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Dokumentenidentifikation DE3912684A1 04.10.1990
Titel Walzenstraße zum Profilwalzen von Bändern (Längsnaht-Rohrschweißen)
Anmelder Bültmann, Monika, 5982 Neuenrade, DE
Erfinder Schäfer, Erhard, 5760 Arnsberg, DE
Vertreter Fritz, H., Dipl.-Ing.; Fritz, E., Dipl.-Chem., Pat.-Anwälte, 5760 Arnsberg
DE-Anmeldedatum 18.04.1989
DE-Aktenzeichen 3912684
Offenlegungstag 04.10.1990
Veröffentlichungstag im Patentblatt 04.10.1990
IPC-Hauptklasse B21B 31/08
IPC-Nebenklasse B21B 1/22   B21B 13/02   
Zusammenfassung Es sind mehrere Walzgerüste vorhanden, bestehend jeweils aus einem hinteren Ständer (02) (Antriebsseite) und einem vorderen Ständer (03) (Bedienungsseite). Die Walzenachsen (01) sind am vorderen Ständer angebracht, während im hinteren Ständer entsprechende Lagerbuchsen sind. Beim Wechsel der Walzen werden die Walzenachsen, die hydraulisch angespannt sind, gelöst, so daß die hinteren Ständer in ihrer Gesamtheit mit einer Schraubvorrichtung (18) seitwärts gefahren werden können. Sämtliche vorderen Ständer (03) sind auf einer Wechselplatte (04) zusammengefaßt. Die Wechselplatte ist auf Spannbolzen (13) gesteckt und hydraulisch verspannt. Nach Lösen der Verspannung kann die Gesamtheit der vorderen Ständer abgenommen und durch einen Satz Ständer mit neuen Walzen ersetzt werden. Die hinteren Ständer fahren insgesamt wieder zurück, bis die Walzenachsen (01) von den Lagerbuchsen aufgenommen werden. Der Dimensionswechsel der Walzen kann so in kurzer Zeit durchgeführt werden.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine Walzenstraße mit den Merkmalen nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Es ist die Aufgabe der Erfindung eine Walzenstraße dieser Art so auszubilden, daß der Dimensionswechsel der Walzen mit geringstem Zeitaufwand durchgeführt werden kann.

Diese Aufgabe wird nach dem gleichen Lösungsprinzip durch Walzenstraßen mit den Merkmalen des Anspruchs 1 oder des Anspruchs 2 gelöst. Die weiteren Unteransprüche haben bevorzugte Weiterbildungen dieser Lösungen zum Inhalt.

Walzenstraßen nach der Erfindung haben den Vorteil, daß bei jeder Ausführungsform sämtliche hinteren, also antriebsseitigen Ständer am Maschinenbett bleiben können, wenn ein Dimensionswechsel der Walzen durchgeführt wird. Dies vereinfacht den konstruktiven Aufbau. Das Spannen bzw. Entspannen der Walzenachsen bzw. der Zentrierbolzen erfolgt in einfacher Weise von Hand mittels eines Inbusschlüssels. Durch die hydraulische Verspannung ergibt sich eine hohe Rundlaufgenauigkeit. Bei der Ausführungsform nach Anspruch 1, können sämtliche vorderen Ständer, da sie zu einer Einheit zusammengefaßt sind, nach oben abgehoben werden, so daß für die Abnahme voderseitig kein Raum zur Verfügung zu sein braucht. Ein Lösen von Schraubverbindungen ist beim Wechsel nicht erforderlich. Durch die kraftschlüssige Verbindung der vorderen und der hinteren Ständer ergibt eine große Laufruhe. Paßfedernuten in den Walzenachsen entfallen.

Bei der Ausführungsform nach Anspruch 2 können auch die bedienungsseitigen, also vorderen Ständer ortsfest bleiben. Benötigt wird dabei lediglich ein Magazinständer für jedes Walzgerüst oder ein Magazinständer für sämtliche Walzgerüste. Der Magazinständer nimmt die neu anzubringenden Walzen auf. Er dient auch zur Aufbewahrung derselben. Wenn die Auswechslung der Walzen mittels eines Magazinständers vorgesehen ist, dann muß der Schubweg der hinteren Ständer so groß sein, daß für das Einsetzen des Magazinständers der erforderliche Zwischenraum vorhanden ist.

Im folgenden werden Ausführungsbeispiele der Erfindung näher beschrieben unter Bezugnahme auf die Zeichnungen.

Fig. 1 zeigt eine Ansicht eines Walzengerüstes nach der Erfindung in Betriebsstellung, in Walzrichtung gesehen, zum Teil geschnitten;

Fig. 2 zeigt eine entsprechende Ansicht dieses Walzgerüstes in der Einstellung bei dem Dimensionswechsel der Walzen;

Fig. 3 ist eine Ansicht eines hinteren (antriebsseitigen Ständers) in Richtung der Walzenachse;

Fig. 4 zeigt im Prinzip die Anordnung der vorderen Ständer auf einer gemeinsamen Wechselplatte;

Fig. 5 zeigt eine weitere Ausführungsform der Erfindung und zwar eine Ansicht eines Walzgerüstes beim Dimensionswechsel der Walzen.

Die Walzenachsen 01 sind nicht in den hinteren Ständer 02 sondern in den vorderen Ständer 03 (Bedienungsseite) fest gelagert. Sämtliche vorderen Ständer 03 sind auf einer gemeinsamen Wechselplatte 04 fest montiert.

Bei Dimensionswechsel der Walzen bleiben die hinteren Ständer 02 auf einem Maschinenbett 05.

Die Übertragung des Drehmomentes auf die jeweilige Walze 07 und die Gelenkwelle 06 bzw. Einzelantrieb 08 geschieht über hydraulische Spannelemente 09, die in der Walzenachse 01 integriert sind und gemeinsam beaufschlagt werden.

Dadurch entfallen die nach dem Stand der Technik erforderlichen Paßfedernuten.

Bei der Erfindung sind die Achsen- bzw. Bohrungstoleranzen so dimensioniert, daß ein Schiebesitz ein leichtes Aufschieben der Walzen 07 gewährleistet ist. Das Einleiten der Spannkraft geschieht durch Betätigung einer Spannschraube 11 mit Kolben 12, die auf hydraulische Spannelemente 09 einwirken. Durch die hydraulische Spannung ist ein absolut zentrierter Sitz der Walzen gewährleistet. Die Rundlaufgenauigkeit erreicht Spitzenwerte. Außerdem erhalten die Ständer 02 und 03 durch die kraftschlüssige Verbindung der Walzenachsen eine zusätzliche Stabilität, die sich positiv auf die Laufruhe der Anlage auswirkt.

Die Wechselplatte 04, auf welcher gemeinschaftlich sämtliche vorderen Ständer 03 angebracht sind, ist auf das Maschinenbett 05 aufgesetzt, durch Bolzen 13 zentriert und wie beschrieben hydraulisch verspannt. Die Betätigung erfolgt durch Spannschrauben 19. Es sind nur zwei Spannbolzen 13 erforderlich.

Bei Dimensionswechsel der Walzen fahren bei jedem Gerüst die oberen Walzenachsen 01 und die zugeordnete untere Walzenachse mittels Spindelgetriebe 16, für die manuelle Betätigung 14 oder ein Servomotor 15 vorgesehen ist, auseinander in eine Endlage, die auf Fig. 2 mit 17 gekennzeichnet ist. Anschließend werden die hydraulischen Systeme in den Walzenachsen über Spannschrauben 11 entspannt. Die kraftschlüssige Verbindung wird dadurch unterbrochen. Die hinteren Ständer 02 fahren mittels einer Schubvorrichtung 18 (Hydraulikzylinder) gemeinschaftlich zur Seite, wie auf Fig. 2 dargestellt, so daß die Walzenachsen 01 aus den Lagerbuchsen 20 der hinteren Ständer 02 herausgelangen. Wie Fig. 2 zeigt, sind dann sämtliche vorderen Ständer 03 frei.

Durch Lösen der Spannschraube 19 an den Bolzen 13 wird die Verbindung der Wechselplatte 04 mit dem Maschinenbett 05 gelöst. Die Wechselplatte kann dann mit sämtlichen vorderseitigen Ständern 03, auf denen sich noch die Walzenachsen und die Walzen befinden, entnommen und durch einen vorbereiteten neuen Ständersatz mit neuen Walzen ersetzt werden. Der Einbau des neuen Ständersatzes, das betriebsfertige Einstellen der gesamten Walzenstraße geschieht in umgekehrter Reihenfolge. Dabei wird die Wechselplatte aufgesetzt und verspannt. Die hinteren Ständer verfahren dann gemeinschaftlich, bis die Walzenachen 01 von den Lagerbuchsen 20 aufgenommen sind. Als dann werden Rollen und Lager hydraulisch verspannt.

Das auf Fig. 5 dargestellte Walzgerüst hat gleichfalls einen vorderen Ständer 30 und einen hinteren Ständer 32. Beide Ständer sind mit Spindelantrieben 30a ausgerüstet. Fig. 5 zeigt das Walzgerüst in seiner Stellung beim Dimensionswechsel der Walzen. Die beiden Walzenachsen 31 des vorderen Ständers sind frei. Der hintere Ständer 32 ist zur Seite gefahren, so daß sich zwischen den beiden Ständern ein Zwischenraum ergibt, der so groß ist, daß zwischen den freien Walzenachsen 31 und dem hinteren Ständer 32 ein zusätzlicherZwischenraum ist. ln diesem Zwischenraum ist für den Dimensionswechsel ein Magazinständer 40 eingesetzt, der die beiden neu aufzubringenden Walzen 44 trägt.

Der Magazinständer 40 hat einen horizontalen Schenkel 42, der auf einer Bahn 45 des Maschinenbettes verschiebbar aufsitzt. An einem vertikalen Schenkel 41 des Magazinständers sind vorstehend zwei Hohldorne 43 gehalten, deren Innenraum die gleichen Abmessungen hat, wie die im hinteren Ständer 32 eingebauten Lagerbuchsen 34. Die neuen Walzen 44 sitzen jeweils verschiebbar auf einem Hohldorn 43. In der dargestellten Stellung sind die Walzenachsen 31, Lagerbuchsen 34 achsgleich eingestellt. Aus der gezeichneten Stellung heraus, wird der Magazinständer 40 mit den neuen Walzen mit Hilfe der Schubvorrichtung 35 in Richtung des Pfeiles nach links gegen den vorderen Ständer 30 geschoben bis in die gestrichelt gezeichnete Stellung 40a, wo die für die Lagerung vorgesehenen Abschnitte 31b der Walzenachsen von den beiden Hohldornen 43 aufgenommen werden. Aus dieser Stellung heraus können die neuen Walzen 44 von Hand die für ihre Lagerung vorgesehenen Abschnitte 31a der Walzenachsen aufgeschoben werden.

Nunmehr kann der Magazinständer wieder in den Zwischenraum zurückgeschoben und mittels Kran abgehoben werden. Der hintere Ständer 32 wird gegen den vorderen Ständer verschoben, bis die Achsabschnitte 31b der Walzenachsen von den Lagerbuchsen 34 aufgenommen sind. Alsdann kann die hydraulische Verspannung der Walzen bzw. der Lager wie beschrieben vorgenommen werden.

Man kann den Magazinständer so bemessen, daß er zwei Walzen für ein Walzgerüst trägt. Man kann aber auch Magazinständer vorsehen, die mehrere Walzenpaare für mehrere Gerüste tragen.

Bei der Ausführungsform nach Fig. 5 können auch alternativ die hinteren Ständer 32 feststehend und die vorderen Ständer 30 verschiebbar sein.


Anspruch[de]
  1. 1. Walzenstraße zum Profilwalzen von Bändern (Längsnaht- Rohrschweißen) bestehend aus mehreren Walzgerüsten, an denen jeweils eine Oberwalze und eine Unterwalze gelagert sind und eine Seite der Walzenstraße als Antriebsseite vorgesehen ist, gekennzeichnet, durch die nachfolgend genannten Merkmale:
    1. - jedes Gerüst ist mit einem Spindeltrieb (16) versehen, mit dem die Walzenachsen (01) durch Anheben bzw. Absenken auf Distanz einstellbar sind;
    2. - die Walzenachsen (01) sind an den vorderen Ständern (03) fest gelagert, während sie in den hinteren Ständern (02) durch Einstecken in Lagerbuchsen (20) aufgenommen und durch hydraulische Spannelemente (09) verspannt sind, wobei nach Lösen der Spannvorrichtung die Steckverbindung durch gemeinschaftliches Verfahren der hinteren Ständer (02) mittels einer Schubvorrichtung (18) lösbar ist;
    3. - eine Wechselplatte (04), auf welcher sämtliche vorderen Ständer (03) fest montiert sind, ist auf ein Maschinenbett (05) aufgesetzt, auf Bolzen (13) zentriert und fixiert.
  2. 2. Walzenstraße nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1, gekennzeichnet durch die nachfolgend genannten Merkmale:
    1. - es ist ein Magazinständer (40) vorgesehen, mit zwei vorstehend angebrachten Hohldornen (43), die wie die Lagerbüchsen (34) der hinteren Ständer dimensioniert sind, und welche im Schiebesitz die neu anzubringenden Walzen (44) aufnehmen;
    2. - der Magazinständer ist vor dem Dimensionswechsel der Walzen von oben in einen Zwischenraum zwischen dem vorderen Ständer (30) und dem zugeordneten seitlich verschobenen hinteren Ständer (32) eingesetzt;
    3. - der Magazinständer ist mittels einer Schubvorrichtung (35) gegen den vorderen Ständer verschiebbar, bis die für die Lagerung vorgesehenen Abschnitte (31b) der Walzenachsen (31) von den Hohldornen (43) aufgenommen sind und die Walzen auf die für ihre Aufnahme vorgesehenen Abschnitte der Walzenachsen aufschiebbar sind.
  3. 3. Walzenstraße nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß in den Walzenachsen (01) hydraulische Spannelemente (09) zum Einspannen der Walzen (07) bzw. zur Verspannung mit den Lagerbuchsen (20) integriert sind.
  4. 4. Walzenstraße nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur Fixierung der Wechselplatte (04) mit dem Maschinenbett (05) in den Zentrierbolzen (13) hydraulische Spannelemente integriert sind.
  5. 5. Walzenstraße nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß ein Magazinständer für die Aufnahme der neuen Walzen (44) mehrerer Walzgerüste ausgebildet ist.






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