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Dokumentenidentifikation DE3911988A1 18.10.1990
Titel Körnerzählgerät
Anmelder Pfeuffer GmbH Meß- und Prüfgeräte, 8710 Kitzingen, DE
Erfinder Pfeuffer, Klaus, 8710 Kitzingen, DE
Vertreter Pöhner, W., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat., Pat.-Anw., 8700 Würzburg
DE-Anmeldedatum 12.04.1989
DE-Aktenzeichen 3911988
Offenlegungstag 18.10.1990
Veröffentlichungstag im Patentblatt 18.10.1990
IPC-Hauptklasse G06M 7/00
IPC-Nebenklasse A01C 1/00   
Zusammenfassung Bei einem Körnerzählgerät mit einem Zuführbehälter (1), der von einem Rüttler bewegt wird und eine Öffnung aufweist, des weiteren aus einer Lichtschranke, an der die Körner sukzessive vorbeigeführt werden sowie einem durch die Lichtschranke betätigten Zählwerk besteht, wird vorgeschlagen, entweder die Zählfrequenz zu erfassen und entsprechend der Abweichung vom Sollwert die Intensität des Rüttlers einzustellen und/oder den dem Transport der Körner dienenden Kanal (4) gegen seine Längsrichtung zu neigen und/oder mit einer Stufe (11) zu versehen.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein Körnerzählgerät mit einem Zuführbehälter, der von einem Rüttler bewegt wird und eine Öffnung aufweist, mit einer Lichtschranke, an der die Körner sukzessive vorbeigeführt werden und ein durch die Lichtschranke betätigtes Zählwerk.

Zur Steigerung des Leistungsfähigkeit der landwirtschaftlichen Produktion wird eine Optimierung des Saatgutes im Hinblick auf Qualität und Quantität des Ertrages angestrebt. Eine bedeutende Bemessungsgrundlage hierfür ist das Gewicht von 1000 Getreidekörnern, das 1000-Korn-Gewicht, welches bislang durch Auszählen der Getreidekörner per Hand ermittelt und im Anschluß daran durch Wiegen in seinem Wert bestimmt wird. Das exakte Abzählen von 1000 Körnern ist von entscheidender Bedeutung, da Zählfehler naturgemäß eine entsprechende Änderung des Gewichtes und demzufolge eine gravierende Verfälschung des Ergebnisses zur Folge-haben.

Neben dem manuellen Auszählen sind bereits Vorrichtungen bekannt, die einen auf einer Rüttelplatte sitzenden Zuführbehälter aufweisen und bei dem die aus der Öffnung austretenden Körner an einer Lichtschranke vorbeigeführt werden, die ihrerseits ein Zählwerk betätigt. Bei den bekannten Vorrichtungen als nachteilig anzusehen ist, daß mitunter mehrere Körner gleichzeitig die Lichtschranke passieren und deshalb nicht gezählt werden. Hieraus resultieren insbesondere bei kleinen Körnern erhebliche Ungenauigkeiten. Aus der fortlaufenden Entnahme von Körnern aus dem Zuführbehälter verändert sich die Zählrate während eines Zählvorganges, so daß eine optimale Einstellung über die gesamte Dauer des Zählvorganges unmöglich wird. Hieraus ergeben sich Ungenauigkeiten, die nur durch ein permanentes Nachregeln per Hand ausgeglichen werden könnten. Unterschiede in der optimalen Einstellung ergeben sich auch durch die Variation der Abmessungen der Körner. Zur Vermeidung von Zählfehlern werden deshalb Einstellungen mit über den gesamtem Zählvorgang konstanter und hinreichend langer Zählzeiten gewählt.

Hiervon ausgehend hat sich die Erfindung die Weiterentwicklung von Körnerzählgeräten dahingehend zur Aufgabe gemacht, daß ein rasches und exaktes Zählen möglich wird.

Gelöst wird diese Aufgabe erfindungsgemäß dadurch, daß die Zählfrequenz erfaßt und entsprechend der Abweichung vom Sollwert die Intensität des Rüttlers eingestellt wird.

Der Kerngedanke der Erfindung besteht darin, die Zählfrequenz auf einen optimalen Wert einzustellen. Eine schnellere Kornfolge (höhere Zählfrequenz=kürzere Zählzeit) bewirkt, daß die Anzahl der gleichzeitig die Lichtschranke passierenden und damit unberücksichtigt gebliebenen Körner zunimmt und der Meßfehler ansteigt. Bei sehr langsamer Kornfolge (geringe Zählfrequenz) hingegen nimmt der Zählvorgang unnötig viel Zeit in Anspruch.

Die Einstellung der optimalen Zählfrequenz erfolgt mit Hilfe eines Regelkreises, der die Zählfrequenz (Ist-Wert) erfaßt und entsprechend der Abweichung vom Soll-Wert die Intensität des Rüttlers einstellt. Eine intensivere Rüttelbewegung, die einer erhöhten Bewegungsamplitude entspricht, beschleunigt den Transport der Körner und erhöht folglich die Zählfrequenz. Umgekehrt bewirkt eine Abschwächung der Bewegungsintensität eine Verringerung der Zählfrequenz.

Der entscheidende Vorteil des erfindungsgemäßen Körnerzählgerätes besteht in der Schaffung von für die Zählung stets optimaler Verhältnisse, die ein fehlerfreies und gleichzeitig rasches Zählen der Körner erlaubt. Weiter ergibt sich eine automatische Anpassung an das Zählgut, d.h. die jeweils zu zählende Korngröße, wie z.B. Raps, Sämereien und Fein-Sämereien, Getreide, Sonnenblume, Roggen, Mais, Ackerbohnen und Erbsen.

Im folgenden werden weitere, der Vermeidung von Zählfehlern dienende Merkmale angegeben, die sowohl unabhängig als auch zusammen mit den bisher beschriebenen Maßnahmen realisierbar sind. In aller Regel geschieht der Transport der Körner in einem vom Inneren des Zuführbehalters ausgehenden und über die Öffnungen nach außen führenden Kanal, der nach Art einer Nut geformt ist. Um sicherzustellen, daß die zu zählenden Körner zur Vermeidung von Mißzählungen einzeln und sukzessive an der Lichtschranke vorbeigeführt werden, wird vorgeschlagen, den Boden des Kanals um die in Längsrichtung verlaufende Achse zu neigen. Man erreicht, daß sich innerhalb eines vergleichsweise kurzen Transportweges eine Ausrichtung und Anordnung der Körner in einer Reihe einstellt. Dann ist sichergestellt, daß nicht zwei Körner gleichzeitig und nebeneinander durch die Lichtschranke geführt werden.

Dem gleichen Ziel dient die weitere Maßnahme der Anordnung einer Stufe im Kanal. Hierbei steht der mit der Berandung des Kanals gebildete Winkel grundsätzlich frei, er kann also rechtwinklig oder schiefwinklig sein. Eine derartige Stufe trägt ebenfalls zur Orientierung der Körner und Anordnung in einer Reihe bei, aufgrund der Tatsache, daß bei einer minimalen zeitlichen Differenz im Hinblick auf das Erreichen der Stufenkante durch das Herunterfallen von der Stufe ein zeitlicher Versatz und damit eine Anordnung in einer Reihe hervorgerufen wird. Der Trennungseffekt wird verstärkt, wenn der sich an die Stufe anschließende Bereich des Kanals ein entsprechendes Gefälle besitzt.

Gerade bei kleinen Körnern sind die vorgeschlagenen Maßnahmen von außerordentlicher Bedeutung, da im Kanal eine Anordnung mehrerer Körner nebeneinander in besonders großer Häufigkeit auftritt.

Eine andere, im wesentlichen demselben Ziel dienende Maßnahme sieht vor, den Kanal im Inneren des Zuführbehälters mit einem Portal auszustatten, dessen lichte Weite bevorzugt höhenmäßig verstellbar ist. Es wird im Bereich der Öffnung des Zuführbehälters angebracht und garantiert bei entsprechender Einstellung, daß nicht mehrere Körner übereinander in den sich daran anschließenden Bereich des Kanals gelangen können. Die Veränderung der lichten Weite ist zur Anpassung an unterschiedlichen Korngrößen erforderlich. Die Veränderung kann auf übliche Art und Weise, z.B. über einen Schieber, vorgenommen werden.

Bevorzugt ist, den Boden des Zuführbehälters mit einem auf den Kanal zu orientierten Gefälle zu versehen. Es stellt sicher und trägt zur völligen Entleerung des Zuführbehälters bei.

Schließlich ist vorgesehen, die Befestigung des Zuführbehälters über Elektromagnete vorzunehmen, die ein schnelles Abnehmen und erneutes Fixieren zur Herstellung der Verbindung zum Rüttler hin ermöglichen. Hierdurch wird die Handhabung erleichtert, da der Zuführbehälter abgenommen und durch Eintauchen in das Körnergut für die nächste Zählung gefüllt werden kann.

Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile der Erfindung lassen sich dem nachfolgenden Beschreibungsteil entnehmen, in dem anhand der Zeichnung ein Ausführungsbeispiel der Erfindung näher erläutert wird. Sie zeigt in schematisch gehaltener Draufsicht einen Zuführbehälter mit Kanal.

Der in der Zeichnung wiedergegebene Zuführbehälter (1) besteht im wesentlichen aus einer Grundplatte (2), auf der, in der Zeichnung auf der linken Seite dargestellt, etwa quadratische, zur Aufnahme des Körnergutes bestimmte Wandungen (3) angeordnet sind. In dem hierdurch begrenzten Innenraum geht an der Stirnseite der Kanal (4) aus und weist dort ein im wesentlichen senkrecht zur Zeichenebene verlaufendes Leitblech (5) auf, daß der Aufnahme und Führung eines in Richtung desselben verlaufenden Schiebers (6) dient, der seinerseits über eine Klemmschraube (7) an der Wandung (3) festlegbar ist. Durch Verändern der Stellung des Schiebers (6) erfolgt eine Veränderung der den Durchlaß für die Körner freigebenden und begrenzenden lichten Weite und demzufolge eine Anpassung an die jeweils vorhandene Korngröße.

Durch die nicht erkennbare Öffnung in der Wandung (3) ist der Kanal (4) nach außen geführt, wobei dann die Draufsicht zeigt, daß der Boden (8) um die in Längsrichtung verlaufende Achse geneigt ist, so daß in Zusammenwirken mit der einen Seitenkante (9) des Kanales (4) eine in Transportrichtung verlaufende und die Aneinanderreihung der einzelnen Körner erleichternde Rinne (10) gebildet wird.

In weiterer Fortsetzung des Kanales (4) in Transportrichtung findet sich eine, eine Knickstelle im Verlauf des Kanales (4) definierende Stufe (12), die mit dem Kanal (4) selbst sowie der Transportrichtung einen spitzen Winkel einschließt. Sinn und Aufgabe der Stufe (11) ist nach wie vor auf gleicher Höhe nebeneinander liegende Körner zu trennen und in einer Geraden aufzureihen.

Im weiteren Verlauf des Kanales (4) verlassen die Körner über einen Auslauf (12) den Zuführbehälter (1) und gelangen von dort zu der nicht mehr wiedergegebenen und ein Zählwerk betätigenden Lichtschranke.

Etwa in der Mitte ist in gestrichelter Linienführung eine der Befestigung des Zuführbehälters dienende Halteplatte (13) angedeutet.

Im Ergebnis erhält man ein Körnerzählgerät, das bei maximaler Zählgeschwindigkeit ein Minimum an Zählfehlern aufweist.


Anspruch[de]
  1. 1. Körnerzählgerät mit einem Zuführbehälter, der von einem Rüttler bewegt wird und eine Öffnung aufweist, mit einer Lichtschranke, an der die Körner sukzessive vorbeigeführt werden und einem durch die Lichtschranke betätigten Zählwerk, dadurch gekennzeichnet, daß die Zählfrequenz erfaßt und entsprechend der Abweichung vom Sollwert die lntensität des Rüttlers eingestellt wird.
  2. 2. Körnerzählgerät mit einem Zuführbehälter, der von einem Rüttler bewegt wird und eine Öffnung aufweist, mit einer Lichtschranke, an der die Körner sukzessive vorbeigeführt werden und einem durch die Lichtschranke betätigten Zählwerk und einen im Inneren befindlichen und/oder über die Öffnung nach außen führenden, als Nut geformten Kanal, dadurch gekennzeichnet, daß der Boden (8) des Kanales (4) um die in Längsrichtung verlaufende Achse geneigt ist.
  3. 3. Körnerzählgerät mit einem Zuführbehälter, der von einem Rüttler bewegt wird und eine Öffnung aufweist, mit einer Lichtschranke, an der die Körner sukzessive vorbeigeführt werden und einem durch die Lichtschranke betätigten Zählwerk und einen im lnneren befindlichen und/oder über die Öffnung nach außen führenden, als Nut geformten Kanal, gekennzeichnet durch eine Stufe im Kanal.
  4. 4. Körnerzählgerät mit einem Zuführbehälter, der von einem Rüttler bewegt wird und eine Öffnung aufweist, mit einer Lichtschranke, an der die Körner sukzessive vorbeigeführt werden und einem durch die Lichtschranke betätigten Zählwerk und einen im Inneren befindlichen und/oder über die Öffnung nach außen führenden, als Nut geformten Kanal, dadurch gekennzeichnet, daß der Kanal (4) im lnneren des Zuführbehälters (1) mit einem in seiner lichten Weite vorzugsweise höhenmäßig veränderbaren Portal versehen ist.
  5. 5. Körnerzählgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Boden des Zuführbehälters (1) mit einem auf den Kanal (4) zu orientierten Gefälle versehen ist.
  6. 6. Körnerzählgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 5, gekennzeichnet durch Befestigung des Zuführbehälters (1) mit Hilfe von Elektromagneten.






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