein Einzelstreckwerkantrieb macht nämlich insbesondere Wechselräder entbehrlich, läßt eine einfache und schnelle Bedienung zu und schafft die Möglichkeiten für eine Fernbedienung und Feineinstellung.

Wesentlich ist nun nicht nur ein gleichmäßiger Lauf der aus Walzenpaaren bzw. Zylinder/Walzen-Paaren oder dergleichen bestehenden Streckwerkstränge, darüberhinaus sind auch die Drehzahlverhältnisse zwischen den Strängen insbesondere für die Garnnummerhaltung von entscheidender Bedeutung. Die Stränge müssen insbesondere auch "zahnradgenau", d.h. in einem vorbestimmten Verhältnis der Drehwinkel aus dem Stillstand anlaufen und beim Anstellen wieder stillgesetzt werden. Auch während des normalen Betriebs der betreffenden Spinnmaschine ist es zwingend erforderlich, die genannten Drehzahlverhältnisse zur Einhaltung einer gleichbleibend hohen Garnqualität beizubehalten.

Aufgrund des getrennten Antriebs zumindest eines Teils der Streckwerkstränge können gewisse Drehzahlabweichungen nicht ohne weiteres ausgeschlossen werden. Aufgrund der weitgehenden Automation besteht nun insbesondere bei kleineren Verzugsfehlern die Gefahr, daß sie überhaupt nicht, d. h. nur im Labor, oder zu spät entdeckt werden und die Garnqualität in großen Teilen des erzeugten Materials beeinträchtigt ist.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Textilmaschine der eingangs genannten Art zu schaffen, bei welcher auf äußerst einfache Weise eine zuverlässige Überwachung des Streckwerks insbesondere im Hinblick auf die Einhaltung vorgebbarer Drehzahlverhältnisse der verschiedenen Streckwerkstränge gewährleistet ist.

Die Aufgabe wird nach der Erfindung dadurch gelöst, daß wenigstens zwei Strängen des Streckwerks jeweils ein auf Markierungen einer Walze bzw. eines Zylinders des betreffenden Stranges ansprechender Impulsgeber zugeordnet ist, daß die Ausgangssignale der Impulsgeber von der betreffenden Zylinderdrehzahl und der jeweiligen Anzahl von Markierungen abhängige, im Betrieb unterschiedliche Impulsfolgefrequenzen aufweisen, daß das eine höhere Impulsfolgefrequenz aufweisende erste Ausgangssignal dem Zähleingang und das eine niedrigere Impulsfolgefrequenz aufweisende zweite Ausgangssignal einem Rücksetzeingang eines elektronischen Zählers zugeführt ist, daß der Zähler vom zweiten Ausgangssignal nur während eines durch einen unteren Zählerstandgrenzwert und einen oberen Zählerstandgrenzwert vorgebbaren Zählintervalls rücksetzbar ist, und daß der elektronische Zähler nach einem Durchlauf dieses ein Rücksetzfenster bildenden Zählintervals ein Auslösesignal für einen Alarm, einen Maschinenstillstand oder dergleichen liefert.

Aufgrund dieser Ausbildung wird erreicht, daß mit einfachsten Mitteln auch kleinste Drehzahlabweichungen der Streckwerkstränge und damit ansonsten nicht ohne weiteres feststellbare Garnfehler zuverlässig und schnell erkannt werden. Die Feinheit der noch zu erkennenden Verzugsfehler ist durch die Anzahl der Markierungen, insbesondere die Unterschiede in der Anzahl dieser Markierungen bei den Zylindern eines jeweiligen Strangpaar, die Breite der erzeugten Impulse sowie die Breite des Zeitintervalls bzw. Rücksetzfensters vorgebbar.

Der Zähler wird durch die Impulse des eine höhere Impulsfolgefrequenz aufweisenden ersten Ausgangssignals z.B. hochgezählt. Nach Erreichen des unteren Zählerstandgrenzwerts wird eine Art Rücksetzfenster geöffnet, welches nach Erreichen des oberen Zählerstandgrenzwerts wieder geschlossen wird. Fällt ein Impuls des eine niedrigere Impulsfolgefrequenz aufweisenden zweiten Ausgangssignals in das geöffnete Rücksetzfenster, so wird der Zähler mit Auftreten dieses Impulses zurückgesetzt und anschließend durch die Impulse des ersten Ausgangssignals erneut hochgezählt. Die Impulsfolgefrequenz des zweiten Ausgangssignals ist durch die relative Anzahl von Markierungen insbesondere derart gewählt, daß zu keiner Zeit zwei Impulse dieses Signals in das Rücksetzfenster fallen. Tritt nun ein betreffender Impuls des zweiten Ausgangssignals bezüglich des Rücksetzfensters zu früh auf, so kann der Zähler nicht zurückgesetzt werden. Dies hat zur Folge, daß z.B. der obere Zählerstandgrenzwert erreicht wird, wonach das Auslösesignal für einen Alarm, einen Maschinenstillstand oder dergleichen abgegeben wird. Dasselbe gilt für den Fall, daß der betreffende Impuls des zweiten Ausgangssignals bezüglich des Rücksetzfensters zu spät auftritt. Auch hierbei wird nämlich der z.B. obere Zählerstandgrenzwert erreicht und das betreffende Auslösesignal abgegeben.

In entsprechender Weise ist auch ein abwärts zählender Zähler verwendbar. In diesem Falle ist das für die Abgabe des Auslösesignals maßgebliche Kriterium das Unterschreiten des unteren Zählerstandgrenzwerts.

Obwohl die Erfindung vorzugsweise bei der Überwachung der relativen Drehzahlen der Streckwerkstränge anwendbar ist, ist sie grundsätzlich auch für eine entsprechende Überwachung der relativen Drehzahlen insbesondere des Lieferstranges des Streckwerks und der Spindeln verwendbar. Das Streckwerk (und die Ringbank) sind nämlich derart im Verhältnis zu den Spindeln zu bewegen, daß einerseits keine Fadenbrüche entstehen und andererseits die beim Anfahren bzw. beim Abstellen entstehende Garnqualität derjenigen des normalen Betriebs möglichst entspricht.

Von besonderem Vorteil ist auch, daß die erfindungsgemäße Streckwerküberwachung durch solch einfache und damit kostengünstige Bauelemente wie insbesondere elektronische Zähler und dergleichen realisierbar ist.

Vorzugsweise weist der Zylinder des im Betrieb mit höherer Drehzahl rotierenden Strangs des Streckwerks eine höhere Anzahl von Markierungen auf, als dies beim mit niedrigerer Drehzahl rotierenden Strang der Fall ist. Es wird damit auf einfache Weise zusätzlich eine um ein Vielfaches höhere Impulsfolgefrequenz des die Zählung bewirkenden ersten Ausgangssignals erreicht, so daß bei darüberhinaus hinreichend schmalen Impulsen des zweiten Ausgangssignals ingesamt eine hohe Auflösung erzielbar ist. Die höchste Auflösung ergibt sich bei dem kleinsten Rücksetzfenster bzw. Zählinterval, welches beispielsweise durch den Abstand zweier Impulse des die Zählung bewirkenden ersten Impulsgeber-Ausgangssignals bestimmt ist. Der Zylinder mit der geringeren Anzahl von Markierungen kann zweckmäßigerweise lediglich eine einzige Markierung aufweisen. Hierdurch wird der relative Unterschied der Anzahl von Markierungen und somit der Impulsfolgefrequenzen der beiden Impulsgeber-Ausgangssignale weit erhöht, was eine zusätzliche Verbesserung der Auflösung der Verzugfehler zur Folge hat.

Hierbei kann die größere Anzahl von Markierungen des betreffenden Zylinders zweckmäßigerweise zumindest das zehnfache, vorzugsweise das zehnfache bis tausendfache und insbesondere das einhundertfache der geringeren Anzahl von Markierungen des betreffenden anderen Zylinders betragen.

Die Markierungen sind vorzugsweise am Umfang der betreffenden Zylinder angeordnet und bei einer Vielzahl von Markierungen pro Zylinder gleichmäßig über den Umfang dieses Zylinders verteilt. Bei rotierenden Zylindern ergibt sich damit eine für einen jeweiligen Zylinder gleichbleibende Impulsfolgefrequenz, sofern dieser Zylinder mit konstanter Geschwindigkeit angetrieben ist.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsvariante der Erfindung ist vorgesehen, daß einerseits dem hinteren oder Einzugsstrang und andererseits dem vorderen oder Lieferstrang des Streckwerks jeweils ein Impulsgeber zugeordnet ist. Dies ist insbesondere für den Fall zweckmäßig, daß der mittlere Strang und der hintere Strang des Streckwerks über ein Getriebe miteinander verbunden und durch einen gemeinsamen Antrieb antreibbar sind, während der vordere oder Lieferstrang getrennt antreibbar ist.

Sind demgegenüber bei einer weiteren Dezentralisierung des Antriebs sämtliche Streckwerkstränge getrennt antreibbar, so ist es von Vorteil, jedem Strang einen Impulsgeber zuzuordnen und die Ausgangssignale der beiden einem jeweiligem Strangpaar zugeordneten Impulsgeber dem Zähleingang bzw. Rücksetzeingang eines jeweiligen elektronischen Zählers zuzuführen. Hierbei kann die relative Drehzahl des hinteren Strangs und des mittleren Strangs und/oder des hinteren Strangs und des vorderen Strangs und/oder des mittleren Strangs und des vorderen Strangs überwacht werden.

Ist für mehrere Streckwerke jeweils ein gemeinsamer Hinterzylinder, ein gemeinsamer Vorder- oder Lieferzylinder und ggf. ein gemeinsamer Mittelzylinder vorgesehen, so sind die Markierungen zweckmäßigerweise an den betreffenden gemeinsamen, vorzugsweise unteren Zylindern oder Walzen angeordnet.

Der elektronische Zähler kann Teil eines Digitaltachometers sein, um gleichzeitig beispielsweise auch die absoluten Drehzahlen angeben zu können.

Vorzugsweise sind die vorgebbaren unteren und oberen, das Rücksetzzeitfenster bestimmenden Zählerstandgrenzwerte im elektronischen Zähler bzw. Digitaltachometer speicherprogrammierbar. Zur Speicherung dieser unteren und oberen Zählerstandgrenzwerte ist zweckmäßigerweise ein batteriegepufferter Speicher vorgesehen, so daß die eingegebenen Werte auch nach erneuter Inbetriebnahme noch vorhanden sind.

Bei einer weiteren praktischen Ausführungsvariante der erfindungsgemäßen Textilmaschine weist der elektronische Zähler bzw. der Digitaltachometer eine Digitalanzeige insbesondere für eine Anzeige der gemessenen Drehzahlen und/oder Drehzahlunterschiede auf.

Die auf die Markierungen ansprechenden Impulsgeber können optische, induktive und/oder kapazitive Sensoren umfassen.

Die Erfindung wird im folgenden anhand eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die Zeichnung näher erläutert; in dieser zeigt:

Fig. 1 eine schematische Darstellung eines drei Stränge aufweisenden Streckwerks einer Ringspinnmaschine,

Fig. 2 eine schematische Darstellung der mit Markierungen versehenen Hinter- und Lieferzylinder des in Fig. 1 gezeigten Streckwerks mit einer zugeordneten, das Drehzahlverhältnis überwachenden Einrichtung, und

Fig. 3 ein Zeitdiagramm zur Darstellung des dem Zähleingang zugeführten ersten und dem Rücksetzeingang zugeführten zweiten vom Vorderzylinder bzw. Hinterzylinder abgeleiteten Impulsgeber-Ausgangssignals sowie des Rücksetzzeitfensters des verwendeten elektronischen Zählers.

In Fig. 1 ist in schematischer Darstellung ein Streckwerk 52 beispielsweise einer Ringspinnmaschine dargestellt.

Das gezeigte Streckwerk umfaßt einen hinteren oder Einzugsstrang 54, einen mittleren Strang 56 sowie einen vorderen oder Lieferstrang 58. Das Faserband bzw. der Faden 16 wird vom Lieferstrang 58 z.B. an eine Spindel der betreffenden Ringspinnmaschine abgeliefert.

Die Stränge 54, 56, 58 des Streckwerks 52 umfassen jeweils einen unteren Zylinder, nämlich den Hinter- oder Einzugszylinder 10, den Mittelzylinder 12 sowie den vorderen oder Lieferzylinder 14 und andererseits jeweils eine obenliegende Walze, nämlich die hintere oder Einzugswalze 60, die mittlere Walze 62 und die vordere bzw. Lieferwalze 64.

Die unten liegenden Zylinder 10, 12, 14 sind jeweils gleichzeitig für mehrere Streckwerke auf einer jeweiligen Maschinenseite bestimmt. Jedem dieser Zylinder ist ein besonderer Antrieb 18, 20, 22 zugeordnet. Diese Antriebe können beispielsweise jeweils einen über die Speisefrequenz drehzahlgesteuerten Antriebsmotor umfassen.

Die Drehzahl der Streckwerkstränge 54, 56, 58 nimmt ausgehend vom Einzugsstrang zum vorderen Lieferstrang 58 hin zu, so daß zwischen dem ersten Strangpaar 54, 56 ein Vorverzugsfeld 66 und zwischen dem zweiten Strangspaar 56, 58 ein Hauptverzugsfeld 68 gebildet wird.

Gemäß Fig. 2 sind der Hinterzylinder 10 sowie der Lieferzylinder 14 mit Markierungen 36, 38 versehen. Diese Markierungen sind jeweils am Umfang des betreffenden Zylinders 10, 14 angeordnet und werden von Sensoren 28, 30 zweier Impulsgeber 24, 26 erfaßt. Der eine Impulsgeber 24 bzw. dessen Sensor 28 ist im Umfangsbereich des mit einer geringeren Drehzahl angetriebenen Hinterzylinders 10 angeordnet, während der andere Impulsgeber 26 im Umfangsbereich des mit einer größeren Drehzahl rotierenden vorderen bzw. Lieferzylinders 14 vorgesehen ist.

Der Impulsgeber 26 liefert über eine Signalleitung 34 ein erstes Ausgangssignal S1 an einen Zähleingang 42 eines beispielsweise durch einen Digitaltachometer gebildeten elektronischen Zählers 70. Der dem Hinterzylinder 10 zugeordnete Impulsgeber 24 liefert über eine Signalleitung 32 ein zweites Ausgangssignal S2 an einen Rücksetzeingang 40 des elektronischen Zählers 70.

Bei den Sensoren 28, 30 kann es sich beispielsweise um optische, induktive oder kapazitive Sensoren handeln. Die beiden Impulsgeber 24, 26 umfassen Impulsformerschaltungen zur Abgabe zumindest im wesentlichen rechteckförmiger Impulse.

Während der im Betrieb mit einer höheren Drehzahl rotierende Hinterzylinder 10 lediglich mit einer einzigen am Umfang vorgesehenen Markierung 36 versehen ist, weist der schneller rotierende vordere bzw. Lieferzylinder 14 eine größere Anzahl solcher Markierungen 38 am Umfang auf. Beim vorliegenden Ausführungsbeispiel sind für den Hinterzylinder 14 einhundert solcher Markierungen 38 vorgesehen. Während der Impulsgeber 24 pro Umdrehung des Hinterzylinders 10 lediglich einen Impuls abgibt, liefert der Impulsgeber 26 somit pro Umdrehung des Lieferzylinders 14 einhundert solcher Impulse. Der Hinterzylinder 10 kann beispielsweise in einem Drehzahlbereich von 0,9 bis 45 UPM und der Lieferzylinder 14 beispielsweise in einem Drehzahlbereich von 15 bis 480 UPM angetrieben sein. Hierdurch ergeben sich für die maximale Frequenz Werte von 0,75 Hz bzw. 850 Hz.

Der elektronische Zähler 70 bzw. Digitaltachometer weist zwei Stelleingänge 48, 50 zur Einstellung eines unteren sowie eines oberen Zählerstandgrenzwerts auf. Durch die beiden jeweils eingestellten unteren und oberen Zählerstandgrenzwerte wird ein Zählinterval festgelegt, welches ein Rücksetzzeitfenster T1 bis T2 des elektronischen Zählers 70 bestimmt (vgl. auch Fig. 3). Der elektronische Zähler 70 ist von einem jeweiligem Impuls des Impulsgebers 24, d.h. des zweiten Impulsgeber-Ausgangssignals S2 nur während dieses vorgebbaren Zählintervals oder Rücksetzzeitfensters rücksetzbar. Tritt ein von der Markierung 36 abgeleiteter Impuls dieses zweiten Impulsgeber-Ausgangssignals S2 bezüglich des gesetzten Rücksetzzeitfensters T1 bis T2 zu früh bzw. zu spät auf, so wird der elektronische Zähler 70 nicht zurückgesetzt, woraus folgt, daß im Falle eines hochzählenden Zählers der obere Zählerstandgrenzwert und im Falle eines abwärtszählenden Zählers der untere Zählerstandgrenzwert erreicht wird. Nach einem entsprechenden Durchlaufen des Rücksetzzeitfensters und Erreichen des betreffenden Zählerstandgrenzwerts liefert der elektronische Zähler 70 ein Auslösesignal S3 beispielsweise für einen Alarm, einen Maschinenstillstand oder dergleichen.

Beim vorliegenden Ausführungsbeispiel ist als elektronischer Zähler 70 ein Aufwärtszähler vorgesehen, wie dies insbesondere auch aus dem Zeitdiagramm gemäß Fig. 3 hervorgeht.

In Fig. 3 sind im oberen Teil des Zeitdiagramms die vom Hinterzylinder 10 abgeleiteten Impulse 44 dargestellt. Nachdem der Hinterzylinder 10 lediglich mit einer einzigen Markierung 36 (vgl. Fig. 2) versehen ist, gibt die Zeit TU/Hz z.B. zwischen den ansteigenden Flanken zweier auftretender Impulse 44 die für einen Umlauf des Hinterzylinders 10 benötigte Zeit an. Während dieser auf den Hinterzylinder 10 bezogenen Umlaufzeit TU/Hz treten bei eingehaltenem Soll-Drehzahlverhältnis einhundert von den Markierungen 38 des Vorderzylinders 14 abgeleitete Impulse 46 des ersten Impulsgeber-Ausgangssignals S1 auf. Im Diagramm gemäß Fig. 3 ist lediglich ein Teil der Impulse 46 dargestellt.

Die Impulse 44, 46 der beiden Ausgangssignale S2 bzw. S1 weisen gleiche Amplituden A auf. Obwohl im dargestellten Beispiel die Impulsbreite der Impulse 44 geringer als die der Impulse 46 ist, spielt diese Impulsbreite generell keine Rolle; maßgebend sind vielmehr die Flanken der Impulse.

Wie ebenfalls aus dem Zeitdiagramm gemäß Fig. 3 hervorgeht, wird das Rücksetzzeitfenster RF zum Zeitpunkt T1 geöffnet und zum Zeitpunkt T2 wieder geschlossen. Im vorliegenden Fall weist das RF-Signal bei geöffnetem Rücksetzzeitfenster bzw. Resettor den Zustand logisch null auf, während bei geschlossenem Rücksetzzeitfenster RF der Zustand logisch eins vorherrscht.

Der Zeitpunkt T1 ist beim vorliegenden Ausführungsbeispiel durch die ansteigende Flanke des Impulses 46&min; des ersten Impulsgeber-Ausgangssignals S1 bestimmt, bei dessen Auftreten der hochzählende elektronische Zähler 70 den durch den ersten Stelleingang 48 eingestellten unteren Zählerstandgrenzwert annimmt.

Dieser untere Zählerstandgrenzwert kann beispielsweise auf den Wert 3752 eingestellt sein. Der die obere Grenze des Rücksetzzeitfensters bildende Zeitpunkt T2 wird durch die ansteigende Flanke eines Impulses 46&min;&min; des ersten Impulsgeber-Ausgangssignals S1 bestimmt, bei dessen Auftreten der elektronische Zähler 70 den oberen Zählerstandgrenzwert annimmt, welcher durch den zweiten Stelleingang 50 einstellbar ist. Im vorliegenden Falle ist dieser obere Zählerstandgrenzwert auf 3756 eingestellt.

Tritt nun der Impuls 44 innerhalb des Rücksetzzeitfensters T1 bis T2 auf, so wird der elektronische Zähler 70 zurückgesetzt, um anschließend z.B. bis zum nächsten Rücksetzvorgang wieder hochzuzählen.

Tritt ein Impuls 44&min; bzw. dessen ansteigende Flanke zu einem Zeitpunkt T0 vor dem Rücksetzzeitfenster T1 bis T2 auf, so vermag dieser Impuls 44&min; den Zähler nicht zurückzusetzen. Nachdem der zeitliche Abstand der auftretenden Impulse 44 insbesondere wesentlich größer als das genannte Zeitfenster T1 bis T2 ist, tritt andererseits im letztgenannten Fall während dieses Rücksetzzeitfensters kein Impuls 44 mehr auf, so daß der Zähler 70 bis zum oberen Zählerstandgrenzwert, im vorliegenden Fall 3756, hochzählt, um dann das Auslösesignal S3 für z.B. einen Alarm, einen Maschinenstillstand oder dergleichen abzugeben. Dieser obere Zählerstandgrenzwert wird gemäß Fig. 3 zum Zeitpunkt T2 erreicht.

Der obere Zählerstandgrenzwert wird mit den gleichen Folgen auch dann erreicht, wenn ein Impuls 44&min;&min; des zweiten Impulsgeber-Ausgangssignals S2 zu einem Zeitpunkt T3 nach dem Zeitfenster T1 bis T2 auftritt. Auch in diesem Falle fällt nämlich in das Zeitfenster T1 bis T2 keiner der Impulse 44, so daß der Zähler 70 wiederum nicht zurückgesetzt werden kann und dennoch der obere Zählerstandgrenzwert erreicht wird.

Mit der Eingabe der oberen und unteren Zählerstandgrenzwerte über die Stelleingänge 48, 50 kann die Breite des Rücksetzzeitintervalls T1 bis T2 variiert werden. Die minimale Breite ist beispielsweise durch den Abstand der ansteigenden Flanken zweier aufeinanderfolgender Impulse 46 des vom Impulsgeber 26 abgegebenen ersten Ausgangssignals S1 vorgegeben.

Je schmäler das Rücksetzzeitfenster T1 bis T2 ist, desto größer ist die Empfindlichkeit der Überwachung im Hinblick auf Verzugsfehler.

Während beim beschriebenen Ausführungsbeispiel lediglich der Hinterzylinder 10 sowie der Lieferzylinder 14 mit Markierungen 36, 38 versehen sind, ist grundsätzlich auch denkbar, allen Zylindern 10, 12, 14, d.h. insbesondere auch dem mittleren Zylinder 12 solche Markierungen und entsprechend einen Impulsgeber mit Sensor zuzuordnen.

Während gemäß Fig. 1 dem Hinterzylinder 10 und mittleren Zylinder 12 getrennte Antriebe 18, 20 zugeordnet sind, ist auch denkbar, für diese beiden Zylinder einen gemeinsamen Antrieb vorzusehen und die Zylinder über ein mechanisches Getriebe miteinander zu koppeln. In diesem Falle genügt es, entweder dem Hinterzylinder 10 oder dem mittleren Zylinder 11 einen Impulsgeber zuzuordnen und diesen Zylinder entsprechend mit Markierungen zu versehen.

Insbesondere für den Fall, daß sämtliche Streckwerkstränge 54, 56, 58, wie in Fig. 1 gezeigt, getrennt antreibbar sind, kann vorgesehen sein, jedem Strang einen Impulsgeber zuzuordnen und die Ausgangssignale der beiden einem jeweiligen Strangpaar 54, 58; 54, 56; 56, 58 zugeordneten Impulsgeber dem Zähleingang 42 bzw. Rücksetzeingang 40 eines jeweiligen elektronischen Zählers zuzuführen.

Besonders vorteilhaft ist es, wenn der elektronische Zähler 70 durch einen Teil eines Digitaltachometers gebildet ist, durch welchen beispielsweise die absoluten Drehzahlen und/ oder die Drehzahlverhältnisse anzeigbar sind.

Um sicherzustellen, daß bei jedem erneuten Ingangsetzen der Spinnmaschine auch im Hinblick auf die vorgesehene Streckwerküberwachung stets definierte Betriebsbedingungen vorliegen, können die vorgebbaren unteren und oberen Zählerstandgrenzwerte im elektronischen Zähler 70 bzw. Digitaltachometer speicherprogrammierbar sein. In diesem Falle ist es zweckmäßig, zur Speicherung der Zählerstandgrenzwerte einen batteriegepufferten Speicher vorzusehen, so daß beispielsweise auch bei einem Netzausfall die betreffenden Werte nicht verloren gehen.

Obwohl die Markierungen 36, 38 bevorzugt an den unteren Zylindern 10, 14 und ggf. 12 angeordnet sind, ist es grundsätzlich auch denkbar, die obenliegenden Walzen 60, 62, 64 mit diesen Markierungen zu versehen.

Während beim beschriebenen Ausführungsbeispiel eine reine Streckwerküberwachung vorliegt, kann die beschriebene Überwachungsvorrichtung auch zur Überwachung der relativen Drehzahlverhältnisse insbesondere des Lieferstrangs 58 und der betreffenden Spindeln eingesetzt werden.

Anstelle der einen Marke am langsamer rotierenden Zylinder kann grundsätzlich auch eine höhere Anzahl von Markierungen, insbesondere eine gleiche Anzahl von Markierungen wie beim schneller laufenden Strang vorgesehen sein. In diesem Falle ist dem zugeschalteten Impulsgeber zweckmäßigerweise ein Teiler-Modul nachgeschaltet, um wieder den einen Impuls pro Umdrehung zu erhalten.

Ferner ist auch denkbar, dem anderen Strang oder beiden Strängen jeweils einen solchen Vor-Teiler zuzuordnen. Schließlich entfällt mit einem solchen Teiler-Modul auch die Voraussetzung, daß einer der beiden Stränge langsamer läuft.

Mit der Verwendung der genannten Teiler-Module ist es u. a. möglich, auf beiden Wellen identische Impulsgeber bzw. Digital-Tachos zu realisieren. Diese Elemente lassen sich mit Ausnahme der Impulsgeber beispielsweise auch als Software-Module eines Mikroprozessorprogramms verwirklichen.


Anspruch[de]
  1. 1. Textilmaschine, insbesondere Spinnmaschine, mit zumindest einem mehrere Stränge (54, 56, 58) wie beispielsweise Walzenpaare, Zylinder/Walzenpaare oder dergleichen umfassenden Streckwerk (52) zur Bildung wenigstens eines zwischen zwei jeweiligen Strängen liegenden Verzugsfeldes (66, 68), die zur Erzeugung des Verzugs mit unterschiedlichen Drehzahlen antreibbar sind, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens zwei Strängen (54, 58) des Streckwerks (52) jeweils ein auf Markierungen (36, 38) einer Walze bzw. eines Zylinders (10, 14) des betreffenden Stranges ansprechender Impulsgeber (24, 26) zugeordnet ist, daß die Ausgangssignale (S1, S2) der Impulsgeber von der betreffenden Zylinderdrehzahl und der jeweiligen Anzahl von Markierungen abhängige, im Betrieb unterschiedliche Impulsfolgefrequenzen aufweisen, daß das eine höhere Impulsfolgefrequenz aufweisende erste Ausgangssignal (S1) dem Zähleingang (42) und das eine niedrigere Impulsfolgefrequenz aufweisende zweite Ausgangssignal (S2) einem Rücksetzeingang (40) eines elektronischen Zählers (70) zugeführt ist, daß der Zähler vom zweiten Ausgangssignal (S2) nur wahrend eines durch einen unteren Zählerstandgrenzwert und einen oberen Zählerstandgrenzwert vorgebbaren Zählintervalls (T1-T2) rücksetzbar ist, und daß der elektronische Zähler (70) nach einem Durchlauf dieses ein Rücksetzfenster bildenden Zählintervalls ein Auslösesignal (S3) für einen Alarm, einen Maschinenstillstand oder dergleichen liefert.
  2. 2. Textilmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Zylinder (14) des im Betrieb mit höherer Drehzahl rotierenden Strangs (58) eine höhere Anzahl von Markierungen (38) aufweist, als dies beim mit niedrigerer Drehzahl rotierenden Strang (54) der Fall ist.
  3. 3. Textilmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Zylinder (10) mit der geringeren Anzahl von Markierungen lediglich eine einzige Markierung (36) aufweist.
  4. 4. Textilmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die größere Anzahl von Markierungen (38) des betreffenden Zylinders (14) zumindest das zehnfache, vorzugsweise das zehnfache bis tausendfache und insbesondere das einhundertfache der geringeren Anzahl von Markierungen (36) des betreffenden Zylinders (10) beträgt.
  5. 5. Textilmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest einem der beiden Impulsgeber (24, 26) ein Teiler-Modul nachgeschaltet ist und, daß der zugeordnete Zylinder (10) mehr als eine Markierung (36), vorzugsweise eine gleiche Anzahl von Markierungen wie der dem anderen Impulsgeber (26) zugeordnete Zylinder (14) aufweist.
  6. 6. Textilmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Markierungen (36, 38) am Umfang der Zylinder (10, 14) angeordnet und bei einer Vielzahl von Markierungen (38) pro Zylinder (14) gleichmäßig über den Umfang dieses Zylinders verteilt sind.
  7. 7. Textilmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß einerseits dem hinteren oder Einzugsstrang (54) und andererseits dem vorderen oder Lieferstrang (58) jeweils ein Impulsgeber (24, 26) zugeordnet ist.
  8. 8. Textilmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß einerseits dem mittleren Strang (56) und andererseits dem vorderen oder Lieferstrang (58) jeweils ein Impulsgeber (24, 26) zugeordnet ist.
  9. 9. Textilmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß für mehrere Streckwerke jeweils ein gemeinsamer Hinterzylinder (10), Vorder- oder Lieferzylinder (14) und ggf. Mittelzylinder (12) vorgesehen ist und daß die Markierungen (36, 38) an den betreffenden gemeinsamen Zylindern (10, 14) angeordnet sind.
  10. 10. Textilmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß sämtliche Streckwerkstränge (54, 56, 58) getrennt antreibbar sind, daß jedem Strang ein Impulsgeber (24, 26) zugeordnet ist und daß die Ausgangssignale (S1, S2) der beiden einem jeweiligen Strangpaar (54, 58; 54, 56; 56, 58) zugeordneten Impulsgeber dem Zähleingang (42) bzw. Rücksetzeingang (40) eines jeweiligen elektronischen Zählers (70) zugeführt sind.
  11. 11. Textilmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der elektronische Zähler (70) ein Digitalzähler ist.
  12. 12. Textilmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der elektronische Zähler (70) Teil eines Digitaltachometers ist.
  13. 13. Textilmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die vorgebbaren unteren und oberen Zählerstandgrenzwerte im elektronischen Zähler (70) bzw. Digitaltachometer speicherprogrammierbar sind.
  14. 14. Textilmaschine nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß zur Speicherung der unteren und oberen Zählerstandgrenzwerte ein batteriegepufferter Speicher vorgesehen ist.
  15. 15. Textilmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der elektronische Zähler (70) bzw. Digitaltachometer eine Digitalanzeige insbesondere für eine Anzeige der gemessenen Drehzahlen und/oder Drehzahlunterschiede umfaßt.
  16. 16. Textilmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die auf die Markierungen (36, 38) ansprechenden Impulsgeber (24, 26) optische, magnetische, induktive und/ oder kapazitive Sensoren (28, 30) umfassen.






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