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Dokumentenidentifikation DE3900636A1 02.08.1990
Titel Vorrichtung zum Gewinnen nutzbarer Energie aus potentieller Energie
Anmelder Rosenberg, Baruch, Hod-Hasharon, IL
Erfinder Rosenberg, Baruch, Hod-Hasharon, IL
Vertreter Viering, H., Dipl.-Ing.; Jentschura, R., Dipl.-Ing., Pat.-Anwälte, 8000 München
DE-Anmeldedatum 11.01.1989
DE-Aktenzeichen 3900636
Offenlegungstag 02.08.1990
Veröffentlichungstag im Patentblatt 02.08.1990
IPC-Hauptklasse F03G 7/08
IPC-Nebenklasse F03G 3/00   F03B 13/00   E01F 9/06   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Gewinnen nutzbarer Energie aus potentieller Energie von sich mit geringer Geschwindigkeit bewegenden Kraftfahrzeugen im Straßenverkehr, wobei die Vorrichtung wenigstens eine gelenkig gelagerte steife Platte aufweist, welche sich unter dem Gewicht eines Kraftfahrzeuges absenkt, wodurch aus einem flexiblen Behälter ein Strömungsfluid verdrängt wird, welches in einen Druckausgleichsbehälter geleitet wird, an welchen eine Turbine oder ein Flüssigkeitsmotor angeschlossen ist.

Eine Vorrichtung zum Gewinnen nutzbarer Energie aus potentieller Energie von Kraftfahrzeugen des Straßenverkehrs ist bereits aus der US-PS 43 39 920 bekannt. Hierbei werden mehrere Behälter, welche ein inkompressibles Strömungsfluid enthalten, zusammengepreßt, welches eventuell nach Durchlaufen eines flexiblen und damit ausdehnbaren Sammelbehälters zum Gewinnen nutzbarer Energie durch einen Flüssigkeitsmotor geleitet wird. Die durch das Fahrzeuggewicht zusammenpreßbaren Behälter befinden sich dabei jeweils in kleinen Kammern, welche beispielsweise in die Fahrbahn eingelassen sind, wobei Abdeckungen der Kammern unter dem Fahrzeuggewicht in eine Lage unterhalb des Fahrbahnniveaus gedrückt werden. Dabei ergeben sich jedoch kurze harte Stöße auf den Fahrzeugreifen wie etwa beim Fahren durch Schlaglöcher.

Weiter ist eine gattungsgemäße Vorrichtung zum Gewinnen nutzbarer Energie aus potentieller Energie von Kraftfahrzeugen aus der DE-OS 35 42 031 bekannt. Hierbei werden von gelenkig gelagerten steifen Platten wassergefüllte flexible Behälter zusammengepreßt und das dabei verdrängte Wasser wird zwecks Energiegewinnung durch eine Turbine geleitet.

Als nachteilig hat sich bei dieser Vorrichtung gezeigt, daß besondere Maßnahmen getroffen werden müssen, um das verdrängte Wasser in die flexiblen Behälter zurückzubefördern und dabei die gelenkig gelagerten Platten in ihre Ausgangsstellung zurückzubewegen. Darüberhinaus erwies es sich als nachteilig, aus den flexiblen Behältern ein inkompressibles Strömungsfluid zu verdrängen, da hierbei die Energie ohne zusätzliche Maßnahmen nicht in Form des unter Druck stehenden Mediums zwischengespeichert werden kann und so nicht zum gewünschten Zeitpunkt eine Turbine antreiben kann.

Die Erfindung löst die Aufgabe, eine gattungsgemäße Vorrichtung zu schaffen, bei welcher Energie mühelos in Form eines unter Druck stehenden Mediums zwischengespeichert werden kann und zusätzlich die Gravitationskraft von aus der Turbine ausströmendem Wasser zur weiteren Energiegewinnung genutzt werden kann.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das aus den flexiblen Behältern verdrängte und in den Druckausgleichsbehälter geleitete Strömungsfluid Luft ist, welche ebenfalls in dem Druckausgleichsbehälter befindliches Wasser durch die Turbine bzw. den Flüssigkeitsmotor treibt, wobei der Turbine bzw. dem Flüssigkeitsmotor Vorratsbehälter für Wasser nachgeordnet sind, welche im Abstand von der Lagerstelle der Platte auf diese abgestützt sind und im gefüllten Zustand das Absenken der gelenkig gelagerten Platten und damit das Verdrängen der Luft unterstützen, wobei die Befüllung der einzelnen Vorratsbehälter durch von dem Kraftfahrzeug ausgelöste Signalgeber, welche Ventile öffnen und schließen, derart gesteuert wird, daß jeweils der entsprechende Vorratsbehälter zu genau dem Zeitpunkt befüllt ist, in dem das von dem Kraftfahrzeug verursachte Absenken der Platten auch tatsächlich unterstützt wird.

Vorzugsweise können zusätzlich zum Verdrängen von Luft an die gelenkig gelagerten Platten Kolbenpumpen angeschlossen werden, die ihrerseits an den Druckausgleichsbehälter angeschlossen sind.

Vorteilhafterweise kann die erfindungsgemäße Vorrichtung als Holperschwelle in die Fahrbahn oder auf der Fahrbahn einer verkehrsberuhigten Zone ein- bzw aufgebaut oder vor einer Verkehrsampel in die Fahrbahn oder auf der Fahrbahn ein- bzw. aufgebaut sein.

Die schwenkbaren Platten können zu unterschiedlichen Schwenkplattenanordnungen miteinander gelenkig verbunden sein. So kann gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung die Schwenkplattenanordnung aus drei in Reihe miteinander gelenkig verbundenen Schwenkplatten bestehen, wobei die mittlere Platte zwischen ihren Enden um eine horizontal und quer zur Fahrbahn liegende Achse schwenkbar gelagert ist.

Ebenso können zwei dieser Plattenanordnungen derart zueinander angeordnet sein, daß deren mittlere Platten um die gleiche horizontal und quer zur Fahrbahn liegende Achse zwischen ihren Enden schwenkbar gelagert sind und diese mittleren Platten eine gekreuzte Stellung zueinander einnehmen, wobei sich flexible Behälter zwischen den beiden Plattenanordnungen befinden.

Gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung kann die Plattenanordnung aus vier jeweils aus zwei gelenkig miteinander verbundenen Platten bestehende Plattenanordnungen zusammengesetzt sein, wobei zwei dieser Plattenanordnungen eines ersten Typs derart zueinander angeordnet sind, daß jeweils eine der Platten dieser beiden Plattenanordnungen um eine gemeinsame horizontal und quer zur Fahrbahn liegende Achse schwenkbar gelagert sind und diese Platten stets eine gekreuzte Stellung zueinander einnehmen, wobei zwei Plattenanordnungen eines zweiten Typs derart mit jeweils einer deren Platten in Fahrbahnrichtung vor bzw. hinter der gemeinsamen Lagerachse der beiden Plattenanordnungen des ersten Typs um eine horizontal und quer zur Fahrbahn liegende Achse gelagert sind, daß diese Plattenanordnung des zweiten Typs jeweils eine der beiden Plattenanordnungen des ersten Typs so untergreifen, daß diese jeweils beim Erreichen des Kraftfahrzeugs einer bestimmten Stelle an einem Ende angehoben und sich flexible Behälter sowohl zwischen den Plattenanordnungen des ersten Typs, als auch unter den Plattenanordnungen des zweiten Typs befinden.

Zusätzlich zu den Vorratsbehältern können an den schwenkbaren Platten Kolbenpumpen angebracht sein, mit deren Hilfe beispielsweise auch beim Zurückkehren der schwenkbaren Platten in ihre Ausgangsstellung Energie gewonnen werden kann. Ebenso können die Kolbenpumpen gleichsinnig wie die unter den schwenkbaren Platten befindlichen flexiblen Behälter, d. h. beim Verlagern der Platten infolge Gewicht des Autos, Luft in einen Druckausgleichsbehälter hinein verdrängen.

Außerdem können die einzelnen Vorratsbehälter für Wasser aus insgesamt zwei Teilen, nämlich aus einem starren und einem flexiblen Behälter bestehen, wobei der starre Teil Wasser aus dem flexiblen Teil heraus zusätzlich durch eine Turbine hindurch verdrängt.

Um den Lauf der Turbine zu vergleichmäßigen, ist diese mit einem Schwungrad versehen. Dies ist insbesondere deshalb von Vorteil, weil die Energiezufuhr zur Turbine in Form von strömendem Medium diskontinuierlich erfolgen kann.

Im folgenden wird die Erfindung anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele unter Bezugnahme auf die Zeichnung näher erläutert.

In der Zeichnung zeigen:

Fig. 1 eine Seitenansicht eines ersten Ausführungsbeispiels der Erfindung,

Fig. 2 eine Seitenansicht eines zweiten Ausführungsbeispiels der Erfindung,

Fig. 3 eine Seitenansicht eines dritten Ausführungsbeispiels der Erfindung,

Fig. 4 einen Schnitt durch einen aus einem starren und einem flexiblen Teil bestehenden Vorratsbehälter.

Wie aus Fig. 1 ersichtlich ist, bewegt sich ein Kraftfahrzeug 1 von rechts nach links auf die aus den schwenkbaren Platten 2, 3, und 4 bestehende Schwenkplattenanordnung 5 zu.

An einem Lagerbock 7 ist die mittlere Platte 3 vorzugsweise in ihrer Mitte derart gelenkig gelagert, daß sie um eine horizontal und quer zur Fahrbahn liegende Achse schwenkbar ist.

In der Nähe oder direkt an den jeweiligen Gelenken 6 sind ein erster Vorratsbehälter 8 und ein zweiter Vorratsbehälter 9 für Wasser und Druckluft befestigt. Diese bestehen jeweils aus zwei Teilen, nämlich einem oberen, zur Atmosphäre hin offenen Behälter 10 und einer geschlossenen, teils mit Wasser, teils mit Druckluft gefüllten Druckkammer 11.

Von dem luftgefüllten Teil dieser Druckkammer 11 des ersten Vorratsbehälters 8 aus führt ein erster Schlauch 12 zu einem ersten unter den schwenkbaren Platten 2 und 3 befindlichen flexiblen Behälter 13.

Analog führt von dem luftgefüllten Teil der Druckkammer 11 des zweiten Vorratsbehälters 9 aus ein zweiter Schlauch 14 zu einem zweiten, unter den schwenkbaren Platten 3 und 4 befindlichen flexiblen Behälter 15.

Die jeweiligen Schläuche sind zu dem flexiblen Behälter hin stets geöffnet, während sie zu der Druckkammer 11 hin mit einem Rückschlagventil 16 versehen sind. In den wassergefüllten Teil des ersten Vorratsbehälters 8 führt ein zweiter behälterseitig ebenfalls mit einem Rückschlagventil 17 versehener Schlauch 18, welcher zu einer ersten Turbine 19 führt. Analog führt in den Wasser gefüllten Teil des zweiten Vorratsbehälter 9 ein zweiter, behälterseitig mit einem Rückschlagventil 20 versehener Schlauch 21, welcher mit seinem anderen Ende zu einer zweiten Turbine 22 führt.

Das Rückschlagventil 20 des zweiten Vorratsbehälters 9 läßt sich durch ein Signal vom Signalgeber 23 öffnen, während das Rückschlagventil 17 des ersten Vorratsbehälters 8 sich durch ein Signal vom Signalgeber 24 öffnen läßt. Berührt nun das herannahende Fahrzeug den Signalgeber 23, wird das Rückschlagventil 20 geöffnet und Wasser wird von der ebenfalls in der Druckkammer 11 des zweiten Vorratsbehälters 9 befindlichen Druckluft durch die Turbine 22 getrieben. Aus der Turbine 22 heraus fließt das Wasser in den zur Atmosphäre hin offenen Teil 10 des ersten Vorratsbehälters 8. Gleichzeitig befährt das Fahrzeug 1 die Schwenkplatte 2, wodurch die damit gelenkig verbundene und auf dem Lagerbock 7 gelagerte Platte 3 um ihre quer zur Fahrbahn liegende Achse schwenkt. Infolge dieser Schwenkbewegung wird der unter den Platten 2 und 3 befindliche luftgefüllte flexible Behälter 13 zusammengepreßt und so aus dem flexiblen Behälter 13 heraus Druckluft durch den ersten Schlauch 12 hindurch in die Druckkammer des ersten Vorratsbehälter 8 hinein verdrängt. Dabei öffnet sich Rückschlagventil 16 von alleine.

Da inzwischen bereits wesentliche Wassermengen durch die Turbine 22 in den ersten Vorratsbehälter 8 hineingeflossen sind, unterstützt die Gravitationskraft des am oder in der Nähe des Verbindungsgelenkes 6 zwischen Platte 2 und Platte 3 abgestützten ersten Vorratsbehälters 8 das Zusammenpressen des ersten flexiblen Behälters 13, wodurch das Aufbauen eines Druckluftvorrates in der Druckkammer 11 des ersten Vorratsbehälters 8 unterstützt wird. Erreicht das Fahrzeug den in der Nähe des Lagerbockes 7 angebrachten zweiten Signalgeber 24, so wird das Rückschlagventil 17 des ersten Vorratsbehälters 8 geöffnet und Wasser wird von der zuvor in die Druckkammer 11 des ersten Vorratsbehälter 8 aufgebauten Druckluft durch den Schlauch 18 durch die Turbine 19 getrieben, deren Auslaß in den zur Atmosphäre hin offenen Teil 10 des zweiten Vorratsbehälters 9 mündet, womit die Gravitationskraft des Behälters 9 behilflich ist, die nun in die andere Schwenkrichtung erfolgende Schwenkbewegung der Platte 3 zu unterstützten, wodurch die inzwischen verbrauchten Druckluftreserven im zweiten Vorratsbehälter 9 wieder aufgebaut werden, nachdem sich das Rückschlagventil 25 unter dem Wasserdruck des in Teil 10 des zweiten Vorratsbehälters 9 befindlichen Wassers geöffnet hatte und die Druckkammer 11 so erneut mit Wasser befüllt wurde. Durch den sich danach in der Druckkammer 11 wieder aufbauenden Luftdruck wird das Rückschlagventil 25 wieder geschlossen.

Verläßt das Fahrzeug die Platte 4 und damit die gesamte Vorrichtung, ist inzwischen auch der Druckluftvorrat in der Druckkammer 11 des ersten Vorratsbehälters 8 verbraucht sowie diese Druckkammer von Wasser entleert. Dadurch kann sich das Rückschlagventil 26 des ersten Vorratsbehälters 8 öffnen und sich unter dem Flüssigkeitsdruck der zur Atmosphäre hin offene Teil 10 des Vorratsbehälters entleeren und dabei die Druckkammer erneut mit Wasser befüllen. Damit ergibt sich als Endzustand, d. h. als Zustand nachdem das Fahrzeug die Vorrichtung verlassen hat, wieder der Anfangszustand, d. h. der Zustand, bevor das Fahrzeug die Vorrichtung befahren hat.

Die Schwenkplatte 3 richtet sich dabei selbständig auf und nimmt dabei eine gewisse, gewünschte Lage ein. Dabei öffnen sich die Rückschlagventile 27 der flexiblen Behälter 13 bzw. 15, welche Zufuhr von Frischluft ermöglichen.

Im Anfangs- bzw. Endzustand ist also der zur Atmosphäre hin offene Teil 10 des ersten Vorratsbehälters 8 leer, dessen Druckkammer 11 teilweise mit Wasser gefüllt und der Druck in dieser Druckkammer entspricht dem Atmosphärendruck, während der zur Atmosphäre hin offene Teil 10 des zweiten Vorratsbehälters 9 gefüllt ist und auch die Druckkammer 11 teils mit Wasser, teils mit Druckluft gefüllt ist.

Fährt also ein nachfolgendes Fahrzeug über die Vorrichtung, kann sich der gesamte oben beschriebene Vorgang wiederholen, wobei jeweils die Turbinen 19 und 22 kurzzeitig betätigt werden und dabei beispielsweise Strom mit Hilfe eines daran angeschlossenen Generators erzeugen können.

Da die Energiezufuhr durch Fahrzeuge diskontinuierlich, d. h. zeitlich nicht konstant erfolgt, ist es sinnvoll die Turbinen 19, 22 mit einem Schwungrad zu versehen, welches einen Speicher für kinetische Energie darstellt und somit die Zeitspanne, in der kein Auto die Vorrichtung befährt, zu überbrücken vermag.

In Fig. 2 ist ein anderes Ausführungsbeispiel der Erfindung gezeigt. Dieses unterscheidet sich jedoch von dem ersten, in Fig. 1 gezeigten Ausführungsbeispiel nur durch eine davon verschiedene Ausführung der Schwenkplattenanordnung 30. Diese besteht hier aus zwei aus jeweils drei gelenkig miteinander verbundenen Platten 31, 32, 33 zusammengesetzten Plattenanordnungen 34 und 35. Jeweils die mittlere Platte 32 der Plattenanordnungen 34 und 35 ist an einem Lagerbock 36 in ihrem Mittelbereich gelenkig gelagert, während die beiden äußeren Platten 31 und 33 der Plattenanordnungen 34 und 35 jeweils an einem gemeinsamen, längs der Fahrbahn verschiebbaren Lagerbock 37 bzw. 38 schwenkbar gelagert sind.

Ein erster und ein zweiter luftgefüllter flexibler Behälter 39 bzw. 40 befinden sich zwischen den beiden Plattenanordnungen 34 und 35.

Analog dem in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel weist diese Ausführungsform ebenfalls einen ersten und einen zweiten Vorratsbehälter 41 bzw. 42 auf sowie eine erste und eine zweite Turbine 43 bzw. 44 sowie einen ersten und einen zweiten Signalgeber 45 bzw. 46, welche jeweils den Fluß des Wassers durch die Turbinen 43, 44 so steuern, daß die Schwerkraft des aus den Turbinen herausfließenden und in den Vorratsbehältern 41 bzw. 42 gesammelten Wassers behilflich ist, die flexiblen Behälter 39 bzw. 40 zusammenzupressen.

Gemäß einer dritten Ausführungsform der Erfindung, wie sie in Fig. 3 dargestellt ist, besteht die gesamte Schwenkplattenanordnung aus insgesamt vier ihrerseits jeweils aus zwei gelenkig miteinander verbundenen Platten bestehenden Plattenanordnungen 50-53, wovon jeweils eine Platte der beiden Plattenanordnungen eines ersten Typs 51 und 52 an einem gemeinsamen Lagerbock 54 schwenkbar gelagert sind. Die freien Enden dieser schwenkbar gelagerten Platten werden jeweils von dem freien Ende einer ebenfalls gelenkig an einem Lagerbock 55 bzw. 56 gelagerten Platte des zweiten Typs von Plattenanordnung 50 bzw. 53 untergriffen.

Zwischen den Plattenanordnungen 50, 51 und 52 bzw. 51, 52 und 53 befinden sich jeweils flexible, luftgefüllte Behälter 57 und 58, welche zu einem jeweiligen Kanal 59 bzw. 60 hin geöffnet sind. Diese Kanäle 59 bzw. 60 münden mit ihrem anderen, jeweils mit einem Rückschlagventil versehenen Ende in einen Druckausgleichsbehälter 61. Ebenso können unter dem zweiten Typ von Plattenanordnung 50, 53 flexible Behälter 62, 63 angeordnet sein, welche ebenfalls zu Kanälen 64 bzw. 65 hin geöffnet sind, welche in den Druckausgleichsbehälter 61 münden, wobei das Mündungsende ebenfalls mit einem Rückschlagventil versehen ist.

An den Plattenanordnungen 51, 52 des ersten Typs stützen sich in der Nähe des Gelenks die Kolbenpumpen 66 und 67 ab, welche über jeweilige Kanäle 68 und 69 mit dem Druckausgleichsbehälter 61 verbunden sind, wobei diese Kanäle jeweils an ihrem Mündungsende auch mit einem Rückschlagventil versehen sind.

Außerdem stützen sich an den Plattenanordnungen 51 und 52 in der Nähe des Gelenkes die Vorratsbehälter 70 und 71 für Wasser ab. Der in Fahrtrichtung gesehen letzte Vorratsbehälter 71 ist mit einem flexiblen Schlauch 72 mit dem Druckausgleichsbehälter 61 verbunden, wobei dieser Schlauch 72 im Gegensatz zu den bisher beschriebenen Kanälen 59, 60; 64, 65; 68, 69, welche von den flexiblen Behältern 57, 58 bzw. 62, 63 bzw. den Kolbenpumpen 66, 67 ausgehen, nicht in den luftgefüllten Raum des teils mit Luft, teils mit Wasser gefüllten Druckausgleichsbehälters 61 mündet, sondern der Schlauch 72 in den wassergefüllten Raum des Druckausgleichsbehälters mündet. Dabei ist das Mündungsende dieses Schlauches 72 mit einem Rückschlagventil versehen.

Weiter ist der Druckausgleichsbehälter 61 über den Kanal 73 mit einer Turbine 74 verbunden, deren Auslaßkanal 75 in einen großen stationären Vorratsbehälter 76 mündet. Das druckausgleichsbehälterseitige Ende des Kanals 73 ist mit einem steuerbaren, d. h. wahlweise von außen zu öffnenden oder zu schließenden Ventil 77 versehen.

Der stationäre Vorratsbehälter 76 wie auch die in Hochrichtung verschiebbaren und auf den Plattenanordnungen 51 bzw. 52 abgestützten Vorratsbehälter 70 bzw. 71 sind in der Nähe ihres jeweiligen Bodens jeweils mit einem steuerbaren, d. h. durch ein äußeres Signal zu öffnenden Rückschlagventil 78 bzw. 79 bzw. 80 verbunden, wobei ausgehend von dem Ventil 78 des stationären Vorratsbehälters 76 ein Kanal 81 in den Vorratsbehälter 70 führt und von dem Ventil 79 dieses Vorratsbehälters ein Kanal 82 in den Vorratsbehälter 71 führt, an dessen Ventil 80 der Schlauch 72 angeschlossen ist, welcher wie bereits erwähnt in den Druckausgleichsbehälter 61 mündet.

Die Ventile 78, 79 und 80 sind mittels der Signalgeber 83, 84 und 85 steuerbar. Fährt nun ein Kraftfahrzeug auf die erste Plattenanordnung 50, wird das Ventil 80 durch ein Signal von Signalgeber 83 geöffnet und Wasser strömt in den Vorratsbehälter 70. Gleichzeitig werden die flexiblen Behälter 62 und 58 zusammengepreßt und verdrängen dabei Druckluft in den Druckausgleichsbehälter 61. Dabei unterstützt das in den Behälter 70 einströmende Wasser mit dessen Gewichtskraft das Herunterdrücken der Plattenanordnung 51 und damit das Verdrängen der Druckluft aus den flexiblen Behältern 58 und 62 in den Druckausgleichsbehälter 61 hinein.

Erreicht das Fahrzeug den in der Nähe des Lagerbocks 54 angeordneten nächsten Signalgeber 84, wird das Ventil 78 des stationären Vorratsbehälters 76 wieder geschlossen und das Ventil 79 des Vorratsbehälters 70 geöffnet, worauf Wasser aus dem Vorratsbehälter 70 in den Vorratsbehälter 71 strömt. Das in den Vorratsbehälter 71, welcher auf der Plattenanordnung 52 abgestützt ist, einströmende Wasser ist nun behilflich, die Plattenanordnung 52 herunterzudrücken und dabei Druckluft aus dem flexiblen Behälter 57 in den Druckausgleichsbehälter 61 hinein zu verdrängen. Schließlich erreicht das Fahrzeug die Plattenanordnung 53, wodurch Druckluft aus dem flexiblen Behälter 63 in den Druckausgleichsbehälter 61 verdrängt wird.

Erreicht das Fahrzeug den Signalgeber 85, wird das Ventil 80 des flexiblen Behälters 71 geöffnet und das Wasser kann über den Schlauch 72 wieder zurück in den Druckausgleichsbehälter 61 fließen.

Die Plattenanordnungen 50-53 kehren jeweils selbständig in ihre Ausgangsposition zurück, wobei mit den Kolbenpumpen 66 und 67 zusätzlich Druckluft in den Druckausgleichsbehälter 61 gepumpt werden kann. Frischluft kann beim Zurückkehren der Platten in ihre Ausgangslage von den flexiblen Behältern 50- 53 durch darin vorgesehene Ventile angesaugt werden.

Wird das Ventil 77 geöffnet, wird Wasser unter dem Druck der Druckluft über den Kanal 73 durch die Turbine 74 aus dem Druckausgleichsbehälter 61 gepreßt, wobei die Turbine beispielsweise einen Generator antreiben kann. Aus dem Auslaßkanal 75 der Turbine 74 schließlich strömt das Wasser in den stationären Vorratsbehälter 76, womit der Wasserkreislauf geschlossen ist.

Das Ventil 77 und damit das Gewinnen von Nutzenergie kann zu einem beliebigen Zeitpunkt erfolgen, unter Umständen auch nachdem mehrere Fahrzeuge nacheinander die Vorrichtung passiert haben. Dabei müßte aber das aus dem Vorratsbehälter 71 abfließende Wasser in einem weiteren Vorratsbehälter zwischengespeichert werden, da das Zurückführen des Wassers in den Druckausgleichsbehälter 61 sinnvollerweise ohne Energiebedarf erfolgen soll, wozu zu diesem Zeitpunkt kein Druck mehr in dem Druckausgleichsbehälter 61 herrschen sollte.

Außerdem können die Vorratsbehälter 70, 71 gemäß Fig. 4 gestaltet sein und durch das Eigengewicht deren Wasserfüllung aus einem flexiblen Teil des Behälters Wasser verdrängen, welches durch eine Turbine geleitet werden kann.


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zum Gewinnen nutzbarer Energie aus potentieller Energie von sich mit geringer Geschwindigkeit bewegenden Kraftfahrzeugen im Straßenverkehr, wobei die Vorrichtung wenigstens eine gelenkig gelagerte steife Platte aufweist, welche sich unter dem Gewicht eines Kraftfahrzeuges absenkt, wodurch aus einem flexiblen Behälter ein Strömungsfluid verdrängt wird, welches in einen Druckausgleichsbehälter geleitet wird, an welchen eine Turbine oder ein Flüssigkeitsmotor angeschlossen ist, dadurch gekennzeichnet, daß das aus den flexiblen Behältern (13, 15; 39, 40; 57, 58, 62, 63) verdrängte und in den Druckausgleichsbehälter (11; 61) geleitete Strömungsfluid Luft ist, welche ebenfalls in dem Druckausgleichsbehälter befindliches Wasser durch die Turbine (19, 22; 43, 44; 74) bzw. den Flüssigkeitsmotor treibt, daß der Turbine bzw. dem Flüssigkeitsmotor Vorratsbehälter für Wasser (8, 9; 41, 42; 70, 71) nachgeordnet sind, welche im Abstand von der Lagerstätte der Platte (3; 32; 51, 52) auf dieser abgestützt sind und im gefüllten Zustand das Absinken der gelenkig gelagerten Platten und damit das Verdrängen der Luft unterstützen, wobei die Befüllung der einzelnen Vorratsbehälter durch von dem Kraftfahrzeug (1) aus gelöste Signalgeber (23, 24; 45, 46; 83-85), welche Ventile (17, 20; 78-80) öffnen und schließen, derart gesteuert wird, daß jeweils der entsprechende Vorratsbehälter zu genau dem Zeitpunkt gefüllt ist, in dem das von dem Kraftfahrzeug verursachte Absenken der Platten auch tatsächlich unterstützt wird.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch zusätzlich zum Verdrängen von Luft an die gelenkig gelagerten Platten (51, 52) angeschlossene Kolbenpumpen (66, 67), die ihrerseits an den Druckausgleichsbehälter (61) angeschlossen sind.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß diese als Holperschwelle in die Fahrbahn oder auf der Fahrbahn einer verkehrsberuhigten Zone ein- bzw. aufgebaut ist.
  4. 4. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß diese vor einer Verkehrsampel in die Fahrbahn oder auf der Fahrbahn ein- bzw. aufgebaut ist.
  5. 5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, gekennzeichnet durch eine aus drei in Reihe miteinander gelenkig verbundenen Schwenkplatten (2, 3, 4) bestehende Schwenkplattenanordnung (5), bei der die mittlere Platte (3) zwischen ihren Enden um eine horizontal und quer zur Fahrbahn liegende Achse schwenkbar gelagert ist und sich die flexiblen Behälter (13, 15) unter der Plattenanordnung befinden.
  6. 6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß zwei dieser Plattenanordnungen (34, 35) derart zueinander angeordnet sind, daß deren mittlere Platten (32) um die gleiche horizontal und quer zur Fahrbahn liegende Achse zwischen ihren Enden schwenkbar gelagert sind und diese mittleren Platten stets eine gekreuzte Stellung zueinander einnehmen, wobei sich flexible Behälter (39, 40) zwischen den beiden Plattenanordnungen (34, 35) befinden.
  7. 7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, gekennzeichnet durch vier jeweils aus zwei gelenkig miteinander verbundenen Platten bestehende Plattenanordnungen (50-53), wobei zwei dieser Plattenanordnungen eines ersten Typs (51, 52) derart zueinander angeordnet sind, daß jeweils eine der Platten dieser beiden Plattenanordnungen um eine gemeinsame horizontal und quer zur Fahrbahn liegende Achse schwenkbar gelagert sind und diese Platten stets eine gekreuzte Stellung zueinander einnehmen, wobei zwei Plattenanordnungen eines zweiten Typs (50, 53) derart mit jeweils einer deren Platten in Fahrbahnrichtung vor bzw. hinter der gemeinsamen Lagerachse der beiden Plattenanordnungen des ersten Typs (51, 52) um eine horizontal und quer zur Fahrbahn liegende Achse gelagert sind, daß diese Plattenanordnung des zweiten Typs jeweils eine der beiden Plattenanordnungen des ersten Typs so untergreifen, daß diese jeweils bei Erreichen des Kraftfahrzeugs (1) einer bestimmten Stelle an einem Ende angehoben werden und sich flexible Behälter (57, 58, 62, 63) sowohl zwischen den Plattenanordnungen des ersten Typs als auch unter den Plattenanordnungen des zweiten Typs befinden.






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