PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE3718429C2 30.08.1990
Titel Vorrichtung zum Glühen von strangförmigem Gut
Anmelder Henrich, Werner, 6348 Herborn, DE
Erfinder Henrich, Werner, 6348 Herborn, DE
Vertreter Knefel, S., Dipl.-Math., Pat.-Anw., 6330 Wetzlar
DE-Anmeldedatum 02.06.1987
DE-Aktenzeichen 3718429
Offenlegungstag 22.12.1988
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 30.08.1990
Veröffentlichungstag im Patentblatt 30.08.1990
IPC-Hauptklasse C21D 9/62
IPC-Nebenklasse H05B 3/00   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Glühen von strangförmigem Gut durch Widerstandserhitzung nach dem Oberbegriff des Anspruches 1. Derartige Glühen sind insbesondere Drahtziehmaschinen nachgeschaltet.

Nach dem Stand der Technik wird der Strom mittels Kontaktrollen dem Draht zugeführt, wobei der Draht die Kontaktrollen überläuft. Die Rollen drehen sich hierbei mit. Hierbei können durch Rundlauftoleranzen und Drehschwingungen Oberflächenbeschädigungen und Verstreckungen des Drahtes auftreten sowie auch Beschädigungen an den Laufflächen der Kontaktrollen, hervorgerufen durch Funkenerosion, die durch Schwingungen der Drähte und ungleichmäßige Kontaktgabe entsteht. Um derartige Oberflächenbeschädigungen zu vermeiden, ist es bekannt (DE-PS 23 56 003), dem Draht längs der Glühstrecke mit Hilfe von Elektrolytflüssigkeiten den Strom zuzuführen. Hierzu durchläuft der Draht sowohl am Anfang der Glühstrecke als auch an deren Ende jeweils einen mit einer Elektrolytflüssigkeit gefüllten Behälter. Bei diesem Verfahren läßt sich aber die Elektrolytflüssigkeit hinter dem ersten Behälter nicht gleichmäßig von der Oberfläche des Drahtes entfernen, so daß entsprechende Temperaturschwankungen im Draht und dementsprechende Weichheitsunterschiede längs des strangförmigen Gutes auftreten.

Führt man den Draht über Kontaktrollen, werden beim Glühen die Drähte belastet, einerseits durch den Glühvorgang selbst, weil die Drähte beim Glühen weich werden, andererseits durch die Kontaktrollen, welche den Draht mittels Reibungsschluß längs der Glühstrecke bewegen.

Dies gilt nicht nur für den Draht über seinen Gesamtquerschnitt, sondern insbesondere auch für die Oberfläche des Drahtes.

Bei der Verwendung von Kontaktrollen tritt der weitere Nachteil auf, daß der Draht danach strebt, wenn er sehr stark erhitzt wird, an der Kontaktrolle festzukleben. Dies ist ebenfalls sowohl schädlich für die Oberfläche des Drahtes als auch für die Oberfläche der Kontaktrolle.

Um zu besseren Ergebnissen zu kommen, hat man gemäß DE-OS 32 47 902 die Kontaktrollen mit Ringen von abriebfestem Material versehen.

Da Kontaktrollen grundsätzlich das aufgezeigte, der Erfindung zugrunde liegende Problem nicht lösen, bringt auch diese Maßnahme nichts im Sinne der Erfindung.

Gemäß der Entgegenhaltung DE-OS 25 33 288 wird der Draht zwischen zwei Kontaktplatten hindurchgeführt. Da die Kontaktplatten aufeinanderliegen, läuft der Draht zwischen diesen mit großer Reibung hindurch, wobei diese Reibung von zwei Seiten auf ihn einwirkt. Seine Oberfläche wird hierbei beschädigt, auch wenn man für den durchgeführten Draht in den Platten Kerben vorsieht.

Aufgabe der Erfindung ist es, eine Vorrichtung zum Glühen von Drähten anzugeben, bei der dem Draht oder den parallel zueinander laufenden Drähten beim Glühen schwingungs- und erosionsfrei gleichmäßig Strom zugeführt wird, und bei der Umlenkmittel für den Draht und/oder für die Kontaktgabe so ausgebildet sind, daß die oben beschriebenen Nachteile nicht auftreten, das heißt insbesondere die Umlenkmittel eine lange Standfestigkeit erreichen.

Diese Aufgabe wird bei der gattungsgemäßen Vorrichtung durch das kennzeichnende Merkmal des Anspruches 1 gelöst.

Dadurch, daß die Stromzufuhr mit Hilfe einer vom Gut (Draht) überlaufenen elektrisch leitenden verschleißarmen Kufe erfolgt, die sich üblicherweise nicht mitdreht oder nur langsam mitdreht, so daß der Draht über die Kufe gleitet, läßt sich einerseits eine lange Standzeit für die Kontaktkufe erreichen und andererseits ein guter Stromübergang von der Kufe zum Draht, wenn die Kufe eine gut leitende Oberfläche aufweist. Dadurch, daß ferner der vom strangförmigen Gut überlaufene abgerundete Teil der Kufe(n) lagemäßig relativ zum überlaufenden Draht veränderbar ist, und zwar durch axiale Verschiebung der Kufe(n) oder durch Drehung der Kufe(n) um ihre Achsen, bleibt die Abnutzung der Kufe(n) wegen des laufenden Wechsels der Überlauffläche äußerst gering.

Weitere Einzelheiten der Erfindung können den Unteransprüchen sowie der Beschreibung eines Ausführungsbeispieles entnommen werden.

Auf der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt, und zwar zeigt

Fig. 1 ein erstes Ausführungsbeispiel in schematischer Darstellung;

Fig. 2 eine geänderte Einzelheit der Fig. 1;

Fig. 3 ein geändertes Ausführungsbeispiel;

Fig. 4 ein geändertes Ausführungsbeispiel;

Fig. 5 ein geändertes Ausführungsbeispiel.

Gemäß Fig. 1 wird aus einer Drahtziehmaschine (10) ein Draht (1) angeliefert, der um eine Ziehrolle (11) läuft und anschließend über eine undrehbar angeordnete Kufe (2) geführt ist. Die Kufe (2) liegt an einem der Pole einer elektrischen Stromquelle (12) an. Der andere Pol der Stromquelle (12) ist mit einer Elektolytflüssigkeit (4) verbunden, welche in einem Behälter (5) angeordnet ist. Nach Verlassen der Elektrolytflüssigkeit (4) durchläuft der Draht eine Reinigungs- und Trockenvorrichtung (7), um schließlich in Richtung des Pfeiles (S) beispielsweise einer Aufwickelvorrichtung (nicht dargestellt) zugeführt zu werden.

Die Kufe (2) ist in der Lauffläche des Drahtes (1) gekrümmt, zum Beispiel kreisförmig ausgebildet. Wenigstens der vom Draht (1) überlaufene Teil der Lauffläche (2a) der Kufe (2)) weist eine verschleißarme Oberfläche auf, beispielsweise in Form einer aufgebrachten Schicht, zum Beispiel Wolframlegierung, so daß sich die Kufe in dem Bereich (2a) wenig abnutzt. In dem Behälter (5) ist eine weitere Kufe (9) vorgesehen, über deren Lauffläche (9a) der Draht geführt ist. Ohne Elektrolytflüssigkeit (4) könnte die Kufe (9) als zweiter Kontaktgeber mit der Stromquelle verbunden sein. Im vorliegenden Fall lenkt die Kufe (9) den Draht (1) jedoch lediglich in Richtung des Pfeiles (8) aus der Glühvorrichtung heraus. Die Lauffläche (9a) dieser Kufe ist in dem Bereich, den der Draht (1) überstreicht, ebenfalls verschleißarm.

Gemäß Fig. 2 ist, wie für die Kufe (20) gezeigt, diese zylinderförmig ausgebildet, so daß über die Kufe (20) gleichzeitig mehrere Drähte (1a, 1b, 1c und 1e) laufen können, wenn beispielsweise aus der Drahtziehmaschine (10) gleichzeitig mehrere Drähte angeliefert werden. Im Bereich (20a), das heißt im Berührungsbereich der Drähte (1a bis 1e) mit der Kufe (20) ist die Oberfläche der Kufe wieder verschleißarm.

Die Kufen (2, 9, 20) sind in Richtung ihrer Achse verschiebbar angeordnet, so daß die Drähte nach einer geringen Verschiebung der Kufe über einen Nachbarbereich (2a, 9a, 20a) laufen, wodurch die Abnutzung der Kufen gemindert wird.

Entsprechend ist die Kufe (19) in Fig. 2 zylindrisch ausgebildet, so daß sämtliche Drähte parallel zueinander um die Kufe (19) geführt werden können.

Die Kufe (19) kann als Kontaktkufe ausgebildet sein. Sie kann aber auch gemäß Fig. 1 lediglich für die Umlenkung der Drähte dienen.

Gemäß Fig. 3 ist die Kufe (30) zylinderförmig ausgebildet. Sie weist Absätze (31) auf, in denen jeweils ein Draht läuft. Die axialen Längen der Absätze sind so groß, daß wiederum eine Axialverschiebung der Kufen möglich ist.

Wie durch die gestrichelt gezeichneten Trennlinien (32) angedeutet, kann die Kufe auch durch Aneinanderreihung von Segmenten (33) gebildet sein.

Fig. 4 zeigt einen Querschnitt durch eine Kufe (40), welche einen kreisförmigen Querschnitt aufweist und um die Achse (A-A) in Richtung des Pfeiles (41) drehbar ist. Da die Kufe nicht als Rolle für den umgelenkten Draht (42) dienen soll, ist sie gebremst, so daß zwischen Draht (42) und dem Umfang der Kufe (40) eine Relativbewegung stattfindet. Die Kufe (40) kann kontinuierlich um die Achse (A-A) laufen. Sie kann aber auch feststehen und nur von Zeit zu Zeit in Richtung des Pfeiles (41) ein Stück weitergedreht werden, so daß der Draht über ein anderes Teilstück der Kufe (40) läuft. Hierdurch wird derselbe Effekt erzielt, wie durch die axiale Verschiebung der Kufe(n). Es können aber auch beide Maßnahmen, nämlich die axiale Verschiebung der Kufe(n) und Drehung der Kufe(n) um ihre Achse, wie oben beschrieben, zusammen durchgeführt werden.

Fig. 5 zeigt eine Einrichtung, bei der die Größe des Umschlingungswinkels des Drahtes (50) auf der Kufe (51) geändert werden kann. Hierzu wird der Draht (50) der Kufe (51) entweder mittels Rollen (52) der Kufe zugeführt oder mittels einer Rolle (53).


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zum Glühen von strangförmigem Gut durch Widerstandserhitzung, insbesondere von aus einer Drahtziehmaschine angelieferten Drähten, bei der dem Draht über Kontaktrollen ein elektrischer Strom zugeführt wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Stromzufuhr mit Hilfe wenigstens einer von Gut (Draht überlaufenen, wenigstens teilweise im Querschnitt abgerundet (kreisförmig) ausgebildeten elektrisch leitenden, verschleißarmen Kufe (2 und/oder 9) erfolgt, und daß der vom strangförmigen Gut überlaufene abgerundete Teil der Kufe(n) Lagemäßig relativ zum überlaufenden Draht veränderbar ist, und zwar durch axiale Verschiebung der Kufe(n) oder durch Drehung der Kufe(n) um ihre Achsen.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Relativbewegung zwischen Kufe(n) und Draht schrittweise und/oder kontinuierlich erfolgt.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß nur die Lauffläche (2a und/oder 9a) der Kufe (2 und/oder 9) mit einem verschleißarmen Belag versehen ist.
  4. 4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Lauffläche(n) (2a, 9a) der Kufe(n) (2, 9) nur im Bereich der Berührungsfläche mit dem Gut (Draht (1)) verschleißarm ausgebildet ist (sind).
  5. 5. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kufe(n) (19, 20) zylinderförmig ausgebildet ist (sind), derart, daß mehrere Drähte (1a bis 1e) gleichzeitig und parallel zueinander über die Kufe(n) (19, 20) laufen können.
  6. 6. Kufe nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß sie (30) aus mehreren Segmenten (33) oder abgesetzten Teilstücken besteht.
  7. 7. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Umschlingungswinkel des strangförmigen Gutes auf der Kufe (51) einstellbar ist.
  8. 8. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Stromzufuhr am Ende der Glühstrecke durch eine Elektrolytflüssigkeit erfolgt, und in der Elektrolytflüssigkeit eine Kufe als Umlenkkufe vorgesehen ist.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

  Patente PDF

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com