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Dokumentenidentifikation DE3414345C2 23.08.1990
Titel Erdanker, insbesondere Verpreßanker
Anmelder Suspa Spannbeton GmbH, 4018 Langenfeld, DE
Erfinder Schütt, Karl, Dr.-Ing., 4018 Langenfeld, DE
Vertreter Eder, E., Dipl.-Ing.; Schieschke, K., Dipl.-Ing., Pat.-Anwälte, 8000 München
DE-Anmeldedatum 16.04.1984
DE-Aktenzeichen 3414345
Offenlegungstag 17.10.1985
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 23.08.1990
Veröffentlichungstag im Patentblatt 23.08.1990
IPC-Hauptklasse E02D 5/54

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Erdanker, insbesondere Verpreßanker, mit den Merkmalen gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.

Bei einem derartigen Erdanker nach der DE-OS 26 27 524 sind mehrere Zugglieder vorhanden, deren dem Bohrlochgrund zugekehrte Enden jeweils mit einem plattenförmigen Ankerkörper lösbar verbunden sind. Die einzelnen Ankerkörper übertragen lediglich die von einem einzigen Zugglied herrührende Druckkraft auf den umgebenden harten Baustoff (Verpreßkörper). Außerdem sind die einzelnen Zugglieder in einem verhältnismäßig großen Abstand voneinander angeordnet.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, den eingangs beschriebenen Erdanker so zu verbessern, daß die über mehrere Zugglieder eingetragenen Zugkräfte auf möglichst kurzer Länge auf den umgebenden harten Baustoff (Verpreßkörper) übertragen werden und ein möglichst kleiner Bohrlochquerschnitt erforderlich ist.

Die Erfindung löst diese Aufgabe mit den im kennzeichnenden Teil des Patentanspruchs 1 angegebenen Merkmalen.

Die Zugglieder können somit dicht aneinander angeordnet und in unterschiedlichen Ebenen an Ankerkörpern befestigt sein, die zu einem Ankerfuß verbunden sind. So wird es möglich, den Bohrlochquerschnitt zu verringern und trotzdem eine gemeinsame Ankerkraft über den Ankerfuß auf den umgebenden harten Baustoff (Verpreßkörper) zu übertragen.

Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand von in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert. In der Zeichnung zeigt

Fig. 1 einen Längsschnitt eines Ankerfußes eines Verpreßankers;

Fig. 2 einen Querschnitt nach der Linie II-II in Fig. 1;

Fig. 3 einen Querschnitt nach der Linie III-III in Fig. 1;

Fig. 4 einen Längsschnitt durch einen Ankerfuß einer geänderten Ausführungsform;

Fig. 5 einen Querschnitt nach der Linie V-V in Fig. 4;

Fig. 6 einen Querschnitt nach der Linie VI-VI in Fig. 4;

Fig. 7 einen Längsschnitt durch einen Ankerfuß einer weiteren Ausführungsform;

Fig. 8 einen Querschnitt nach der Linie VIII-VIII in Fig. 7;

Fig. 9 einen Querschnitt nach der Linie IX-IX in Fig. 7.

Ein Verpreßanker kann mehrere, vorzugsweise von Drahtseilen gebildete Zugglieder besitzen, die am dem Bohrlochgrund zugekehrten Ende in einem Ankerfuß gehalten sind. Das vom Bohrlochgrund abgekehrte Ende des Ankerfußes kann sich über ein Druckrohr abstützen, welches die Ankerzugglieder eng umschließt und das sich über die Verankerungszone erstreckt.

Der in Fig. 1 dargestellte Ankerfuß 1 besteht aus zwei Ankerkörpern 2, 3. Sie werden von vorzugsweise kreisförmigen Scheiben aus Metall, z. B. Stahl, gebildet.

Diese können miteinander verbunden sein. Hierfür besitzen sie miteinander fluchtende, zentrische Bohrungen 4, 5, durch die ein Spannbolzen 6 geführt ist, der an den Enden Spannmuttern 7 besitzt.

Die Ankerzugglieder 8 werden von mehreren Stahlseilen 9 gebildet. Bei dem Ausführungsbeispiel nach den Fig. 1 bis 3 sind sechs Stahlseile 9 vorhanden. Die gedachten Längsachsen dieser Stahlseile 9 liegen, wie aus Fig. 3 ersichtlich, auf einem konzentrischen Kreis 10 zur Mittellängsachse X-X des Ankerfußes 1. Der Ankerkörper 3 besitzt, wie aus Fig. 3 ersichtlich, für die sechs Stahlseile 9 sechs Durchführungsbohrungen 11. Die Achsen dieser Bohrungen liegen gleichfalls auf dem Kreis 10. Ihre Abstände voneinander sind gleich. Im vorliegenden Fall beträgt der Winkelabstand 60°.

Wie aus Fig. 3 ersichtlich, ist jede zweite Bohrung 11 in Richtung zum Bohrlochgrund hin konusförmig erweitert. In diese konusförmige Erweiterung 12 ist ein Klemmkonus 13 eingepreßt. Mit diesem Klemmkonus 13 wird das jeweilige Ende 14 eines Stahlseiles 9 festgehalten. Wie aus Fig. 3 ersichtlich, sind von den sechs Stahlseilen 9 drei durch den Klemmkonus 13 im Ankerkörper 3 festgehalten, wodurch zwischen diesen festgehaltenen Stahlseilen 9 jeweils ein weiterführendes Stahlseil 9 liegt.

Das Einpressen des Klemmkonus 13 kann durch spezielle Einpreßvorrichtungen erfolgen. Es ist aber auch möglich, das Einpressen mittels des Spannbolzens 6 zu vollziehen. Hierfür ist eine Einpreßscheibe 15 am Spannbolzen 6 z. B. durch Schweißen befestigt. Bei eingesetzten Klemmkonussen 13 können diese durch Anziehen der Spannschraube 7 mittels der Einpreßscheibe 15 über eine Sicherungsscheibe 17 auf den jeweiligen Klemmkonus 13 pressen.

Die nicht im Ankerkörper 3 gehaltenen drei Stahlseile 9 sind bis zum Ankerkörper 2 weitergeführt. Diese Ankerkörper 2 besitzen drei Bohrungen 18, welche mit Bohrungen 11 des Ankerkörpers 3 fluchten. Die Achsen dieser Bohrungen liegen wiederum auf einem zur Längsmittelachse X-X konzentrischen Kreis 19, dessen Radius dem Radius des Kreises 10 gleich ist. Die Bohrungen 18 besitzen voneinander einen Abstandswinkel von 120°. Zum Festhalten der Enden 20 dieser drei Stahlseile 9 im Ankerkörper 2 sind wiederum die Bohrungen 18 zum Bohrlochgrund hin konisch erweitert. In diese Erweiterungen sind Klemmkonusse 13, wie schon beim Ankerkörper 3, eingesetzt.

Auch diese Konusse können unter Verwendung des Spannbolzens 6 eingepreßt werden. Am Spannende ist über den Spannbolzen 6 eine Kappe 23 geschoben, deren Ränder 24 zum Ankerkörper 2 hin abgewinkelt sind. Zwischen Kappe 23 und Klemmkonus 13 befindet sich eine Klemmsicherungsscheibe 25. Durch Anziehen der Schraube 7 kann über die Beilagscheibe 26 die Kappe 23 über die Klemmsicherungsscheibe 25 die Konusse 13 in dem Ankerkörper 2 einpressen und dort sicher festhalten. Zugleich dient die Kappe 23 als Schutzkappe.

Zwischen den Ankerkörpern 2 und 3 befindet sich ein Druckrohr 27. Dieses Druckrohr 27 wirkt als Distanzstück, das sich gegen plane Stirnflächen 22 der Ankerkörper 2, 3 abstützt. Es läßt die weitergeführten Stahlseile 9 durchtreten. Außerdem bietet der Innenraum Platz für die Enden 14 der im Ankerkörper 3 festgehaltenen Stahlseile. Dieses Druckrohr 27 kann an der Außenseite mit einem Grobgewinde 28 versehen sein.

Der Ankerfuß 1 stützt sich auf ein Druckrohr 29 ab, das sich über die ganze Länge der Verankerungszone des Verpreßankers erstreckt. Auch dieses Druckrohr 29 kann ein Grobgewinde 28 besitzen.

Der Spannbolzen 6 ist vorzugsweise als Rohr ausgebildet. Er besitzt Öffnungen 16 und 21. Somit kann Zementschlempe oder Korrosionsschutzmittel, z. B. zur Verfüllung des Druckrohres 29 oder des Hohlraumes im Distanz-Druckrohr 27, eingepreßt werden.

Die Fugen zwischen den den Ankerfuß 1 bildenden Teilen 2, 3, 23 und dem Druckrohr 29 können abgedichtet sein durch Schweißnähte, oder aber durch Abdichtschichten, Klebebänder oder Klebeschichten.

Die Ausführungsform des Ankerfußes 1 nach den Fig. 4 bis 6 stimmt mit der Ausführungsform nach den Fig. 1 bis 3 weitgehendst überein.

Abweichend ist, daß das das Distanzstück bildende Druckrohr 27 nach Fig. 1 entfällt.

Dafür erhält der Ankerkörper 3&min; einen Bund 30, der den notwendigen Innenraum für die Enden 14 der Stahlseile 9 und für die Klemmsicherungen 17&min; schafft.

Außerdem wird anstelle einer Kappe nun eine Platte 23&min; als Abschluß verwendet. Durch Anziehen der Muttern 7 werden die beiden Ankerkörper 2&min;, 3&min; zusammengepreßt, wobei über die Klemmsicherungen 17&min; bzw. 25&min; ein Einpressen der Konusse 13 erfolgt.

Wie ersichtlich, hat der Ankerkörper 2&min; ebenfalls wie der Ankerkörper 3&min; einen Bund 31.

Bei der Ausführungsform nach den Fig. 7 bis 9 ist gegenüber der Ausführungsform nach den Fig. 4 bis 6 abweichend, daß der dem Bohrlochgrund zugekehrte Ankerkörper 2&min;&min; ebenso viele Bohrungen besitzt wie der Ankerkörper 3&min;&min;, also im vorliegenden Fall sechs, wobei diese Bohrungen 11 und 18 miteinander fluchten. Die Enden 14 der in dem Ankerkörper 3&min;&min; festgeklemmten Seile 9 können dann in die leeren, fluchtenden Bohrungen 18 hineinragen.

Abweichend ist ferner, daß der Spannbolzen 6 auf dem vom Bohrlochgrund abgekehrten Ende einen Bund 32 statt einer Spannmutter 7 besitzt.

Statt die Enden der Stahlseile 9 über Klemmkonusse zu halten, können auch andere Klemmittel bzw. Festhaltemittel, wie z. B. auf den Seilen aufgepreßte Endkappen oder dergleichen benutzt werden.

Ferner könnten die luftseitigen Enden der Zugglieder in gleicher Weise gehalten werden. Dadurch könnte eine Spannpresse mit kleinerer Durchgangsbohrung zur Durchführung und Erfassung der Zugglieder während des Vorspannvorganges eingesetzt werden. Die Spannpresse könnte dadurch leichter und kompakter ausgebildet werden.


Anspruch[de]
  1. 1. Erdanker, insbesondere Verpreßanker mit mehreren Zuggliedern und einem von erhärtendem Baustoff umgebenen Ankerfuß, der aus mehreren, übereinander angeordneten Ankerkörpern gebildet ist, die für jedes der durchgehenden Zugglieder fluchtende Aufnahmebohrungen besitzt, wobei die Enden benachbarter Zugglieder mit unterschiedlichen Ankerkörpern verbunden sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Ankerkörper (2, 3; 2&min;, 3&min;; 2&min;&min;, 3&min;&min;) sich direkt oder über Distanzstücke aufeinander abstützend angeordnet sind und daß die Ankerkörper (2, 3; 2&min;, 3&min;; 2&min;&min;, 3&min;&min;) durch einen zentrischen Spannbolzen (6) zusammengespannt sind.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der jeweils näher dem Bohrlochgrund angeordnete Ankerkörper (2, 2&min;) eine geringere Anzahl von Aufnahmebohrungen (11, 18) für die Zugglieder (8) besitzt als der darüber befindliche Ankerkörper (3, 3&min;).
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den Ankerkörpern (2, 3) ein Druckrohr (27) als Distanzstück angeordnet ist.
  4. 4. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die den Ankerfuß (1) bildenden Ankerkörper (2&min;, 3&min;) einen Aufnahmeraum für die Enden (14) der Zugglieder (8) bilden, die am Ankerkörper (3&min;) festgeklemmt sind.
  5. 5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß jeder der Ankerkörper (3&min;) an der dem darunter befindlichen Ankerkörper (2&min;) zugekehrten Seite eine Ausnehmung besitzt, die von einem umlaufenden Bund (30) umgeben ist.
  6. 6. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Ankerkörper (2&min;&min;, 3&min;&min;) die gleiche Anzahl von miteinander fluchtenden Aufnahmebohrungen (11, 18) besitzen.
  7. 7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Enden (14, 20) der Zugglieder (8) von Klemmkonussen (13) gehalten sind, die in konischen Erweiterungen (12) der Aufnahmebohrungen (11, 18) für die Zugglieder (8) eingesetzt oder eingepreßt sind.
  8. 8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Spannbolzen (6) eine Einpreßvorrichtung für die Klemmkonusse (13) bildet.
  9. 9. Vorrichtung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Klemmkonusse (13) durch elastische Sicherungsteile (17, 25, 17&min;, 25&min;) gesichert sind.
  10. 10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Enden (14, 20) der Zugglieder (8) mit Abschlußelementen, z. B. aufgepreßten Hülsen, Muttern oder dergleichen, versehen sind.
  11. 11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Achsen der Aufnahmebohrungen (11, 18) für die Zugglieder (8) auf gleichen, zur Mittellängsachse des Ankerfußes (1) konzentrischen Kreisen (10, 19) liegen und die Aufnahmebohrungen (11, 18) jeweils voneinander gleiche Abstände besitzen.
  12. 12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Achsen der Aufnahmebohrungen (11, 18) für die Zugglieder (8) von der Mittellängsachse des Ankerfußes (1) ungleiche Abstände und voneinander nicht gleiche Abstände besitzen.
  13. 13. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Fugen zwischen den den Ankerfuß (1) bildenden Teilen abgedichtet sind, z. B. durch eine Dichtungsschicht, Klebeschicht oder eine Schweißnaht.






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