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Dokumentenidentifikation DE3912449A1 18.10.1990
Titel Vorgespanntes zweireihiges Schräglager und Verfahren zu seinem Zusammenbau
Anmelder SKF GmbH, 8720 Schweinfurt, DE
Erfinder Winter, Heinrich;
Hoch, Paul-Gerhard, Dr., 8720 Schweinfurt, DE;
Kaschube, Karl-Friedrich, 8721 Niederwerrn, DE
DE-Anmeldedatum 15.04.1989
DE-Aktenzeichen 3912449
Offenlegungstag 18.10.1990
Veröffentlichungstag im Patentblatt 18.10.1990
IPC-Hauptklasse F16C 19/38
IPC-Nebenklasse F16C 19/54   F16C 33/58   F16C 43/08   
Zusammenfassung Bei einem vorgespannten zweireihigen Schräglager mit einstückig ausgeführten Lagerringen (1, 2) sind die Wälzkörper (5, 6) an Borden (9, 10) mindestens eines Lagerringes (2) anliegend angeordnet.
Damit die Vorspannung bei diesem Lager auf einfache Weise eingestellt werden kann, ist die Wandstärke des einen Lagerringes (1) gegenüber seinem Außendurchmesser verhältnismäßig klein ausgeführt, so daß er eine elastische Verformung in radialer Richtung zuläßt.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein vorgespanntes zweireihiges Schräglager, das aus einstückig ausgeführten Lagerringen und dazwischen vorgesehenen Wälzkörpern besteht, die an Borden mindestens eines Lagerringes anliegend angeordnet sind.

Bei einem bekannten zweireihigen Schrägkugellager dieser Art (US-PS 35 32 401) werden zuerst die Wälzkörper der einen Reihe montiert und der Innenring gegenüber dem Außenring gekippt, bis eine Einfüllöffnung entsteht, die ein Einsetzen der Wälzkörper der zweiten Reihe gestattet. Dieses bekannte Verfahren ist verhältnismäßig umständlich und insbesondere nicht für vollrollige Lager zu verwenden. Bei Rollenlagern wurde bisher ein Lagerring quer zur Achsrichtung geteilt ausgeführt und die Vorspannung durch axiales Verschieben der Ringteile erzielt.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein derartiges zweireihiges Schräglager so auszubilden, daß die Vorspannung auf einfache Weise eingestellt werden kann und ein Verfahren zum Zusammenbau eines derartigen Schräglagers aufzuzeigen.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß die Wandstärke des einen Lagerringes gegenüber seinem Außendurchmesser verhältnismäßig klein ausgeführt wird, so daß er eine elastische Verformung in radialer Richtung zuläßt, und daß beim Zusammenbau des Lagers zuerst die Wälzkörper der einen Reihe auf der Lauffläche des einen Lagerringes angeordnet werden, der andere Laufring dann bis zur Anlage der einen Lauffläche an den Wälzkörpern aufgeschoben wird, dieser andere Laufring dann axial gegen die Wälzkörper verschoben und durch die an der Lauffläche anliegenden Wälzkörper soweit im elastischen Bereich aufgeweitet wird, bis die Öffnung zwischen den Lagerringen ein Einsetzen der zweiten Wälzkörperreihe gestattet und schließlich die Wälzkörper der zweiten Reihe eingesetzt und in der Endstellung durch geeignete Mittel fixiert werden.

Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen beschrieben.

Die Erfindung wird nachstehend anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert.

Das in der Figur dargestellte Dreiringlager besteht aus einem einteiligen Außenring 1, einem Zwischenring 2, einem zweiteiligen Innenring 3, 4 und den zwischen den Lagerringen in O-Anordnung vorgesehenen Zylinderrollen 5, 6 bzw. Kegelrollen 7, 8, die zwischen den Borden 9, 10, 11, 12 des Innenringes 3, 4 und des Zwischenringes 2 angeordnet sind, wobei die Bohrungsfläche 13 des Zwischenringes 2 exzentrisch zu seiner Mantelfläche 14 ausgeführt ist. Beim Zusammenbau des äußeren, den Gegenstand der Erfindung bildenden Lagers werden zuerst die Zylinderrollen 5 der einen Reihe auf die Lauffläche 16 des Zwischenringes 2 aufgesetzt und dann der Außenring 1 auf den Zwischenring 2 aufgeschoben, so daß die Lauffläche 15 an den Zylinderrollen 5 anliegt. Sodann wird der Außenring 1 gegenüber dem Zwischenring 2 axial verschoben und durch die an der Lauffläche 15 anliegenden Zylinderrollen 5 bis in den elastischen Bereich so weit aufgeweitet, bis die Einfüllöffnung A zwischen dem Außenring 1 und dem Zwischenring 2 so groß ist, daß die Kegelrollen 6 der zweiten Reihe problemlos zwischen die Laufbahnen 17, 18 eingesetzt werden können. Die Aufweitung wird durch die verhältnismäßig dünne Wandstärke des Außenringes 1 und durch den kleinen Berührungswinkel a möglich. Der Berührungswinkel α zwischen den Wirkungslinien der Wälzkörperbelastungen und einer zur Lagerachse senkrechten Ebene sollte vorzugsweise nicht größer als 15° sein, damit die radiale Kraftkomponente zur Aufweitung bei axialer Verschiebung möglichst groß ist. Der axiale Druck zur Erzielung der Verschiebung wird erst weggenommen, wenn der Bord 10 auf die Mantelfläche des Zwischenringes aufgeschoben und durch einen Sicherungsring 10a in seiner Lage fixiert ist. Die axialen Abmessungen des Bordringes 10 werden entsprechend der erforderlichen Vorspannung im Lager festgelegt. Anschließend werden die Teile des Innenringes 3, 4 mit den in einem Käfig 19 angeordneten Kegelrollen 7, 8 in die Bohrung des Zwischenringes 2 eingeschoben und die Innenringteile 3, 4 durch einen U-förmigen Befestigungsring 20, der mit abgewinkelten Schenkeln in Ringnuten der Innenringteile 3, 4 eingreift, miteinander verbunden.

Die Erfindung ist nicht auf das dargestellte Ausführungsbeispiel beschränkt. So ist es ohne weiteres möglich, den Bordring 10 einstückig z.B. mit dem Zwischenring 2 auszuführen und in dem Bord eine Einfüllnut für die Wälzkörper 6 anzuordnen, die nach dem Einsetzen der Wälzkörper 6 durch ein geeignetes Teil verschlossen wird. Weiterhin ist die Erfindung nicht auf ein Dreiringlager beschränkt. Es kann für alle zweireihigen Schräglager, z.B. Schrägkugellager, Kegelrollenlager, Schrägzylinderrollenlager und dgl., verwendet werden.


Anspruch[de]
  1. 1. Vorgespanntes zweireihiges Schräglager, bestehend aus einstückig ausgeführten Lagerringen und dazwischen vorgesehenen Wälzkörpern, die an Borden mindestens eines Lagerringes anliegend angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Wandstärke des einen Lagerringes (1) gegenüber seinem Außendurchmesser verhältnismäßig klein ist, so daß er eine elastische Verformung in radialer Richtung zuläßt.
  2. 2. Schräglager nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Berührungswinkel α zwischen den Wirkungslinien der Wälzkörperbelastungen und einer zur Lagerachse senkrechten Ebene maximal 15° beträgt.
  3. 3. Schräglager nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß zur axialen Fixierung der Wälzkörper (6) ein Bordring (10) vorgesehen ist, der an einem Sicherungsring (10a) anliegend angeordnet ist.
  4. 4. Verfahren zum Zusammenbau eines vorgespannten zweireihigen Schräglagers nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß
    1. a) die Wälzkörper (5) der einen Reihe auf der Lauffläche (16) des einen Lagerringes (2) angeordnet werden,
    2. b) der Lagerring (1) bis zur Anlage der Lauffläche (15) an den Wälzkörpern (5) aufgeschoben wird,
    3. c) der Lagerring (1) axial gegen die Wälzkörper (5) verschoben und durch die an der Lauffläche (15) anliegenden Wälzkörper (5) so weit im elastischen Bereich aufgeweitet wird, bis die Öffnung A zwischen den Lagerringen (1, 2) ein Einsetzen der Wälzkörper (6) der zweiten Reihe gestattet,
    4. d) die Wälzkörper (6) der zweiten Reihe eingesetzt und in der Endstellung durch geeignete Mittel (10, 10a) fixiert werden.






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