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Dokumentenidentifikation DE3722978C2 26.07.1990
Titel Verfahren und Anordnung zur gewichtsgenauen Abgabe von vorbestimmten Gewichtsmengen von unterschiedlichen Schüttgütern
Anmelder Librawerk Pelz & Nagel GmbH & Co KG, 3300 Braunschweig, DE
Erfinder Schreckenberg, Heinz, 3300 Braunschweig, DE
Vertreter Döring, R., Dr.-Ing., 3300 Braunschweig; Fricke, J., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat., Pat.-Anwälte, 8000 München
DE-Anmeldedatum 11.07.1987
DE-Aktenzeichen 3722978
Offenlegungstag 19.01.1989
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 26.07.1990
Veröffentlichungstag im Patentblatt 26.07.1990
IPC-Hauptklasse G01G 13/24
IPC-Nebenklasse B65B 37/18   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur gewichtsgenauen Abgabe von vorbestimmten Gewichtsmengen von unterschiedlichen Schüttgütern, bei denen jedes Schüttgut jeweils aus einem Schüttgutvorrat auf eine Förderstrecke aufgegeben und über eine Vorwiegekammer einem Waagebehälter zugeführt und portionsweise gewogen und abgegeben wird, und zwar solange wiederholt, bis die vorbestimmte Gewichtsmenge erreicht ist. Die Erfindung betrifft außerdem eine Anordnung zur Ausführung dieses Verfahrens mit einer abschaltbaren Beschickungsvorrichtung für eine Förderstrecke, mittels der das Schüttgut einem Waage-Vorbehälter zugefördert wird, einem unter dem Auslaßverschluß des Waage-Vorbehälters angeordneten Waagebehälter und mit einer nachgeschalteten Abförderstrecke für das portionsweise gewogene Schüttgut, sowie mit einer Recheneinrichtung zum Aufsummieren der Portionsgewichte und zur Ansteuerung des Waage-Vorbehälters, des Waagebehälters und deren Verschlußeinrichtungen.

Beim Verladen von Schüttgütern ist es üblich, die Schüttgüter, die in großen Mengen von z.B. 500 t oder mehr verladen werden müssen, portionsweise über eine elektronische Waage mit Waage-Vorbehälter zu wiegen und das Schüttgut aus einem Bunker über eine Förderstrecke dem Waage-Vorbehälter zuzuführen, während die abgewogenen Portionsmengen von dem Waagebehälter in einen Waage-Nachbehälter abgegeben werden, aus dem das Gut z.B. zum Beladen eines Waggons oder eines Schiffes durch eine weitere Förderstrecke abgefördert wird.

Das Vorschalten eines Vorbehälters und das Nachschalten eines Nachbehälters sind erforderlich, um bei im wesentlichen kontinuierlicher Zufuhr und kontinuierlicher Abförderung des Gutes portionsweise wiegen zu können.

Eine solche Anordnung ist z.B. aus der CH-PS 3 16 447 bekannt. Diese zeigt einen Waage-Fülltrichter, in dem das Schüttgut durch eine Stachelwalze aufgelockert und über eine Rutsche einer periodisch intermittierend umlaufenden weiteren Walze zugefördert wird, die während ihrer Förderwirksamkeit das Schüttgut einem Waage-Vorbehälter zugeführt wird, der das Gut aufnimmt und solange speichert, bis der Wiegevorgang der vorausgegangenen Schüttgutmenge in dem eigentlichen Waagebehälter beendet und dieser entleert ist. Der Inhalt des Vorbehälters nimmt den größeren Teil der zu wiegenden Menge auf und enthält somit die Grobfüllung. Ein Teil des der zweiten Dosierwalze zugeführten Schüttgutes wird vor dieser Walze über einen einstellbaren Durchtrittsspalt abgezweigt und über eine Feinsteuerwalze einer Rüttelrinne zugeführt, die das Schüttgut direkt dem Waagenbehälter zur Ergänzung der Grobfüllung bis zum Erreichen des vorbestimmten Soll-Gewichtes feindosiert zuführt.

Bei einer anderen bekannten Anordnung gemäß der JP 59-2 31 422A, vgl. Patents Abstr. of Japan, Vol. 9 vom 14. Mai 1985, Nr. 109, Seite 355, ist innerhalb des Hauptbehälters ein nach oben zum Füllstrom hin ständig offener Vorbehälter von kleineren Abmessungen angeordnet. Dieser weist einen durch Verschluß verschließbaren Auslaß auf, der zum Auslaß des Hauptbehälters hin gerichtet ist. Der Verschluß des Vorbehälters kann gleichzeitig mit einem teilweisen Verschließen des Auslasses des Hauptbehälters geöffnet werden, so daß aus dem Vorbehälter durch den im Querschnitt verringerten Auslaß des Hauptbehälters ein Feinstrom des Schüttgutes austreten kann.

Derartige bekannte Wiege- und Beladevorrichtungen werden in aller Regel für mehrere verschiedene Schüttgüter eingesetzt. Dies macht es erforderlich, alle Teile der Vorrichtungen zwischen dem Bunker und dem Laderaum vollständig von dem zuvor verarbeiteten Schüttgut zu entleeren, bevor ein neuer Wiege- und Abgabevorgang für ein anderes Schüttgut eingeleitet werden kann. Dieses bereitet erhebliche Schwierigkeiten und erfordert einen relativ großen Aufwand zum Entleeren der Restmengen, insbesondere für die Zuförderstrecke und für den Waage-Vorbehälter.

Der Erfindung liegt demgegenüber die Aufgabe zugrunde, ein gattungsgemäßes Verfahren sowie eine Anordnung zur Ausführung dieses Verfahrens vorzuschlagen, bei der eine genaue Abgabe des vorgewählten Verladegewichts einer Schüttgutmenge mit punktgenauem Abdruck möglich ist und unmittelbar nach der Beendigung eines Verladevorganges ohne weitere und aufwendige Vorbereitungsarbeiten das Verladen eines anderen Schüttgutes erfolgen kann, ohne daß die Gefahr besteht, daß sich die verschiedenen Schüttgüter vermischen können.

Diese Aufgabe wird bei einem gattungsgemäßen Verfahren dadurch gelöst, daß bei Beginn jedes Abgabevorganges von dem der Vorwiegekammer jeweils zugeführten Schüttgut jeweils eine vorbestimmte Teilmenge abgesondert und während des Abwiege- und Abgabevorganges in der Vorwiegekammer zurückgehalten wird, daß vor Erreichen der vorbestimmten Gewichtsmenge die Zufuhr des Schüttgutes zu der Förderstrecke abgebrochen wird, daß man die Förderstrecke und die Vorwiegekammer in den Waagebehälter vollständig entleert, daß man die dann noch bis zum gewichtsgenauen Erreichen der vorbestimmten Gewichtsmenge fehlende Schüttgutmenge jeweils aus der in der Vorwiegekammer abgesondert zurückgehaltenen Teilmenge in den Waagebehälter zudosiert, und daß man jeweils bei einem Wiege- und Abgabevorgang für ein anderes Schüttgut den Rest der abgesonderten Teilmenge des Schüttgutes aus dem vorausgegangenen Wiege- und Abgabevorgang abgesondert hält und gewichtsmäßig durch Austarieren der Vorwiegekammer neutralisiert, während man bei Beginn des neuen Wiege- und Abgabevorganges von dem anderen Schüttgut wiederum eine vorbestimmte Teilmenge absondert und zurückhält.

Eine Anordnung zur Ausführung dieses Verfahrens zeichnet sich dadurch aus, daß dem Waage-Vorbehälter für jedes von mehreren verschiedenen Schüttgütern eine Tasche zur Aufnahme und Absonderung einer vorbestimmten Teilmenge des jeweiligen Schüttgutes zugeordnet ist, deren mit dem Gutaufnahmeraum des Waage-Vorbehälters verbundener Einlaß und deren in den Waagebehälter mündender Auslaß von der Recheneinrichtung jeweils unabhängig steuerbar sind.

Beim Verladen großer Mengen kommt es nicht so sehr darauf an, daß die abgewogenen Portionen des Schüttgutes alle untereinander gleich groß sind, da die Portionsgewichte während des Verladens automatisch aufsummiert werden. Man kann also in rascher Folge die portionsweisen Wiege- und Abgabevorgänge solange fortsetzen, bis annähernd das gewünschte Verladegewicht erreicht ist. Wenn dieses durch einen Vorwert automatisch angesteuerte Verladegewicht erreicht wird, wird die Zufuhr des Schüttgutes zu der Förderstrecke automatisch abgeschaltet. Da die Förderstrecke weiterarbeitet, entleert sie sich vollständig und automatisch in den Waage-Vorbehälter. Für die genaue Erreichung des Verladegewichtes kommt es auf den letzten portionsweisen Wiegevorgang an. Die im Waage-Vorbehälter aufgenommene Schüttgutmenge für den letzten Wiegevorgang reicht nicht aus, um die vorbestimmte Lademenge zu erreichen. Die dafür noch erforderliche Restmenge des Schüttgutes kann jedoch unter Feindosierung aus der abgesonderten und abgesondert gehaltenen Teilmenge des Schüttgutes in den Waagebehälter zudosiert werden, so daß die Beschickung des Waagebehälters bei diesem letzten Wiegevorgang punktgenau gesteuert und abgeschaltet werden kann. Zuvor ist für diesen letzten Wiegevorgang die Schüttgutmenge aus dem Waage-Vorbehälter vollständig in den Waagebehälter entleert worden. Wenn also der letzte Wiegevorgang beendet ist sind die Zuförderstrecke, der Waage-Vorbehälter und der Waagebehälter vollständig entleert.

Der Abschaltwert für das Abschalten der Zuspeisung des Schüttgutes zu der Förderstrecke ist so gewählt, daß die Differenz zu der Sollgewichtsmenge kleiner ist als die vorbestimmte zuvor abgesonderte Teilmenge. Von der abgesonderten Teilmenge bleibt somit am Ende des letzten Wiegevorganges in aller Regel ein Rest, der in dem Waage-Vorbehälter auch weiterhin abgesondert gehalten wird. Diese Restmenge wird also vor Beginn des nächsten Beladevorganges nicht entfernt, auch dann nicht, wenn beim nächsten Beladevorgang ein anderes Schüttgut gewogen und abgegeben wird. Vor Beginn des nächsten Beladevorganges mit einem anderen Schüttgut wird die aus dem vorhergehenden Beladevorgang in dem Vorbehälter verbleibende Restmenge in dem Vorbehälter abgeschlossen und das Gewicht dieser Restmenge automatisch durch Austarieren des Gewichtes des Waage-Vorbehälters vor Beginn des nächsten Beladevorganges neutralisiert.

Setzt nun der neue Beladevorgang der erstmaligen Beschickung des Waage-Vorbehälters mit dem neuen Schüttgut ein, so wird wiederum von diesem neuen Schüttgut eine vorbestimmte Teilmenge abgesondert und in dem Waage- Vorbehälter abgesondert gehalten, so daß beim letzten Wiegevorgang am Ende der Beladung durch Feindosierung aus dieser abgesonderten Menge der Abschaltvorgang beim punktgenauen Erreichen der vorgegebenen Gewichtsmenge ermöglicht wird.

Erfolgt der nächste Beladevorgang mit dem gleichen Schüttgut wie bei dem vorangegangenen Beladevorgang so wird bei Beginn des neuen Beladevorganges lediglich der Rest der abgesonderten Teilmenge wieder durch das neue Schüttgut auf den vorbestimmten Ausgangswert ergänzt, so daß am Ende des neuen Beladevorganges für den letzten Wiegevorgang wieder die volle Teilmenge zum Zwecke der Feindosierung und zur punktgenauen Abschaltung des Beladevorganges zur Verfügung steht.

Die Anordnung zur Ausführung des neuen Verfahrens sieht einen Waage-Vorbehälter vor, dem entsprechend der Anzahl von verschiedenen Schüttgütern, die über die gleiche Anordnung verladen werden sollen, mehrere Taschen zugeordnet sind. Der Eintritt in die Tasche ist jeweils mit dem Gutaufnahmeraum des Waage-Vorbehälters verbunden und verschließbar. Der Auslaß jeder Tasche mündet in den Waagebehälter. Dem Auslaß ist eine steuerbare Dosiereinrichtung zugeordnet. Jede Tasche kann auch einen Füllstandsmesser aufweisen. Die Steuerung der Taschen bzw. der Verschlüsse ihres Eintritts bzw. ihres Auslasses und der ihnen zugeordneten Dosiereinrichtung erfolgt unabhängig voneinander durch die Recheneinrichtung. Diese nimmt auch die Abschaltung der Beschickungsvorrichtung für die Zuförderstrecke vor, wobei die Abschaltung in Abhängigkeit von der Aufsummierung der Gewichtsmengen erfolgt.

Auf diese Weise erhält man eine sehr einfache, leicht zu steuernde und rasche Folge von Beladungsvorgängen mit unterschiedlichen Schüttgütern zulassende Anordnung, die nicht nur ein sehr genaues Wiegen auch großer Schüttgutmengen gestattet, sondern auch gewährleistet, daß am Ende des Beladevorganges der gesamte Weg durch die Anordnung von dem gerade verladenen Schüttgut frei ist, so daß unmittelbar darauf ein neuer Beladevorgang mit dem gleichen Schüttgut oder mit einem anderen Schüttgut eingeleitet werden kann.

Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und der Beschreibung.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand schematischer Zeichnungen an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert.

Es zeigen:

Fig. 1 schematisch die Anordnung gemäß der Erfindung in Seitenansicht und zusammen mit den zugehörigen Überwachungs- und Steuereinrichtungen und

Fig. 2 im größeren Maßstab die Beschickungsvorrichtung, den Waage-Vorbehälter und den Waagebehälter, wobei Einzelheiten des Waage-Vorbehälters dargestellt sind.

Die zum Ausführen des neuen Verfahrens dienende Anordnung nach Fig. 1 ist zwischen einer Beschickungseinrichtung für das zu beladende Schüttgut und einem nicht dargestellten Verladeraum angeordnet. Die abschaltbare Beschickungseinrichtung weist einen Bunker 1 mit einem über einen Schieber 3 und eine Betätigungseinrichtung 4 verschließbaren Auslaß auf. Über diese steuerbare Beschickungseinrichtung wird eine Förderstrecke 2 z.B. in Form einer durch Antrieb 5 angetriebenen Förderschnecke beschickt, deren Auslaß in einen Waage-Vorbehälter 6 mündet. Der Waage-Vorbehälter 6 ist im dargestellten Beispiel auf Meßdosen 7 gesetzt, mit denen das jeweilige Gesamtgewicht des Waage-Vorbehälters zur Austarierung und des gefüllten Waage-Vorbehälters zur Gewichtsbestimmung des Schüttgutes gemessen werden kann. Dem Waage-Vorbehälter ist ein steuerbarer Verschluß 8 zugeordnet, über den das Schüttgut in einen Waagebehälter 10 gelangen kann, dem ebenfalls ein Auslaßverschluß zugeordnet ist. Die Waage 9 ist zweckmäßigerweise als elektronische Waage ausgebildet. Dem steuerbaren Auslaß des Waagebehälters 10 ist ein Waage-Nachbehälter 11 zugeordnet, aus dem das Füllgut über eine Abförderstrecke 12 abgefördert und in einen nicht dargestellten Laderaum überführt wird.

Dem Waage-Vorbehälter 6 ist eine oder sind mehrere seitliche Taschen 20, 21 zugeordnet. Die Zahl dieser Taschen richtet sich nach der Zahl der Bunker für unterschiedliches Schüttgut, aus denen das Schüttgut über die in den Figuren gezeigte Anlage in einen Laderaum überführt werden soll. Im dargestellten Beispiel ist angenommen, daß dem Waage-Vorbehälter 6 drei Taschen zugeordnet sind, von denen zwei sichtbar sind, während die dritte Tasche auf der Rückseite des Behälters liegt. Zu jeder Tasche 20, 21 führt aus dem Innenraum des Waage-Vorbehälters 6 ein Einlaß 26 mit Einlaßöffnungen, dem ein z.B. über eine pneumatische Einrichtung 31 gesteuerter Verschlußschieber, im folgenden kurz Schieber 27 genannt, als Einlaßverschluß zugeordnet ist. In jeder Tasche ist ferner eine Füllstands-Überwachungseinrichtung mit einem Füllstandsfühler bzw. Füllstandsmesser 25 angeordnet, über den die Schließung des Schiebers 27 ausgelöst werden kann. Die Einlaßöffnungen des Einlasses 26 liegen in der Wandung des Waage-Vorbehälters 6, so daß bei offenem Schieber 27 und bei in Betrieb genommener Förderstrecke 2 das Schüttgut, das in den Waage-Vorbehälter 6 gelangt, über den geöffneten Einlaß 26 in die betreffende Tasche fließen kann, bis ein vorbestimmter Füllstand in der Tasche erreicht ist.

Dem Auslaß jeder Tasche ist eine Dosiereinrichtung, im dargestellten Beispiel in Form einer Dosierschnecke 28, zugeordnet. Der Auslaß der Dosiereinrichtung liegt über dem Waagebehälter 10, so daß das Schüttgut aus der Tasche direkt in den Waagebehälter 10 mit großer Genauigkeit eindosiert werden kann. Der Antrieb der Dosierschnecke 28 ist mit 29 bezeichnet.

Der Füllstandsmesser 25, die pneumatische Betätigungseinrichtung für den Schieber 27, die Meßdose 7, der Antrieb 29 für die Dosierschnecke 28 und das Wiegesystem der vorzugsweise elektronischen Waage 9 sind jeweils über Leitungen 33, 32, 34, 30 und 35 an eine Recheneinrichtung 15 angeschlossen.

Bei Beginn eines Beladevorganges wird an der Recheneinrichtung 15 das Schüttgewicht des zu beladenden Schüttgutes eingestellt oder von der Recheneinrichtung im Zuge des ersten Wiegevorganges ermittelt und die zu verladende Sollmenge bestimmt. Die Recheneinrichtung 15, in der die spezifischen Daten der Anordnung selbst gespeichert sind, rechnet aus diesen Angaben einen vorbestimmten Gewichtswert aus, bei dessen Erreichen über die Recheneinrichtung 15 und die Steuereinrichtungen den Schieber 3 der Beschickungsvorrichtung für die Förderstrecke 2 abgeschaltet wird.

Der vorbestimmte Abschaltwert wird durch eine vom Schüttgewicht und dem Sollgewicht der Gesamtmenge abhängigen Gewichtsmenge bestimmt, die kleiner ist als die Sollmenge. Die Differenz zwischen diesem Abschaltwert und dem Sollgewicht ist wiederum so gewählt, daß die Differenzmenge in jedem Fall kleiner ist als eine bei Beginn des Beladevorganges während des ersten Füllvorganges des Waage-Vorbehälters 6 in eine der Taschen, z.B. die Tasche 20, abgesonderte Teilmenge des Schüttgutes. Zu diesem Zweck wird mit Beginn des Beladevorganges der Schieber 27 einer der Taschen in die Offenstellung gebracht, so daß das Schüttgut automatisch durch den Einlaß 26 in die Tasche 20 einlaufen kann. Bei Erreichen eines vorbestimmten Füllstandes in der Tasche 20 wird durch den Füllstandsmesser 25 ausgelöst der Schieber 27 geschlossen. Nunmehr wird in unregelmäßigen Gewichtsmengen portionsweise die Verlademenge gewogen und in den Verladeraum abgefördert. Bei Erreichen des durch die Recheneinrichtung 15 ermittelten Vorwertes wird durch diese automatisch der Schieber 3 geschlossen und so die Beschickungseinrichtung abgeschaltet. Die Förderstrecke 2 arbeitet weiter, um die in der Förderstrecke enthaltene Füllgutmenge zur letzten Füllung in den Waage-Vorbehälter 6 zu fördern. Diese Menge wird dann in den Waagebehälter 10 zur letzten portionsweisen Messung eingefüllt. Die Recheneinrichtung 15 ermittelt dann die noch bis zum punktgenauen Erreichen des vorgegebenen Gewichtswertes fehlende Schüttgutmenge und dosiert diese durch Einschalten der Dosierschnecke 28 der Dosiereinrichtung der Tasche 20 aus der Tasche 20 in den Waagebehälter 10 zu. Bei punktgenauem Erreichen des Sollgewichtes wird die Dosiereinrichtung abgeschaltet und der Waagebehälter 10 über den Waage-Nachbehälter 11 in die Abförderstrecke 12 entleert.

Damit ist der Wiege- und Beladevorgang beendet. Die in der Tasche 20 verbleibende Schüttgutmenge ist in der Tasche durch den geschlossenen Schieber 27 und die abgeschaltete Dosiereinrichtung mit der Dosierschnecke 28 eingeschlossen. Diese Restmenge bleibt in der Tasche auch für den nächsten Beladevorgang.

Erfolgt der nächste Beladevorgang mit dem gleichen Schüttgut, wird bei Beginn des Beladevorganges entweder die Tasche 20 entleert und neu gefüllt, oder aber es wird nur der Schieber 27 geöffnet, so daß die Tasche 20 gesteuert durch den Füllstandsmesser 25 nachgefüllt werden kann. Der Vorgang läuft dann wie zuvor beschrieben ab.

Wird jedoch bei dem nächsten Beladevorgang ein anderes Schüttgut beladen, so wird an der Recheneinrichtung die neue vorgegebene Gewichtsmenge und das Schüttgewicht des Schüttgutes eingestellt oder das Schüttgewicht von der Recheneinrichtung ermittelt. Ferner wird der Waage-Vorbehälter 6 neu austariert, da sein Gesamtgewicht ja durch die Restmenge des Schüttgutes in der Tasche 20 verändert ist. Dann wird bei Beginn des neuen Wiege- und Beladevorganges der Schieber 27 einer Tasche, z.B. der Tasche 21, geöffnet, so daß diese Tasche gesteuert durch den Füllstandsmesser mit dem neuen Schüttgut gefüllt wird. Die in der Tasche 21 abgesonderte Menge wird während des Wiege- und Beladevorganges abgeschlossen gehalten und aus dieser Teilmenge wird am Ende des Wiegevorganges wie vorher beschrieben der erforderliche Rest bis zum punktgenauen Erreichen der vorbestimmten Gewichtsmenge zudosiert.

In jedem Falle sind am Ende eines Wiege- und Beladevorganges die Förderstrecke 2 und der Waage-Vorbehälter 6 vollständig entleert, und gleichzeitig ist die vorbestimmte Gewichtsmenge punktgenau erreicht und verladen. Es kann also sofort auf den nächsten Wiege- und Beladevorgang auch bei andersartigem Schüttgut übergegangen werden.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zur gewichtsgenauen Abgabe von vorbestimmten Gewichtsmengen von unterschiedlichen Schüttgütern, bei denen jedes Schüttgut jeweils aus einem Schüttgutvorrat auf eine Förderstrecke aufgegeben und über eine Vorwiegekammer einem Waagebehälter zugeführt und portionsweise gewogen und abgegeben wird, und zwar solange wiederholt, bis die vorbestimmte Gewichtsmenge erreicht ist, dadurch gekennzeichnet, daß bei Beginn jedes Abgabevorganges von dem der Vorwiegekammer jeweils zugeführten Schüttgut jeweils eine vorbestimmte Teilmenge abgesondert und während des Abwiege- und Abgabevorganges in der Vorwiegekammer zurückgehalten wird, daß vor Erreichen der vorbestimmten Gewichtsmenge die Zufuhr des Schüttgutes zu der Förderstrecke abgebrochen wird, daß man die Förderstrecke und die Vorwiegekammer in den Waagebehälter vollständig entleert, daß man die dann noch bis zum gewichtsgenauen Erreichen der vorbestimmten Gewichtsmenge fehlende Schüttgutmenge jeweils aus der in der Vorwiegekammer abgesondert zurückgehaltenen Teilmenge in den Waagebehälter zudosiert, und daß man jeweils bei einem Wiege- und Abgabevorgang für ein anderes Schüttgut den Rest der abgesonderten Teilmenge des Schüttgutes aus dem vorausgegangenen Wiege- und Abgabevorgang abgesondert hält und gewichtsmäßig durch Austarieren der Vorwiegekammer neutralisiert, während man bei Beginn des neuen Wiege- und Abgabevorganges von dem anderen Schüttgut wiederum eine vorbestimmte Teilmenge absondert und zurückhält.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man bei einem Wiege- und Abgabevorgang für das gleiche Schüttgut bei Beginn des Vorganges die abgesonderte Teilmenge des betreffenden Schüttgutes jeweils wieder auffüllt.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß man die Beschickung der Förderstrecke abbricht, wenn die Summe der während des Wiege- und Abgabevorganges durch die Vorwiegekammer erfaßten Gewichtsmenge einen vorbestimmten Gesamtwert erreicht, der unter Einschluß der noch in der Förderstrecke befindlichen Schüttgutmenge kleiner als die vorbestimmte Gewichtsmenge ist, während die Fehlmenge ihrerseits kleiner als die abgesonderte Teilmenge des Schüttgutes gehalten wird.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der vorbestimmte Wert, der die Abschaltung der Beschickung der Förderstecke auslöst, in Abhängigkeit von dem Schüttgewicht des jeweiligen Schüttgutes gewählt wird.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Abschaltung der Beschickung der Förderstrecke rechnergesteuert vorgenommen wird.
  6. 6. Anordnung zum Ausführen des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 5 mit einer abschaltbaren Beschickungsvorrichtung für eine Förderstrecke, mittels der das Schüttgut einem Waage-Vorbehälter zugefördert wird, einem unter dem Auslaßverschluß des Waagevorbehälters angeordneten Waagebehälter und mit einer nachgeschalteten Abförderstrecke für das portionsweise gewogene Schüttgut, sowie mit einer Recheneinrichtung zum Aufsummieren der Portionsgewichte und zur Ansteuerung des Waage-Vorbehälters, des Waagebehälters und deren Verschlußeinrichtungen, dadurch gekennzeichnet, daß dem Waage-Vorbehälter (6) für jedes von mehreren verschiedenen Schüttgütern eine Tasche (20, 21) zur Aufnahme und Absonderung einer vorbestimmten Teilmenge des jeweiligen Schüttgutes zugeordnet ist, deren mit dem Gutaufnahmeraum des Waage-Vorbehälters (6) verbundener Einlaß (26) und deren in den Waagebehälter (10) mündender Auslaß von der Recheneinrichtung (15) jeweils unabhängig steuerbar sind.
  7. 7. Anordnung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die oder jede Tasche (20, 21) eine Füllstands- Überwachungseinrichtung (Füllstandsmesser 25) und einen durch diese beim Erreichen eines vorbestimmten Füllstandes schließbaren Einlaßverschluß (Schieber 27) aufweist.
  8. 8. Anordnung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß die oder jede Tasche (20, 21) eine über die Recheneinrichtung (15) steuerbare Dosiereinrichtung (Dosierschnecke 28) für den Auslaß aufweist.
  9. 9. Anordnung nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Beschickungsvorrichtung (Bunker 1, Schieber 3) für die Förderstrecke (2) in Abhängigkeit vom Erreichen eines vorbestimmten Wertes der aufsummierten, durch die Recheneinrichtung (15) ermittelten Portions-Gewichtsmengen vor Erreichen der vorbestimmten Soll-Gewichtsmenge abschaltbar ist.
  10. 10. Anordnung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Abschaltwert für die Beschickungsvorrichtung (Bunker 1, Schieber 3) einstellbar ist, insb. in Abhängigkeit vom Schüttgewicht des jeweiligen Schüttgutes.






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